Warum dauert eine Reform des TSG so lange?
Warum dauert eine Reform des TSG so lange? - # 3

Hannah S.
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Re: Warum dauert eine Reform des TSG so lange?

Post 31 im Thema

Beitrag von Hannah S. »

Franka hat geschrieben: Der BVT nimmt aber jetzt wieder Mitglieder auf, wer mag kann also gerne mitmachen.
Hallo,

auf der Website BV-Trans unter "Mitmachen" liest sich das zwar anders:

Zitat:

"Update April 2016:

Nach wie vor arbeiten wir an der Eintragung des Vereins, da das Vereinsregister einige Anmerkungen hatte.

***

Sie wollen/Ihr wollt Mitglied werden? Ihr/Euer Interesse freut uns sehr, vielen Dank!

Wir müssen jedoch noch um etwas Geduld bitten, da wir den zugrunde liegenden Verein zunächst noch eintragen lassen müssen, bevor wir weitere Mitglieder aufnehmen können.

Mitgliedsanträge sowie alle weiteren notwendigen Informationen werden dann auf dieser Webseite bereit gestellt. Bitte Schauen Sie/schaut einfach in ca. 2-3 Monaten nochmal vorbei.

Gern können Sie/könnt ihr uns auch bereits jetzt eine Interessensbekundung schicken, wir werden alles weitere veranlassen, sobald der Verein eingetragen ist."


Zitatende

aber vielleicht wird die Seite ja wirklich nur etwas lässig gepflegt. 8)


Lieben Gruß
Hanna

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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Warum dauert eine Reform des TSG so lange?

Post 32 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, Es ist nicht der Punkt, warum es so lange dauert, sondern es ist eher erstaunlich, dass etwas passiert. Man hat 2014 in das Koalitionspapier geschrieben,
Die Arbeit der "Bundesstiftung Magnus Hirschfeld" werden wir weiter fördern. Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen. Wir werden den "Nationalen Aktionsplan der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz" um das Thema Homo- und Transphobie erweitern. Die durch die Änderung des Personenstandrechts für intersexuelle Menschen erzielten Verbesserungen werden wir evaluieren und gegebenenfalls ausbauen und die besondere Situation von trans- und intersexuellen Menschen in den Fokus nehmen
Daraufhin wird zunächst von den betroffenen Ministerien eine Ressortvereinbarung abgeschlossen, die regelt, wie sie in der betreffenden Frage zusammenarbeiten wollen. Dann wird die konkrete Fragestellung definiert, die untersucht werden soll. Wenn das nicht geschieht, kommt nämlich gar nichts dabei heraus.

Auf der Basis wird eine IMAG gebildet, die sich aus Vertretern der unterschiedlichsten Disziplinen zusammensetzt. Die müssen sich erst einmal verstehen. Das ist i.d.R. gar nicht so einfach, da z.B. die Denke von Medizinern, Juristen etc. völlig unterschiedlich ist. Sie beleuchten das Thema aus der jeweiligen Warte und zeigen die sich bei Veränderungen ergebenden Konsequenzen auf. Änderungen im TSG werfen an den unterschiedlichsten Stellen Fragen auf, die dazu führen, dass ein ganzer Rattenschwanz von Gesetzesänderungen folgen müssen. Es ist auch zu klären, wie mit Widersprüchen die bis zu einer Änderung aller erforderlichen Gesetzen umgegangen wird. Da das Jahre dauern kann und unter Umständen auch Ländergesetze betrifft, ist der Aufwand hierfür nicht zu unterschätzen.

Die Mitglieder der IMAG treffen sich regelmäßig, um die zwischen zwei Sitzungen erarbeiteten Ergebnisse zu diskutieren. Erarbeitet werden de Ergebnisse durch eine oder mehrere Arbeitsgruppen, die sich mit den Spezialfragen auseinander setzen. Am Ende wird alles in einem Bericht zusammengefasst und den Ressortspitzen vorgelegt. Das geschieht wohl derzeit, wenn der Bericht bis Ende des Jahres veröffentlicht wird. Dann werden Gesetzesänderungen erarbeitet und im Kabinett verabschiedet. Dann geht es ins Parlament ggfs. auch in den Bundesrat.

Es ist äußerst naiv zu glauben, von dem Erkennen einer Notwendigkeit der Betroffenen bis hin zu real spürbaren Veränderungen innerhalb ein paar Jahre abgeschlossen sein kann. Es hängt einfach zu viel daran. Dazu kommt, dass das Thema die unterschiedlichsten Reaktionen auslöst. Das bedeutet, dass diese Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen. Wenn also ein Politiker sagt, dass die TG-Community sich erst einmal auf eine Zielstellung einigen muss, meint er nichts anderes, als dass damit die politischen Bewegungen, die zu einer Veränderung führen, ein Vielfaches stärker werden.

