Queer und Antisemtismus
Queer und Antisemtismus - # 3

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Nora_7
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Re: Queer und Antisemtismus

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Beitrag von Nora_7 »

Violetta Arden hat geschrieben: Do 10. Okt 2024, 23:55 .....geleitet mal wieder ganz ins Politische ab....angefangen hat's ja mit Queer und Antisemitismus......
Ich hatte auch gehofft, das Thema wäre abgeschlossen und man wäre sich einig. Dann bringt es immer wieder Lana mit ihrem - aus meiner Sicht naivem - allgemeinen Friedengesäusel wieder hoch. Es ist doch unbestritten, das alle Frieden wollen. Für manche in der Welt ist dieser nur über Unterdrückung und Krieg zu erreichen. Da hilft auch keine Ansage an Liebe und Vernunft, wenn denen Machtanspruch, Ideologie oder Religion im Wege stehen. Ein Dilemma, das sich nur für jeden Fall einzelnen bewerten und vielleicht irgendwann lösen läßt.
Nora
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Re: Queer und Antisemtismus

Post 32 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Nora_7 hat geschrieben: Fr 11. Okt 2024, 00:27 Dann bringt es immer wieder Lana mit ihrem - aus meiner Sicht naivem - allgemeinen Friedengesäusel wieder hoch.
Na ja, ich denke, es richtig, wenn jede ihre Meinung hier hat und vertritt. Wenn man bei mir die richtigen Knöpfe drückt, reagiere ich auch immer wieder neu. Aber geht es Dir anders ? Wenn Lana das so sieht, ist es doch ok. Wenn Du Deine Perspektive hast, ist es doch auch ok. Wir haben alle nicht die Wahrheit mit Löffeln zu uns genommen und manchmal hilft es mir, mich nur zurück zu lehnen und mich zu fragen, warum ich sensibel reagiere. Dann komme ich manchmal darauf, dass die Ursache dafür in mir selber liegt.

Ich sehe echten Frieden als ein sehr hohes Gut. Wenn die Beteiligten eine Haltung einnehmen, die das als auch so sehen, ist Frieden möglich. Das bedeutet aber auch, dass die Beteiligten sich fragen müssen, was man selber dazu beitragen kann. Das ist beim Nachbarschaftsstreit nicht anders als im Krieg. Aber solange eigene Ziele (oder Ängste ...) höher eingestuft werden, gibt es folglich keinen Frieden. Ich finde, hier treffen sich die Meinungen von "Friedenssäuslern" und "Realisten". Eine Friedensdemo kann als Aufruf verstanden werden, sich dem höheren Ziel zuzuwenden und Lösungen zu suchen. Auf der anderen Seite werden solche Aufrufe verpuffen, wenn dem konkrete Ziele der Protagonisten entgegen stehen.

Und dann ist da noch die Gefahr, dass man politisch vereinamt wird, weil unterschiedliche Dinge, die nicht zusammen gehören, vermischt werden. Ein Slogan wie "Queer für Frieden", "Linke für Frieden", "Grüne für Frieden" kann unterschiedlich interpretiert werden. Ist es ein Aufruf, dass die entsprechende Gruppierung sich für Frieden stark machen soll oder ist es der Anspruch, dass alle einer Gruppierung für Frieden sind. Man kann die eine Perspektive so stark verinnerlichen, dass man gar nicht mehr die andere sieht. Es sind Meinungen und niemand hat die Wahrheit gepachtet. Lassen wir sie doch einfach so stehen. Es lohnt sich mMn inne zu halten und das Thema einmal von einer anderen Seite zu betrachten. Es könnte ein Körnchen für mich dabei sein. Dann profitiere ich von anderen Meinungen. Ich muss sie ja nicht übernehmen. Mich über andere Meinungen aufzuregen, kostet mich nur Energie und Zeit, die ich besser verwenden kann.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Queer und Antisemtismus

