STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor
STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor - # 3

Laila-Sarah
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 31 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

conny hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 13:56
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 13:01 Ich habe da einen besseren Vorschlag:
Privatkrankenversicherungen abschaffen. Und schon haben wir ein gerechteres System und vor allem mehr Geld in den gesetzlichen Kassen.
LG
Die dann in die gesetzlichen Kassen Kommenden hätten aber auch entsprechende Leistungsansprüche. Das Problem der Systemfinanzierung wäre damit nicht gelöst.
Wie ich schon schrieb, tragen die Privatversicherungen aufgrund der höheren Arzthonorare für Privatpatienten überdurchschnittlich zur Finanzierung des Systems bei. Eine Abschaffung führte somit zu deutlichen Beitragssteigerungen in der Gesetzlichen.
https://www.dasinvestment.com/wie-priva ... -stuetzen/
Sehe ich nicht so. Die gesetzlichen Kassen haben die ganzen sozial schwachen Burger. Die Mittelschicht in den gesetzlichen muss es ausbaden. Alle die es sich leisten können und dürfen sind in den privaten Kassen. Sprich Mittelverdiener schultern die sozial schwachen und die Reichen sind wieder einmal unter sich. LG
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heike65
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 32 im Thema

Beitrag von heike65 »

conny hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 13:56
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 13:01 Ich habe da einen besseren Vorschlag:
Privatkrankenversicherungen abschaffen. Und schon haben wir ein gerechteres System und vor allem mehr Geld in den gesetzlichen Kassen.
LG
Die dann in die gesetzlichen Kassen Kommenden hätten aber auch entsprechende Leistungsansprüche. Das Problem der Systemfinanzierung wäre damit nicht gelöst.
Wie ich schon schrieb, tragen die Privatversicherungen aufgrund der höheren Arzthonorare für Privatpatienten überdurchschnittlich zur Finanzierung des Systems bei. Eine Abschaffung führte somit zu deutlichen Beitragssteigerungen in der Gesetzlichen.
https://www.dasinvestment.com/wie-priva ... -stuetzen/
Das ist ja auch kein solidarisches System., conny. Enkommensmillionäre müssten in einem gerechten System an die Privatversicherung ,den gleichen Satz wie gesetzlich versicherte also knapp 20% mit AG Anteil. Habe ich also ein Einkommen von 5 mio zahle ich 1 Mio an die private Krankenkasse.
Das wird politisch nicht durchsetzbar sein, also bleibt nur der Weg über die Steuer, nebenbei werden alle Krankenhäuser verstaatlicht und konzentriert, so 200 bis 300 Krankenhäuser für Deutschland reichen sicherlich, statt den knapp 2000 die wir haben.
Nora_7
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 33 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

conny hat geschrieben: ↑Do 23. Feb 2023, 13:56

Laila-Sarah hat geschrieben: ↑Do 23. Feb 2023, 13:01
Ich habe da einen besseren Vorschlag:
Privatkrankenversicherungen abschaffen. Und schon haben wir ein gerechteres System und vor allem mehr Geld in den gesetzlichen Kassen.
LG

Die dann in die gesetzlichen Kassen Kommenden hätten aber auch entsprechende Leistungsansprüche. Das Problem der Systemfinanzierung wäre damit nicht gelöst.
Wie ich schon schrieb, tragen die Privatversicherungen aufgrund der höheren Arzthonorare für Privatpatienten überdurchschnittlich zur Finanzierung des Systems bei. Eine Abschaffung führte somit zu deutlichen Beitragssteigerungen in der Gesetzlichen.
https://www.dasinvestment.com/wie-priva ... -stuetzen/

Das ist ja auch kein solidarisches System., conny. Enkommensmillionäre müssten in einem gerechten System an die Privatversicherung ,den gleichen Satz wie gesetzlich versicherte also knapp 20% mit AG Anteil. Habe ich also ein Einkommen von 5 mio zahle ich 1 Mio an die private Krankenkasse.
Das wird politisch nicht durchsetzbar sein, also bleibt nur der Weg über die Steuer, nebenbei werden alle Krankenhäuser verstaatlicht und konzentriert, so 200 bis 300 Krankenhäuser für Deutschland reichen sicherlich, statt den knapp 2000 die wir haben.

