Hallo Blümchen,
Blossom hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 21:54
Wenn du jemals eine "geschlossene Abteilung" gesehen hast, würdest du das nicht schreiben. Selbst Wochenendarreste bringen zumeist nicht viel - wobei sie ja abschreckend sein sollen.
Ganz abgesehen davon stimme ich deinen Fragezeichen nicht zu. Und da kann ich mich selbst anführen, was bedeutet, dass ich mich ein wenig outen muss. Aber sei es drum ...
das Gebäude war bis vor einigen Jahren im Obergeschoss noch vermietet und bewohnt. Von uns haben da auch schon Leute nach einer Party oder sehr langer Vereinsarbeit übernachtet. Mit Personen im Objekt ist zu rechnen. Für Brandstiftung habe ich Null Verständnis.
Die Jugendlichen, die unseren Bahnhof angezündet hatten kamen aus einer Einrichtung, wo sie schon aus gewissen Gründen untergebracht waren. Dann frage ich mich schon, ob es in solchen Einrichtungen nicht zu freizügig zugeht.
Dank der Brandschutztür ist das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude von 1875 nicht abgebrannt.
Wir hatten in Rheine im dem Stadtteil wo ich wohne, vor ein paar Jahren einen Brandstifter, der sicher mehr als 20 Brände gelegt hat. Da waren mehr als einmal Personen gefährdet worden. Der ist erstmal weggesperrt worden. War übrigens ein Feuerwehrmann. Nein, ich hatte noch nicht die Gelegenheit eine "geschlossene Abteilung" von innen zu besichtigen, aber ich fahre an der Forensik in Rheine regelmäßig vorbei. 7m Zaunhöhe sind es dort.
Blossom hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 21:54
Im Ergebnis leistete ich diese in einem Altenheim ab ... heute kommt mir das wie eine göttliche Fügung vor, denn in dort wurde ich mir meiner Berufung als Pflegekraft bewusst. Zuvor hatte ich keine Ahnung, was ich werden wollte. Im Übrigen bin ich nach Ableisten meiner Strafe an jedem freien Wochenende weiter in das Heim gegangen, um dort zu helfen. In diesem Zusammenhang hatte ich auch einen Sozialarbeiter kennengelernt, der sich meiner angenommen hat, worauf ich dann oft in einem kirchlichen Jugendtreff war. Nach meiner Ausbildung habe ich den Richter noch einmal durch Zufall getroffen und mich für sein Urteil bedankt. Und? Habe ich Häuser angezündet, nur weil ich damals Mist gebaut habe ... bin ich nicht ein wohlangesehenes Mitglied unserer Gesellschaft geworden, als (aktuell) Krankenschwester in der Heilerziehungspflege?
Erstmal Danke für die offenen Worte. Das ist nicht selbstverständlich.
Du hast es bereut und Dir ist somit bewusst geworden, dass das halt Mist war. Vor allem hat das Deine Berufswahl beeinflusst. Aber so etwas passiert wohl selten.
Hier wurden aber die Jugendlichen von den Erziehern noch in Schutz genommen und das alles verharmlost, so nach dem Motto: "Ist ja nur Sachschaden". Dass da 35 Jahre ehrenamtliches Arbeiten kaputt gemacht wurde, interessierte gar nicht. Hier sehe ich den Erziehungsauftrag darin den Jugendlichen klarzumachen, was da hätte passieren können.
Blossom hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 21:54
Aus eigener Erfahrung bin ich nicht für härtere Strafen und plädiere weiterhin für das, was ich bereits in anderen Posts geschrieben habe.
Man muss den Strafrahmen halt auch mal ausschöpfen und da hapert es oft. Das Strafgesetzbuch bietet da genug Möglichkeiten. Ich bekomme im Museumsbahnbereich oft genug mit, was an Vandalismus und Schmierei abgeht und auch, was danach an Strafen verhängt wird. Für den abgebrannten Lokschuppen Worms bekam der polizeibekannte damals 17jährige Haupttäter 2 Jahre auf Bewährung als Jugendstrafe. Wie gesagt, polizeibekannt...
Sind ja nur etliche historische Fahrzeuge und ein denkmalgeschütztes Gebäude zerstört worden. Zu holen ist typischerweise nichts und zerstörte Museumsexponate kann man nicht wieder her zaubern. So etwas muss bei einer Strafe auch mit einfließen. Wenn jemand einen Streifenwagen anzündet ist das sicher nicht Ordnung, aber den kann man leicht nachbeschaffen.
LG
Claudia