Blutengel - # 16
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Stephanie
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Re: Blutengel
Harte Neuigkeiten
Mein Wecker schmeißt mich um halb acht aus dem Bett. Ich rufe gleich bei Anja, der Sekretärin vom Chef an und schildere mein Anliegen. Natürlich schildere ich, was passiert ist. Anja ist eine freundliche, nette Frau, aber ein "Ach du Scheiße" kann sich nicht verkneifen. "Ich trage dir den freien Tag ein", sagt sie dann und verabschiedet sich. Ich setze in der Küche Wasser für einen Tee auf. Mein Diensthandy klingelt und mein Chef ist dran. "Anja hat mich grade informiert", sagt er und befragt mich. Ich beantworte ihn alles und gebe ihm den Stand der Dinge an. "Ich wünsche Dir alles Gute", sagt er dann zur Verabschiedung. Als nächste rufe ich in der Praxis von Heike an. Da geht auch gleich die Sprechstundenhilfe Rita ran. Auch hier erkläre ich kurz was los ist. "Oje, das hört sich ja fies an", sagt sie dann, "ich hätte was für halb Zehn, schaffst Du das?" "Ja ist OK", antworte ich. Dann gehe ich ins Bad. "Meine Güte", sage ich halblaut, als ich die Brust sehe. Fast die ganze Brust ist blau unterlaufen. In der Küche mache ich meine Tee und frühstücke in Ruhe. Dann mache ich mich auf den Weg zur Frauenärztin. Am Empfang sitzt Rita grade. "Hallo", grüße ich freundlich. "Hallo Steffi, wie geht es?" fragt Rita. "Halbwegs", antworte ich lächelnd. "Grade Frau geworden und dann sowas", sagt Rita bedrückt. "Das kann man so stehen lassen", sage ich lieb und gebe ihr die Unterlagen aus dem Krankenhaus. Ich nehme noch kurz im Wartezimmer Platz. Dann kommt Heike und holt mich ab. "Ach Steffi, das tut mir so leid für dich", sagt Heike als wir im Sprechzimmer ankommen. Dann erzähle ich ihr auch noch mal genaueres über den Vorfall. Heike ist echt sprachlos und wundert sich auch über Sandras Verhalten. "Ich kenne euch ja noch nicht lange, aber ihr strahlt ja richtig Einigkeit aus", sagt Heike dann. Ja, aber der Typ muss irgendeinen Schalter bei ihr umlegen und sie merkt es noch nicht mal", antworte ich. "Oder sie will es nicht merken", ergänzt Heike. Ich nicke zustimmend. Dann schauen wir uns die Unterlagen aus dem Krankenhaus an. Von der Verletzung mal abgesehen, Du bist schon ein Phänomen", sagt Heike und lockert die Stimmung auf. "Ja, wer weiß, was ich noch so mit mir rumschleppe", feixe ich. "Schön, dass du immer noch deinen Humor behalten hast", sagt Heike. Dann gehen wir zu ihrem Ultraschallgerät. "Haben die im Krankenhaus auch in die andere Brust reingeschaut?" fragt Heike. "Nein, haben sie nicht", antworte ich. "Dann würde ich das gerne tun", sagt Heike wieder. "Aber gerne", antworte ich darauf. "Ich fange damit mal an", sagt sie. Sie führt die Elektrode vorsichtig über meine heile Brust und schaut auf den Bildschirm. Ich kann mit draufschauen. "Ist schon etwas ungewohnt", sage ich, "früher saß ich gegebenenfalls daneben." "Siehste, so ändern sich die Zeiten", antwortet Heike nett. Zwischendrin macht sie Fotos. "Das ist schon einzigartig", sagt sie fasziniert. Dann geht sie zur anderen Brust. "Okee", sagt sie zwischendrin. Aufmerksam schaue ich auch hin. "Ich kann jetzt so keine gravierende Unterschiede zu gestern sehen", sage ich. "Das ist soweit OK, hat auch nicht mehr nachgeblutet", sagt Heike, "teilweise sind noch kleinere Ergüsse drin, daher die blaue Färbung. Das geht aber auch bald weg." "Blaue Flecken gehen schnell bei mir weg", sage ich. "Kennst Du Deine Blutgruppe?" fragt Heike. "Null positiv", antworte ich. "Na dann", sagt Heike grinsend, "sind schon die ersten Homo Sapiens mit rumgelaufen." "Ah ja!" bemerke ich.
"Also, mal abgesehen von der Verletzung, sind beide Brüste im Aufbau identisch", sagt Heike, "in der Linken sind auch keine Milchdrüsen zusehen. Liegt wahrscheinlich an deinen Hormoncocktail." "Apropos Hormone", sage ich, "da könnte ich gleich mal bei Peer wegen des letzten Blutbildes fragen." "Dann holen wir den mal hoch", sagt Heike und ruft Rita, "kannst Du mal unten fragen, ob Peer mal Zeit hat für die "rätselhafte" Steffi?" Rita nickt. "Rätselhaft passt ja", sage ich, "ich spiele ja seit einiger Zeit bei einer Band, die sich grade in die "Rätselhaften" umbenannt hat." "Ach cool, die kenne ich noch unter dem alten Namen", sagt Heike, "Wie bist Du denn dazu gekommen. In der Zeit in der wir auf Peer warten, erzähle ich es ihr in Kurzform. "Toll, Steffi", sagt Heike. Dann ist Peer auch schon da und lässt sich alles zeigen. Auch er ist von der Geschichte etwas geschockt. Aber er ist auch fasziniert, von dem was Heike ihm zeigt. "Wer weiß was du noch so für Überraschungen hast", sagt er dann lächelnd. "Muss ich wohl mal komplett in die Röhre", flaxe ich. "So abwegig ist das gar nicht", sagt Heike dann noch. "Wenn die Dinger nicht immer so laut wären", sage ich. Die beiden grinsen. "Humor hat sie ja noch", flaxt Peer. Ich zwinkere ihm zu. "Die Laborergebnisse sind noch nicht da", sagt er, "eventuell Montag, ich melde mich dann." "Alles klar", sage ich und ziehe mich wieder an. "Das sieht soweit ganz gut aus, Steffi", sagt Heike, "schone dich über das Wochenende. Wenn nichts großartiges passiert, kannst Du gerne am Montag nochmal zum Nachschauen vorbeikommen." "OK", sage ich. "Wenn Du dich nicht groß belastest, kannst Du dich auch bewegen, musst nicht zu Hause sitzen", sagt Heike. "Also Wandern, Radfahren, Paddeln, Segelfliegen?" frage ich. "Ja, kein Problem", sagt Heike. "Wie Segelfliegen?" fragt Peer. "Na ja, wegen der Luftdruckänderung, du kommst ja locker dreieinhalb Tausend Meter hoch", sage ich. "Is schon klar", sagt Peer, aber meine Frage zielte eher in eine andere Richtung. "Ach so", sage ich grinsend, "du wolltest wissen, ob ich fliege." "Tse, schon wieder ganz die alte", lacht Peer, "aber ja, das meinte ich." Also erkläre ich es den beiden. "Da nimmste mich aber mal mit", sagt Peer lachend. "Mich auch", sagt Heike. "Gerne", sage ich lächelnd. "Was meint ihr denn, wie lange ich im Schongang bleiben soll?" frage ich, "ich habe da noch ein anderes, altes Hobby wieder ausgegraben." "Welches?" fragt Heike lächelnd. "Springen, mit Fallschirm", sage ich. Beide kriegen große Augen. Heike fasst sich als erste. "Das ist ja heiß", sagt sie, "ich würde bis zum nächsten Wochenende warten, am besten kommst Freitag noch mal zum Nachschauen." "OK, mache ich so", sage ich. Peer hat sich mittlerweile auch gefasst. "Du bist ja mutig", sagt er dann noch. Dann verabschieden wir uns und ich verlasse die Praxis, nachdem ich für nächsten Freitag noch eine Termin gemacht habe.
Zu Hause nehme ich mir die Thermoskanne mit dem Tee vom Frühstück und gehe wieder an die Eisenbahn. Während sie läuft packe ich den ersten Lokschuppen-Bausatz aus. Irgendwie passte mir damals die Farbgebung nicht. Die Außenwände von dem Teil sind gelblich-beige. "Ich hatte mir doch damals schon Farbe in Ziegelrot gekauft", denke ich laut. Damit wollte ich die Teile überstreichen. In der Kiste finde ich die Farbe auch, sie ist auch nicht eingetrocknet. Also mache ich mich dran, alle Außenwände des Schuppens in Ziegelrot anzumalen. Und das von allen drei Bausätzen. Das dauert eine Weile. Zwischendrin signalisiert mein Handy, das eine Nachricht angekommen ist. Eine WhatsApp von Sandra. Als ob nichts gewesen ist, steht da: "Kommst Du Mittags in die Kantine?" "Na gut woher soll sie es wissen", denke ich und rufe sie an. Sie geht auch gleich ran. Da sie mich gestern ziemlich ablaufen lassen hat, beantworte ich die Frage auch ziemlich neutral: "Nein, ich komme nicht in die Kantine." Natürlich trifft sie die Antwort gleich emotional. "Wieso denn nicht?" fragt sie mit tränenunterdrückter Stimme. "Ich bleibe heute zu Hause", antworte ich, "ich war eben beim Arzt." "So schlimm?" fragt sie schluchzend. "Was ist so schlimm?" frage ich dagegen. "Ja aber du hast Doch da was", sagt Sandra. "Was denn genau?" frage ich ruhig, "Du wolltest das doch gestern gar nicht wissen, was da passiert ist." "Ich rufe gleich noch mal an", sagt sie schluchzend, "ich muss mir mal eine ruhige Ecke suchen." Fünf Minuten sind vorbei, zehn Minuten, eine Viertelstunde, aber keine Sandra ruft an. Mittlerweile ist es Mittag. Irgendwie habe ich keine Lust was zu kochen. So rufe ich in der Pizzeria im Ort an und bestelle mir dort eine zum selberabholen. Mit dem Fahrrad fahre ich hin und hole sie schließlich ab. Nachdem ich sie gegessen habe klingelt mein Handy. Die Nummer kommt mir bekannt vor, aber ich kann sie grade nicht zuordnen. Ich gehe mal ran. "Hallo Steffi, hier ist Hans (Sandras Vater)", sagt er. Hallo, ich grüße Dich", sage ich freundlich. "Du Steffi, was ist denn da gestern bei Sandra passiert?" fragt er, "Wilhelmine rief mich ganz aufgeregt an, weil die Polizei bei Sandra war." Ich fange an zu erzählen. Als ich Sandras Cousin erwähne höre ich Hans schwer atmen. "Dürfte ich vielleicht vorbeikommen?" fragt er dann, "ich glaube, da müssen wir mal in Ruhe drüber reden." "Ja gerne", sage ich und gebe ihm meine Adresse. "Bis gleich, Steffi", sagt Hans. Ich widme mich wieder meiner Malertätigkeit. Aber konzentriert arbeiten kann ich grade nicht nach dem Telefonat.
Bald klingelt es an der Tür ich gehe hin und öffne über den Drücker. Hans kommt rein. Ich stehe oben in der Tür. Als er oben ist, sagt er: "Lass Dich erstmal drücken." Dann bitte ich ihn herein. Obwohl er sichtlich angespannt ist, muss er bei dem Geräusch, was meine Eisenbahn macht, lächeln. "Dann schau doch mal nach", sage ich auch lächelnd. Hans steht staunend davor. "Großartig, Stefanie", sagt er begeistert. Millimeter für Millimeter tastet er mit den Augen die Anlage ab. Ich habe sie in drei Ebenen übereinander gebaut. In der Mitte ist ein großer Kreuzungsbahnhof und oben und unten sind die Wendeschleifen, bzw. die Abstellgleise versteckt hinter Kulissen. "Ich habe das Augenmerk auf den Bahnhof und den damit verbundenen Betrieb gelegt", sage ich, "deswegen habe ich nicht so lange Strecken aufgebaut." "Das ist ein tolles Konzept", sagt Hans. "Ja, die Züge schickst Du auf die Reise und im Bahnhof kannst Du nach Herzens Laune rangieren", sage ich. "Da hast ja bei mir ein Volltreffer gelandet", sagt Hans. Ich zeige ihm die Steuerung. Nach kurzer Zeit hat er sich eingefuchst. "Das ist schön simpel", sagt er. "Das war mir auch wichtig: einschalten und loslegen", sage ich. "Wie lange hast Du gebraucht?" fragt Hans. "Ich baue eigentlich immer noch", antworte ich, "aber angefangen habe ich vor 25, 26 Jahren. Alles in Segmenten, keines größer als 1x1,5 Meter. Außer der Wendeln." "Ganz toll, du bist gebucht für meine Anlage", sagt Hans. "Sehr gerne", antworte ich. Jetzt wird er doch wieder nachdenklich.
"Das von gestern, hm, wie geht es Dir danach?" fragt er. "Ich habe das eigentlich gut verkraftet", antworte ich, "ja gut, es spannt noch ein bisschen. Aber Sandras Verhalten wundert mich total. Die ist wie umgepolt, wenn Sebastian da ist." Hans nickt. "Deswegen will ich mit dir reden", sagt er, "da gibt es Sachen die Du wissen solltest. Ich habe dich sehr gerne, Stefanie und ich glaube, das Du Sandra auch gut im Zaum halten kannst. Viele ihrer Partnerinnen kamen mit ihrer Art und Dominanz nicht klar und da waren tolle Frauen dabei. Aber es waren auch ein paar, die Sandra Paroli bieten konnten. Spätestens wenn Basti auftauchte, war es dann aber vorbei." "Das ist nachvollziehbar, bei seiner Art", sage ich. Dann möchte Hans wissen was genau passiert ist. Ich erzähle es ihm so neutral wie möglich. Als ich an der Stelle mit den Ohrfeigen ankomme muss er leise lachen und nickt anerkennend. "Was mich halt dabei wundert, ist, dass sobald er Piep sagt, rennt sie hin und vergisst alles andere", sage ich dann, "setzt er sie unter Druck, mit irgendwas?" Hans schaut mich an und nickt langsam. "Was mir noch aufgefallen ist, er ist einerseits irgendwie eifersüchtig auf mich", sage ich, "andererseits scheint er in seine Kusine verknallt zu sein." "Du hast eine gute Auffassungsgabe, Steffi", sagt Hans dann, "genauso ist es auch." "Na gut, als Teenager kann man das ja sein", sage ich, "ist mir bei meiner Kusine auch passiert, zumal sie totale Ähnlichkeit mit mir hat. Aber mit Ende 40 muss man da doch drüber weg sein." "In seinem Fall eben nicht", sagt Hans, "deswegen versucht er auch Sandras Partnerschaften wegzubeißen." "Das ist hart", sage ich erstaunt, "auch bei männlichen Partnern, die Sandra früher hatte?" "Auch da", antworte Hans. "Unglaublich, mein Zwillingsbruder hätte den weggeboxt", sage ich. Hans lacht. "Deswegen setze ich auch meine Hoffnung auf dich", sagt er dann, "ich glaube, das Du die Standfestigkeit hast, ihm was entgegen zu stellen." "Wobei ich aber niemanden garantieren kann, was passiert, wenn ich dem das nächste Mal gegenüberstehe", sage ich dann noch, "mir ist es auch lieber der verschwindet nach diesem Wochenende wieder." "Das hoffe ich auch", sagt Hans. "Was macht der eigentlich beruflich?" frage ich. Hans zuckt mit den Schultern. "Schule hat er noch mit Abi geschafft", sagt Hans, "danach mehrere Studiengänge angefangen, aber keines zu Ende gebracht. Liegt teilweise meinem Bruder noch auf der Tasche." "Ah, von Beruf Sohn", flaxe ich. Hans nickt lächelnd. Eine Weile schauen wir den Zügen zu, wie sie ihre Kreise drehen. "Läuft die grade automatisch?" fragt Hans. "Ja, sonst bleibt irgendwann alles stehen, wenn im Bahnhof die Signale auf Rot sind", sage ich, "hinter dir steht mein altes Laptop, das steuert grade die Anlage. Wenn du jetzt auf Rechner oder Stellpult engreifst, dann geht sie in den manuellen Betrieb." "Das ist ja stark", sagt Hans, "weil eben alles digital ist." "Genau", bestätige ich. "Meinst Du, das geht bei meiner Anlage auch?" fragt Hans. "Ich glaube schon", sage ich, "es dauert eventuell eine Weile, bei der Größe." "Hilfst Du mir dabei?" fragt Hans vorsichtig. "Na klar, an meiner hier ist fast nichts mehr hinzuzufügen", sage ich, "Platzmäßig voll ausgereizt. Von daher würde ein neues Bauprojekt schon passen." "Das wäre ja toll", sagt Hans, "ich denke mal im Winter wäre das OK, oder." "Sehr gerne", sage ich.
"Du fragtest vorhin, ob Basti Sandra unter Druck setzt", sagt Hans vorsichtig. Ich sehe ihm an, das er jetzt stark angespannt ist. Ich nicke vorsichtig. "Also, das mit dem verknallt in Sandra sein hat er schon seit der Pubertät", sagt Hans, "und irgendwann hat er sie ins Bett gekriegt." Hans macht eine Pause und beobachtet meine Regung. Wobei mich das kühl bleiben lässt. "Ist ja auch nicht verboten unter Cousin und Couisine", sage ich vorsichtig. "Stimmt", sagt Hans, "aber bei unserem Stand ist das schon heikel. Das Gerede der Leute, du verstehst?" Ich nicke. "Sie haben wohl mehrfach über einen längeren Zeitraum miteinander geschlafen und"¦", Hans macht eine Pause. Irgendwie fehlen ihm die Worte. "Eigentlich wissen das nur mein Bruder Bernhard und ich", sagt Hans leise. "Ich kann mir schon was denken", sage ich und versuche ruhig zu bleiben, "sie wurde schwanger?" "Genau", antwortet Hans, "ich habe es erst sehr viel später durch Zufall herausbekommen." "Das hätte man doch irgendwann sehen müssen", sage ich, so schlank wie Sandra ist." Hans schaut ergriffen zum Boden. "Steffi, behalte das bitte für dich", sagt Hans leise, "sie hat abgetrieben. Er hat das von ihr verlangt." Ich schaue Hans entgeistert an. Eine Träne läuft über mein Wange. "Ach Du sch"¦", sage ich leise. Im nächsten Moment fange ich an zu zittern. "Hätte ich Dir wohl doch lieber nicht erzählen sollen", sagt Hans nachdenklich. "Doch ist schon OK", sage ich, "aber, das ist schon hart, besonders wenn man selber Kinder hat." Ich schaue zur Seite. Jetzt laufen mir noch mehr Tränen. Hans nimmt mich in den Arm. Eine Weile bleiben wir so sitzen. Ich fasse mich und frage: "Damit setzt er sie dann unter Druck?" "So sieht das aus", sagt Hans leise. Zu meiner Traurigkeit gesellt sich jetzt auch noch eine unermessliche Wut auf Basti. "Was für ein Dreckskerl", sage ich immer noch völlig fassungslos. Hans stimmt mit zu. "Weißt Du was die Sache nicht einfach macht?" frage ich Hans dann. "Was denn?" fragt er. "Sandra fragte mich, als wir uns endlich zusammengerauft hatten, was mir in einer Partnerschaft wichtig ist", antworte ich, "ich habe ziemlich schnell mit "Respekt, Vertrauen und Ehrlichkeit" geantwortet und ihr war das genauso wichtig." "Hm", macht Hans. "Das sie da nichts von gesagt hat, ist aufgrund des Umfanges und der Scham nachvollziehbar, grade bei einer so jungen Partnerschaft", sage ich, "jetzt habe ich natürlich Hintergrundwissen und halte das auch vor ihr geheim. Mal schauen, wie wir das auflösen"¦ "¦ irgendwann." Hans schaut betreten und besorgt nach unten. "Ist wirklich OK, dass Du mir das gesagt hast", tröste ich ihn, "irgendwann muss sie doch wieder in die Spur kommen. Sie geht doch sonst kaputt." "Ja, wenn sie es nicht schon ist", sagt Hans traurig. "Ich schaffe das", sage ich selbstbewusst, "vielleicht hilft mir ja mein Engel, von dem ich nicht weiß, warum er vor meinem geistigen Auge und in meinen Träumen immer wieder in Erscheinung tritt." Hans schaut mich fragend an. Also kläre ich ihn über den "Blutengel" auf. "Meine Güte ist das heftig", sagt Hans hinterher. Eine Weile lassen wir uns noch von der Eisenbahn ablenken und runterbringen. "Meinst Du, ich kann dich dann alleine lassen?" fragt Hans dann mit einem Lächeln. "Ja, ich glaube schon", antworte ich. Ich begleite ihn zur Tür. "Wenn ich was neues höre melde ich mich bei Dir", sage ich. "Genau, mache ich auch", sagt Hans, "tschüss, Steffi." "Mach es gut und Grüße an Elvira", sage ich noch.
Mein Wecker schmeißt mich um halb acht aus dem Bett. Ich rufe gleich bei Anja, der Sekretärin vom Chef an und schildere mein Anliegen. Natürlich schildere ich, was passiert ist. Anja ist eine freundliche, nette Frau, aber ein "Ach du Scheiße" kann sich nicht verkneifen. "Ich trage dir den freien Tag ein", sagt sie dann und verabschiedet sich. Ich setze in der Küche Wasser für einen Tee auf. Mein Diensthandy klingelt und mein Chef ist dran. "Anja hat mich grade informiert", sagt er und befragt mich. Ich beantworte ihn alles und gebe ihm den Stand der Dinge an. "Ich wünsche Dir alles Gute", sagt er dann zur Verabschiedung. Als nächste rufe ich in der Praxis von Heike an. Da geht auch gleich die Sprechstundenhilfe Rita ran. Auch hier erkläre ich kurz was los ist. "Oje, das hört sich ja fies an", sagt sie dann, "ich hätte was für halb Zehn, schaffst Du das?" "Ja ist OK", antworte ich. Dann gehe ich ins Bad. "Meine Güte", sage ich halblaut, als ich die Brust sehe. Fast die ganze Brust ist blau unterlaufen. In der Küche mache ich meine Tee und frühstücke in Ruhe. Dann mache ich mich auf den Weg zur Frauenärztin. Am Empfang sitzt Rita grade. "Hallo", grüße ich freundlich. "Hallo Steffi, wie geht es?" fragt Rita. "Halbwegs", antworte ich lächelnd. "Grade Frau geworden und dann sowas", sagt Rita bedrückt. "Das kann man so stehen lassen", sage ich lieb und gebe ihr die Unterlagen aus dem Krankenhaus. Ich nehme noch kurz im Wartezimmer Platz. Dann kommt Heike und holt mich ab. "Ach Steffi, das tut mir so leid für dich", sagt Heike als wir im Sprechzimmer ankommen. Dann erzähle ich ihr auch noch mal genaueres über den Vorfall. Heike ist echt sprachlos und wundert sich auch über Sandras Verhalten. "Ich kenne euch ja noch nicht lange, aber ihr strahlt ja richtig Einigkeit aus", sagt Heike dann. Ja, aber der Typ muss irgendeinen Schalter bei ihr umlegen und sie merkt es noch nicht mal", antworte ich. "Oder sie will es nicht merken", ergänzt Heike. Ich nicke zustimmend. Dann schauen wir uns die Unterlagen aus dem Krankenhaus an. Von der Verletzung mal abgesehen, Du bist schon ein Phänomen", sagt Heike und lockert die Stimmung auf. "Ja, wer weiß, was ich noch so mit mir rumschleppe", feixe ich. "Schön, dass du immer noch deinen Humor behalten hast", sagt Heike. Dann gehen wir zu ihrem Ultraschallgerät. "Haben die im Krankenhaus auch in die andere Brust reingeschaut?" fragt Heike. "Nein, haben sie nicht", antworte ich. "Dann würde ich das gerne tun", sagt Heike wieder. "Aber gerne", antworte ich darauf. "Ich fange damit mal an", sagt sie. Sie führt die Elektrode vorsichtig über meine heile Brust und schaut auf den Bildschirm. Ich kann mit draufschauen. "Ist schon etwas ungewohnt", sage ich, "früher saß ich gegebenenfalls daneben." "Siehste, so ändern sich die Zeiten", antwortet Heike nett. Zwischendrin macht sie Fotos. "Das ist schon einzigartig", sagt sie fasziniert. Dann geht sie zur anderen Brust. "Okee", sagt sie zwischendrin. Aufmerksam schaue ich auch hin. "Ich kann jetzt so keine gravierende Unterschiede zu gestern sehen", sage ich. "Das ist soweit OK, hat auch nicht mehr nachgeblutet", sagt Heike, "teilweise sind noch kleinere Ergüsse drin, daher die blaue Färbung. Das geht aber auch bald weg." "Blaue Flecken gehen schnell bei mir weg", sage ich. "Kennst Du Deine Blutgruppe?" fragt Heike. "Null positiv", antworte ich. "Na dann", sagt Heike grinsend, "sind schon die ersten Homo Sapiens mit rumgelaufen." "Ah ja!" bemerke ich.
"Also, mal abgesehen von der Verletzung, sind beide Brüste im Aufbau identisch", sagt Heike, "in der Linken sind auch keine Milchdrüsen zusehen. Liegt wahrscheinlich an deinen Hormoncocktail." "Apropos Hormone", sage ich, "da könnte ich gleich mal bei Peer wegen des letzten Blutbildes fragen." "Dann holen wir den mal hoch", sagt Heike und ruft Rita, "kannst Du mal unten fragen, ob Peer mal Zeit hat für die "rätselhafte" Steffi?" Rita nickt. "Rätselhaft passt ja", sage ich, "ich spiele ja seit einiger Zeit bei einer Band, die sich grade in die "Rätselhaften" umbenannt hat." "Ach cool, die kenne ich noch unter dem alten Namen", sagt Heike, "Wie bist Du denn dazu gekommen. In der Zeit in der wir auf Peer warten, erzähle ich es ihr in Kurzform. "Toll, Steffi", sagt Heike. Dann ist Peer auch schon da und lässt sich alles zeigen. Auch er ist von der Geschichte etwas geschockt. Aber er ist auch fasziniert, von dem was Heike ihm zeigt. "Wer weiß was du noch so für Überraschungen hast", sagt er dann lächelnd. "Muss ich wohl mal komplett in die Röhre", flaxe ich. "So abwegig ist das gar nicht", sagt Heike dann noch. "Wenn die Dinger nicht immer so laut wären", sage ich. Die beiden grinsen. "Humor hat sie ja noch", flaxt Peer. Ich zwinkere ihm zu. "Die Laborergebnisse sind noch nicht da", sagt er, "eventuell Montag, ich melde mich dann." "Alles klar", sage ich und ziehe mich wieder an. "Das sieht soweit ganz gut aus, Steffi", sagt Heike, "schone dich über das Wochenende. Wenn nichts großartiges passiert, kannst Du gerne am Montag nochmal zum Nachschauen vorbeikommen." "OK", sage ich. "Wenn Du dich nicht groß belastest, kannst Du dich auch bewegen, musst nicht zu Hause sitzen", sagt Heike. "Also Wandern, Radfahren, Paddeln, Segelfliegen?" frage ich. "Ja, kein Problem", sagt Heike. "Wie Segelfliegen?" fragt Peer. "Na ja, wegen der Luftdruckänderung, du kommst ja locker dreieinhalb Tausend Meter hoch", sage ich. "Is schon klar", sagt Peer, aber meine Frage zielte eher in eine andere Richtung. "Ach so", sage ich grinsend, "du wolltest wissen, ob ich fliege." "Tse, schon wieder ganz die alte", lacht Peer, "aber ja, das meinte ich." Also erkläre ich es den beiden. "Da nimmste mich aber mal mit", sagt Peer lachend. "Mich auch", sagt Heike. "Gerne", sage ich lächelnd. "Was meint ihr denn, wie lange ich im Schongang bleiben soll?" frage ich, "ich habe da noch ein anderes, altes Hobby wieder ausgegraben." "Welches?" fragt Heike lächelnd. "Springen, mit Fallschirm", sage ich. Beide kriegen große Augen. Heike fasst sich als erste. "Das ist ja heiß", sagt sie, "ich würde bis zum nächsten Wochenende warten, am besten kommst Freitag noch mal zum Nachschauen." "OK, mache ich so", sage ich. Peer hat sich mittlerweile auch gefasst. "Du bist ja mutig", sagt er dann noch. Dann verabschieden wir uns und ich verlasse die Praxis, nachdem ich für nächsten Freitag noch eine Termin gemacht habe.
Zu Hause nehme ich mir die Thermoskanne mit dem Tee vom Frühstück und gehe wieder an die Eisenbahn. Während sie läuft packe ich den ersten Lokschuppen-Bausatz aus. Irgendwie passte mir damals die Farbgebung nicht. Die Außenwände von dem Teil sind gelblich-beige. "Ich hatte mir doch damals schon Farbe in Ziegelrot gekauft", denke ich laut. Damit wollte ich die Teile überstreichen. In der Kiste finde ich die Farbe auch, sie ist auch nicht eingetrocknet. Also mache ich mich dran, alle Außenwände des Schuppens in Ziegelrot anzumalen. Und das von allen drei Bausätzen. Das dauert eine Weile. Zwischendrin signalisiert mein Handy, das eine Nachricht angekommen ist. Eine WhatsApp von Sandra. Als ob nichts gewesen ist, steht da: "Kommst Du Mittags in die Kantine?" "Na gut woher soll sie es wissen", denke ich und rufe sie an. Sie geht auch gleich ran. Da sie mich gestern ziemlich ablaufen lassen hat, beantworte ich die Frage auch ziemlich neutral: "Nein, ich komme nicht in die Kantine." Natürlich trifft sie die Antwort gleich emotional. "Wieso denn nicht?" fragt sie mit tränenunterdrückter Stimme. "Ich bleibe heute zu Hause", antworte ich, "ich war eben beim Arzt." "So schlimm?" fragt sie schluchzend. "Was ist so schlimm?" frage ich dagegen. "Ja aber du hast Doch da was", sagt Sandra. "Was denn genau?" frage ich ruhig, "Du wolltest das doch gestern gar nicht wissen, was da passiert ist." "Ich rufe gleich noch mal an", sagt sie schluchzend, "ich muss mir mal eine ruhige Ecke suchen." Fünf Minuten sind vorbei, zehn Minuten, eine Viertelstunde, aber keine Sandra ruft an. Mittlerweile ist es Mittag. Irgendwie habe ich keine Lust was zu kochen. So rufe ich in der Pizzeria im Ort an und bestelle mir dort eine zum selberabholen. Mit dem Fahrrad fahre ich hin und hole sie schließlich ab. Nachdem ich sie gegessen habe klingelt mein Handy. Die Nummer kommt mir bekannt vor, aber ich kann sie grade nicht zuordnen. Ich gehe mal ran. "Hallo Steffi, hier ist Hans (Sandras Vater)", sagt er. Hallo, ich grüße Dich", sage ich freundlich. "Du Steffi, was ist denn da gestern bei Sandra passiert?" fragt er, "Wilhelmine rief mich ganz aufgeregt an, weil die Polizei bei Sandra war." Ich fange an zu erzählen. Als ich Sandras Cousin erwähne höre ich Hans schwer atmen. "Dürfte ich vielleicht vorbeikommen?" fragt er dann, "ich glaube, da müssen wir mal in Ruhe drüber reden." "Ja gerne", sage ich und gebe ihm meine Adresse. "Bis gleich, Steffi", sagt Hans. Ich widme mich wieder meiner Malertätigkeit. Aber konzentriert arbeiten kann ich grade nicht nach dem Telefonat.
Bald klingelt es an der Tür ich gehe hin und öffne über den Drücker. Hans kommt rein. Ich stehe oben in der Tür. Als er oben ist, sagt er: "Lass Dich erstmal drücken." Dann bitte ich ihn herein. Obwohl er sichtlich angespannt ist, muss er bei dem Geräusch, was meine Eisenbahn macht, lächeln. "Dann schau doch mal nach", sage ich auch lächelnd. Hans steht staunend davor. "Großartig, Stefanie", sagt er begeistert. Millimeter für Millimeter tastet er mit den Augen die Anlage ab. Ich habe sie in drei Ebenen übereinander gebaut. In der Mitte ist ein großer Kreuzungsbahnhof und oben und unten sind die Wendeschleifen, bzw. die Abstellgleise versteckt hinter Kulissen. "Ich habe das Augenmerk auf den Bahnhof und den damit verbundenen Betrieb gelegt", sage ich, "deswegen habe ich nicht so lange Strecken aufgebaut." "Das ist ein tolles Konzept", sagt Hans. "Ja, die Züge schickst Du auf die Reise und im Bahnhof kannst Du nach Herzens Laune rangieren", sage ich. "Da hast ja bei mir ein Volltreffer gelandet", sagt Hans. Ich zeige ihm die Steuerung. Nach kurzer Zeit hat er sich eingefuchst. "Das ist schön simpel", sagt er. "Das war mir auch wichtig: einschalten und loslegen", sage ich. "Wie lange hast Du gebraucht?" fragt Hans. "Ich baue eigentlich immer noch", antworte ich, "aber angefangen habe ich vor 25, 26 Jahren. Alles in Segmenten, keines größer als 1x1,5 Meter. Außer der Wendeln." "Ganz toll, du bist gebucht für meine Anlage", sagt Hans. "Sehr gerne", antworte ich. Jetzt wird er doch wieder nachdenklich.
"Das von gestern, hm, wie geht es Dir danach?" fragt er. "Ich habe das eigentlich gut verkraftet", antworte ich, "ja gut, es spannt noch ein bisschen. Aber Sandras Verhalten wundert mich total. Die ist wie umgepolt, wenn Sebastian da ist." Hans nickt. "Deswegen will ich mit dir reden", sagt er, "da gibt es Sachen die Du wissen solltest. Ich habe dich sehr gerne, Stefanie und ich glaube, das Du Sandra auch gut im Zaum halten kannst. Viele ihrer Partnerinnen kamen mit ihrer Art und Dominanz nicht klar und da waren tolle Frauen dabei. Aber es waren auch ein paar, die Sandra Paroli bieten konnten. Spätestens wenn Basti auftauchte, war es dann aber vorbei." "Das ist nachvollziehbar, bei seiner Art", sage ich. Dann möchte Hans wissen was genau passiert ist. Ich erzähle es ihm so neutral wie möglich. Als ich an der Stelle mit den Ohrfeigen ankomme muss er leise lachen und nickt anerkennend. "Was mich halt dabei wundert, ist, dass sobald er Piep sagt, rennt sie hin und vergisst alles andere", sage ich dann, "setzt er sie unter Druck, mit irgendwas?" Hans schaut mich an und nickt langsam. "Was mir noch aufgefallen ist, er ist einerseits irgendwie eifersüchtig auf mich", sage ich, "andererseits scheint er in seine Kusine verknallt zu sein." "Du hast eine gute Auffassungsgabe, Steffi", sagt Hans dann, "genauso ist es auch." "Na gut, als Teenager kann man das ja sein", sage ich, "ist mir bei meiner Kusine auch passiert, zumal sie totale Ähnlichkeit mit mir hat. Aber mit Ende 40 muss man da doch drüber weg sein." "In seinem Fall eben nicht", sagt Hans, "deswegen versucht er auch Sandras Partnerschaften wegzubeißen." "Das ist hart", sage ich erstaunt, "auch bei männlichen Partnern, die Sandra früher hatte?" "Auch da", antworte Hans. "Unglaublich, mein Zwillingsbruder hätte den weggeboxt", sage ich. Hans lacht. "Deswegen setze ich auch meine Hoffnung auf dich", sagt er dann, "ich glaube, das Du die Standfestigkeit hast, ihm was entgegen zu stellen." "Wobei ich aber niemanden garantieren kann, was passiert, wenn ich dem das nächste Mal gegenüberstehe", sage ich dann noch, "mir ist es auch lieber der verschwindet nach diesem Wochenende wieder." "Das hoffe ich auch", sagt Hans. "Was macht der eigentlich beruflich?" frage ich. Hans zuckt mit den Schultern. "Schule hat er noch mit Abi geschafft", sagt Hans, "danach mehrere Studiengänge angefangen, aber keines zu Ende gebracht. Liegt teilweise meinem Bruder noch auf der Tasche." "Ah, von Beruf Sohn", flaxe ich. Hans nickt lächelnd. Eine Weile schauen wir den Zügen zu, wie sie ihre Kreise drehen. "Läuft die grade automatisch?" fragt Hans. "Ja, sonst bleibt irgendwann alles stehen, wenn im Bahnhof die Signale auf Rot sind", sage ich, "hinter dir steht mein altes Laptop, das steuert grade die Anlage. Wenn du jetzt auf Rechner oder Stellpult engreifst, dann geht sie in den manuellen Betrieb." "Das ist ja stark", sagt Hans, "weil eben alles digital ist." "Genau", bestätige ich. "Meinst Du, das geht bei meiner Anlage auch?" fragt Hans. "Ich glaube schon", sage ich, "es dauert eventuell eine Weile, bei der Größe." "Hilfst Du mir dabei?" fragt Hans vorsichtig. "Na klar, an meiner hier ist fast nichts mehr hinzuzufügen", sage ich, "Platzmäßig voll ausgereizt. Von daher würde ein neues Bauprojekt schon passen." "Das wäre ja toll", sagt Hans, "ich denke mal im Winter wäre das OK, oder." "Sehr gerne", sage ich.
"Du fragtest vorhin, ob Basti Sandra unter Druck setzt", sagt Hans vorsichtig. Ich sehe ihm an, das er jetzt stark angespannt ist. Ich nicke vorsichtig. "Also, das mit dem verknallt in Sandra sein hat er schon seit der Pubertät", sagt Hans, "und irgendwann hat er sie ins Bett gekriegt." Hans macht eine Pause und beobachtet meine Regung. Wobei mich das kühl bleiben lässt. "Ist ja auch nicht verboten unter Cousin und Couisine", sage ich vorsichtig. "Stimmt", sagt Hans, "aber bei unserem Stand ist das schon heikel. Das Gerede der Leute, du verstehst?" Ich nicke. "Sie haben wohl mehrfach über einen längeren Zeitraum miteinander geschlafen und"¦", Hans macht eine Pause. Irgendwie fehlen ihm die Worte. "Eigentlich wissen das nur mein Bruder Bernhard und ich", sagt Hans leise. "Ich kann mir schon was denken", sage ich und versuche ruhig zu bleiben, "sie wurde schwanger?" "Genau", antwortet Hans, "ich habe es erst sehr viel später durch Zufall herausbekommen." "Das hätte man doch irgendwann sehen müssen", sage ich, so schlank wie Sandra ist." Hans schaut ergriffen zum Boden. "Steffi, behalte das bitte für dich", sagt Hans leise, "sie hat abgetrieben. Er hat das von ihr verlangt." Ich schaue Hans entgeistert an. Eine Träne läuft über mein Wange. "Ach Du sch"¦", sage ich leise. Im nächsten Moment fange ich an zu zittern. "Hätte ich Dir wohl doch lieber nicht erzählen sollen", sagt Hans nachdenklich. "Doch ist schon OK", sage ich, "aber, das ist schon hart, besonders wenn man selber Kinder hat." Ich schaue zur Seite. Jetzt laufen mir noch mehr Tränen. Hans nimmt mich in den Arm. Eine Weile bleiben wir so sitzen. Ich fasse mich und frage: "Damit setzt er sie dann unter Druck?" "So sieht das aus", sagt Hans leise. Zu meiner Traurigkeit gesellt sich jetzt auch noch eine unermessliche Wut auf Basti. "Was für ein Dreckskerl", sage ich immer noch völlig fassungslos. Hans stimmt mit zu. "Weißt Du was die Sache nicht einfach macht?" frage ich Hans dann. "Was denn?" fragt er. "Sandra fragte mich, als wir uns endlich zusammengerauft hatten, was mir in einer Partnerschaft wichtig ist", antworte ich, "ich habe ziemlich schnell mit "Respekt, Vertrauen und Ehrlichkeit" geantwortet und ihr war das genauso wichtig." "Hm", macht Hans. "Das sie da nichts von gesagt hat, ist aufgrund des Umfanges und der Scham nachvollziehbar, grade bei einer so jungen Partnerschaft", sage ich, "jetzt habe ich natürlich Hintergrundwissen und halte das auch vor ihr geheim. Mal schauen, wie wir das auflösen"¦ "¦ irgendwann." Hans schaut betreten und besorgt nach unten. "Ist wirklich OK, dass Du mir das gesagt hast", tröste ich ihn, "irgendwann muss sie doch wieder in die Spur kommen. Sie geht doch sonst kaputt." "Ja, wenn sie es nicht schon ist", sagt Hans traurig. "Ich schaffe das", sage ich selbstbewusst, "vielleicht hilft mir ja mein Engel, von dem ich nicht weiß, warum er vor meinem geistigen Auge und in meinen Träumen immer wieder in Erscheinung tritt." Hans schaut mich fragend an. Also kläre ich ihn über den "Blutengel" auf. "Meine Güte ist das heftig", sagt Hans hinterher. Eine Weile lassen wir uns noch von der Eisenbahn ablenken und runterbringen. "Meinst Du, ich kann dich dann alleine lassen?" fragt Hans dann mit einem Lächeln. "Ja, ich glaube schon", antworte ich. Ich begleite ihn zur Tür. "Wenn ich was neues höre melde ich mich bei Dir", sage ich. "Genau, mache ich auch", sagt Hans, "tschüss, Steffi." "Mach es gut und Grüße an Elvira", sage ich noch.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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bella49
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Re: Blutengel
Auwei, das ist schon harter Tobac !
Und doch ist es verblüffend, welch unerwartete Wendungen Du in Deine Geschichten einbaust. Das ist ganz große Kunst!
Hält die Spannung hoch, regt die eigene Phantasie an und steigert die Sucht nach Fortsetzungen ins Unermeßliche!
Ganz lieben Dank dafür!
LG bella49
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Stephanie
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Re: Blutengel
Wochenende mit der Kleinen
Ich setze mich wieder an die Eisenbahn und versuche mal an gar nichts zu denken. Nach einiger Zeit klingelt mein Telefon. Die Nummer von meiner Gattin ist im Display zu sehen. Zögerlich gehe ich ran. Hoffentlich macht die jetzt nicht auch noch Stress. Im Gegensatz zu unseren üblichen Telefonaten ist sie recht zurückhaltend und höflich. Nach der Begrüßung kommt sie schnell zu ihrem Anliegen. "Kannst Du vielleicht die Kleine über das Wochenende bei Dir aufnehmen?" fragt sie. "Ja klar, gerne", antworte ich. "Wir fahren kurzfristig über das Wochenende weg und die Mädels wollen nicht mit", sagt die Gattin, "die Große kann bei ihrer Freundin bleiben." "OK, soll ich sie abholen?" frage ich. "Ich kann sie auch gerne vorbei bringen", sagt meine Gattin, "bist Du bei Sandra?" "Nein, ich bin das Wochenende zu Hause", antworte ich. "Habt ihr Stress?" fragt sie etwas besorgt. "Ich erzähle es Dir am besten, wenn du da bist, ist etwas umfangreicher", sage ich. "OK", sagt sie und dann: "können wir vielleicht die Katzen mitbringen, wir haben keinen zum Füttern und Bespielen." "Ja klar, warum nicht", sage ich erfreut. "Dann sammeln wir alles ein und kommen vorbei", sagt sie. Das kommt mir jetzt richtig entgegen. Meine Kleine ist ein echter Wirbelwind, die bringt mich bestimmt auf andere Gedanken. Mal schauen, wie die Katzen das finden. Als ich damals ausgezogen bin, waren die Schnurrer grade ein paar Wochen bei uns. Es sind reine Wohnungskatzen, von daher wird es wohl ganz angenehm für die beiden. Ich gehe in die Küche und koche einen grünen Tee. Der ist grade fertig, da klingelts unten an der Tür. Ich öffne und lasse sie herein. Lisa hat auch grade ihre Tür offen und dekoriert sie. Freundlich grüßen wir uns. Dann kommt auch schon die Kleine die Treppe hoch, gefolgt von meiner Gattin. "Hallo Lisa", grüßt die Kleine. Meine Gattin staunt. Lisa grüßt freundlich zurück. Dann sieht sie die beiden Katzen in der Transportbox, die die Kleine trägt. "Och, die sind ja süß", sagt Lisa und bestaunt die Katzen. Die scheinen ja keine Probleme mit dem Transport zu haben, neugierig schauen sie durch das Gitter. Die Katzen, die wir vorher hatten, haben immer einen Terror gemacht, wenn sie in der Box waren. Meine Gattin bringt schon mal die Sachen der Kleinen in die Wohnung und schaut sich auch gleich um. Dann bringen wir die Katzen in die Wohnung. Ich schließe die Wohnungstür und meine Kleine lässt die Katzen raus. Vorsichtig, aber unheimlich neugierig verlassen sie die Box. "Jetzt wird erstmal die Wohnung auf Katzenart vermessen", flaxt meine Gattin. Zimmer für Zimmer wird inspiziert, dann kommen die beiden Schnurrer ans Eisenbahnzimmer. Reintrauen tun sie sich nicht, aber von der Tür aus wird der Zugverkehr beobachtet. Die beiden Katzen sind Mutter und Tochter. Die Tochter ist die mutigere von Beiden und springt auf ein Regal, was neben der Anlage steht. Von da aus beobachtet sie weiter. Die andere Katze gesellt sich nach einiger Zeit dazu. Ich biete meiner Gattin eine Tee an, den sie dankend annimmt. Dann möchte sie die Wohnung sehen. Ich führe sie herum, während meine Tochter sich an die Eisenbahn setzt.
Auf dem Balkon bleiben wir eine Weile stehen und unterhalten uns. Ich erzähle von dem Vorfall bei Sandra. Meine Gattin ist auch leicht entsetzt. Dann fragt sie aber auch mal zu meinem körperlichen Zustand. "Ich habe ja über die Anwälte Unterlagen bekommen, die deinen Zustand beschreiben", sagt sie, "aber einiges verstehe ich noch nicht ganz." "Ich allerdings auch nicht", sage ich, "vor allem, warum das jetzt erst passiert." Sie nickt. "Na ja, ist jetzt eben so", sagt sie dann. "Noch eine Tee?" frage ich. "Gerne", sagt sie. Ich gehe in die Küche und fülle unsere Tassen noch mal auf. "Das ist ja eigentlich recht ruhig hier", sagt meine Gattin dann, "ab und zu rattert zwar die Straßenbahn, aber sonst OK." "Ist auszuhalten", sage ich grinsend. Dann sagt die Gattin grinsend, etwas leiser: "Die Kleine hat schon Bedarf angemeldet, wenn Du vielleicht zu Sandra ziehen solltest." Ich lache leise. "Mal schauen, im Moment wohne ich ja noch zur Miete", sage ich. "Wie, die Wohnung gehört noch deinen Eltern?" fragt sie. Ich nicke. "Hm, wir müssen uns sowieso noch mal wegen unserer Wohnung unterhalten", sagt sie. Das war bisher unser Streitpunkt. Am liebsten würde jeder von uns die Wohnung behalten. Sie gehört uns noch gemeinsam, aber einer alleine könnte für das noch laufende Darlehen nicht aufkommen. Sie hat durch ihre Eltern einige Immobilien in Aussicht, die ihr überschrieben werden können. Bei mir ist es genauso. Dadurch, dass die Scheidung noch läuft haben wir die Umschreibungen natürlich noch nicht gemacht. Wobei sie etwas besser gestellt ist als ich, ich stelle da allerdings keine Ansprüche an sie. Hinzu kommt das unsere Töchter die Wohnung auch behalten möchten. Grade die Große will am liebsten da bleiben. Die Große wird in gut zwei Jahren volljährig. "Wenn wir die Zeit irgendwie überbrücken könnten wäre das schon nicht schlecht", sage ich. "Da sollten wir uns mal in Ruhe drüber unterhalten", sagt meine Gattin dann. Wir gehen wieder rein und schauen was die Kleine und die Katzen machen. "Ach wie süß", sagt meine Gattin, als wir in das Zimmer kommen. Die Kleine steuert noch die Züge. Die große Katze liegt auf ihrem Schoß und lässt sich nebenbei kraulen. Die kleine Katze liegt ganz oben auf der Anlage, auf der Abdeckung der Abstellgleise und schaut zu, wie die Züge rein- und rausfahren. Meine Gattin schießt ein paar Fotos. "Ich glaube das funktioniert hier mit euch", sagt meine Gattin lächelnd, "ich würde dann wieder fahren." "Tschüss Mami", ruft die Kleine. "Ach eins fällt mir noch ein", sagt die Gattin, als wir an der Tür stehen. "Was denn?" frage ich. "Sie fragt öfter, wegen Segelfliegen und Fallschirmspringen", sagt meine Gattin, "sie würde da gerne mal mitkommen." "Das sollten wir weiter so handhaben wie immer", sage ich, "wenn eine von uns beiden Bedenken hat und Nein sagt, dann zählt dieses Nein mehr als die Hälfte." "Schön, dass wir das so beibehalten", sagt sie, "aber du kennst sie ja, sie quengelt so lange, bis man nachgibt." "Also, Fallschirmspringen geht grade nicht", sage ich, "ich bin noch im Training und darf noch keine Personen mitnehmen, außerdem darf ich durch die Verletzung auch gar nicht springen." "Fliegen darfst Du aber?" fragt sie. "Ja da gibt es laut Ärztin wohl keine Einschränkungen", antworte ich. "Hm, da hätte ich jetzt nichts dagegen", sagt die Gattin, "die Kleine würde es toll finden." "Wollen wir ihr es gleich sagen?" frage ich. "Na klar", sagt sie. Sie ruft die Kleine zu uns und erklärt ihr das, was wir eben besprochen hatten. "Das ist ja cool", freut sich die Kleine, "danke schön." Dann verabschieden wir uns.