Post 33 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 11. Okt 2024, 06:57 Ich muss sie ja nicht übernehmen. Mich über andere Meinungen aufzuregen, kostet mich nur Energie und Zeit, die ich besser verwenden kann.
Es geht mir darum, dass alles Wesentliche gesagt worden ist, aber Lana mit Penetranz immer wieder auf die Friedensbotschaften hinweist, die als Gemeinschaft für EIN Anliegen unangebracht sind. Denn zu anderen Anliegen kann diese Gemeinschaft sehr heterogene Ansichten haben, und dafür gibt es eigene Gruppen. Sie kann gerne überall für ihren Frieden demonstrieren, aber politische Positionierung zu anderen, vor allem komplexen internationalen Themen steht der Gruppe als solche nicht zu. Heute morgen habe ich dies gelesen: "Ihr Film "Club Zero" (2023) hinterlässt den Eindruck, dass der Mensch sich heute Ersatzreligionen sucht? - Unsere Kultur in Europa basiert grundsätzlich auf dem Wunsch, die Welt zu verbessern. Wir glauben an Demokratie, Gerechtigkeit, und wollen den Armen helfen. Daran docken viele neue Bewegungen an. Nur, die Radikalität von manchen Bewegungen erschreckt mich. Sie missbrauchen oft unseren Willen, Gutes zu tun....Und wir glauben natürlich auch, wir wären im Recht. Aber wer hat die Wahrheit schon wirklich? "

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Re: Queer und Antisemtismus

Post 34 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Nora_7 hat geschrieben: Fr 11. Okt 2024, 09:58 Nur, die Radikalität von manchen Bewegungen erschreckt mich. Sie missbrauchen oft unseren Willen, Gutes zu tun....Und wir glauben natürlich auch, wir wären im Recht. Aber wer hat die Wahrheit schon wirklich? "
Kann ich gut nachvollziehen. Es ist immer eine Gratwanderung. Wieviel muss ich gegenhalten und wann höre ich auf damit ? Das ist eine persönliche Entscheidung.

Ich habe auch Sorge vor Ratttenfänger jeder Couleur. Aber Jede/r hat eigene Verantwortlichkeiten, vor allem für sich selber. Es gibt politische Meinungen, da würde ich immer gegenhalten, solange meine Gesundheit nicht davon betroffen ist. Bei anderen, für mich nicht so relevanten Dingen, will ich mich nicht lange einmischen.

...

Ok, manchmal kann ich meinen Mund nicht halten ... ;-)
Viele Grüße
Vicky

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Re: Queer und Antisemtismus

Post 35 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 11. Okt 2024, 10:34 Ok, manchmal kann ich meinen Mund nicht halten ... ;-)
Ich auch nicht! )))(:
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Re: Queer und Antisemtismus

Post 36 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Violetta Arden hat geschrieben: Do 10. Okt 2024, 23:55 .....geleitet mal wieder ganz ins Politische ab....angefangen hat's ja mit Queer und Antisemitismus......
Hm ja, beides ist aber letztlich politisch relevant. Politik mal nicht nur im Sinne von Partei- und_oder Regierungspolitik, sondern der res publica, also öffentlicher Angelegenheit. Solange Queerness und_oder Verbindung zum jüdischsein, jüdischer Herkunft bzw dem Staat Israel nicht genauso akzeptiert sind, wie die persönliche Haarfarbe, ist es immer irgendwie auch politisch. Sogar allein die Existenz und Sichtbarkeit. Sonst brauchten wir zum Beispiel keine CSDs, keine Beiräte für queere Belange, keine Awareness, keine Organisationen wie dgti, BV-T oder LSVD.

Ich finde es auch gut und nützlich, sich darüber auszutauschen. Einzeln und auch über eventuelle Zusammenhänge. Es darf auch kontrovers sein, aber respektvoll. Abgesehen von einzelnen Ausrutschern ist das auch ziemlich gelungen :)p
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Re: Queer und Antisemtismus

Post 37 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich habe zum Thema "Krieg und Frieden" eine interessante Doku gefunden.

https://www.arte.tv/de/videos/104841-00 ... riege-los/
bis 08.05.2025
Viele Grüße
Vicky

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Re: Queer und Antisemtismus

Post 38 im Thema

Beitrag von Lana »

Nora_7 hat geschrieben: Do 10. Okt 2024, 23:44 Also, Putin, religiöse Extremisten, Assad u.v.m. brauchen also nur Phantasie, Offenheit, Mut - und Liebe, dann gibt es keinen Krieg mehr? Und Selensky, der IS, die Hamas etc. auch?
Am Ende läuft es genau darauf hinaus. Das wird aber nicht von heute auf morgen passieren, trotzdem ist es der einzige Ausweg aus der endlosen Gewalt, die sich durch die Geschichte zieht.

