Alibi-Freundin
Alibi-Freundin - # 3

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
VanessaB
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Re: Alibi„Freundin

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Beitrag von VanessaB »

Stina hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 14:40 Liebe Vanessa!
Natürlich habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie sich mein Partner fühlt. Sonst könnte ich wohl kaum auf diese Schlussfolgerungen kommen! Ich vermisse, und damit bin ich nicht allein, das Verständnis für unsere Hilflosigkeit. Mit jeder Faser meines Körpers kann ich die Verzweiflung nachempfinden, auch wenn mir das nicht unbedingt geglaubt wird. Aber unsere Verzweiflung ist genauso real wie eure. Wiegt genauso schwer. Das wollte ich heraus stellen. Nicht mehr aber auch nicht weniger!
LG, Stina
Liebe Stina,

nicht mehr aber auch nicht weniger habe ich verstanden ...
Es gibt hier keine Gegensätze.

Alles Liebe
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Aria
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Re: Alibi„Freundin

Post 32 im Thema

Beitrag von Aria »

Stina, ich kann absolut verstehen warum du diese Frage gestellt hast. Ich habe die vor einigen Jahren hier auch schon gestellt - da war an TS bei mir noch nicht zu denken. Und trotzdem habe ich damals schon nicht verstanden, wie sehr hier davon ausgegangen wird, dass es doch nur ein klein wenig Toleranz brauch um die Welt des Partners zu verstehen. Aber verstehen und tolerieren ist die eine Sache - die zu akzeptieren und lernen damit umzugehen eine ganz andere. Und genau das will bei so einigen einfach nicht rein. Deshalb kommen dann auch so Vorschläge wie mit dem Ausprobieren dieser oder jener Sexualpraktik. Emotional extrem zu kurz gedacht, sondern nur rein nach rationalen Lösungsmöglichkeiten gesucht.

Aber es hängt doch so viel mehr da dran - gerade für eine Frau. Ich stelle es mir schwierig bis unmöglich vor, dass aussen vor zu lassen. Deswegen sage ich auch für mich, dass ich das nicht könnte. Ich kann es ohne Probleme tolerieren - schließlich weiss ich ja wie das ist - aber ich könnte niemals einen solchen Partner haben und wenn dann nur unter der Bedingung, dass ich davon nichts mitkriege. Ich hätte nämlich ein extremes Problem damit diese Bilder wieder aus dem Kopf zu bekommen. Und das ist dann genau der springende Punkt. Das würde sich dann ins alltägliche Leben übertragen und ich hätte ein Problem damit mit dem Menschen intim zu werden.

Und mal davon ganz abgesehen hätte ich auch deshalb ein Problem damit, weil mich so Fragen wie: "Findet er mich dann eigentlich reizvoll oder ist es nur der Drang mal "lesbischen" Sex zu haben? "Bin ich nur eine Art "Ersatzfrau" für ihn?" "Findet er mich jetzt eigentlich noch attraktiv oder gilt das nur im Zusammenhang seines CD?"
Ja und dann halt noch die ganzen üblichen Fragen über das wie weit wird es gehen usw. Da kommt man ganz schnell an einen Punkt, wo der Kopf voll bis oben hin ist. Und mit so einem vollen Kopf ist eben schwer Spaß zu haben. Den kann Frau aber nicht, mit vollen Kopf. Für mich wäre das eine emotional zu belastende Sache und von demher spreche ich allen Partnerinnen meinen vollen Respekt aus, die das hinkriegen. Für mich wäre das nix!
¡no lamento nada!
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Re: Alibi„Freundin

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Beitrag von Stina »

Liebe Frieda!
Ich finde deine Einstellung bemerkenswert! Ganz ehrlich. Die kam aber bestimmt nicht über Nacht. Wo du jetzt stehst, da möchte ich irgendwann einmal hin. Natürlich kennst du nicht mein Sein, so wenig wie ich deines oder Michis kenne. Ich liebe meinen Schatz, mit allem was mir zur Verfügung steht. Genau das ist doch der Punkt : Diese tiefe Liebe konnte über Jahre nicht angenommen werden. Du siehst, für mich ist das kein Gedanken Spiel, es ist Realität! Meine Gedanken dazu habe ich bestimmt mit einer gewissen Brutalität rausgehauen, aber ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass viel von uns Partnerinnen verlangt wird und wir den Erwartungen nicht immer stand halten können.