"Mami ist cool drauf, oder?" fragt meine Kleine. "Ja, ich staune", sage ich, "sonst werde ich immer vollgemeckert." "Da hat Sandra viel von dir erzählt", sagt sie dann. "Aha", bemerke ich. Ich schaue zu, wie sie Züge rangiert, auseinander und wieder zusammenstellt. "Du hast Dich ja gut eingefuchst", sage ich, "soll ich mal ein Foto machen und an die Große schicken?" Au ja", antwortet sie. Dann mache ich das. Prompt kommt als Antwort: "Gemein." Mit einem lachenden Smiley. Die Kleine rangiert dann munter weiter. "Ist der Peine-Salzgitter schon mal durchgekommen?" frage ich. "Der wer, was?" fragt die Kleine. Ich grinse sie an und nehme den Laptop, der die Anlage steuert. "Mal schauen, wo der ist", sage ich. Die Kleine schaut gespannt zu. "Ach, den habe ich noch gar nicht eingebunden", sage ich, und tippe auf der Tastatur herum. "Was ist denn das jetzt für einer?" fragt sie mich. "Lass dich überraschen", sage ich lächelnd, "das Original fährt von Hamburg zum Stahlwerk in Salzgitter, gleich hier um die Ecke." Im oberen Abstellbereich fängt es leise an zu rauschen, dann wird es langsam lauter. Die Katze oben hat sich jetzt hingesetzt und lauscht auch gespannt. Ihre Ohren dreht sie dabei von vorne nach hinten und zurück. Dann kommen die beiden E-Loks durch das Ausfahrtportal vom Abstellbahnhof. Ein Waggon nach dem anderen kommt zum Vorschein. "Boah!" sagt meine Tochter. Der Zuganfang ist schon in der Wendel nach unten, während immer noch Waggons aus dem Portal kommen. Im Bahnhof stelle ich ein Gleis auf Durchfahrt. "Alter, hört das noch mal auf", flaxt meine Tochter. Dann ist auch der letzte Wagen raus. "Wieviel waren das jetzt?" fragt sie. "Hast nicht mitgezählt?" frage ich frech. ""˜Schuldigung, habe ich vergessen", flaxt sie. "25", antworte ich, "mit den beiden Loks ist der Zug fast Fünf Meter lang. Passt grade noch so in die Abstellgleise." "Coo-oool!", sagt die Kleine und schaut faszinierend hinter dem Langen Zug hinterher, der grade den Bahnhof passiert und Kurs auf die Wendel nach unten nimmt. "Hast du auch einen ICE?" fragt die Kleine jetzt. Ich lächele sie an und nehme den Laptop. "Guck mal, hier ist der Gleisplan und überall, wo eine Zahl steht, ist ein Zug", sage ich, "neben dem Gleisplan ist eine Liste, wohinter den Zahlen eine Bezeichnung steht. Der ICE hat die Nummer 410." Wo es ging habe ich mich an die Baureihenbezeichnung gehalten. "Aha", bemerkt die Kleine. "Jetzt kannst Du auf die Nummer klicken und festlegen, ob er so schnell wie möglich, bald oder später losfahren soll", sage ich. "Geil, dann soll der mal ordentlich losfenstern", sagt sie grinsend. "Mit Bahnhofshalt?" frage ich. "Später vielleicht", sagt sie grinsend. Da der P+S noch auf dem Weg nach unten ist, lasse ich den ICE von oben durch den Bahnhof wieder nach oben rauschen. "Is ja heiß, was hier alles geht", freut sich meine Tochter. Da ich alles auf Durchfahrt gestellt habe, kommt er kurz darauf wieder und rauscht andersrum durch den Bahnhof. "Sieht schon gut aus", sage ich. "Total!" antwortet die Kleine.
"Was möchtest Du denn zum Abendbrot?" frage ich. Sie zuckt mit den Schultern. "Pizza, Nudeln, Hot Dog, Hamburger?" frage ich weiter. "Hamburger wär cool!" antwortet sie. "Selbstgemacht?" frage ich wieder. "Am liebsten", antwortet sie. Ich gehe in die Küche und schaue nach was ich da habe. "Ich müsste nochmal ein paar Sachen einkaufen", sage ich dann. "Soll ich mitkommen? Oder darf ich hier weitermachen?" fragt meine Kleine. "Wie Du möchtest", antworte ich. "Dann bleibe ich hier", sagt sie. "Alles klar", sage ich und nehme meine Sachen. Mit dem Fahrrad fahre ich zu dem Supermarkt im Ort. Beim Durchstreifen der Regale geht mein Handy. Ich habe ein Bluetooth Headset dran. Das Handy steht auf automatische Abnahme. Ich melde mich. "Hallo Stefanie, hier ist Sandra", höre ich sie leise, fast schüchtern, "wo bist Du grade. "Beim Einkaufen", antworte ich ganz normal, "meine Kleine ist am Wochenende kurzfristig bei mir, wir wollen uns Hamburger machen." "Ach so", sagt sie und klingt irgendwie enttäuscht. "Und wo bist Du?" frage ich sie. "Ich fahre grade nach Hause", sagt sie. "Bist Du wieder alleine?" frage ich. "Nein", antwortet sie knapp. "Wann fährt der denn wieder nach Hause?" frage ich in Bezug auf ihren Cousin. "Am Sonntag wahrscheinlich", antwortet sie geknickt. "So lange der da ist kann ich leider nicht zu Dir kommen", sage ich vorsichtig, "ich verzeihe ihm das nicht." "Ja ist klar", sagt sie leise. "Du kannst aber gerne zu uns kommen", sage ich, "die Kleine hat auch die Katzen mit gebracht, weil sie sonst keinen zum Aufpassen hatten." "Oh, schön", sagt Sandra. "Magst Du kommen?" frage ich ganz offen. "Hm, nee", druckst sie herum. "Oder hat Dein Cousin was dagegen?" frage ich mutig. "Klack" aufgelegt. "Ups das war zu frech", denke ich, "aber Volltreffer." Ich habe alles zusammen, bezahle und fahre nach Hause. Meine Tochter ist immer noch an der Anlage. Sie grinst mich an. "Das wird gar nicht langweilig", sagt sie.
Ich gehe in die Küche und fange an die Hamburger zu machen. Zum Essen kommt die Kleine in die Küche. "Mmh, lecker", sagt sie, "ist tausendmal besser, selbstgemacht mit frischen Zutaten." "Das stimmt", sage ich. Die Katzen kommen auch in die Küche. "Miau!" macht die große Katze ziemlich energisch. "Jawohl, ihre Majestät, wie konnte ich Sie vergessen", sage ich. Meine Tochter lacht. "Die fordern ihr Futter aber auch ein", sage ich. Bevor ich meine zweiten Burger esse, füttere ich die Katzen. Die streichen um mich herum und buffen mich mit ihrem Kopf an. "Brr, Mi, Miau", sagen sie. Dann stelle ich das Futter hin. Sie stürzen sich sofort drauf. "Als ob es morgen nichts mehr gibt", lacht meine Tochter. In Ruhe essen wir noch einen zweiten Burger. Ich habe sie extra nicht so groß gemacht. "Wo möchtest Du denn dann schlafen?" frage ich sie nach dem Essen, "auf dem Sofa, ich könnte dir ein Luftbett aufpumpen, oder in meinem Bett?" "Was hast Du denn für ein Bett?" fragt sie. "Probiers aus", sage ich. Sie legt sich ins Bett. "Hier! Ich schlafe hier", sagt sie begeistert, "das ist ja super, ein Wasserbett!" "OK, dann gehe ich aufs Sofa", sage ich. "Ach was, hier passen wir doch beide hin", sagt sie dann. Die Katzen haben auch fertig gefuttert und kommen neugierig zu uns. Erst springt die eine, dann die andere auf das Bett. Dadurch dass das Bett ja beheizt ist, kringeln sie sich sofort schnurrend ein. "Meinste jetzt habe ich immer noch Platz?" frage ich grinsend. Meine Tochter geht wieder an die Eisenbahn. "Macht süchtig", sagt sie grinsend. "Noch irgendwas anderes möchtest Du dann nicht mehr machen?" frage ich. "Nöö", sagt sie kurz. Ich hole mir eben schnell mein anderes Laptop. Während die Kleine versucht, die Eisenbahn an ihre Grenzen zu bringen, mache ich die Online Anzeige gegen Sandras Cousin fertig. Als ich damit fertig bin, mache ich an der Eisenbahn mit. Nach einiger Zeit kriegen wir es hin, gleichzeitig vier Züge ausfahren und vier Züge einfahren zu lassen, ohne das es zu einem Crash kommt. "Meine Güte, so ein Stresstest hat die Anlage aber auch noch nicht gehabt", sage ich. "Aber sie kann es ", sagt meine Kleine lapidar. "Tse, du bist so eine", lache ich. Um halb Elf schalten wir die Anlage ab. "So, ab in die Heia", sage ich, "morgen geht es auf den Flugplatz." "Super gut", sagt die Kleine. Kurz nachdem wir uns hingelegt haben, kommen auch die beiden Katzen, legen sich ans Fußende und schnurren zufrieden. Kurz darauf schlafen wir auch ein.
Ich setze mich wieder an die Eisenbahn und versuche mal an gar nichts zu denken. Nach einiger Zeit klingelt mein Telefon. Die Nummer von meiner Gattin ist im Display zu sehen. Zögerlich gehe ich ran. Hoffentlich macht die jetzt nicht auch noch Stress. Im Gegensatz zu unseren üblichen Telefonaten ist sie recht zurückhaltend und höflich. Nach der Begrüßung kommt sie schnell zu ihrem Anliegen. "Kannst Du vielleicht die Kleine über das Wochenende bei Dir aufnehmen?" fragt sie. "Ja klar, gerne", antworte ich. "Wir fahren kurzfristig über das Wochenende weg und die Mädels wollen nicht mit", sagt die Gattin, "die Große kann bei ihrer Freundin bleiben." "OK, soll ich sie abholen?" frage ich. "Ich kann sie auch gerne vorbei bringen", sagt meine Gattin, "bist Du bei Sandra?" "Nein, ich bin das Wochenende zu Hause", antworte ich. "Habt ihr Stress?" fragt sie etwas besorgt. "Ich erzähle es Dir am besten, wenn du da bist, ist etwas umfangreicher", sage ich. "OK", sagt sie und dann: "können wir vielleicht die Katzen mitbringen, wir haben keinen zum Füttern und Bespielen." "Ja klar, warum nicht", sage ich erfreut. "Dann sammeln wir alles ein und kommen vorbei", sagt sie. Das kommt mir jetzt richtig entgegen. Meine Kleine ist ein echter Wirbelwind, die bringt mich bestimmt auf andere Gedanken. Mal schauen, wie die Katzen das finden. Als ich damals ausgezogen bin, waren die Schnurrer grade ein paar Wochen bei uns. Es sind reine Wohnungskatzen, von daher wird es wohl ganz angenehm für die beiden. Ich gehe in die Küche und koche einen grünen Tee. Der ist grade fertig, da klingelts unten an der Tür. Ich öffne und lasse sie herein. Lisa hat auch grade ihre Tür offen und dekoriert sie. Freundlich grüßen wir uns. Dann kommt auch schon die Kleine die Treppe hoch, gefolgt von meiner Gattin. "Hallo Lisa", grüßt die Kleine. Meine Gattin staunt. Lisa grüßt freundlich zurück. Dann sieht sie die beiden Katzen in der Transportbox, die die Kleine trägt. "Och, die sind ja süß", sagt Lisa und bestaunt die Katzen. Die scheinen ja keine Probleme mit dem Transport zu haben, neugierig schauen sie durch das Gitter. Die Katzen, die wir vorher hatten, haben immer einen Terror gemacht, wenn sie in der Box waren. Meine Gattin bringt schon mal die Sachen der Kleinen in die Wohnung und schaut sich auch gleich um. Dann bringen wir die Katzen in die Wohnung. Ich schließe die Wohnungstür und meine Kleine lässt die Katzen raus. Vorsichtig, aber unheimlich neugierig verlassen sie die Box. "Jetzt wird erstmal die Wohnung auf Katzenart vermessen", flaxt meine Gattin. Zimmer für Zimmer wird inspiziert, dann kommen die beiden Schnurrer ans Eisenbahnzimmer. Reintrauen tun sie sich nicht, aber von der Tür aus wird der Zugverkehr beobachtet. Die beiden Katzen sind Mutter und Tochter. Die Tochter ist die mutigere von Beiden und springt auf ein Regal, was neben der Anlage steht. Von da aus beobachtet sie weiter. Die andere Katze gesellt sich nach einiger Zeit dazu. Ich biete meiner Gattin eine Tee an, den sie dankend annimmt. Dann möchte sie die Wohnung sehen. Ich führe sie herum, während meine Tochter sich an die Eisenbahn setzt.
Auf dem Balkon bleiben wir eine Weile stehen und unterhalten uns. Ich erzähle von dem Vorfall bei Sandra. Meine Gattin ist auch leicht entsetzt. Dann fragt sie aber auch mal zu meinem körperlichen Zustand. "Ich habe ja über die Anwälte Unterlagen bekommen, die deinen Zustand beschreiben", sagt sie, "aber einiges verstehe ich noch nicht ganz." "Ich allerdings auch nicht", sage ich, "vor allem, warum das jetzt erst passiert." Sie nickt. "Na ja, ist jetzt eben so", sagt sie dann. "Noch eine Tee?" frage ich. "Gerne", sagt sie. Ich gehe in die Küche und fülle unsere Tassen noch mal auf. "Das ist ja eigentlich recht ruhig hier", sagt meine Gattin dann, "ab und zu rattert zwar die Straßenbahn, aber sonst OK." "Ist auszuhalten", sage ich grinsend. Dann sagt die Gattin grinsend, etwas leiser: "Die Kleine hat schon Bedarf angemeldet, wenn Du vielleicht zu Sandra ziehen solltest." Ich lache leise. "Mal schauen, im Moment wohne ich ja noch zur Miete", sage ich. "Wie, die Wohnung gehört noch deinen Eltern?" fragt sie. Ich nicke. "Hm, wir müssen uns sowieso noch mal wegen unserer Wohnung unterhalten", sagt sie. Das war bisher unser Streitpunkt. Am liebsten würde jeder von uns die Wohnung behalten. Sie gehört uns noch gemeinsam, aber einer alleine könnte für das noch laufende Darlehen nicht aufkommen. Sie hat durch ihre Eltern einige Immobilien in Aussicht, die ihr überschrieben werden können. Bei mir ist es genauso. Dadurch, dass die Scheidung noch läuft haben wir die Umschreibungen natürlich noch nicht gemacht. Wobei sie etwas besser gestellt ist als ich, ich stelle da allerdings keine Ansprüche an sie. Hinzu kommt das unsere Töchter die Wohnung auch behalten möchten. Grade die Große will am liebsten da bleiben. Die Große wird in gut zwei Jahren volljährig. "Wenn wir die Zeit irgendwie überbrücken könnten wäre das schon nicht schlecht", sage ich. "Da sollten wir uns mal in Ruhe drüber unterhalten", sagt meine Gattin dann. Wir gehen wieder rein und schauen was die Kleine und die Katzen machen. "Ach wie süß", sagt meine Gattin, als wir in das Zimmer kommen. Die Kleine steuert noch die Züge. Die große Katze liegt auf ihrem Schoß und lässt sich nebenbei kraulen. Die kleine Katze liegt ganz oben auf der Anlage, auf der Abdeckung der Abstellgleise und schaut zu, wie die Züge rein- und rausfahren. Meine Gattin schießt ein paar Fotos. "Ich glaube das funktioniert hier mit euch", sagt meine Gattin lächelnd, "ich würde dann wieder fahren." "Tschüss Mami", ruft die Kleine. "Ach eins fällt mir noch ein", sagt die Gattin, als wir an der Tür stehen. "Was denn?" frage ich. "Sie fragt öfter, wegen Segelfliegen und Fallschirmspringen", sagt meine Gattin, "sie würde da gerne mal mitkommen." "Das sollten wir weiter so handhaben wie immer", sage ich, "wenn eine von uns beiden Bedenken hat und Nein sagt, dann zählt dieses Nein mehr als die Hälfte." "Schön, dass wir das so beibehalten", sagt sie, "aber du kennst sie ja, sie quengelt so lange, bis man nachgibt." "Also, Fallschirmspringen geht grade nicht", sage ich, "ich bin noch im Training und darf noch keine Personen mitnehmen, außerdem darf ich durch die Verletzung auch gar nicht springen." "Fliegen darfst Du aber?" fragt sie. "Ja da gibt es laut Ärztin wohl keine Einschränkungen", antworte ich. "Hm, da hätte ich jetzt nichts dagegen", sagt die Gattin, "die Kleine würde es toll finden." "Wollen wir ihr es gleich sagen?" frage ich. "Na klar", sagt sie. Sie ruft die Kleine zu uns und erklärt ihr das, was wir eben besprochen hatten. "Das ist ja cool", freut sich die Kleine, "danke schön." Dann verabschieden wir uns.
"Mami ist cool drauf, oder?" fragt meine Kleine. "Ja, ich staune", sage ich, "sonst werde ich immer vollgemeckert." "Da hat Sandra viel von dir erzählt", sagt sie dann. "Aha", bemerke ich. Ich schaue zu, wie sie Züge rangiert, auseinander und wieder zusammenstellt. "Du hast Dich ja gut eingefuchst", sage ich, "soll ich mal ein Foto machen und an die Große schicken?" Au ja", antwortet sie. Dann mache ich das. Prompt kommt als Antwort: "Gemein." Mit einem lachenden Smiley. Die Kleine rangiert dann munter weiter. "Ist der Peine-Salzgitter schon mal durchgekommen?" frage ich. "Der wer, was?" fragt die Kleine. Ich grinse sie an und nehme den Laptop, der die Anlage steuert. "Mal schauen, wo der ist", sage ich. Die Kleine schaut gespannt zu. "Ach, den habe ich noch gar nicht eingebunden", sage ich, und tippe auf der Tastatur herum. "Was ist denn das jetzt für einer?" fragt sie mich. "Lass dich überraschen", sage ich lächelnd, "das Original fährt von Hamburg zum Stahlwerk in Salzgitter, gleich hier um die Ecke." Im oberen Abstellbereich fängt es leise an zu rauschen, dann wird es langsam lauter. Die Katze oben hat sich jetzt hingesetzt und lauscht auch gespannt. Ihre Ohren dreht sie dabei von vorne nach hinten und zurück. Dann kommen die beiden E-Loks durch das Ausfahrtportal vom Abstellbahnhof. Ein Waggon nach dem anderen kommt zum Vorschein. "Boah!" sagt meine Tochter. Der Zuganfang ist schon in der Wendel nach unten, während immer noch Waggons aus dem Portal kommen. Im Bahnhof stelle ich ein Gleis auf Durchfahrt. "Alter, hört das noch mal auf", flaxt meine Tochter. Dann ist auch der letzte Wagen raus. "Wieviel waren das jetzt?" fragt sie. "Hast nicht mitgezählt?" frage ich frech. ""˜Schuldigung, habe ich vergessen", flaxt sie. "25", antworte ich, "mit den beiden Loks ist der Zug fast Fünf Meter lang. Passt grade noch so in die Abstellgleise." "Coo-oool!", sagt die Kleine und schaut faszinierend hinter dem Langen Zug hinterher, der grade den Bahnhof passiert und Kurs auf die Wendel nach unten nimmt. "Hast du auch einen ICE?" fragt die Kleine jetzt. Ich lächele sie an und nehme den Laptop. "Guck mal, hier ist der Gleisplan und überall, wo eine Zahl steht, ist ein Zug", sage ich, "neben dem Gleisplan ist eine Liste, wohinter den Zahlen eine Bezeichnung steht. Der ICE hat die Nummer 410." Wo es ging habe ich mich an die Baureihenbezeichnung gehalten. "Aha", bemerkt die Kleine. "Jetzt kannst Du auf die Nummer klicken und festlegen, ob er so schnell wie möglich, bald oder später losfahren soll", sage ich. "Geil, dann soll der mal ordentlich losfenstern", sagt sie grinsend. "Mit Bahnhofshalt?" frage ich. "Später vielleicht", sagt sie grinsend. Da der P+S noch auf dem Weg nach unten ist, lasse ich den ICE von oben durch den Bahnhof wieder nach oben rauschen. "Is ja heiß, was hier alles geht", freut sich meine Tochter. Da ich alles auf Durchfahrt gestellt habe, kommt er kurz darauf wieder und rauscht andersrum durch den Bahnhof. "Sieht schon gut aus", sage ich. "Total!" antwortet die Kleine.
"Was möchtest Du denn zum Abendbrot?" frage ich. Sie zuckt mit den Schultern. "Pizza, Nudeln, Hot Dog, Hamburger?" frage ich weiter. "Hamburger wär cool!" antwortet sie. "Selbstgemacht?" frage ich wieder. "Am liebsten", antwortet sie. Ich gehe in die Küche und schaue nach was ich da habe. "Ich müsste nochmal ein paar Sachen einkaufen", sage ich dann. "Soll ich mitkommen? Oder darf ich hier weitermachen?" fragt meine Kleine. "Wie Du möchtest", antworte ich. "Dann bleibe ich hier", sagt sie. "Alles klar", sage ich und nehme meine Sachen. Mit dem Fahrrad fahre ich zu dem Supermarkt im Ort. Beim Durchstreifen der Regale geht mein Handy. Ich habe ein Bluetooth Headset dran. Das Handy steht auf automatische Abnahme. Ich melde mich. "Hallo Stefanie, hier ist Sandra", höre ich sie leise, fast schüchtern, "wo bist Du grade. "Beim Einkaufen", antworte ich ganz normal, "meine Kleine ist am Wochenende kurzfristig bei mir, wir wollen uns Hamburger machen." "Ach so", sagt sie und klingt irgendwie enttäuscht. "Und wo bist Du?" frage ich sie. "Ich fahre grade nach Hause", sagt sie. "Bist Du wieder alleine?" frage ich. "Nein", antwortet sie knapp. "Wann fährt der denn wieder nach Hause?" frage ich in Bezug auf ihren Cousin. "Am Sonntag wahrscheinlich", antwortet sie geknickt. "So lange der da ist kann ich leider nicht zu Dir kommen", sage ich vorsichtig, "ich verzeihe ihm das nicht." "Ja ist klar", sagt sie leise. "Du kannst aber gerne zu uns kommen", sage ich, "die Kleine hat auch die Katzen mit gebracht, weil sie sonst keinen zum Aufpassen hatten." "Oh, schön", sagt Sandra. "Magst Du kommen?" frage ich ganz offen. "Hm, nee", druckst sie herum. "Oder hat Dein Cousin was dagegen?" frage ich mutig. "Klack" aufgelegt. "Ups das war zu frech", denke ich, "aber Volltreffer." Ich habe alles zusammen, bezahle und fahre nach Hause. Meine Tochter ist immer noch an der Anlage. Sie grinst mich an. "Das wird gar nicht langweilig", sagt sie.
Ich gehe in die Küche und fange an die Hamburger zu machen. Zum Essen kommt die Kleine in die Küche. "Mmh, lecker", sagt sie, "ist tausendmal besser, selbstgemacht mit frischen Zutaten." "Das stimmt", sage ich. Die Katzen kommen auch in die Küche. "Miau!" macht die große Katze ziemlich energisch. "Jawohl, ihre Majestät, wie konnte ich Sie vergessen", sage ich. Meine Tochter lacht. "Die fordern ihr Futter aber auch ein", sage ich. Bevor ich meine zweiten Burger esse, füttere ich die Katzen. Die streichen um mich herum und buffen mich mit ihrem Kopf an. "Brr, Mi, Miau", sagen sie. Dann stelle ich das Futter hin. Sie stürzen sich sofort drauf. "Als ob es morgen nichts mehr gibt", lacht meine Tochter. In Ruhe essen wir noch einen zweiten Burger. Ich habe sie extra nicht so groß gemacht. "Wo möchtest Du denn dann schlafen?" frage ich sie nach dem Essen, "auf dem Sofa, ich könnte dir ein Luftbett aufpumpen, oder in meinem Bett?" "Was hast Du denn für ein Bett?" fragt sie. "Probiers aus", sage ich. Sie legt sich ins Bett. "Hier! Ich schlafe hier", sagt sie begeistert, "das ist ja super, ein Wasserbett!" "OK, dann gehe ich aufs Sofa", sage ich. "Ach was, hier passen wir doch beide hin", sagt sie dann. Die Katzen haben auch fertig gefuttert und kommen neugierig zu uns. Erst springt die eine, dann die andere auf das Bett. Dadurch dass das Bett ja beheizt ist, kringeln sie sich sofort schnurrend ein. "Meinste jetzt habe ich immer noch Platz?" frage ich grinsend. Meine Tochter geht wieder an die Eisenbahn. "Macht süchtig", sagt sie grinsend. "Noch irgendwas anderes möchtest Du dann nicht mehr machen?" frage ich. "Nöö", sagt sie kurz. Ich hole mir eben schnell mein anderes Laptop. Während die Kleine versucht, die Eisenbahn an ihre Grenzen zu bringen, mache ich die Online Anzeige gegen Sandras Cousin fertig. Als ich damit fertig bin, mache ich an der Eisenbahn mit. Nach einiger Zeit kriegen wir es hin, gleichzeitig vier Züge ausfahren und vier Züge einfahren zu lassen, ohne das es zu einem Crash kommt. "Meine Güte, so ein Stresstest hat die Anlage aber auch noch nicht gehabt", sage ich. "Aber sie kann es ", sagt meine Kleine lapidar. "Tse, du bist so eine", lache ich. Um halb Elf schalten wir die Anlage ab. "So, ab in die Heia", sage ich, "morgen geht es auf den Flugplatz." "Super gut", sagt die Kleine. Kurz nachdem wir uns hingelegt haben, kommen auch die beiden Katzen, legen sich ans Fußende und schnurren zufrieden. Kurz darauf schlafen wir auch ein.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Wochenende mit der Kleinen, Teil 2
Ich stehe vor der Kleinen auf und gehe ins Bad. Kurz bevor ich Brötchen holen gehe, wecke ich sie. "Aufstehn, Schlafmütze", sage ich. Sie räkelt sich etwas. "Habe ich gut geschlafen", sagt sie dann, "so "˜n Bett brauche ich auch, unbedingt." Ich fahre dann zum Bäcker. In der Zwischenzeit hat sie ein paar Sachen aus dem Kühlschrank geholt. "Sieht gut aus", sage ich, "was magst Du trinken." Sie entscheidet sich für Früchtetee, den ich dann einfach auch trinke. "Wie geht das denn dann auf dem Flugplatz?" möchte sie wissen. "Mal sehen, es kann sein das wir erstmal Schleppauto fahren oder Winde bedienen können", antworte ich und erkläre es ihr genauer. "Toll ich freue mich schon", sagt sie darauf. Nach dem Frühstück stellen wir alles weg und machen uns abfahrfertig. Ich nehme noch meine Fotoausrüstung mit. Die ist zwar nicht so professionell, wie die von Sandra oder Katja, aber für eine gute Spiegelreflexkamera und ein paar Objektive hat "˜s noch gereicht. Ein gutes Tele ist auch dabei. Außerdem ist auch dieses Mal wieder mein Fernglas dabei. "Was hast Du denn vor?" lacht meine Tochter. "Spionageflug", sage ich geheimnisvoll. Ich will über die ehemalige Baumschule, die Torben neuerdings ansteuert fliegen und mal ein paar Fotos für Katja schießen. "Auf der Fahrt zum Flughafen erkläre ich es dir dann", sage ich zur Tochter. Wir gehen zur Garage. Ich gebe ihr die Fernbedienung vom Garagentor. "Drück einfach mal drauf", sage ich grinsend, was sie auch macht. Schwupp, geht"™s Tor auf. "Cooles Ding" sagt die Kleine. Und schwupp, wieder zu, und wieder auf. "Genau das habe ich auch gemacht, als das Ding neu war", sage ich lachend. Schließlich steigen wir ins Auto und fahren los. Unterwegs erzähle ich ihr die Sache mit Torben. Sie sagt nichts, aber lächelt breit. Das macht sie auch oft, bedeutet so viel, wie das Wort "Cool". Das ist ja spannend", sagt sie dann doch noch. Wir kommen am Segelfluggelände an. Das Vereinsheim und Büro sind noch nicht offen, aber an der Werkstatt sind schon ein paar Leute. Rainer ist auch dabei. "Ah, super, Steffi ist da", sagt er erfreut. "Mit Verstärkung", sagt meine Tochter selbstbewusst. "Huch, wer bist Du denn, kleine Lady?" fragt Rainer. "Hey, die Ähnlichkeit sieht man doch", sagt Gabi. Die Kleine grinst und sagt dann: "Ich bin die jüngere Tochter von Frau Papi!" Rainer schaut erstaunt. Gabi grinst. "Schätze sie hat recht", sage ich dann noch. "Frau Papi ist ja auch cool", sagt Gabi dann noch. "Hihi", sagt meine Tochter.
"Wollt ihr fliegen? Fragt Rainer. "Auch", antworte ich, "ich kann aber auch erstmal gerne Winde oder Auto machen. In der Zwischenzeit kann sich dann erstmal in Ruhe die Thermik entwickeln." "Jaja, Thermiknatter", flaxt Rainer. "Ist mein Spitzname hier", sage ich lächelnd zu Kleinen und erkläre auch warum. "Sehr schön", flaxt die Kleine. "Ja, Steffi landet erst, wenn die Sonne weg ist", flaxt Gabi weiter. Kurz danach kommt Rolf an. "Segel-Nachwuchs?" fragt er lächeln. "Vielleicht", antwortet meine Kleine keck. "Dann können wir ja gleich mit zwei Winden starten", sagt Rainer, "ein paar Flieger sind schon da." Rolf und Rainer sind dann ein Windenteam. "Dann machen wir das Mädchen-Team", sagt Gabi. "Aber gerne", sage ich, "Machst Du Winde?" "Ja, machen wir so", antwortet Gabi, "wir können dann ja tauschen." Ich schaue nach, wann ein Zweisitzer frei ist und reserviere mir den dann. Mit den Schleppautos fahren wir zu den Winden. Da wir die ganze Zeit über die Grasfläche fahren, holpert es etwas. Mein Tochter findet das gut. Ich zeige ihr dann, wo das Seil hinten am Auto angehängt wird. Dann stimme ich mich noch kurz mit Gabi ab. Die restliche Kommunikation machen wir über Funk. Langsam fahre ich los Richtung Startplatz. Es gibt dort eine Markierung auf dem Rasen, bis wohin das Auto fahren soll. Dort wird das Seil abgehängt und auf den Rasen gelegt. Anschließend fährt das Auto an die Seite und der Segler wird zum Seileinhängen geschoben. Die Flieger helfen sich dabei gegenseitig oder aber auch, der Schleppautofahrer. Der Fahrer hängt dann auch das Seil ein. Der Start erfolgt dann nach bekanntem Ablauf. Meine Tochter schaut mir genau zu. Dann gehe wir zur Seite. Ich gebe Startbereitschaft und Startsignal per Funk durch. Das Seil zieht an und der erste Segler startet. Staunend und begeistert schaut meine Kleine hinterher. "Das sieht von nah dran echt toller aus, als von weitem", sagt sie. "Stimmt", sage ich. Dann steigen wir wieder ein und fahren zum Seil, was grade ausgeklinkt hat. Wieder staunt die Kleine. "Das ist echt Hammer", sagt sie. Bei den nächsten Starts fotografiert sie mit dem Handy, ein paar kleine Filmchen macht sie auch. Die Bilder und Filmchen schickt sie an Freundinnen und natürlich auch an die große Schwester. "Die ist ja ziemlich neidisch, die Große", sagt die Kleine lachend. "Dabei sind wir ja noch gar nicht geflogen", sage ich grinsend. Eine Stunde ist schon locker rum. "Man merkt gar nicht wie die Zeit verfliegt", sagt meine Kleine erstaunt
Wir sind grade wieder auf dem Weg zum Startplatz, da meldet sich Jannik über Funk. "Ich würde euch dann ablösen", sagt er. "OK", antworte ich. Langsam kommen wir der Seillinie näher. Ich stutze, weil da schon ein Segelflugzeug steht. Dann erkenne ich den Piloten. "Das wird jetzt lustig", sage ich zu meiner Tochter, "das ist "Doktor Countdown", der braucht immer eine Extra-Wurst." "OK, aber der steht doch zu weit vorne", sagt sie. "Deshalb wird es ja gleich lustig", sage ich grinsend. Ich fahre bis ca. einem Meter vor das Segelflugzeug. "Winde halt", sage ich und stoppe den Wagen. Doktor Countdown schaut erstaunt. Ich warte kurz, dann zucke ich mit den Schultern. Dr. Countdown schaut immer noch völlig perplex. Meine Tochter grinst sich einen. "Ich steige mal aus", sage ich und öffne die Tür. Meine Kleine steigt ebenfalls aus und bleibt hinter der Tür stehen. "Was haben Sie denn jetzt wieder falsch gemacht?" frage ich den Rückwärtszähler vorwurfsvoll. "Äh, äh, wieso?" fragt er stotternd. "Sie stehen zu weit vorne", sage ich, "jetzt kann ich gar nicht das Seil auf der Linie ablegen." Ich habe für den Funk ein Headset auf und natürlich an, so dass die gesamte Mannschaft mithören kann. "Ja und jetzt?" fragt der Countdown-Doktor. "Startabbruch, was denn sonst?" antworte ich schnippisch. Im Funk hört man schon wieder einige lachen. Die Leute, die in der Warteschlange hinter dem Doc stehen werden langsam ungeduldig. Zwei kommen nach vorne. "Merken Sie gar nicht, dass Sie den Betrieb hier aufhalten?" fährt der eine den Doc auch gleich an. Dann wollen sie den Flieger vom Doc zurückschieben, was der Doc gar nicht gut findet. "Sie fassen meinen Flieger nicht an", faucht er zurück. Über Funk meldet sich Gabi. "Steffi, was ist da los?" fragt sie. "Doc Countdown", antworte ich knapp. "Ach herje", sagt sie. Da sich grade die Situation vor uns erhärtet und der Countdown-Doc unbedingt sein Böckchen ausleben muss, signalisiere ich meiner Tochter, dass wir wieder einzusteigen. "Stefanie an Gabi, ziehe uns bitte zurück", sage ich und grinse meine Tochter an. Die grinst zurück. Gabi lacht. "OK, Steffi, geht los", sagt Gabi. Langsam zieht uns die Winde wieder zurück. Doc Countdown sieht das und läuft händewedelnd in unsere Richtung. Dann scheinen die anderen beiden Flieger ihn zurückzurufen. Wir kommen wieder an der Winde an. Erheiterung bei allen Leuten. In der Zwischenzeit sind Daniela und Dirk angekommen. Neugierig kommen sie zu uns. Ich stelle ihnen meine Tochter vor. Daniela ist begeistert. Dann will Dirk natürlich wissen was da oben schon wieder los war. Nachdem ich es erklärt habe, kommt über Funk: "Wir haben den Widerspenstigen zurückgeschoben, Steffi kann wieder hochkommen." Ich schaue zu Jannik. "Trink nochmal einen Kaffee, das Ding bringen wir noch zu Ende", sage ich grinsend. "Alles klar", lacht Jannik. Also starten wir wieder nach oben. An der Seilmarkierung halte ich. Meine Tochter macht das Seil ab und ich fahre zur Seite. Dann gehe ich zu ihr. Doc Countdown schiebt sein Flieger nach vorne. "Soll ich helfen?" biete ich an. "Nein!" antwortet er energisch. Dann steht sein Flieger so, dass wir das das Seil einhängen können. Meine Kleine macht das und ich schaue nach, ob es OK ist. Ist es natürlich auch, soviel kann man da auch nicht falsch machen. "Nee, so geht das nicht!" baut sich der Doc auf, "Sie können das doch nicht ein Kind machen lassen!" Langsam stehe ich auf und schaue ihn ganz böse an. "Haben Sie Lust auf noch einen Startabbruch?" frage ich streng. "Nein", antwortet er eingeschüchtert. "Dann steigen sie sofort ein und geben mir Startbereitschaft", fordere ich immer noch streng. Als er einsteigt, sagt meine Tochter noch beiläufig: "Ich bin kein Kind, tse." Ich lächele sie an. Dann gehen wir zu Seite. Dann hört man den Doc im Funk. "Hallo, ich gebe das Startkommando selber", sagt er zu Gabi. "Sind sie Startbereit? Dann geben sie die Meldung an Steffi", sagt Gabi. Meine Kleine schaut gespannt zu. "Wie jetzt?" fragt der Doc. "Gabi, der startet heute anscheinend das erste Mal", fange ich an. Dann schlägt der Tower dazwischen. An den Doc gerichtet kommt eine Ansage: "Wenn Sie sich nicht sofort an die Regularien halten, schicken wir Ihnen die Flughafenaufsicht! Ende!" Der Doc zeigt mir widerwillig den Daumen hoch. "Starbereitschaft hergestellt", sage ich über Funk. "Ich zähle runter", sagt der Doc, "fünf, vier, drei, zwei, eins." Das Seil bewegt sich nicht. "Start frei", sage ich über Funk. Jetzt startet Gabi die Winde. "Das ist falsch", hört man noch den Doc. Der Flieger zischt los, hebt ab und bleibt so. "Ziehen sie hoch, verdammt", rufe ich über Funk, weil das schon überfällig ist. Das macht der Querkopf glücklicherweise dann auch. Er erreicht dadurch natürlich nicht mehr die optimale Ausklinkhöhe. Mit meiner Tochter fahre ich zurück zur Winde. "Hier spricht der Tower, Frau Boe, können sie mal über Draht kommen?" fragt der Herr am anderen Ende nett. "Verstanden", antworte ich.
"Ablösung, Steffi", sagt Jannik grinsend und übernimmt das Auto. Ich gehe zur Winde, wo Gabi ist. Dirk winkt mich heran. "Ich habe den Tower schon am Telefon", sagt er. Ich melde mich. "Frau Boe, Vielen Dank erstmal, dass Sie in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahren", sagt der Herr vom Tower, "wir erwägen eine Beschwerde gegen den Herrn bei Luftfahrtsamt einzulegen. Dazu würden wir uns auch Ihre Erfahrungen stützen, wenn sie nichts dagegen haben." "Kein Problem", sage ich. "OK, dann wird man Ihnen Bescheid geben", sagt der Herr noch nett, "vielen Dank." Daniela steht auch bei uns. "Na, Du erlebst hier aber heute was?", sagt sie zu meiner Tochter. "Is"˜ schon cool", antwortet meine Tochter locker. "Die passt schon in die Welt", lacht Daniela. Ich schaue zu Gabi. "Kannst Du mich mal kurz ablösen?" fragt sie mich auch gleich lächelnd, "ich muss mal wohin." Na klar, und trink erstmal einen Kaffee", antworte ich und gehe mit meiner Kleine an den Windenstand. Gespannt schaut sie zu. "Du brauchst eigentlich nur auf die beiden Kommandos warten", sage ich, "dann startest Du über den Hebel und beobachtest, ob der Flieger ordnungsgemäß aufsteigt." Meine Tochter legt ihre Hand auf meine. Das hat sie schon als kleines Kind gemacht, um ein erstes Gefühl zu kriegen. "Aha", sagt sie dann. "Willst Du mal den Hebel betätigen?" frage ich beim nächsten Mal, "ich unterstütze natürlich." "Au ja" sagt sie. Das machen wir dann auch so. Den Flieger kriegen wir problemlos hoch. "Klasse!" sagt meine Kleine. Gabi hat ihre Pause beendet und ist bei uns oben. "Na, wie isses?" fragt sie meine Tochter. "Macht Spaß", antwortet die. Gabi löst uns wieder ab. "Es ist grade ein Zweisitzer frei", sagt Daniela und zeigt dahin, wo er steht. "Wollen wir?" frage ich die Kleine. "Na was denn sonst?" fragt sie. "Die ist zu knuffig", lacht Daniela. Meine Tochter und ich gehen zum Flieger. Ich pfeife auf dem Mund anerkennend schon von weitem, als ich den Flieger sehe. "Was denn?" fragt die Kleine. "Ein ganz modernes Teil", antworte ich lächelnd, "ich habe auch noch nicht alle Modelle durch hier. Der hier ist ja ganz schnittig." Ich öffne die Haube. Wir legen schon mal unsere ganzen Sachen hinein. "Dann lass uns den mal in Richtung Startplatz schieben", sage ich. Die Kleine schaut erst skeptisch, als wir den Flieger schieben wundert sie sich, wie leicht das geht. Mittlerweile gibt es ordentliche Warteschlange vor den Winden. Ich erkläre in der Zwischenzeit die Instrumente. Aufmerksam hört sie zu. Dann zeige ich ihr noch eine Halterung für das Smartphone. "Da kannst Du es einspannen und entweder raus oder Dich selber Filmen", sage ich. "Geil!" sagt sie und macht das auch gleich. Dann sind wir an der Reihe. Volker fährt inzwischen das Schleppauto an Rainer seiner Winde. "Hallo ihr zwei", grüßt er freundlich und dann zu meiner Tochter: "Und Du startest hier heute das erste Mal, kleine Lady?" "Genau", antwortet meine Tochter. "Deine Frau Papi ist auch eine der besten hier", sagt Volker. "Rot werd", kommentiere ich nur kurz. Die Kleine und Volker lachen. Volker hängt das Seil ein, während wir einsteigen. "Gerne mit Schmackes", sage ich noch zu Volker, bevor ich das Dach schließe. "Alles klar, gebe ich so durch", lacht Volker.
"Bist Du soweit?" frage ich die Kleine. "Jepp!" antwortet sie kurz. Ein wenig angespannt wirkt sie jetzt doch. "Dann zeige Volker mal den Daumen", sage ich, was sie auch macht. "Volker an Winde 2, Startbereitschaft bei Steffi", sagt er, "kannst gerne mehr Dampf geben." "Alles klar", sagt Rainer. "Wenn Du jetzt nochmal den Daumen zeigst, geht es los", sage ich zu Tochter. Entschlossen zeigt sie Volker den Daumen. "Start frei" sagt Volker. Mein Kleine schaut gespannt vorne raus. Das Seil strafft sich und es gibt einen kleinen Ruck. "Hu!" sagt meine Tochter. Dann zieht die Winde an, kurz danach heben wir ab. "Juhu", ruft die Kleine. Ich merke, das Rainer mehr Gas gibt. Ich ziehe den Steuerhebel ran. Nach einem soft gesteuerten Übergangsbogen gehen wir dann in den Steigflug. "Wow", das geht ja ab", jubelt die Kleine. Dann sind wir schon oben. "Cooool", höre ich sie nochmal von vorne. Dann nimmt sie ihr Handy aus der Halterung und macht ein paar Fotos von uns, die sie zum Teil an die Große schickt. Ich schaue derweil, wo schon ein Flieger kreisen und finde auch einige. Dort fliege ich hin und erwische auch gleich den Aufwind. "Jetzt geht es rund", flaxe ich. "Und hoch", sagt Töchterchen, "das ist ja heiß." Nebenbei schaut sie auf den Höhenmesser. Ihr Handy klingelt. Videoanruf von der Großen", sagt sie und nimmt ihn an. Während der Unterhaltung hält sie ihr Telefon so, dass ich auch mit drauf bin. "Wo seid ihr?" fragt die Kleine. "Mit den Fahrrädern in den Feldern", kommt als Antwort. "Wenn wir aus der Thermik sind schauen wir mal nach", sage ich grinsend. Wir fliegen dann nach Norden. Über dem Ort wo die Freundin der Großen wohnt , kreisen wir großzügig. Meine Tochter schaut mit dem Fernglas. "Ich glaube ich sehe sie", sagt sie. Dann macht sie ihr Telefon wieder an und ruft die Große an. "Ich sehe euch", sagt sie. "Wir euch auch", kommt von den beiden unten zurück. Ich wackele mit den Tragflächen. Einmal kreise ich noch, dann machen wir uns auf den Weg Richtung Wohnhaus, wo die Mädels und meine Gattin wohnen. "Wir wollen aber auch mal mitfliegen", sagt meine Große gespielt trotzig. "Hier, das kläre ich nachher", sage ich, "vielleicht kriegen wir das morgen hin." "Das wäre toll", sagt meine Große. Ihre Freundin sagt dann noch: "Ich spreche mal mit meiner Mutter." "Und Du bist auch wieder mit dabei?" frage ich die Kleine. "Also Frau Papi, was für eine Frage", echauffiert sie sich gekünstelt, "natürlich bin ich dabei." "Gut, haben wir das auch geklärt", sage ich grinsend.
Vor dem Wohnort meiner Family kreisele ich noch mal in einer Thermik hoch. Meine Tochter hat vorsichtig ihre Hand am Steuerknüppel und fühlt meine Lenkbewegung. "Kommst Du unten an die Fußpedalen?" frage ich. "Ja", kommt als Antwort. "Dann stelle mal vorsichtig die Füße drauf", sage ich, "dann merkste das Zusammenspiel der verschiedenen Ruder." Sie macht das. "Ist ja heiß", sagt sie nach einiger Zeit. Dann fliegen wir über den Ort. "Gibst Du mir mal deine Kamera?", fragt sie mich. Ich gebe sie ihr nach vorne. Sie hat früher gerne mit dem Ding fotografiert und macht jetzt einige Fotos von dem großen Gebäude, wo die Wohnung liegt. Zwischendrin kontrolliert sie die Fotos auf dem Display. Wir drehen noch eine weitere Runde über dem Ort. Dann suche ich wieder einen Aufwind. "Und wie isses?" frage ich, während wir kreiseln, "zurück, oder noch woanders hin." "Wir können gerne noch weiterfliegen", sagt die Kleine, "wolltest Du nicht zu so einer komischen Baumschule?" "Ach stimmt, ganz vergessen, das", sage ich und steuere in die Richtung. Auf dem Weg dahin sage ich: "Ist ja heute wieder eine schöne Fernsicht, schau mal wie gut man den Harz sieht." "Ja total super", sagt die Kleine, "darf man da hinfliegen?" "Natürlich", sage ich, "ich bin auch schon zweimal dieses Jahr um den Brocken rumgeflogen." "Das will ich auch", sagt sie begeistert. Wir sind früher oft mit der ganzen Familie den Brocken hoch gewandert. Die sind schon mächtig beeindruckt vom Brocken, meine Töchter. Während wir in den Süden von Wolfsburg fliegen, sehe ich den Fallschirmspringerflieger. "Kannst Du dein Funkgerät da vorne mal auf laut stellen", frage ich die Kleine, "und dann Kanal 19 einstellen, das müsste der Kanal sein, wo sich die Springer unterhalten." Als ob sie das schon ewig gemacht hat, tut sie das auch anstandslos. Weil sie sieht wie ich staune sagt sie: "Funkgeräte kann ich." "Sehe ich, OK", antworte ich erstaunt. Die Kleine grinst. "Ja, da reden welche", sagt sie und macht das Gerät lauter. Wir hören Wortfetzen, aber auch ganze Sätze. Ich glaube Burkhards Stimme zu erkennen. "Wenn sie nicht wollen, können sie jetzt noch Bescheid sagen", höre ich. "Nee, alles gut", sagt eine andere Stimme. "Dann rutschen wir jetzt nach vorne", höre ich Burkhard. "Scheiße nee, ist das tief, ich will doch nicht", sagt die andere Stimme. Meine Kleine schaut zu mir. "Da hat aber einer tierisch Schiss", sagt sie lachend. "Ja, das ist schon eine Überwindung", sage ich. "Ach, papperlapapp", sagt meine Tochter selbstbewusst. "Tse", sage ich grinsend. "Wenn ich das Training fertig habe, dann schauen wir mal, ob du es Dir dann noch traust", sage ich grinsend. "Pah! Da hat Mama eher noch Schiss, als ich", sagt die Kleine. Ich lache. "Stimmt!", sage ich. Dann wieder im Funk, ziemlich energisch: "Wollen sie jetzt oder nicht?" "Hm, doch", sagt die andere Stimme. Man hört eine Frauenstimme, die dem wohl gut zuredet. Aber die Frauenstimme kann ich grade nicht zu ordnen. Dann hört man den Piloten des Springerflugzeuges: "Ihr müsst jetzt springen, wir sind gleich raus aus der Absprungzone." Ich schüttele nur lachend den Kopf. "Wollen sie jetzt?" fragt Burkhard energisch. Dann hört man ein: "Ja, Nein, doch, "¦aaaah, Mama, Hilfe, Scheiße!" Meine Tochter und ich lachen uns kaputt. Während den nächsten Minuten hört man dann: "Oh mein Gott, Oje, Scheiße." Dann ist Ruhe. "Jetzt sind sie wahrscheinlich gelandet", sage ich immer noch erheitert, "da gehen wir nachher mal hin und fragen wer das war." "Au ja", sagt die Kleine, "dann kannst Du mir das schon mal alles vorher zeigen." "Na, Du bist Dir aber ziemlich sicher, was?" frage ich. Die Kleine grinst.
