"In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"
"In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*" - # 3

Svetlana L
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1534
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 06:47
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 184 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 31 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Daenerys Targaryen hat geschrieben:Aber warum legen es einige darauf an, uns TS zu schaden? Warum tauchen sie so aggro auf, stellen uns mit ihrem Verhalten in der Öffentlichkeit bloß und verletzten uns? Warum? Was ist deren WIRKLICHES Problem? Ein Sternchen? Oh, come on, don't fuck with me...
Na, dann mal Butter bei die Fische. Wer will "euch" warum schaden? So, wie ich das immer mitbekomme grenzt "ihr" euch immer ab und damit in meinen Augen leider auch aus. Von mir aus kann jede_r sich benennen wie es ihm_ihr beliebt. Nach wie vor bin ich jedoch der Meinung, dass die Gemeinsamkeiten - und davon, so denke ich, haben wir eine ganze Menge - in den Mittelpunkt rücken sollten und nicht die Unterschiede.

Die Anführungszeichen sind bewusst gesetzt. Normalerweise ist es nicht meine Art zu pauschalisieren, aber D. T. gerade so angefangen hat ...
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 32 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen, Svetlana,

es wäre grundfalsch die Haltung einer Person in diesem Komplex an der Selbstbeschreibung festzumachen. Es sind nicht die Transsexuellen, die die Differenzpositionen betonen. Es sind einige wenige Menschen, die auf diese Weise handeln (m.E. gegen den Konsens arbeiten). Ich habe Daenerys Beitrag so verstanden, als würde sie für die Findung gemeinsamer Positionen und Aktionen und gegen die Herausarbeitung der Differenzen eintreten.

Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Svetlana L
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1534
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 06:47
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 66 Mal
Danksagung erhalten: 184 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 33 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Marielle hat geschrieben:Ich habe Daenerys Beitrag so verstanden, als würde sie für die Findung gemeinsamer Positionen und Aktionen und gegen die Herausarbeitung der Differenzen eintreten.
Da gehe ich bei den ersten beiden Absätzen von D. T. sogar mit. Den dritten Absatz hätte ich bloß gern noch etwas näher erläutert bekommen, der ist ein wenig ... kryptisch.
Zu den Pauschalisierungen habe ich ja bereits etwas geschrieben.
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27669
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 2521 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 34 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

für mich sind Ziele wichtig - und die Verfolgung (möglichst) bis zur Durchsetzung.

Natürlich könnte ich - und jede(r) andere nur persönliche Ziele, wie z.B. eine Transition verfolgen, aber ich habe erlebt, dass
man da auf viele (unnötige) Widrigkeiten und Mängel stößt, die behoben werden können und dass es BündnispartnerInnen gibt,
mit denen es Sinn macht, gemeinsam politisch zu arbeiten, um individuelle Lebenswege leichter zu machen und gegen Diskriminierung zu arbeiten.

Gruß
Anne-Mette
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 35 im Thema

Beitrag von Marielle »

nochmal Hallo zusammen,

den Beitrag von eben habe ich 'auf die Schnelle' geschrieben und ich freue mich, dass er trotzdem richtig aufgefasst wurde. Jetzt, mit ewas mehr Zeit, möchte ihn noch um einen persönlichen Eindruck von der Tagung ergänzen, der damit zu tun hat.


Am Sonntagvormittag saß ich im Gespräch mit einem jüngeren Menschen, dessen Selbstbestimmung Mann ist, draussen auf einer Bank. Während dieses Gespräches sammelten sich um uns herum eine ganze Reihe junger Leute, Anfang bis Mitte Zwanzig, die das ganze mir bekannte Spektrum von geschlechtlicher Selbstbestimmung darstellten; Männer, Frauen, Non-Binaries mit verschiedensten Selbstbestimmungen, die sie durch die Angabe zu 'Mein Pronomen ist: _______' auf ihren Namensschildern kenntlich machten.

Die haben nicht miteinander gestritten, wer von ihnen mehr oder weniger diskriminiert ist, wer es leichter und wer es schwieriger hat oder wer warum einer besonderen Unterstützung bedarf. Nein, sie haben über Aktionen und Veranstaltungen gesprochen und auch Partys geplant; einfach so und gemeinsam!


