Outing gegenüber meiner besten Freundin
Outing gegenüber meiner besten Freundin - # 3

allgemeiner Austausch
Anabelle
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 31 im Thema

Beitrag von Anabelle »

Heute gab's eine herbe Enttäuschung mit dieser Freundin. Ich war als Anabelle in guter Laune in ihrer Stadt unterwegs und fragte an, ob sie nicht Lust hätte, mit Eisessen zu gehen.
Da meinte sie zuerst ja und als ich dann sagte, daß ich als Anabelle da bin, wollte sie dann doch nicht mehr. Das hat mich schon sehr traurig gemacht.

Ihr gehe es grad nicht so gut (mittlerweile seit mehr als 1 Jahr hat sie den Verlust mehrerer Familienmitglieder zu betrauern) und sie brauche jetzt eine stabile Umgebung.
Ich wäre als Frau so sehr anders, als der Freund den sie jetzt brauche. :?

Es tut mir so leid, daß meine liebe Freundin jetzt auch noch einen neuen Verlust befürchtet ... Nur kann ich nicht mehr anders ...
Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, nicht mehr so ganz alleine losziehen zu müssen. :(
Kein leichter Weg, sich selbst zu verwirklichen ... Pfffhhhh ... :cry:

GLG,
Anabelle :woman:
Aus dem Herzsutra: Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi, svaha !
(Gegangen, gegangen, hinübergegangen, vollends hinübergegangen, sein wahres Wesen verwirklicht !
Engelchen
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 32 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Liebe Anabelle,

ich verfolge den Thread von Anfang an.
Ich wollte ganz am Anfang etwas schreiben und habe es aber unterlassen.
Ich wollte dir die Freude nicht nehmen.
Mein Gedanke ging genau dahin wo du dich jetzt mit ihr befindest.
Mein Gedanke war diese Freundschaft nicht zu überstrapazieren.
Es braucht Zeit - auch für deine Freundin das zu verarbeiten.
Und da sie aber, wie du selber schriebst, jede Menge andere Dinge zu verarbeiten hat - fehlt ihr die Kraft für dich.
Gib ihr die Zeit - oder noch besser -auch wenn es schwer fällt - gib ihr dein "altes Ich"
Hilf ihr hier und jetzt - dann hat sie auch später wieder Kraft für dich.

Liebe Grüße
Lisa
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NanaVistor
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 33 im Thema

Beitrag von NanaVistor »

Ich habe gelernt, das meine Frauenseite für andere bei weitem nicht so interessant und wichtig ist, wie für mich.
Auch wenn ich bei meinen Freunden da viel mehr Wiss- und Neugier erwartet hätte, darf oder sollte man sich nicht aufdrängen. Jede Menge Geduld muss man hier mitbringen. Alle haben ihre eigenen Probleme und Interessen.
Auch Vordenker müssen nachdenken.
Anja
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 34 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Anabelle hat geschrieben: So 1. Sep 2019, 21:55 Ich wäre als Frau so sehr anders, als der Freund den sie jetzt brauche.
Hast du sie mal gefragt, wie sie das meint? Die siehst anders aus, aber innen drin bist du doch der selbe Mensch? Mit dem sie genauso reden können sollte, wie vorher auch?
Also das hätte mich jetzt interessiert.
Wenn es darum geht, mit jemandem reden zu können, wäre vielleicht das gute alte Telefon eine Übergangslösung? Da kannst du am Ende sein wer du möchtest und deine Freundin hat jemanden zum Reden...

Grüße
die Anja
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Nora_7
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 35 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Ich würde es langsamer angehen lassen, denn ich glaube, dass sich die Freundin erst selbst "sortieren" muss. keinen Druck ausüben, Zeit lassen.

Nora_7
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 36 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Anabelle hat geschrieben: So 1. Sep 2019, 21:55 Heute gab's eine herbe Enttäuschung mit dieser Freundin. Ich war als Anabelle in guter Laune in ihrer Stadt unterwegs und fragte an, ob sie nicht Lust hätte, mit Eisessen zu gehen.
Da meinte sie zuerst ja und als ich dann sagte, daß ich als Anabelle da bin, wollte sie dann doch nicht mehr. Das hat mich schon sehr traurig gemacht.

Ihr gehe es grad nicht so gut (mittlerweile seit mehr als 1 Jahr hat sie den Verlust mehrerer Familienmitglieder zu betrauern) und sie brauche jetzt eine stabile Umgebung.
Ich wäre als Frau so sehr anders, als der Freund den sie jetzt brauche. :?
Das tut mir Leid lesen zu müssen. Dennoch verstehe ich ihre Begründung (dein letzter Satz) nicht wirklich: nur weil du als Frau gekleidet nun auftrittst, hast du doch deine Persönlichkeit nicht geändert. Sprich, alles was du ihr raten würdest, würdest doch sicher ihr auch als Mann als Tipp mit auf den Weg geben.

