Hallo Stina
Stina hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 17:53
.. . Die kam aber bestimmt nicht über Nacht...
Ähm bzgl Michi?

.. Doch

In weniger als 24 Stunden hatte ich meine Entscheidung gefällt Micha nicht abzulehnen nur weil es Michi gibt.
Der Tag an dem mir Micha seine sensible und verletzliche Seite zeigte, war sehr mächtig für mich...
- das allererste Sehen zwischen uns überhaupt
- das allererste Erleben real
- wahnsinnig vieles reden und zuhören
- ein Marathonspaziergang von über 4 Stunden
- das erste Foto von Michi
Als ich an diesem Abend nach Hause kam mit all dem vielen neuen in meinem Hirn, glich mein Hirn einer Affenhorde. Kreuz und quer schossen die Gedanken und mein Erlebtes durch mein Hirn. Eine Freundin von mir die währenddessen auf meine Kids aufpasste sah es mir an, dass in mir viel arbeitete. Allerdings wusste sie mich gut einzuschätzen, als ich ihr Angebot zu reden abgelehnt hatte. Ich wollte nur noch allein sein und somit ging sie nach Hause. Etwas später wurde ich noch immer nicht ruhiger und ich realisierte, dass ich drohte die Kontrolle über meine eigenen Gedanken zu verlieren, also ging ich kurzerhand zu Bett. Der nächste Morgen, ausgeschlafen, entspannt mit einem ruhigen Hirn brachte mir in kürzester Zeit eine Frage in den Sinn..."Wie würde es mir gehen, wenn ich mit all meinem Wissen von heute, Micha/Michi mit einer anderen Frau so auf einer Bank sitzen sähe, wie wir beide gestern gesessen hatten?" Meine Emotion die ich daraufhin in mir spürte schenkte mir in Sekundenschnelle Klarheit
Es stimmt, dass ich selbst natürlich auch eine Entwicklung durchschritten habe, aber meine Entwicklung hatte/hat so gar nix mit Michi zu tun, und auch gar nix mit Trans.
Um in meinem Leben mit meinen Kids von Neuem zu beginnen und mein altes Leben hinter mir zu lassen, ohne irgendwelche Seelengifte wie Angst, Frust, Hass, Wut, Rache, brauchte ich einzig und allein nur mich und den beständigen Willen zur Veränderung.
Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst...sagte doch einst Gandhi.

Ich fand einen Weg, den Weg der liebenden Güte zu mir selbst und zu den anderen Menschen. Als ich diesen Weg begann zu gehen, war ich noch Jahre davon entfernt Michi kennenzulernen.
Was mir auf diesem Weg sehr früh klar wurde, war, dass jeder Mensch sich dasselbe wünscht... glücklich zu sein. Und mir wurde klar, um selbst glücklich zu werden und glücklich zu sein, möchte ich mich von keinem anderen Menschen mehr in Schablonen zwängen lassen und ich möchte mich endlich selbst entfalten können, so wie ich mich fühle, ich mich wahrnehme, ich mich sehe. Und als ich dieses Bewusstsein hatte, und ich endlich auch den Mut dazu haben konnte, wurde mir klar ich bin nicht alleine mit diesem Wunsch, denn jeder Mensch auf diesem Planeten möchte glücklich werden/sein, selbst die Menschen die ich kaum mag, und Menschen die mir jahrelang Leid zugefügt hatten. Und genau an diesem Punkt begann meine schwerste und tränenreichste persönlichste Entwicklung von mir. Denn den Menschen mit wahrhaftigen ehrlichen Herzen alles Gute und Glück für ihr Leben zu wünschen, obwohl sie mir jahrelang psychisches Leid zugefügt hatten, oder andere die mir meine neue Zukunft beraubt hatten, denen trotzdem mit meinen ehrlichen Herzen alles Glück dieser Welt zu wünschen, war eine sehr sehr mächtige Herausforderung für mich.
Und nur weil ich diese Bewusstseinsentwicklung geschafft hatte, war und ist das Thema Trans für mich keine Herausforderung, eben weil ich jedem Menschen sein Glück ehrlich gönne, egal ob ich diesen Menschen mag oder nicht mag.
In meiner Welt ist es nicht Michi's Aufgabe, wie ich mit dem Thema Trans zurecht komme, sondern allein meine Aufgabe

Und ganz ehrlich, für mich ist das Thema Trans keine Herausforderung, oder gar ein Problem, weil ich einzig und allein den Menschen, das Herz mit all seinen Gefühlen sehen und fühlen möchte. In meiner Welt, meiner Bewusstseinsentwicklung ist es egoistisch (und für mich ist dies das größte Seelengift womit wir Menschen umzugehen haben) wenn ich meine eigene Unfähigkeit mit den Veränderungen des Lebens umgehen zu können, auf einen anderen Menschen abgebe, bzw ihm evtl sogar eine Schuld zuspreche.
Und nein, ich rede nicht nur leicht so daher, sondern ich lebe es genauso in meinem Alltag und das seit Jahren. Es gibt auch für mich immer noch Herausforderungen, aber ich bin recht gut sie als dieses zu erkennen um an ihnen mich weiterentwickeln zu können.
Namaste

•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!
*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*