Wir kommen über der Baumschule an. Ich fange an zu kreisen und lasse mir die Kamera geben. "Lege mal Hände und Füße auf die Steuerung und merke Dir, wie sie stehen", sage ich. "OK", sagt die Kleine erwartungsvoll. "Ich lasse jetzt mal die Steuerung kurz zum Fotografieren los", sage ich, "wenn irgendwas komisch ist, sofort sagen." "Alles klar", sagt sie locker. Ich warte noch kurz und schaue, ob es auch klappt, dann fange ich an zu fotografieren. Nebenbei merke ich im Hintern, das die Kleine leicht steuert und ausgleicht. "Du machst das super", sage ich nach einiger Zeit und bemerke, dass sie sich auch gar nicht verkrampft. "Ist auch ziemlich einfach, wenn man es begriffen hat", sagt sie dann recht locker. Ich fotografiere sie mit meinem Handy und mache auch ein kleines Filmchen. Dann nehme ich nochmal die Große Kamera und schieße noch ein paar Fotos . "OK, ich habe alles gesehen", sage ich, "auf zum Brocken. Meine Tochter gibt zwischendrin immer mal einen Zwischenbericht an ihr Schwester und auch an "Mami". Meine Gattin scheint recht angetan und begeistert zu sein. Die Große beschwert sich auf lustige Weise. Vorm Harz suche ich mir noch einmal eine Thermik und dann fliegen wir über die Eckertalsperre zum Brocken. "Da sind wir schon überall gewandert", sagt sie begeistert und schaut weiter begeistert herum. "Da, Torfhaus, Wurmberg, Achtermann", sprudelt es aus ihr hinaus, "und eine Brockenbahn fährt grade hoch." Bis eben war sie ja noch locker, cool drauf, aber jetzt ist sie von den Eindrücken überwältigt. "Boah! Total super, das alles von oben", sagt sie begeistert. Ich kreise über dem Gipfel in einem großen Radius. "Toll", sagt sie begeistert. Eine zweite Runde drehe ich noch, dann fliege ich über Werningerode raus. "Nochmal!" sagt meine Tochter begeistert. Also Thermik gesucht, hoch gekreiselt und wieder zum Brocken geflogen. "Das ist total toll", sagt sie begeistert. Wieder drehen wir zwei Runden. Da wir noch eine gute Höhe haben, fliege ich Torfhaus an und fliege dann über den Okerstausee raus. Auch hier ist die Kleine begeistert. "Das hat sich doch gelohnt", sagt sie grinsend. Über Wolfenbüttel geht es zurück Richtung Flughafen. Vorher muss ich nochmal in einen Aufwind. "Mal schauen, wie schnell der Flieger kann", sage ich und verändere den Anströmwinkel. Der Flieger nimmt Fahrt auf. Da ich der Kleine vorher die Instrumente erklärt habe, schaut sie gespannt auf den Geschwindigkeitsanzeiger. "250 km/h, das ist ja mal eine Hausnummer", sagt sie grinsend. Recht schnell sind wir am Flughafen. Nach Ansage des Towers muss ich den Flughafen mittig überqueren. Dahinter fliege ich eine dreiviertel Linkskurve um in die Richtige Richtung zu kommen und um gleichzeitig Höhe zu reduzieren. Durch die noch vorhandene Geschwindigkeit werden wir ordentlich in die Sitze gedrückt. "Boah! Heiß!", sagt die Kleine begeistert, "kann der auch Looping?" Eher nicht, aber Rückenflug geht mit den neuen Dingern. Wegen meiner Verletzung müssen wir das aber auf ein anderes Mal verschieben", antworte ich. "Au ja", freut sie sich. Wir fliegen längs außerhalb des Flughafens. "Und ich bin wie üblich zu hoch, für den Landeanflug", sage ich grinsend. "Das heißt"¦?" fragt meine Tochter. "Es gibt gleich noch mal so eine schnelle Kurve", antworte ich. "Juhu!" kommt von ihr. Und schon fliege ich die Kurve. "Geil!" sagt die Kleine. "Ich habe es mir angewöhnt den Landeanflug höher anzugehen", sage ich, dann habe ich eine Reserve, sollte etwas unerwartetes passieren", sage ich, "ich muss gleich nochmal korrigieren." Im Spiegel sehe ich meine Tochter grinsen. Wir fliegen jetzt schon auf den Landebereich zu. "Achtung!", sage ich und drücke dann die Nase des Fliegers runter. Der geht auch gleich in den Sinkflug, den ich nach ein paar Sekunden abfange. "Passt so", sage ich. Kurz danach setze ich den Flieger sanft auf die Grasfläche. Wir rollen aus und bleiben dann stehen. Ich mache die Haube auf. "Das war toll, Frau Papi", sagt die Kleine begeistert. "Freut mich", sage ich lächelnd. Zwei junge Männer kommen zu uns und nehmen gleich den Flieger ab. "Dann braucht ihr ihn nicht an die Seite schieben", sagt der ein. Wir holen noch schnell unsere Sachen aus dem Flieger und bedanken uns.
"Ich habe ja langsam Hunger", sagt meine Kleine. "Ich auch", sage ich , "ich habe beim Anflug eine Rauchwolke an der Werkstatt gesehen. Vielleicht grillt da jemand." Wir gehen zur Werkstatt und tatsächlich, Rainer steht am Grill. "Na, Ladies, eine Wurst, ein Steak?" fragt er lächelnd. "Ja klar", sagt meine Tochter frech und schaut, was er da bruzzelt. "Wurst einsfuffzich, das Steak drei Euronen", sagt Rainer, "Salate und Brot/Brötchen sind umsonst." "Ich nehme ein Stück Fleisch", sagt die Kleine. Ich nehme auch eins. Dann gehen wir noch zur Salatbar. Nachdem die Teller bestückt sind, suchen wir uns einen Platz. Daniela winkt uns heran. "Mmmh, lecker", finden meine Tochter und ich. Daniela fragt dann meine Tochter, wie es war. Meine Tochter erzählt das begeistert. "Jetzt muss ich nur noch Mami überzeugen, dann fange ich hier an", sagt sie dann selbstbewusst. "Cool", sagt Daniela. Ich nicke anerkennend. Wir holen uns nochmal Nachschub. "Fliegen macht unheimlich hungrig", sagt meine Kleine zu Grillmeister Rainer. Der freut sich. Ein paar Mitglieder sind auch mit Kind oder Familie da. Ein Mädchen kommt auch gleich zu uns und freundet sich schnell mit meiner Tochter an. "Wir schauen mal ein bisschen herum", sagt meine Kleine. Ich nutze die Zeit um einen Kaffee zu trinken. "Kuchen haben wir auch", sagt Daniela lächelnd. Ich erzähle, dass meine Große und ihre Freundin auch gerne eine Runde mitfliegen wollen. "Kein Problem, Steffi, wenn sie kein Problem haben bei jemanden mitzufliegen können wir das morgen gerne machen", sagt Daniela. "Super, ich kläre das heute Abend mal ab", sage ich. "Dann melde Dich morgen am besten noch mal. Jetzt möchte sie noch wissen, warum ich heute ohne Sandra unterwegs bin. Ich antworte ganz neutral, dass sie ihren Cousin zu Besuch hat und ich diesen meide. "Oh!" sagt Daniela. Volker ist auch kurz da und setzt sich zu uns. Während er sein Wurst verspeist, fragt er mich: "Habt ihr das vorhin auch mitbekommen, was bei den Springern los war?" Ich lache. "Ja, wir waren noch in der Nähe", antworte ich, "haben das alles über Funk mitbekommen. Habt ihr vielleicht rausbekommen wer das war?" "Nee", sagt Volker. Auch Rainer und Dirk schütteln den Kopf. "Ich gehe nachher mal rüber", sage ich vielleicht kriege ich was raus." "Mach das mal", lacht Dirk. Nach einiger Zeit kommt meine Tochter alleine wieder. "Vanessa fliegt jetzt mit ihrem Vater", sagt sie und geht sich einen Kuchen holen. Dazu nimmt sie sich noch einen Kakao. "Lecker, lecker, lecker", sagt sie dann begeistert. "Na, das gebe ich doch gerne weiter", sagt Daniela lächelnd. Wir bleiben noch etwas sitzen. "Wir gehen dann mal zu den Springern", sage ich dann, "ich bin ja gar nicht neugierig, was das vorhin für eine Aktion war." "Ja mach mal", sagt Rainer grinsend, "und berichte danach." "Mache ich", sage ich noch und gehe mit meiner Tochter über das Flugfeld. An der großen Start- und Landebahn warten wir, bis wir ein OK bekommen, sie zu überqueren. "Das geht auch nur hier", sage ich.
Vorm Springerheim sitzen ein paar Leute. "Steffi!" ruft Peter erfreut, "schön Dich zu sehen." "Hallo", grüßen wir in die Runde. Ich stelle dann meine Kleine vor und sage das sie mal schauen möchte. "Gerne", sagt Peter. "Außerdem bin ich stinkend neugierig, was hier vorhin passiert ist", sage ich grinsend, "wir haben das im Funk mitbekommen." In der Runde macht sich Heiterkeit breit. "Am besten fragst Du Burkhard, wenn er wieder unten ist", sagt Peter lachend und deutet nach oben. Das Springerflugzeug ist kurz vor der Absprungposition. "Cool", sagt meine Kleine begeistert und verfolgt gespannt das Flugzeug. Dann springen sie oben raus. "Du bist dann der Grund, warum Steffi wieder Tandemsprünge machen will?" fragt Peter locker meine Tochter. "Genau", antwortet sie ohne die Springer aus den Augen zu verlieren. "Nett Dich kennenzulernen", sagt Peter lächelnd. "Danke", sagt die Kleine. "Die ist ja ganz schön locker drauf", sagt Peter zu mir. "Kannst Du so sagen", sage ich grinsend. Langsam trudeln die Springer unten ein. Fritz und Burkhard kommen als erste auf uns zu. "Hallo Steffi, was ist denn bei euch los? Wolltest Du heute nicht mit Sandra zum springen kommen", fragt Fritz. "Ursprünglich ja, aber dann kam am Donnerstag ein etwas unappetitlicher Verwandter von ihr dazu", sage ich. In der Runde wieder Gelächter, nur Burkhard sieht etwas angefressen aus. "Eine schöne Umschreibung", lacht Ulrike. "So ein Vollidiot", sagt Burkhard, "das war ein Kampf, den heile runterzukriegen. Die ganze Zeit war der am Zappeln. Ich habe schon den Funk ausgemacht, weil ich den die ganze Zeit anschreien musste." "Und Sandra war das vielleicht peinlich", sagt Fritz noch. "Ist sie selber gesprungen?" frage ich. "Ja ist sie", antwortet Fritz, "aber warum warst Du nicht dabei?" "Ich darf grade nicht springen", antworte ich, "weil mich dieser Vollidiot am Donnerstag an der Brust verletzt hat." Die Leute halten die Luft an. Ich erkläre dann den ganzen Hergang. "Hätte ich das vorher gewusst", sagt Burkhard, "den hätte ich gar nicht mitgenommen." "Ich weiß auch nicht, was der dann hier wollte", sagt Fritz. "Der ist auf der Welt, weil er nerven will", sage ich, "und er hat einen unheimlich schlechten Einfluss auf Sandra, und die kann sich da irgendwie nicht gegen wehren." "Oje", sagt Ulrike. "Mal sehen, ob wir das Ruder noch rumreißen können", sage ich. "Hast Du wenigstens eine Anzeige gemacht?" fragt mich Karin. Ich nicke. "Wann kannst Du wieder springen?" fragt Fritz, "also, wann wir dann auch mit dem Training weitermachen können." "Wenn es gut läuft nächstes Wochenende", antworte ich, "ich lasse das bei meiner Ärztin bis dahin untersuchen." "Wie trainiert Frau Papi denn die Tandemsprünge?" fragt meine Tochter. Fritz erklärt ihr das mit den Sandsäcken. "Und ganz zum Schluss des Trainings kommst Du vorne dran", sagt Burkhard lächelnd." "Super, da freue ich mich aber drauf", sagt die Kleine. "Wenn Mami mitspielt", sage ich. "Dann quengele ich so lange, bis ich darf", sagt sie. "Das macht sie auch", sage ich grinsend und nicke übertrieben mit dem Kopf. Wir bleiben noch eine Weile mit sitzen. "So langsam sollten wir mal wieder zu den Katzen fahren", sage ich zu meiner Tochter. "Stimmt", sagt sie, "nicht dass die die Eisenbahn schrotten." "Eisenbahn?" fragt Burkhard. "Ja, guck", sagt die Kleine und zeigt auf ihrem Handy ein paar kurze Filmchen. "Ey, Steffi", staunt Burkhard. Auch die anderen schauen begeistert. "Wir müssen Dich unbedingt mal besuchen", sagt Fritz. "Gerne", sage ich. Dann machen wir uns auf den Weg zurück zu den Fliegern. Natürlich müssen wir erzählen, was wir herausgefunden haben. Dirk weiß nicht, ob er lachen oder sich aufregen muss. "Den kannst Du mit Doc Countdown auf eine Stufe stellen", sagt Rainer. Ich nicke nur still. Dann verabschieden wir uns und gehen zum Auto. "Jetzt noch ein Eis von der megaleckeren Eisbude im Nachbarort?" frage ich. "Au ja", freut sich die Kleine. Also fahren wir dort hin und genehmigen uns das Eis. Danach fahren wir wieder nach Hause. Vorsichtig schließe ich die Tür auf und schaue, ob die Katzen nicht flüchten wollen. Dem ist nicht so, dafür hört man beiden Katzen leise gurren. Meine Tochter schaut wo es her kommt. "Hihi, die liegen ganz kuschelig oben auf der Eisenbahn" sagt meine Kleine, "und schnurren zufrieden." "Miau!" sagt die eine Katze. "Los! Anmachen! heißt das", sagt meine Tochter . "Na dann"¦" antworte ich. Und schon kreisen die ersten Züge. "Die sind anscheinend auch nicht mitten in der Anlage unterwegs gewesen", sagt meine Kleine, "alles tadellos." "Sehr nette Katzen", bemerke ich, "ist aber auch interessant, wie unterschiedlich Katzen sind. Unsere anderen Beiden von früher, die hätten die Anlage nach ihrem Geschmack "umgebaut. Da hätte die Tür aber zu sein müssen." "Vor allem der Kater", sagt meine Tochter lachend. Die beiden Katzen hier schauen gelassen zu, wie die Züge fahren.
Während die Kleine schon wieder in die Eisenbahn vertieft ist, mache ich uns etwas zum Abendbrot. Ich schmiere ein paar Brote und lege sie auf eine großen Teller, dann mache ich dazu noch einen Salat. Damit gehe ich wieder zu meiner Tochter. "Ich habe nebenbei mal auf den Laptop geguckt", sagt meine Tochter, "was heißt denn der Button "Fahrplan"?" "Klick doch mal drauf", antworte ich, "nebenbei können wir futtern." Sie klickt auf den Button. "Jetzt organisiert sich die Anlage erstmal", sage ich, "die Güterzüge verschwinden zunächst in den Abstellbahnhöfen und die Personenzüge kommen raus." Nach einer Weile hat sich ein Grundzustand eingependelt. "Hast Du das programmiert?" fragt meine Tochter. "Nee, das war ein Arbeitskollege, der genauso eisenbahnverrückt ist wie wir beide", antworte ich. "Aha", sagt sie grinsend. "Jetzt kannst Du nochmal auf "Fahrplan" klicken und dann geht"™s los", sage ich. Das macht sie dann auch. Während wir essen schaut meine Kleine genau hin. "Der ICE hält immer hinten", sagt sie nach einer Weile. "Jepp, das ist jetzt so eingestellt, das hinten die Fernbahn ist", sage ich, "da halten die ganzen Schnellzüge." "Aha, und vorne sind die Regionalbahnen", sagt meine Kleine, "also die Anschlusszüge." "Genau", sage ich, "hier passiert genau das, wovon die echte Bahn nur träumen kann." "Keine Verspätung", sagt meine Tochter. "Na ja, es fährt ja grade kein Güterzug", sage ich lächelnd, "wenn die dazu kommen, wird es schon haariger." "Und wie kommen die dazu?" fragt meine Tochter erwartungsvoll. "Der Button "gemischter Betrieb" müsste das sein", antworte ich. "Ah, der hier", sagt sie und klickt drauf. So nach und nach mischen sich einige Güterzüge ins Getümmel. "Jetzt kriegt auch der Rechner was zu tun", sage ich grinsend, weil der Lüfter vom Laptop ununterbrochen läuft. "Normal haben jetzt die Personenzüge Priorität", sage ich weiter, "d.h. die Güterzüge werden in den Bahnhöfen aufgehalten. Auf freier Strecke ist das natürlich anders. Und da hier nicht viel freie Strecke zwischen Hauptbahnhof und Abstellbahnhof ist, wird es irgendwann mal eng mit der Zeit." "Das ist ja cool", staunt meine Kleine, "wenn hier auf dem Fahrplan eine Zeit rot wird, dann ist schon Verspätung?" "Genau", antworte ich, "man könnte ja auch weniger Züge fahren lassen, aber das ist ja dann keine Herausforderung mehr. Man kann nämlich noch eingreifen." Ich mache ihr es vor. "Da muss man schon ein bisschen weiterdenken", sagt die Kleine grinsend, "das ist echt stark." Während meine Tochter versucht gegen die Verspätungen anzukämpfen, rufe ich die Große an. Nach einer kurzen Begrüßung mit gegenseitigen, flapsigen Sprüchen frage ich: "Habt ihr noch Möge, morgen auf eine Runde Segelfliegen? Ich habe soweit alles geklärt." "Ja klar", sagt die Große begeistert. "Soll ich euch dann abholen?" frage ich. "Lisas Mutter kann uns auch fahren", antwortet meine große Tochter, "am liebsten würde sie auch mit fliegen." "Kein Problem", sage ich, "ich habe das schon mal mit eingerechnet." "Oh cool", sagt meine Tochter und gibt den Hörer an Lisas Mutter weiter. Mit ihr spreche ich das genauer ab. "Super, dass das klappt", sagt sie dann begeistert. "Bis dann" verabschiede ich mich. Wir lassen die Eisenbahn noch eine Weile laufen und gehen dann zu Bett. "Das war ein toller Tag", sagt meine Kleine kurz vor dem Einschlafen.
Ich stehe vor der Kleinen auf und gehe ins Bad. Kurz bevor ich Brötchen holen gehe, wecke ich sie. "Aufstehn, Schlafmütze", sage ich. Sie räkelt sich etwas. "Habe ich gut geschlafen", sagt sie dann, "so "˜n Bett brauche ich auch, unbedingt." Ich fahre dann zum Bäcker. In der Zwischenzeit hat sie ein paar Sachen aus dem Kühlschrank geholt. "Sieht gut aus", sage ich, "was magst Du trinken." Sie entscheidet sich für Früchtetee, den ich dann einfach auch trinke. "Wie geht das denn dann auf dem Flugplatz?" möchte sie wissen. "Mal sehen, es kann sein das wir erstmal Schleppauto fahren oder Winde bedienen können", antworte ich und erkläre es ihr genauer. "Toll ich freue mich schon", sagt sie darauf. Nach dem Frühstück stellen wir alles weg und machen uns abfahrfertig. Ich nehme noch meine Fotoausrüstung mit. Die ist zwar nicht so professionell, wie die von Sandra oder Katja, aber für eine gute Spiegelreflexkamera und ein paar Objektive hat "˜s noch gereicht. Ein gutes Tele ist auch dabei. Außerdem ist auch dieses Mal wieder mein Fernglas dabei. "Was hast Du denn vor?" lacht meine Tochter. "Spionageflug", sage ich geheimnisvoll. Ich will über die ehemalige Baumschule, die Torben neuerdings ansteuert fliegen und mal ein paar Fotos für Katja schießen. "Auf der Fahrt zum Flughafen erkläre ich es dir dann", sage ich zur Tochter. Wir gehen zur Garage. Ich gebe ihr die Fernbedienung vom Garagentor. "Drück einfach mal drauf", sage ich grinsend, was sie auch macht. Schwupp, geht"™s Tor auf. "Cooles Ding" sagt die Kleine. Und schwupp, wieder zu, und wieder auf. "Genau das habe ich auch gemacht, als das Ding neu war", sage ich lachend. Schließlich steigen wir ins Auto und fahren los. Unterwegs erzähle ich ihr die Sache mit Torben. Sie sagt nichts, aber lächelt breit. Das macht sie auch oft, bedeutet so viel, wie das Wort "Cool". Das ist ja spannend", sagt sie dann doch noch. Wir kommen am Segelfluggelände an. Das Vereinsheim und Büro sind noch nicht offen, aber an der Werkstatt sind schon ein paar Leute. Rainer ist auch dabei. "Ah, super, Steffi ist da", sagt er erfreut. "Mit Verstärkung", sagt meine Tochter selbstbewusst. "Huch, wer bist Du denn, kleine Lady?" fragt Rainer. "Hey, die Ähnlichkeit sieht man doch", sagt Gabi. Die Kleine grinst und sagt dann: "Ich bin die jüngere Tochter von Frau Papi!" Rainer schaut erstaunt. Gabi grinst. "Schätze sie hat recht", sage ich dann noch. "Frau Papi ist ja auch cool", sagt Gabi dann noch. "Hihi", sagt meine Tochter.
"Wollt ihr fliegen? Fragt Rainer. "Auch", antworte ich, "ich kann aber auch erstmal gerne Winde oder Auto machen. In der Zwischenzeit kann sich dann erstmal in Ruhe die Thermik entwickeln." "Jaja, Thermiknatter", flaxt Rainer. "Ist mein Spitzname hier", sage ich lächelnd zu Kleinen und erkläre auch warum. "Sehr schön", flaxt die Kleine. "Ja, Steffi landet erst, wenn die Sonne weg ist", flaxt Gabi weiter. Kurz danach kommt Rolf an. "Segel-Nachwuchs?" fragt er lächeln. "Vielleicht", antwortet meine Kleine keck. "Dann können wir ja gleich mit zwei Winden starten", sagt Rainer, "ein paar Flieger sind schon da." Rolf und Rainer sind dann ein Windenteam. "Dann machen wir das Mädchen-Team", sagt Gabi. "Aber gerne", sage ich, "Machst Du Winde?" "Ja, machen wir so", antwortet Gabi, "wir können dann ja tauschen." Ich schaue nach, wann ein Zweisitzer frei ist und reserviere mir den dann. Mit den Schleppautos fahren wir zu den Winden. Da wir die ganze Zeit über die Grasfläche fahren, holpert es etwas. Mein Tochter findet das gut. Ich zeige ihr dann, wo das Seil hinten am Auto angehängt wird. Dann stimme ich mich noch kurz mit Gabi ab. Die restliche Kommunikation machen wir über Funk. Langsam fahre ich los Richtung Startplatz. Es gibt dort eine Markierung auf dem Rasen, bis wohin das Auto fahren soll. Dort wird das Seil abgehängt und auf den Rasen gelegt. Anschließend fährt das Auto an die Seite und der Segler wird zum Seileinhängen geschoben. Die Flieger helfen sich dabei gegenseitig oder aber auch, der Schleppautofahrer. Der Fahrer hängt dann auch das Seil ein. Der Start erfolgt dann nach bekanntem Ablauf. Meine Tochter schaut mir genau zu. Dann gehe wir zur Seite. Ich gebe Startbereitschaft und Startsignal per Funk durch. Das Seil zieht an und der erste Segler startet. Staunend und begeistert schaut meine Kleine hinterher. "Das sieht von nah dran echt toller aus, als von weitem", sagt sie. "Stimmt", sage ich. Dann steigen wir wieder ein und fahren zum Seil, was grade ausgeklinkt hat. Wieder staunt die Kleine. "Das ist echt Hammer", sagt sie. Bei den nächsten Starts fotografiert sie mit dem Handy, ein paar kleine Filmchen macht sie auch. Die Bilder und Filmchen schickt sie an Freundinnen und natürlich auch an die große Schwester. "Die ist ja ziemlich neidisch, die Große", sagt die Kleine lachend. "Dabei sind wir ja noch gar nicht geflogen", sage ich grinsend. Eine Stunde ist schon locker rum. "Man merkt gar nicht wie die Zeit verfliegt", sagt meine Kleine erstaunt
Wir sind grade wieder auf dem Weg zum Startplatz, da meldet sich Jannik über Funk. "Ich würde euch dann ablösen", sagt er. "OK", antworte ich. Langsam kommen wir der Seillinie näher. Ich stutze, weil da schon ein Segelflugzeug steht. Dann erkenne ich den Piloten. "Das wird jetzt lustig", sage ich zu meiner Tochter, "das ist "Doktor Countdown", der braucht immer eine Extra-Wurst." "OK, aber der steht doch zu weit vorne", sagt sie. "Deshalb wird es ja gleich lustig", sage ich grinsend. Ich fahre bis ca. einem Meter vor das Segelflugzeug. "Winde halt", sage ich und stoppe den Wagen. Doktor Countdown schaut erstaunt. Ich warte kurz, dann zucke ich mit den Schultern. Dr. Countdown schaut immer noch völlig perplex. Meine Tochter grinst sich einen. "Ich steige mal aus", sage ich und öffne die Tür. Meine Kleine steigt ebenfalls aus und bleibt hinter der Tür stehen. "Was haben Sie denn jetzt wieder falsch gemacht?" frage ich den Rückwärtszähler vorwurfsvoll. "Äh, äh, wieso?" fragt er stotternd. "Sie stehen zu weit vorne", sage ich, "jetzt kann ich gar nicht das Seil auf der Linie ablegen." Ich habe für den Funk ein Headset auf und natürlich an, so dass die gesamte Mannschaft mithören kann. "Ja und jetzt?" fragt der Countdown-Doktor. "Startabbruch, was denn sonst?" antworte ich schnippisch. Im Funk hört man schon wieder einige lachen. Die Leute, die in der Warteschlange hinter dem Doc stehen werden langsam ungeduldig. Zwei kommen nach vorne. "Merken Sie gar nicht, dass Sie den Betrieb hier aufhalten?" fährt der eine den Doc auch gleich an. Dann wollen sie den Flieger vom Doc zurückschieben, was der Doc gar nicht gut findet. "Sie fassen meinen Flieger nicht an", faucht er zurück. Über Funk meldet sich Gabi. "Steffi, was ist da los?" fragt sie. "Doc Countdown", antworte ich knapp. "Ach herje", sagt sie. Da sich grade die Situation vor uns erhärtet und der Countdown-Doc unbedingt sein Böckchen ausleben muss, signalisiere ich meiner Tochter, dass wir wieder einzusteigen. "Stefanie an Gabi, ziehe uns bitte zurück", sage ich und grinse meine Tochter an. Die grinst zurück. Gabi lacht. "OK, Steffi, geht los", sagt Gabi. Langsam zieht uns die Winde wieder zurück. Doc Countdown sieht das und läuft händewedelnd in unsere Richtung. Dann scheinen die anderen beiden Flieger ihn zurückzurufen. Wir kommen wieder an der Winde an. Erheiterung bei allen Leuten. In der Zwischenzeit sind Daniela und Dirk angekommen. Neugierig kommen sie zu uns. Ich stelle ihnen meine Tochter vor. Daniela ist begeistert. Dann will Dirk natürlich wissen was da oben schon wieder los war. Nachdem ich es erklärt habe, kommt über Funk: "Wir haben den Widerspenstigen zurückgeschoben, Steffi kann wieder hochkommen." Ich schaue zu Jannik. "Trink nochmal einen Kaffee, das Ding bringen wir noch zu Ende", sage ich grinsend. "Alles klar", lacht Jannik. Also starten wir wieder nach oben. An der Seilmarkierung halte ich. Meine Tochter macht das Seil ab und ich fahre zur Seite. Dann gehe ich zu ihr. Doc Countdown schiebt sein Flieger nach vorne. "Soll ich helfen?" biete ich an. "Nein!" antwortet er energisch. Dann steht sein Flieger so, dass wir das das Seil einhängen können. Meine Kleine macht das und ich schaue nach, ob es OK ist. Ist es natürlich auch, soviel kann man da auch nicht falsch machen. "Nee, so geht das nicht!" baut sich der Doc auf, "Sie können das doch nicht ein Kind machen lassen!" Langsam stehe ich auf und schaue ihn ganz böse an. "Haben Sie Lust auf noch einen Startabbruch?" frage ich streng. "Nein", antwortet er eingeschüchtert. "Dann steigen sie sofort ein und geben mir Startbereitschaft", fordere ich immer noch streng. Als er einsteigt, sagt meine Tochter noch beiläufig: "Ich bin kein Kind, tse." Ich lächele sie an. Dann gehen wir zu Seite. Dann hört man den Doc im Funk. "Hallo, ich gebe das Startkommando selber", sagt er zu Gabi. "Sind sie Startbereit? Dann geben sie die Meldung an Steffi", sagt Gabi. Meine Kleine schaut gespannt zu. "Wie jetzt?" fragt der Doc. "Gabi, der startet heute anscheinend das erste Mal", fange ich an. Dann schlägt der Tower dazwischen. An den Doc gerichtet kommt eine Ansage: "Wenn Sie sich nicht sofort an die Regularien halten, schicken wir Ihnen die Flughafenaufsicht! Ende!" Der Doc zeigt mir widerwillig den Daumen hoch. "Starbereitschaft hergestellt", sage ich über Funk. "Ich zähle runter", sagt der Doc, "fünf, vier, drei, zwei, eins." Das Seil bewegt sich nicht. "Start frei", sage ich über Funk. Jetzt startet Gabi die Winde. "Das ist falsch", hört man noch den Doc. Der Flieger zischt los, hebt ab und bleibt so. "Ziehen sie hoch, verdammt", rufe ich über Funk, weil das schon überfällig ist. Das macht der Querkopf glücklicherweise dann auch. Er erreicht dadurch natürlich nicht mehr die optimale Ausklinkhöhe. Mit meiner Tochter fahre ich zurück zur Winde. "Hier spricht der Tower, Frau Boe, können sie mal über Draht kommen?" fragt der Herr am anderen Ende nett. "Verstanden", antworte ich.
"Ablösung, Steffi", sagt Jannik grinsend und übernimmt das Auto. Ich gehe zur Winde, wo Gabi ist. Dirk winkt mich heran. "Ich habe den Tower schon am Telefon", sagt er. Ich melde mich. "Frau Boe, Vielen Dank erstmal, dass Sie in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahren", sagt der Herr vom Tower, "wir erwägen eine Beschwerde gegen den Herrn bei Luftfahrtsamt einzulegen. Dazu würden wir uns auch Ihre Erfahrungen stützen, wenn sie nichts dagegen haben." "Kein Problem", sage ich. "OK, dann wird man Ihnen Bescheid geben", sagt der Herr noch nett, "vielen Dank." Daniela steht auch bei uns. "Na, Du erlebst hier aber heute was?", sagt sie zu meiner Tochter. "Is"˜ schon cool", antwortet meine Tochter locker. "Die passt schon in die Welt", lacht Daniela. Ich schaue zu Gabi. "Kannst Du mich mal kurz ablösen?" fragt sie mich auch gleich lächelnd, "ich muss mal wohin." Na klar, und trink erstmal einen Kaffee", antworte ich und gehe mit meiner Kleine an den Windenstand. Gespannt schaut sie zu. "Du brauchst eigentlich nur auf die beiden Kommandos warten", sage ich, "dann startest Du über den Hebel und beobachtest, ob der Flieger ordnungsgemäß aufsteigt." Meine Tochter legt ihre Hand auf meine. Das hat sie schon als kleines Kind gemacht, um ein erstes Gefühl zu kriegen. "Aha", sagt sie dann. "Willst Du mal den Hebel betätigen?" frage ich beim nächsten Mal, "ich unterstütze natürlich." "Au ja" sagt sie. Das machen wir dann auch so. Den Flieger kriegen wir problemlos hoch. "Klasse!" sagt meine Kleine. Gabi hat ihre Pause beendet und ist bei uns oben. "Na, wie isses?" fragt sie meine Tochter. "Macht Spaß", antwortet die. Gabi löst uns wieder ab. "Es ist grade ein Zweisitzer frei", sagt Daniela und zeigt dahin, wo er steht. "Wollen wir?" frage ich die Kleine. "Na was denn sonst?" fragt sie. "Die ist zu knuffig", lacht Daniela. Meine Tochter und ich gehen zum Flieger. Ich pfeife auf dem Mund anerkennend schon von weitem, als ich den Flieger sehe. "Was denn?" fragt die Kleine. "Ein ganz modernes Teil", antworte ich lächelnd, "ich habe auch noch nicht alle Modelle durch hier. Der hier ist ja ganz schnittig." Ich öffne die Haube. Wir legen schon mal unsere ganzen Sachen hinein. "Dann lass uns den mal in Richtung Startplatz schieben", sage ich. Die Kleine schaut erst skeptisch, als wir den Flieger schieben wundert sie sich, wie leicht das geht. Mittlerweile gibt es ordentliche Warteschlange vor den Winden. Ich erkläre in der Zwischenzeit die Instrumente. Aufmerksam hört sie zu. Dann zeige ich ihr noch eine Halterung für das Smartphone. "Da kannst Du es einspannen und entweder raus oder Dich selber Filmen", sage ich. "Geil!" sagt sie und macht das auch gleich. Dann sind wir an der Reihe. Volker fährt inzwischen das Schleppauto an Rainer seiner Winde. "Hallo ihr zwei", grüßt er freundlich und dann zu meiner Tochter: "Und Du startest hier heute das erste Mal, kleine Lady?" "Genau", antwortet meine Tochter. "Deine Frau Papi ist auch eine der besten hier", sagt Volker. "Rot werd", kommentiere ich nur kurz. Die Kleine und Volker lachen. Volker hängt das Seil ein, während wir einsteigen. "Gerne mit Schmackes", sage ich noch zu Volker, bevor ich das Dach schließe. "Alles klar, gebe ich so durch", lacht Volker.
"Bist Du soweit?" frage ich die Kleine. "Jepp!" antwortet sie kurz. Ein wenig angespannt wirkt sie jetzt doch. "Dann zeige Volker mal den Daumen", sage ich, was sie auch macht. "Volker an Winde 2, Startbereitschaft bei Steffi", sagt er, "kannst gerne mehr Dampf geben." "Alles klar", sagt Rainer. "Wenn Du jetzt nochmal den Daumen zeigst, geht es los", sage ich zu Tochter. Entschlossen zeigt sie Volker den Daumen. "Start frei" sagt Volker. Mein Kleine schaut gespannt vorne raus. Das Seil strafft sich und es gibt einen kleinen Ruck. "Hu!" sagt meine Tochter. Dann zieht die Winde an, kurz danach heben wir ab. "Juhu", ruft die Kleine. Ich merke, das Rainer mehr Gas gibt. Ich ziehe den Steuerhebel ran. Nach einem soft gesteuerten Übergangsbogen gehen wir dann in den Steigflug. "Wow", das geht ja ab", jubelt die Kleine. Dann sind wir schon oben. "Cooool", höre ich sie nochmal von vorne. Dann nimmt sie ihr Handy aus der Halterung und macht ein paar Fotos von uns, die sie zum Teil an die Große schickt. Ich schaue derweil, wo schon ein Flieger kreisen und finde auch einige. Dort fliege ich hin und erwische auch gleich den Aufwind. "Jetzt geht es rund", flaxe ich. "Und hoch", sagt Töchterchen, "das ist ja heiß." Nebenbei schaut sie auf den Höhenmesser. Ihr Handy klingelt. Videoanruf von der Großen", sagt sie und nimmt ihn an. Während der Unterhaltung hält sie ihr Telefon so, dass ich auch mit drauf bin. "Wo seid ihr?" fragt die Kleine. "Mit den Fahrrädern in den Feldern", kommt als Antwort. "Wenn wir aus der Thermik sind schauen wir mal nach", sage ich grinsend. Wir fliegen dann nach Norden. Über dem Ort wo die Freundin der Großen wohnt , kreisen wir großzügig. Meine Tochter schaut mit dem Fernglas. "Ich glaube ich sehe sie", sagt sie. Dann macht sie ihr Telefon wieder an und ruft die Große an. "Ich sehe euch", sagt sie. "Wir euch auch", kommt von den beiden unten zurück. Ich wackele mit den Tragflächen. Einmal kreise ich noch, dann machen wir uns auf den Weg Richtung Wohnhaus, wo die Mädels und meine Gattin wohnen. "Wir wollen aber auch mal mitfliegen", sagt meine Große gespielt trotzig. "Hier, das kläre ich nachher", sage ich, "vielleicht kriegen wir das morgen hin." "Das wäre toll", sagt meine Große. Ihre Freundin sagt dann noch: "Ich spreche mal mit meiner Mutter." "Und Du bist auch wieder mit dabei?" frage ich die Kleine. "Also Frau Papi, was für eine Frage", echauffiert sie sich gekünstelt, "natürlich bin ich dabei." "Gut, haben wir das auch geklärt", sage ich grinsend.
Vor dem Wohnort meiner Family kreisele ich noch mal in einer Thermik hoch. Meine Tochter hat vorsichtig ihre Hand am Steuerknüppel und fühlt meine Lenkbewegung. "Kommst Du unten an die Fußpedalen?" frage ich. "Ja", kommt als Antwort. "Dann stelle mal vorsichtig die Füße drauf", sage ich, "dann merkste das Zusammenspiel der verschiedenen Ruder." Sie macht das. "Ist ja heiß", sagt sie nach einiger Zeit. Dann fliegen wir über den Ort. "Gibst Du mir mal deine Kamera?", fragt sie mich. Ich gebe sie ihr nach vorne. Sie hat früher gerne mit dem Ding fotografiert und macht jetzt einige Fotos von dem großen Gebäude, wo die Wohnung liegt. Zwischendrin kontrolliert sie die Fotos auf dem Display. Wir drehen noch eine weitere Runde über dem Ort. Dann suche ich wieder einen Aufwind. "Und wie isses?" frage ich, während wir kreiseln, "zurück, oder noch woanders hin." "Wir können gerne noch weiterfliegen", sagt die Kleine, "wolltest Du nicht zu so einer komischen Baumschule?" "Ach stimmt, ganz vergessen, das", sage ich und steuere in die Richtung. Auf dem Weg dahin sage ich: "Ist ja heute wieder eine schöne Fernsicht, schau mal wie gut man den Harz sieht." "Ja total super", sagt die Kleine, "darf man da hinfliegen?" "Natürlich", sage ich, "ich bin auch schon zweimal dieses Jahr um den Brocken rumgeflogen." "Das will ich auch", sagt sie begeistert. Wir sind früher oft mit der ganzen Familie den Brocken hoch gewandert. Die sind schon mächtig beeindruckt vom Brocken, meine Töchter. Während wir in den Süden von Wolfsburg fliegen, sehe ich den Fallschirmspringerflieger. "Kannst Du dein Funkgerät da vorne mal auf laut stellen", frage ich die Kleine, "und dann Kanal 19 einstellen, das müsste der Kanal sein, wo sich die Springer unterhalten." Als ob sie das schon ewig gemacht hat, tut sie das auch anstandslos. Weil sie sieht wie ich staune sagt sie: "Funkgeräte kann ich." "Sehe ich, OK", antworte ich erstaunt. Die Kleine grinst. "Ja, da reden welche", sagt sie und macht das Gerät lauter. Wir hören Wortfetzen, aber auch ganze Sätze. Ich glaube Burkhards Stimme zu erkennen. "Wenn sie nicht wollen, können sie jetzt noch Bescheid sagen", höre ich. "Nee, alles gut", sagt eine andere Stimme. "Dann rutschen wir jetzt nach vorne", höre ich Burkhard. "Scheiße nee, ist das tief, ich will doch nicht", sagt die andere Stimme. Meine Kleine schaut zu mir. "Da hat aber einer tierisch Schiss", sagt sie lachend. "Ja, das ist schon eine Überwindung", sage ich. "Ach, papperlapapp", sagt meine Tochter selbstbewusst. "Tse", sage ich grinsend. "Wenn ich das Training fertig habe, dann schauen wir mal, ob du es Dir dann noch traust", sage ich grinsend. "Pah! Da hat Mama eher noch Schiss, als ich", sagt die Kleine. Ich lache. "Stimmt!", sage ich. Dann wieder im Funk, ziemlich energisch: "Wollen sie jetzt oder nicht?" "Hm, doch", sagt die andere Stimme. Man hört eine Frauenstimme, die dem wohl gut zuredet. Aber die Frauenstimme kann ich grade nicht zu ordnen. Dann hört man den Piloten des Springerflugzeuges: "Ihr müsst jetzt springen, wir sind gleich raus aus der Absprungzone." Ich schüttele nur lachend den Kopf. "Wollen sie jetzt?" fragt Burkhard energisch. Dann hört man ein: "Ja, Nein, doch, "¦aaaah, Mama, Hilfe, Scheiße!" Meine Tochter und ich lachen uns kaputt. Während den nächsten Minuten hört man dann: "Oh mein Gott, Oje, Scheiße." Dann ist Ruhe. "Jetzt sind sie wahrscheinlich gelandet", sage ich immer noch erheitert, "da gehen wir nachher mal hin und fragen wer das war." "Au ja", sagt die Kleine, "dann kannst Du mir das schon mal alles vorher zeigen." "Na, Du bist Dir aber ziemlich sicher, was?" frage ich. Die Kleine grinst.
Wir kommen über der Baumschule an. Ich fange an zu kreisen und lasse mir die Kamera geben. "Lege mal Hände und Füße auf die Steuerung und merke Dir, wie sie stehen", sage ich. "OK", sagt die Kleine erwartungsvoll. "Ich lasse jetzt mal die Steuerung kurz zum Fotografieren los", sage ich, "wenn irgendwas komisch ist, sofort sagen." "Alles klar", sagt sie locker. Ich warte noch kurz und schaue, ob es auch klappt, dann fange ich an zu fotografieren. Nebenbei merke ich im Hintern, das die Kleine leicht steuert und ausgleicht. "Du machst das super", sage ich nach einiger Zeit und bemerke, dass sie sich auch gar nicht verkrampft. "Ist auch ziemlich einfach, wenn man es begriffen hat", sagt sie dann recht locker. Ich fotografiere sie mit meinem Handy und mache auch ein kleines Filmchen. Dann nehme ich nochmal die Große Kamera und schieße noch ein paar Fotos . "OK, ich habe alles gesehen", sage ich, "auf zum Brocken. Meine Tochter gibt zwischendrin immer mal einen Zwischenbericht an ihr Schwester und auch an "Mami". Meine Gattin scheint recht angetan und begeistert zu sein. Die Große beschwert sich auf lustige Weise. Vorm Harz suche ich mir noch einmal eine Thermik und dann fliegen wir über die Eckertalsperre zum Brocken. "Da sind wir schon überall gewandert", sagt sie begeistert und schaut weiter begeistert herum. "Da, Torfhaus, Wurmberg, Achtermann", sprudelt es aus ihr hinaus, "und eine Brockenbahn fährt grade hoch." Bis eben war sie ja noch locker, cool drauf, aber jetzt ist sie von den Eindrücken überwältigt. "Boah! Total super, das alles von oben", sagt sie begeistert. Ich kreise über dem Gipfel in einem großen Radius. "Toll", sagt sie begeistert. Eine zweite Runde drehe ich noch, dann fliege ich über Werningerode raus. "Nochmal!" sagt meine Tochter begeistert. Also Thermik gesucht, hoch gekreiselt und wieder zum Brocken geflogen. "Das ist total toll", sagt sie begeistert. Wieder drehen wir zwei Runden. Da wir noch eine gute Höhe haben, fliege ich Torfhaus an und fliege dann über den Okerstausee raus. Auch hier ist die Kleine begeistert. "Das hat sich doch gelohnt", sagt sie grinsend. Über Wolfenbüttel geht es zurück Richtung Flughafen. Vorher muss ich nochmal in einen Aufwind. "Mal schauen, wie schnell der Flieger kann", sage ich und verändere den Anströmwinkel. Der Flieger nimmt Fahrt auf. Da ich der Kleine vorher die Instrumente erklärt habe, schaut sie gespannt auf den Geschwindigkeitsanzeiger. "250 km/h, das ist ja mal eine Hausnummer", sagt sie grinsend. Recht schnell sind wir am Flughafen. Nach Ansage des Towers muss ich den Flughafen mittig überqueren. Dahinter fliege ich eine dreiviertel Linkskurve um in die Richtige Richtung zu kommen und um gleichzeitig Höhe zu reduzieren. Durch die noch vorhandene Geschwindigkeit werden wir ordentlich in die Sitze gedrückt. "Boah! Heiß!", sagt die Kleine begeistert, "kann der auch Looping?" Eher nicht, aber Rückenflug geht mit den neuen Dingern. Wegen meiner Verletzung müssen wir das aber auf ein anderes Mal verschieben", antworte ich. "Au ja", freut sie sich. Wir fliegen längs außerhalb des Flughafens. "Und ich bin wie üblich zu hoch, für den Landeanflug", sage ich grinsend. "Das heißt"¦?" fragt meine Tochter. "Es gibt gleich noch mal so eine schnelle Kurve", antworte ich. "Juhu!" kommt von ihr. Und schon fliege ich die Kurve. "Geil!" sagt die Kleine. "Ich habe es mir angewöhnt den Landeanflug höher anzugehen", sage ich, dann habe ich eine Reserve, sollte etwas unerwartetes passieren", sage ich, "ich muss gleich nochmal korrigieren." Im Spiegel sehe ich meine Tochter grinsen. Wir fliegen jetzt schon auf den Landebereich zu. "Achtung!", sage ich und drücke dann die Nase des Fliegers runter. Der geht auch gleich in den Sinkflug, den ich nach ein paar Sekunden abfange. "Passt so", sage ich. Kurz danach setze ich den Flieger sanft auf die Grasfläche. Wir rollen aus und bleiben dann stehen. Ich mache die Haube auf. "Das war toll, Frau Papi", sagt die Kleine begeistert. "Freut mich", sage ich lächelnd. Zwei junge Männer kommen zu uns und nehmen gleich den Flieger ab. "Dann braucht ihr ihn nicht an die Seite schieben", sagt der ein. Wir holen noch schnell unsere Sachen aus dem Flieger und bedanken uns.
"Ich habe ja langsam Hunger", sagt meine Kleine. "Ich auch", sage ich , "ich habe beim Anflug eine Rauchwolke an der Werkstatt gesehen. Vielleicht grillt da jemand." Wir gehen zur Werkstatt und tatsächlich, Rainer steht am Grill. "Na, Ladies, eine Wurst, ein Steak?" fragt er lächelnd. "Ja klar", sagt meine Tochter frech und schaut, was er da bruzzelt. "Wurst einsfuffzich, das Steak drei Euronen", sagt Rainer, "Salate und Brot/Brötchen sind umsonst." "Ich nehme ein Stück Fleisch", sagt die Kleine. Ich nehme auch eins. Dann gehen wir noch zur Salatbar. Nachdem die Teller bestückt sind, suchen wir uns einen Platz. Daniela winkt uns heran. "Mmmh, lecker", finden meine Tochter und ich. Daniela fragt dann meine Tochter, wie es war. Meine Tochter erzählt das begeistert. "Jetzt muss ich nur noch Mami überzeugen, dann fange ich hier an", sagt sie dann selbstbewusst. "Cool", sagt Daniela. Ich nicke anerkennend. Wir holen uns nochmal Nachschub. "Fliegen macht unheimlich hungrig", sagt meine Kleine zu Grillmeister Rainer. Der freut sich. Ein paar Mitglieder sind auch mit Kind oder Familie da. Ein Mädchen kommt auch gleich zu uns und freundet sich schnell mit meiner Tochter an. "Wir schauen mal ein bisschen herum", sagt meine Kleine. Ich nutze die Zeit um einen Kaffee zu trinken. "Kuchen haben wir auch", sagt Daniela lächelnd. Ich erzähle, dass meine Große und ihre Freundin auch gerne eine Runde mitfliegen wollen. "Kein Problem, Steffi, wenn sie kein Problem haben bei jemanden mitzufliegen können wir das morgen gerne machen", sagt Daniela. "Super, ich kläre das heute Abend mal ab", sage ich. "Dann melde Dich morgen am besten noch mal. Jetzt möchte sie noch wissen, warum ich heute ohne Sandra unterwegs bin. Ich antworte ganz neutral, dass sie ihren Cousin zu Besuch hat und ich diesen meide. "Oh!" sagt Daniela. Volker ist auch kurz da und setzt sich zu uns. Während er sein Wurst verspeist, fragt er mich: "Habt ihr das vorhin auch mitbekommen, was bei den Springern los war?" Ich lache. "Ja, wir waren noch in der Nähe", antworte ich, "haben das alles über Funk mitbekommen. Habt ihr vielleicht rausbekommen wer das war?" "Nee", sagt Volker. Auch Rainer und Dirk schütteln den Kopf. "Ich gehe nachher mal rüber", sage ich vielleicht kriege ich was raus." "Mach das mal", lacht Dirk. Nach einiger Zeit kommt meine Tochter alleine wieder. "Vanessa fliegt jetzt mit ihrem Vater", sagt sie und geht sich einen Kuchen holen. Dazu nimmt sie sich noch einen Kakao. "Lecker, lecker, lecker", sagt sie dann begeistert. "Na, das gebe ich doch gerne weiter", sagt Daniela lächelnd. Wir bleiben noch etwas sitzen. "Wir gehen dann mal zu den Springern", sage ich dann, "ich bin ja gar nicht neugierig, was das vorhin für eine Aktion war." "Ja mach mal", sagt Rainer grinsend, "und berichte danach." "Mache ich", sage ich noch und gehe mit meiner Tochter über das Flugfeld. An der großen Start- und Landebahn warten wir, bis wir ein OK bekommen, sie zu überqueren. "Das geht auch nur hier", sage ich.