Ich weiss nicht, ob und ggfs. welche Kämpfe diese Menschen im einzelnen mit ihrer Umgebung und sich selbst ausfechten mussten, um heute dort zu sein, wo sie sind. Sie machten aber den Eindruck, jede_r für sich eine halbwegs stabile Position gefunden zu haben, von der aus sie weitergehen können. Das sind wahrscheinlich noch keine reibungslosen, gänzlich unbestrittenen Positionen, aber sie schienen mir stabil genug zu sein, um der Ausgangspunkt für eine selbstbestimmte weitere Entwicklung sein zu können.

Die meisten von uns älteren nicht-cis Menschen hatten mit Zwanzig keine solche Position. Wir konnten sie auch nicht haben, weil es sie für uns gar nicht gab. Noch niemand hatte sie für uns gedacht und selbst denken konnten wir sie auch noch nicht.

Ja, ich bin ein wenig neidisch auf diese Menschen. Wer weiss, wo ich heute wäre, wenn ich in ihrem Alter ihre heutigen Denk-Möglichkeiten gehabt hätte. Einen ganz guten Weg habe ich, glaube ich jedenfalls, für mich auch so gefunden, aber ich weiss in diesem Fall ganz genau, welche Kämpfe dazu nötig waren. Und daher ist es dieser positive Neid (eigentlich ist es eine Art von Freude) und das Wissen um die eigenen Kämpfe, die mich antreiben, wenn es darum geht, für alle Menschen Denk-Möglichkeiten zu schaffen, indem Zuweisungen, Barrieren und normierende Denk-Beschränkungen abgeschafft werden.

'Mensch sein' funktioniert, ganz unabhängig davon, welche biologischen Einflüsse auf das eigene Geschlecht(-sempfinden) wirken mögen, letztlich immer auch (nur) in sozialen Geflechten und Strukturen. Es sind diese Geflechte und Strukturen, die Denk-Beschränkungen erlassen und Positionen zuweisen, die vielen Menschen, auf die eine oder andere Art, nicht gerecht werden und sie beschädigen.

Wir sollten (müssen) daran arbeiten, dass alle Menschen die Chance haben, sich frei von Beschränkungen und Zuweisungen und ohne auf die Bestätigung durch andere angewiesen zu sein, eine eigene, stabile und unangreifbare Position zu erdenken und sie einzunehmen. Wir, alle die das können ohne sich selbst zu beschädigen, sollten ein paar Schritte zurücktreten, derer Gedenken, die mit ihren Kämpfen für uns Möglichkeiten eröffnet haben, uns daran erfreuen und dann darangehen, die Gesellschaft dahingehend in Ordnung zu bringen.


Habt es gut

Marielle


Es gibt diese wunderbare Szene aus dem Film 'Pride', in der der LGBT-Aktivist Mark Ashton seiner schwulen Community erklärt, warum sie grade relativ wenig Stress mit der Polizei haben. Weil die nämlich 1984 damit beschäftigt war, auf streikende Bergleute loszugehen. Er schliesst daraus, dass es keinen Sinn hat, immer nur für die eigenen Interessen zu kämpfen, sondern das man für die Freiheit und die Rechte aller streiten muss, woraufhin sich die LGBTs mit den Bergleuten, in einem schmerzhaften Annäherungsprozess, solidarisieren. Die Schlüsselszene habe ich leider nur in Italienisch frei verfügbar gefunden, sie erschliesst sich aber wohl trotzdem: https://www.youtube.com/watch?v=SbpixeOj45I
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Franka
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 806
Registriert: Fr 25. Mai 2012, 22:18
Geschlecht: Transgender
Pronomen:
Wohnort (Name): Salzgitter
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 36 im Thema

Beitrag von Franka »

Hallo Rosi_, Frauke und eilinfox,

es ist ganz egal, ob ihr als Frau geboren wurdet und nur euer Körper nicht zu eurem Geschlecht passt, oder ob es wie bei mir etwas länger dauerte , bis ich feststellte, dass ich kein Mann bin sondern eine Frau. Wir sind alle Transsexuell. Und die Silbe Trans ist damit auch unter Trans* vertreten.
Keine von euch soll sich Freunden oder Bekannten als Trans* erklären, denen könnt ihr erzählen was ihr wollt, aber gegenüber der Öffentlichkeit (Politik, Presse usw.) brauchen wir einen Begriff unter dem wir alle mit einer Zunge sprechen.
Dafür ist Trans* gedacht, wenn wir gemeinsam was erreichen wollen.
Ich kann einfach nicht verstehen, wie ihr, die ihr eure Transition schon eine weile hinter euch habt, immer wieder quer schießen müsst und so den Menschen, die gerade erst mitten drin sind oder die alles noch vor sich haben unnötig den Weg erschweren müsst.