Das geht aber nur, wenn jeder Einzelne sein Teil dazu beiträgt. Meine Aussage bezieht auch dich ausdrücklich mit ein. In jedem Beitrag demonstrierst du erneut, dass es jenseits deiner Vorstellungskraft liegt, dass ein friedliches Zusammenleben möglich ist. So lange wir selbst dieser Beschränkung unterliegen, ist kein wirklicher Frieden möglich. Nicht im Kleinen, und folglich auch nicht im Großen.

Ich werbe dafür, sich der Idee zu öffnen, dass Frieden grundsätzlich möglich ist. Erst dann ist eine konstruktive Diskussion über den Weg dahin überhaupt möglich.

Setzt man die Unmöglichkeit von Frieden als Prämisse, wird das Ergebnis vorweg genommen. Das ist destruktiv, weil so keine positive Entwicklung möglich ist. Die brauchen wir aber, wenn wir aus der Spirale von Gewalt und Gegengewalt herauskommen wollen.

Bei manchen Beiträgen hier habe ich das Gefühl, dass dies gar nicht erwünscht ist. Zu dick sind die Mauern, die man um das eigene Weltbild gebaut hat. An diesen Mauern, auch an deinen, kratze ich, reiben ich mich. Das empfindest du als unangenehm.

Umgekehrt ist es genauso. Du präsentierst uns deine Ansichten, und ich fühle mich damit nicht wohl.

Wir können nun zwei Dinge tun:
Hinnehmen, dass wir unterschiedlicher Meinung sind, oder uns dafür einsetzen, dass die jeweils andere Person uns besser versteht. Da geht es erstmal gar nicht darum, ob ich recht habe oder nicht. Das interessiert mich eigentlich nicht. Mir ist nur wichtig, dass meine Gedanken von dir gesehen und reflektiert werden. Dabei erwarte ich eine gewisse Offenheit. Mehr nicht. Konstruktive Reaktionen sind dann schon das I-Tüpfelchen, das mich selbst weiterbringen kann, wenn ich mich damit offen auseinander setze.


Irgendwie sitze ich wohl immer noch der Illusion auf, dass Menschen mit unserem Anliegen, die als Teil einer kleinen Minderheit sehr viel Offenheit und Toleranz von der Mehrheitsgesellschaft einfordern, die selbe Offenheit und Toleranz für andere Themen aufbringen müssten. Zumindest sollte es uns leichter fallen als dem Durchschnittsbürger, oder?

Daher auch mein Verweis auf den Zusammenhang zwischen queeren Themen und Offenheit für andere Lebensentwürfe, Phantasie und Vorstellungsvermögen für neue Ideen und Konzepte, Toleranz für andere Meinungen und Ansichten. Die ganze Queerbewegung wäre ohne diese Eigenschaften nicht darstellbar.

Vielleicht bin ich auch deswegen immer wieder überrascht, hier eher eingefahrene Meinungen zu lesen, die dann auch noch mit einer Vehemenz verteidigt werden, die wenig Gutes vermuten lässt.

Letztlich spiegeln wir uns hier in unseren Beiträgen alle selbst, oft ohne es zu bemerken. Aber das Bild, das dadurch entsteht, ist deutlich sichtbar und wird von anderen gemäß ihrer eigenen Persönlichkeitsstruktur aufgenommen und interpretiert. An dieser Stelle entsteht der Dissens. Er hat also genauso viel mit uns selbst zu tun wie mit der jeweils anderen Person. Um das zu erkennen, müssen wir einen Schritt zurück treten und unser Ego mit seinem Drang nach Rechthaben für einen Moment ignorieren.

Gelingt das, erkennen wir womöglich, dass die Diskussionspartnerin einfach ein Mensch ist, mit Sorgen und Nöten, Bedürfnissen und Wünschen, die sich von unseren eigenen nur wenig unterscheiden. Zumindest nicht in den wichtigen Punkten.

Daraus kann Mitgefühl (Empathie) erwachsen. Vielleicht ist dieser Begriff unbelasteter als "Liebe". Jedenfalls ist das der erste Schritt auf dem Weg zu wirklichem Frieden.

Dass es ein langer Weg sein wird, auf dem es immer wieder Rückschläge und Verirrungen gibt, sollte klar sein.

