Moin Andrea,
ich denke, das ist schwer zu sagen, da wahrscheinlich der Überblick fehlt. Es gibt wahrscheinlich auch bei uns eine Doppelmoral, die aber deutlich sanfter verläuft. Mord und Totschlag ist nicht an der Tagesordnung. Aber ich kenne auch Fälle in heteronormativen Familien, bei denen der Mann schon ziemlich rabiat sein kann oder die Frau auf der psychologischen Ebene Gewalt ausübt.
In meiner Wahrnehmung haben Transmenschen keine echten Nachteile, sofern sie einmal in einer Beziehung stehen. Aber meine Wahrnehmung ist ein ganz kleiner Teil einer ziemlich heilen Welt. Es gibt sicher Menschen, die können von ganz anderen Erfahrungen berichten. Es kommt halt immer darauf an, wo man sich bewegt. Im Einzelfall sieht das dann wieder anders aus. Ich war einmal (vor 30 Jahren) für 2 Monate in Argentinien und ich habe den Eindruck, der Machismo ist dort viel ausgeprägter. Das bedeutet, dass der Mann und die Frau eine viel ausgeprägtere Rolle spielen müssen, um anerkannt zu werden. Das halte ich in Deutschland für wesentlich weniger relevant. Es gibt natürlich auch hier Kreise, bei denen das eine Rolle spielt, aber es gibt auch Kreise, bei denen das nicht so sehr von Bedeutung ist. Die damit verbundenen Nachteile sind wahrscheinlich wesentlich moderater als in Südamerika. Aber deshalb leben wir vielleicht mehr in relativer Sicherheit als bei Dir, aber absolut gesehen, haben wir auch hier Nachteile. Mal mehr, mal weniger. Es hängt auch immer davon ab, welche Kompromisse man eingehen will.
Was bei toxischen Personen wie Neid aussieht, ist mMn den Leuten oft nicht bewusst. Auch das Thema Angst würde ich eher ins Unbewusste schieben. Die relevante Frage, die ich gerne einem solchen Menschen stellen möchte wäre, warum er glaubt, sich in mein Leben einmischen zu müssen, in dem er bestimmt, wie ich zu leben hätte. Ich glaube den Menschen fehlt etwas: die Möglichkeit/Fähigkeit/... zur Selbstreflexion. Hier liegt für mich ein entscheidender Schlüssel. Durch Selbstreflexion kommt man seinen tatsächlichen Bedürfnissen näher. Über andere zu bestimmen lenkt von diesen Bedürfnissen, die vielleicht nicht gelebt werden können, ab.
Der reflektierte Mensch ist in der Lage, entgegen vorgegebener Strukturen zu leben. Michi hat hier (
viewtopic.php?f=122&t=19747&p=271124&hi ... hi#p271124) auf einen sehr interessanten Vortrag hingewiesen, der vieles erklärt. Transmenschen sind oftmals sehr reflektiert, was ihre Bedürfnisse betrifft. Je mehr sie ihre Bedürfnisse leben, um so gesünder sind sie hinsichtlich ihrer psychologischen Konstitution. Bei Menschen, die nicht über sich und ihre echten Bedürfnisse klar werden, wirken diese im Unbewussten. Sich in das Leben anderer Menschen einzumischen bedeutet, von ihren eigenen Problemen abzulenken. Leider passiert das außerhalb jeder Kontrolle und so werden diese Menschen toxisch. Sie laufen einfach nur falschen Zielen hinterher. Das wirkt wie Neid oder Angst, aber es ist aus meiner Sicht "nur" fehlende Selbstreflexion ...