Vorm Springerheim sitzen ein paar Leute. "Steffi!" ruft Peter erfreut, "schön Dich zu sehen." "Hallo", grüßen wir in die Runde. Ich stelle dann meine Kleine vor und sage das sie mal schauen möchte. "Gerne", sagt Peter. "Außerdem bin ich stinkend neugierig, was hier vorhin passiert ist", sage ich grinsend, "wir haben das im Funk mitbekommen." In der Runde macht sich Heiterkeit breit. "Am besten fragst Du Burkhard, wenn er wieder unten ist", sagt Peter lachend und deutet nach oben. Das Springerflugzeug ist kurz vor der Absprungposition. "Cool", sagt meine Kleine begeistert und verfolgt gespannt das Flugzeug. Dann springen sie oben raus. "Du bist dann der Grund, warum Steffi wieder Tandemsprünge machen will?" fragt Peter locker meine Tochter. "Genau", antwortet sie ohne die Springer aus den Augen zu verlieren. "Nett Dich kennenzulernen", sagt Peter lächelnd. "Danke", sagt die Kleine. "Die ist ja ganz schön locker drauf", sagt Peter zu mir. "Kannst Du so sagen", sage ich grinsend. Langsam trudeln die Springer unten ein. Fritz und Burkhard kommen als erste auf uns zu. "Hallo Steffi, was ist denn bei euch los? Wolltest Du heute nicht mit Sandra zum springen kommen", fragt Fritz. "Ursprünglich ja, aber dann kam am Donnerstag ein etwas unappetitlicher Verwandter von ihr dazu", sage ich. In der Runde wieder Gelächter, nur Burkhard sieht etwas angefressen aus. "Eine schöne Umschreibung", lacht Ulrike. "So ein Vollidiot", sagt Burkhard, "das war ein Kampf, den heile runterzukriegen. Die ganze Zeit war der am Zappeln. Ich habe schon den Funk ausgemacht, weil ich den die ganze Zeit anschreien musste." "Und Sandra war das vielleicht peinlich", sagt Fritz noch. "Ist sie selber gesprungen?" frage ich. "Ja ist sie", antwortet Fritz, "aber warum warst Du nicht dabei?" "Ich darf grade nicht springen", antworte ich, "weil mich dieser Vollidiot am Donnerstag an der Brust verletzt hat." Die Leute halten die Luft an. Ich erkläre dann den ganzen Hergang. "Hätte ich das vorher gewusst", sagt Burkhard, "den hätte ich gar nicht mitgenommen." "Ich weiß auch nicht, was der dann hier wollte", sagt Fritz. "Der ist auf der Welt, weil er nerven will", sage ich, "und er hat einen unheimlich schlechten Einfluss auf Sandra, und die kann sich da irgendwie nicht gegen wehren." "Oje", sagt Ulrike. "Mal sehen, ob wir das Ruder noch rumreißen können", sage ich. "Hast Du wenigstens eine Anzeige gemacht?" fragt mich Karin. Ich nicke. "Wann kannst Du wieder springen?" fragt Fritz, "also, wann wir dann auch mit dem Training weitermachen können." "Wenn es gut läuft nächstes Wochenende", antworte ich, "ich lasse das bei meiner Ärztin bis dahin untersuchen." "Wie trainiert Frau Papi denn die Tandemsprünge?" fragt meine Tochter. Fritz erklärt ihr das mit den Sandsäcken. "Und ganz zum Schluss des Trainings kommst Du vorne dran", sagt Burkhard lächelnd." "Super, da freue ich mich aber drauf", sagt die Kleine. "Wenn Mami mitspielt", sage ich. "Dann quengele ich so lange, bis ich darf", sagt sie. "Das macht sie auch", sage ich grinsend und nicke übertrieben mit dem Kopf. Wir bleiben noch eine Weile mit sitzen. "So langsam sollten wir mal wieder zu den Katzen fahren", sage ich zu meiner Tochter. "Stimmt", sagt sie, "nicht dass die die Eisenbahn schrotten." "Eisenbahn?" fragt Burkhard. "Ja, guck", sagt die Kleine und zeigt auf ihrem Handy ein paar kurze Filmchen. "Ey, Steffi", staunt Burkhard. Auch die anderen schauen begeistert. "Wir müssen Dich unbedingt mal besuchen", sagt Fritz. "Gerne", sage ich. Dann machen wir uns auf den Weg zurück zu den Fliegern. Natürlich müssen wir erzählen, was wir herausgefunden haben. Dirk weiß nicht, ob er lachen oder sich aufregen muss. "Den kannst Du mit Doc Countdown auf eine Stufe stellen", sagt Rainer. Ich nicke nur still. Dann verabschieden wir uns und gehen zum Auto. "Jetzt noch ein Eis von der megaleckeren Eisbude im Nachbarort?" frage ich. "Au ja", freut sich die Kleine. Also fahren wir dort hin und genehmigen uns das Eis. Danach fahren wir wieder nach Hause. Vorsichtig schließe ich die Tür auf und schaue, ob die Katzen nicht flüchten wollen. Dem ist nicht so, dafür hört man beiden Katzen leise gurren. Meine Tochter schaut wo es her kommt. "Hihi, die liegen ganz kuschelig oben auf der Eisenbahn" sagt meine Kleine, "und schnurren zufrieden." "Miau!" sagt die eine Katze. "Los! Anmachen! heißt das", sagt meine Tochter . "Na dann"¦" antworte ich. Und schon kreisen die ersten Züge. "Die sind anscheinend auch nicht mitten in der Anlage unterwegs gewesen", sagt meine Kleine, "alles tadellos." "Sehr nette Katzen", bemerke ich, "ist aber auch interessant, wie unterschiedlich Katzen sind. Unsere anderen Beiden von früher, die hätten die Anlage nach ihrem Geschmack "umgebaut. Da hätte die Tür aber zu sein müssen." "Vor allem der Kater", sagt meine Tochter lachend. Die beiden Katzen hier schauen gelassen zu, wie die Züge fahren.
Während die Kleine schon wieder in die Eisenbahn vertieft ist, mache ich uns etwas zum Abendbrot. Ich schmiere ein paar Brote und lege sie auf eine großen Teller, dann mache ich dazu noch einen Salat. Damit gehe ich wieder zu meiner Tochter. "Ich habe nebenbei mal auf den Laptop geguckt", sagt meine Tochter, "was heißt denn der Button "Fahrplan"?" "Klick doch mal drauf", antworte ich, "nebenbei können wir futtern." Sie klickt auf den Button. "Jetzt organisiert sich die Anlage erstmal", sage ich, "die Güterzüge verschwinden zunächst in den Abstellbahnhöfen und die Personenzüge kommen raus." Nach einer Weile hat sich ein Grundzustand eingependelt. "Hast Du das programmiert?" fragt meine Tochter. "Nee, das war ein Arbeitskollege, der genauso eisenbahnverrückt ist wie wir beide", antworte ich. "Aha", sagt sie grinsend. "Jetzt kannst Du nochmal auf "Fahrplan" klicken und dann geht"™s los", sage ich. Das macht sie dann auch. Während wir essen schaut meine Kleine genau hin. "Der ICE hält immer hinten", sagt sie nach einer Weile. "Jepp, das ist jetzt so eingestellt, das hinten die Fernbahn ist", sage ich, "da halten die ganzen Schnellzüge." "Aha, und vorne sind die Regionalbahnen", sagt meine Kleine, "also die Anschlusszüge." "Genau", sage ich, "hier passiert genau das, wovon die echte Bahn nur träumen kann." "Keine Verspätung", sagt meine Tochter. "Na ja, es fährt ja grade kein Güterzug", sage ich lächelnd, "wenn die dazu kommen, wird es schon haariger." "Und wie kommen die dazu?" fragt meine Tochter erwartungsvoll. "Der Button "gemischter Betrieb" müsste das sein", antworte ich. "Ah, der hier", sagt sie und klickt drauf. So nach und nach mischen sich einige Güterzüge ins Getümmel. "Jetzt kriegt auch der Rechner was zu tun", sage ich grinsend, weil der Lüfter vom Laptop ununterbrochen läuft. "Normal haben jetzt die Personenzüge Priorität", sage ich weiter, "d.h. die Güterzüge werden in den Bahnhöfen aufgehalten. Auf freier Strecke ist das natürlich anders. Und da hier nicht viel freie Strecke zwischen Hauptbahnhof und Abstellbahnhof ist, wird es irgendwann mal eng mit der Zeit." "Das ist ja cool", staunt meine Kleine, "wenn hier auf dem Fahrplan eine Zeit rot wird, dann ist schon Verspätung?" "Genau", antworte ich, "man könnte ja auch weniger Züge fahren lassen, aber das ist ja dann keine Herausforderung mehr. Man kann nämlich noch eingreifen." Ich mache ihr es vor. "Da muss man schon ein bisschen weiterdenken", sagt die Kleine grinsend, "das ist echt stark." Während meine Tochter versucht gegen die Verspätungen anzukämpfen, rufe ich die Große an. Nach einer kurzen Begrüßung mit gegenseitigen, flapsigen Sprüchen frage ich: "Habt ihr noch Möge, morgen auf eine Runde Segelfliegen? Ich habe soweit alles geklärt." "Ja klar", sagt die Große begeistert. "Soll ich euch dann abholen?" frage ich. "Lisas Mutter kann uns auch fahren", antwortet meine große Tochter, "am liebsten würde sie auch mit fliegen." "Kein Problem", sage ich, "ich habe das schon mal mit eingerechnet." "Oh cool", sagt meine Tochter und gibt den Hörer an Lisas Mutter weiter. Mit ihr spreche ich das genauer ab. "Super, dass das klappt", sagt sie dann begeistert. "Bis dann" verabschiede ich mich. Wir lassen die Eisenbahn noch eine Weile laufen und gehen dann zu Bett. "Das war ein toller Tag", sagt meine Kleine kurz vor dem Einschlafen.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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bella49
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Re: Blutengel
Neues Jahr, aber nix Neues hier..............?!
Och nööööö, nicht schon wieder eine "Unvolllendete"!
Davon gibt es hier im Forum doch schon mehr, als genug.
BITE, BITTE setze die Story fort, wir sind alle heiß drauf!
LG und ein Gutes neues Jahr
bella49
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bella49
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Stephanie
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Re: Blutengel
Keine Angst es geht hier weiter. War eben über Weihnachten und Sylvester zu viel los bei mir. Kaum Ruhe dazu, sich mal zurückzuziehen und ich in paar Zeilen zu tickern. Außerdem habe ich bis letzten Montag noch auf das Ergebnis einer Krebsvorsorge gewartet, die ich unbedingt vor Weihnachten machen musste. Ist aber alles OK bei mir.
Also es geht weiter mit Stefanie Boe und ihren abgefahrenen Erlebnissen.
Versprochen.
Liebe Grüße
Stephanie
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Re: Blutengel
Segelfliegen in Formation
Ich bereite das Frühstück vor. Meine Kleine ist noch im Bad. Nebenbei lade ich die Fotos von gestern herunter und schicke die von der Baumschule an Katja. Die ruft auch prompt an. "Na, Spionage-Steffi?" flaxt sie, "das sieht ja spannend aus." "Ja, mal sehen, wie sich Torben jetzt verhält", sage ich. Mein Handy ist auf freisprechen gestellt und liegt auf dem Küchentisch. So unterhalte ich mich mit Katja. Meine Tochter kommt dazu und begrüßt Katja auf ihre lockere Art. "Wir kennen uns jetzt aber noch nicht", sagt die Kleine. Katja lacht. "Nee, wir sind uns noch nicht über den Weg gelaufen", sagt Katja. "Ich mache mal die Kamera an", sagt meine Tochter, "machst Du das auch?" "Na klar", antwortet Katja, "du bist ja locker drauf." "Joa", antwortet meine Tochter. Dann fragt meine Kleine Katja erstmal aus. Woher wir uns kennen und so weiter. Im Gegenzug fragt Katja die Kleine auch zu einigen Dingen. "Na, Dich möchte ich dann aber auch mal kennenlerne", sagt Katja lachend. "Gerne", sagt meine Tochter, "vor allem, weil du ja im Harz wohnst." Dann verabschieden wir uns. Bei Frühstücken lassen wir uns etwas Zeit. In aller Ruhe fahren wir dann zum Flugplatz. Ein bisschen Zeit haben wir noch, bis meine Große dann mit Freundin und deren Mutter kommt. Daniela, Gabi und Dirk sind auch schon da. Vier Zweisitzer stehen auch schon hintereinander bereit. Meine Tochter schaut sich alle an. "Die sehen fast alle gleich aus", sagt sie, "ein paar Unterschiede sieht man aber." "Ja die sind auch unterschiedlich alt", sagt Dirk.
Kurz danach kommen meine Große und Freundin Lisa mit Mutter an. Das Auto parken sie am Vereinshaus. Staunend kommen sie zu uns. "Das ist ja groß hier", staunt die Mutter, "das sieht man von der Straße her nicht." Dann stellen wir uns alle erstmal vor. Dirk erzählt ein bisschen vom Verein und macht dann auch gleich die Einweisung. Dann zeigen wir die Flieger. "Schaun wir mal, wer mit wem fliegt", sage ich dann. "Mir ist es egal", sagt die Mutter der Freundin. "Ich würde schon gerne bei Frau Papi mitfliegen", sagt meine große Tochter. Letztendlich fliegt die Kleine bei Gabi mit, die Freundin Lisa bei Daniela und die Mutter der Freundin bei Dirk. "Ich glaube, das wird ziemlich cool", sagt die Kleine. "Und was machen wir zuerst?" frage ich die Kleine. "Wir schieben die Flieger zum Start", antwortet sie, "das geht ganz leicht." "Tatsächlich", staunt Lisas Mutter. "Ist ja schon wieder gut was los", bemerke ich. "Lass uns mal auf beide Winden verteilen", sagt Dirk, "Steffi vorne, die sucht uns dann die Thermik." "Tse!", sage ich lächelnd und halte die Nase in den lauen Wind, der grade weht, "ich kann sie schon riechen." "Frau Papi ist nämlich die Thermiknatter!" sagt meine Kleine, weil die anderen etwas staunend gucken. Ich winke nur lächelnd ab. Stückchenweise schieben wir die Flieger vor, dann sind wir schon an der Reihe. Volker hängt das Seil ein. "Zeig mal den Daumen", sage ich zu meiner Großen, "das ist die Startbereitschaft. "OK", sagt sie und macht das. Volker lächelt und gibt die Meldung durch. "Wenn du nochmal den Daumen zeigst geht"™s los", sage ich weiter. "Na gut", sagt die Große und zeigt Volker wieder den Daumen. "Start frei", kommt von Volker. Das Winde zieht an und uns über den Rasen. Der Flieger fängt an zu schweben. "Achtung und hoch", sage ich und steuere in den Steigflug. "Sau geil", sagt die Große. Und schon sind wir oben. "Ist das heiß", sagt die Große. Im Rückspiegel sehe ich, wie Dirk hochgezogen wird. Dann schaue ich nach vorne. "Da vorne kreisen Greifvögel", sage ich, "da fliegen wir mal hin." Kurz danach komme ich da an und ein Aufwind bringt uns hoch. Ich gebe das über Funk durch. Kurz danach kommt Dirk dazu. "Holla, das ist ja mal wieder ein ordentlicher Luftzug", flaxt Dirk. Daniela gesellt sich auch dazu und Gabi ist dann auch da. Einige andere Flieger sind meiner Meldung gefolgt und schon kreisen über zehn Flieger in der Blase nach oben. "Das sieht ja heiß aus", hört man Lisa im Funk staunen. Auch meine Große schaut begeistert. "Ganz toll", freut sich Lisas Mutter.
"Das pustet ja heute wieder nach oben", sage ich, als wir das Ende des Aufwindes erreichen und fast 3400 m hoch sind. In Viererformation fliegen wir nach Norden, wo wir gestern schon waren. Daniela führt uns an. Über dem Ort, wo die Freundin der Großen wohnt, drehen wir ein paar Runden. "Ganz toll, so von oben", freuen sie beide sich. Dann geht es weiter zum Wohnort meiner Töchter. "Das sieht ja schon gut aus von hier oben", sagt meine Große begeistert und schießt ein paar Fotos von oben. Auch hier drehen wir einige Runden. "Ich glaube, das sehen die Leute unten auch seltener, das vier Flieger über der Ortsmitte kreiseln", flaxt Dirk. "Ja, einer ist schon immer eine Attraktion", feixt meine Große zurück. "Und Steffi wittert schon wieder Thermik", flaxt Gabi, die neben mir fliegt. Tatsächlich halte ich schon Ausschau danach. "So langsam brauchen wir mal wieder einen Hauch Wind unter Tragflächen", sage ich und grinse zu Gabi rüber. "Was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Rundflug?" fragt Dirk flaxend in die Runde. "Hm, zum Brocken?" fragt meine Große, "die Fotos von gestern sahen schon gut aus." "Au ja", sagt Daniela. "Obwohl es heute etwas diesiger ist, als gestern", sage ich. Die Fernsicht war gestern besser, aber das hat jetzt nicht so viel zu sagen. "Fliegst du vorne?" fragt mich Daniela. "Na klar", antworte ich. Die anderen staffeln sich hinter mir. "Sieht ganz schön gut aus von hier", sagt meine Große und schaut nach hinten. Ziemlich zügig kommen wir vor dem Harz an und steigen noch mal hoch. Dann nehmen wir Kurs auf den Brocken. Im Funk ist es jetzt ziemlich ruhig. Ab und zu hört man kleine Begeisterungen. "Total toll", freut sich Lisas Mutter dann. Meine Große ist auch ziemlich überwältigt. Schon sind wir am Brocken und ich leite die erste Umrundung ein. Die anderen halten jetzt mehr Abstand untereinander. Meine Kleine schaut mit dem Fernglas herunter. "Ich glaube, wir sind grade die Attraktion", sagt sie, "wie die alle gucken." Meine Große hat auch ein Fernglas dabei. "Und ein paar winken auch", sagt sie. Was Dirk dazu veranlasst, mit den Tragflächen zu wackeln. Wir drehen noch eine zweite Runde. Bei Dirk klingelt das Telefon, er lässt uns über den Funk mithören. "Hallo Dietmar", sagt Dirk, "heute mal am Wandern?" "Ja", antwortet Dietmar lachend, "ich habe mir doch gleich gedacht, das ihr das seid. Ist Steffi auch dabei?" "Na klar", antwortet Dirk, "rate mal, auf welcher Position." "Huhu Dietmar", rufe ich dazwischen. "Hi Steffi", hört man Dietmar, "ich denke, Du bist vorne, als Thermik-Spürnase?" "Korrekt", antworte ich lachend. Dirk sagt Dietmar dann noch den Grund unserer Unternehmung. "Ja dann herzlich Grüße an alle", sagt Dietmar zur Verabschiedung. Wir beenden unsere zweite Runde und ich führe die Formation über Wernigerode raus. Während wir wieder im Aufwind nach oben kreiseln, fragt Dirk: "Habt ihr noch Zeit? Dann könnten wir über Magdeburg zurückfliegen." "Ja gerne", kommt es von den anderen zurück. Dirk übernimmt dann die Führung. Zwischendrin durchfliegen wir immer mal wieder ein paar Schönwetterwolken. "Ziemlich cool", sagt meine Große. Bald kommen wir über Magdeburg an. "Da der Dom", sagt Lisa, "weißt Du noch? Unser Ausflug mit dem Pastor und der Konfirmationsgruppe?" "Ja stimmt", antwortet meine Große grinsend, "von hier oben sieht es aber auch toll aus." Und das weiße, spitze Ding da hinten?" fragt Lisa, "ist das der Jahrtausendturm?" "Ja, das ist er", antwortet Daniela. Dort fliegen wir auch noch hin und umkreisen das Gelände. Über den Zoo fliegen wir noch und nehmen dann Kurs in Richtung Braunschweig.
Gabi führt jetzt die Gruppe an. Ich fliege ganz hinten. Es geht mal wieder in einer Thermik nach oben. "Ist ein cooler Anblick, von hier hinten", sagt meine Große, "vor allem wenn dann eine Kursänderung kommt. Das macht Gabi dann auch bald. In der Nähe von Wolfsburg sagt sie dann: "Kuränderung auf Nord!" Und zieht in eine scharfe Rechtskurve. Zeitversetzt machen wir anderen das auch. "Uh! Boah! Heiß! Cool!" kommentieren unsere Passagiere das. "Jaja, Gabi und Steffi sind unsere Kampfjet-Fliegerinnen", flaxt Dirk. "I-hi!" kommentiere ich. Gabi fliegt dann eine Linkskurve, allerdings nicht ganz so scharf. Jetzt überfliegen wir noch eben das VW-Werk und nehmen dann Kurs auf Braunschweig. Vorm Landeanflug vergrößern wir wieder den Abstand untereinander. Dann setzen wir nach einander zur Landung an. Neben der Landebahn stellen wir die Flieger nebeneinander ab. Am Wochenende sind die Zweisitzer immer sehr begehrt und es dauert auch nicht lange, bis sie von anderen Fliegern übernommen werden. "Das war ja toll", sagt Lisas Mutter, "vielen Dank dafür." "Sehr gerne", antwortet Daniela lächelnd. Langsam gehen wir in Richtung Vereinsheim. Vor der Werkstatt ist wieder ein Kuchenbufett aufgebaut. Meine Kleine erklärt auch gleich den Hintergrund. "Ich müsste auch bald wieder los", sagt Lisa Mutter, "wir kriegen heute Abend noch Besuch." "Ein Kaffee geht aber noch, Mama", sagt Lisa lächelnd, "ich würde ja gerne noch hierbleiben." "Kein Problem", sage ich, "ich kann sie gerne nachher mitnehmen, wenn ich meine Geister nach Hause bringe." "Das wäre toll", sagt Lisa Mutter, "deine Große hat ja auch nicht ihre Sachen bei uns." Die Mädels suchen sich Kuchen aus, während wir Großen uns noch bei einer Tasse Kaffee unterhalten. Dann fährt Lisas Mutter los. "Bis später dann", sagt sie noch.
"Das ist ja total cool hier", sagt meine Große erfreut, "können wir dann auch mal gucken, wie die Flieger hochgezogen werden?" "Na klar", sage ich. Bald darauf gehen wir zu den Winden. Gespannt schauen meine Große und ihre Freundin zu, die Kleine kennt es ja schon. "Wollt ihr mal raufkommen und gucken?" fragt Rainer. Das lassen sie sich nicht zweimal sagen. "Das ist ja mal eine ganz aufregende Ansicht", sagt die Große, "wenn die Flieger erstmal auf dich zukommen." Während die Mädels noch zuschauen, klingelt mein Handy. Meine Gattin ist dran. "Wir sind auf dem Rückweg", sagt sie, "in zwei Stunden wären wir da. Wieder bei Dir zu Hause?" "Ja können wir so machen", antworte ich. Den Mädels erkläre ich das dann so. Wir verabschieden uns dann und gehen zum Auto. "Ein Eis geht aber noch, oder?" fragt die Kleine. ""˜Törlich!" antworte ich grinsend. Wie gestern fahren wir noch zu der Eisbude. "Mmmh!" Total lecker", freuen sich die Mädels. Dann geht es aber zurück zur Wohnung. "Jetzt müssen wir aber erstmal die Katzen kraulen", sagt die Große, als wir auf dem Garagenhof ankommen. Im Treppenhaus treffen wir Nachbarin Lisa. "Darf ich vorstellen: Lisa, Lisa", sage ich lächelnd. "Angenehm", sagen die beiden Lisas gleichzeitig erfreut. "Hattet ihr einen schönen Tag?" fragt die große Lisa. "Ja, wir waren Segelfliegen", sagt meine Große, "Formationsflug mit vier Fliegern zum Harz." "Jetzt musst Du mich aber auch langsam mal mitnehmen, Steffi", sagt Lisa gespielt vorwurfvoll. "Gerne, das kann aber ziemlich kurzfristig kommen", sage ich auch lächelnd, "ich melde mich einfach." "Schön, ich freue mich schon", sagt Nachbarin Lisa.
Die Katzen liegen beide oben auf der Eisenbahn, als wir in die Wohnung kommen. "Bewacher-Katzen", sage ich grinsend. "Mi-au!", sagt die kleine Katze energisch. "Na klar, jetzt gibt es Futter", sagt meine Große. Im Nu schnurren die beiden Tiger um unsere Beine. Während meine Große die Katzen füttert, schaltet die Kleine die Eisenbahn an und erklärt Lisa das ein oder andere. Lisa staunt. "Die ist ja riesig", sagt sie, "wenn das mein Vati sieht." "Ist der auch Eisenbahnsüchtig?" frage ich. "Ja", antwortet Lisa lachend. Meine Große kommt dazu. Die Kleine weist beide ein. "Hier kann man sogar mit mehreren Betrieb machen", sagt sie. Die kleine Katze ist mit dem Futtern fertig und streicht mir um die Beine. Ich nehme sie hoch und setze sie auf der oberen Etage wieder ab. Nach einiger Zeit kommt auch die andere Katze und gesellt sich dazu. "Ein typisches Mädchenspielzeug", sage ich grinsend, "auch für Katzenmädchen." Ich bringe den Mädels was zu trinken, dann bereite ich einen Tee vor, weil meine Gattin nun auch bald ankommt. Dann ruft sie auch schon an. "Wir sind gleich da", sagt sie "kann Robert (ihr Lebensgefährte) mitkommen?" "Ja klar, aber Du weißt, dass ich hier was habe, was süchtig macht", sage ich. "Ich habe ihn schon so ein bisschen erzählt", sagt die Gattin erheitert, "bis gleich." Mittlerweile habe ich auch nicht mehr so den Ärger auf ihrem Typen, hat vielleicht auch mit meiner Veränderung zu tun.
Es klingelt und ich lasse die beiden herein. Dem Robert scheint es erst etwas unangenehm zu sein. Aber da ich sie freundlich begrüße, scheint er sich etwas zu lösen. "Mögt ihr einen Tee?" frage ich auch zur Entspannung. "Gerne", antworten beide. Während ich in die Küche gehe sagt meine Gattin grinsend zu Robert: "Da geht es zur Eisenbahn." "Oha, die ist ja "¦ "¦ riesig", höre ich Robert staunen. Meine Kleine kommt heute gar nicht aus dem Erklären raus. "Du bist heute oberste Fahrdienstleisterin, was?" flaxe ich sie an. Sie grinst mich übertrieben an. Ich hole dann den Tee. Mein Gattin und ich stehen in der Tür zum Eisenbahnzimmer und schauen zu. Es klingelt an der Tür. "Nanu, wer kommt den jetzt?" frage ich erstaunt. Wir drehen unsere Köpfe gleichzeitig zur Tür. Auf dem Display an der Tür ist Sandra zu sehen. "Das ist ja gut, mit Bildschirm", sagt meine Gattin begeistert, "Robert, schau mal. Da muss man nicht immer durch den eh zu kleinen Spion schauen." Robert ist auch begeistert. Ich mach derweil die Tür auf. "Hi Sandra, komm herein", sage ich. "Ach, ich will aber nicht stören", sagt sie verdattert, als sie uns alle sieht. "Ach was, komm rein und zier dich nicht, Sissylein", sage ich, nehme ihre Hand und ziehe sie rein. Jetzt ist sie noch mehr verdattert. Ich schließe die Tür. "Nicht, das jetzt auch noch die Katzen abhauen", sage ich grinsend. "Hallo Sandra", sagt meine Gattin erfreut. Sandra scheint etwas überfordert zu sein mit der Situation. "Entspann dich, magst eine Tee?" frage ich. "Ja gerne", antwortet Sandra. Ich gebe ihr die Tasse rüber. Dann klären wir sie über die Ansammlung auf. Die Katzen kommen auch ran und beschnuppern Sandra nach Katzenart. "Katzenzeitung", flaxt meine Gattin. Sandra krault die Katzen. "Sind die aber süß", sagt sie etwas enspannter. Dann erzählt sie noch von dem Ort, wo sie mit ihrem Robert war.
"Wir müssen dann aber auch so langsam los", sagt die Gattin, "sollen wir dich gleich nach Hause bringen, Lisa?" "Ja, das wär gut", antwortet die. Wir sammeln dann alle Sachen von der Kleinen ein. Zum Schluss bugsieren wir die Katzen in die Transportkiste. "Die fanden das hier soweit ganz OK", sage ich, "sie können gerne wiederkommen, wenn ihr niemanden habt zum aufpassen und füttern." "Sehr gerne", sagt die Gattin. "Ich helfe noch mit runtertragen", sage ich zu Sandra. Sie nickt verhalten. "Das war total schön, das Wochenende", sagt meine Kleine. "Das Segelfliegen war auch toll", sagt die Große. "Fand ich früher auch toll", sagt meine Gattin, was mich etwas erstaunt. "Nimmst Du mich auch mal mit?" fragt sie dann noch. "Na klar", antworte ich. Dann steigen sie alle ein und fahren vom Hof. Ich winke noch hinterher. "Die ist ja auf einmal wie ausgewechselt", denke ich mir. Ich dreh mich um und gehe zur Haustür. Mein Handy klingelt. Hans seine Nummer wird angezeigt. "Hallo Hans", begrüße ich ihn. "Hallo Steffi, ich stehe grade bei Sandra vor der Tür", sagt er, "Wilhelmine rief mich an, das der Basti wohl endlich abgereist ist. Weißt du wo Sandra sein könnte?" "Wilhelmine ist dein Geheimdienst was?" frage ich lachend. "Ja, so in der Art, wir kennen uns schon länger", antwortet Hans. "OK. Ja, ich weiß wo Sandra ist", antworte ich. "Und wo?", fragt Hans. "Bei mir, ist vor circa einer halben Stunde bei mir angekommen", antworte ich und sage ihm auch, dass meine Family noch da war und grade abgereist ist. "Kann ich vielleicht auch vorbei kommen?" fragt Hans vorsichtig, "ich hätte da mal dringend was zu klären mit ihr." "Na klar, kannst gerne vorbeikommen", sage ich. "Sage ihr mal nicht, dass ich komme, das soll für sie eher unvorbereitet sein", sagt Hans dann noch. "Ist Okay", sage ich und gehe wieder hoch. Sandra steht auf dem Balkon und schaut gedankenverloren in die Gegend. "Na? Wie geht es?" frage ich ganz locker. Sie hat feuchte Augen. "Beschissen", sagt sie leise. "Wieso genau?" frage ich weiter. "Das das passiert ist", sagt Sandra wieder. "Hey, ist jetzt nicht Deine Schuld", sage ich, was sie dazu bringt mich erstaunt anzuschauen. "Ja OK, du hättest vielleicht anders reagieren können und nicht so fremdgesteuert", sage ich weiter, "aber die Scheiße hat dein Cousin verzapft, als er mich verletzt hat." Sandra schaut mich erstaunt an. Bevor sie aber reagieren kann klingelt es an der Tür. "Hier ist heute was los", sage ich und gehe hin.
Ich bereite das Frühstück vor. Meine Kleine ist noch im Bad. Nebenbei lade ich die Fotos von gestern herunter und schicke die von der Baumschule an Katja. Die ruft auch prompt an. "Na, Spionage-Steffi?" flaxt sie, "das sieht ja spannend aus." "Ja, mal sehen, wie sich Torben jetzt verhält", sage ich. Mein Handy ist auf freisprechen gestellt und liegt auf dem Küchentisch. So unterhalte ich mich mit Katja. Meine Tochter kommt dazu und begrüßt Katja auf ihre lockere Art. "Wir kennen uns jetzt aber noch nicht", sagt die Kleine. Katja lacht. "Nee, wir sind uns noch nicht über den Weg gelaufen", sagt Katja. "Ich mache mal die Kamera an", sagt meine Tochter, "machst Du das auch?" "Na klar", antwortet Katja, "du bist ja locker drauf." "Joa", antwortet meine Tochter. Dann fragt meine Kleine Katja erstmal aus. Woher wir uns kennen und so weiter. Im Gegenzug fragt Katja die Kleine auch zu einigen Dingen. "Na, Dich möchte ich dann aber auch mal kennenlerne", sagt Katja lachend. "Gerne", sagt meine Tochter, "vor allem, weil du ja im Harz wohnst." Dann verabschieden wir uns. Bei Frühstücken lassen wir uns etwas Zeit. In aller Ruhe fahren wir dann zum Flugplatz. Ein bisschen Zeit haben wir noch, bis meine Große dann mit Freundin und deren Mutter kommt. Daniela, Gabi und Dirk sind auch schon da. Vier Zweisitzer stehen auch schon hintereinander bereit. Meine Tochter schaut sich alle an. "Die sehen fast alle gleich aus", sagt sie, "ein paar Unterschiede sieht man aber." "Ja die sind auch unterschiedlich alt", sagt Dirk.
Kurz danach kommen meine Große und Freundin Lisa mit Mutter an. Das Auto parken sie am Vereinshaus. Staunend kommen sie zu uns. "Das ist ja groß hier", staunt die Mutter, "das sieht man von der Straße her nicht." Dann stellen wir uns alle erstmal vor. Dirk erzählt ein bisschen vom Verein und macht dann auch gleich die Einweisung. Dann zeigen wir die Flieger. "Schaun wir mal, wer mit wem fliegt", sage ich dann. "Mir ist es egal", sagt die Mutter der Freundin. "Ich würde schon gerne bei Frau Papi mitfliegen", sagt meine große Tochter. Letztendlich fliegt die Kleine bei Gabi mit, die Freundin Lisa bei Daniela und die Mutter der Freundin bei Dirk. "Ich glaube, das wird ziemlich cool", sagt die Kleine. "Und was machen wir zuerst?" frage ich die Kleine. "Wir schieben die Flieger zum Start", antwortet sie, "das geht ganz leicht." "Tatsächlich", staunt Lisas Mutter. "Ist ja schon wieder gut was los", bemerke ich. "Lass uns mal auf beide Winden verteilen", sagt Dirk, "Steffi vorne, die sucht uns dann die Thermik." "Tse!", sage ich lächelnd und halte die Nase in den lauen Wind, der grade weht, "ich kann sie schon riechen." "Frau Papi ist nämlich die Thermiknatter!" sagt meine Kleine, weil die anderen etwas staunend gucken. Ich winke nur lächelnd ab. Stückchenweise schieben wir die Flieger vor, dann sind wir schon an der Reihe. Volker hängt das Seil ein. "Zeig mal den Daumen", sage ich zu meiner Großen, "das ist die Startbereitschaft. "OK", sagt sie und macht das. Volker lächelt und gibt die Meldung durch. "Wenn du nochmal den Daumen zeigst geht"™s los", sage ich weiter. "Na gut", sagt die Große und zeigt Volker wieder den Daumen. "Start frei", kommt von Volker. Das Winde zieht an und uns über den Rasen. Der Flieger fängt an zu schweben. "Achtung und hoch", sage ich und steuere in den Steigflug. "Sau geil", sagt die Große. Und schon sind wir oben. "Ist das heiß", sagt die Große. Im Rückspiegel sehe ich, wie Dirk hochgezogen wird. Dann schaue ich nach vorne. "Da vorne kreisen Greifvögel", sage ich, "da fliegen wir mal hin." Kurz danach komme ich da an und ein Aufwind bringt uns hoch. Ich gebe das über Funk durch. Kurz danach kommt Dirk dazu. "Holla, das ist ja mal wieder ein ordentlicher Luftzug", flaxt Dirk. Daniela gesellt sich auch dazu und Gabi ist dann auch da. Einige andere Flieger sind meiner Meldung gefolgt und schon kreisen über zehn Flieger in der Blase nach oben. "Das sieht ja heiß aus", hört man Lisa im Funk staunen. Auch meine Große schaut begeistert. "Ganz toll", freut sich Lisas Mutter.
"Das pustet ja heute wieder nach oben", sage ich, als wir das Ende des Aufwindes erreichen und fast 3400 m hoch sind. In Viererformation fliegen wir nach Norden, wo wir gestern schon waren. Daniela führt uns an. Über dem Ort, wo die Freundin der Großen wohnt, drehen wir ein paar Runden. "Ganz toll, so von oben", freuen sie beide sich. Dann geht es weiter zum Wohnort meiner Töchter. "Das sieht ja schon gut aus von hier oben", sagt meine Große begeistert und schießt ein paar Fotos von oben. Auch hier drehen wir einige Runden. "Ich glaube, das sehen die Leute unten auch seltener, das vier Flieger über der Ortsmitte kreiseln", flaxt Dirk. "Ja, einer ist schon immer eine Attraktion", feixt meine Große zurück. "Und Steffi wittert schon wieder Thermik", flaxt Gabi, die neben mir fliegt. Tatsächlich halte ich schon Ausschau danach. "So langsam brauchen wir mal wieder einen Hauch Wind unter Tragflächen", sage ich und grinse zu Gabi rüber. "Was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Rundflug?" fragt Dirk flaxend in die Runde. "Hm, zum Brocken?" fragt meine Große, "die Fotos von gestern sahen schon gut aus." "Au ja", sagt Daniela. "Obwohl es heute etwas diesiger ist, als gestern", sage ich. Die Fernsicht war gestern besser, aber das hat jetzt nicht so viel zu sagen. "Fliegst du vorne?" fragt mich Daniela. "Na klar", antworte ich. Die anderen staffeln sich hinter mir. "Sieht ganz schön gut aus von hier", sagt meine Große und schaut nach hinten. Ziemlich zügig kommen wir vor dem Harz an und steigen noch mal hoch. Dann nehmen wir Kurs auf den Brocken. Im Funk ist es jetzt ziemlich ruhig. Ab und zu hört man kleine Begeisterungen. "Total toll", freut sich Lisas Mutter dann. Meine Große ist auch ziemlich überwältigt. Schon sind wir am Brocken und ich leite die erste Umrundung ein. Die anderen halten jetzt mehr Abstand untereinander. Meine Kleine schaut mit dem Fernglas herunter. "Ich glaube, wir sind grade die Attraktion", sagt sie, "wie die alle gucken." Meine Große hat auch ein Fernglas dabei. "Und ein paar winken auch", sagt sie. Was Dirk dazu veranlasst, mit den Tragflächen zu wackeln. Wir drehen noch eine zweite Runde. Bei Dirk klingelt das Telefon, er lässt uns über den Funk mithören. "Hallo Dietmar", sagt Dirk, "heute mal am Wandern?" "Ja", antwortet Dietmar lachend, "ich habe mir doch gleich gedacht, das ihr das seid. Ist Steffi auch dabei?" "Na klar", antwortet Dirk, "rate mal, auf welcher Position." "Huhu Dietmar", rufe ich dazwischen. "Hi Steffi", hört man Dietmar, "ich denke, Du bist vorne, als Thermik-Spürnase?" "Korrekt", antworte ich lachend. Dirk sagt Dietmar dann noch den Grund unserer Unternehmung. "Ja dann herzlich Grüße an alle", sagt Dietmar zur Verabschiedung. Wir beenden unsere zweite Runde und ich führe die Formation über Wernigerode raus. Während wir wieder im Aufwind nach oben kreiseln, fragt Dirk: "Habt ihr noch Zeit? Dann könnten wir über Magdeburg zurückfliegen." "Ja gerne", kommt es von den anderen zurück. Dirk übernimmt dann die Führung. Zwischendrin durchfliegen wir immer mal wieder ein paar Schönwetterwolken. "Ziemlich cool", sagt meine Große. Bald kommen wir über Magdeburg an. "Da der Dom", sagt Lisa, "weißt Du noch? Unser Ausflug mit dem Pastor und der Konfirmationsgruppe?" "Ja stimmt", antwortet meine Große grinsend, "von hier oben sieht es aber auch toll aus." Und das weiße, spitze Ding da hinten?" fragt Lisa, "ist das der Jahrtausendturm?" "Ja, das ist er", antwortet Daniela. Dort fliegen wir auch noch hin und umkreisen das Gelände. Über den Zoo fliegen wir noch und nehmen dann Kurs in Richtung Braunschweig.
Gabi führt jetzt die Gruppe an. Ich fliege ganz hinten. Es geht mal wieder in einer Thermik nach oben. "Ist ein cooler Anblick, von hier hinten", sagt meine Große, "vor allem wenn dann eine Kursänderung kommt. Das macht Gabi dann auch bald. In der Nähe von Wolfsburg sagt sie dann: "Kuränderung auf Nord!" Und zieht in eine scharfe Rechtskurve. Zeitversetzt machen wir anderen das auch. "Uh! Boah! Heiß! Cool!" kommentieren unsere Passagiere das. "Jaja, Gabi und Steffi sind unsere Kampfjet-Fliegerinnen", flaxt Dirk. "I-hi!" kommentiere ich. Gabi fliegt dann eine Linkskurve, allerdings nicht ganz so scharf. Jetzt überfliegen wir noch eben das VW-Werk und nehmen dann Kurs auf Braunschweig. Vorm Landeanflug vergrößern wir wieder den Abstand untereinander. Dann setzen wir nach einander zur Landung an. Neben der Landebahn stellen wir die Flieger nebeneinander ab. Am Wochenende sind die Zweisitzer immer sehr begehrt und es dauert auch nicht lange, bis sie von anderen Fliegern übernommen werden. "Das war ja toll", sagt Lisas Mutter, "vielen Dank dafür." "Sehr gerne", antwortet Daniela lächelnd. Langsam gehen wir in Richtung Vereinsheim. Vor der Werkstatt ist wieder ein Kuchenbufett aufgebaut. Meine Kleine erklärt auch gleich den Hintergrund. "Ich müsste auch bald wieder los", sagt Lisa Mutter, "wir kriegen heute Abend noch Besuch." "Ein Kaffee geht aber noch, Mama", sagt Lisa lächelnd, "ich würde ja gerne noch hierbleiben." "Kein Problem", sage ich, "ich kann sie gerne nachher mitnehmen, wenn ich meine Geister nach Hause bringe." "Das wäre toll", sagt Lisa Mutter, "deine Große hat ja auch nicht ihre Sachen bei uns." Die Mädels suchen sich Kuchen aus, während wir Großen uns noch bei einer Tasse Kaffee unterhalten. Dann fährt Lisas Mutter los. "Bis später dann", sagt sie noch.
"Das ist ja total cool hier", sagt meine Große erfreut, "können wir dann auch mal gucken, wie die Flieger hochgezogen werden?" "Na klar", sage ich. Bald darauf gehen wir zu den Winden. Gespannt schauen meine Große und ihre Freundin zu, die Kleine kennt es ja schon. "Wollt ihr mal raufkommen und gucken?" fragt Rainer. Das lassen sie sich nicht zweimal sagen. "Das ist ja mal eine ganz aufregende Ansicht", sagt die Große, "wenn die Flieger erstmal auf dich zukommen." Während die Mädels noch zuschauen, klingelt mein Handy. Meine Gattin ist dran. "Wir sind auf dem Rückweg", sagt sie, "in zwei Stunden wären wir da. Wieder bei Dir zu Hause?" "Ja können wir so machen", antworte ich. Den Mädels erkläre ich das dann so. Wir verabschieden uns dann und gehen zum Auto. "Ein Eis geht aber noch, oder?" fragt die Kleine. ""˜Törlich!" antworte ich grinsend. Wie gestern fahren wir noch zu der Eisbude. "Mmmh!" Total lecker", freuen sich die Mädels. Dann geht es aber zurück zur Wohnung. "Jetzt müssen wir aber erstmal die Katzen kraulen", sagt die Große, als wir auf dem Garagenhof ankommen. Im Treppenhaus treffen wir Nachbarin Lisa. "Darf ich vorstellen: Lisa, Lisa", sage ich lächelnd. "Angenehm", sagen die beiden Lisas gleichzeitig erfreut. "Hattet ihr einen schönen Tag?" fragt die große Lisa. "Ja, wir waren Segelfliegen", sagt meine Große, "Formationsflug mit vier Fliegern zum Harz." "Jetzt musst Du mich aber auch langsam mal mitnehmen, Steffi", sagt Lisa gespielt vorwurfvoll. "Gerne, das kann aber ziemlich kurzfristig kommen", sage ich auch lächelnd, "ich melde mich einfach." "Schön, ich freue mich schon", sagt Nachbarin Lisa.
Die Katzen liegen beide oben auf der Eisenbahn, als wir in die Wohnung kommen. "Bewacher-Katzen", sage ich grinsend. "Mi-au!", sagt die kleine Katze energisch. "Na klar, jetzt gibt es Futter", sagt meine Große. Im Nu schnurren die beiden Tiger um unsere Beine. Während meine Große die Katzen füttert, schaltet die Kleine die Eisenbahn an und erklärt Lisa das ein oder andere. Lisa staunt. "Die ist ja riesig", sagt sie, "wenn das mein Vati sieht." "Ist der auch Eisenbahnsüchtig?" frage ich. "Ja", antwortet Lisa lachend. Meine Große kommt dazu. Die Kleine weist beide ein. "Hier kann man sogar mit mehreren Betrieb machen", sagt sie. Die kleine Katze ist mit dem Futtern fertig und streicht mir um die Beine. Ich nehme sie hoch und setze sie auf der oberen Etage wieder ab. Nach einiger Zeit kommt auch die andere Katze und gesellt sich dazu. "Ein typisches Mädchenspielzeug", sage ich grinsend, "auch für Katzenmädchen." Ich bringe den Mädels was zu trinken, dann bereite ich einen Tee vor, weil meine Gattin nun auch bald ankommt. Dann ruft sie auch schon an. "Wir sind gleich da", sagt sie "kann Robert (ihr Lebensgefährte) mitkommen?" "Ja klar, aber Du weißt, dass ich hier was habe, was süchtig macht", sage ich. "Ich habe ihn schon so ein bisschen erzählt", sagt die Gattin erheitert, "bis gleich." Mittlerweile habe ich auch nicht mehr so den Ärger auf ihrem Typen, hat vielleicht auch mit meiner Veränderung zu tun.
Es klingelt und ich lasse die beiden herein. Dem Robert scheint es erst etwas unangenehm zu sein. Aber da ich sie freundlich begrüße, scheint er sich etwas zu lösen. "Mögt ihr einen Tee?" frage ich auch zur Entspannung. "Gerne", antworten beide. Während ich in die Küche gehe sagt meine Gattin grinsend zu Robert: "Da geht es zur Eisenbahn." "Oha, die ist ja "¦ "¦ riesig", höre ich Robert staunen. Meine Kleine kommt heute gar nicht aus dem Erklären raus. "Du bist heute oberste Fahrdienstleisterin, was?" flaxe ich sie an. Sie grinst mich übertrieben an. Ich hole dann den Tee. Mein Gattin und ich stehen in der Tür zum Eisenbahnzimmer und schauen zu. Es klingelt an der Tür. "Nanu, wer kommt den jetzt?" frage ich erstaunt. Wir drehen unsere Köpfe gleichzeitig zur Tür. Auf dem Display an der Tür ist Sandra zu sehen. "Das ist ja gut, mit Bildschirm", sagt meine Gattin begeistert, "Robert, schau mal. Da muss man nicht immer durch den eh zu kleinen Spion schauen." Robert ist auch begeistert. Ich mach derweil die Tür auf. "Hi Sandra, komm herein", sage ich. "Ach, ich will aber nicht stören", sagt sie verdattert, als sie uns alle sieht. "Ach was, komm rein und zier dich nicht, Sissylein", sage ich, nehme ihre Hand und ziehe sie rein. Jetzt ist sie noch mehr verdattert. Ich schließe die Tür. "Nicht, das jetzt auch noch die Katzen abhauen", sage ich grinsend. "Hallo Sandra", sagt meine Gattin erfreut. Sandra scheint etwas überfordert zu sein mit der Situation. "Entspann dich, magst eine Tee?" frage ich. "Ja gerne", antwortet Sandra. Ich gebe ihr die Tasse rüber. Dann klären wir sie über die Ansammlung auf. Die Katzen kommen auch ran und beschnuppern Sandra nach Katzenart. "Katzenzeitung", flaxt meine Gattin. Sandra krault die Katzen. "Sind die aber süß", sagt sie etwas enspannter. Dann erzählt sie noch von dem Ort, wo sie mit ihrem Robert war.
"Wir müssen dann aber auch so langsam los", sagt die Gattin, "sollen wir dich gleich nach Hause bringen, Lisa?" "Ja, das wär gut", antwortet die. Wir sammeln dann alle Sachen von der Kleinen ein. Zum Schluss bugsieren wir die Katzen in die Transportkiste. "Die fanden das hier soweit ganz OK", sage ich, "sie können gerne wiederkommen, wenn ihr niemanden habt zum aufpassen und füttern." "Sehr gerne", sagt die Gattin. "Ich helfe noch mit runtertragen", sage ich zu Sandra. Sie nickt verhalten. "Das war total schön, das Wochenende", sagt meine Kleine. "Das Segelfliegen war auch toll", sagt die Große. "Fand ich früher auch toll", sagt meine Gattin, was mich etwas erstaunt. "Nimmst Du mich auch mal mit?" fragt sie dann noch. "Na klar", antworte ich. Dann steigen sie alle ein und fahren vom Hof. Ich winke noch hinterher. "Die ist ja auf einmal wie ausgewechselt", denke ich mir. Ich dreh mich um und gehe zur Haustür. Mein Handy klingelt. Hans seine Nummer wird angezeigt. "Hallo Hans", begrüße ich ihn. "Hallo Steffi, ich stehe grade bei Sandra vor der Tür", sagt er, "Wilhelmine rief mich an, das der Basti wohl endlich abgereist ist. Weißt du wo Sandra sein könnte?" "Wilhelmine ist dein Geheimdienst was?" frage ich lachend. "Ja, so in der Art, wir kennen uns schon länger", antwortet Hans. "OK. Ja, ich weiß wo Sandra ist", antworte ich. "Und wo?", fragt Hans. "Bei mir, ist vor circa einer halben Stunde bei mir angekommen", antworte ich und sage ihm auch, dass meine Family noch da war und grade abgereist ist. "Kann ich vielleicht auch vorbei kommen?" fragt Hans vorsichtig, "ich hätte da mal dringend was zu klären mit ihr." "Na klar, kannst gerne vorbeikommen", sage ich. "Sage ihr mal nicht, dass ich komme, das soll für sie eher unvorbereitet sein", sagt Hans dann noch. "Ist Okay", sage ich und gehe wieder hoch. Sandra steht auf dem Balkon und schaut gedankenverloren in die Gegend. "Na? Wie geht es?" frage ich ganz locker. Sie hat feuchte Augen. "Beschissen", sagt sie leise. "Wieso genau?" frage ich weiter. "Das das passiert ist", sagt Sandra wieder. "Hey, ist jetzt nicht Deine Schuld", sage ich, was sie dazu bringt mich erstaunt anzuschauen. "Ja OK, du hättest vielleicht anders reagieren können und nicht so fremdgesteuert", sage ich weiter, "aber die Scheiße hat dein Cousin verzapft, als er mich verletzt hat." Sandra schaut mich erstaunt an. Bevor sie aber reagieren kann klingelt es an der Tür. "Hier ist heute was los", sage ich und gehe hin.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Sandra zur Rede gestellt
Als Hans in die Wohnung kommt schaut Sandra auf einmal ganz panisch. Sie wird ganz bleich im Gesicht. "Was machst Du hier?" fragt Sandra leise, "das hättet ihr mir aber auch sagen müssen." "Du Mädel, Hans ist genauso unangemeldet hierhergekommen, wie Du vorhin. Also mach mir bitte keinen Vorwurf", sage ich ruhig. "Außerdem muss ich dringend mit dir reden", sagt Hans. Sandra sieht gar nicht glücklich aus. Sie zittert auch leicht. "He, was ist denn , hier reißt dir keiner den Kopf ab", versuche ich zu besänftigen. Das scheint sie aber nicht zu beruhigen. Hans nimmt den Faden auf. "Wilhelmine hatte mich angerufen, als die Polizei bei dir war", sagt er, "und sie sagte, dass Basti da ist. Früher war mir das zwar nicht egal, wenn er dir die Partnerinnen vergrault hat, aber das ist ja deine Sache. Bei Stefanie ist das anders, es würde mir echt leidtun, wenn du sie verlieren würdest. So eine tolle Partnerin hattest Du noch nie, ganz ehrlich." Trotz der angespannten Situation schießt mir angesichts des Kompliments die Röte ins Gesicht. Sandra hingegen wird noch blasser und zittert noch stärker. Im nächsten Moment rennt sie an uns vorbei, ins Badezimmer und schließt ab. Ich schaue Hans erstaunt an. Als nächstes hören wir Würgegeräusche aus dem Bad. "Ist sie eine Stresskotzerin?" frage ich ganz unverfroren. Hans muss trotz der Situation grinsen. "Das ist genau das, was ich eben meinte mit toller Partnerin", sagt Hans, "deine Auffassungsgabe und eben auch dieser unbeschreibliche Humor. Du passt so richtig in die Welt. Und ja, sie ist eine Stresskotzerin, wenn irgendwas gegen ihren Strich geht, passiert das halt. Als Kind war das noch um Längen schlimmer." "Ah gut zu wissen", sage ich.