Trotzdem, irgendwann müssen wir den ersten Schritt tun. Jeder einzelne Mensch für sich persönlich, in seinem Umfeld. Sonst kommen wir nie dort an, wo Frieden mehr ist, als ein Wort mit einer unscharfen Bedeutung.

Wir alle hier werden das nicht mehr erleben. Auch unsere Kinder und deren Kinder nicht. Aber ist das ein Grund, es nicht zu versuchen, gleich aufzugeben?

Wo wären wir heute, wenn unsere Vorfahren nicht irgendwann mal losgelaufen wären, ohne sicheres Ziel, ohne klare Vorstellung über den Weg. Aber mit der Überzeugung, dass es sich lohnt, sich für etwas Größeres einzusetzen.

Eine friedliche Welt könnte ein solches Ziel sein. Und gerade queere Menschen scheinen mir eine besondere Verantwortung zu tragen, weil sie besser wissen als viele andere, was Diskriminierung und Intoleranz bedeuten, und weil sie unter gewalttätigen Gesellschaften mehr leiden werden.

Wir haben im Kriegsfall mehr zu verlieren als der gut angepasste Durschnittsbürger. Neben all dem, was jeden betrifft (und das ist schon schlimm genug) werden wir unsere Identität verlieren.

Unsere Bedürfnisse werden auf der gesellschaftlichen Prioritätenliste sehr weit nach hinten rücken, und wir werden das deutlich zu spüren bekommen. Jeden Tag. Und wenn es dumm läuft, ist nach dem Krieg nichts mehr von dem übrig, was in den letzten paar Jahrzehnten an Positivem für uns entstanden ist.

Um nicht weniger als das geht es. Jetzt, hier und heute.

Ob das dann Queer für Frieden heißt und ob Demonstrationen überhaupt der richtige Weg sind, um einen Krieg zu verhindern, weiß ich nicht. Letztlich ist es auch nicht wichtig. Was zählt, ist die innere Einstellung von jedem einzeln Menschen.

Wir haben die Wahl, uns damit auseinander zu setzen und eine Entscheidung zu treffen. Noch.

Wir können aber auch einfach unseren alten Überzeugungen folgen und hoffen, dass es schon noch mal irgendwie gut gehen wird. Das hat schließlich die letzten knapp 80 Jahre auch funktioniert.

LGL
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Re: Queer und Antisemtismus

Post 39 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Jaddy hat geschrieben: Fr 11. Okt 2024, 14:44
Violetta Arden hat geschrieben: Do 10. Okt 2024, 23:55 .....geleitet mal wieder ganz ins Politische ab....angefangen hat's ja mit Queer und Antisemitismus......
Solange Queerness und_oder Verbindung zum jüdischsein, jüdischer Herkunft bzw dem Staat Israel nicht genauso akzeptiert sind, wie die persönliche Haarfarbe, ist es immer irgendwie auch politisch.
Dann müsste auch Queerness in Verbindung zu Palestina genauso akzeptiert werden.....
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Re: Queer und Antisemtismus

Post 40 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

@Lana: Es gibt einen Unterschied zwischen Angriffs- und Verteidigungskrieg. Ersterer wird durch Deutschland und Verbündete sicher nicht stattfinden, Letzteren kann sich niemand aussuchen. Außer man gibt sich selbst auf, und das wäre das allerletzte, was ich akzeptieren würde. Man war lange sicher, dass es in Europa keinen Angriffskrieg mehr gibt. Und dann kam Putin. Niemand auf der Welt hat ihn davon abhalten können.

Natürlich ist ein "Frieden" jederzeit möglich - wenn die Bereitschaft auf beiden Seiten vorhanden ist. Die sehe ich aber, und die Situation zeigt, dass NIEMAND die Gegner überzeugen kann. Bis ein Gewinner feststeht und/oder die Verlust zu hoch werden. Nehmen wir mal die Ukraine: Ein Frieden nach Wagenknecht mit Waffenniederlegung der Ukraine (z.B. durch Einstellung von Waffenlieferungen) bedeutet, dass die Ukraine nicht mehr existiert, denn Rußland wäre Sieger. natürlich wäre dann formell Frieden - durch brutale Niederschlagung jeglicher politischer Opposition. Willst du das?