Wut ist bestimmt nicht die beste Eigenschaft, aber sie überrollt einen von Zeit zu Zeit! Und viel davon richtet sich gegen einen selbst...

Liebe Grüße, Stina
Fuchs18
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Re: Alibi„Freundin

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Beitrag von Fuchs18 »

(na)

Stina, du bist so ein wundervoller Mensch 💜❤️

Danke!
Stina
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Re: Alibi„Freundin

Post 35 im Thema

Beitrag von Stina »

Du auch, Katja ❤️ Ich danke Dir!
sbsr
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Re: Alibi„Freundin

Post 36 im Thema

Beitrag von sbsr »

Stina hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 10:13 Ich möchte sehr gerne wissen, wie viele Cross dresser es hier gibt, die nicht doof aus der Wäsche gucken würden, wenn wir es genauso machen würden. Das ganze Programm, mit falschem Bart, angebundener Brust und Penis Protese. Das würde nix mit euch machen? Ihr hättet damit keine Probleme?
Hallo Stina,

falls es Dich interessiert, ich habe hier einmal eine ähnliche/mehr oder weniger vergleichbare/? Situation aus meiner Sicht geschildert.

Wie an anderer Stelle mal geschrieben, ich finde es immer etwas befremdlich, wenn Crossdressing auf Fake Brüste, Bart und Perücke reduziert wird. Ich kann nicht nachvollziehen, was ein Mann, der gerne Röcke mag, mit einer Frau mit Kunstpenis in der Hose zu tun haben soll. Aber das würde hier zu weit ab vom Thema führen.

MichiWell hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 13:11 Mir geht es doch in keinster Weise darum, Katja dazu überreden zu wollen, weiterhin mit ihrem Partner zusammenzuleben, wenn sie für sich feststellt, dass sie damit nicht klar kommt. Damit wäre gar nichts erreicht!

Warum aber soll ich als außenstehene Person einem Menschen die Zukunft auch noch in den dunkelsten Farben ausmalen, wenn ich spüre, dass sie sich mit Vorwürfen gegen ihren Partner und sich selbst herum quält?! Muss man da extra noch Salz in die Wunde reiben, ihr das schlimmst mögliche Szenario des Schreckens androhen, wenn noch nicht mal klar ist, welche Ziele und Vorstellungen er hat?
Hallo Michi,

auch wenn dieser Beitrag quasi aus Versehen entstanden ist, ich finde ihn gerade hier passender denn je. Irgendwie laufen diese Threads immer nach demselben Prinzip, wobei ich nicht mal unterstellen will, dass die Beteiligten das absichtlich machen. An irgendeiner Stelle geht es immer los, dass mehr oder weniger unterschwellig unterstellt wird, Crossdresser hätten doch keine Ahnung und würden nicht verstehen, wie es ihren Partnerinnen geht. Ab dann wird nur noch wild hin und her geschoben, wer doch wie viel und für was Verständnis aufbringen soll.


Das bringt mich zurück zum eigentlich Thema.
Fuchs18 hat geschrieben: Fr 11. Dez 2020, 16:01 Ich glaube ich muss ganz kurz versuchen es wieder grade zu rücken.
Hallo Katja,

Du musst gar nichts zurecht rücken, ich habe Dich schon verstanden. Was ich Dir mit meinem Beitrag sagen wollte, es ist OK Angst zu haben und auch wütend zu sein, aber es ist gefährlich aus dieser Angst und Wut heraus nur noch die schlechten Aspekte zu suchen. Das bringt keinem was.
Fuchs18 hat geschrieben: Fr 11. Dez 2020, 16:01 ich versuche hier mit allen Mitteln ihn zu unterstützen, zu verstehen und mich in das Thema einzubringen. Ich bin fair...
Ich hatte auch geschrieben, Du sollst fair bleiben :wink:
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Frieda
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Re: Alibi„Freundin

Post 37 im Thema

Beitrag von Frieda »

Hallo Stina❣️

Stina hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 17:53 .. . Die kam aber bestimmt nicht über Nacht...
Ähm bzgl Michi? 🤔.. Doch❣️ In weniger als 24 Stunden hatte ich meine Entscheidung gefällt Micha nicht abzulehnen nur weil es Michi gibt.
Der Tag an dem mir Micha seine sensible und verletzliche Seite zeigte, war sehr mächtig für mich...
- das allererste Sehen zwischen uns überhaupt
- das allererste Erleben real
- wahnsinnig vieles reden und zuhören
- ein Marathonspaziergang von über 4 Stunden
- das erste Foto von Michi

