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Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 07:24
von Svetlana L
VanessaL hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 05:57
"Alle Schülerinnen und Schüler nehmen am Ausflug teil."
"Alle Schüler_innen nehmen am Ausflug teil."
Das Beispiel kommt mir ja seeeehr bekannt vor
Und ich möchte noch ein weiteres Zitat aus unserem Leitfaden bringen, um vielleicht auch die Skeptiker etwas zu besänftigen:
Bei der Verwendung des Gender-Gap ist darauf zu achten, dass Satzungetüme, wie z. B. "Jede_r Mitarbeiter_in, der_die zu spät kommt, muss seine_ihre Verspätung entschuldigen" schwer lesbar und verständlich sind. Sie sollten daher unbedingt vermieden werden.
Um eine Häufung des Gender-Gap zu vermeiden bietet sich oftmals auch eine andere Formulierung an ... Ggf. ist es auch hilfreich, auf eine entsprechende Pluralform auszuweichen, z. B. statt "jede Besucherin_jeder Besucher" kann auch "alle Besucher_innen" geschrieben werden.
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 07:50
von Michi
Finde den Fehler ...
Svetlana L hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 07:24
VanessaL hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 05:57
"Alle Schülerinnen und Schüler nehmen am Ausflug teil."
"Alle Schüler_innen nehmen am Ausflug teil."
Das Beispiel kommt mir ja seeeehr bekannt vor
Und ich möchte noch ein weiteres Zitat aus unserem Leitfaden bringen, um vielleicht auch die Skeptiker etwas zu besänftigen:
Bei der Verwendung des Gender-Gap ist darauf zu achten, dass Satzungetüme, wie z. B. "Jede_r Mitarbeiter_in, der_die zu spät kommt, muss seine_ihre Verspätung entschuldigen" schwer lesbar und verständlich sind. Sie sollten daher unbedingt vermieden werden.
Um eine Häufung des Gender-Gap zu vermeiden bietet sich oftmals auch eine andere Formulierung an ... Ggf. ist es auch hilfreich, auf eine entsprechende Pluralform auszuweichen, z. B. statt "jede Besucherin_jeder Besucher" kann auch "alle Besucher_innen" geschrieben werden.
SCNR ... bei der Vorlage.

Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 08:38
von Svetlana L
Muss ich das verstehen?
Jetzt hab' ich's gesehen... Du meinst die vier e hintereinander in seeeehr

Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 16:58
von Christine DarkJoker
Hi ihrs
Ich bring mal ein Punkt rein der hier noch nicht zu wort kam, zumindest nicht so in der Art.
Ich selbt bin für den Stern wegen der bessern Lesbarkeit, da der Unterstrich schnell verschwinden kann.
Was ich jetzt aber generell mal Anmerke ist, dass Menschen die eine Lese Rechtschreib Schwäche haben, mit allen Unterbrechungen im Wort masive probleme bekommen können. Ralf-Marlene hat schon ein extremfall gezeigt:
Ralf-Marlene hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 10:27
Wir... suchen eine*n Auszubildend*e zu*r/m Ko/e/ch*in
Ich hab nicht beim ersten oder zweiten mal lesen gemerkt das es um den Koch oder der Köchin ging. Was nun da besser wäre kann ich so nicht sagen.
Wenn ich längere Texte lesen muss und ich mit solchen zerstückerlungen konfrontierit bin oder werde, dann nimm ich diese oft nicht wahr und verstehe den zusammenhang nicht. Für mich wirkt es den wie eine Abkürzung die ich nicht kenne, weil ich Wörter nur auswendig lernen kann und wenn die dann durch zeichen zerlegt werden, sieht es für mich aus als ob es nur sinnlose Buschstaben sind, ich brauch da dann mehrere Anläufe bis ich die passenden Wörter zusammen gesetzt hab. Daher wird es für mich wohl noch eine sehr nervende und grausame Zeit sein bis ich die Neue Schreibweise drauf hab.
Liebe Grüße Christine
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 18:17
von NanaVistor
VanessaL hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 05:57
Guten Morgen Ihr Lieben!
Vielen Dank für die Beiträge ... insbesonders an Jaddy!
Mir ist beim Lesen aufgefallen, dass "negative" Einstellungen zumeist immer auf das eigene "Ich" bezogen sind. "Ich kann damit nichts anfangen, also brauchen wir das nicht". Aber ist das die richtige Einstellung? Vielleicht sollte man diese Denkweise überdenken und auch einmal an "die Anderen" denken. Nur weil ich mich als Einzelperson mit etwas nicht identifizieren kann oder auseinandersetzen möchte, heißt es nicht, dass es nicht doch gesellschaftsrelevant wäre. Das ist zumindest meine persönliche Meinung.