Nein, meine Meinung zu Frieden ist eindeutig: Absolut erhaltenswert und immer anzustreben, aber Angriffe auf den Frieden müssen stufenweise beantwortet werden. Mit meinem ausgeprägten naturwissenschaftlichen Hintergrund denke und handle ich rational und faktenbasiert, nicht emotional und realitätsfern in meiner Wunschwelt - es macht einen Unterschied, ob ich verbal oder mit Gewalt bedroht werde.

Nein, ich würde politische Stellungnahmen außerhalb von queer, aber unter dem Queerlabel nicht akzeptieren. Weil queer nichts mit meinen anderen Einstellungen zu tun hat.

Es gibt ca. 5 mio staatsanwaltliche Ermittlungen p.a. in Deutschland und ca. 1 mio zivilrechtliche Verfahren. Wo bleibt da die Liebe? Und ich habe etliche persönliche Enttäuschungen hinter mir, die mich sehr viel an Kraft und Geld gekostet haben. Ich bin aufmerksam geworden.
Jaddy hat geschrieben: Fr 11. Okt 2024, 14:44 Solange Queerness und_oder Verbindung zum jüdischsein, jüdischer Herkunft bzw dem Staat Israel nicht genauso akzeptiert sind, wie die persönliche Haarfarbe, ist es immer irgendwie auch politisch.
Das "und" wird bei mir gestrichen - wie gaaaaaaanz lang bereits ausgeführt, sind die Theman strikt unabhängig zu bewerten.

LG Nora
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Re: Queer und Antisemtismus

Post 41 im Thema

Beitrag von Lana »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 12. Okt 2024, 00:48 @Lana: Es gibt einen Unterschied zwischen Angriffs- und Verteidigungskrieg. Ersterer wird durch Deutschland und Verbündete sicher nicht stattfinden
Nein, das ist schon längst passiert. Mehrfach. Weißt du auch, willst du aber nicht wahrhaben. Angriffskriege der USA gab es gegen Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien. Natürlich gab es in jedem Einzelfall gute Gründe. Also war das OK?
Nora_7 hat geschrieben: Sa 12. Okt 2024, 00:48Man war lange sicher, dass es in Europa keinen Angriffskrieg mehr gibt. Und dann kam
die Nato und hat die Bundesrepublik Jugoslawien bombardiert. Das war im Frühjahr 1999. Ohne Mandat der UNO, auf eigenen Wunsch und mit fadenscheinigen Begründungen.

Bleib einfach bei den Tatsachen.

Heute machen die Russen den selben Mist in der Ukraine. Das man das ungestraft tun kann, hat ihnen die Nato vor 25 Jahren demonstriert.

Macht es das in irgendeiner Form besser. Nein. Aber die westliche Empörung wirkt nicht überzeugend, wenn sie mit zweierlei Maß urteilt.

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Re: Queer und Antisemtismus

Post 42 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ist das nicht Äpfel mit Birnen verglichen ?

Zielsetzung und Umfang weichen doch sehr voneinander ab. Aber ist das nicht eine andere Diskussion als von Nora in Ausgangsfragestellung angestoßen ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Queer und Antisemtismus

Post 43 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Lana hat geschrieben: So 13. Okt 2024, 23:25
Nora_7 hat geschrieben: Sa 12. Okt 2024, 00:48 @Lana: Es gibt einen Unterschied zwischen Angriffs- und Verteidigungskrieg. Ersterer wird durch Deutschland und Verbündete sicher nicht stattfinden
Nein, das ist schon längst passiert. Mehrfach. Weißt du auch, willst du aber nicht wahrhaben. Angriffskriege der USA gab es gegen Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien. Natürlich gab es in jedem Einzelfall gute Gründe. Also war das OK?
Nora_7 hat geschrieben: Sa 12. Okt 2024, 00:48Man war lange sicher, dass es in Europa keinen Angriffskrieg mehr gibt. Und dann kam
die Nato und hat die Bundesrepublik Jugoslawien bombardiert. Das war im Frühjahr 1999. Ohne Mandat der UNO, auf eigenen Wunsch und mit fadenscheinigen Begründungen.

Bleib einfach bei den Tatsachen.

Heute machen die Russen den selben Mist in der Ukraine. Das man das ungestraft tun kann, hat ihnen die Nato vor 25 Jahren demonstriert.

