Das Wetter war wunderbar am Donnerstag, und so konnte ich in aller Ruhe spazieren gehen. Kühl war‘s, sodass ein Strickkleid mit einer Jacke dazu und Stiefel die passende Wahl waren. An den komplett unauffälligen Reaktionen der Menschen, die mir begegneten, konnte ich gut erkennen, dass ich eine anlass- und altersgerechte Wahl getroffen habe. An einem normalen Werktag overdressed zu sein, würde wohl Blicke hervorrufen, die meine Erscheinung in Frage stellen. Also konnte ich mich in aller Seelenruhe dem Erleben femininer Momente hingeben. Ich fühlte mich rundum wohl.
Zwei Damen, deren Weg nacheinander zwischen mir und meinem Fotostativ kreuzte, waren sehr aufmerksam, lächelten freundlich fragend, ob sie passieren dürften. Das sind positive Begegnungen, die quasi das Sahnehäubchen auf dem Gesamterlebnis sind.
Am frühen Nachmittag machte ich mich auf den Weg nach Heidelberg, wo ich (natürlich wieder im MM) mit meiner Frau 3 schöne Tage verbringe.
Quelle: https://i.ibb.co/gMcQ7Kmm/IMG-0949.jpg
Quelle: https://i.ibb.co/7dcTFNRS/IMG-1018.jpg
Quelle: https://i.ibb.co/Q7pN1s2J/IMG-1090.jpg
Quelle: https://i.ibb.co/99YGYC1r/IMG-1107.jpg
Die Fußgängerzone in Heidelberg ist ja wirklich toll, mit schönen Läden in historischer Bausubstanz, netten Cafés …. Und obwohl’s nicht geplant war, zu shoppen, ist‘s doch passiert.
1. In einem Abverkaufsladen für hochpreisige Kleidung erspähte ich in einem Regal unter all den langweiligen Herrentretern eine einsame Stiefelette, die mir sofort die Sinne raubte. Das einzige Modell weit und breit, der Schnitt im Cowboy-Stil in lebendigen Cognac-Nuancen auf einer fast skulpturalen Statement-Sohle im selbigen Stil. Zierlich ist etwas anderen, der Begriff „Elbkähne“ ist eher treffend. Aber wo war der zweite Schuh dazu? Ich konnte ihn zum Glück einsam in einem anderen Regal finden. Ich war fassungslos, denn offenbar hatte die jemand schonmal probiert und dann nicht genommen - welch Glück für mich! Der Preis war dann auch noch so heiß, dass ich sie gar nicht stehen lassen konnte. Erneuerung der Bedingung durch meine Frau: es muss dafür ein anderes Paar aussortiert werden - gar kein Problem.
2. Die Zeit zu zweit bietet auch beste Gelegenheiten, über Erlebnisse von Martina zu sprechen. So konnte ich von den Outings berichten, was mich sonst so bewegt und dass Martina gerne für den Winter eine schöne Mütze hätte. Im Januar beim Waldschlösschen mit Ausflug nach Göttingen könnte es schließlich arg kalt sein. Man muss ergänzen: mein Kopf ist extrem groß, sodass ich sogar bei Motorradhelmen nur begrenztes Angebot vorfinde; jede, aber wirklich jede Mütze sieht im MM bei mir dämlich aus - komme mir vor wie Klein-Doofi mit Plüschohren, und meine Frau schmeißt sich immer weg vor Lachen. Das Mützenproblem war für Martina also ein großes Problem und ein Größenproblem. Zielstrebig steuerte meine Frau alsbald in einen Laden und zeigte mir paar Mützen für Damen, richtig weich und puschelig. Ich hab paar unterschiedliche Farben anprobiert (früher hätte ich mich im MM dabei geniert bzw. es nicht getraut - heute ist‘s mir egal - vor allem in der Regenbogenstadt Heidelberg) und es war irre: die Größen waren üppigst bemessen, sodass es perfekt war. Gleichzeitig fragte ich mich natürlich, welche Frau denn diese Größe tragen soll. Also auch Mütze gekauft, und ich war überglücklich, a) über die Initiative meiner Frau (die mich weiterhin noch keinesfalls en Femme sehen möchte) und b) über die Mütze.
Allen ein schönes Wochenende!


Martina