"Wenn sie wieder rauskommt, wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach mauern, also komplett zu machen", sagt Hans. "Dann sollten wir sie nicht gleich wieder damit konfrontieren", sage ich. "Blöde Sache", sagt Hans. "Nicht unbedingt, ich würde ihr gerne mal ein paar harmlosere Frage stellen", sage ich. "Ok, dann halte ich mich mal zurück", sagt Hans. Von Sandra hört man erneut Würgegeräusche. "Oh je", sage ich. Nach einiger Zeit kommt sie raus. Wie ein Häufchen Elend sieht sie aus. "Ihr seid so gemein", sagt sie vorwurfsvoll. Dann nimmt sie ihre Handtasche. "Willst du gehen?" frage ich naiv. "Ja!" sagt sie trotzig. "Und wie wollen wir unsere Partnerschaft retten?", frage ich geistesgegenwärtig. Sandra dreht sich zu mir um. Ihr Mund steht leicht offen. "Ich würde dann annehmen, Du willst mich nicht mehr, wenn du gehst und ich wüsste dann noch nicht mal warum", sage ich weiter. "Doch, doch, ich will dich ja", sagt sie mit zittriger Stimme. Hans hat sich etwas zurückgezogen. Sandra setzt sich hin und fängt an zu weinen. Ich setze mich neben ihr hin und lege mein Arm um ihre Schultern. "Du hast aber auch ein Talent, dich zwischen zwei Mühlensteinen aufreiben zu lassen", sage ich ruhig. Sie kuschelt sich ran und nickt leicht. "Gestatte mir eine Frage", sage ich. "Die wäre", sagt sie leise. "Warum hast Du den denn eingeladen?" frage ich in Bezug auf ihren Cousin. "Ich habe den nicht eingeladen", sagt sie und schaut mich mit ihren dunkelbraunen Augen an, "der kam so von alleine, er sagte, er wäre in der Nähe gewesen." "Aha!" sage ich, "war er beruflich hier?" "Hat er nicht gesagt", sagt Sandra. "Weißt Du was er beruflich macht?" frage ich. "Ich weiß nicht, ob er grade einen Job hat", sagt Sandra, "das letzte, was ich weiß, dass er bei einer Sicherheitsfirma in der Nähe von Stuttgart gearbeitet hat." "Interessant", sage ich, weißt Du genaueres?" Hans schaut uns interessiert zu. "Die machen Objekt- und Personenüberwachung", antwortet Sandra. Jetzt werde ich auf einmal hellhörig. Ruhig frage ich weiter: "So Marke Privatdetektiv?" "Ich glaube ja", sagt Sandra, "warum fragst Du so genau?" "Hm sorry, das ist so aus dem Beruf übergegangen, ich bin ja Workshop Moderatorin", antworte ich, "und da bohre ich auch so nach." "Ja OK, kenne ich auch so", sagt Sandra. Langsam kommt wieder Farbe in ihr Gesicht und sie fühlt sich auch nicht mehr so gespannt an.
"Soll ich mal einen Kaffee kochen oder einen Tee?" frage ich. "Kaffee wäre toll", sagt Hans. "Ja gerne Kaffee", sagt auch Sandra. "Wenn Du mir sagst wo alles ist, kann ich das auch gerne machen", sagt Hans. "Oh super", sage ich, "steht alles neben der Kaffeemaschine." Hans geht in die Küche. "Das ist sehr lieb von Dir" sage ich zu ihm. Während Hans den Kaffee macht fragt Sandra mich leise: "Magst Du mich, liebst Du mich noch?" "Na klar, wenn wir jetzt alleine wären, würde ich dich gleich flachlegen", sage ich grinsend. Sandra staunt mit offenen Mund. "Du bist immer so direkt", sagt sie. "Schlimm?" frage ich. "Nein", sagt sie leise und kuschelt sich wieder ran. Hans kommt wieder. "Wenn Du mal von Filterkaffeemaschine auf Vollautomaten umsteigen möchtest, kannst Du gerne Bescheid sagen", sagt Hans, "ich könnte eine neuwertige Maschine bekommen." Sandra schaut ihn fragend an. "Die aus unserem Büro", sagt Hans, "wir haben doch noch eine von meinem alten Arbeitgeber bekommen. Ich habe doch noch einen Beratervertrag mit denen." "Wenn die Maschine über ist, her damit", sage ich lächelnd. "Gerne Steffi", sagt Hans. Nach einer Weile holt Hans den durchgelaufenen Kaffee. Ich hole derweil Kaffeebecher und Milch. Beim Kaffeetrinken sage ich: "Ich bin vorhin hellhörig geworden, als Du sagtest, dass dein Cousin Objekt- und Personenüberwachung macht. Mich beschleicht da ein ganz mieses Gefühl." Angespannt schauen mich beide an. "Was meinst Du damit?" fragt Hans vorsichtig. Ich atme tief ein. "Was ist, wenn er Dich ausspioniert?" sage ich leise, "ich meine der kommt doch nicht auf blauen Dunst von Stuttgart hier hoch." Sandra und Hans schauen sich an. "Hier, das ist nur eine Vermutung", sage ich, "können wir auch gerne wieder vergessen." "Stefanie, ich bewundere Deine Auffassungsgabe und die Art wie du Zusammenhänge schaffst", sagt Sandra, "ich glaube dir schon, aber wie kann man das nachweisen?" "Das wäre eine Herausforderung", sage ich grinsend und stehe auf, "ich hole mal was."
Ich gehe rüber ins Eisenbahnzimmer. Dort habe ich auch allerhand anderen Elektronikkram gelagert, der nicht in den Keller soll. Ich nehme einen Alukoffer und gehe wieder ins Wohnzimmer zu Sandra und Hans. Ich setze mich hin und lege den Koffer auf meine Oberschenkel. "Bevor ich den aufmache, muss ich etwas dazu erklären", sage ich lächelnd, "nicht das ihr mich für völlig bekloppt erklärt." "Ja. OK!" sagt Hans. "Den Inhalt dieses Koffer brauchte ich da, wo ich vorher gewohnt habe und meine Familie immer noch wohnt", sage ich, "die Wohnung ist eine der höchsten im Ort und ringsherum gibt es Mobilfunkmasten, Hochspannungsleitungen usw., also wird man da von elektromagnetischen Feldern zugebombt." "OK", sagt Hans. Sandra nickt. "Hier sind Messgeräte drin, mit denen man diese Felder erkennen und messen kann", sage ich, "was ich da vor Ort auch gemacht habe." "Aha, das ist ja genial", sagt Hans. "Dementsprechende Dämpfungen hatte ich dann in der Wohnung eingebaut", sage ich, "das nicht so viel Strahlung durchkommt. Meine Gattin klagt übrigens mit ein paar Mitstreiterinnen gegen die Mobilfunkfirmen wegen Beteiligung an Kosten der Abschirmmaßnahmen." "Meinste das hat Erfolg?" fragt Sandra. Ich zucke mit den Schultern. "Einen Vergleich haben die schon vorgeschlagen", sage ich, "mal schauen, ob was draus wird." "Gefällt mir ja immer mehr, deine Gattin", sagt Sandra dann zu meiner Überraschung. "Ja die geht gerne mal mit dem Kopf durch die Wand, erfolgreich", sage ich dann noch. "Und was machst Du dann in Sandras Wohnung mit den Geräten?" fragt Hans. "Schauen, ob da Abhörgeräte versteckt sind", sage ich, "das ist der Verdacht, den ich habe." Sandra und Hans halten die Luft an und schauen mich mit großen Augen an. "Ich kann das gar nicht glauben", sagt Sandra. "Ich ehrlich gesagt auch nicht", stimme ich ihr zu, "soll ich da mal morgen schauen?" Sandra schaut mich an. Man sieht ihr an, dass es in ihrem Kopf rattert. Dann nickt sie leicht und sagt dann: "Ja." "Ich hatte vorhin auch Kopfkino, als ich auf die Idee kam", sage ich. "Wieso?" fragt Hans. "Na ja, wir haben ja schon so ein paar tolle Spielchen gehabt, im Schlafzimmer", sage ich grinsend. "Die ist immer so bodenständig ehrlich", sagt Sandra etwas schüchtern. Hans grinst. "Muss dir nicht peinlich sein, Sandra", sagt er dann süffisant. Was bei Sandra zu einer roten Gesichtsfarbe führt.
Hans schaut sich die Geräte genauer an. "Der Inhalt des Koffers hat aber ein bisschen was gekostet, was?" fragt er. "Ja, ist aber auch Hobby", sage ich, "ich brauchte eine Ersatzdroge, weil ich jahrelang nicht die Eisenbahn aufbauen konnte und auch als Ersatz fürs Segelfliegen und Fallschirmspringen." Hans lächelt und hält ein weiteres Gerät in der Hand. "Ein Geigerzähler?" fragt er. "Korrekt", antworte ich. "Kann der auch Radon messen?" fragt Hans weiter. "Ja, eins der wenigen Geräte die Alpha-, Beta- und Gammastrahlung messen können", antworte ich, hast Du ein Radonproblem im Keller?" "Könnte sein", antwortet Hans. "Dann schauen wir mal bei Gelegenheit nach", sage ich. "Wäre toll", sagt Hans. Dann schaut er Sandra an. "Hast Du eine tolle Freundin", sagt er zu ihr. Sandra nickt wieder still.
"Kann ich euch alleine lassen?" fragt Hans dann. "Ja, ich glaube schon", sagt Sandra. Ich schaue Sandra von der Seite an, mache die Augen groß und ziehe die Unterlippe nach innen. Sandra stutzt. "Wenn Du keine Angst um deine Tochter hast"¦!?" antworte ich dann auf Hans"˜ Frage. Der lacht. Väter haben immer Angst um ihre Töchter", sagt er dann. "Über den Schatten spring!" sage ich, springe etwas zur Seite, "das stimmt. Und zurück spring." "Na siehste", sagt Hans, "seid nett zueinander. Ich wünsche euch einen schönen Abend." "Ciao, Papa", sagt Sandra. "Machs gut und grüß Elvira", sage ich dann und begleite Hans zur Tür. "Danke, Steffi", sagt er leise. Ich zwinkere ihm zu. Ich gehe zurück zu Sandra. "Jetzt zu dir", sage ich. Etwas verunsichert schaut sie mich an. Ich umarme sie und ziehe sanft ihren Kopf heran. Unsere Lippen berühren sich. Dankbar nimmt sie den Kuss an. Eine gefühlte Unendlichkeit küssen wir uns. Unsere Lippen lösen sich. Sandra schaut mich strahlend, aber auch noch zurückhaltend an. "Du bist mir nicht böse?" fragt sie fast schüchtern. "Nein, weswegen auch?" frage ich zurück, "Du hast mir doch nicht wehgetan, zumindest nicht körperlich." "Hm, OK", sagt sie unschlüssig. "Ja OK, bist halt immer gleich gelaufen, wenn der Piep gesagt hat", antworte ich weiter, "das fand ich doof." Sandra schaut mich an, außer ein "Hm, äh" bekommt sie nichts heraus. "Wenn es noch irgendwas gibt, was Du mir sagen musst, dann sage es, wenn Du bereit dazu bist", sage ich dann noch. Ich weiß ja, was es ist, aber wenn sie es noch nicht sagen kann, dann ist das eben so. Sandra nickt und kommt mit dem Kopf heran. "Nochmal!" haucht sie. Unsere Lippen berühren sich wieder. Dieses Mal lege ich meine Hand auf ihren Po und drücke leicht zu. "Mh! Oah!" stöhnt sie unter dem Kuss. Während wir weiter küssen, schiebe ich sie langsam in Richtung Schlafzimmer. Am Bett angekommen schubse ich sie leicht. Sie zieht mich mit und wir landen sanft im Bett. Dort knutschen wir weiter. Sandra schaut mich mit strahlenden Augen an. "Du, ich habe da grade was bemerkt", sage ich etwas verunsichert zu Sandra. "Was denn?" fragt sie. "Der Dödel ist nicht in seiner Garage", antworte ich. Das mache ich in letzter Zeit öfter mal, das ich das ganze Gepammsel nicht verstecke, wenn ich grade keine enge Kleidung anhabe. "Umso besser", sagt Sandra inbrünstig und zieht mir ruckzuck das Kleid aus. "Zieh mich aus", fordert sie. Das tue ich dann auch. "Bitte dring in mich ein!" haucht sie. Ein spitzer Schrei kommt von ihren Lippen, als ich in sie reingleite. Sie hat die Augen offen und schaut mich an. "Ist das geil, ist das geil"¦" stöhnt sie. Es dauert nicht lang bis ich in ihr komme. Sie schreit ihre Lust einfach heraus. Im nächsten Moment zieht sie mich ran und küsst mich. "So brauch ich das auch", sagt sie dann unter schnaufen. Eine Weile bleiben wir eng nebeneinander liegen. "Zweite Runde?" frage ich. Ohne Antwort sitzt sie auf mir drauf und bringt uns auf Touren. Auch dieses Mal kommen wir nach kurzer Zeit zusammen. "Ist das schön mit Dir", sage ich zu ihr, als sie sich auf mich legt. "Ebenso Stefanie", seufzt Sandra. Ein bisschen später fragt sie dann ganz direkt: "Wie oft kannst Du denn mit dem Kleinen?" "Ich weiß nicht, kannst es gerne mal versuchen", antworte ich frech. "Dein Zwillingsbruder soll doch auch nicht zu kurz kommen", sagt Sandra grinsend. Ein paarmal habe wir es dann noch hinbekommen, bis wir zufrieden zusammengekuschelt eingeschlafen sind.
Als Hans in die Wohnung kommt schaut Sandra auf einmal ganz panisch. Sie wird ganz bleich im Gesicht. "Was machst Du hier?" fragt Sandra leise, "das hättet ihr mir aber auch sagen müssen." "Du Mädel, Hans ist genauso unangemeldet hierhergekommen, wie Du vorhin. Also mach mir bitte keinen Vorwurf", sage ich ruhig. "Außerdem muss ich dringend mit dir reden", sagt Hans. Sandra sieht gar nicht glücklich aus. Sie zittert auch leicht. "He, was ist denn , hier reißt dir keiner den Kopf ab", versuche ich zu besänftigen. Das scheint sie aber nicht zu beruhigen. Hans nimmt den Faden auf. "Wilhelmine hatte mich angerufen, als die Polizei bei dir war", sagt er, "und sie sagte, dass Basti da ist. Früher war mir das zwar nicht egal, wenn er dir die Partnerinnen vergrault hat, aber das ist ja deine Sache. Bei Stefanie ist das anders, es würde mir echt leidtun, wenn du sie verlieren würdest. So eine tolle Partnerin hattest Du noch nie, ganz ehrlich." Trotz der angespannten Situation schießt mir angesichts des Kompliments die Röte ins Gesicht. Sandra hingegen wird noch blasser und zittert noch stärker. Im nächsten Moment rennt sie an uns vorbei, ins Badezimmer und schließt ab. Ich schaue Hans erstaunt an. Als nächstes hören wir Würgegeräusche aus dem Bad. "Ist sie eine Stresskotzerin?" frage ich ganz unverfroren. Hans muss trotz der Situation grinsen. "Das ist genau das, was ich eben meinte mit toller Partnerin", sagt Hans, "deine Auffassungsgabe und eben auch dieser unbeschreibliche Humor. Du passt so richtig in die Welt. Und ja, sie ist eine Stresskotzerin, wenn irgendwas gegen ihren Strich geht, passiert das halt. Als Kind war das noch um Längen schlimmer." "Ah gut zu wissen", sage ich.
"Wenn sie wieder rauskommt, wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach mauern, also komplett zu machen", sagt Hans. "Dann sollten wir sie nicht gleich wieder damit konfrontieren", sage ich. "Blöde Sache", sagt Hans. "Nicht unbedingt, ich würde ihr gerne mal ein paar harmlosere Frage stellen", sage ich. "Ok, dann halte ich mich mal zurück", sagt Hans. Von Sandra hört man erneut Würgegeräusche. "Oh je", sage ich. Nach einiger Zeit kommt sie raus. Wie ein Häufchen Elend sieht sie aus. "Ihr seid so gemein", sagt sie vorwurfsvoll. Dann nimmt sie ihre Handtasche. "Willst du gehen?" frage ich naiv. "Ja!" sagt sie trotzig. "Und wie wollen wir unsere Partnerschaft retten?", frage ich geistesgegenwärtig. Sandra dreht sich zu mir um. Ihr Mund steht leicht offen. "Ich würde dann annehmen, Du willst mich nicht mehr, wenn du gehst und ich wüsste dann noch nicht mal warum", sage ich weiter. "Doch, doch, ich will dich ja", sagt sie mit zittriger Stimme. Hans hat sich etwas zurückgezogen. Sandra setzt sich hin und fängt an zu weinen. Ich setze mich neben ihr hin und lege mein Arm um ihre Schultern. "Du hast aber auch ein Talent, dich zwischen zwei Mühlensteinen aufreiben zu lassen", sage ich ruhig. Sie kuschelt sich ran und nickt leicht. "Gestatte mir eine Frage", sage ich. "Die wäre", sagt sie leise. "Warum hast Du den denn eingeladen?" frage ich in Bezug auf ihren Cousin. "Ich habe den nicht eingeladen", sagt sie und schaut mich mit ihren dunkelbraunen Augen an, "der kam so von alleine, er sagte, er wäre in der Nähe gewesen." "Aha!" sage ich, "war er beruflich hier?" "Hat er nicht gesagt", sagt Sandra. "Weißt Du was er beruflich macht?" frage ich. "Ich weiß nicht, ob er grade einen Job hat", sagt Sandra, "das letzte, was ich weiß, dass er bei einer Sicherheitsfirma in der Nähe von Stuttgart gearbeitet hat." "Interessant", sage ich, weißt Du genaueres?" Hans schaut uns interessiert zu. "Die machen Objekt- und Personenüberwachung", antwortet Sandra. Jetzt werde ich auf einmal hellhörig. Ruhig frage ich weiter: "So Marke Privatdetektiv?" "Ich glaube ja", sagt Sandra, "warum fragst Du so genau?" "Hm sorry, das ist so aus dem Beruf übergegangen, ich bin ja Workshop Moderatorin", antworte ich, "und da bohre ich auch so nach." "Ja OK, kenne ich auch so", sagt Sandra. Langsam kommt wieder Farbe in ihr Gesicht und sie fühlt sich auch nicht mehr so gespannt an.
"Soll ich mal einen Kaffee kochen oder einen Tee?" frage ich. "Kaffee wäre toll", sagt Hans. "Ja gerne Kaffee", sagt auch Sandra. "Wenn Du mir sagst wo alles ist, kann ich das auch gerne machen", sagt Hans. "Oh super", sage ich, "steht alles neben der Kaffeemaschine." Hans geht in die Küche. "Das ist sehr lieb von Dir" sage ich zu ihm. Während Hans den Kaffee macht fragt Sandra mich leise: "Magst Du mich, liebst Du mich noch?" "Na klar, wenn wir jetzt alleine wären, würde ich dich gleich flachlegen", sage ich grinsend. Sandra staunt mit offenen Mund. "Du bist immer so direkt", sagt sie. "Schlimm?" frage ich. "Nein", sagt sie leise und kuschelt sich wieder ran. Hans kommt wieder. "Wenn Du mal von Filterkaffeemaschine auf Vollautomaten umsteigen möchtest, kannst Du gerne Bescheid sagen", sagt Hans, "ich könnte eine neuwertige Maschine bekommen." Sandra schaut ihn fragend an. "Die aus unserem Büro", sagt Hans, "wir haben doch noch eine von meinem alten Arbeitgeber bekommen. Ich habe doch noch einen Beratervertrag mit denen." "Wenn die Maschine über ist, her damit", sage ich lächelnd. "Gerne Steffi", sagt Hans. Nach einer Weile holt Hans den durchgelaufenen Kaffee. Ich hole derweil Kaffeebecher und Milch. Beim Kaffeetrinken sage ich: "Ich bin vorhin hellhörig geworden, als Du sagtest, dass dein Cousin Objekt- und Personenüberwachung macht. Mich beschleicht da ein ganz mieses Gefühl." Angespannt schauen mich beide an. "Was meinst Du damit?" fragt Hans vorsichtig. Ich atme tief ein. "Was ist, wenn er Dich ausspioniert?" sage ich leise, "ich meine der kommt doch nicht auf blauen Dunst von Stuttgart hier hoch." Sandra und Hans schauen sich an. "Hier, das ist nur eine Vermutung", sage ich, "können wir auch gerne wieder vergessen." "Stefanie, ich bewundere Deine Auffassungsgabe und die Art wie du Zusammenhänge schaffst", sagt Sandra, "ich glaube dir schon, aber wie kann man das nachweisen?" "Das wäre eine Herausforderung", sage ich grinsend und stehe auf, "ich hole mal was."
Ich gehe rüber ins Eisenbahnzimmer. Dort habe ich auch allerhand anderen Elektronikkram gelagert, der nicht in den Keller soll. Ich nehme einen Alukoffer und gehe wieder ins Wohnzimmer zu Sandra und Hans. Ich setze mich hin und lege den Koffer auf meine Oberschenkel. "Bevor ich den aufmache, muss ich etwas dazu erklären", sage ich lächelnd, "nicht das ihr mich für völlig bekloppt erklärt." "Ja. OK!" sagt Hans. "Den Inhalt dieses Koffer brauchte ich da, wo ich vorher gewohnt habe und meine Familie immer noch wohnt", sage ich, "die Wohnung ist eine der höchsten im Ort und ringsherum gibt es Mobilfunkmasten, Hochspannungsleitungen usw., also wird man da von elektromagnetischen Feldern zugebombt." "OK", sagt Hans. Sandra nickt. "Hier sind Messgeräte drin, mit denen man diese Felder erkennen und messen kann", sage ich, "was ich da vor Ort auch gemacht habe." "Aha, das ist ja genial", sagt Hans. "Dementsprechende Dämpfungen hatte ich dann in der Wohnung eingebaut", sage ich, "das nicht so viel Strahlung durchkommt. Meine Gattin klagt übrigens mit ein paar Mitstreiterinnen gegen die Mobilfunkfirmen wegen Beteiligung an Kosten der Abschirmmaßnahmen." "Meinste das hat Erfolg?" fragt Sandra. Ich zucke mit den Schultern. "Einen Vergleich haben die schon vorgeschlagen", sage ich, "mal schauen, ob was draus wird." "Gefällt mir ja immer mehr, deine Gattin", sagt Sandra dann zu meiner Überraschung. "Ja die geht gerne mal mit dem Kopf durch die Wand, erfolgreich", sage ich dann noch. "Und was machst Du dann in Sandras Wohnung mit den Geräten?" fragt Hans. "Schauen, ob da Abhörgeräte versteckt sind", sage ich, "das ist der Verdacht, den ich habe." Sandra und Hans halten die Luft an und schauen mich mit großen Augen an. "Ich kann das gar nicht glauben", sagt Sandra. "Ich ehrlich gesagt auch nicht", stimme ich ihr zu, "soll ich da mal morgen schauen?" Sandra schaut mich an. Man sieht ihr an, dass es in ihrem Kopf rattert. Dann nickt sie leicht und sagt dann: "Ja." "Ich hatte vorhin auch Kopfkino, als ich auf die Idee kam", sage ich. "Wieso?" fragt Hans. "Na ja, wir haben ja schon so ein paar tolle Spielchen gehabt, im Schlafzimmer", sage ich grinsend. "Die ist immer so bodenständig ehrlich", sagt Sandra etwas schüchtern. Hans grinst. "Muss dir nicht peinlich sein, Sandra", sagt er dann süffisant. Was bei Sandra zu einer roten Gesichtsfarbe führt.
Hans schaut sich die Geräte genauer an. "Der Inhalt des Koffers hat aber ein bisschen was gekostet, was?" fragt er. "Ja, ist aber auch Hobby", sage ich, "ich brauchte eine Ersatzdroge, weil ich jahrelang nicht die Eisenbahn aufbauen konnte und auch als Ersatz fürs Segelfliegen und Fallschirmspringen." Hans lächelt und hält ein weiteres Gerät in der Hand. "Ein Geigerzähler?" fragt er. "Korrekt", antworte ich. "Kann der auch Radon messen?" fragt Hans weiter. "Ja, eins der wenigen Geräte die Alpha-, Beta- und Gammastrahlung messen können", antworte ich, hast Du ein Radonproblem im Keller?" "Könnte sein", antwortet Hans. "Dann schauen wir mal bei Gelegenheit nach", sage ich. "Wäre toll", sagt Hans. Dann schaut er Sandra an. "Hast Du eine tolle Freundin", sagt er zu ihr. Sandra nickt wieder still.
"Kann ich euch alleine lassen?" fragt Hans dann. "Ja, ich glaube schon", sagt Sandra. Ich schaue Sandra von der Seite an, mache die Augen groß und ziehe die Unterlippe nach innen. Sandra stutzt. "Wenn Du keine Angst um deine Tochter hast"¦!?" antworte ich dann auf Hans"˜ Frage. Der lacht. Väter haben immer Angst um ihre Töchter", sagt er dann. "Über den Schatten spring!" sage ich, springe etwas zur Seite, "das stimmt. Und zurück spring." "Na siehste", sagt Hans, "seid nett zueinander. Ich wünsche euch einen schönen Abend." "Ciao, Papa", sagt Sandra. "Machs gut und grüß Elvira", sage ich dann und begleite Hans zur Tür. "Danke, Steffi", sagt er leise. Ich zwinkere ihm zu. Ich gehe zurück zu Sandra. "Jetzt zu dir", sage ich. Etwas verunsichert schaut sie mich an. Ich umarme sie und ziehe sanft ihren Kopf heran. Unsere Lippen berühren sich. Dankbar nimmt sie den Kuss an. Eine gefühlte Unendlichkeit küssen wir uns. Unsere Lippen lösen sich. Sandra schaut mich strahlend, aber auch noch zurückhaltend an. "Du bist mir nicht böse?" fragt sie fast schüchtern. "Nein, weswegen auch?" frage ich zurück, "Du hast mir doch nicht wehgetan, zumindest nicht körperlich." "Hm, OK", sagt sie unschlüssig. "Ja OK, bist halt immer gleich gelaufen, wenn der Piep gesagt hat", antworte ich weiter, "das fand ich doof." Sandra schaut mich an, außer ein "Hm, äh" bekommt sie nichts heraus. "Wenn es noch irgendwas gibt, was Du mir sagen musst, dann sage es, wenn Du bereit dazu bist", sage ich dann noch. Ich weiß ja, was es ist, aber wenn sie es noch nicht sagen kann, dann ist das eben so. Sandra nickt und kommt mit dem Kopf heran. "Nochmal!" haucht sie. Unsere Lippen berühren sich wieder. Dieses Mal lege ich meine Hand auf ihren Po und drücke leicht zu. "Mh! Oah!" stöhnt sie unter dem Kuss. Während wir weiter küssen, schiebe ich sie langsam in Richtung Schlafzimmer. Am Bett angekommen schubse ich sie leicht. Sie zieht mich mit und wir landen sanft im Bett. Dort knutschen wir weiter. Sandra schaut mich mit strahlenden Augen an. "Du, ich habe da grade was bemerkt", sage ich etwas verunsichert zu Sandra. "Was denn?" fragt sie. "Der Dödel ist nicht in seiner Garage", antworte ich. Das mache ich in letzter Zeit öfter mal, das ich das ganze Gepammsel nicht verstecke, wenn ich grade keine enge Kleidung anhabe. "Umso besser", sagt Sandra inbrünstig und zieht mir ruckzuck das Kleid aus. "Zieh mich aus", fordert sie. Das tue ich dann auch. "Bitte dring in mich ein!" haucht sie. Ein spitzer Schrei kommt von ihren Lippen, als ich in sie reingleite. Sie hat die Augen offen und schaut mich an. "Ist das geil, ist das geil"¦" stöhnt sie. Es dauert nicht lang bis ich in ihr komme. Sie schreit ihre Lust einfach heraus. Im nächsten Moment zieht sie mich ran und küsst mich. "So brauch ich das auch", sagt sie dann unter schnaufen. Eine Weile bleiben wir eng nebeneinander liegen. "Zweite Runde?" frage ich. Ohne Antwort sitzt sie auf mir drauf und bringt uns auf Touren. Auch dieses Mal kommen wir nach kurzer Zeit zusammen. "Ist das schön mit Dir", sage ich zu ihr, als sie sich auf mich legt. "Ebenso Stefanie", seufzt Sandra. Ein bisschen später fragt sie dann ganz direkt: "Wie oft kannst Du denn mit dem Kleinen?" "Ich weiß nicht, kannst es gerne mal versuchen", antworte ich frech. "Dein Zwillingsbruder soll doch auch nicht zu kurz kommen", sagt Sandra grinsend. Ein paarmal habe wir es dann noch hinbekommen, bis wir zufrieden zusammengekuschelt eingeschlafen sind.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Business-Steffi
"Habe ich Dir eigentlich schon Mal gesagt, dass ich dich liebe?" frage ich Sandra, kurz nachdem sie aufgewacht ist. "Nein", haucht sie. "Sandra, "¦ "¦ ich liebe Dich", sage ich liebevoll. Mit einer Hand zieht sich mich an ihre Lippen, die andere Hand verschwindet zwischen meine Beinen. Zärtlich streichelt sie den Kleinen. "Sex am Morgen ist der beste Start für den Tag", sagt Sandra und reitet uns zum Höhepunkt. "Du unglaubliche, schöne Frau, Du", sage ich zu ihr. Gemeinsam gehen wir ins Badezimmer. Sandra beugt sich am Waschbecken vor und streckt den Po heraus. "Boah, nicht das mich das schon wieder scharf macht", sage ich lächelnd. "Tu es!" fordert Sandra liebevoll. "Ich kann auch gar nicht anders", sage ich gehaucht. "Vielleicht sollten wir doch schnell duschen", sagt Sandra nach dem Quickie. "Wir und schnell duschen", flaxe ich. Wider Erwarten sind wir trotz kitzeln und liebkosen recht schnell fertig geworden. Zusammen machen wir uns das Frühstück. "So schneller Sex ist schon mein Ding", sagt Sandra grinsend beim Frühstücken. Ich lächele sie an. "Habe ich gemerkt", sage ich dann, "aber Sexsüchtig bist du nicht, oder?" Sandra legt den Kopf schief und schaut mich mit ihren wunderschönen dunkelbraunen Augen verträumt an. "Ein bisschen", antwortet sie dann. Eine Zeitlang sagen wir gar nichts, wir schauen uns nur lächelnd an. "Eigentlich wollte ich mit dem Kleinen gar nichts mehr machen", sage ich nach einiger Zeit leise, "aber von der Gefühlslage ist das irgendwie anders, besser, intensiver als früher." "Das ist doch schön", sagt Sandra, "ich finde das richtig toll, es gehört einfach zu Dir. Wegen mir brauchst Du da nichts zu unternehmen." "Na gut", sage ich lächelnd Wir stellen dann das Geschirr weg. Im Flur umarmt mich Sandra. "Danke für diese tolle Nacht", sagt sie. "Ich danke dir auch", sage ich. Ich suche mir noch passende Schuhe zu meinem Dunkelblauem Etuikleid. "Schöne schlichte Pumps mit schönem Absatz", sagt Sandra, "solltest Du öfter tragen, das passt super zu deinen Beinen." "Nur es macht mich so groß", sage ich. "Papperlapapp", sagt Sandra lächelnd, "für mich nicht." Ich hole noch den Koffer mit den Messgeräten und schultere meine Handtasche. "Meinetwegen kann es losgehen", sage ich. Händchenhaltend verlassen wir das Haus. "Ich habe heute einen langen Tag", sagt Sandra, ich komme wahrscheinlich erst nach 18:00 Uhr nach Hause. Dann kannst Du erstmal in Ruhe messen." "OK, so machen wir das", sage ich, "aber Mittags treffen wir uns?" "Ja natürlich", antwortet Sandra, "und ich fahr dich auch gleich noch rein." "Ist klar", sage ich grinsend und steige in mein Auto. Ich fahre heute auch mal einen flotten Stil, aber Sandra hat keine Mühe an mir dran zu bleiben. Auf dem Parkplatz vorm Werk steige ich in ihren Wagen und sie fährt mich rein. "So und nun noch so einen Kuss, wie gestern", sagt Sandra. Es folgt ein bombastischer Kuss. "Fahr nochmal raus, ich muss dich nochmal flachlegen", flaxe ich. "Ha!" lacht Sandra. Ich steige dann doch aus. Sandra fährt los, ich winke noch hinterher.
Im Büro sind sie auffallend ruhig als ich reinkomme. Ich sehe aber, wie sie mir hinterher schauen. Ullrich lässt sich dann doch hinreißen, was zu sagen. "So Business-like steht dir aber super", sagt er. "Danke", sage ich leicht erstaunt, weil er mich ja sonst eher hochnehmen will. Ullrich nickt anerkennend. "Ja, so langsam wird ja doch eine Frau aus Dir", sagt er dann noch. Ich kenne seine Flaxereien ja zu gut, aber das war jetzt wirklich ein Kompliment von ihm. Ich pfeife leise und natürlich wechselt meine Gesichtsfarbe kurzzeitig auf rot. Schnell verstecke ich mich hinter meinen Bildschirmen. Den Vormittag über bin ich im Produktionsbereich unterwegs. Mein Diensthandy klingelt. Die Silke ruft mich an. "Hallo Steffi, hast Du heute schon eventuell Zeit, dass wir uns treffen können?" fragt sie. "Ja, nach dem Mittag würde es passen, "antworte ich, "ich würde dann gerne rüberkommen." "Oh super, das kommt mir entgegen", sagt Silke, "falls Du ein paar Fotos von deinen Freizeitaktivitäten hast, kannst Du die gerne mitbringen." "Ich schau mal was ich finde", sage ich freundlich. Dann ist auch schon Mittagszeit. Mit meinen Kollegen steuere ich die Kantine an. Vor der Tür treffen wir Sandra. "Hast Du Steffi so schön angezogen", flaxt Ullrich Sandra an. "Nee Du, das kann sie schon ganz alleine", feixt Sandra zurück, "ist eine hübsche, oder?" "Das unterschreibe ich Dir glatt", sagt Ullrich wieder. Anschließend bewundern sie natürlich meine Gesichtsfarbe. "Hihi, niedlich", sagt Sandra. Zusammen gehen wir dann in die Kantine. Neben den üblichen Scherzchen und Flaxereien mit den Kollegen, erzähle ich Sandra dann auch von dem Termin mit Silke. "Das ging ja schnell", sagt Sandra erfreut. "Darf ich Dich auch erwähnen?" frage ich, "wir machen ja einiges zusammen." "Ja, gerne, wenn es sich ergibt, sonst ist es ja deine Sache", sagt Sandra lächelnd, "und wenn Du möchtest, kannst Du mein Wagen zum rüberfahren nehmen." Ich stutze. "Komme ich da drüben mit rein?" frage ich. "Ich darf überall rein", sagt Sandra grinsend, "eine entsprechende Bescheinigung liegt im Handschuhfach, falls jemand fragen sollte." "Hab ich nicht eine tolle Freundin?" frage ich meine Kollegen. Jetzt glüht Sandra im Gesicht. Ich lächele sie an. "Ach menno", sagt sie. Meine Kollegen grinsen. "Ihr seid so zwei", lacht Andreas.
Nach dem Mittag fahre ich dann rüber zu Silke. Sie hatte mir am Telefon auch noch gesagt, wo ihr Büro ist. Ich fahre vor den entsprechenden Eingang. Zwei Kollegen stehen vor der Tür und schauen mich erstaunt an. Ich grüße freundlich und gehe durch die Tür, die mir einer der beiden aufhält. Ich bedanke mich nett. Die Tür geht langsam zu. Ich höre noch, wie der eine sagt: "Wer war denn das?" "Keine Ahnung", antworte der andere, "aber hübsch ist sie." Im Fahrstuhl nach oben geht die Gesichtsröte dann wieder zurück. Ich wundere mich nur immer, warum viele Leute mich hübsch finden. Ja OK, ich find mich selber ganz niedlich, wenn ich mich im Spiegel sehe, aber ist das hübsch? Vor allem wenn ich neben Sandra stehe, die ist hübsch. Aber na ja, vielleicht bin ich zu streng mit mir. Ich komme im zweiten Stock an, die Fahrstuhltür geht auf. Davor wartet schon jemand. Freundlich grüße ich, als ich rausgehe. Der Kollege grüßt zurück und schaut mir hinterher. Ich gehe durch die Glastür in den Flur, wo Silkes Büro ist. Ich schaue dabei zu dem Kollegen und zwinkere ihm zu. Ertappt dreht er sich um und will in den Fahrstuhl gehen. Nur ist die Schiebetür vom Fahrstuhl inzwischen zugegangen und er rennt voll dagegen. Das Lachen verkneife ich mir, obwohl es schwerfällt. Ich stehe jetzt auf einmal in einem Großraumbüro du schaue mich verwundert um. "Huhu Stefanie, bitte hier herüber", ruft Silke von einem Schreibtisch aus. Ich gehe hin. "Huhu Silke", sage ich, "ist hier umgebaut worden? Das waren doch alles Zweierbüros hier." "Korrekt, so ist es", sagt Silke. Neben ihrem Schreibtisch ist eine Tür. Ich schaue auf das Namensschild daneben. "Ups, das ist ja die Betriebsleitung hier", sage ich erstaunt, "habe ich beim Reinkommen gar nicht draufgeachtet." Silke lächelt. "Brauchst aber keine Angst haben, der Chef beißt nicht", sagt sie dann grinsend, "jetzt zeig dich mal." Sie schaut mich an. "Tolles Outfit, schlicht aber elegant." "Trägst Du doch auch oft", sage ich lächelnd. "Genau", sagt Silke. Dann setzen wir uns an ihren Schreibtisch und sie befragt mich zu einigen persönlichen Sachen. Nebenbei macht sie sich ein paar Notizen. Ich erkläre ihr den Werdegang meiner "Transformation". Lustig verpackt natürlich. Ich kenne Silke schon länger. Sie hat ein natürliches Wesen und haut auch schon mal flotte Sprüche raus. Dementsprechend sind ab und zu mal am Kichern. Dann zeige ich ihr auf meinen Handy ein paar Bilder. Vom Musikmachen, mit der Band. Auch vom Segelfliegen und natürlich auch das Bild vom Springen, was bei Sandra im Flur hängt. "Boah!" staunt Silke, "das nehmen wir auf alle Fälle. Und dann würde ich jetzt gerne eins von dir machen, weil das sieht einfach zu gut aus." "Finde ich auch", sagt eine freundliche Stimme hinter uns. Wir drehen unsere Köpfe gleichzeitig um. Hinter uns steht der Werkleiter. Ich erschrecke mich ein wenig. "Alles gute , Frau"¦", sagt er. Ich stehe auf. "Boe, Stefanie Boe", stelle ich mich vor. "Danke, Frau Boe, "sagt er, "darf ich noch mal das Bild mit der Fallschirmspringerin auf Deinem Bildschirm sehen, Silke?" Silke dreht den Bildschirm so, dass der Chef das Bild sehen kann. Der schaut auf das Bild, dann zu mir. "Das sind sie?" fragt er. "Ja", sage ich und nicke dabei. "Toll, ganz toll und mutig", sagt er. "Ja das stimmt", sage ich, "in der Luft ist es super toll, aber vorm Absprung rutscht mir immer das Herz in die Hose." Er lacht. "Is"˜ so", sage ich. "Glaube ich Ihnen", sagt der Chef, "sie sagen das so locker." Ich lächele und zucke leicht mit den Schultern.
"So Steffi, gleich haben wir es", sagt Silke, "ich schicke dann einen Entwurf und du schaust dann mal drüber." "OK, machen wir so", sage ich. Der Chef kommt aus seinem Büro. "Frau Boe, sind sie mit einem Stefan Boe verwandt", fragt er mich direkt, "der fiel mir immer bei Workshop Präsentationen auf, weil er das so locker und spritzig vorgetragen hat." "Ja den kenne ich ganz gut", antworte ich grinsend, "mit dem bin ich richtig eng verwandt, ach was sage ich, verbunden." Der Chef stutzt. "Bis vor kurzen hieß ich noch Stefan Boe", sage ich lächelnd. "Das ist ja ein Ding", sagt er und schaut ganz genau hin, "können sie mir das in zwei Minuten erklären, bevor ich in den nächsten Termin muss?" "Na klar, klassische Fahrstuhlrede", sage ich und fange an. "Eineinhalb Minuten", sagt Silke lächelnd, nachdem ich fertig bin. "Danke", sagt der Chef und muss dann aber hastig los. "Steffi ist aber nochmal um Längen lockerer drauf, als es Stefan schon war", sagt Silke dann noch. "Ja, da ist was dran", bemerke ich. Anschließend lädt mich Silke noch auf einen Kaffee in der Kaffeeküche ein. Dort halten wir noch etwas Smalltalk. Nach dem Kaffee möchte ich dann auch wieder los. "Bleib so wie Du bist", sagt Silke zur Verabschiedung. Ich zwinkere ihr zu. Am Fahrstuhl hängt ein Reparaturschild, also gehe ich die Treppen runter. Ist schon eine Herausforderung mit Pumps und dem etwas engeren Rockteil des Etuikleides. Dafür lasse ich die Absätze etwas lauter klacken, quasi als "Rache" für den gesperrten Fahrstuhl. Ich versuche das ganze so elegant wie nur möglich aussehen zu lassen. Im ersten Stock sind die Monteure dabei, die Fahrstuhltür zu reparieren. Automatisch schauen sie zu mir herüber. "Ach, wegen euch muss ich mich hier zu Fuß runterquälen", haue ich sie grinsend an, "wehe ich lege mich jetzt auf die Klappe." "Oh Verzeihung, "sagt der eine, während dem anderen der Mund halb offen steht. "Alles gut", sage ich, "es scheint ja zu funktionieren." Als ich weiter unten ausser Sichtweite bin, höre ich den einen fragen: "Wer war denn der rote Engel?" "Hach, danke, das geht runter wie Öl", rufe ich von unten. Jetzt trauen sie sich wohl gar nichts mehr zu sagen. Als ich zum Auto gehe, klingelt mein Diensthandy. Andreas ist dran und fragt: "Bist Du noch drüben?" "Ja bin ich", antworte ich. "Kannst Du vielleicht noch was vom Auftragsteam aus dem Werkzeugbau abholen?" fragt er weiter. "Klar gerne", antworte ich. Andreas gibt mir noch eine Auftragsnummer durch.
Ich parke vor der Halle und gehe rein. "Moin, ich möchte etwas abholen", sage zum Kollegen von den Team und nenne ihm die Auftragsnummer. Natürlich schaut der mich genauer an. Ich habe lange im Werkzeugbau gearbeitet und kenne noch viele. "OK, das sind mehrere Teile, bist Du mit einem Auto da?" fragt er mich. "Ja, ich fahre mal rein", sage ich. Kurz danach stehe ich in der Halle. Der Kollege kommt mit einen Handwagen. Zusammen laden wir die Teile ein. "Du hast so eine Ähnlichkeit mit einem Kollegen, der hier mal gearbeitet hat", sagt er dann schließlich. "Wer denn?" frage ich keck. "Stefan heißt der. "Ja, das war ich mal", sage ich grinsend. "Nee, nicht wirklich", sagt er. "Doch", sage ich und zeige ihm zum Beweis meinen Werksausweis. "Stefanie Boe, ich glaubs nicht", sagt er. "Is"˜ aber so", sage ich immer noch grinsend. "Meine Güte, das ist aber eine Verwandlung", sagt er anerkennend. "Danke", sage ich. Die Teile sind eingeladen, ich verabschiede mich. Ich fahre aus der Halle raus. Weit komme ich nicht, weil mitten auf Straße ein LKW beladen wird. "Ph! Dann besuche ich noch mal kurz meine alte Abteilung", denke ich mir trotzig. Ich fahr auf den Parkstreifen und stelle das Auto ab. Ich gehe in die Halle. Als erstes gehe ich zum Meister und melde mich dort an. Der sitzt in einer Bude. Ich erkenne ihn auch gleich, als ich vor etliche Jahren die Abteilung verlassen habe, war er noch Gruppensprecher. "Moin, Tobi, mein Name ist Stefanie Boe, und ich wollte mal meine alte Wirkungsstätte besuchen", sage ich locker. Stille im Raum. Draußen verrenken sich einige Kollegen von weitem schon den Hals, um zu schauen wer ich bin. Tobi rappelt sich so langsam. "Torte hat ja schon was erzählt", sagt Tobi, "aber das Du so"¦ "¦ Alter, ich glaub das nicht!" "Ist Torte da?" frage ich. "Ja drüben auf der anderen Seite, an den Montageplätzen", sagt Tobi. "Dann gehe ich da mal hin, mit deiner Erlaubnis", sage ich. "Ja, aber sei vorsichtig, wegen deines Schuhwerks", sagt Tobi, "nächstes Mal bitte mit Sicherheitsschuhen." "Aye, aye, Sir", sage ich. "Du siehst wirklich gut aus", sagt Tobi, "ich habe dich echt erst erkannt, als du den Namen sagtest." "Danke schön", sage ich lieb.
Dann gehe ich in die Richtung die Tobi mir nannte. Torte sieht mich schon von weitem. "STE-FA-NIE!" ruft er laut. Jetzt dreht sich auch der letzte noch um. Ich schüttele lächelnd den Kopf. Torte kommt auf mich zu. "Ja geil, dass Du Dich hier mal blicken lässt", sagt er. "Muss ja, ich denke gerne an die Zeiten hier", sage ich. "War schon gut", sagt Torte darauf. Ein paar mehr Kollegen kommen noch heran. "Traut euch, ich habe früher nicht gebissen, ich beiße auch heute nicht", sage ich lachend. Wir unterhalten uns kurz in einer lockeren Runde. Natürlich muss ich auch noch mal kurz erklären, wie es dazu gekommen ist. Und ein paar Kollegen beäugen mich von Weitem misstrauisch bis abwertend. Man kann es eben nicht allen Recht machen. "Wo ist eigentlich mein alter Sparringspartner Egon?" frage ich nach einer Weile. "Der hat dich gesehen, hat "oh mein Gott" gesagt und ist erstmal abgehauen", sagt einer, den wir immer Franz nannten. "Gibt es doch gar nicht", sagt Torte", der ist doch immer aus dem Häuschen, wenn er einen Rock sieht." "Vielleicht sitzt ihm das noch im Nacken, als ich ihn vor einem guten Vierteljahr bei "real" durch den halben Laden verfolgt habe", sage ich lachend. "Da hat er mal was von erzählt", sagt Tobi, der sich zu uns gesellt hat, "aber er hat dich da nicht erkannt. Er sprach immer nur von einer rothaarigen Frau, die ihm schlaflose Nächte bereitete." "Und ich war damals gar nicht gut drauf", sage ich, "weil ich da meine Diagnose ganz frisch hatte." "Jetzt ist aber besser?" fragt Franz. "Auf alle Fälle", sage ich lächelnd. Ich erkundige mich natürlich auch nach dem Auftragsstand. "Wir haben genug zu tun", sagt Franz, "kannst gerne wieder anfangen." "Ich glaube, ich könnte es auch noch", sage ich und verabschiede mich dann so langsam. "Kannst gerne mal wieder vorbeischauen, wenn Du in der Nähe bist", sagt Tobi. "Gerne", antworte ich. Ich gehe zurück zum Auto. Die Straße ist dann auch wieder frei. Wieder zurück, lade ich zusammen mit zwei Kollegen die abgeholten Teile aus, dann bringe ich Sandra das Auto zurück. Ich gehe noch schnell in ihr Büro, um den Schlüssel zurückzubringen. Sandra sitzt auch grade am Schreibtisch. Sie strahlt mich an. "Hallo meine Stefanie", sagt sie erfreut, "hat alles geklappt?" "Ja, alles Problemlos", antworte ich, "nur haben einige geguckt, wegen der dicken Karre." Sandra lacht. Dann erzähle ich noch kurz von dem Termin bei Silke und dem zufälligen Treffen mit dem obersten Chef. "Ja, so was ist immer gut, wenn man einen bleibenden Eindruck hinterlässt", sagt Sandra grinsend. "Du musst es ja wissen, Chefin", sage ich lächelnd. Das ich alte Kollegen im Werkzeugbau besucht habe erzähle ich auch gleich. Auch das findet Sandra gut. "Alte Kontakte soll man auch pflegen", sagt sie darauf. "Ich arbeite schon mal was für morgen auf und fahre dann zu Dir", sage ich. "Da bin ich aber gespannt", sagt Sandra.
