Ist es denn wirklich immer Konformitätsdruck oder könnte es auch einfach die Wahrnehmung eines Kindes sein. Ein Kind sieht es vielleicht so, dass wenn es etwas von der anderen Gruppe (hier die Mädchen) gut findet oder es gut finden könnte, dass es dann automatisch zu dieser Gruppe gezählt wird. Es quasi zum Gruppenmitglied transformiert wird. Das könnte befremdlich wirken, ja sogar zur Existenzangst führen. Schließlich wird die eigene Persönlichkeit, das Ich, mit der Gruppenzugehörigkeit verbunden. Also in diesem Fall der Gruppe Jungen. Wenn dann diese Gruppenzugehörigkeit abgesprochen wird, durch die Umwelt, wird dadurch sozusagen dem Kind auch das Ich abgesprochen.MichiWell hat geschrieben: Di 12. Mär 2019, 23:26Hallo zusammen,Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mo 11. Mär 2019, 06:11 Als Kind / Jugendliche habe ich auch sämtliches abgelehnt, was von der Farbe, Form oder Design her irgendwie nach Mädchen ausgesehen hat.
mir ging es auch so wie Michelle. Ich war sehr darauf bedacht, bloß keinen Verdacht aufkommen zu lassen, dass mir Mädchenkleidung gefallen könnte. Und so habe ich mir jede erdenkliche Gelegenheit versagt, wo ich die Möglichkeit gehabt hätte. Eine Strumpfhose als Geburtstagsgeschenk ... abgelehnt ... oder im Winterurlaub eine Strumpfhose meiner Schwester anziehen ... lieber habe ich gefroren, als mich vielleicht irgendwie zu verraten, dass ich das eigentlich so gern gewollt hätte. Klar klingt das im Rückblick ziemlich unsinnig und ist wohl kaum nachzuvollziehen. Aber es zeigt, welchem Konformitätsdruck ich damals ausgesetzt war. Doch trotz dieses hohen Drucks bin ich nicht davon los gekommen, hatte allenfalls mal Phasen, in denen der Wunsch kaum präsent war.
Liebe Grüße
Michi
Es könnte sein, dass sogar diese kindliche Ansicht sich auch noch in Erwachsenenalter bemerkbar macht.
Mal so als Gedanken oder Theorie in den Raum geworfen. Ich hab allerdings keinerlei Ahnung von Kinderpsychologie und daher ist das nur meine Sichtweise beruhend auf Erfahrungen von mir.