So eine Situation, wie im Waldschlösschen bei dem OSCE Vortrag, bei einer Anhörung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder im Bundesministerium für Gesundheit, die würden uns erschrocken nach Hause schicken und sagen, klärt das erst mal unter euch und kommt in 2 Jahren wieder. Ich hoffe ich konnte etwas verständlich machen, wie kontraproduktiv eure Verbohrtheit ist.
Es geht schließlich darum die Welt etwas besser für uns alle zu machen, da kann Frau auch schon mal über ihren Schatten springen denke ich.

LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
Claudia-Luisa
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 145
Registriert: Mo 22. Jun 2015, 08:26
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 37 im Thema

Beitrag von Claudia-Luisa »

Hallo!

Ich bin keine "Transmama, auch nicht verheiratet mit einem "Transpapa". Wir haben kein "Transkind", auch keinen "Transsohn".
Wir haben zwei tolle erwachsene Söhne. Beide sind meinen Augen perfekt und erhalten unsere Unterstützung.

Ab und an bringen unsere Söhne, wenn sie uns besuchen kommen, auch Freunde und Freundinnen mit.
Das sind jungen Frauen und junge Männer. Da frage ich nicht, ob eventuell ein Mensch mit Transsexualität dabei ist.
Ich selbst habe eine Cervikale Dystonie seit 37 Jahren. Ich bin keine Dystonikerin. Nein, ich bin eine Frau, die gerne lebt und liebt.

Das BMFSFJ schreibt: "Fachaustausch zu Beratungs- und Unterstützungsbedarfen für transsexuelle und trans* Menschen"

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aktuelles,did=225986.html

Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, schreibt: "Eine neue Publikation der Bundesregierung fasst auf 132 Seiten Begriffs- und Diskussionsansätze rund um die Themen Trans- und Intersexualität zusammen. "Geschlechtliche Vielfalt" lautet der Titel der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegebenen Studie.

"Damit liegt eine Wissensfundgrube vor, die es ermöglicht, besser zu verstehen, aus welchem Blickwinkel jeweils argumentiert und diskutiert wird", schreibt Caren Marks (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im Familienministerium, im Vorwort. "Begriffe schaffen Identität. Begriffe von Identitäten helfen, sich politisch Gehör zu verschaffen; klare Begriffe sind wichtig, um Gesetze zu machen."

Allerdings, so nennt Marks einen wichtigen Grund für die Expertise, würden Festlegungen auch manchmal Unterschiede, Veränderungen und Unschärfen, die für Menschen und ihr Leben wichtig seien, verdecken: "Deshalb, so sperrig es klingt: Gesellschaftspolitische Maßnahmen müssen geeignet sein, transsexuelle, transgeschlechtliche, transidente, trans*, transgender, intersexuelle, intergeschlechtliche, zwischengeschlechtliche und inter* Menschen anzuerkennen, zu unterstützen und zu fördern — in ihrer ganzen Vielfalt und Besonderheit."

http://www.queer.de/detail.php?article_id=23869

Beste Grüße
Claudia-Luisa
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27669
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 2521 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 38 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,

der private Umgang ist sicherlich anders zu bewerten als eine Arbeit auf politischer Ebene.

Nur den Begriff "Trans*" alleine habe ich vor einigen Monaten in einem meiner Postings auch bemängelt. "Da muss noch etwas kommen", habe ich sinngemäß geschrieben.
Auf der aktuellen Homepage des Verbandes befindet sich eine Erklärung, die deutlich zeigt, für was der Verband steht:
... und setzt sich für die Rechte von Trans*personen im weiteren Sinne ein: also Menschen, die sich z.B. als transsexuell, transident,
transgeschlechtlich, transgender, genderqueer, trans*, trans, nicht-binär, Crossdresser, Transfrau, Transmann bezeichnen oder bezeichneten
Gruß
Anne-Mette
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27669
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 2521 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 39 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
jedoch bin ich
keine "Trans*person"
Dann weiß ich nicht, warum Du da hingegangen bist )))(:

aber ich ahne es: Du bist immer auf der Suche nach der geeigneten Bühne für einen lohnenden Auftritt (gitli) )):m