"Habe ich Dir eigentlich schon Mal gesagt, dass ich dich liebe?" frage ich Sandra, kurz nachdem sie aufgewacht ist. "Nein", haucht sie. "Sandra, "¦ "¦ ich liebe Dich", sage ich liebevoll. Mit einer Hand zieht sich mich an ihre Lippen, die andere Hand verschwindet zwischen meine Beinen. Zärtlich streichelt sie den Kleinen. "Sex am Morgen ist der beste Start für den Tag", sagt Sandra und reitet uns zum Höhepunkt. "Du unglaubliche, schöne Frau, Du", sage ich zu ihr. Gemeinsam gehen wir ins Badezimmer. Sandra beugt sich am Waschbecken vor und streckt den Po heraus. "Boah, nicht das mich das schon wieder scharf macht", sage ich lächelnd. "Tu es!" fordert Sandra liebevoll. "Ich kann auch gar nicht anders", sage ich gehaucht. "Vielleicht sollten wir doch schnell duschen", sagt Sandra nach dem Quickie. "Wir und schnell duschen", flaxe ich. Wider Erwarten sind wir trotz kitzeln und liebkosen recht schnell fertig geworden. Zusammen machen wir uns das Frühstück. "So schneller Sex ist schon mein Ding", sagt Sandra grinsend beim Frühstücken. Ich lächele sie an. "Habe ich gemerkt", sage ich dann, "aber Sexsüchtig bist du nicht, oder?" Sandra legt den Kopf schief und schaut mich mit ihren wunderschönen dunkelbraunen Augen verträumt an. "Ein bisschen", antwortet sie dann. Eine Zeitlang sagen wir gar nichts, wir schauen uns nur lächelnd an. "Eigentlich wollte ich mit dem Kleinen gar nichts mehr machen", sage ich nach einiger Zeit leise, "aber von der Gefühlslage ist das irgendwie anders, besser, intensiver als früher." "Das ist doch schön", sagt Sandra, "ich finde das richtig toll, es gehört einfach zu Dir. Wegen mir brauchst Du da nichts zu unternehmen." "Na gut", sage ich lächelnd Wir stellen dann das Geschirr weg. Im Flur umarmt mich Sandra. "Danke für diese tolle Nacht", sagt sie. "Ich danke dir auch", sage ich. Ich suche mir noch passende Schuhe zu meinem Dunkelblauem Etuikleid. "Schöne schlichte Pumps mit schönem Absatz", sagt Sandra, "solltest Du öfter tragen, das passt super zu deinen Beinen." "Nur es macht mich so groß", sage ich. "Papperlapapp", sagt Sandra lächelnd, "für mich nicht." Ich hole noch den Koffer mit den Messgeräten und schultere meine Handtasche. "Meinetwegen kann es losgehen", sage ich. Händchenhaltend verlassen wir das Haus. "Ich habe heute einen langen Tag", sagt Sandra, ich komme wahrscheinlich erst nach 18:00 Uhr nach Hause. Dann kannst Du erstmal in Ruhe messen." "OK, so machen wir das", sage ich, "aber Mittags treffen wir uns?" "Ja natürlich", antwortet Sandra, "und ich fahr dich auch gleich noch rein." "Ist klar", sage ich grinsend und steige in mein Auto. Ich fahre heute auch mal einen flotten Stil, aber Sandra hat keine Mühe an mir dran zu bleiben. Auf dem Parkplatz vorm Werk steige ich in ihren Wagen und sie fährt mich rein. "So und nun noch so einen Kuss, wie gestern", sagt Sandra. Es folgt ein bombastischer Kuss. "Fahr nochmal raus, ich muss dich nochmal flachlegen", flaxe ich. "Ha!" lacht Sandra. Ich steige dann doch aus. Sandra fährt los, ich winke noch hinterher.
Im Büro sind sie auffallend ruhig als ich reinkomme. Ich sehe aber, wie sie mir hinterher schauen. Ullrich lässt sich dann doch hinreißen, was zu sagen. "So Business-like steht dir aber super", sagt er. "Danke", sage ich leicht erstaunt, weil er mich ja sonst eher hochnehmen will. Ullrich nickt anerkennend. "Ja, so langsam wird ja doch eine Frau aus Dir", sagt er dann noch. Ich kenne seine Flaxereien ja zu gut, aber das war jetzt wirklich ein Kompliment von ihm. Ich pfeife leise und natürlich wechselt meine Gesichtsfarbe kurzzeitig auf rot. Schnell verstecke ich mich hinter meinen Bildschirmen. Den Vormittag über bin ich im Produktionsbereich unterwegs. Mein Diensthandy klingelt. Die Silke ruft mich an. "Hallo Steffi, hast Du heute schon eventuell Zeit, dass wir uns treffen können?" fragt sie. "Ja, nach dem Mittag würde es passen, "antworte ich, "ich würde dann gerne rüberkommen." "Oh super, das kommt mir entgegen", sagt Silke, "falls Du ein paar Fotos von deinen Freizeitaktivitäten hast, kannst Du die gerne mitbringen." "Ich schau mal was ich finde", sage ich freundlich. Dann ist auch schon Mittagszeit. Mit meinen Kollegen steuere ich die Kantine an. Vor der Tür treffen wir Sandra. "Hast Du Steffi so schön angezogen", flaxt Ullrich Sandra an. "Nee Du, das kann sie schon ganz alleine", feixt Sandra zurück, "ist eine hübsche, oder?" "Das unterschreibe ich Dir glatt", sagt Ullrich wieder. Anschließend bewundern sie natürlich meine Gesichtsfarbe. "Hihi, niedlich", sagt Sandra. Zusammen gehen wir dann in die Kantine. Neben den üblichen Scherzchen und Flaxereien mit den Kollegen, erzähle ich Sandra dann auch von dem Termin mit Silke. "Das ging ja schnell", sagt Sandra erfreut. "Darf ich Dich auch erwähnen?" frage ich, "wir machen ja einiges zusammen." "Ja, gerne, wenn es sich ergibt, sonst ist es ja deine Sache", sagt Sandra lächelnd, "und wenn Du möchtest, kannst Du mein Wagen zum rüberfahren nehmen." Ich stutze. "Komme ich da drüben mit rein?" frage ich. "Ich darf überall rein", sagt Sandra grinsend, "eine entsprechende Bescheinigung liegt im Handschuhfach, falls jemand fragen sollte." "Hab ich nicht eine tolle Freundin?" frage ich meine Kollegen. Jetzt glüht Sandra im Gesicht. Ich lächele sie an. "Ach menno", sagt sie. Meine Kollegen grinsen. "Ihr seid so zwei", lacht Andreas.
Nach dem Mittag fahre ich dann rüber zu Silke. Sie hatte mir am Telefon auch noch gesagt, wo ihr Büro ist. Ich fahre vor den entsprechenden Eingang. Zwei Kollegen stehen vor der Tür und schauen mich erstaunt an. Ich grüße freundlich und gehe durch die Tür, die mir einer der beiden aufhält. Ich bedanke mich nett. Die Tür geht langsam zu. Ich höre noch, wie der eine sagt: "Wer war denn das?" "Keine Ahnung", antworte der andere, "aber hübsch ist sie." Im Fahrstuhl nach oben geht die Gesichtsröte dann wieder zurück. Ich wundere mich nur immer, warum viele Leute mich hübsch finden. Ja OK, ich find mich selber ganz niedlich, wenn ich mich im Spiegel sehe, aber ist das hübsch? Vor allem wenn ich neben Sandra stehe, die ist hübsch. Aber na ja, vielleicht bin ich zu streng mit mir. Ich komme im zweiten Stock an, die Fahrstuhltür geht auf. Davor wartet schon jemand. Freundlich grüße ich, als ich rausgehe. Der Kollege grüßt zurück und schaut mir hinterher. Ich gehe durch die Glastür in den Flur, wo Silkes Büro ist. Ich schaue dabei zu dem Kollegen und zwinkere ihm zu. Ertappt dreht er sich um und will in den Fahrstuhl gehen. Nur ist die Schiebetür vom Fahrstuhl inzwischen zugegangen und er rennt voll dagegen. Das Lachen verkneife ich mir, obwohl es schwerfällt. Ich stehe jetzt auf einmal in einem Großraumbüro du schaue mich verwundert um. "Huhu Stefanie, bitte hier herüber", ruft Silke von einem Schreibtisch aus. Ich gehe hin. "Huhu Silke", sage ich, "ist hier umgebaut worden? Das waren doch alles Zweierbüros hier." "Korrekt, so ist es", sagt Silke. Neben ihrem Schreibtisch ist eine Tür. Ich schaue auf das Namensschild daneben. "Ups, das ist ja die Betriebsleitung hier", sage ich erstaunt, "habe ich beim Reinkommen gar nicht draufgeachtet." Silke lächelt. "Brauchst aber keine Angst haben, der Chef beißt nicht", sagt sie dann grinsend, "jetzt zeig dich mal." Sie schaut mich an. "Tolles Outfit, schlicht aber elegant." "Trägst Du doch auch oft", sage ich lächelnd. "Genau", sagt Silke. Dann setzen wir uns an ihren Schreibtisch und sie befragt mich zu einigen persönlichen Sachen. Nebenbei macht sie sich ein paar Notizen. Ich erkläre ihr den Werdegang meiner "Transformation". Lustig verpackt natürlich. Ich kenne Silke schon länger. Sie hat ein natürliches Wesen und haut auch schon mal flotte Sprüche raus. Dementsprechend sind ab und zu mal am Kichern. Dann zeige ich ihr auf meinen Handy ein paar Bilder. Vom Musikmachen, mit der Band. Auch vom Segelfliegen und natürlich auch das Bild vom Springen, was bei Sandra im Flur hängt. "Boah!" staunt Silke, "das nehmen wir auf alle Fälle. Und dann würde ich jetzt gerne eins von dir machen, weil das sieht einfach zu gut aus." "Finde ich auch", sagt eine freundliche Stimme hinter uns. Wir drehen unsere Köpfe gleichzeitig um. Hinter uns steht der Werkleiter. Ich erschrecke mich ein wenig. "Alles gute , Frau"¦", sagt er. Ich stehe auf. "Boe, Stefanie Boe", stelle ich mich vor. "Danke, Frau Boe, "sagt er, "darf ich noch mal das Bild mit der Fallschirmspringerin auf Deinem Bildschirm sehen, Silke?" Silke dreht den Bildschirm so, dass der Chef das Bild sehen kann. Der schaut auf das Bild, dann zu mir. "Das sind sie?" fragt er. "Ja", sage ich und nicke dabei. "Toll, ganz toll und mutig", sagt er. "Ja das stimmt", sage ich, "in der Luft ist es super toll, aber vorm Absprung rutscht mir immer das Herz in die Hose." Er lacht. "Is"˜ so", sage ich. "Glaube ich Ihnen", sagt der Chef, "sie sagen das so locker." Ich lächele und zucke leicht mit den Schultern.
"So Steffi, gleich haben wir es", sagt Silke, "ich schicke dann einen Entwurf und du schaust dann mal drüber." "OK, machen wir so", sage ich. Der Chef kommt aus seinem Büro. "Frau Boe, sind sie mit einem Stefan Boe verwandt", fragt er mich direkt, "der fiel mir immer bei Workshop Präsentationen auf, weil er das so locker und spritzig vorgetragen hat." "Ja den kenne ich ganz gut", antworte ich grinsend, "mit dem bin ich richtig eng verwandt, ach was sage ich, verbunden." Der Chef stutzt. "Bis vor kurzen hieß ich noch Stefan Boe", sage ich lächelnd. "Das ist ja ein Ding", sagt er und schaut ganz genau hin, "können sie mir das in zwei Minuten erklären, bevor ich in den nächsten Termin muss?" "Na klar, klassische Fahrstuhlrede", sage ich und fange an. "Eineinhalb Minuten", sagt Silke lächelnd, nachdem ich fertig bin. "Danke", sagt der Chef und muss dann aber hastig los. "Steffi ist aber nochmal um Längen lockerer drauf, als es Stefan schon war", sagt Silke dann noch. "Ja, da ist was dran", bemerke ich. Anschließend lädt mich Silke noch auf einen Kaffee in der Kaffeeküche ein. Dort halten wir noch etwas Smalltalk. Nach dem Kaffee möchte ich dann auch wieder los. "Bleib so wie Du bist", sagt Silke zur Verabschiedung. Ich zwinkere ihr zu. Am Fahrstuhl hängt ein Reparaturschild, also gehe ich die Treppen runter. Ist schon eine Herausforderung mit Pumps und dem etwas engeren Rockteil des Etuikleides. Dafür lasse ich die Absätze etwas lauter klacken, quasi als "Rache" für den gesperrten Fahrstuhl. Ich versuche das ganze so elegant wie nur möglich aussehen zu lassen. Im ersten Stock sind die Monteure dabei, die Fahrstuhltür zu reparieren. Automatisch schauen sie zu mir herüber. "Ach, wegen euch muss ich mich hier zu Fuß runterquälen", haue ich sie grinsend an, "wehe ich lege mich jetzt auf die Klappe." "Oh Verzeihung, "sagt der eine, während dem anderen der Mund halb offen steht. "Alles gut", sage ich, "es scheint ja zu funktionieren." Als ich weiter unten ausser Sichtweite bin, höre ich den einen fragen: "Wer war denn der rote Engel?" "Hach, danke, das geht runter wie Öl", rufe ich von unten. Jetzt trauen sie sich wohl gar nichts mehr zu sagen. Als ich zum Auto gehe, klingelt mein Diensthandy. Andreas ist dran und fragt: "Bist Du noch drüben?" "Ja bin ich", antworte ich. "Kannst Du vielleicht noch was vom Auftragsteam aus dem Werkzeugbau abholen?" fragt er weiter. "Klar gerne", antworte ich. Andreas gibt mir noch eine Auftragsnummer durch.
Ich parke vor der Halle und gehe rein. "Moin, ich möchte etwas abholen", sage zum Kollegen von den Team und nenne ihm die Auftragsnummer. Natürlich schaut der mich genauer an. Ich habe lange im Werkzeugbau gearbeitet und kenne noch viele. "OK, das sind mehrere Teile, bist Du mit einem Auto da?" fragt er mich. "Ja, ich fahre mal rein", sage ich. Kurz danach stehe ich in der Halle. Der Kollege kommt mit einen Handwagen. Zusammen laden wir die Teile ein. "Du hast so eine Ähnlichkeit mit einem Kollegen, der hier mal gearbeitet hat", sagt er dann schließlich. "Wer denn?" frage ich keck. "Stefan heißt der. "Ja, das war ich mal", sage ich grinsend. "Nee, nicht wirklich", sagt er. "Doch", sage ich und zeige ihm zum Beweis meinen Werksausweis. "Stefanie Boe, ich glaubs nicht", sagt er. "Is"˜ aber so", sage ich immer noch grinsend. "Meine Güte, das ist aber eine Verwandlung", sagt er anerkennend. "Danke", sage ich. Die Teile sind eingeladen, ich verabschiede mich. Ich fahre aus der Halle raus. Weit komme ich nicht, weil mitten auf Straße ein LKW beladen wird. "Ph! Dann besuche ich noch mal kurz meine alte Abteilung", denke ich mir trotzig. Ich fahr auf den Parkstreifen und stelle das Auto ab. Ich gehe in die Halle. Als erstes gehe ich zum Meister und melde mich dort an. Der sitzt in einer Bude. Ich erkenne ihn auch gleich, als ich vor etliche Jahren die Abteilung verlassen habe, war er noch Gruppensprecher. "Moin, Tobi, mein Name ist Stefanie Boe, und ich wollte mal meine alte Wirkungsstätte besuchen", sage ich locker. Stille im Raum. Draußen verrenken sich einige Kollegen von weitem schon den Hals, um zu schauen wer ich bin. Tobi rappelt sich so langsam. "Torte hat ja schon was erzählt", sagt Tobi, "aber das Du so"¦ "¦ Alter, ich glaub das nicht!" "Ist Torte da?" frage ich. "Ja drüben auf der anderen Seite, an den Montageplätzen", sagt Tobi. "Dann gehe ich da mal hin, mit deiner Erlaubnis", sage ich. "Ja, aber sei vorsichtig, wegen deines Schuhwerks", sagt Tobi, "nächstes Mal bitte mit Sicherheitsschuhen." "Aye, aye, Sir", sage ich. "Du siehst wirklich gut aus", sagt Tobi, "ich habe dich echt erst erkannt, als du den Namen sagtest." "Danke schön", sage ich lieb.
Dann gehe ich in die Richtung die Tobi mir nannte. Torte sieht mich schon von weitem. "STE-FA-NIE!" ruft er laut. Jetzt dreht sich auch der letzte noch um. Ich schüttele lächelnd den Kopf. Torte kommt auf mich zu. "Ja geil, dass Du Dich hier mal blicken lässt", sagt er. "Muss ja, ich denke gerne an die Zeiten hier", sage ich. "War schon gut", sagt Torte darauf. Ein paar mehr Kollegen kommen noch heran. "Traut euch, ich habe früher nicht gebissen, ich beiße auch heute nicht", sage ich lachend. Wir unterhalten uns kurz in einer lockeren Runde. Natürlich muss ich auch noch mal kurz erklären, wie es dazu gekommen ist. Und ein paar Kollegen beäugen mich von Weitem misstrauisch bis abwertend. Man kann es eben nicht allen Recht machen. "Wo ist eigentlich mein alter Sparringspartner Egon?" frage ich nach einer Weile. "Der hat dich gesehen, hat "oh mein Gott" gesagt und ist erstmal abgehauen", sagt einer, den wir immer Franz nannten. "Gibt es doch gar nicht", sagt Torte", der ist doch immer aus dem Häuschen, wenn er einen Rock sieht." "Vielleicht sitzt ihm das noch im Nacken, als ich ihn vor einem guten Vierteljahr bei "real" durch den halben Laden verfolgt habe", sage ich lachend. "Da hat er mal was von erzählt", sagt Tobi, der sich zu uns gesellt hat, "aber er hat dich da nicht erkannt. Er sprach immer nur von einer rothaarigen Frau, die ihm schlaflose Nächte bereitete." "Und ich war damals gar nicht gut drauf", sage ich, "weil ich da meine Diagnose ganz frisch hatte." "Jetzt ist aber besser?" fragt Franz. "Auf alle Fälle", sage ich lächelnd. Ich erkundige mich natürlich auch nach dem Auftragsstand. "Wir haben genug zu tun", sagt Franz, "kannst gerne wieder anfangen." "Ich glaube, ich könnte es auch noch", sage ich und verabschiede mich dann so langsam. "Kannst gerne mal wieder vorbeischauen, wenn Du in der Nähe bist", sagt Tobi. "Gerne", antworte ich. Ich gehe zurück zum Auto. Die Straße ist dann auch wieder frei. Wieder zurück, lade ich zusammen mit zwei Kollegen die abgeholten Teile aus, dann bringe ich Sandra das Auto zurück. Ich gehe noch schnell in ihr Büro, um den Schlüssel zurückzubringen. Sandra sitzt auch grade am Schreibtisch. Sie strahlt mich an. "Hallo meine Stefanie", sagt sie erfreut, "hat alles geklappt?" "Ja, alles Problemlos", antworte ich, "nur haben einige geguckt, wegen der dicken Karre." Sandra lacht. Dann erzähle ich noch kurz von dem Termin bei Silke und dem zufälligen Treffen mit dem obersten Chef. "Ja, so was ist immer gut, wenn man einen bleibenden Eindruck hinterlässt", sagt Sandra grinsend. "Du musst es ja wissen, Chefin", sage ich lächelnd. Das ich alte Kollegen im Werkzeugbau besucht habe erzähle ich auch gleich. Auch das findet Sandra gut. "Alte Kontakte soll man auch pflegen", sagt sie darauf. "Ich arbeite schon mal was für morgen auf und fahre dann zu Dir", sage ich. "Da bin ich aber gespannt", sagt Sandra.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Ausspioniert
Ich habe grade Feierabend gemacht und bin auf dem Weg zu Sandras Wohnung. Ich stelle mein Auto unter dem Carport ab. Oma Willi ist im Vorgarten und schaut schon erwartungsvoll zu mir rüber. Ich nicke schon mal freundlich herüber und steige dann aus. Erstmal gehe ich zum Kofferraum und hole mein Equipment heraus. Den Alukoffer mache ich auf. Neben den gekauften Geräten habe ich auch einiges selbstgebautes, wenn auch für einen anderen Anlass. Zu meinen nicht wenigen Hobbies gehört auch ein großes Interesse an Astronomie. Ein entsprechendes Teleskop habe ich auch. Irgendwann kam ich mal auf die Idee, es mit Radioastronomie zu versuchen. Dazu habe ich eine ausgediente 1,20 Meter Satellitenschüssel genommen. Aber so richtige Ergebnisse hat diese Mini-Radioastronomie nicht gebracht, kein Wunder warum die echten so riesige Antennen haben. Die eigentlichen Empfänger habe ich mir selber gebaut. Es sind ein paar Empfänger in verschiedenen Frequenzen bis 10GHz. Wenn bei Sandra wirklich Wanzen versteckt sein sollten, dann müsste ich sie damit eigentlich auffinden. Ich prüfe, ob die Batterien der Empfänger noch Saft haben. Das sieht auch soweit gut aus. Ich schalte den bis 4,5 GHz ein und prompt zeigt der was an. Ich mache große Augen und schaue zu Oma Willi. Die wartet natürlich auf mich. Ich lege meinen Finger auf dem Mund und gehe langsam zu ihr hin. Dadurch, dass der Empfänger eine Richtcharakteristik hat, kann ich das Signal schnell eingrenzen. Hinter einem immergrünen Strauch an der Hauswand finde ich einen Erdspieß mit einem kleinen Kistchen drauf. Ich umschließe es mit der Hand und ziehe es aus der Erde. Oma Willi schaut etwas irritiert.
"Hallo Oma Willi", grüße ich sie. "Guten Tag Stefanie, was tust Du hier Geheimnisvolles?" fragt sie. "Sage ich dir gleich, erst mache ich das Ding hier unschädlich", antworte ich und setze an der Rückseite des Kästchens einen kleinen Schraubenzieher an. Dann breche ich es auf und entferne die Batterie, die da drin sitzt. "So, keine Gefahr mehr", sage ich. "Stefanie, was ist das?" fragt Oma Willi. "Eine kleine Kamera", antworte ich und ziehe ein Kabel lang, was hinten dran ist, "mit Funkübertragung." "Und warum ist das hier", fragt Oma Willi, "vor allem hat das Ding mich gefilmt?" "Warum das hier steht, kriege ich hoffentlich noch raus", sage ich, "ich habe schon einen Verdacht. Ich glaube, das bei Sandra noch mehr solche Dinger sind. Und das Ding wird dich bestimmt auch gefilmt haben. Und viele andere Leute auch." "Wer macht denn so was?" fragt Oma Willi aufgeregt. "Ich habe da schon eine Vermutung", sage ich. Oma Willi schaut mich an. "Etwa der Herr Cousin, der komische Kauz", sagt sie leicht abwertend. "Ich vermute es erstmal nur, aber Du bist mit eine der ersten, die es erfährt", sage ich lächelnd. "Aha", sagt Oma Willi, "aber Du bist ja schon eine patente Frau." "Danke schön", sage ich lieb. Dann gehe ich rein. Im Treppenhaus ist nichts zu finden. Aber in der Nähe der Wohnungstür habe ich schon wieder Signale. "Ich gehe das erstmal alleine rein, ganz leise", sage ich zu Oma Willi, obwohl sie vor Neugier gleich zu platzen droht. Am liebsten würde sie mich wohl begleiten. "OK", sagt sie.
Ich habe jetzt eins der gekauften, professionellen Geräte in der Hand und scanne verschiedene Frequenzen. Tatsächlich finde ich drei unterschiedliche Frequenzen. Ich schüttele leicht den Kopf. Nacheinander arbeite ich die Sender ab. Die gefundenen lege ich erstmal auf dem Tisch in der Küche ab. "Eine Blechdose wär jetzt hilfreich", denke ich mir. Im Abstellraum neben der Küche finde ich eine große Keksdose aus Blech. "Perfekt", denke ich. In dem Raum ist auch der Router für Sandras Heim-Netzwerk. Ich schaue hin. "Im Standby ist er nicht, obwohl er es eigentlich sein müsste", ist mein Gedankengang, "das wäre ja noch mal richtig fies, wenn der mit eingebunden ist." Aber irgendwo müssen die Funksignale der Abhördinger ja auflaufen. Das klassische Abhörauto steht ja nicht vor der Tür. Das bereitet mir jetzt richtig Kopfzerbrechen. Erstmal gehe ich jetzt mit der Blechdose zum Tisch und lasse die gefundenen Sender reinfallen. Der, der das abhört soll ja auch was davon haben. Dann schaue ich noch mal zum Router und lasse ein paar der Dinger nochmal in die Dose fallen. Jetzt gehen am Router noch ein paar LEDs an. "OK, dann versuche ich das mal zu finden", denke ich. Ich stehe im Wohnzimmer und schaue mich genau um. Nebenbei versuche ich die Frequenz zu finden mit der Sandras WLAN läuft. Recht schnelle finde ich die auch. Es dauert auch nicht lange bis ich mit meinem selbstgebautem Empfänger ein Signal kriege. Es ist zwar kurz, aber dann schüttele ich die Dinger in der Blechdose einmal öfter. Ich finde dann tatsächlich eine kleine schwarze Box hinter einer Anrichte. "Scheiß Ding, dämlicher Paketdatensender", sage ich zynisch, als ich die Batterie rausgebaut habe. Nochmal ein Blick auf den Router. "Ach guck, nu"˜ isser auf Standby", sage ich leise.
Ich gehe noch mal durch die Wohnung. "Irgendwo funkt hier noch was", sage ich leise. Im Schlafzimmer werde ich fündig. Zwei Abhörgeräte und eine kleine Kamera finde ich. Langsam werde ich doch etwas ärgerlich. "Kühlen Kopf behalten", rede ich mir leise zu. Langsam hab ich alle Räume durch. Mit den letzten gefundenen Teilen gehe ich wieder in die Küche und lege sie in die Blechdose. An der Wohnungstür klackt das Schloss. Die Tür geht auf und Sandra schaut rein, dahinter steht Oma Willi. Beide sagen erstmal nichts, schauen mich aber erwartungsvoll an. "Ihr könnt reinkommen", sage ich lächelnd. Das tun sie dann auch. Nebenbei fällt mein Blick auf die Uhr. "Halb Sieben schon", sage ich," die Zeit ist ja fix vergangen." "Hast Du schon alles gefunden?" fragt Sandra. "Weiß ich nicht, aber die Verbindung nach draußen habe ich schon mal gekappt", antworte ich. Dann zeige ich den beiden, was ich alles gefunden habe. Sandra wird etwas blass. "Wer macht sowas?" fragt sie erstaunt. "Meinen Verdacht kennst Du ja", sage ich, "ich krieg das raus, ich bin auch noch nicht fertig." "Hast Du noch nicht alles gefunden?" fragt sie. "Alles was funkt habe ich wohl", antworte ich, "aber wenn irgendwas verkabeltes dabei ist, wird es schwieriger. Und zum Pool wollte ich auch noch mal." Oma Willi steht kopfschüttelnd im Raum. "Das ist ja wie im Film hier", sagt sie, "aber so was hatten wir hier auch mal, als wir noch die Kanzlei hier hatten. Die standen dann aber mit einem Lieferwagen auf der Straße, das war aber schon in den 80ern." "Aha, ist ja interessant", bemerke ich, "habt ihr rausgekriegt, wer das war?" frage ich. "Nicht 100%ig, die Spur ging bis in die ehemalige DDR", sagt Oma Willi, "könnte die Stasi mit dringehangen haben." Hattet ihr da Verwandtschaft?" frage ich. "Ja jede Menge", sagt Oma Willi lachend. "Ist ja echt interessant", sage ich nochmal. "Aber diese Dinger hier sind nicht von damals?" fragt Sandra. "Nein, die hier sind schon mit der heutigen Elektronik aufgebaut", sage ich und halte ein Ding hin. Die Dinger sind so klein wie eine Linse, das größte daran ist dann die Batterie." Oma Willi verabschiedet sich erstmal.
Sandra und ich gehen in das Poolhaus. "Oh, hier funkt es noch", sage ich, als meine Geräte wieder was anzeigen. Zwei Wanzen und eine Kamera finde ich. An der Tür hängt noch eine Art Repeater. Sandra hat einen versteinerten Blick drauf. Ich schaue noch mal im Poolhaus herum. In einer Ecke liegt eine Weiße Folie. Neugierig nehme ich sie hoch. Es entfaltet sich meine aufblasbare Badeinsel in Wolkenform mit von neulich. "Was ist denn das?" frage ich ärgerlich, als ich einen langen Schnitt in der Folie sehe. Auch der Regenbogen hat einen Schnitt drin. "Das gibt es doch nicht", sage ich genervt, "das war doch volle Absicht." Sandra ist entsetzt. Mit großen Augen schaut sie mich an. "Samstagabend war sie noch heile und lag da aufgeblasen in der Ecke", sagt sie traurig. "Ist jetzt nicht ganz so schlimm", versuche ich sie aufzuheitern, "ich habe ja noch so ein Ding." Tatsächlich ist das so eine Macke von mir, nach Möglichkeit immer eine Lufti in Reserve zu haben. Meine Gattin ist in der Vergangenheit öfter mal explodiert, angesichts der Massen an Luftis, die ich gehortet habe. "Und die hier versuche ich mal zu reparieren", sage ich, "ich habe ja diese Kunststoff-Schweißgeräte in der Werkstatt am See." Sandra nickt leise. Aber sie scheint von der ganzen Situation ziemlich geschockt zu sein. "Aber das hier schreibe ich deinem Cousin zu", sage ich, "wer soll denn sonst hier reinkommen und Luftis schrotten?" "Ich schließe ja auch immer ab", sagt Sandra traurig, "aber warum macht er das?" "Weil er eifersüchtig ist", antworte ich. "Auf Dich?" fragt Sandra. "Ja klar, stell dir mal vor, der hört dich hier ab und kriegt mit, wie Du Spaß mit deiner Partnerin hast", sage ich, "und mit Dir macht es ja auch richtig Spaß. " Danke Stefanie", sagt Sandra leise. Ich nehme den Faden wieder auf. "Wir sind ja auch nicht leise beim Liebesspiel", sage ich, "stell Dir nur einfach mal vor, "¦ "¦ Du! hörst bei sowas zu"¦ ." Sandra grinst ein wenig. "Es hat ja auch den Anschein, dass der in dich verliebt ist", sage ich, "und dann kocht natürlich Eifersucht hoch. Das soll jetzt aber keine Entschuldigung für den Freak sein, wenn man in dem Alter da nicht drübersteht, hat man schon ein ziemliches Problem." "Hm", sagt Sandra nur. "Das muss man erstmal "verdauen"", sage ich, "das ist schon ziemlich heftig. Aber "¦ "¦ wir wissen eben nicht genau, ob er es wirklich ist." Sandra nickt. "Aber wer anderes fällt mir auch nicht ein", sagt sie leise. Ich hoffe insgeheim, dass dieser Vorfall sie ein bisschen stärker macht, gegenüber ihrem Cousin.
Wir gehen wieder rüber ins Haus. Sandras Handy klingelt. "Hallo Papa", sagt sie, " "¦ ja Stefanie ist schon schwer im Gange und hat schon ordentlich was gefunden, "¦ "¦ ja, kannst gerne kommen." Und dann zu mir: "Mein Vater ist auch Mega-neugierig, er kommt gleich mal vorbei." "OK", sage ich, "bei der Gelegenheit, dein Handy läuft das grade über Mobilfunk?" "Ja", antwortet Sandra, "warum?" "Lass die Einstellung auch erstmal", antworte ich, "ich würde dann mal den Router und dein Festnetz untersuchen." "Was Du alles kannst", sagt Sandra. "Fast", sage ich, "ich hole mir gleich mal online Hilfe." Aber erst nehme ich das Festnetztelefon hoch und schaue drunter. "Siehst Du hier die Schrauben?" frage ich Sandra. "Ja, was ist damit?" fragt sie. "Die sehen ein wenig angekratzt aus du es hängt teilweise noch roter Lack dran", antworte ich. Sandra schaut mich wieder besorgt an. "Da die Versieglung schon wer anders verletzt, mache ich das jetzt mal auf", sage ich und ziehe Telefon- und Netzstecker. Dann schraube ich das Telefon auf. "Guck, hier ist noch so ein Ding", sage ich und zeige ihr das Abhörding, "scheint allerdings schon länger drin zu sein, der funkt nicht mehr." Sandra schaut ziemlich fassungslos. "Wie lange mag das schon gehen?" fragt sie leise. "Das möchte ich auch gerne mal wissen", sage ich und schraube das Telefon wieder zusammen. Hans kommt grade an. "Und?" fragt er nur. "Heftig", antworte ich, "wir haben bisher nur keinen Beweis für unseren Verdacht." Dann erzählen wir das bisher gefundene. "Eigentlich liegt es doch auf der Hand", sagt Hans. "Ja, aber wenn man ihn damit konfrontieren würde, streitet er doch sofort alles ab", sagt Sandra ziemlich zielgerichtet. Die Aussage von ihr wundert mich jetzt etwas. "So, wie das mit dem Angrabbeln und Verletzen von Stefanie, "¦ als die Polizei hier war", sagt Sandra dann noch. Ich lächele Sandra an. "Danke Sandra", sage ich, "leider steht da dann Aussage gegen Aussage." "Hm", sagt Hans ratlos, "das ist blöd." "Na ja, wir haben noch nicht alles ausgespielt", sage ich. "Ok, was hast Du denn noch in der Hand?" fragt Hans. "Zeige ich euch", sage ich, "darf ich mal dein Laptop hochfahren." "Warte, mache ich schnell", sagt Sandra.
Dann ist das Ding hoch gefahren und ich setze mich ran. "Ich brauche mal das Tool, wo der Router mit eingerichtet wird", sage ich. Sandra klickt ein Icon an. "Hier ist das", sagt sie. "Mal schauen, ob du Verbindungsnachweise sehen kannst", sage ich. Ich klicke ein paar Sachen an. "Hm normal müsste das gehen", sage ich, aber das was ich vorhabe geht nicht. "Aber nicht verzagen", sage ich, "hole ich mir das Add-on eben von meinem Onlinespeicher." Gespannt schauen Sandra und Hans zu. "Zack und installiert", sage ich, "jetzt sieht man zumindest IP-Adressen. Guckt mal, die hier kommt regelmäßig jede Stunde, auch nachts." "Woher?" fragt Sandra. "Von der schwarzen Box, die ich hinter der Anrichte gefunden habe", sage ich, "die wählte sich stündlich über WLAN ein und hat ein Datenpaket an diese IP gesendet." "Jetzt werde ich aber langsam sauer", sagt Hans aufgeregt, "aber wohin geht das?" "Deswegen brauche ich Online jetzt Hilfe", antworte ich. Ich wähle eine Nummer. "Wer stört?" hört man am anderen Ende. "Steffi, Steffi Boe", sage ich grinsend, Carsten, ich grüße dich." "Hey Du Schlingel, Du warst heute in der Halle und hast mich nicht besucht", sagt Carsten gespielt vorwurfsvoll. "Oh sorry", sage ich grinsend. "Das ging wie ein Lauffeuer durch die Halle, das Du da warst", sagt Carsten, "ich hätte ja auch gerne mal die schicke Lady gesehen." "Das holen wir nach, versprochen", sage ich. "Was kann ich für dich tun", fragt Carsten dann. "Bist Du zu Hause?" frage ich vorsichtshalber. "Ja bin ich", bestätigt Carsten. Ich erkläre ihm die Sachlage und das ich hier mit Sandra und Hans stehe. Handy steht auf mithören. "Alter, das ist ja mal ein Ding", sagt Carsten, "sowas habe ich aber auch noch nicht erlebt." Carsten und ich sind zusammen zur Schule gegangen und haben zusammen gelernt. Carsten als Elektroniker und ich als Maschinenschlosser. Carsten hat dann noch den Techniker in Informatik gemacht und sitzt in unserer Firma in der IT. Privat macht er auf dem Gebiet auch viel.
"Ich habe hier eine auffällige IP-Adresse, von der wir gerne wissen wollen, wo sie herkommt", sage ich. "Soso, und du glaubst wirklich, das ich das rausfinde?" fragt Carsten. "Nöö!" antworte ich frech. Sandra und Hans schauen mich irritiert an. Sandra scheint obendrein etwas enttäuscht zu sein. Ich lächele sie an und zwinkere ihr zu. "OK, dann gib mir mal die Nummer durch", sagt Carsten dann. Ich tue das. Man hört wie Carsten die Nummer eintippt. "Aha, OK, hmhm", sagt er, "sieht unauffällig aus. "ich schicke es dir wie üblich per WhatsApp." "Danke dir", sage ich. "Ich hätte dann nochmal eine Frage an Sandra", sagt Carsten. "Ja, gerne", sagt Sandra. "Hast Du ein Dienst-Laptop, das Du auch zu Hause im Home-Office nutzt?", fragt Carsten. "Ja habe ich, mache ich", antwortet Sandra. "OK, das würde ich gerne mal überprüfen, aufgrund der Sache, die ihr grade geschildert habt", sagt Carsten, "kannst Du das vielleicht bei uns vorbeibringen? Das dauert auch nicht lange." "Ja kein Problem", sagt Sandra. "Wenn Du nicht genau weist, wo Du hin musst, dann nimm Steffi mit", sagt Carsten. Sandra lacht. "Na klar, Du hast ja noch einen gut bei ihr, habe ich vorhin so rausgehört", sagt Sandra lächelnd. "Tse", sage ich nur, "aber gut, für eventuelle Schnappatmung bei deinen Kollegen können wir dann aber nichts." Alles klar", sagt Carsten, "ich bin ab Sieben da, einfach vorne anmelden." "Machen wir so", sage ich. "Bei Sandras privatem Laptop würde ich einen kompletten Virenscan machen", sagt Carsten, und zur ganz besonderen Sicherheit hat Steffi, da noch so ein ganz feines Add-on." "OK, danke Carsten", sagt Sandra. "Gerne, bis morgen dann", verabschiedet sich Carsten.
Ich schaue auf mein Handy. Die WhatsApp von Carsten ist da. Ich öffne sie gleich. Er hat einen Screenshot von seinem Bildschirm gemacht und geschickt. "Der tut auch immer so geheimnisvoll", sage ich grinsend, "und dann kannste Dich vor Details kaum retten." Ich zeige den Beiden das Bild. "Mit Telefonnummer und sogar eine Adresse mit Zusatzauskunft", sage ich. "Toll, wie geht das?" fragt Hans. "Das weiß ich nicht, ist sein Geheimnis", sage ich, "wahrscheinlich so eine gesetzliche Grauzone. Ich will es auch gar nicht so genau wissen." "Stimmt", sagt Hans. Sandra hat in der Zwischenzeit die Adresse gegoogelt. "In Zuffenhausen ist das", sagt sie, "dann steht da in deiner Nachricht noch ein Adresszusatz, "Wohngemeinschaft". Hier ist das." Sie zeigt uns das am PC. "Aha, interessant", sage ich, "was ist denn da so in der Nähe? Ah hier, das ist doch cool, eine Apotheke." "Wieso?" fragt Sandra. Auch Hans schaut erstaunt. Ich nehme mein Handy und wähle die Nummer von der von der Adresse, die ich von Carsten habe. Sandra und Hans schauen weiter erstaunt. Am anderen Ende meldet sich eine Frau. "Hallo hier ist Mirjam, was kann ich für dich tun", sagt die Stimme. Mit leicht schwäbischen Dialekt antworte ich: "Ursula Schiebeschewski von der Tauben-Apotheke, wohnt ein Herr Sebastian van Rick"¦ bei ihnen? Sein Personalausweis ist bei uns gefunden worden." Sandra hält sich den Mund zu und rennt aus dem Wohnzimmer. Hans hinterher. Im Flur höre ich beide lachen. "Ja, der wohnt hier, aber Sebastian ist grade nicht da", sagt die Mirjam am anderen Ende der Leitung. "Würden sie ihm das eventuell ausrichten", frage ich. "Ja mache ich", antwortet sie, "Tschüss dann." Ich lege mein Handy auf den Tisch. "Ihr könnt wieder reinkommen", sage ich, "ich bin dann fertig." Hans kommt rein, Sandra hört man im Flur noch gackern. Dann kommt sie auch wieder rein. "Ich glaube das nicht, wie trocken Du das raushaust", sagt sie prustend, "und dann noch schwäbisch eingefärbt." "Klasse Steffi", sagt Hans auch noch lachend. "Na man will doch keinen Verdacht erwecken", sage ich. "Puh!Luft!" lacht Sandra.
"Hast Du mal in Schwaben gewohnt, das Du diesen Dialekt sprichst?" fragt Hans. "Nöö" sage ich kopfschüttelnd, "ich habe mir vor Jahren mal die ganzen wichtigen deutschen Dialekte selber beigebracht." Und mache dann ein Zwiegespräch zwischen einem Sachsen und einem Schwaben, in unterschiedlichen Stimmlagen. Jetzt ist es bei Sandra und Hans komplett mit der Beherrschung vorbei. Minuten lang sind sie am Gackern (Das soll jetzt kein Lächerlich-machen sein. Ich komme aus einer Ecke in Niedersachsen, in der ein relativ klares Hochdeutsch gesprochen wird. Da wirkt ein Dialekt schon mal lustig. Wobei wir Braunschweiger zumindest eine Mundart haben, die auch so ihre Eigenarten hat. Anm. d. Red. Steffi). "Ja, sie ist eine Entertainerin", sagt Sandra nach einigen Beruhigungsversuchen, "ich brauch was zu trinken, möchtet ihr auch was?" "Gerne", antworten Hans und ich. Ein Hefe-Weizen gebe ich bei Sandra in Auftrag, natürlich auf bayrisch. Was sie wieder zum Schmunzeln bringt. "Kannst Du mir ein alkoholfreies mitbestellen", sagt Hans auch schon wieder am Lachen. Was ich auch mache. Sandra kommt zurück und gibt uns die bestellten Biere, sie selber hat auch eins. "Trinke ich zwar nicht so oft, aber heute muss es mal sein", sagt sie lächelnd. "Prost", sag Hans. "Zum Wohl", sagt Sandra, "auf unsere Spionage-Abwehr-Steffi." Eine Weile sagt keiner was, wir genießen unsere Getränke. "Wie geht es dann weiter?" fragt Hans, "die Indizien sprechen ja gegen ihn." "Tja, das ist schwierig", sage ich, "wenn man ihn damit konfrontieren würde, wird er sicherlich alles abstreiten. Man kann nur abwarten, ob er noch was macht. Er müsste ja zwangsläufig irgendwie reagieren, wenn er merkt, dass von hier nichts mehr kommt." "Also auf frischer Tat ertappen", findet Hans. "Zum Beispiel", sage ich, "aber man muss halt warten." "Wahrscheinlich wird er auch erstmal unter Vorgabe von fadenscheinigen Gründen anrufen", sagt Sandra. "Genau", sagt Hans. An der Wohnungstür klopft es. "Bestimmt Oma Willi, die wissen will was rausgekommen ist", sage ich grinsend. "Du hast Dich ja schnell eingelebt", sagt Hans grinsend, macht die Tür auf und tatsächlich steht Oma Willi da. "Komm herein", sagt Sandra. Dann erzählen sie ihr einiges. Oma Willi ist einigermaßen entsetzt. "Du kannst gerne verstärkt aufpassen, ob der hier nochmal auftaucht und dann einen von uns anrufen", sage ich zu Oma Willi. "Das mache ich gerne", sagt sie. Dann geht Oma Willi wieder nach oben. "Ich verabschiede mich auch", sagt Hans. "Tschüss", sage wir beide. "Und du?" Bleibst Du hier?" fragt Sandra mich. "Oh Gott, warum fragst Du so, darf ich etwa nicht?" frage ich gespielt entsetzt. Sandra prustet wieder laut los. "Och Menno, Stefanie", gackert sie, "nein, Du musst hierbleiben." "Puh, ich dachte schon"¦ "¦", sage ich gespielt erleichtert. Dann schaue ich sie mit meinem verträumtesten Schlafzimmerblick an. "Heute brauch ich es mal so richtig heftig", sage ich dann mit tiefer erotischer Stimme. Sandra schaut mich strahlend an. "Gerne!" haucht sie in mein Ohr. Langsam schiebt sie sich vor mir und küsst mich dabei. Im Schlafzimmer zieht sie mir das Kleid aus und schubst mich auf ihr Bett. Mit einer ziemlich erotischen Aktion zieht sie sich ihr Kleid aus. Fast unbemerkt holt sie aus einem kleinen Schrank ein neckisches Liebesspielzeug. Dann kommt sie ins Bett und legt sich auf mich. "Sex zum Stressabbau ist genau mein Ding", sage ich fordernd. Sandra strahlt mich an. "Dann bist Du hier heute genau richtig", sagt sie leise lächelnd. Mit ihrem Spielzeug bringt sie mich anschließend mehrmals dazu, komplett die Beherrschung zu verlieren.
Ich habe grade Feierabend gemacht und bin auf dem Weg zu Sandras Wohnung. Ich stelle mein Auto unter dem Carport ab. Oma Willi ist im Vorgarten und schaut schon erwartungsvoll zu mir rüber. Ich nicke schon mal freundlich herüber und steige dann aus. Erstmal gehe ich zum Kofferraum und hole mein Equipment heraus. Den Alukoffer mache ich auf. Neben den gekauften Geräten habe ich auch einiges selbstgebautes, wenn auch für einen anderen Anlass. Zu meinen nicht wenigen Hobbies gehört auch ein großes Interesse an Astronomie. Ein entsprechendes Teleskop habe ich auch. Irgendwann kam ich mal auf die Idee, es mit Radioastronomie zu versuchen. Dazu habe ich eine ausgediente 1,20 Meter Satellitenschüssel genommen. Aber so richtige Ergebnisse hat diese Mini-Radioastronomie nicht gebracht, kein Wunder warum die echten so riesige Antennen haben. Die eigentlichen Empfänger habe ich mir selber gebaut. Es sind ein paar Empfänger in verschiedenen Frequenzen bis 10GHz. Wenn bei Sandra wirklich Wanzen versteckt sein sollten, dann müsste ich sie damit eigentlich auffinden. Ich prüfe, ob die Batterien der Empfänger noch Saft haben. Das sieht auch soweit gut aus. Ich schalte den bis 4,5 GHz ein und prompt zeigt der was an. Ich mache große Augen und schaue zu Oma Willi. Die wartet natürlich auf mich. Ich lege meinen Finger auf dem Mund und gehe langsam zu ihr hin. Dadurch, dass der Empfänger eine Richtcharakteristik hat, kann ich das Signal schnell eingrenzen. Hinter einem immergrünen Strauch an der Hauswand finde ich einen Erdspieß mit einem kleinen Kistchen drauf. Ich umschließe es mit der Hand und ziehe es aus der Erde. Oma Willi schaut etwas irritiert.
"Hallo Oma Willi", grüße ich sie. "Guten Tag Stefanie, was tust Du hier Geheimnisvolles?" fragt sie. "Sage ich dir gleich, erst mache ich das Ding hier unschädlich", antworte ich und setze an der Rückseite des Kästchens einen kleinen Schraubenzieher an. Dann breche ich es auf und entferne die Batterie, die da drin sitzt. "So, keine Gefahr mehr", sage ich. "Stefanie, was ist das?" fragt Oma Willi. "Eine kleine Kamera", antworte ich und ziehe ein Kabel lang, was hinten dran ist, "mit Funkübertragung." "Und warum ist das hier", fragt Oma Willi, "vor allem hat das Ding mich gefilmt?" "Warum das hier steht, kriege ich hoffentlich noch raus", sage ich, "ich habe schon einen Verdacht. Ich glaube, das bei Sandra noch mehr solche Dinger sind. Und das Ding wird dich bestimmt auch gefilmt haben. Und viele andere Leute auch." "Wer macht denn so was?" fragt Oma Willi aufgeregt. "Ich habe da schon eine Vermutung", sage ich. Oma Willi schaut mich an. "Etwa der Herr Cousin, der komische Kauz", sagt sie leicht abwertend. "Ich vermute es erstmal nur, aber Du bist mit eine der ersten, die es erfährt", sage ich lächelnd. "Aha", sagt Oma Willi, "aber Du bist ja schon eine patente Frau." "Danke schön", sage ich lieb. Dann gehe ich rein. Im Treppenhaus ist nichts zu finden. Aber in der Nähe der Wohnungstür habe ich schon wieder Signale. "Ich gehe das erstmal alleine rein, ganz leise", sage ich zu Oma Willi, obwohl sie vor Neugier gleich zu platzen droht. Am liebsten würde sie mich wohl begleiten. "OK", sagt sie.
Ich habe jetzt eins der gekauften, professionellen Geräte in der Hand und scanne verschiedene Frequenzen. Tatsächlich finde ich drei unterschiedliche Frequenzen. Ich schüttele leicht den Kopf. Nacheinander arbeite ich die Sender ab. Die gefundenen lege ich erstmal auf dem Tisch in der Küche ab. "Eine Blechdose wär jetzt hilfreich", denke ich mir. Im Abstellraum neben der Küche finde ich eine große Keksdose aus Blech. "Perfekt", denke ich. In dem Raum ist auch der Router für Sandras Heim-Netzwerk. Ich schaue hin. "Im Standby ist er nicht, obwohl er es eigentlich sein müsste", ist mein Gedankengang, "das wäre ja noch mal richtig fies, wenn der mit eingebunden ist." Aber irgendwo müssen die Funksignale der Abhördinger ja auflaufen. Das klassische Abhörauto steht ja nicht vor der Tür. Das bereitet mir jetzt richtig Kopfzerbrechen. Erstmal gehe ich jetzt mit der Blechdose zum Tisch und lasse die gefundenen Sender reinfallen. Der, der das abhört soll ja auch was davon haben. Dann schaue ich noch mal zum Router und lasse ein paar der Dinger nochmal in die Dose fallen. Jetzt gehen am Router noch ein paar LEDs an. "OK, dann versuche ich das mal zu finden", denke ich. Ich stehe im Wohnzimmer und schaue mich genau um. Nebenbei versuche ich die Frequenz zu finden mit der Sandras WLAN läuft. Recht schnelle finde ich die auch. Es dauert auch nicht lange bis ich mit meinem selbstgebautem Empfänger ein Signal kriege. Es ist zwar kurz, aber dann schüttele ich die Dinger in der Blechdose einmal öfter. Ich finde dann tatsächlich eine kleine schwarze Box hinter einer Anrichte. "Scheiß Ding, dämlicher Paketdatensender", sage ich zynisch, als ich die Batterie rausgebaut habe. Nochmal ein Blick auf den Router. "Ach guck, nu"˜ isser auf Standby", sage ich leise.