Der Haß auf die PKV ist rein ideologisch. Ärzten auf dem Land geht es wirtschaftlich deutlich schlechter als in der Stadt. Weil in der Stadt die meisten Privatpatienten sind, frei werdende KV-Plätze auf dem Land aber unattraktiv sind. Die Leistungen der PKV sind - abhängig vom Vertrag - in den wichtigen Teilen (z.B. Zahnersatz, Bildgebende Verfahren, Zugang zu Topärzten ohne Kassenzulassung...) wesentlich besser als in der GKV. Die Beiträge sind risikobezogen, durch lange Mitgliedschaft werden aber Rückstellungen erworben, die die Beiträge im Alter (bei richtigen Tarif!) kaum steigen lassen. Die GKV hat auch ein Rentnerproblem: Rentner zahlen einen eher symbolischen Beitrag, verursachen aber die höchste Kosten. Und die Zahl nimmt stetig zu. Bei guter Tarifstrategie kann man in der PKV auch als Rentner gut leben. Desweiteren die Beamten - ALLE Privatpatienten, aber nur zu 30%, den Rest zahlt der Staat ("Beihilfe") - auf Basis Privatabrechnung.

Natürlich kann man sich ein System wie in England vorstellen - Basisschutz für alle gleich, mehr Leistungen nur über teure Vollversicherungen außerhalb des NHS. Das Problem: Wie in Deutschland (auch in anderen Ländern wie Holland) gibt es Zugangsbeschränkungen, da die Kosten ebenso gedeckelt sind. Die Wartezeiten sind meistens noch länger als in D, die Leistungen noch schlechter. Und ab einem bestimmten Alter oder bei nicht veränderbaren Beeinträchtigungen gibt es keine Intervention, da es sich für das System nicht lohnt. Ich habe früher viele Sitzungen mit dem NHS gehabt: Vergütung von neuen Methoden - wie viel dürfen diese kosten, damit es sich für das rein steuerfinanzierte Gesundheitssystem lohnt. Konsequenz: Priorisierung und Rationierung, einzelfallbezogen.

Die Hauptprobleme des deutschen Gesundheitswesens liegen in den besitzstandsschützenden Strukturen und Hierarchien, fehlendes Patientenmanagement über Fach- und sektorengruppen hinweg, falsche Vergütungsanreize. Und das geht besser nur mit dem Alptraum der meisten Ärzte: IT. Weil dann gibt es ja harte Daten und damit Transparenz. Und D hat noch nicht einmal das eRezept wirklich umgesetzt, da man dem Wählerklientel Apotheke nachgibt. Angst vor einem Shitstorm der Apotheker, dass die Nahversorgung mit Arzneimitteln in Gefahr sieht. Alles Unsinn, habe im Auftrag vor nicht allzulanger Zeit an einem umfassenden Vergleich mit Perspektiven zu stationärer vs Versandapotheke mitgearbeitet. Allerdings, wer sich nur als Packung-über-die-Theke-Schieber versteht, hätte es schwer.

Liebe Grüße Nora_7
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 34 im Thema

Beitrag von heike65 »

Nen, es kann auch durchaus ein System wie in Skandinavien funktionieren,
Gesundheitssystem für alle nahezu gleich, wenige Extras..

https://www.krankenkassenvergleich.com/ ... daenemark/
Nora_7
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 35 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

heike65 hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 15:43 Nen, es kann auch durchaus ein System wie in Skandinavien funktionieren,
Gesundheitssystem für alle nahezu gleich, wenige Extras..

https://www.krankenkassenvergleich.com/ ... daenemark/
Leider ist es nicht so einfach, auch wenn viele einfache Lösungen wollen. Das endet dann im Populismus. Auch das schwedische System hat - wie alle anderen auch - seine Nachteile wie z.B. lange Wartezeiten, Ärzte vorwiegend im Krankenhaus - lange Wege auf dem Land. Es ist wenig zielführend, hier einzelne Gesundheitssysteme zu vergleichen, da dazu mehr als Links gehört.

Liebe Grüße Nora_7
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 36 im Thema

Beitrag von heike65 »

ich bezog mich auf Dänemark kein Anfahrtsweg länger wie 130 km, fast immer unter 50 km, ja Wartezeiten gibt es, dafür 3 x mehr Pflegekräfte je Patient, allerdings auch nur 1/4 der Intensivbetten je Einwohner wie in Deutschland, alles hat 2 Seiten
Wally
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 37 im Thema

Beitrag von Wally »

heike65 hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 13:23
Auch die gesetzlichen Krankenkassen abschaffen und ein komplett steuerfinanziertes staatliches Gesundheitswesen wie in Skandinavien aufbauen.

Bestes Beispiel ist da Dänemark
Da muß wohl eher England als Paradebeispiel herhalten: Ich hatte jahrzehntelang etliche englische Staatsbürger (Ingenieure und Physiker des nahegelegenen Atomkraftwerks) unter meinen Patienten, die für ihre zahnärztliche Prothetik lieber deutsche BuGO-Preise aus der eigenen Tasche bezahlten, als sich dem staatlichen Gesundheitssystem zuhause in England anzuvertrauen. Die sagten mir auch klipp und klar, warum: weil der staatliche Gesundheitsdienst einfach qualitativ so hundsmiserabel sei, dass keiner da hin will, der es irgendwie vermeiden kann.