Gruß
Anne-Mette
eilinfox
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 246
Registriert: Mi 28. Aug 2013, 21:50
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 40 im Thema

Beitrag von eilinfox »

Ich glaube die wenigsten verstehen um was es eigentlich geht.
Es gibt halt Menschen wie mich, die es irgendwie geschafft haben ihre Vergangnheit und auch Ihre Transsexualität im Alltag gedanklich ablegen zu können.
Das war ein langer und schmerzhafter Weg, aber er kann funktionieren.
Und nun soll ich wieder Rückschritte machen und mich als Trans* bezeichnen.
Etwas was ich gerade ablegen konnte.
Nein niemals.
Ich bin nichts besseres als viele hier - nur vielleicht ein paar Jahre weiter.
Respektiert man mich, versucht man mich nicht in eine Schublade zu stecken, wo ich mich nicht wohl fühle, ich glaube ich könnte wertvolle Anregungen geben und mitarbeiten.
So habe ich allerdings das Gefühl, dass nach Ansicht mancher, Trans* wie ein Schild sein muss, dass ich ewig mit mir rum tragen soll.
Schade eigentlich.
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 21 Mal
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 41 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Transmenschen (egal ob mit oder ohne Stern) — ist das nicht nur eine Kurzform von transsexuellen Menschen? Bitte jetzt keine Diskussionen über die Entstehung der Begriffe oder über doch vorhandene feine Unterschiede! Ich bin überzeugt, die meisten, die trans-irgendwas sagen, tun das nur, weil es kürzer ist als transsexuell. Da steckt keinerlei böser Wille oder sonst was für eine Absicht dahinter. Das ist eine ganz normale Entwicklung der Sprache. Kurze, prägnante Begriffe setzten sich (fast immer) durch.
Unter diesen Umständen kann ich nicht nachvollziehen, warum Menschen, die sich als transsexuell bezeichnen, sich von "Transmenschen" angewidert fühlen. Wenn es denn solche Menschen tatsächlich gib, möchte ich deren Empfindsamkeit keinesfalls in Frage stellen. Nur wird sich deren Problem nicht dadurch lösen lassen, den von ihnen verhassten Begriff Transmenschen zu verbieten oder sonst wie abzuschaffen. Auch die ausgeklügelste Kampagne kann einen derart verbreiteten Begriff nicht aus der Welt schaffen.
Was nun? Mein Vorschlag: Diejenigen, die mit Trans-Begriffen ein Problem haben, kreieren einen eigenen Begriff, der ihre Situation treffend beschreibt.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 42 im Thema

Beitrag von Marielle »

Und weil ich so viel Wertigkeit aus mir selber schöpfen kann, dass ich super glücklich, zufrieden und in Selbstachtung
leben kann
Diesen Eindruck hatte ich nicht von dir. Mir erschienst du ziemlich isoliert und keineswegs glücklich. Aber egal.

Nur: Weil du so 'wertig' bist, kannst du anderen ihre Selbstbestimmung absprechen und musst dich dazu nichtmal verhalten?

Du streitest das ekelhafte Verhalten deinerseits nichtmal ab, du übergehst es einfach.

Viel tiefer kann man als Mensch nicht sinken.

Marielle


PS: Noch etwas:

Auf professionellen Ebenen ist diese Erkenntnis längst angekommen, in den kleinkarierten Kreisen der Community
versucht man sich noch immer auf Gruppenebene zu profilieren und zu ergeifern.