Als ich an diesem Abend nach Hause kam mit all dem vielen neuen in meinem Hirn, glich mein Hirn einer Affenhorde. Kreuz und quer schossen die Gedanken und mein Erlebtes durch mein Hirn. Eine Freundin von mir die währenddessen auf meine Kids aufpasste sah es mir an, dass in mir viel arbeitete. Allerdings wusste sie mich gut einzuschätzen, als ich ihr Angebot zu reden abgelehnt hatte. Ich wollte nur noch allein sein und somit ging sie nach Hause. Etwas später wurde ich noch immer nicht ruhiger und ich realisierte, dass ich drohte die Kontrolle über meine eigenen Gedanken zu verlieren, also ging ich kurzerhand zu Bett. Der nächste Morgen, ausgeschlafen, entspannt mit einem ruhigen Hirn brachte mir in kürzester Zeit eine Frage in den Sinn..."Wie würde es mir gehen, wenn ich mit all meinem Wissen von heute, Micha/Michi mit einer anderen Frau so auf einer Bank sitzen sähe, wie wir beide gestern gesessen hatten?" Meine Emotion die ich daraufhin in mir spürte schenkte mir in Sekundenschnelle Klarheit❣️

Es stimmt, dass ich selbst natürlich auch eine Entwicklung durchschritten habe, aber meine Entwicklung hatte/hat so gar nix mit Michi zu tun, und auch gar nix mit Trans.
Um in meinem Leben mit meinen Kids von Neuem zu beginnen und mein altes Leben hinter mir zu lassen, ohne irgendwelche Seelengifte wie Angst, Frust, Hass, Wut, Rache, brauchte ich einzig und allein nur mich und den beständigen Willen zur Veränderung.
Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst...sagte doch einst Gandhi. 🥰
Ich fand einen Weg, den Weg der liebenden Güte zu mir selbst und zu den anderen Menschen. Als ich diesen Weg begann zu gehen, war ich noch Jahre davon entfernt Michi kennenzulernen.
Was mir auf diesem Weg sehr früh klar wurde, war, dass jeder Mensch sich dasselbe wünscht... glücklich zu sein. Und mir wurde klar, um selbst glücklich zu werden und glücklich zu sein, möchte ich mich von keinem anderen Menschen mehr in Schablonen zwängen lassen und ich möchte mich endlich selbst entfalten können, so wie ich mich fühle, ich mich wahrnehme, ich mich sehe. Und als ich dieses Bewusstsein hatte, und ich endlich auch den Mut dazu haben konnte, wurde mir klar ich bin nicht alleine mit diesem Wunsch, denn jeder Mensch auf diesem Planeten möchte glücklich werden/sein, selbst die Menschen die ich kaum mag, und Menschen die mir jahrelang Leid zugefügt hatten. Und genau an diesem Punkt begann meine schwerste und tränenreichste persönlichste Entwicklung von mir. Denn den Menschen mit wahrhaftigen ehrlichen Herzen alles Gute und Glück für ihr Leben zu wünschen, obwohl sie mir jahrelang psychisches Leid zugefügt hatten, oder andere die mir meine neue Zukunft beraubt hatten, denen trotzdem mit meinen ehrlichen Herzen alles Glück dieser Welt zu wünschen, war eine sehr sehr mächtige Herausforderung für mich.
Und nur weil ich diese Bewusstseinsentwicklung geschafft hatte, war und ist das Thema Trans für mich keine Herausforderung, eben weil ich jedem Menschen sein Glück ehrlich gönne, egal ob ich diesen Menschen mag oder nicht mag.
In meiner Welt ist es nicht Michi's Aufgabe, wie ich mit dem Thema Trans zurecht komme, sondern allein meine Aufgabe❣️
Und ganz ehrlich, für mich ist das Thema Trans keine Herausforderung, oder gar ein Problem, weil ich einzig und allein den Menschen, das Herz mit all seinen Gefühlen sehen und fühlen möchte. In meiner Welt, meiner Bewusstseinsentwicklung ist es egoistisch (und für mich ist dies das größte Seelengift womit wir Menschen umzugehen haben) wenn ich meine eigene Unfähigkeit mit den Veränderungen des Lebens umgehen zu können, auf einen anderen Menschen abgebe, bzw ihm evtl sogar eine Schuld zuspreche.