In der DDR gab's das ja auch schon 30 Jahre lang; ich habe in all den Jahrzehnten seitdem niemanden getroffen, der dem staatlichen Gesundheitssystem der DDR nachgetrauert hätte - weder Ärzte noch Patienten.
Herzliche Grüße
Wally
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 38 im Thema

Beitrag von heike65 »

Ja aber die Dänen sind damit weitestgehend zufrieden, aber die Dänen entrichten auch gerne ihre Steuern und sehen sie als berechtigt an, aber andere Baustelle.

Das dänische Gesundheitswesen gilt als eines der besten und fairsten der Welt, auch gegenüber dem medizinischen Personal. max Arbeitszeit 38 std die Woche, das erzähle mal deutschen Stationärzten und innen
Magdalena
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 39 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

ein Patient ist unser Gesundheitswesen. Wer einen Facharzt benötigt, braucht Geduld und einen langen Atem. Ich bekam von meiner Hausärztin Überweisungen, welche auch im Zusammenhang zur Abwägung von Risiken bei meinem Weg stehen. Es folgten Telefonate. Meist war dei Antwort gewesen, es in einer anderen Praxis oder einige Monate wieder zu versuchen. Selbst nur in eine Warteliste aufgenommen zu werden, scheitert.
Nach etwa über einen halben Jahr war dann die Untersuchung möglich, aber nur weil ich hartnäckig.

Dabei liegt es weniger an dem Arzt. Es fehlt an Ärzten.

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 40 im Thema

Beitrag von Blossom »

heike65 hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 19:09 das erzähle mal deutschen Stationärzten und innen
Einerseits sprichst du von "medizinischem Personal", andererseits begrenzt du es dann auf Ärzte. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass nicht nur die laufend buckeln und Stunden schieben!
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 41 im Thema

Beitrag von Blossom »

Magdalena hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 19:25 Dabei liegt es weniger an dem Arzt. Es fehlt an Ärzten.
Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fehlen in Deutschland derzeit mehr als 15.000 Ärzte. In den kommenden Jahren wird der Mangel wohl weiter zunehmen. Experten erwarten, dass bis 2030 jedes fünfte bis sechste Krankenhausbett in Deutschland leer sein wird.

Doch tatsächlich gibt es derzeit laut Bundesärztekammer mehr als 416.000 arbeitende Ärztinnen und Ärzte - mehr als je zuvor. Der Mangel scheint paradox. Doch hinter dem Mehr an Köpfen steckt kein Mehr an Arbeitszeit. --> https://www.tagesschau.de/wirtschaft/un ... n-101.html

Und wenn man dem Ärzteblatt glauben schenkt, ist Personalmangel das größte Problem des Gesundheitswesens. --> https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... heitswesen
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 42 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Ein direkter Vergleich von Gesundheitssystemen in verschiedenen Ländern ist sehr schwer.
In Dänemark ist auch nicht alles "Gold, was glänzt".
Gerade läuft auf TVSyd wieder etwas zum Thema.

Schon vor längerer Zeit habe ich gepostet, dass es in Dänemark teilweise she lange Wartezeiten auf "nicht sofort lebensnotwendige Operationen" gibt (viele Monate/über ein Jahr).
Im Moment streiten sie wohl um eine "Behandlingsgaranti".
Mitarbeitende beklagen, dass viele Krankenhäuser "heruntergekommen" sind - und Pflegekräfte haben im letzten Jahr (und noch davor) sehr lange gestreikt.
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 43 im Thema

Beitrag von heike65 »

was die Dänen als heruntergekommen ansehen, ich weiss nicht, aber ja, es gibt sehr lange Wartezeiten auf nicht lebensnotwendige Ops

Es gehört aber auch zur Wahrheit das in Deutschland die Verweildauer auf Intensiv ca 95 std ist und in Dänemark ca 22 Std, die Dänen haben aber die 3 bis 4 fache Anzahl an Pflegekräften je Intensivpatient
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 44 im Thema

Beitrag von conny »

Habe gerade gelesen, dass Lauterbach den Vorschlag von Raffelhüschen ablehnt. Bleibt zu hoffen, dass er den Königsweg findet.
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 45 im Thema

Beitrag von conny »

heike65 hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 19:56 Es gehört aber auch zur Wahrheit das in Deutschland die Verweildauer auf Intensiv ca 95 std ist und in Dänemark ca 22 Std, die Dänen haben aber die 3 bis 4 fache Anzahl an Pflegekräften je Intensivpatient
Bei so eklatanten Unterschieden wäre ich mit pauschalen Vergleichen sehr vorsichtig.
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