Ich gehe noch mal durch die Wohnung. "Irgendwo funkt hier noch was", sage ich leise. Im Schlafzimmer werde ich fündig. Zwei Abhörgeräte und eine kleine Kamera finde ich. Langsam werde ich doch etwas ärgerlich. "Kühlen Kopf behalten", rede ich mir leise zu. Langsam hab ich alle Räume durch. Mit den letzten gefundenen Teilen gehe ich wieder in die Küche und lege sie in die Blechdose. An der Wohnungstür klackt das Schloss. Die Tür geht auf und Sandra schaut rein, dahinter steht Oma Willi. Beide sagen erstmal nichts, schauen mich aber erwartungsvoll an. "Ihr könnt reinkommen", sage ich lächelnd. Das tun sie dann auch. Nebenbei fällt mein Blick auf die Uhr. "Halb Sieben schon", sage ich," die Zeit ist ja fix vergangen." "Hast Du schon alles gefunden?" fragt Sandra. "Weiß ich nicht, aber die Verbindung nach draußen habe ich schon mal gekappt", antworte ich. Dann zeige ich den beiden, was ich alles gefunden habe. Sandra wird etwas blass. "Wer macht sowas?" fragt sie erstaunt. "Meinen Verdacht kennst Du ja", sage ich, "ich krieg das raus, ich bin auch noch nicht fertig." "Hast Du noch nicht alles gefunden?" fragt sie. "Alles was funkt habe ich wohl", antworte ich, "aber wenn irgendwas verkabeltes dabei ist, wird es schwieriger. Und zum Pool wollte ich auch noch mal." Oma Willi steht kopfschüttelnd im Raum. "Das ist ja wie im Film hier", sagt sie, "aber so was hatten wir hier auch mal, als wir noch die Kanzlei hier hatten. Die standen dann aber mit einem Lieferwagen auf der Straße, das war aber schon in den 80ern." "Aha, ist ja interessant", bemerke ich, "habt ihr rausgekriegt, wer das war?" frage ich. "Nicht 100%ig, die Spur ging bis in die ehemalige DDR", sagt Oma Willi, "könnte die Stasi mit dringehangen haben." Hattet ihr da Verwandtschaft?" frage ich. "Ja jede Menge", sagt Oma Willi lachend. "Ist ja echt interessant", sage ich nochmal. "Aber diese Dinger hier sind nicht von damals?" fragt Sandra. "Nein, die hier sind schon mit der heutigen Elektronik aufgebaut", sage ich und halte ein Ding hin. Die Dinger sind so klein wie eine Linse, das größte daran ist dann die Batterie." Oma Willi verabschiedet sich erstmal.
Sandra und ich gehen in das Poolhaus. "Oh, hier funkt es noch", sage ich, als meine Geräte wieder was anzeigen. Zwei Wanzen und eine Kamera finde ich. An der Tür hängt noch eine Art Repeater. Sandra hat einen versteinerten Blick drauf. Ich schaue noch mal im Poolhaus herum. In einer Ecke liegt eine Weiße Folie. Neugierig nehme ich sie hoch. Es entfaltet sich meine aufblasbare Badeinsel in Wolkenform mit von neulich. "Was ist denn das?" frage ich ärgerlich, als ich einen langen Schnitt in der Folie sehe. Auch der Regenbogen hat einen Schnitt drin. "Das gibt es doch nicht", sage ich genervt, "das war doch volle Absicht." Sandra ist entsetzt. Mit großen Augen schaut sie mich an. "Samstagabend war sie noch heile und lag da aufgeblasen in der Ecke", sagt sie traurig. "Ist jetzt nicht ganz so schlimm", versuche ich sie aufzuheitern, "ich habe ja noch so ein Ding." Tatsächlich ist das so eine Macke von mir, nach Möglichkeit immer eine Lufti in Reserve zu haben. Meine Gattin ist in der Vergangenheit öfter mal explodiert, angesichts der Massen an Luftis, die ich gehortet habe. "Und die hier versuche ich mal zu reparieren", sage ich, "ich habe ja diese Kunststoff-Schweißgeräte in der Werkstatt am See." Sandra nickt leise. Aber sie scheint von der ganzen Situation ziemlich geschockt zu sein. "Aber das hier schreibe ich deinem Cousin zu", sage ich, "wer soll denn sonst hier reinkommen und Luftis schrotten?" "Ich schließe ja auch immer ab", sagt Sandra traurig, "aber warum macht er das?" "Weil er eifersüchtig ist", antworte ich. "Auf Dich?" fragt Sandra. "Ja klar, stell dir mal vor, der hört dich hier ab und kriegt mit, wie Du Spaß mit deiner Partnerin hast", sage ich, "und mit Dir macht es ja auch richtig Spaß. " Danke Stefanie", sagt Sandra leise. Ich nehme den Faden wieder auf. "Wir sind ja auch nicht leise beim Liebesspiel", sage ich, "stell Dir nur einfach mal vor, "¦ "¦ Du! hörst bei sowas zu"¦ ." Sandra grinst ein wenig. "Es hat ja auch den Anschein, dass der in dich verliebt ist", sage ich, "und dann kocht natürlich Eifersucht hoch. Das soll jetzt aber keine Entschuldigung für den Freak sein, wenn man in dem Alter da nicht drübersteht, hat man schon ein ziemliches Problem." "Hm", sagt Sandra nur. "Das muss man erstmal "verdauen"", sage ich, "das ist schon ziemlich heftig. Aber "¦ "¦ wir wissen eben nicht genau, ob er es wirklich ist." Sandra nickt. "Aber wer anderes fällt mir auch nicht ein", sagt sie leise. Ich hoffe insgeheim, dass dieser Vorfall sie ein bisschen stärker macht, gegenüber ihrem Cousin.
Wir gehen wieder rüber ins Haus. Sandras Handy klingelt. "Hallo Papa", sagt sie, " "¦ ja Stefanie ist schon schwer im Gange und hat schon ordentlich was gefunden, "¦ "¦ ja, kannst gerne kommen." Und dann zu mir: "Mein Vater ist auch Mega-neugierig, er kommt gleich mal vorbei." "OK", sage ich, "bei der Gelegenheit, dein Handy läuft das grade über Mobilfunk?" "Ja", antwortet Sandra, "warum?" "Lass die Einstellung auch erstmal", antworte ich, "ich würde dann mal den Router und dein Festnetz untersuchen." "Was Du alles kannst", sagt Sandra. "Fast", sage ich, "ich hole mir gleich mal online Hilfe." Aber erst nehme ich das Festnetztelefon hoch und schaue drunter. "Siehst Du hier die Schrauben?" frage ich Sandra. "Ja, was ist damit?" fragt sie. "Die sehen ein wenig angekratzt aus du es hängt teilweise noch roter Lack dran", antworte ich. Sandra schaut mich wieder besorgt an. "Da die Versieglung schon wer anders verletzt, mache ich das jetzt mal auf", sage ich und ziehe Telefon- und Netzstecker. Dann schraube ich das Telefon auf. "Guck, hier ist noch so ein Ding", sage ich und zeige ihr das Abhörding, "scheint allerdings schon länger drin zu sein, der funkt nicht mehr." Sandra schaut ziemlich fassungslos. "Wie lange mag das schon gehen?" fragt sie leise. "Das möchte ich auch gerne mal wissen", sage ich und schraube das Telefon wieder zusammen. Hans kommt grade an. "Und?" fragt er nur. "Heftig", antworte ich, "wir haben bisher nur keinen Beweis für unseren Verdacht." Dann erzählen wir das bisher gefundene. "Eigentlich liegt es doch auf der Hand", sagt Hans. "Ja, aber wenn man ihn damit konfrontieren würde, streitet er doch sofort alles ab", sagt Sandra ziemlich zielgerichtet. Die Aussage von ihr wundert mich jetzt etwas. "So, wie das mit dem Angrabbeln und Verletzen von Stefanie, "¦ als die Polizei hier war", sagt Sandra dann noch. Ich lächele Sandra an. "Danke Sandra", sage ich, "leider steht da dann Aussage gegen Aussage." "Hm", sagt Hans ratlos, "das ist blöd." "Na ja, wir haben noch nicht alles ausgespielt", sage ich. "Ok, was hast Du denn noch in der Hand?" fragt Hans. "Zeige ich euch", sage ich, "darf ich mal dein Laptop hochfahren." "Warte, mache ich schnell", sagt Sandra.
Dann ist das Ding hoch gefahren und ich setze mich ran. "Ich brauche mal das Tool, wo der Router mit eingerichtet wird", sage ich. Sandra klickt ein Icon an. "Hier ist das", sagt sie. "Mal schauen, ob du Verbindungsnachweise sehen kannst", sage ich. Ich klicke ein paar Sachen an. "Hm normal müsste das gehen", sage ich, aber das was ich vorhabe geht nicht. "Aber nicht verzagen", sage ich, "hole ich mir das Add-on eben von meinem Onlinespeicher." Gespannt schauen Sandra und Hans zu. "Zack und installiert", sage ich, "jetzt sieht man zumindest IP-Adressen. Guckt mal, die hier kommt regelmäßig jede Stunde, auch nachts." "Woher?" fragt Sandra. "Von der schwarzen Box, die ich hinter der Anrichte gefunden habe", sage ich, "die wählte sich stündlich über WLAN ein und hat ein Datenpaket an diese IP gesendet." "Jetzt werde ich aber langsam sauer", sagt Hans aufgeregt, "aber wohin geht das?" "Deswegen brauche ich Online jetzt Hilfe", antworte ich. Ich wähle eine Nummer. "Wer stört?" hört man am anderen Ende. "Steffi, Steffi Boe", sage ich grinsend, Carsten, ich grüße dich." "Hey Du Schlingel, Du warst heute in der Halle und hast mich nicht besucht", sagt Carsten gespielt vorwurfsvoll. "Oh sorry", sage ich grinsend. "Das ging wie ein Lauffeuer durch die Halle, das Du da warst", sagt Carsten, "ich hätte ja auch gerne mal die schicke Lady gesehen." "Das holen wir nach, versprochen", sage ich. "Was kann ich für dich tun", fragt Carsten dann. "Bist Du zu Hause?" frage ich vorsichtshalber. "Ja bin ich", bestätigt Carsten. Ich erkläre ihm die Sachlage und das ich hier mit Sandra und Hans stehe. Handy steht auf mithören. "Alter, das ist ja mal ein Ding", sagt Carsten, "sowas habe ich aber auch noch nicht erlebt." Carsten und ich sind zusammen zur Schule gegangen und haben zusammen gelernt. Carsten als Elektroniker und ich als Maschinenschlosser. Carsten hat dann noch den Techniker in Informatik gemacht und sitzt in unserer Firma in der IT. Privat macht er auf dem Gebiet auch viel.
"Ich habe hier eine auffällige IP-Adresse, von der wir gerne wissen wollen, wo sie herkommt", sage ich. "Soso, und du glaubst wirklich, das ich das rausfinde?" fragt Carsten. "Nöö!" antworte ich frech. Sandra und Hans schauen mich irritiert an. Sandra scheint obendrein etwas enttäuscht zu sein. Ich lächele sie an und zwinkere ihr zu. "OK, dann gib mir mal die Nummer durch", sagt Carsten dann. Ich tue das. Man hört wie Carsten die Nummer eintippt. "Aha, OK, hmhm", sagt er, "sieht unauffällig aus. "ich schicke es dir wie üblich per WhatsApp." "Danke dir", sage ich. "Ich hätte dann nochmal eine Frage an Sandra", sagt Carsten. "Ja, gerne", sagt Sandra. "Hast Du ein Dienst-Laptop, das Du auch zu Hause im Home-Office nutzt?", fragt Carsten. "Ja habe ich, mache ich", antwortet Sandra. "OK, das würde ich gerne mal überprüfen, aufgrund der Sache, die ihr grade geschildert habt", sagt Carsten, "kannst Du das vielleicht bei uns vorbeibringen? Das dauert auch nicht lange." "Ja kein Problem", sagt Sandra. "Wenn Du nicht genau weist, wo Du hin musst, dann nimm Steffi mit", sagt Carsten. Sandra lacht. "Na klar, Du hast ja noch einen gut bei ihr, habe ich vorhin so rausgehört", sagt Sandra lächelnd. "Tse", sage ich nur, "aber gut, für eventuelle Schnappatmung bei deinen Kollegen können wir dann aber nichts." Alles klar", sagt Carsten, "ich bin ab Sieben da, einfach vorne anmelden." "Machen wir so", sage ich. "Bei Sandras privatem Laptop würde ich einen kompletten Virenscan machen", sagt Carsten, und zur ganz besonderen Sicherheit hat Steffi, da noch so ein ganz feines Add-on." "OK, danke Carsten", sagt Sandra. "Gerne, bis morgen dann", verabschiedet sich Carsten.
Ich schaue auf mein Handy. Die WhatsApp von Carsten ist da. Ich öffne sie gleich. Er hat einen Screenshot von seinem Bildschirm gemacht und geschickt. "Der tut auch immer so geheimnisvoll", sage ich grinsend, "und dann kannste Dich vor Details kaum retten." Ich zeige den Beiden das Bild. "Mit Telefonnummer und sogar eine Adresse mit Zusatzauskunft", sage ich. "Toll, wie geht das?" fragt Hans. "Das weiß ich nicht, ist sein Geheimnis", sage ich, "wahrscheinlich so eine gesetzliche Grauzone. Ich will es auch gar nicht so genau wissen." "Stimmt", sagt Hans. Sandra hat in der Zwischenzeit die Adresse gegoogelt. "In Zuffenhausen ist das", sagt sie, "dann steht da in deiner Nachricht noch ein Adresszusatz, "Wohngemeinschaft". Hier ist das." Sie zeigt uns das am PC. "Aha, interessant", sage ich, "was ist denn da so in der Nähe? Ah hier, das ist doch cool, eine Apotheke." "Wieso?" fragt Sandra. Auch Hans schaut erstaunt. Ich nehme mein Handy und wähle die Nummer von der von der Adresse, die ich von Carsten habe. Sandra und Hans schauen weiter erstaunt. Am anderen Ende meldet sich eine Frau. "Hallo hier ist Mirjam, was kann ich für dich tun", sagt die Stimme. Mit leicht schwäbischen Dialekt antworte ich: "Ursula Schiebeschewski von der Tauben-Apotheke, wohnt ein Herr Sebastian van Rick"¦ bei ihnen? Sein Personalausweis ist bei uns gefunden worden." Sandra hält sich den Mund zu und rennt aus dem Wohnzimmer. Hans hinterher. Im Flur höre ich beide lachen. "Ja, der wohnt hier, aber Sebastian ist grade nicht da", sagt die Mirjam am anderen Ende der Leitung. "Würden sie ihm das eventuell ausrichten", frage ich. "Ja mache ich", antwortet sie, "Tschüss dann." Ich lege mein Handy auf den Tisch. "Ihr könnt wieder reinkommen", sage ich, "ich bin dann fertig." Hans kommt rein, Sandra hört man im Flur noch gackern. Dann kommt sie auch wieder rein. "Ich glaube das nicht, wie trocken Du das raushaust", sagt sie prustend, "und dann noch schwäbisch eingefärbt." "Klasse Steffi", sagt Hans auch noch lachend. "Na man will doch keinen Verdacht erwecken", sage ich. "Puh!Luft!" lacht Sandra.
"Hast Du mal in Schwaben gewohnt, das Du diesen Dialekt sprichst?" fragt Hans. "Nöö" sage ich kopfschüttelnd, "ich habe mir vor Jahren mal die ganzen wichtigen deutschen Dialekte selber beigebracht." Und mache dann ein Zwiegespräch zwischen einem Sachsen und einem Schwaben, in unterschiedlichen Stimmlagen. Jetzt ist es bei Sandra und Hans komplett mit der Beherrschung vorbei. Minuten lang sind sie am Gackern (Das soll jetzt kein Lächerlich-machen sein. Ich komme aus einer Ecke in Niedersachsen, in der ein relativ klares Hochdeutsch gesprochen wird. Da wirkt ein Dialekt schon mal lustig. Wobei wir Braunschweiger zumindest eine Mundart haben, die auch so ihre Eigenarten hat. Anm. d. Red. Steffi). "Ja, sie ist eine Entertainerin", sagt Sandra nach einigen Beruhigungsversuchen, "ich brauch was zu trinken, möchtet ihr auch was?" "Gerne", antworten Hans und ich. Ein Hefe-Weizen gebe ich bei Sandra in Auftrag, natürlich auf bayrisch. Was sie wieder zum Schmunzeln bringt. "Kannst Du mir ein alkoholfreies mitbestellen", sagt Hans auch schon wieder am Lachen. Was ich auch mache. Sandra kommt zurück und gibt uns die bestellten Biere, sie selber hat auch eins. "Trinke ich zwar nicht so oft, aber heute muss es mal sein", sagt sie lächelnd. "Prost", sag Hans. "Zum Wohl", sagt Sandra, "auf unsere Spionage-Abwehr-Steffi." Eine Weile sagt keiner was, wir genießen unsere Getränke. "Wie geht es dann weiter?" fragt Hans, "die Indizien sprechen ja gegen ihn." "Tja, das ist schwierig", sage ich, "wenn man ihn damit konfrontieren würde, wird er sicherlich alles abstreiten. Man kann nur abwarten, ob er noch was macht. Er müsste ja zwangsläufig irgendwie reagieren, wenn er merkt, dass von hier nichts mehr kommt." "Also auf frischer Tat ertappen", findet Hans. "Zum Beispiel", sage ich, "aber man muss halt warten." "Wahrscheinlich wird er auch erstmal unter Vorgabe von fadenscheinigen Gründen anrufen", sagt Sandra. "Genau", sagt Hans. An der Wohnungstür klopft es. "Bestimmt Oma Willi, die wissen will was rausgekommen ist", sage ich grinsend. "Du hast Dich ja schnell eingelebt", sagt Hans grinsend, macht die Tür auf und tatsächlich steht Oma Willi da. "Komm herein", sagt Sandra. Dann erzählen sie ihr einiges. Oma Willi ist einigermaßen entsetzt. "Du kannst gerne verstärkt aufpassen, ob der hier nochmal auftaucht und dann einen von uns anrufen", sage ich zu Oma Willi. "Das mache ich gerne", sagt sie. Dann geht Oma Willi wieder nach oben. "Ich verabschiede mich auch", sagt Hans. "Tschüss", sage wir beide. "Und du?" Bleibst Du hier?" fragt Sandra mich. "Oh Gott, warum fragst Du so, darf ich etwa nicht?" frage ich gespielt entsetzt. Sandra prustet wieder laut los. "Och Menno, Stefanie", gackert sie, "nein, Du musst hierbleiben." "Puh, ich dachte schon"¦ "¦", sage ich gespielt erleichtert. Dann schaue ich sie mit meinem verträumtesten Schlafzimmerblick an. "Heute brauch ich es mal so richtig heftig", sage ich dann mit tiefer erotischer Stimme. Sandra schaut mich strahlend an. "Gerne!" haucht sie in mein Ohr. Langsam schiebt sie sich vor mir und küsst mich dabei. Im Schlafzimmer zieht sie mir das Kleid aus und schubst mich auf ihr Bett. Mit einer ziemlich erotischen Aktion zieht sie sich ihr Kleid aus. Fast unbemerkt holt sie aus einem kleinen Schrank ein neckisches Liebesspielzeug. Dann kommt sie ins Bett und legt sich auf mich. "Sex zum Stressabbau ist genau mein Ding", sage ich fordernd. Sandra strahlt mich an. "Dann bist Du hier heute genau richtig", sagt sie leise lächelnd. Mit ihrem Spielzeug bringt sie mich anschließend mehrmals dazu, komplett die Beherrschung zu verlieren.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Bibi Melina
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Re: Blutengel
aber hallo abhörgeräte verwanzung schlimmer wie beim bundesamt
bin ja mal gespannt ob der drecksack wirklich dahinter steckt (sorry aber da kann ich mich nicht beherschen)
mit lieben gruß die Bibi-Melina
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Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schaue nach vorn und niemals zurück! Tu was du willst, und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur du
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Stephanie
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Re: Blutengel
Ich muss beim Schreiben ab und zu aufpassen, dass ich nicht aggressiv werde. Der "Drecksack" ist die Summe von unsympathischen Menschen, die ich in der Vergangenheit so kennengelernt habe. 
Mit dem Typen gibt es noch einiges zu erleben. Er bezahlt aber dann auch teuer dafür. Mehr verrate ich aber noch nicht.
Liebe Grüße Stephanie
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Re: Blutengel
na da bin ich mal gespannt
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Re: Blutengel
Business Steffi Teil 2
Als ich aufwache, bin ich immer noch ganz geflasht vom Liebesspiel gestern. Sandra ist auch schon wach und lächelt mich an. "Du bist so eine dankbare Partnerin im Liebesspiel", sagt Sandra. "Danke schön", sage ich mit einer Freudenträne im Auge. Sandra küsst mich liebevoll. Nach dem Durchlauf im Badezimmer schaue ich mir mein Kleid von gestern an. "Sieht soweit OK aus", sage ich, "ich ziehe es einfach noch mal an." Ich habe zwar schon einiges an Kleidung bei Sandra, aber grade dieses Kleid ist das Optimum an Bequemlichkeit bei gleichzeitiger zeitloser Eleganz. Sandra lächelt mich geheimnisvoll an, als sie am Kleiderschrank steht. Dann holt sie sich ein Kleid raus, was meinem sehr ähnlich sieht. "Selbst die Farbe ist fast identisch", sagt sie und hält es neben meins. "Klasse, Sandra, das machen wir", sage ich begeistert. Passende Pumps hat sie auch dazu. Zusammen stellen wir uns vor ihren großen Spiegel im Flur. Mit großen Augen schaue ich begeistert in den Spiegel. "Ich mag das so gerne, wenn Du angenehm am Staunen bist" sagt Sandra lächelnd. "Danke, aber schau dir doch mal diese beiden süßen Dinger da an"¦", sage ich noch, bevor der restliche Satz in einem Kuss untergeht. "Du strahlst grade so ein glücklich sein aus", sagt Sandra lieb. "Bin ich auch", antworte ich. Nach einem kurzen Frühstück fahren wir zur Arbeit. Sandra holt mich wieder auf dem Parkplatz ab. Aber dieses Mal fahren wir erst zu IT. Die erste Aufmerksamkeit erregen wir am Tor. Die Dienstfahrzeuge von der Bank unterscheiden sich im Kennzeichen von denen des Werkes. Den Kollegen von der Sicherheit kenne ich, aber er ist grade etwas unschlüssig. Sandra ergreift einfach das Wort. "Guten Morgen, ich müsste wegen eines speziellen Problems meines Dienst-Laptop zur IT", sagt sie lächelnd, "hier ist noch die Zufahrtsberechtigung. Ich habe das Beifahrerfenster unten. Ein zweiter Kollege kommt zu mir ans Fenster. Den kenne ich auch sehr gut. "Na Axel?" Grüß dich", sage ich lächelnd. "Ich habe ja im Flurfunk schon einiges über Dich gehört", sagt Axel, "siehst gut aus. "Danke", sage ich lächelnd. "Mit wem bist Du unterwegs?" fragt Axel und schaut durch Fenster, "oh Hallo, kein Wunder, dass mein Kollege nicht klarkommt, bei so viel geballter Schönheit." "He, ich fahr doch nicht das erste Mal hier rein", lacht Sandra. Hinter uns fährt ein LKW heran. "Ups, jetzt müssen wir aber weiter", sage ich. Die Schranke geht auf. "Lass Dich mal wieder blicken", sagt Axel zur Verabschiedung. "Mache ich gerne", antworte ich. Sandra fährt langsam rein. "Mein Zwillingsbruder war bekannt, wie ein bunter Hund", sage ich grinsend. "Das merkt man noch", sagt Sandra gutgelaunt, "jetzt dirigiere mich mal. Dahinten war ich noch nie."
Ich führe sie durch das geordnete Chaos der LKWs und sonstigen Transporter. "Hier in der kleinen "Filiale" geht das ja noch", sage ich, "im Stammwerk kriege ich jedes Mal die Krise." "Stimmt", sagt Sandra. Langsam fahren wir weiter. Unterwegs sehe ich immer wieder Leute, die sich den Kopf verdrehen, wenn sie uns hinterher schauen. "Als ob heute das erste Mal hier Frauen rein dürfen", feixe ich. Wir kommen am Werkzeugbau an. Sandra parkt ein. "Die IT ist hier, in dem Eingang", sage ich. Sandra nimmt noch ihr Laptop, dann gehen wir rein und stehen im Treppenhaus. Die Tür zur Halle geht auf und Torte kommt herein. Angewurzelt bleibt er stehen. "Nanu, was machst Du denn hier?" flaxe ich ihn gleich an, "dein Arbeitsplatz ist doch am anderen Ende der Halle." "Sorry, da habe ich jetzt nicht mit gerechnet, dich schon wieder hier zu treffen", sagt er verdattert. Da er auch ziemlich unsicher zu Sandra schaut, stelle ich die beiden untereinander vor. "Woher kennt ihr euch oder wie steht ihr zueinander?" fragt Torte dann. "Paar", antworte ich knapp, Sandra grinst. "Hä, Paar was? Ach so, na klar", sagt Torte und haut sich leicht auf die Stirn. Zusammen fahren wir mit dem Fahrstuhl hoch. "Wo musst du jetzt hin?" frage ich Torte. "Zum Chef", antwortet der knapp. "Ups, haste Mist gebaut?" frage ich. "Nee, Verbesserungsvorschlag", antwortet er. Sandra lacht. "Ihr mit euren knappen Antworten", sagt sie. "Ja, das ist so ein running Gag", sage ich. Torte geht dann in den gegenüberliegenden Flur. Während man auf unserer Seite eine Klingel betätigen muss, was ich dann auch mache. Es kommt jemand. Er stutzt kurz, öffnet dann die Tür. "Ja bitte?" fragt er etwas unschlüssig. "Wir möchten zu Carsten, wegen einer Überprüfung eines Laptops, Sandra und Stefanie sind unsere Namen, er weiß Bescheid", antworte ich. "Jaa "¦ "¦, kommt erstmal rein", sagt der Kollege, "wartet mal kurz hier vorne." Kurz danach kommt Carsten um die Ecke. "Ui!" sagt er als er uns sieht, "im Partnerlook, sehr chic." Dann folgen wir ihm zu seinem Schreibtisch. Die anderen Kollegen schauen uns zum Teil verstohlen an. Carsten nimmt sich Sandras Laptop vor. Er führt einige Tests durch. "Dauert maximal 15 Minuten", sagt er. Dann schaut er zu seinen Kollegen. "Ihr seid doch sonst nicht so leise", feixt er. Kurz danach kommt auch noch sein Chef. Er begrüßt uns freundlich. Bei mir schaut er genauer hin. "Man sieht die Ähnlichkeit aber", sagt er grinsend. "Ja ganz verheimlichen kann ich den Zwillingsbruder nicht", sage ich. Dann fragt er wegen des Laptops nach. Ich erkläre das von gestern. "Unglaublich", staunt Carstens Chef.
"Die Prüfungen sind alle durch", sagt Carsten, "es ist nichts auffälliges drauf." "Super", sagt Sandra. "Auf dem privaten Laptop war auch nichts zu finden gestern", sage ich dann noch. "Dann hat derjenige welche den Schwerpunkt wirklich auf das klassische Abhören gelegt", sagt Carsten, "aber seid öfter mal vorsichtig. Grade mit Computer und Internet kann man viel Blödsinn machen." "OK, vielen Dank", sagt Sandra und packt ihr Laptop ein. Ich verabschiede mich auch noch mal in der großen Runde. Im Treppenhaus warten wir auf den Fahrstuhl. "Und du kennst die IT noch von früher?" fragt mich Sandra. "Nee, mit denen habe ich erst die letzten paar Jahre eine Zusammenarbeit in Richtung Digitalisierung und deren Unterstützung in der Fertigung", antworte ich ihr, "aber Stefanie ist auch ganz neu für die Kollegen." "Aha", sag Sandra. Unten räumt noch einer was aus dem Fahrstuhl, dann setzt sich die Kabine in Bewegung und kommt hoch. Die Tür zum anderen Flur geht auf und Torte kommt heraus. "Na auch fertig?" frage ich, "und hats was gebracht?" "Yes", sagt Torte, "ein paar Scheine wird es wohl geben." "Gratuliere", sagen ich und Sandra dann auch. Zusammen gehen wir dann in den Fahrstuhl. "Hier unten ist doch eine Kantine?" fragt Sandra. "Ja", antworte ich. "Hat die auch eine kleine Cafeteria?" fragt sie weiter. "Ja, hat sie", antwortet Torte. "Habt ihr noch Zeit für eine Tasse?" fragt Sandra, "ich gebe einen aus." "Aber gerne", antwortet Torte, "bei zwei hübschen Frauen sagt man doch nicht Nein."
Wir stellen uns an einen Stehtisch. "Kann es sein, dass ich Dich irgendwie von der Eintracht (Braunschweig, Stadion ist gleich nebenan) her kenne?" fragt Torte Sandra. "Ja, ich habe früher mal Ehrenamtlich das Sponsoring mit gemanagt", antwortet sie, "und auch sonst bin ich gerne bei den Spielen." "Aha, na dann weiß ich so ein bisschen wer du bist", sagt Torte, "und wie habt ihr euch kennengelernt?" "Sie hat mich regelrecht gekapert", sage ich lächelnd. "Und erst wollte sie nicht", sagt Sandra grinsend. "Kennst Du Steffi nur so als Frau?" fragt Torte. "Jein", sagt Sandra, "zwischendrin kommt immer wieder der Zwillingsbruder, wie sie ihn nennt, in allen Facetten durch." Dann erklär ich noch wo wie wir uns kennengelernt haben. "Wie Du machst Musik", fragt Torte dann noch, "da hast Du nie von geredet. Is"˜ ja cool, wann spielt ihr das nächste Mal?" "Auf dem Hoffest der usw.", sage ich und nenne den Ort. "Das ist ja bei mir um die Ecke", sagt Torte erfreut, "da komme ich hin." Super", sage ich. Dann lösen wir die Runde auf. Sandra bringt mich natürlich wieder bis vor die Halle. "Danke, mein süßer Engel für die Hilfe und alles", sagt Sandra und gibt mir einen schnellen Kuss. "Für dich immer gerne", sage ich. "Und tolle Leute kennst Du", sagt sie dann noch. Ich zwinkere ihr zu. "Bis heute Mittag", sage ich. "Ja bis dann", sagt Sandra. Ich steige aus und Sandra braust los.
Im Büro sind alle seltsamerweise recht ruhig. Dafür gibt es nur einen Grund, irgendein hoher Chef ist da oder vielleicht auch mehrere. Und tatsächlich im Besprechungszimmer sind einige Honoritäten versammelt. Mein Chef ist auch dabei. Als er mich sieht, lächelt er und zwinkert mir zu. Andreas sagt leise zu mir: "Es geht grade mal wieder um das liebe Geld." Ich nicke leise. Mit einem Ohr höre ich einen Bereichsleiter sagen: "Ich würde mal Stefanie fragen, sie hat in letzter Zeit einige Workshops moderiert und dabei nicht wenig Potenzial mit den Kollegen aufgezeigt." "Stefanie? Wer ist das?" fragt eine Stimme, die mir nicht bekannt vorkommt. "Die nette Dame, die gleich hier hinter dem Besprechungsraum ihren Platz hat", sagt mein Chef. "Können sie die Dame mal hereinbitten", sagt die Stimme wieder, "vielleicht kann sie das untermauern." Und schon steht mein Chef neben mir. Ich grinse ihn an. "Ich habe es mitbekommen", sage ich, "wer ist denn sonst noch dabei?" "Unser Werkleiter und sein Chef aus Wolfsburg", sagt mein Chef, "und halt noch unsere Wissenden." "Oha", sage ich unsicher. "Alles gut, bleib ruhig", sagt mein Chef leise, die kochen auch nur mit Wasser." Zusammen gehen wir in den Raum. "Meine Herren, ich möchte Ihnen Frau Boe vorstellen", sagt mein Chef, "Workshop Moderatorin und Prozessunterstützerin." "Ach die Fallschirmspringerin", sagt der Werkleiter erfreut. Mir fällt grade ein Stein von Herzen. Die anderen schauen den Werkleiter erstaunt an. "Schätze er hat recht", sage ich lächelnd. Dann wende ich mich der Präsentation zu, die der Beamer an die Wand wirft zu und erkläre einige wichtige Details, Zahlen und Fakten. "Wenn ich die minimalste Einsparung, die wir in den Workshops erarbeitet haben gegen die erforderlichen Investitionen stelle, kommen wir sogar mit einem leichten Plus aus der Nummer", erkläre ich die Folie. Stille im Raum. Die Berechnung haben wir im Anhang der Präsentation. Torsten sitzt am Rechner und klickert die Folien durch. "Kannst du mal die vorletzte Folie zeigen?" frage ich ihn, was er auch gleich macht. Interessiert schauen die Anwesenden hin, während mein Chef mich anlächelt. "Das ist alles nachvollziehbar", sagt der Chef aus Wolfsburg und dreht sich zu mir, "und sie sagten, das ist mit den minimalsten Einsparungen gerechnet?" "Genau, es könnte sogar noch mehr dabei rumkommen", sage ich lax. "Prima, schicken sie uns die Berechnungen und die Präsentation zu?", fragt der Wolfsburger. "Gerne" sagt mein Chef. "Sie können das so lassen, das ist sehr verständlich aufgebaut", sagt der Wolfsburger noch, "haben sie die Präsentation erstellt, Frau Boe?" "Ja, habe ich", antworte ich, begleitet von einer Röte im Gesicht. Leichte Erheiterung deswegen im Raum.
"Bevor wir weiter müssen", sagt der Wolfsburger zu mir, "Sie sind Fallschirmspringerin?" "Ja, nach langer Pause wieder", antworte ich freundlich. "Das ist toll, ich will nichts versprechen, aber vielleicht bekommen sie demnächst noch mal Post von uns", sagt er dann noch. "OK", sage ich erstaunt. Dann macht er sich mit seinem Adjutanten auf den Weg. Als er draußen ist, frage ich meinen Chef: "Ich hatte den Termin gar nicht, hätte ich das gewusst wäre ich nicht noch erst zur IT gefahren." "Alles gut, Steffi, das war ganz kurzfristig, der stand heute auf einmal in der Halle", sagt mein Chef, "und dein Beitrag war super. Dafür darfst auch noch mal rot werden." "Och mann", protestiere ich leise. Obendrein applaudieren die Kollegen im Großraumbüro. Während dann fast alle Beteiligten das Büro verlassen, bleibt mein Chef noch da und geht mit dem Bereichsleiter Tino in dessen Büro. Ich muss auch gleich wieder in die Fertigung runter und ziehe meine Sicherheitsschuhe an. Dann klingelt mein privates Handy. Die Nummer hatte ich schon mal, aber nicht gespeichert. Ich komme auch grade nicht drauf, wer das sein könnte. Also melde ich mich neutral mit "Stefanie Boe". Umweltderzernat, Domb"¦, Frau Boe, sie müssten dringenst zu uns auf das Amt kommen", sagt er mit seiner patzigen Art. "Wann?" frage ich knapp. "Sofort" kommt die Antwort im Befehlston. "Vergessen Sie es, ich bin auf der Arbeit und komme hier nicht weg", sage ich genauso patzig und lege auf. Mein Chef und Tino kommen von hinten langsam heran und unterhalten sich. Es klingelt wieder diese Nummer. Ich melde mich neutral. "Habe ich mich eben missverständlich ausgedrückt?" schnauzt Herr Domb. "Nein, haben Sie meine Antwort nicht verstanden", gebe ich patzig zurück und lege wieder auf. "Hast Du Steffi schon mal richtig abdrehen sehen?" fragt Tino meinen Chef. Der schüttelt den Kopf. "Vielleicht ist es gleich so weit", sage ich, "dieser Vogel vom Umweltamt ist ein ganz unbelehrbarer." Und wieder klingelt Domb mich an. "Stef"¦", versuche ich mich zu melden. Aber da fährt er mir über den Mund. "Wenn Sie nicht zügig erscheinen, dann hat die Konsequenzen", sagt er laut. "Aha, und welche?" frage ich naiv. "Äh, äh", stottert Domb. "Also überlegen sie mal vorher, was sie sagen wollen", sage ich bestimmend, "und nochmal, ich bin auf der Arbeit, habe wichtige Termine bis vier und habe nicht ansatzweise Zeit für sie." Dieses Mal legt Domb auf. Ich erkläre meinem Chef die Hintergründe. "Ich gehe jetzt auch nicht mehr ran", sage ich trotzig. Kaum habe ich es ausgesprochen, klingelt mein Handy. "Da isser wieder", sage ich abwertend. "Darf ich mal dein Handy haben", sagt mein Chef grinsend. Lächelnd gebe ich es ihm. "VW AG Braunschweig, meine Name ist Tie"¦ am Apparat von Frau Boe", sagt er. Dann hört er, was am anderen Ende gesagt wird. "Nein, sie können Frau Boe grade nicht sprechen und legen sie bitte mal einen freundlicheren Ton auf", sagt mein Chef. Dementsprechende Reaktion auf der anderen Seite. "Wer ich bin?" fragt mein Chef, "ich bin der Vorgesetzte von Frau Boe." Weil am anderen Ende wohl grade keine Reaktion kommt, sagt mein Chef weiter: "Wenn Frau Boe sagt, sie hat keine Zeit für sie, dann ist das so, da brauchen sie auch nicht mehrfach anrufen und schon gar nicht noch mehrere Personen zusätzlich mit abzulenken. Das ganze Büro schaut schon gespannt zu. Ach, und nebenbei bemerkt, ich stand grade zufälliger Weise an Frau Boes Platz." Mein Chef warte noch kurz, dann gibt er mir das Handy wieder. "Ziemlich ruhig war er dann zum Schluss", sagt mein Chef lächelnd. "Danke dir", sage ich lieb, "der wird bestimmt bald wieder nerven. Aber dann gehe ich über seinen Chef." "Du machst das schon Steffi", sagt mein Chef, "ich bin wirklich begeistert von Dir, wie Du nach der "Verwandlung" insgesamt agierst." "Danke", sage ich mit der üblichen Röte im Gesicht. Dann verabschiedet sich mein Chef und ich gehe endlich runter in die Fertigung.
Die Kollegen an der Anlage haben sich immer mal wieder gemeldet, weil ein Roboter in der Montageanlage ab und zu einen Crash fährt. Dieses führt immer zu einem längeren Ausfall, der locker eine halbe Stunde dauern kann. Ich postiere mich mit Stoppuhr und Klemmbrett draußen vor der Anlage, so dass ich den Roboter sehen kann. Mit der Stoppuhr messe ich dann die einzelnen Schritte, die der Roboter macht. Nach gut einer Stunde habe ich schon einige Auffälligkeiten gefunden. Bereichsleiter Tino kommt dazu. "Na Steffi? Schon was gefunden?" fragt er. Ich zeige ihm meine Aufzeichnungen, mit einem Auge schiele ich in die Anlage. "Ich vermute dahinter"¦,", weiter kommen ich nicht, weil der Roboter etwas ganz kurioses macht. Geistesgegenwärtig betätigt der Anlagenführer, der fast die ganze Zeit mit mir beobachtet, den Not-Aus Knopf. "...einen Fehler im Programm", vervollständige ich den angefangenen Satz. "Ich rufe mal Konrad an", sagt Tino. Nach ein paar Minuten ist der auch schon das und hat sein Analyse-Laptop mit. Ich erkläre ihm das bisher gesehene. Konrad schließt dein Laptop an den Maschinen PC an. "Dann schauen wir mal", sagt er grinsend zu mir. Ich schaue auf die Uhr. "Ups, Mittag fällt dann wohl aus", sage ich und rufe schnell bei Sandra an. Sie meldet sich auch gleich. "Huhu Stefanie", flötete sie. "Du, ich komme heute nicht in die Kantine", sage ich, "ich bleibe hier an der Anlage, ist ziemlich dringend." "Kein Problem", antwortet Sandra, "soll ich Dir vielleicht was zu essen bringen?" "Äh, ja warum nicht", antworte ich nach einer kurzen Pause, weil mich die Frage überrascht hat. "Hast Du einen bestimmten Wunsch?" fragt sie gut gelaunt. "Ist egal, du weißt ja, was ich gerne esse", antworte ich, "am besten etwas, was man so nebenbei futtern kann. Meinetwegen auch Schlauch-Steak mit Kartoffelstäbchen (Currywurst, Pommes)." "OK, ich schau mal", sagt Sandra lachend. "Mach in Ruhe", sage ich noch.
In der Zwischenzeit haben die Kollegen den Roboter in Grundstellung gefahren und starten den Automatikbetrieb. Ich stehe neben Konrad so, dass er sehen kann, was ich für Zeiten messe. Tino ist am Telefon und sieht grade gar nicht glücklich aus. Dann kommt er zu uns. "Das war mein Chef, er sagte, dass der Wolfsburger wieder auf dem Weg hierher ist", sagt Tino, "wegen der vielen Störungen an der Anlage und weil dann ja die Ausbringung nicht erreicht wird." "Prima, dann kann er mal schauen, wie wir hier Probleme lösen", haut Konrad trocken raus. Ich nicke grinsend. Konrad schaut auf meinen Zettel, auf dem ich meine Zeiten notiere. "Das hier habe ich schon gefunden", sagt er und zeigt auf eine Notiz von mir, "ich habe so fast das Gefühl, dass da irgendwelche Fragmente von einem älteren Programm ihr Unwesen treiben." "Aha", sage ich erstaunt. "Das kriegen wir hin", sagt Konrad grinsend. Gemeinsam schauen wir weiter. Ich habe die nächste Auffälligkeit in der Zeit. Konrad schaut auf mein Notizzettel. "Prima, das habe ich auch im Programmablauf gesehen", sagt er. Tino steht hinter uns und schaut staunend zu. "Ist schon cool, wie ihr zusammenarbeiten", sagt er dann. Ich peile ab und zu zur Eingangstür, ob Sandra nicht schon kommt. Wir haben hier eine Zugangsberechtigung, deshalb wird sie nicht ohne weiteres reinkommen. Nach ein paar Minuten kommt sie dann auch, mit Ulrich zusammen. "Ich habe deine bessere Hälfte mal hereingelassen", sagt er grinsend. "Im Gegenzug habe ich ihn und seine Kollegen mit rumgefahren", sagt Sandra grinsend und übergibt mir das Lunchpaket. "Danke schön", sage ich, "ah, cool Hühnerfrikassee ,mit Reis, das lässt sich gut wegspachteln." "Und dein Lieblingsnachtisch", sagt Sandra lächelnd, "Milchreis." "Super", freue ich mich. Die Anlage hat auch Mitleid mit uns und hat grade an einer anderen Stelle ein Störung. Konrad packt seine Brotdose aus. "Mahlzeit", sagt er dann.
Nach ein paar Minuten geht es dann auch weiter. Sandra schaut sich ein wenig um. "Ist mal was anders, als bei mir da drüben", sagt sie begeistert. Ulrich erklärt ihr einiges. Während ich meine Zeiten stoppe, esse ich nebenbei. Jetzt kommt auch noch mein Chef mit dem Wolfsburger. Sandra erweckt ja schon bei den Kollegen große Aufmerksamkeit, mein Chef ist ebenfalls am Staunen. Er kommt mir seinen Begleitern bei uns an. "Da Stefanie grade aufmerksam schaut, übernehme ich mal die Vorstellungsrunde", sagt Ulrich grinsend. Sandra stellt er natürlich als meine Lebensgefährtin vor. "Und da versorgt man seine Freundin auch gerne, wenn sie nicht von der Anlage wegkommt", sagt Sandra lächelnd. Mein Chef und der Wolfsburger nicken zustimmend und schauen uns weiter zu. "Ha! Pass auf gleich kommt wieder der große Kracher", sage ich, "das kannste schon an den Taktzeiten sehen." "Jepp", bestätigt Konrad kurz. Gespannt schauen wir alle rein. Da grade der Anlagenführer nicht da ist, haue ich auf den Not-Aus Knopf, um schlimmeres zu verhindern. "Haben wir dich endlich", grinst Konrad, "Alter, war das ein Bug." Der Anlagenführer kommt dazu und bringt alles in Grundstellung. Mein Chef und seine Begleiter staunen. Tino grinst. "Problemlösung vor Ort", sagt er. Ich wende mich Tino und meinem Chef zu. "Das passiert knapp alle eineinhalb Stunden", sage ich, "wenn das im Normalbetrieb keiner mitbekommt, gibt es einen Crash und wir stehen locker bis zu einer halbe Stunde. Da gehen uns locker jedes Mal 6 — 7 Teile verloren." Der Wolfsburger staunt und nickt uns zustimmend zu. Ich habe jedenfalls Zeit, meinen Nachtisch zu essen.
Ulrich hat Sandra nebenbei die Halle gezeigt, beide kommen zu uns zurück. "Das ist ja sehr beeindruckend hier", sagt Sandra dann, "ich muss dann auch wieder rüber, meine Pause ist auch um." "War nett Sie kennenzulernen", sagt der Wolfsburger freundlich. "Danke", sagt Sandra. Ich schaue Sandra an. "Das kann hier noch länger dauern, ich rufe dich dann an, wenn ich Feierabend mache", sage ich. "OK, Stefanie", sagt Sandra lächelnd. Dann geht sie Richtung Ausgang. Ulrich begleite sie ein Stück. "Eine angenehme Erscheinung, Deine Freundin", sagt mein Chef anerkennend. "Das gebe ich gerne an sie weiter", antworte ich lächelnd. Nach einiger Zeit verabschiedet sich der Wolfsburger. Bevor sie gehen, sagt mein Chef lächelnd zu mir: "Wenn Ihr hier fertig seid, meldest Ihr euch noch mal bei mir?" "Machen wir, kann aber noch etwas dauern", antworte ich. "Ich bin ja grundsätzlich lange da", sagt mein Chef noch. Dann gehen sie Richtung Ausgang. Als sie weit genug weg sind, sage ich: "Die kamen ja genau zur richtigen Zeit." "Oder?" antwortet Konrad grinsend. Dann ist Schichtwechsel und wir informieren schnell die Kollegen. Kurz nach vier sagt Konrad: "Ich glaube so langsam haben wir alles identifiziert, immer weniger Auffälligkeiten und Störungen." "Lass es uns noch mal ein wenig beobachten", sage ich dann. "Da ist nix mehr", sagt Konrad später. "Sieht auch von den Zeiten stabil aus", antworte ich. Konrad gibt noch mal eine Info an die Kollegen, auch dass sie genauer schauen sollen. Dann nehmen wir unserer Sachen und gehen ins Büro zurück. Mein Chef und Tino sind auch noch da. "Ich brauche euch noch mal einzeln", sagt mein Chef, "dauert aber nicht lange." "Dann geh Du zuerst", sage ich zu Konrad, "die Kaffeenatter (ich) braucht noch mal etwas von dem köstlichen, braunen Getränk." "Alles klar", lacht Konrad. Ich gehe mir erstmal einen Kaffee holen, dann setze ich mich an meinen Platz, trinke langsam den Kaffee und versuche mal kurz an gar nichts zu denken.
Nach zehn Minuten kommt Konrad mit einem Mega-Grinsen wieder. "Du kannst reingehen", sagt er, "wenn er Dir das Gleiche anbietet, wirst Du auch so grinsen." "Okee", sage ich leicht erstaunt. Das kann ja jetzt alles sein. Also gehe ich ins Büro. Chef ist alleine da, Tino ist irgendwo unterwegs. "Stefanie, ich mache es kurz", sagt mein Chef, "das war eine super Aktion heute, mein Chef war restlos begeistert über eure spontane, unbekümmerte Art, wie ihr das Problem gelöst habt." "Aha", sage ich erstaunt. "Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Du demnächst ein Angebot von ihm bekommst", sagt mein Chef weiter. "Inwiefern?" frage ich erstaunt. "Er würde dich gerne in seine Abteilung holen", sagt mein Chef. Ich verziehe den Mund. Mein Chef lächelt. "Ich würde Dich auch nicht gerne gehen lassen", sagt er dann, "ich würde Dir deswegen ein Angebot machen." "Ich bin aber keine Frau für nur eine Nacht", sage ich grinsend. Was bei meinem Chef zur Erheiterung führt. "Unglaublich", sagt er lachend. Nachdem wir uns halbwegs beruhigt haben, sagt er: "Ich habe dich schon seit längerem auf dem Schirm für eine Gehaltserhöhung, auch als Du noch als Stefan dein "Unwesen" triebst." "Okaaay", sage ich langgezogen. "Um der Konkurrenz den Wind aus den Segeln zu nehmen, würde ich Dich gerne für den Plus-Tarif vorschlagen." Ich ziehe die Luft durch die Lippen. "Das ist ja mal ein Angebot", sage ich leise. "Du kannst es Dir gerne nochmal überlegen", sagt er, "und dann gibst Du mir eine Rückmeldung." "Ja gut", sage ich immer noch überrascht, "ich sage dir morgen Bescheid." "Ist OK", sagt mein Chef lächelnd, "und jetzt aber nach Hause mit Dir. Eigentlich dürftest Du gar nicht mehr hier sein." Das stimmt, meine maximal mögliche Arbeitszeit endet um 17:00 Uhr. "Dann gehe ich mal schnell", sage ich, "Danke Dir." "Tschüss Stefanie", verabschiedet sich mein Chef.