Und nein, ich rede nicht nur leicht so daher, sondern ich lebe es genauso in meinem Alltag und das seit Jahren. Es gibt auch für mich immer noch Herausforderungen, aber ich bin recht gut sie als dieses zu erkennen um an ihnen mich weiterentwickeln zu können.

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Fuchs18
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Re: Alibi„Freundin

Post 38 im Thema

Beitrag von Fuchs18 »

2 Dinge:

Zum einen - ich glaube nicht, dass Crossdressen eine Einbahnstraße ist. Es gibt bestimmt auch Frauen, die sich wie Männer kleiden um ihrem inneren Gender näher zu kommen. Klar ist es einfacher sich einen Bart abzurasieren, als einen wachsen zu lassen, aber nichts desto trotz, glaube ich, dass die entsprechenden Menschen ihre Mittel und Wege haben. Und auch wenn es heut zu Tage weniger irritierend ist, eine Frau in Hosen - als einen Mann im Rock zu sehen, so zielte die Frage doch darauf ab, wie sich Partner fühlt, wenn Frau sich ihrem männlichen Ich näher fühlen möchte, in dem sie sich so kleidet und gibt und ihr Aussehen verändert. Wenn die Attribute von denen "Mann" doch seit jeher angezogen war, verschwinden. Das muss kein Fake Penis sein - kann aber. Was, wenn sie einfach nur ihre lange Wallemähne abrasiert und mit kahlem Schädel um die Kurve kommt, weil sie sich dadurch freier fühlt ? Und fortan als einziges Kleidungsstück nur noch Blaumann trägt. Und dann erklärt Haushalt sei was für Frauen und sie sei einfach keine - Schock schwere Not. :lol: Ich denke schon, dass da so mancher Ehemann erstmal schluckt. (man kann ja mal übertreiben aber so in etwa kann es ja sein :wink: )

Das soll kein Vorwurfs - der versteht das nicht und der macht das - Post werden. Aber ich habe hier in diesem Forum gelsen, dass sich ein Crossdresser von all den schwulen Männern, die ihm Avancen machen, nicht besonders angezogen fühlt. Im Gegenteil, dass es ihm schon auf den Keks ginge und er doch "nur eine Frau" haben wolle ... ... ... ich lass das jetzt mal wirken. Er will eine Frau. Also weiß er doch, wovon er sich angezogen fühlt. Er überlegt auch nicht ob einer dieser schwulen Männer nicht eventuell ein wundervolles Wesen sein könnte. Nein, er möchte eine Frau.

So ... und wenn alle Frauen, die einen Mann geheiratet haben und sich NIE die Frage gestellt haben, lebisch zu sein, einen Mann haben wollen, dann ist das Banane ???

NEIN :((a

Ich glaube ich hab mich in dieser Woche so weit gefangen zu sagen, dass ich nicht lebisch bin - und das auch bleibe - genau so wenig wie mein/e Markus über Nacht nicht schwul geworden ist. Als ich ihn fragte, wie er sich fühle, wenn ich jetzt als Mann leben wolle und ob er sich dann vorstellen könne irgendwann in Zukunft mit mir schwulen Sex zu haben da war er sowas von geschockt. Da hat er zum ersten Mal verstanden, was in mir vorgeht.

Sagt er doch nicht allen Ernstes zu mir "Männer sind so furchtbar! So dreckig, laut und manchmal unheimlich primitiv." Ach was ? Nichts was mir als Bio-Frau nicht auch schon aufgefallen wäre ?! Es gibt nun mal männliche Exemplare, die ich keinesfalls anziehend finde. Aber solche gibt es auch bei Frauen. Da sehe ich nun wieder keine Schubladen :wink:



Und Nr. 2 - Frieda - das nenn ich wahre Liebe oder seelenverwandschaft oder sowas.

Ich hab mich das gleiche gefragt, ob ich eifersüchtig wäre und bei mir kam raus, dass es mich glücklich machen würde, wenn der Mensch, der neben ihm/r sitzt ihn wirklich abgöttisch so liebt, wie er ist und er diesen Menschen auch zurück liebt, das toll wäre.