Ich, spreche hier tatsächlich so für mich.
Ich habe von so einer Veränderung rein gar nichts. Ein allgemeines * oder ein _ oder was auch immer, ist meiner "Leidenschaft" eher abträglich. Ich vermische m / w nicht. Ich schaue hier lieber auf mich, als auf ein großes "wir", was es ohnehin nicht gibt.
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 19:02
von Michi
Svetlana L hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 08:38
Jetzt hab' ich's gesehen... Du meinst die vier e hintereinander in seeeehr
Wie heißt es dazu so treffend in Beurteilungen? "... hat sich stets bemüht."

Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 19:43
von sbsr
Jaddy hat geschrieben: So 6. Jan 2019, 16:41
Sprechen und lesen kann man sie einfach. Wie bei Spiegel_ei. Genau so bei Leser_innen. No problem.
Hat das mal jemand ausprobiert? Ich meine jetzt nicht innerhalb entsprechender Gruppen oder bei themenbezogenen Veranstaltungen, sondern vor einer unbedarften Zuhörerschaft, zum Beispiel einer Belegschaft, der man gerade erklären muss, dass Zulagen gekürzt werden. Entweder spricht man die Pause so kurz wie bei Spiegelei, dann hört es sich so an, als würde man nur die exklusiv weibliche Form benutzen. Spricht man die Pause länger, hört es sich an wie mit Schluckauf.
Ganz realistisch und vielleicht provokant, unsere Gesellschaft und damit die vorherrschende Sprache ist auf ein Zwei Geschlechter Modell ausgelegt. So hat sich inzwischen auch eine halbwegs neutrale Schreibweise durchgesetzt, die die Gleichberechtigung von Mann und Frau mehr oder weniger erfolgreich umsetzt. Man wird es aber nie allen recht machen können, egal ob mit Sternchen, Unterstrich oder umgedrehtem Prozent Zeichen. Wir sind eine Minderheit, genauso wie Blinde in einer für Sehende gebauten Welt. Wir können versuchen, so gut es geht sichtbar und berücksichtigt zu werden, aber ich denke irgendwo kann man es auch mal gut sein lassen und akzeptieren, dass nicht jede Minderheit in allen Belangen zu 100% extra Erwähnung finden kann.
Und bevor jetzt die Prügel losgehen, ich zähle mich auch zu den Betroffenen, weil ich selbst nicht weiß, ob ich Mann, Frau oder irgendwas dazwischen sein möchte. Man erkennt aber ziemlich schnell, dass wir uns mit Belangen wie diesen weder großartig Freunde machen, noch wirkliche Akzeptanz erzielen. Alles was passiert ist ein vorgetäuschtes Zugeständnis von genevten Personalern, die mal wieder eine Vorschrift mehr einhalten müssen.
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 19:55
von Svetlana L
sbsr hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 19:43
Hat das mal jemand ausprobiert? Ich meine jetzt nicht innerhalb entsprechender Gruppen oder bei themenbezogenen Veranstaltungen, sondern vor einer unbedarften Zuhörerschaft, zum Beispiel einer Belegschaft, der man gerade erklären muss, dass Zulagen gekürzt werden.
Ja! Ging zwar nicht um Zulagenstreichung sondern war eine ganz schnöde Personalversammlung mit einigen Hundert Mitarbeiter_innen, bei der ich ein Projekt vorgestellt habe.
Ganz realistisch und vielleicht provokant, unsere Gesellschaft und damit die vorherrschende Sprache ist auf ein Zwei Geschlechter Modell ausgelegt.
Und deshalb muss das für immer und ewig so bleiben?
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 21:01
von Marlene K.
Christine DarkJoker hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 16:58
Hi ihrs
Was ich jetzt aber generell mal Anmerke ist, dass Menschen die eine Lese Rechtschreib Schwäche haben, mit allen Unterbrechungen im Wort masive probleme bekommen können. Ralf-Marlene hat schon ein extremfall gezeigt:
Ralf-Marlene hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 10:27
Wir... suchen eine*n Auszubildend*e zu*r/m Ko/e/ch*in
Ich hab nicht beim ersten oder zweiten mal lesen gemerkt das es um den Koch oder der Köchin ging. Was nun da besser wäre kann ich so nicht sagen.
Liebe Grüße Christine
Liebe Christine,
mir ging es hier nur um ein, durch den Beruf, sehr extremes Beispiel. Es geht auch nur um Stellenausschreibungen. In langen Texten muss ich andere Formulierungen finden.
Aber danke für einen Aspekt, den ich so nicht auf dem Schirm hatte, obwohl ich Rezepte in einfacher Sprache formuliere für Menschen mit Lernschwäche oder Leseschwäche.