Auf der 'professionellen Ebene' ist verstanden worden, dass man nur durch die separate Nennung einer, von sich selbst als spezifisch definierten Person, in der Lage ist, eine Veranstaltung halbwegs im Zeitplan und ohne verbalen Krawall über die Bühne zu bringen. Soll heissen: Die machen das, weil sie keinen Bock mehr auf das ewig gleiche sinnlose Gequatsche haben. Durchweg sind das nämlich Leute, denen bewusst ist, dass sie noch wesentlich mehr Menschen spezifisch ansprechen müssten, wenn sie es mit einer Person bzw. Gruppe tun, die aber eben dankend anerkennen, dass die übrigen etwas mehr von gesamtgesellschaftlicher Kommunikation und konstruktiver Arbeit verstehen.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 21 Mal
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 43 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Claudia-Luisa hat geschrieben:Ich bin keine "Transmama, auch nicht verheiratet mit einem "Transpapa".
eilinfox hat geschrieben:Und nun soll ich wieder Rückschritte machen und mich als Trans* bezeichnen.
Hallo Claudia-Luisa, hallo Eilin,
bitte nicht den Alltag mit besonderen Situationen verwechseln! Im Alltag möchte ich genauso wenig als Transfrau angesprochen werden. Dieser Begriff ist nur für Gespräche und schriftlichen Abhandlungen gedacht, in denen es um das Phänomen Transsexualität geht. Da kommt es darauf an, irgendwie zwischen den davon betroffenen und nicht betroffenen Menschen zu unterscheiden. Das geschieht üblicherweise durch die Begriffe Transfrau/Biofrau bzw. Transmann/Biomann. Ich weiß, die Begriffe mit "Bio" gefallen auch nicht allen, aber solange es keine besseren gibt "¦
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Marlen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 293
Registriert: So 4. Mär 2012, 17:00
Pronomen:
Wohnort (Name): Oberfranken
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 9 Mal
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 44 im Thema

Beitrag von Marlen »

Hallo zusammen,

Ich finde Dahlia hat es in ihrem Post sehr gut angesprochen:

Es ging darum EINEN Sammelbegriff zu finden, der niemand ausschließt, sondern allen die Möglichkeit bietet, sich darin wiederzufinden
UND sich mit diesem möglichst einfachen und griffigen Begriff nach außen darszustellen.

Dazu das Zitat von der Homepage des BVT

"Der Bundesverband Trans* e.V.i.Gr. [...] setzt sich für die Rechte von Trans*personen im weiteren Sinne ein: also Menschen, die sich z.B. als transsexuell, transident,
transgeschlechtlich, transgender, genderqueer, trans*, trans, nicht-binär, Crossdresser, Transfrau, Transmann bezeichnen oder bezeichneten."
Zitat Ende

Das muß man nicht gut finden aber es ist ein wichtiger Schritt zur Geschlossenheit, die ein Bundesverband nach außen haben muß, will er etwas erreichen.

Es wäre schlicht ein Unding bei allen Gesprächen und Verhandlungen in Ministerien und bei anderen Organisationen mit einem Wortungetüm anzukommen, das dann zwar alle Varianten inkludiert, aber schon bei der Nennung jeden Gesprächspartner abschreckt.
Das sorgt beim Gegenüber für Verwirrung und signalisiert, wie gesagt, keine Geschlossenheit.
(Das schließt ja eine weitere, interne Diskussion nicht aus).
Der Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Hinterbliebenen und Sozialrentner bspw. tritt ja auch immer als VDK auf, der Deutsche Gewerkschaftsbund als DGB usw.

Politbüro- Bandwurmformulierungs- Sprech ist Unfug, ebenso wie Diskussionen, die um ihrer selbst Willen geführt, mit Ressentiments gespickt, aus Egoismus befeuert werden und nie enden, denn sie bringen keinen Fortschritt.

Liebe Grüße
Marlen
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27669
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 2521 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: "In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Trans*"

Post 45 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

die persönlichen Wertigkeiten würde ich in diesem Zusammenhang gerne (erst einmal) außenvor lassen; denn es geht mir um (gemeinsame(?)) Ziele und nicht um persönliche Wertschöpfung.

Stell Dir bitte mal vor Rosi_, Ministerin Schwesig hat Deinem eurem Wohnort eine Autopanne. Sie muss zwei Stunden auf einen Ersatzwagen warten und trifft zufällig auf Dich.
Ihr zieht euch in ein Café zurück und schnell kommt ihr zu den Themen: "Transsexualität, Transidentität, Trans....".
Sicherlich würdest Du erst einmal auf Deine Sichtweise und Begriffsdefinition kommen, aber Frau Schwesig würde das vremutlich abkürzen (hat hier vielleicht schon unsere Diskussionen verfolgt (smili) ) und ihrem Sekretär sagen: "schreib mal auf".
Eine Frage stellt sich ihr jedoch schon lange; denn auch sie hat vermutlich den Eindruck, dass "die Geschichte mit dem TSG" mindestens "überholungsbedürftig" ist, blickt aber noch nicht so ganz durch:
"Was wollt ihr eigentlich?"

Ich wäre gespannt auf Antwort(en)

Gruß
Anne-Mette
Antworten

Zurück zu „Veranstaltungen - Tagungen - Treffen - Events - Kultur“