Was das über mich aussagt, das kann ich dir nicht sagen ...
Zuletzt geändert von Fuchs18 am Mo 14. Dez 2020, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
Stina
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Re: Alibi„Freundin

Post 39 im Thema

Beitrag von Stina »

Liebe Frieda!
Wie ich dir schon schrieb, dort wo du bist, möchte ich auch irgendwann mal hin. Das deine Entwicklung nix mit Michi zu tun hat, war mir klar. Auch ich habe meinen Mann so angenommen wie er ist. Ich bin nicht schreiend weg gelaufen, sondern habe zu gehört, mich informiert, an mir gearbeitet. Der Unterschied, der ja auch bei Katja gegeben ist, ich dachte diesen Mann schon 20 Jahre zu kennen. Katja und ich haben beide über Jahre hinaus eine Ablehnung erfahren, die nicht so einfach zu vergessen ist. Wenn Liebe am Gegenüber einfach abprallt, macht das etwas mit einem. Wir lieben unsere PartnerInnen. Katja sucht verzweifelt einen Zugang, nicht einen Ausgang. Ich habe diesen Zugang zum Glück gefunden. Das gleiche wünsche ich Katja und allen anderen, die hier Hilfe suchen auch! Liebe ist ein sehr starkes Gefühl. Einem Gegenüber oftmals leichter zukommen zu lassen, als sich selbst.

Friede im Herzen wünsche ich uns allen, es tut so unheimlich gut...
Stina
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Re: Alibi„Freundin

Post 40 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Stina hat geschrieben: Mo 14. Dez 2020, 15:12 Friede im Herzen wünsche ich uns allen, es tut so unheimlich gut...
Lou Andreas Salomé hat einmal gesagt, das wahre Glück einer Frau ist der Frieden. Ob das auch für Männer gilt weiß ich nicht. Ich kanne jedenfalls für mich bestätigen. Für mich hat der innere Frieden mit mir selber zu tun. Wenn ich mit mir selber im Reinen bin, bin ich im Frieden. Dann schweigen die Gefühle. Ich glaube, das gilt für Transmenschen wie auch für deren/dessen Partner/innen. Ich kann mir vorstellen, dass es das ist, was Frieda meint.

Als ich beschossen habe, mein Leben zu ändern, ist aus der lähmenden Situation eine Kraft gebende geworden. Aus der inneren Unruhe, die mit meinem Transleben verbunden ist, ist Stärke durch das Transleben geworden. Das ist in meiner Ehe auch so. Ich akzeptiere das, was meine Frau tut vorbehaltslos, auch wenn ich nicht davon überzeugt bin. Ich versuche der Situation eine Chance zu geben. Ich tue das nicht, um ihr einen Gefallen zu tun, sondern mir (!) und uns. Bezogen auf mein Transleben heißt das, dass sie es akzeptiert, auch wenn sie nicht "lesbisch" ist. Der sehr kleine aber sehr wichtige Unterschied ist, warum ich etwas tue. Interessanterweise ist diese Umstellung meiner Motivation, ähnlich wie bei Frieda, über Nacht gekommen und hat mir unglaublich starke Glücksmomente beschert.

Ich beschließe, meine Partnerin zu lieben. Ich beschließe sie bei jeder ihrer Aktionen zu unterstützen. Ich trage die Verantwortung für alles, was daraus resultiert, besonders für meine Gefühle.

Das ist eine 180 Grad-Drehung in meinem Kopf gewesen. Allerdings gab es natürlich eine Menge Vorlauf. Genau betrachtet mein ganzes Leben. An jedem Fehlschlag, jeder Trennung, jeder Verletzung trage ich Verantwortung. Das zu erkennen, war ein langer Weg und er ist nicht zu Ende.

Ma darf sagen, dass man nicht lesbisch ist, man darf sagen, es gefällt mir nicht. Man darf auch sagen, dass das nicht erleben will. Man muss es sogar, wenn es für einen zentral ist. Man kann für sich aber auch fragen, warum ist das so ? Was hindert einen wirklich einen Menschen so zu nehmen, wie er ist oder besser gesagt, wie er gerade auf dem Weg ist, sich zu finden. Dabei geht es nicht um Eure Partner, es geht um Euch und um das, was Ihr in Euren Tiefen findet, wenn ihr die Dinge von einer anderen Warte betrachtet.

Wenn sich einer in einer Beziehung verändert, verändert sich die Beziehung und damit der Andere. Hier wird sich zeigen, ob die Beziehung daran wächst oder scheitert. Aber man wird nicht die Situation nicht lösen, wenn man mit den Werkzeugen aus der Vergangenheit operiert. Ihr könnt Eure Partner schuldig fühlen lassen, bei dem was sie tun. Ihr könnt ihnen aber auch dankbar sein. Dieser kleine Schwenk im Kopf (auch wenn er nicht einfach ist), ändert alles. Er sagt aber nicht, wohin die Reise geht. Je fester unsere Vorstellungen von unserer Beziehung sind und je mehr wir versuchen, mit allen Mitteln zu erreichen, um so mehr werden wir das verfehlen, was möglich ist. Denn das Leben ist etwas anderes als unsere Vorstellungen.