Liebe Grüße
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Di 8. Jan 2019, 12:51
von Whoopy Highfly
Hallo Vanessa,
diese Toiletten gibt es oder es in Frankreich schon in den 70er Jahren.
Da habe ich geschlechtsneutrale Toiletten schon gesehen und mich gewundert und in Erstaunen versetzt.
Wie es heute dort ausseht, weiß ich nicht. Bin schon seit 5jahren nicht mehr dort gewesen.
LG
Steffi
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Do 10. Jan 2019, 14:54
von Christine DarkJoker
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 7. Jan 2019, 21:01
Liebe Christine,
mir ging es hier nur um ein, durch den Beruf, sehr extremes Beispiel. Es geht auch nur um Stellenausschreibungen. In langen Texten muss ich andere Formulierungen finden.
Aber danke für einen Aspekt, den ich so nicht auf dem Schirm hatte, obwohl ich Rezepte in einfacher Sprache formuliere für Menschen mit Lernschwäche oder Leseschwäche.
Liebe Grüße
Hi Ralf- Marlene
Ich weiß es ist nur ein Extrem beispiel von dir gewesen. Und ich find es gut das du solche Menschen wie mich berücksichtigs
Schade das in meiner Firma niemand sich über sowas gedanken macht und man dann Informationen bekommt die Seiten lang sind.
Liebe Grüße Christine
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Fr 15. Mär 2019, 08:36
von Marlene K.
Hier mal eine Antwort aus der SZ:
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/poli ... roff-86986
Es lohnt es sich, das Kampfwort -»Gender-Unfug-« etwas genauer zu betrachten und seine Verwender*innen bei genau diesem Wort zu nehmen. Der Versuch, Sprache davor zu schützen, dass sie sich verändert, entspringt nicht der Liebe zur Sprache, wie ihre Vereinsmeier*innen glauben machen wollen, sondern der Liebe zum Hergebrachten, zum Immer-so-Gewesenen. Es ist kein Obrigkeitsakt, wenn eine Behörde beschließt, in Zukunft nicht nur generisch Männer anzusprechen. Die Behörde reagiert damit auf eine bereits stattfindende Veränderung der Sprache, sie bildet soziale und politische Realität ab. Die Unterzeichner*innen von Sprach-Stillstands-Petitionen aber fürchten sich buchstäblich vor dem Unfug: also davor, dass die Dinge aus den Fugen geraten. Sie fürchten sich davor, dass Menschen sich nicht mehr fügen, zum Beispiel darin, nicht genannt und nicht angesprochen zu werden. Sie fürchten sich davor, dass nicht nur die Sprache, sondern die Welt aus den Fugen gerät: ihre vertraute Welt, in der alles an seinem Ort ist. In der immer die oben sind, die immer schon oben waren, und die draußen, die immer schon unten waren. Von diesem Unfug kann es daher gern mehr geben.
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Fr 15. Mär 2019, 11:27
von sbsr
Da finde ich ehrlich gesagt aber die sachlichen Argumente der angeblichen "Sprach-Stillstands-Petitionenisten" deutlich überzeugender, als so eine Rede, die leider nichts liefert außer Gegenargumente ins Lächerliche zu ziehen

Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Fr 15. Mär 2019, 11:51
von Marlene K.
sbsr hat geschrieben: Fr 15. Mär 2019, 11:27
Da finde ich ehrlich gesagt aber die sachlichen Argumente der angeblichen "Sprach-Stillstands-Petitionenisten" deutlich überzeugender, als so eine Rede, die leider nichts liefert außer Gegenargumente ins Lächerliche zu ziehen
Liebe Svenja,
also ich lese da kein "ins Lächerliche ziehen" und einige Argumente. Hast Du Beispiele für Dein Empfinden?
Liebe Grüße
Ralf-Marlene
Re: Sternchen "*" oder Unterstrich "_"; (m/w/d)
Verfasst: Fr 15. Mär 2019, 12:19
von sbsr
Hallo Ralf-Marlene,
Sie fürchten sich davor, dass nicht nur die Sprache, sondern die Welt aus den Fugen gerät
ist eine der Formulierungen.
Bekanntermaßen vertrete ich die Meinung, unsere Sprache wäre per se neutral, wenn man nicht versuchen würde in alles einen Genus-Sexus Zusammenhang hinein zu interpretieren. Ich habe kein Problem mit der Etablierung neuer Begriffe oder Schreibweisen, ich vertrete nur die Auffassung, Sprache muss sprechbar bleiben. Nicht mehr und nicht weniger sagen die Gegner des vollumfänglichen genderns.