Hmmm,...


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Frl_Astrid

Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 37 im Thema

Beitrag von Frl_Astrid »

soetwas macht richtig traurig , mich zumindest .
Aber vieleicht braucht es Zeit , bestimmt braucht Sie Zeit ,
gib sie Ihr Annabelle , icg drück die Daumen

mit lieben Grüssen Astrid (dr)
Laila-Sarah
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 38 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

ich denke man sollte den Satz nicht überbewerten. Manchmal ist es halt so, dass man ruhig und nachdenklich (sogar ein wenig melancholisch oder traurig) ist. Da kann eine flippige und sehr frohe/bunte Person den eigenen Selbstmitleid/Trauer stören. Vielleicht war es ja nur so gemeint und für den Zeitpunkt formuliert. M.M.n sollten wire nicht alles auf die Goldwaage legen.

VlG
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Lavendellöwin
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 39 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Anabelle hat geschrieben: So 1. Sep 2019, 21:55 Da meinte sie zuerst ja und als ich dann sagte, daß ich als Anabelle da bin, wollte sie dann doch nicht mehr. Das hat mich schon sehr traurig gemacht.

Ihr gehe es grad nicht so gut (mittlerweile seit mehr als 1 Jahr hat sie den Verlust mehrerer Familienmitglieder zu betrauern) und sie brauche jetzt eine stabile Umgebung.
Ich wäre als Frau so sehr anders, als der Freund den sie jetzt brauche.

Es tut mir so leid, daß meine liebe Freundin jetzt auch noch einen neuen Verlust befürchtet ... Nur kann ich nicht mehr anders ...
Hi Anabelle,

ja das ist eine traurige Situation..

weisst du wer du bist? Wenn du dir klar bist du bist Anabelle, wirst du ihr in Zukunft auch nur noch Anabelle geben können.

Sorry wenn ich das jetzt so sage-als Crossdresser mag es einfach sein den Freund zu präsentieren der verlangt wird.
Nicht aber wenn du trans* bist. Da hilft auch nur eingeschränkt die Möglichkeit Zeit zu geben..es kann aber.

Hmm Verlust-ja und nein, wenn sie möchte gewinnt sie eine Freundin die viel authentischer ist, als der Freund davor und
das ist ein positiver Tausch in meinen Augen. Auch wenn die Frau Anabelle anders ist (ich nehme langsam Abstand von diesem
"als" Frau, ich bin eine Frau) und alles andere würde mich nun wundern.
Es mag sein, das bei manchen die Persönlichkeit 1:1 bleibt-ich glaube aber allein deswegen schon nicht daran weil Persönlichkeit
nie still steht, sondern sich immer entwickelt. Also ist es wohl rein ein Bezug aufs Äussere, das fehlen gewohnter Anhaltspunkte.

Aber, ich bin seit einem Jahr nun durchgehend in der HRT, nein, ich bin nicht mehr die selbe und nicht nur wegen der Zeit.
Wie Diva in einem anderen Thread schrieb, es entwickelt sich die weibliche Persönlichkeit erst richtig und dem habe
ich nichts hinzuzufügen..es erfordert allerdings auch ein sich gewisses Fallen lassen können.
Und spätestens dann ich da kein Freund, kein Rest anerzogener, gespielter Mann mehr, sondern nur Frau...und Freundin wenn das
jemand so möchte...

Ja, was Laila schreibt solltest du auch bedenken-guter Ansatz!

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 40 im Thema

Beitrag von Anabelle »