Macht es das in irgendeiner Form besser. Nein. Aber die westliche Empörung wirkt nicht überzeugend, wenn sie mit zweierlei Maß urteilt.

LGL
Weicht vom Thema ab. Du redest aber wie Sarah Wagenknecht in Halbwahrheiten, die USA und NATO sind grundsätzlich böse, Täter und Opfer vertauscht. In Lybien z.B. hat sich die USA auf eine Seite gestellt, weil Rußland sich auf die andere gestellt hat. Und 1999 - das kann man kontrovers diskutieren, denn die UN hat sich in vieler Hinsicht als ungeeignet für den Frieden gezeigt, da die autarkischen Regime dort in der Mehrheit sind und eher Demokratien verhindern. Die serbischen Völkermorde sind unbestritten. Und das wurde erstmal beendet.

Und was dein "Verständnis" für Rußland betrifft, könnte ggf. dies weiterhelfen: https://www.rnd.de/politik/krieg-gegen- ... PRNVE.html
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Re: Queer und Antisemtismus

Post 44 im Thema

Beitrag von Lana »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 14. Okt 2024, 10:22 Ist das nicht Äpfel mit Birnen verglichen ?
Ich vergleiche gar nichts. Ich erinnere nur daran, dass der Westen schon mehrfach unprovoziert und ohne Mandat der UNO andere Länder angegriffen hat, allen voran waren das die USA, mit tatkräftiger Unterstützung auch von Deutschland. Das heißt weder, dass die USA böse sind und Russland gut, noch umgekehrt. Wer das so versteht, hat nichts von dem verstanden, was ich hier geschrieben habe. Tut mir Leid, vielleicht war es zu kompliziert oder zu schwer zu verstehen?

Ich glaube aber nicht, dass das der Grund ist. Es passt nicht ins "Narrativ", wie man heute so sagt. Daher stößt es auf Widerstand. Die Erzählung vom überlegenen Westen, der dem Rest der Welt doch nur Gutes beibringen will, wackelt. Wir sind alle mit dieser Erzählung groß geworden. Sie ist eine Art innerer Gewissheit, ein fundamentaler Glaube, auf der richtigen weider Geschichte zu stehen. Wir sind die Guten.
Das stelle ich in Frage. Mehr nicht. Aber das ist für manche schon zu viel.

Keinesfalls drehe ich diese Geschichte einfach um und behaupte, "wir" seien die "Bösen" und die anderen die "Guten". Das wäre doch ein bisschen arg schlicht. Wer das so sieht, sollte sich mal kritisch mit seinem dichotomischen Weltbild auseinander setzen. So einfach ist es nämlich nicht, weder in der einen noch in der anderen Richtung.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 14. Okt 2024, 10:22Zielsetzung und Umfang weichen doch sehr voneinander ab. Aber ist das nicht eine andere Diskussion als von Nora in Ausgangsfragestellung angestoßen ?
Nun ja, in allen Fällen führt der Angreifer übergeordnete Gründe für seine Aggression an. In der Regel geht es aber um Interessen. Frei nach Egon Bahr könnte man auch sagen:

In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht und in den Nachrichten erzählt.

Und weil wir inzwischen recht weit vom Thema angekommen sind, wird hier von mir nichts weiteres mehr kommen.

Ich habe gelernt, dass es kaum möglich ist, sich auf fundamental einfache und überlebensnotwenige Begriffe wie Frieden zu einigen, ohne dass diese sofort vereinnahmt werden, um andere Ziele zu rechtfertigen oder zu unterstellen. Das ist sehr schade, für mich ist es eine erschütternde Erkenntnis, auch und gerade in diesem Rahmen.

LGL
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Re: Queer und Antisemtismus

Post 45 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Lana hat geschrieben: Mo 14. Okt 2024, 22:58 Wer das so versteht, hat nichts von dem verstanden, was ich hier geschrieben habe. Tut mir Leid, vielleicht war es zu kompliziert oder zu schwer zu verstehen?
Sorry Lana, das ist weder kompliziert, noch ist es schwer zu verstehen. Ich glaube, Du unterschätzt mich. Mir geht es um eine differenzierte Betrachtung, nicht um pauschales Außerachtlassen, wie Menschen leider nun einmal sind. Ja, es geht um Interessen, das sehe ich auch so. Und es geht um unkrontrollierte Macht.

