Moinsi
Finde den Thread ganz interessant.
Für mich ist die Frage relativ leicht zu beantworten. Ich war "fertig" in dem Moment, als ich verstand, wer ich bin. Weit über 30 Jahre habe ich mich geweigert, die Gedanken und Gefühle, die nicht zu meinem gelebten Geschlecht zu passen schienen, zuzulassen. Ich habe verdrängt wo immer es ging und so lange es ging. Aber irgendwann war ich an einem Punkt, an dem ich mir eingestehen musste (konnte?) das ich eine Frau bin. Alles, was mich vorher zerrissen hat, ergab plötzlich Sinn. Die Sehnsüchte nach Weiblichkeit...
Ich hatte mal gelesen, das man eine Frau nicht männlich sozialisieren kann. Hinterher weiß mans ja immer besser. Aber aus heutiger Sicht kann ich dem zustimmen. Ich habe alles versucht, ein "normales" Leben zu leben. Frau, Haus, Baum, Kind. Alles erledigt. Trotzdem schwang immer ein Gefühl mit, das irgendwas nicht stimmt.
Und die Erkenntnis, das ich eine Frau bin hat alles wieder "neu" zusammengefügt. Ab diesem Punkt ging es eigentlich nur noch um Äußerlichkeiten. Und welche Frau ist damit schon zufrieden? Kennt ihr eine die nix zu meckern hat an sich?
Für mich selbst empfinde ich meine Stimme irgendwie unpassend, weil sie eine ziemliche Diskrepanz zu meinem Aussehen darstellt. Ich hab das auch bei meinen Freundinnen angesprochen, aber die stört das überhaupt nicht. Die sagten mir, das es halt meine Stimme ist und es nur im ersten Moment komisch war, weil mans nicht erwartet. Jetzt hören sie das garnicht mehr.
Also etwas was nur mich stört, aber andere einfach so akzeptieren...
Mein Schritt ist auch noch nicht angepasst und auch das stört mich und andere nicht. War auch schon mit Freundinnen schwimmen, am See und im Schwimmbad, das ändert nix an meiner Akzeptanz als Frau.
Ich war fertig, als ich endlich wusste, wer ich bin.
Alles weitere ist schmückendes Beiwerk denke ich. Aber nicht notwendig um von anderen Frauen als ihresgleichen akzeptiert zu werden.
Frauen erkennen ein anderes weibliches Wesen, unabhängig vom Aussehen.
Grüße
die Anja