Danke für Eure lieben und mitfühlenden Antworten (ki)
Die Situation und was sich daraus bei mir dann abspielte ging mir noch so oft durch den Kopf ...
Lisa-Weber hat geschrieben: So 1. Sep 2019, 22:11 Es braucht Zeit - auch für deine Freundin das zu verarbeiten.
Ja, ganz bestimmt, das dachte ich mir auch zuerst.
Anja hat geschrieben: Mo 2. Sep 2019, 09:49 Hast du sie mal gefragt, wie sie das meint? Die siehst anders aus, aber innen drin bist du doch der selbe Mensch? Mit dem sie genauso reden können sollte, wie vorher auch?
Das ist schwer zu sagen. Natürlich hab ich mich in den letzten 4 Monaten (zumindest innerlich) sehr stark verändert und einen Monat lang haben wir uns auch nicht gesehen, weil
sie in Therapie war. Natürlich mache ich gerade so etwas wie eine 2. Pubertät im Zeitraffer durch und meine Interessen sind schon recht fokussiert auf weibliche Themen.
Es ist mir ein starkes Bedürfnis mich da auszuprobieren und zu erforschen (konkret gelebt und ausprobiert und nicht nur im Kopf fantasiert), um mir darüber klarzuwerden,
was mir gut tut und womit ich mich wohlfühle.
Lady Jennifer hat geschrieben: Mo 2. Sep 2019, 10:55 nur weil du als Frau gekleidet nun auftrittst, hast du doch deine Persönlichkeit nicht geändert
Naja, inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher, ehrlich gesagt. Seit Anfang des Jahres hab ich mich persönlich sehr weiterentwickelt, viele meiner Verhaltensweisen reflektiert,
manches auch erfolgreich verändert. Trennung aus einer Abhängigkeitsbeziehung, Psychotherapie, einige Selbsterfahrungskurse, das mir selbst offene Eingestehen und bedingungslose Akzeptieren meiner weiblichen Neigungen. Konsequente Selbstfürsorge/Selbstliebe.
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Sep 2019, 15:12 ich denke man sollte den Satz nicht überbewerten. Manchmal ist es halt so, dass man ruhig und nachdenklich (sogar ein wenig melancholisch oder traurig) ist. Da kann eine flippige und sehr frohe/bunte Person den eigenen Selbstmitleid/Trauer stören. Vielleicht war es ja nur so gemeint und für den Zeitpunkt formuliert.
Ja, das war es sicher auch. Ich war so gut drauf und sie hatte ganz offensichtlich einen weniger schönen Tag. Das war mir in dem Moment schon klar. Trotzdem hat es mich
sehr getroffen. Ist ein uraltes leidiges Thema bei mir, ich mußte mich sehr oft mit meiner Lebensfreude und Begeisterung zurücknehmen, weil es irgendwen störte oder nie paßte.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 2. Sep 2019, 15:14 Sorry wenn ich das jetzt so sage-als Crossdresser mag es einfach sein den Freund zu präsentieren der verlangt wird.
Nicht aber wenn du trans* bist. Da hilft auch nur eingeschränkt die Möglichkeit Zeit zu geben..es kann aber.
...
es erfordert allerdings auch ein sich gewisses Fallen lassen können.
Das erklärt schon eher meine große (Über-)Empfindlichkeit. Ich lasse mich momentan total fallen, kaum rational/verstandesgesteuert, versuche auf mein Herz, meine
Intuition, mein Bauchgefühl zu hören. Bin völlig offen dafür, was dabei herauskommen mag. Und ja, die Frage CD oder trans* ist allgegenwärtig.
Es zerreißt mich innerlich, wenn ich etwas sein soll, was ich nicht (mehr) sein kann.

Nochmals vielen lieben Dank, Ihr gebt mir den Halt, den ich gerade brauche.
Anabelle :woman:
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Re: Outing gegenüber meiner besten Freundin

Post 41 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Anabelle hat geschrieben: Di 3. Sep 2019, 00:46 Das erklärt schon eher meine große (Über-)Empfindlichkeit. Ich lasse mich momentan total fallen, kaum rational/verstandesgesteuert, versuche auf mein Herz, meine
Intuition, mein Bauchgefühl zu hören. Bin völlig offen dafür, was dabei herauskommen mag. Und ja, die Frage CD oder trans* ist allgegenwärtig.
Das hört sich doch ganz gut an. Der Bauch ist häufig viel schlauer als der Kopf. Wie empfindest du dich denn zur Zeit?
Anabelle hat geschrieben: Di 3. Sep 2019, 00:46 Es zerreißt mich innerlich, wenn ich etwas sein soll, was ich nicht (mehr) sein kann.
Das hört sich schon nicht mehr so gut an. Wer kannst du denn nicht mehr sein? Wenn das so gemeint ist, das du deiner Freundin den Mann nicht mehr geben kannst, klingt das aber schon garnicht mehr nach Crossdresser...
Ich weiß noch, wie der Übergang damals bei mir anfing. Ich entwickelte innerhalb kurzer Zeit ein starkes Verlangen nach körperlicher Veränderung. Ich wünschte mir eigene Brüste. Quasi fehlten sie mir plötzlich von einen Tag auf den anderen. Womit ich vorher kein Problem hatte, wenn ich in den Spiegel schaute, fehlte mir nun etwas. Da ich den Gedanken "Trans" so weit wegschieben wollte, wie es nur ging, steckte ich mich in die Schublade Bi-Gender.
Aber als ich dann durch mein Doppelleben schon gesundheitliche Probleme konnte ich mir nichts mehr vor machen...

Grüße
die Anja
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