Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Verfasst: Mi 11. Jun 2025, 19:28
Hallo Vicky,Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 11. Jun 2025, 06:48Ich will Lana nicht abhängen ... deshalb nur kurz.Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 10. Jun 2025, 21:34 Das kann nur sagen, wer keine eigenen Kinder hat. Kinder sind abhängig. Ich als Elternteil bin verantwortlich für diese Menschen.
Ich habe zwei KInder, die erwachsen sind. Ich habe das Gefühl, dass wir aneinander vorbei schreiben. Ich mich ja vielleicht nicht gut ausgedrückt. Natürlich steht die Verantwortung im Mittelpunkt, aber ich habe in diesem Rahmen meine Entscheidungsfreiheit. Was sollen denn KInder von mir lernen, wenn ich sie als Zwang erlebe, die mir meine Entscheidungsfreiheit nimmt. Der Knackpunt liegt möglicherweise darin, wie ich die Situation bewerte. Übrigens haben meine Kinder auch eine Trennung erlebt und ich habe geheult wie ein Schlosshund. Es hat Jahre gedauert, bis ich das Thema überwunden hatte. Das war für mich mehr als nur relevant. Mir fehlen 10 Jahre mit meinen Kindern.
zuerst mal möchte ich dich um Entschuldigung bitten. Ich wollte Dich nicht direkt so angehen mit meiner Aussage. Und das die Trennung so schlimm für Dich gelaufen ist, tut mir sehr leid.
Aber ich denke, wir reden nicht grundsätzlich an einander vorbei. Ich möchte nur die Aussage "ich habe immer Entscheidungsfreiheit" so nicht stehen lassen. Ja, ganz strikt formal betrachtet hast Du recht - ich habe immer die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen und bin dann auch für diese Entscheidung oder die Konsequenzen verantwortlich. Aber diese Formalie ist nicht mal ansatzweise kompatibel mit der Realität. Weil es Abhängigkeiten gibt. Weil eine Aktion immer eine Reaktion hervorruft und diese mitunter sehr permanente Folgen haben kann.
Und das gilt doch auch für meine Kinder: natürlich erlebe ich sie nicht als Zwang und das lernen sie auch nicht von mir. Aber ich begebe mich mit der Entscheidung für Kinder in eine (temporäre) Situation der Unfreiheit. Das ist doch auch vollkommen ok und notwendig. Was sonst ist einer der wichtigsten Gründe, aus denen sich Menschen bewusst gegen Kinder entscheiden? Und das ich nicht immer frei entscheiden kann, wie ich gerne würde, auch wenn ich könnte, ist doch auch eine sehr wichtige Erkenntnis im Aufwachsen und Lernen.
Genauso, wie ich finde, das Beziehung eine Menge Arbeit ist. Arbeit an mir und meinen Bedürfnissen - aber auch Arbeit als Paar, um die gegenseitigen Bedürfnisse mit einander zu verhandeln.
Das was Marie zu ihrer Beziehung geschrieben hat, könnte man nämlich auch anders nennen: rücksichtslos und verletzend. Warum sollte ich etwas tun, von dem ich weiß, dass es die andere Person nicht mag, das ich es tue? Ich kann kaum deutlicher sagen: Du und deine Empfindungen sind mit egal, ich mache was mir wichtig ist und nehme da keine Rücksicht auf Dich.
Das wäre so eine Sache, die mich als erwachsenen Menschen mit Reflexionsvermögen von der Unmittelbarkeit kindlicher Bedürfnisbefriedigung unterscheidet.