Auch ist die Dauer des Prozesses, der ja eingeleitet wurde, so lang ist und die Art wie man ihn betreibt, ist eher ein Zeichen dafür, dass man das Thema ernsthaft angegangen hat. Jetzt gilt es, den Bericht aufmerksam zu lesen und die Stellen zu betonen, die für uns von besonderer Bedeutung sind. Ob dieser Legislaturperiode noch etwas passiert ist fraglich. Ich denke nicht, dass man das TSG zum Wahlkampfthema machen wird. Ich erwarte bestenfalls Arbeiten zu einer Gesetzesvorlage, die wir nicht sehen. Um so wichtiger ist es, dass durch öffentlichen Druck und mit Hilfe des Berichts nichts verschleppt wird. In dem halben Jahr vor der Wahl werden sowoeso keine Beschlüsse mehr gefasst, die nach Außen sichtbar sind. Gesetzesänderungen werden somit frühestens 2018 erfolgen. So sehr man sich das auch wünscht, das ist politischer Alltag in einer Demokratie. Je mehr mitreden, um so länger dauert es.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Hannah S.
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Re: Warum dauert eine Reform des TSG so lange?

Post 33 im Thema

Beitrag von Hannah S. »

Hallo Vicky,

Deine Ausführungen lassen darauf schließen, dass Du detaillierten Einblick ins "Innere des Systems" hast und aus dieser Warte berichtest?
Kannst Du mir/uns sagen, in welcher Funktion Du mit den Abläufen befasst bist? Das wäre zumindest für mich interessant.

Im Zuge der Gerichtsurteile, die die Unrechtmäßigkeit mancher Passagen des bestehenden Gesetzes klarstellten, sind ja recht schnell Anpassungen des Gesetzes vorgenommen worden (soweit ich weiß durch einfache Zusatzbestimmungen, die die Streichung einzelner Worte oder Wortgruppen vorsahen).
Hältst Du es für denkbar, dass wenigstens zur Erleichterung des Verfahrens der VÄ/PÄ vorläufig weitere solcher Änderungen vorgenommen werden könnten, nur um dem momentanen Missstand schnell abzuhelfen oder "Druck vom Kessel zu nehmen", wenn z.B. klar wird, dass das neue Gesetz, dass aber noch lange nicht vorlagefähig ist, mindestens diese Erleichterung auch beinhalten wird? Der Koalitionsvertrag sieht ja eine Reform des Gesetzes noch in dieser Legislaturperiode vor!

Deinen Satz:
Wenn also ein Politiker sagt, dass die TG-Community sich erst einmal auf eine Zielstellung einigen muss, meint er nichts anderes, als dass damit die politischen Bewegungen, die zu einer Veränderung führen, ein Vielfaches stärker werden.
hab ich nicht verstanden. Was meint er Deiner Meinung nach damit?
Die Forderungen sind ja mittlerweile und nach dem, was ich in den letzten Tagen über die Parteigrenzen hinweg gelesen habe (von der CDU war nichts zu finden) und von den einzelnen Initiativen und Gruppen doch recht einheitlich und klar formuliert.

Lieben Gruß
Hanna

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Re: Warum dauert eine Reform des TSG so lange?

Post 34 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

@ Franka
Danke für die Erläuterungen zum BVT*. Warum kann man das denn nicht auch so kommunizieren? So entsteht leider der (vermeidbare) Eindruck, dass es sich dabei um so eine Art Geheimbund handelt, bei dem Außenstehende nichts zu suchen haben. Muss doch nicht sein!

@ Hanna
Die 2-3 Monate stehen dort schon seit dem August letzten Jahres.

@ Vicky_Rose
Vicky_Rose hat geschrieben:Es ist äußerst naiv zu glauben, von dem Erkennen einer Notwendigkeit der Betroffenen bis hin zu real spürbaren Veränderungen innerhalb ein paar Jahre abgeschlossen sein kann.
Das hängt sicherlich davon ab, um was es geht und wie man "ein paar Jahre" definiert. :D
Ob dieser Legislaturperiode noch etwas passiert ist fraglich.
In der nächsten (vermutlich) erst recht nicht, wie ich ja schon anderer Stelle befürchtete.

@ nochmal Hanna
Wenn ich mich recht an meine Staatsrechtvorlesungen erinnere, dann entfalten Urteile des BVerfG unmittelbare Gesetzeswirkung, sofern sie sich auf die Verfassungsmäßigkeit von Rechtsnormen beziehen, und werden im Bundesgesetzblatt verkündet. Da muss dann vermutlich nicht mehr allzu viel umgesetzt werden.
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
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