Meine ersten Erinnerungen an Nachrichten waren der Vietnamkrieg, Ich habe in den späten 1970er Jahren die Schlachtfelder von Verdun gesehen, weil mein Vater es wichtig war, dass ich mich mit dem Thema auseinader setzte. Er hat als junger Mann den zweiten Weltkrieg mitmachen müssen. Bei den Friedensmärschen (u.a. wg. NATO-Doppelbeschluss) und die folgende Ernüchterung im Jahr 1984 war ich selber junger Student. Ich war 1998 im zerstörten Vucovar und stand am frisch geöffneten Massengrab. Ich werde die Eindrücke nie vergessen. Ich habe mit den Menschen dort gesprochen und es hat mich schwer erschüttert.

Du kannst Frieden als einen "absoluten" Begriff verstehen, aber Du kannst ihn auch aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Welches sind denn die Voraussetzungen für Frieden ? Wie kann man diese Voraussetzungen mit den Menschen schaffen, die heute auf dem Planeten leben ? Fordern oder wünschen kann man sich vieles, aber geht das nicht an der Realität vorbei ? In der von mir oben erwähnten Doku sagt ein/e Friedensforscher(in, dass die Gesellschaften, die weniger in bewaffnete Konflikte verwickelt sind, Demokratien sind. HIer gibt es ein gewisses Maß an Kontrolle. Autokratien streben häufig zu Gewalt, da es ein wesentliches Mittel für ihre Kontrolle und die "Sicherung" ihrer Position ist. Zum Frieden gehört u.a. Ausgewogenheit (nicht Gleichheit) in den Lebensumständen und Respekt vor dem Anderen. Das dürften wir sehr genau wissen. Wir wissen auch, dass wir in unserer Minderheitenposition mit den allermeisten Menschen keine Probleme haben. Erst durch die Indoktrination einiger weniger, lassen sich Menschen zu anderen Positionen verführen. Selbst ein Hermann Hesse lies sich nach eigener Aussage vor und zu Beginn des ersten Welkriegs von der Stimmung mitreißen.

Frieden ist für mich vergleichbar mit einem instabilen Gleichgewicht. Er ist nicht zu erhalten, wenn die Kugel erst einmal in eine Bewegung gekommen ist. Frieden ist für mich kein "Urzustand", sondern muss mühevoll erarbeitet und bewahrt werden. Es ist ein Seiltanz und der lebt vom Gleichgewicht. Wird China die Finger von Taiwan lassen ? Was passiert mit Israel, was mit den Ukreinern, was mit den Frauen in Afghanistan, was mit den Transmenschen in Uganda ? Zuschauen und warten was passiert ? Was ist richtig und was falsch ? Kann man Konsenz erreichen, wenn die Positionen gegenüberstehen und sich als "richtig" verstehen ?

Frieden ist nicht leicht zu erreichen und zu erhalten. Das ist viel schwerer als einen Krieg vom Zaun zu brechen. Es gibt Gewalt auf allen Ebenen, sogar in mir selber. Das kann man nicht außer Acht lassen. Friedensbemühungen müssen der Natur des Menschen Rechnung tragen und Gewalt ist ein Teil davon. Es gibt Menschen, wollen immer mehr als andere. Menschen sind manipulierbar. Diese drei Teile sind eine explosive Mischung. Mit den heutigen Mitteln reicht das zur Vernichtung des Planeten, wie wir ihn kennen. Da ist Frieden unumgänglich.

Es geht nicht um die Frage Frieden ja oder nein. Es geht um die Frage, wie wir ihn erreichen und wie wir ihn erhalten, wenn eine Seite nicht dazu bereit ist ? Aber selbst darüber entzünden sich bereits Auseinandersetzungen, die fast schon Gewaltcharakter haben. In der Weimarer Republik war die Demokratie wenig gelitten. Es dominierten Flügelkämpfe bis eine Seite die Oberhand bekam. Die andere Seite war auch nicht besser, wie die Stalinzeit zeigt. Vielleicht hätte man Frieden erreichen und erhalten können, wenn die "Mitte" stärker gewesen wäre. Aber was heißt "Stärke" in diesem Zusammenhang ? Hat nicht auch schon wieder mit Gewalt zu tun ?
Viele Grüße
Vicky

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