Mit einem Transmenschen liiert zu sein, kann eine harte Probe sein. Aber vielleicht braucht man das genau so, um die eigenen Vorstellungen aufzubrechen. Bei mir war es das Gefühl des Betrogenwerdens durch meine erste Frau, um zu erkennen, das ich selber daran wesentlichen Anteil trug. Es führte mich direkt in die Depression und ich habe sie praktisch über Nacht verloren, als ich dankbar für die Erfahrungen wurde. Ich konnte ihr und mir verzeihen. Erst dieser Augenblick ließ mich erkennen, welche Kraft in meiner Entscheidung liegt, die Dinge zu werten oder es sein zu lassen. In dieser Entscheidung liegt Frieden ...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Alibi„Freundin

Post 41 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo an die Runde,

es geht ja wieder hin und her. Wir hatten so einige Threads in diesem Forum wo es wirklich ähnlich zuging. Es sind ja viele praktische-, philosophische- oder gar spirituelle Ansätze genannt worden. Aber wenn man es nüchtern und weltlich betrachtet gibt es zwei Ebenen:

1. Ich nenne es mal die Triebebene

und

2. Ich nenne es mal die Beziehungsebene

Zu 1 gehört wen du abschleppen würdest wenn du einen One-Night-Stand haben möchten würdest. Worauf du so richtig Lust hättest. Ich gebe zu eine CD oder MzF TG gehört bei den meisten CIS Frauen nicht dazu. Der Partner entspricht nicht mehr dem Beuteschema. Punkt aus. Da gibt es nichts zu diskutieren. Es gibt auch ausnahmen aber reden wir mal hier über die Mehrheit.

Zu 2 gehört die Beziehung oder die Bindung zu dem Partner*in als Mensch. Die gemeinsame Zeit und der Weg den man gegangen ist. Es ist zum Beispiel so, dass es einige Menschen gibt die wenn der Partner*in einen Schlaganfall kriegt und Rollstuhl fährt oder Krebs oder psychische Probleme kriegt trotzdem unterstützend zur Seite stehen und nicht sagen "Den hier würde ich nicht abschleppen ... und Tschüss".

Also geht es doch darum ob 1 oder 2 für einen mehr Gewicht hat. Z.B. gibt es Männer die ihre Frauen verlassen weil sie erheblich zugenommen haben oder Frauen die Ihre Männer verlassen, weil die nicht mehr so erfolgreich im Berufsleben oder Ehebett sind. Das sind Beispiele für Punkt 1 überwiegt Punkt 2.

Dann gibt es wiederum die Menschen, die sagen diesen einen Menschen will ich nie verlieren. Ich würde einfach keinen Ersatz finden der diese Lücke füllt. Da spielt Rollstuhl oder Trans auch keine Rolle. Hier überwiegt Punkt 2 Punkt 1. Es setzt natürlich auch voraus, dass diese Bindung vorhanden ist. Das muss nicht sein. Die Bindung kann auch einseitig sein ... dann ist Schmerz vorprogrammiert.

Beides ist OK. Mann kann und sollte niemandem gar nichts aufzwingen. Die Entscheidung ist individuell und immer verschieden. Aber was man nicht machen sollte die Punkte 1 und 2 in einem Topf zu werfen, kräftig umrühren und dann darüber als einen Punkt zu diskutieren. Warum? Na weil dann eine Grundsatzdiskussion entsteht, die nie Enden will.

Und ergänzend dazu gibt es in diesem Forum einige Beispiele von Partnerschaften die über Punkt 2 angefangen und sich auch wieder von neu sexuell begehren gelernt haben. Sozusagen wurde hier der störende Punkt 1 weg eliminiert. Schon erstaunlich aber es scheint zu gehen.

Und noch ein Nachtrag bevor es falsch verstanden wird:
Wenn ich sage ob Punkt 1 oder Punkt 2 überwiegt ist mir schon klar das es meistens als Ergebnis eines eher langen Prozesses zu verstehen ist.

VlG
The trick is to keep breathing

I have big dreams and a small world in between
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