In meinem Kopf rattert es nicht schlecht, als ich zu meinem Auto gehe. "Das ist ja ein ganz schöner Sprung im Gehalt", denke ich mir, "allerdings wird auch der Spielraum der Arbeitszeit lockerer." So was wie heute ist dann Problemlos möglich. Ich fahre auf dem Weg zu Sandra immer an einem Weinladen vorbei. Heute halte ich mal da an. Außer Wein haben sie auch Prosecco, Sekt und Champagner. Ich lasse mich kurz beraten und nehme dann einen Champagner mit, den mir der Inhaber empfohlen hat. Dann fahre ich direkt zu Sandra. Sie ist in der Küche, als ich ankomme, hat eine Schürze um und ist ziemlich beschäftigt. Außerdem riecht es lecker nach essen. Ich habe sie noch nie Kochen gesehen, aber das was sie hier macht, sieht sehr professionell aus. Auf der Arbeitsplatte steht eine gefüllte Auflaufform. "Lasagne?" frage ich. "Genau, Sandra-Spezialrezept", antwortet Sandra gutgelaunt. "Sieht sehr lecker aus", sage ich. "Jetzt geht sie noch einmal zum Überbacken in den Ofen", sagt Sandra und tut das. "Du bist ja eine richtige Traumfrau", sage ich mit einem schelmischen Lächeln, "hübsch, Kohle ohne Ende und kochen kannst Du auch." Sandra lacht. "Tierlieb bin ich auch", sagt sie dann. Ich stutze. "Ich bin auch sehr gut zu Vögeln", sagt sie grinsend. "Boah, Sandra", lache ich, "schau Dir nicht so viel frech-frivoles von mir ab, Du kommst doch aus gutem Hause." "So? Glaubst Du!" kontert sie. Ich nehme sie in den Arm und küsse sie. "Du bist eine tolle Frau, Steffi", sagt Sandra, "das war echt interessant, dir vorhin zuzuschauen." "Das fand mein Chef auch", sage ich und erzähle ihr von dem Gespräch mit ihm. Sandra macht große Augen. "Das ist ja toll", sagt sie, "nimmst Du das an?" "Wollte ich eigentlich", antworte ich und hole den Champagner aus der Tasche. "Oh! Mädchenbrause", sagt Sandra und holt passende Gläser. Ich schüttele grinsend den Kopf über die gut aufgelegte Sandra. Nebenbei versuche ich die Flasche aufzumachen. "Plopp", macht es leise. "Nanu, das ging ja einfach", sage ich erstaunt, "sonst fliegt mir immer der Korken um die Ohren." Wir stoßen dann auf die Neuigkeiten an. Dann serviert Sandra die Lasagne. "Die ist ja oberlecker", lobe ich, "ganz toll Sandra." "Danke Stefanie", sagt Sandra und lächelt mich auf ihre unnachahmlich Art an. Den Rest des Abends verbringen wir auf dem Pool und trinken genüsslich den Champagner aus.
Als ich aufwache, bin ich immer noch ganz geflasht vom Liebesspiel gestern. Sandra ist auch schon wach und lächelt mich an. "Du bist so eine dankbare Partnerin im Liebesspiel", sagt Sandra. "Danke schön", sage ich mit einer Freudenträne im Auge. Sandra küsst mich liebevoll. Nach dem Durchlauf im Badezimmer schaue ich mir mein Kleid von gestern an. "Sieht soweit OK aus", sage ich, "ich ziehe es einfach noch mal an." Ich habe zwar schon einiges an Kleidung bei Sandra, aber grade dieses Kleid ist das Optimum an Bequemlichkeit bei gleichzeitiger zeitloser Eleganz. Sandra lächelt mich geheimnisvoll an, als sie am Kleiderschrank steht. Dann holt sie sich ein Kleid raus, was meinem sehr ähnlich sieht. "Selbst die Farbe ist fast identisch", sagt sie und hält es neben meins. "Klasse, Sandra, das machen wir", sage ich begeistert. Passende Pumps hat sie auch dazu. Zusammen stellen wir uns vor ihren großen Spiegel im Flur. Mit großen Augen schaue ich begeistert in den Spiegel. "Ich mag das so gerne, wenn Du angenehm am Staunen bist" sagt Sandra lächelnd. "Danke, aber schau dir doch mal diese beiden süßen Dinger da an"¦", sage ich noch, bevor der restliche Satz in einem Kuss untergeht. "Du strahlst grade so ein glücklich sein aus", sagt Sandra lieb. "Bin ich auch", antworte ich. Nach einem kurzen Frühstück fahren wir zur Arbeit. Sandra holt mich wieder auf dem Parkplatz ab. Aber dieses Mal fahren wir erst zu IT. Die erste Aufmerksamkeit erregen wir am Tor. Die Dienstfahrzeuge von der Bank unterscheiden sich im Kennzeichen von denen des Werkes. Den Kollegen von der Sicherheit kenne ich, aber er ist grade etwas unschlüssig. Sandra ergreift einfach das Wort. "Guten Morgen, ich müsste wegen eines speziellen Problems meines Dienst-Laptop zur IT", sagt sie lächelnd, "hier ist noch die Zufahrtsberechtigung. Ich habe das Beifahrerfenster unten. Ein zweiter Kollege kommt zu mir ans Fenster. Den kenne ich auch sehr gut. "Na Axel?" Grüß dich", sage ich lächelnd. "Ich habe ja im Flurfunk schon einiges über Dich gehört", sagt Axel, "siehst gut aus. "Danke", sage ich lächelnd. "Mit wem bist Du unterwegs?" fragt Axel und schaut durch Fenster, "oh Hallo, kein Wunder, dass mein Kollege nicht klarkommt, bei so viel geballter Schönheit." "He, ich fahr doch nicht das erste Mal hier rein", lacht Sandra. Hinter uns fährt ein LKW heran. "Ups, jetzt müssen wir aber weiter", sage ich. Die Schranke geht auf. "Lass Dich mal wieder blicken", sagt Axel zur Verabschiedung. "Mache ich gerne", antworte ich. Sandra fährt langsam rein. "Mein Zwillingsbruder war bekannt, wie ein bunter Hund", sage ich grinsend. "Das merkt man noch", sagt Sandra gutgelaunt, "jetzt dirigiere mich mal. Dahinten war ich noch nie."
Ich führe sie durch das geordnete Chaos der LKWs und sonstigen Transporter. "Hier in der kleinen "Filiale" geht das ja noch", sage ich, "im Stammwerk kriege ich jedes Mal die Krise." "Stimmt", sagt Sandra. Langsam fahren wir weiter. Unterwegs sehe ich immer wieder Leute, die sich den Kopf verdrehen, wenn sie uns hinterher schauen. "Als ob heute das erste Mal hier Frauen rein dürfen", feixe ich. Wir kommen am Werkzeugbau an. Sandra parkt ein. "Die IT ist hier, in dem Eingang", sage ich. Sandra nimmt noch ihr Laptop, dann gehen wir rein und stehen im Treppenhaus. Die Tür zur Halle geht auf und Torte kommt herein. Angewurzelt bleibt er stehen. "Nanu, was machst Du denn hier?" flaxe ich ihn gleich an, "dein Arbeitsplatz ist doch am anderen Ende der Halle." "Sorry, da habe ich jetzt nicht mit gerechnet, dich schon wieder hier zu treffen", sagt er verdattert. Da er auch ziemlich unsicher zu Sandra schaut, stelle ich die beiden untereinander vor. "Woher kennt ihr euch oder wie steht ihr zueinander?" fragt Torte dann. "Paar", antworte ich knapp, Sandra grinst. "Hä, Paar was? Ach so, na klar", sagt Torte und haut sich leicht auf die Stirn. Zusammen fahren wir mit dem Fahrstuhl hoch. "Wo musst du jetzt hin?" frage ich Torte. "Zum Chef", antwortet der knapp. "Ups, haste Mist gebaut?" frage ich. "Nee, Verbesserungsvorschlag", antwortet er. Sandra lacht. "Ihr mit euren knappen Antworten", sagt sie. "Ja, das ist so ein running Gag", sage ich. Torte geht dann in den gegenüberliegenden Flur. Während man auf unserer Seite eine Klingel betätigen muss, was ich dann auch mache. Es kommt jemand. Er stutzt kurz, öffnet dann die Tür. "Ja bitte?" fragt er etwas unschlüssig. "Wir möchten zu Carsten, wegen einer Überprüfung eines Laptops, Sandra und Stefanie sind unsere Namen, er weiß Bescheid", antworte ich. "Jaa "¦ "¦, kommt erstmal rein", sagt der Kollege, "wartet mal kurz hier vorne." Kurz danach kommt Carsten um die Ecke. "Ui!" sagt er als er uns sieht, "im Partnerlook, sehr chic." Dann folgen wir ihm zu seinem Schreibtisch. Die anderen Kollegen schauen uns zum Teil verstohlen an. Carsten nimmt sich Sandras Laptop vor. Er führt einige Tests durch. "Dauert maximal 15 Minuten", sagt er. Dann schaut er zu seinen Kollegen. "Ihr seid doch sonst nicht so leise", feixt er. Kurz danach kommt auch noch sein Chef. Er begrüßt uns freundlich. Bei mir schaut er genauer hin. "Man sieht die Ähnlichkeit aber", sagt er grinsend. "Ja ganz verheimlichen kann ich den Zwillingsbruder nicht", sage ich. Dann fragt er wegen des Laptops nach. Ich erkläre das von gestern. "Unglaublich", staunt Carstens Chef.
"Die Prüfungen sind alle durch", sagt Carsten, "es ist nichts auffälliges drauf." "Super", sagt Sandra. "Auf dem privaten Laptop war auch nichts zu finden gestern", sage ich dann noch. "Dann hat derjenige welche den Schwerpunkt wirklich auf das klassische Abhören gelegt", sagt Carsten, "aber seid öfter mal vorsichtig. Grade mit Computer und Internet kann man viel Blödsinn machen." "OK, vielen Dank", sagt Sandra und packt ihr Laptop ein. Ich verabschiede mich auch noch mal in der großen Runde. Im Treppenhaus warten wir auf den Fahrstuhl. "Und du kennst die IT noch von früher?" fragt mich Sandra. "Nee, mit denen habe ich erst die letzten paar Jahre eine Zusammenarbeit in Richtung Digitalisierung und deren Unterstützung in der Fertigung", antworte ich ihr, "aber Stefanie ist auch ganz neu für die Kollegen." "Aha", sag Sandra. Unten räumt noch einer was aus dem Fahrstuhl, dann setzt sich die Kabine in Bewegung und kommt hoch. Die Tür zum anderen Flur geht auf und Torte kommt heraus. "Na auch fertig?" frage ich, "und hats was gebracht?" "Yes", sagt Torte, "ein paar Scheine wird es wohl geben." "Gratuliere", sagen ich und Sandra dann auch. Zusammen gehen wir dann in den Fahrstuhl. "Hier unten ist doch eine Kantine?" fragt Sandra. "Ja", antworte ich. "Hat die auch eine kleine Cafeteria?" fragt sie weiter. "Ja, hat sie", antwortet Torte. "Habt ihr noch Zeit für eine Tasse?" fragt Sandra, "ich gebe einen aus." "Aber gerne", antwortet Torte, "bei zwei hübschen Frauen sagt man doch nicht Nein."
Wir stellen uns an einen Stehtisch. "Kann es sein, dass ich Dich irgendwie von der Eintracht (Braunschweig, Stadion ist gleich nebenan) her kenne?" fragt Torte Sandra. "Ja, ich habe früher mal Ehrenamtlich das Sponsoring mit gemanagt", antwortet sie, "und auch sonst bin ich gerne bei den Spielen." "Aha, na dann weiß ich so ein bisschen wer du bist", sagt Torte, "und wie habt ihr euch kennengelernt?" "Sie hat mich regelrecht gekapert", sage ich lächelnd. "Und erst wollte sie nicht", sagt Sandra grinsend. "Kennst Du Steffi nur so als Frau?" fragt Torte. "Jein", sagt Sandra, "zwischendrin kommt immer wieder der Zwillingsbruder, wie sie ihn nennt, in allen Facetten durch." Dann erklär ich noch wo wie wir uns kennengelernt haben. "Wie Du machst Musik", fragt Torte dann noch, "da hast Du nie von geredet. Is"˜ ja cool, wann spielt ihr das nächste Mal?" "Auf dem Hoffest der usw.", sage ich und nenne den Ort. "Das ist ja bei mir um die Ecke", sagt Torte erfreut, "da komme ich hin." Super", sage ich. Dann lösen wir die Runde auf. Sandra bringt mich natürlich wieder bis vor die Halle. "Danke, mein süßer Engel für die Hilfe und alles", sagt Sandra und gibt mir einen schnellen Kuss. "Für dich immer gerne", sage ich. "Und tolle Leute kennst Du", sagt sie dann noch. Ich zwinkere ihr zu. "Bis heute Mittag", sage ich. "Ja bis dann", sagt Sandra. Ich steige aus und Sandra braust los.
Im Büro sind alle seltsamerweise recht ruhig. Dafür gibt es nur einen Grund, irgendein hoher Chef ist da oder vielleicht auch mehrere. Und tatsächlich im Besprechungszimmer sind einige Honoritäten versammelt. Mein Chef ist auch dabei. Als er mich sieht, lächelt er und zwinkert mir zu. Andreas sagt leise zu mir: "Es geht grade mal wieder um das liebe Geld." Ich nicke leise. Mit einem Ohr höre ich einen Bereichsleiter sagen: "Ich würde mal Stefanie fragen, sie hat in letzter Zeit einige Workshops moderiert und dabei nicht wenig Potenzial mit den Kollegen aufgezeigt." "Stefanie? Wer ist das?" fragt eine Stimme, die mir nicht bekannt vorkommt. "Die nette Dame, die gleich hier hinter dem Besprechungsraum ihren Platz hat", sagt mein Chef. "Können sie die Dame mal hereinbitten", sagt die Stimme wieder, "vielleicht kann sie das untermauern." Und schon steht mein Chef neben mir. Ich grinse ihn an. "Ich habe es mitbekommen", sage ich, "wer ist denn sonst noch dabei?" "Unser Werkleiter und sein Chef aus Wolfsburg", sagt mein Chef, "und halt noch unsere Wissenden." "Oha", sage ich unsicher. "Alles gut, bleib ruhig", sagt mein Chef leise, die kochen auch nur mit Wasser." Zusammen gehen wir in den Raum. "Meine Herren, ich möchte Ihnen Frau Boe vorstellen", sagt mein Chef, "Workshop Moderatorin und Prozessunterstützerin." "Ach die Fallschirmspringerin", sagt der Werkleiter erfreut. Mir fällt grade ein Stein von Herzen. Die anderen schauen den Werkleiter erstaunt an. "Schätze er hat recht", sage ich lächelnd. Dann wende ich mich der Präsentation zu, die der Beamer an die Wand wirft zu und erkläre einige wichtige Details, Zahlen und Fakten. "Wenn ich die minimalste Einsparung, die wir in den Workshops erarbeitet haben gegen die erforderlichen Investitionen stelle, kommen wir sogar mit einem leichten Plus aus der Nummer", erkläre ich die Folie. Stille im Raum. Die Berechnung haben wir im Anhang der Präsentation. Torsten sitzt am Rechner und klickert die Folien durch. "Kannst du mal die vorletzte Folie zeigen?" frage ich ihn, was er auch gleich macht. Interessiert schauen die Anwesenden hin, während mein Chef mich anlächelt. "Das ist alles nachvollziehbar", sagt der Chef aus Wolfsburg und dreht sich zu mir, "und sie sagten, das ist mit den minimalsten Einsparungen gerechnet?" "Genau, es könnte sogar noch mehr dabei rumkommen", sage ich lax. "Prima, schicken sie uns die Berechnungen und die Präsentation zu?", fragt der Wolfsburger. "Gerne" sagt mein Chef. "Sie können das so lassen, das ist sehr verständlich aufgebaut", sagt der Wolfsburger noch, "haben sie die Präsentation erstellt, Frau Boe?" "Ja, habe ich", antworte ich, begleitet von einer Röte im Gesicht. Leichte Erheiterung deswegen im Raum.
"Bevor wir weiter müssen", sagt der Wolfsburger zu mir, "Sie sind Fallschirmspringerin?" "Ja, nach langer Pause wieder", antworte ich freundlich. "Das ist toll, ich will nichts versprechen, aber vielleicht bekommen sie demnächst noch mal Post von uns", sagt er dann noch. "OK", sage ich erstaunt. Dann macht er sich mit seinem Adjutanten auf den Weg. Als er draußen ist, frage ich meinen Chef: "Ich hatte den Termin gar nicht, hätte ich das gewusst wäre ich nicht noch erst zur IT gefahren." "Alles gut, Steffi, das war ganz kurzfristig, der stand heute auf einmal in der Halle", sagt mein Chef, "und dein Beitrag war super. Dafür darfst auch noch mal rot werden." "Och mann", protestiere ich leise. Obendrein applaudieren die Kollegen im Großraumbüro. Während dann fast alle Beteiligten das Büro verlassen, bleibt mein Chef noch da und geht mit dem Bereichsleiter Tino in dessen Büro. Ich muss auch gleich wieder in die Fertigung runter und ziehe meine Sicherheitsschuhe an. Dann klingelt mein privates Handy. Die Nummer hatte ich schon mal, aber nicht gespeichert. Ich komme auch grade nicht drauf, wer das sein könnte. Also melde ich mich neutral mit "Stefanie Boe". Umweltderzernat, Domb"¦, Frau Boe, sie müssten dringenst zu uns auf das Amt kommen", sagt er mit seiner patzigen Art. "Wann?" frage ich knapp. "Sofort" kommt die Antwort im Befehlston. "Vergessen Sie es, ich bin auf der Arbeit und komme hier nicht weg", sage ich genauso patzig und lege auf. Mein Chef und Tino kommen von hinten langsam heran und unterhalten sich. Es klingelt wieder diese Nummer. Ich melde mich neutral. "Habe ich mich eben missverständlich ausgedrückt?" schnauzt Herr Domb. "Nein, haben Sie meine Antwort nicht verstanden", gebe ich patzig zurück und lege wieder auf. "Hast Du Steffi schon mal richtig abdrehen sehen?" fragt Tino meinen Chef. Der schüttelt den Kopf. "Vielleicht ist es gleich so weit", sage ich, "dieser Vogel vom Umweltamt ist ein ganz unbelehrbarer." Und wieder klingelt Domb mich an. "Stef"¦", versuche ich mich zu melden. Aber da fährt er mir über den Mund. "Wenn Sie nicht zügig erscheinen, dann hat die Konsequenzen", sagt er laut. "Aha, und welche?" frage ich naiv. "Äh, äh", stottert Domb. "Also überlegen sie mal vorher, was sie sagen wollen", sage ich bestimmend, "und nochmal, ich bin auf der Arbeit, habe wichtige Termine bis vier und habe nicht ansatzweise Zeit für sie." Dieses Mal legt Domb auf. Ich erkläre meinem Chef die Hintergründe. "Ich gehe jetzt auch nicht mehr ran", sage ich trotzig. Kaum habe ich es ausgesprochen, klingelt mein Handy. "Da isser wieder", sage ich abwertend. "Darf ich mal dein Handy haben", sagt mein Chef grinsend. Lächelnd gebe ich es ihm. "VW AG Braunschweig, meine Name ist Tie"¦ am Apparat von Frau Boe", sagt er. Dann hört er, was am anderen Ende gesagt wird. "Nein, sie können Frau Boe grade nicht sprechen und legen sie bitte mal einen freundlicheren Ton auf", sagt mein Chef. Dementsprechende Reaktion auf der anderen Seite. "Wer ich bin?" fragt mein Chef, "ich bin der Vorgesetzte von Frau Boe." Weil am anderen Ende wohl grade keine Reaktion kommt, sagt mein Chef weiter: "Wenn Frau Boe sagt, sie hat keine Zeit für sie, dann ist das so, da brauchen sie auch nicht mehrfach anrufen und schon gar nicht noch mehrere Personen zusätzlich mit abzulenken. Das ganze Büro schaut schon gespannt zu. Ach, und nebenbei bemerkt, ich stand grade zufälliger Weise an Frau Boes Platz." Mein Chef warte noch kurz, dann gibt er mir das Handy wieder. "Ziemlich ruhig war er dann zum Schluss", sagt mein Chef lächelnd. "Danke dir", sage ich lieb, "der wird bestimmt bald wieder nerven. Aber dann gehe ich über seinen Chef." "Du machst das schon Steffi", sagt mein Chef, "ich bin wirklich begeistert von Dir, wie Du nach der "Verwandlung" insgesamt agierst." "Danke", sage ich mit der üblichen Röte im Gesicht. Dann verabschiedet sich mein Chef und ich gehe endlich runter in die Fertigung.
Die Kollegen an der Anlage haben sich immer mal wieder gemeldet, weil ein Roboter in der Montageanlage ab und zu einen Crash fährt. Dieses führt immer zu einem längeren Ausfall, der locker eine halbe Stunde dauern kann. Ich postiere mich mit Stoppuhr und Klemmbrett draußen vor der Anlage, so dass ich den Roboter sehen kann. Mit der Stoppuhr messe ich dann die einzelnen Schritte, die der Roboter macht. Nach gut einer Stunde habe ich schon einige Auffälligkeiten gefunden. Bereichsleiter Tino kommt dazu. "Na Steffi? Schon was gefunden?" fragt er. Ich zeige ihm meine Aufzeichnungen, mit einem Auge schiele ich in die Anlage. "Ich vermute dahinter"¦,", weiter kommen ich nicht, weil der Roboter etwas ganz kurioses macht. Geistesgegenwärtig betätigt der Anlagenführer, der fast die ganze Zeit mit mir beobachtet, den Not-Aus Knopf. "...einen Fehler im Programm", vervollständige ich den angefangenen Satz. "Ich rufe mal Konrad an", sagt Tino. Nach ein paar Minuten ist der auch schon das und hat sein Analyse-Laptop mit. Ich erkläre ihm das bisher gesehene. Konrad schließt dein Laptop an den Maschinen PC an. "Dann schauen wir mal", sagt er grinsend zu mir. Ich schaue auf die Uhr. "Ups, Mittag fällt dann wohl aus", sage ich und rufe schnell bei Sandra an. Sie meldet sich auch gleich. "Huhu Stefanie", flötete sie. "Du, ich komme heute nicht in die Kantine", sage ich, "ich bleibe hier an der Anlage, ist ziemlich dringend." "Kein Problem", antwortet Sandra, "soll ich Dir vielleicht was zu essen bringen?" "Äh, ja warum nicht", antworte ich nach einer kurzen Pause, weil mich die Frage überrascht hat. "Hast Du einen bestimmten Wunsch?" fragt sie gut gelaunt. "Ist egal, du weißt ja, was ich gerne esse", antworte ich, "am besten etwas, was man so nebenbei futtern kann. Meinetwegen auch Schlauch-Steak mit Kartoffelstäbchen (Currywurst, Pommes)." "OK, ich schau mal", sagt Sandra lachend. "Mach in Ruhe", sage ich noch.
In der Zwischenzeit haben die Kollegen den Roboter in Grundstellung gefahren und starten den Automatikbetrieb. Ich stehe neben Konrad so, dass er sehen kann, was ich für Zeiten messe. Tino ist am Telefon und sieht grade gar nicht glücklich aus. Dann kommt er zu uns. "Das war mein Chef, er sagte, dass der Wolfsburger wieder auf dem Weg hierher ist", sagt Tino, "wegen der vielen Störungen an der Anlage und weil dann ja die Ausbringung nicht erreicht wird." "Prima, dann kann er mal schauen, wie wir hier Probleme lösen", haut Konrad trocken raus. Ich nicke grinsend. Konrad schaut auf meinen Zettel, auf dem ich meine Zeiten notiere. "Das hier habe ich schon gefunden", sagt er und zeigt auf eine Notiz von mir, "ich habe so fast das Gefühl, dass da irgendwelche Fragmente von einem älteren Programm ihr Unwesen treiben." "Aha", sage ich erstaunt. "Das kriegen wir hin", sagt Konrad grinsend. Gemeinsam schauen wir weiter. Ich habe die nächste Auffälligkeit in der Zeit. Konrad schaut auf mein Notizzettel. "Prima, das habe ich auch im Programmablauf gesehen", sagt er. Tino steht hinter uns und schaut staunend zu. "Ist schon cool, wie ihr zusammenarbeiten", sagt er dann. Ich peile ab und zu zur Eingangstür, ob Sandra nicht schon kommt. Wir haben hier eine Zugangsberechtigung, deshalb wird sie nicht ohne weiteres reinkommen. Nach ein paar Minuten kommt sie dann auch, mit Ulrich zusammen. "Ich habe deine bessere Hälfte mal hereingelassen", sagt er grinsend. "Im Gegenzug habe ich ihn und seine Kollegen mit rumgefahren", sagt Sandra grinsend und übergibt mir das Lunchpaket. "Danke schön", sage ich, "ah, cool Hühnerfrikassee ,mit Reis, das lässt sich gut wegspachteln." "Und dein Lieblingsnachtisch", sagt Sandra lächelnd, "Milchreis." "Super", freue ich mich. Die Anlage hat auch Mitleid mit uns und hat grade an einer anderen Stelle ein Störung. Konrad packt seine Brotdose aus. "Mahlzeit", sagt er dann.
Nach ein paar Minuten geht es dann auch weiter. Sandra schaut sich ein wenig um. "Ist mal was anders, als bei mir da drüben", sagt sie begeistert. Ulrich erklärt ihr einiges. Während ich meine Zeiten stoppe, esse ich nebenbei. Jetzt kommt auch noch mein Chef mit dem Wolfsburger. Sandra erweckt ja schon bei den Kollegen große Aufmerksamkeit, mein Chef ist ebenfalls am Staunen. Er kommt mir seinen Begleitern bei uns an. "Da Stefanie grade aufmerksam schaut, übernehme ich mal die Vorstellungsrunde", sagt Ulrich grinsend. Sandra stellt er natürlich als meine Lebensgefährtin vor. "Und da versorgt man seine Freundin auch gerne, wenn sie nicht von der Anlage wegkommt", sagt Sandra lächelnd. Mein Chef und der Wolfsburger nicken zustimmend und schauen uns weiter zu. "Ha! Pass auf gleich kommt wieder der große Kracher", sage ich, "das kannste schon an den Taktzeiten sehen." "Jepp", bestätigt Konrad kurz. Gespannt schauen wir alle rein. Da grade der Anlagenführer nicht da ist, haue ich auf den Not-Aus Knopf, um schlimmeres zu verhindern. "Haben wir dich endlich", grinst Konrad, "Alter, war das ein Bug." Der Anlagenführer kommt dazu und bringt alles in Grundstellung. Mein Chef und seine Begleiter staunen. Tino grinst. "Problemlösung vor Ort", sagt er. Ich wende mich Tino und meinem Chef zu. "Das passiert knapp alle eineinhalb Stunden", sage ich, "wenn das im Normalbetrieb keiner mitbekommt, gibt es einen Crash und wir stehen locker bis zu einer halbe Stunde. Da gehen uns locker jedes Mal 6 — 7 Teile verloren." Der Wolfsburger staunt und nickt uns zustimmend zu. Ich habe jedenfalls Zeit, meinen Nachtisch zu essen.
Ulrich hat Sandra nebenbei die Halle gezeigt, beide kommen zu uns zurück. "Das ist ja sehr beeindruckend hier", sagt Sandra dann, "ich muss dann auch wieder rüber, meine Pause ist auch um." "War nett Sie kennenzulernen", sagt der Wolfsburger freundlich. "Danke", sagt Sandra. Ich schaue Sandra an. "Das kann hier noch länger dauern, ich rufe dich dann an, wenn ich Feierabend mache", sage ich. "OK, Stefanie", sagt Sandra lächelnd. Dann geht sie Richtung Ausgang. Ulrich begleite sie ein Stück. "Eine angenehme Erscheinung, Deine Freundin", sagt mein Chef anerkennend. "Das gebe ich gerne an sie weiter", antworte ich lächelnd. Nach einiger Zeit verabschiedet sich der Wolfsburger. Bevor sie gehen, sagt mein Chef lächelnd zu mir: "Wenn Ihr hier fertig seid, meldest Ihr euch noch mal bei mir?" "Machen wir, kann aber noch etwas dauern", antworte ich. "Ich bin ja grundsätzlich lange da", sagt mein Chef noch. Dann gehen sie Richtung Ausgang. Als sie weit genug weg sind, sage ich: "Die kamen ja genau zur richtigen Zeit." "Oder?" antwortet Konrad grinsend. Dann ist Schichtwechsel und wir informieren schnell die Kollegen. Kurz nach vier sagt Konrad: "Ich glaube so langsam haben wir alles identifiziert, immer weniger Auffälligkeiten und Störungen." "Lass es uns noch mal ein wenig beobachten", sage ich dann. "Da ist nix mehr", sagt Konrad später. "Sieht auch von den Zeiten stabil aus", antworte ich. Konrad gibt noch mal eine Info an die Kollegen, auch dass sie genauer schauen sollen. Dann nehmen wir unserer Sachen und gehen ins Büro zurück. Mein Chef und Tino sind auch noch da. "Ich brauche euch noch mal einzeln", sagt mein Chef, "dauert aber nicht lange." "Dann geh Du zuerst", sage ich zu Konrad, "die Kaffeenatter (ich) braucht noch mal etwas von dem köstlichen, braunen Getränk." "Alles klar", lacht Konrad. Ich gehe mir erstmal einen Kaffee holen, dann setze ich mich an meinen Platz, trinke langsam den Kaffee und versuche mal kurz an gar nichts zu denken.
Nach zehn Minuten kommt Konrad mit einem Mega-Grinsen wieder. "Du kannst reingehen", sagt er, "wenn er Dir das Gleiche anbietet, wirst Du auch so grinsen." "Okee", sage ich leicht erstaunt. Das kann ja jetzt alles sein. Also gehe ich ins Büro. Chef ist alleine da, Tino ist irgendwo unterwegs. "Stefanie, ich mache es kurz", sagt mein Chef, "das war eine super Aktion heute, mein Chef war restlos begeistert über eure spontane, unbekümmerte Art, wie ihr das Problem gelöst habt." "Aha", sage ich erstaunt. "Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Du demnächst ein Angebot von ihm bekommst", sagt mein Chef weiter. "Inwiefern?" frage ich erstaunt. "Er würde dich gerne in seine Abteilung holen", sagt mein Chef. Ich verziehe den Mund. Mein Chef lächelt. "Ich würde Dich auch nicht gerne gehen lassen", sagt er dann, "ich würde Dir deswegen ein Angebot machen." "Ich bin aber keine Frau für nur eine Nacht", sage ich grinsend. Was bei meinem Chef zur Erheiterung führt. "Unglaublich", sagt er lachend. Nachdem wir uns halbwegs beruhigt haben, sagt er: "Ich habe dich schon seit längerem auf dem Schirm für eine Gehaltserhöhung, auch als Du noch als Stefan dein "Unwesen" triebst." "Okaaay", sage ich langgezogen. "Um der Konkurrenz den Wind aus den Segeln zu nehmen, würde ich Dich gerne für den Plus-Tarif vorschlagen." Ich ziehe die Luft durch die Lippen. "Das ist ja mal ein Angebot", sage ich leise. "Du kannst es Dir gerne nochmal überlegen", sagt er, "und dann gibst Du mir eine Rückmeldung." "Ja gut", sage ich immer noch überrascht, "ich sage dir morgen Bescheid." "Ist OK", sagt mein Chef lächelnd, "und jetzt aber nach Hause mit Dir. Eigentlich dürftest Du gar nicht mehr hier sein." Das stimmt, meine maximal mögliche Arbeitszeit endet um 17:00 Uhr. "Dann gehe ich mal schnell", sage ich, "Danke Dir." "Tschüss Stefanie", verabschiedet sich mein Chef.
In meinem Kopf rattert es nicht schlecht, als ich zu meinem Auto gehe. "Das ist ja ein ganz schöner Sprung im Gehalt", denke ich mir, "allerdings wird auch der Spielraum der Arbeitszeit lockerer." So was wie heute ist dann Problemlos möglich. Ich fahre auf dem Weg zu Sandra immer an einem Weinladen vorbei. Heute halte ich mal da an. Außer Wein haben sie auch Prosecco, Sekt und Champagner. Ich lasse mich kurz beraten und nehme dann einen Champagner mit, den mir der Inhaber empfohlen hat. Dann fahre ich direkt zu Sandra. Sie ist in der Küche, als ich ankomme, hat eine Schürze um und ist ziemlich beschäftigt. Außerdem riecht es lecker nach essen. Ich habe sie noch nie Kochen gesehen, aber das was sie hier macht, sieht sehr professionell aus. Auf der Arbeitsplatte steht eine gefüllte Auflaufform. "Lasagne?" frage ich. "Genau, Sandra-Spezialrezept", antwortet Sandra gutgelaunt. "Sieht sehr lecker aus", sage ich. "Jetzt geht sie noch einmal zum Überbacken in den Ofen", sagt Sandra und tut das. "Du bist ja eine richtige Traumfrau", sage ich mit einem schelmischen Lächeln, "hübsch, Kohle ohne Ende und kochen kannst Du auch." Sandra lacht. "Tierlieb bin ich auch", sagt sie dann. Ich stutze. "Ich bin auch sehr gut zu Vögeln", sagt sie grinsend. "Boah, Sandra", lache ich, "schau Dir nicht so viel frech-frivoles von mir ab, Du kommst doch aus gutem Hause." "So? Glaubst Du!" kontert sie. Ich nehme sie in den Arm und küsse sie. "Du bist eine tolle Frau, Steffi", sagt Sandra, "das war echt interessant, dir vorhin zuzuschauen." "Das fand mein Chef auch", sage ich und erzähle ihr von dem Gespräch mit ihm. Sandra macht große Augen. "Das ist ja toll", sagt sie, "nimmst Du das an?" "Wollte ich eigentlich", antworte ich und hole den Champagner aus der Tasche. "Oh! Mädchenbrause", sagt Sandra und holt passende Gläser. Ich schüttele grinsend den Kopf über die gut aufgelegte Sandra. Nebenbei versuche ich die Flasche aufzumachen. "Plopp", macht es leise. "Nanu, das ging ja einfach", sage ich erstaunt, "sonst fliegt mir immer der Korken um die Ohren." Wir stoßen dann auf die Neuigkeiten an. Dann serviert Sandra die Lasagne. "Die ist ja oberlecker", lobe ich, "ganz toll Sandra." "Danke Stefanie", sagt Sandra und lächelt mich auf ihre unnachahmlich Art an. Den Rest des Abends verbringen wir auf dem Pool und trinken genüsslich den Champagner aus.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...
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Stephanie
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Re: Blutengel
Zoff auf dem Umweltamt
Ich heute mal nicht ganz so früh auf der Arbeit. Wie üblich hat Sandra mich reingefahren. Ich trage heute mal wieder ein Skater Kleid mit kurzen Ärmeln in Schwarz, dazu mittelhohe, schlichte schwarze Pumps. Als ich ins Büro komme ist Konrad schon da. "Und?" fragt er leise, das nur wir es hören, "hat er Dir auch Plus-T angeboten?" "Ja", antworte ich. "Ich habe schon zugesagt", sagt Konrad, "Du auch?" "Nee, aber gleich", antworte ich. "Er ist übrigens grade wieder unten", sagt Konrad weiter, "kannste gleich hingehen." Ich stutze kurz. "Läuft es etwa wieder nicht", frage ich leicht besorgt. "Doch alles Super, ist bis jetzt super durchgelaufen", sagt Konrad. "Na dann gehe ich mal runter", sage ich. In der Halle fällt mir beim Klacken meiner Absätze ein, dass ich die Sicherheitsschuhe vergessen habe. Mein Chef hat mich schon gesehen und lächelt von weitem. Jetzt drehe ich nun auch nicht mehr um, und wechsele die Schuhe. Also gehe ich weiter. Der Rockteil des Kleides schwingt dabei um die Knie. "Sehr schön, sieht toll aus", sagt mein Chef. "Danke", sage ich lieb. "Und haste mal drüber nachgedacht?", fragt er mich. "Ja habe ich, ich würde auch zusagen", antworte ich. "Das ist toll, Steffi", freut sich mein Chef. Das bedeute zwar auch eine zeitliche Bindung an die jetzige Arbeitsstelle, aber in das große Werk möchte ich eigentlich nicht. Wir schauen noch mal auf die vergangenen Schichten. "Sieht gut aus", sage ich, "da haben wir mal richtig was gekonnt." Mein Chef lacht nur. "Heute gehst Du dann aber mal früher nach Hause", sagt mein Chef dann lächelnd zu mir. "Ist OK", antworte ich.
Ich sitze grade an meinem Platz im Büro, da klingelt mein Privathandy. Wieder die Nummer vom Umweltamt. Da ich heute richtig gut drauf bin, und mir auch zu Scherzen zu Mute ist, melde ich mich recht locker: "Guten Morgen Herr Domb"¦, Verwaltung des Areals Am Kiessee 10, Sie sprechen mit Stefanie Boe, was kann ich für Sie tun?" Stille am anderen Ende. Das war wohl zu freundlich. "Äh, ja", stottert er nur unverständlich. Dann fasst er sich. "Äh, es geht um eine Terminabsprache", sagt er zögerlich. "Aha, was schwebt Ihnen denn vor?" frage ich höflich. "Heute, 14:30 Uhr", antwortet er, in seiner Stimme schwingt schon wieder dieser Befehlston mit. Ich bleibe höflich. "Gerne", antworte ich, "wo muss ich hinkommen?" Jetzt habe ich ihn wohl abermals mit meiner Nettigkeit überrumpelt. Er nennt mir die Adresse, mitsamt Etage und Zimmernummer. "Vielen Dank", sage ich. "Ja, äh, wiederhören", sagt er ziemlich verdattert. Ich treffe mich dann Mittags noch mit Sandra. Das mit dem Termin erzähle ich ihr natürlich. "So gut wie Du heute drauf bist, kann dich doch gar nichts erschüttern", sagt Sandra lachend. "Der sowieso nicht", sage ich noch. Wir gehen nach dem Essen noch eine kleine Runde. Danach fahre ich gleich los. Vorher fahre ich noch an der Spedition vorbei und hole die ganzen Unterlagen, die ich mir für diesen Fall zurecht gelegt hatte. Ein paar große, aufgerollte Zeichnungen sind auch dabei. Da ich gut in der Zeit liege, schaue ich nochmal in der Werkstatt vorbei. "Na, Steffi, heute mal früh da?" fragt mich Thomas. "Nee, ich habe gleich Bespaßung auf dem Umweltamt", sage ich grinsend, "zum Üben bin ich dann pünktlich wieder hier." "OK, Chefin", sagt Thomas, "lass Dich nicht unterkriegen."
Am Umweltamt komme ich überpünktlich an, stehe Punkt 14:30 vor Domb"¦ seinem Zimmer und klopfe an. "Herein!" hört man von drinnen. Ich gehe rein und grüße freundlich. Domb ist etwas irritiert. "Äh, was haben Sie da alles mit?" fragt er. "Unterlagen!", antworte ich lächelnd. Mit im Raum ist die Dame, die bei der Begehung am See mit dabei war. Sie begrüßt mich freundlich. "Guten Tag Frau Boe, Riem"¦ mein Name", sagt sie. Domb"¦ ist diese Freundlichkeit wohl ein Dorn im Auge, ergreift gleich das Wort. "Es geht hier um die Rücknahme des Seegeländes aus dem Naturschutzgebiet, als Folge der Begehung letzte Woche", sagt Domb bestimmend. "Also ist das schon beschlossene Sache?" frage ich direkt. Jetzt ist er irritiert. "Äh, ja", stottert er. "Und auch nur das Seegelände", frage ich ziemlich forsch nach. "Ja!" antwortet er knapp. "Ah ja, nur erschließt sich uns, dem Besitzer-Ehepaar und mir, das nicht ganz", sage ich. "Das braucht es auch nicht", sagt der Domb"¦ patzig. "Doch, ich brauche schon eine triftige Begründung", sage ich. "Wozu, das wird einfach so gemacht", sagt er wieder, etwas lauter. "Das sehe ich anders", entgegne ich und gehe auf Konfrontation. "Und warum?" fragt er schnippisch. "Weil dann mitten im Naturschutzgebiet eine kleine Insel ist, die dem Naturschutz nicht mehr unterliegt", sage ich, "der Hintergrund erschließt sich mir nicht." "Das muss es auch nicht", brüllt er fast. "Beruhige Dich, Klaus", sagt Frau Riem.. beunruhigt. Ich habe ja noch was ganz anders im Hinterkopf, was ich mit meiner Tante und Onkel abgesprochen habe. Den beiden gehört ja nicht nur das Gelände der Spedition und des Sees, sondern auch die umliegenden Felder von der Ortsgrenze des Stadtteils bis zum Wald. "Das der See aus dem Gebiet herausgenommen wird würde bei uns auf eventuell Zustimmung stoßen", sage ich, "aber wir verlangen einen Grund dafür." "Wozu?" brüllt Domb. "Weil wir die Situation neu bewerten müssen, "außerdem möchte ich nicht ansatzweise von Ihnen über den Tisch gezogen werden." Jetzt ist es aus bei Domb. Der pure Jähzorn bricht bei ihm durch. Er wirft mir allen möglich belanglosen Kram an den Kopf. "Stopp mal!" rufe ich mittendrin, "geht es etwas leiser? Ich sitze grade mal zwei Meter von Ihnen weg, da kriegt man ja Ohrkrebs!" Er ist tatsächlich kurz ruhig und schaut mich entgeistert an. Als ich grade zum Gegenschlag ausholen will, geht die Tür auf und ein gutgekleideter Mann kommt herein. "Was ist denn hier für ein Lärm?" fragt er, Domb wird etwas blass im Gesicht.
"Guten Tag, Fric"¦ mein Name, ich bin hier der Abteilungsleiter, darf ich fragen wer Sie sind?" sagt der Herr sehr höflich. Ich stehe auf, reiche die Hand und sage: "Stefanie Boe, Verwalterin der Spedition Am Kiessee und der angrenzenden Flurstücke Grundstücke", antworte ich mit meinem bezauberndsten Lächeln. Herr Fric"¦ lächelt mich an. "Weswegen sind Sie bei uns?" fragt er weiter. "Auf Grund einer sehr kurzfristigen Einladung von Herrn Domb"¦", antworte ich. Herr Fric.. schaut nicht mehr ganz so freundlich zu Domb. "Und warum?" fragt Herr Fric"¦ ihn. "Äh, ja, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr gegeben sind", sagt Domb. "Ah ja! Das erfahre ich jetzt zum ersten Mal", sage ich leicht verwundert. Herr Fric"¦ schaut mich ebenfalls erstaunt an. "Auf welche Fakten stützen Sie sich dabei?" frage ich Domb. "Auf die Ergebnisse von Begehungen", sagt Domb und weist auf einige Notizzettel hin. "Ich möchte ergänzen, das Herr Domb letzte Woche ebenfalls kurzfristig am gleichen Tag eine Begehung angekündigt hat", sage ich, "darüber hinaus ist er mehrmals unangemeldet gekommen und hat Begehungen gemacht, ohne vorher die Einverständnis von uns geholt hat. Das habe mir die Betreiber der Werkstatt gesagt." Herr Fric"¦ schaut Domb an. "Im Verdachtsfall dürfen wir das", sagt Domb. "Und welcher Verdachtsfall liegt vor?" frage ich schlagfertig. "Unberechtigtes Nutzen des Geländes, welches gegen die Vorschriften verstößt", sagt Domb. "Durch wildes Angeln von Personen, die sich durch Beschädigen des Zaunes unbefugt Zutritt zum Gelände verschaffen", ergänze ich. "Das sind doch nur Vermutungen von Ihnen", wirft mir Domb an den Kopf. Herr Fric"¦ schaut mich an. "Ich habe Zeugen", sage ich zu ihm, "teilweise haben wir die Personen beim Aufschneiden erwischt und angezeigt. Die jeweiligen Vorgangsnummern kann ich zur Verfügung stellen." Domb schaut jetzt ganz sparsam. "Also, ich werde hier grade gar nicht schlau aus der Nummer", sagt Herr Fric"¦ . Ich nicke zustimmend und wundere mich wie Domb sich in so eine Nummer reinmanövriert hat.
"Um welches Gelände geht es genau?", fragt Herr Fric.. . "Das ist im Osten von Braunschweig", fängt Herr Domb an. Ich nehme meine Zeichnungsrollen. "Ich habe da mal was vorbereitet", sage ich lächelnd und nehme eine Zeichnung heraus. Die lege ich auf den Tisch. "Hier sieht man den See, mit den Gebäuden der ehemaligen Kiesbaggerei, die später als Spedition genutzt wurde", sage ich, "weiterhin sieht man die angrenzenden Flurstücke, die sich ebenfalls im Besitz der Eigentümer des Sees befinden." Interessiert schaut Herr Fric auf die Zeichnung. "Das hier ist das ursprüngliche Gebiet des Naturschutzgebietes nach seiner Einstufung in 1983", führe ich weiter aus, "das geht vom nördlichen Ortsrand des Stadtteils bis zum Wald in zwei km Entfernung und geht dann in das NSG des Waldes über." Ich lege eine neuere Zeichnung auf. "Hier sieht man das Gebiet das NSG vom derzeitigen Zustand", führe ich weiter aus, "mittlerweile ist es aufgrund der Eingaben von Landwirten zusammen geschrumpft, sodass sich das NSG zwischen den Zufahrten zum See befindet. Diese Zufahrten liegen ca. 600m auseinander. Die Gebäude gehören nicht mit ins NSG." "Das macht doch gar keinen Sinn", sagt Herr Fric"¦ . "Da stimme ich Ihnen vollkommen zu", sage ich, "obendrein werden die Felder ringsherum wieder landwirtschaftlich intensiv genutzt. Entsprechend finden wir Rückstände von Nitraten, Pestiziden und Insektiziden im Wasser des Sees, wenn auch noch in ganz geringen Werten." "Woher wollen Sie das wissen?" poltert Domb rein. "Die Naturschutz-Gruppe, die mit unserer Erlaubnis den See beobachtet, gibt regelmäßig in unserem Auftrag Wasserproben in einem anerkannten Labor ab", antworte ich. Herr Fric"¦ schaut mich lächelnd an. "Sie sind gut aufgestellt, Frau Boe", sagt er zu mir und schaut zu Domb, "was man von Ihnen nicht behaupten kann, Herr Domb." Dem entgleisen grade alle Gesichtszüge. "In einem stimme ich Herrn Domb zu", sage ich, "das Gelände wird aus dem NSG herausgenommen, allerdings müssen die Rahmenbedingungen neu festgelegt werden." Herr Fric nickt. "Warum wollten sie das Gelände des Sees herausnehmen, Herr Domb?" fragt Herr Fric. "Ich sage jetzt gar nichts mehr", antwortet Herr Domb trotzig. "Dann gehe sie bitte jetzt in mein Büro und warten dort auf mich!" sagt Herr Fric"¦ zu ihm. Mies gelaunt und behäbig setzt sich Domb in Bewegung und verlässt das Zimmer. Als er draußen ist, sagt Herr Fric: "Das tut mir sehr leid, dass sie das ertragen mussten, ich bitte Sie deshalb um Verzeihung." "OK", sage ich. "Frau Riem, sie übernehmen bitte ab sofort das Thema in allen Umfängen und versuchen mit Frau Boe eine Lösung zu finden, wenn ihnen das recht ist Frau Boe", sagt Herr Fric. "Ja gerne", antworte ich. Dann verlässt Herr Fric"¦ den Raum.
"Er ist ja noch nicht lange Chef hier", sagt Frau Riem"¦ , "aber er räumt ganz gut die verkrusteten Strukturen auf. Dabei ist trotzdem höflich." "Ja, ist eine angenehmen Erscheinung", sage ich. "Ich habe Herrn Domb oft begleitet und kenne das Gebiet", sagt Frau Riem, "von daher können wir schon mittendrin einsteigen. Haben sie sich schon Gedanken gemacht, was passieren soll, wenn wir hier kein NSG mehr haben sollten?" "Ja, das haben wir", antworte ich, "wir würden den See weiterhin so belassen, ggf. kleinere Zugriffe zulassen, in Bezug auf die Nitrate, usw.. Die Beobachtung durch die Naturschutzgruppe würden wir erweitern wollen. Öffentlich zugängig soll er vorläufig nicht sein." "Okay, das klingt erstmal plausibel", sagt Frau Riem"¦ , "es macht ja dann auch keine Sinn mehr, den Rest noch als NSG zu halten, was sollte dann mit den angrenzenden Flurstücken passieren, die ebenfalls zu ihrer Verwaltung gehören?" "Es gab immer mal wieder Anfragen von einer Gruppe landwirtschaftlich interessierter Menschen, die Felder nachhaltig zu nutzen", antworte ich, "entsprechende Anträge wurden aber immer wieder hier abgelehnt." "Kann ich mir schon vorstellen, wer das war", sagt Frau Riem lächelnd, "ich würde mich erstmal in die Aktenlage einarbeiten wollen. Dann können wir uns gerne nochmal zusammen setzen. Gerne auch mit den Naturschützern." Klingt gut", sage ich lächend. "Anfang nächster Woche würde ich mich bei Ihnen melden", sagt Frau Riem. "Ui, so schnell?" frage ich überrascht. "Na klar hier arbeitet ab jetzt eine Fachfrau", sagt Frau Riem lächelnd. "Hey, sie gefallen mir", sage ich. "Danke, Frau Boe", sagt Frau Riem, "auf gute Zusammenarbeit." ""Gerne", sage ich und verabschiede mich. Auf dem Weg nach draußen komme ich am Büro des Abteilungsleiter vorbei. Die Tür ist zu und von drinnen hört man eine recht scharfen Monolog. Wahrscheinlich kriegt Domb hier grade seine Druckbetankung. Leicht grinsend verlasse ich das Gebäude und gehe zum Auto. "Ist aber schon komisch", denke ich mir, "immer wenn ich auf ein Amt gehe, gibt es Differenzen und ein Sachbearbeiter ist sein Aufgabengebiet los." War ja auf dem Standesamt, wegen der Namensumschreibung auch so.
Ich heute mal nicht ganz so früh auf der Arbeit. Wie üblich hat Sandra mich reingefahren. Ich trage heute mal wieder ein Skater Kleid mit kurzen Ärmeln in Schwarz, dazu mittelhohe, schlichte schwarze Pumps. Als ich ins Büro komme ist Konrad schon da. "Und?" fragt er leise, das nur wir es hören, "hat er Dir auch Plus-T angeboten?" "Ja", antworte ich. "Ich habe schon zugesagt", sagt Konrad, "Du auch?" "Nee, aber gleich", antworte ich. "Er ist übrigens grade wieder unten", sagt Konrad weiter, "kannste gleich hingehen." Ich stutze kurz. "Läuft es etwa wieder nicht", frage ich leicht besorgt. "Doch alles Super, ist bis jetzt super durchgelaufen", sagt Konrad. "Na dann gehe ich mal runter", sage ich. In der Halle fällt mir beim Klacken meiner Absätze ein, dass ich die Sicherheitsschuhe vergessen habe. Mein Chef hat mich schon gesehen und lächelt von weitem. Jetzt drehe ich nun auch nicht mehr um, und wechsele die Schuhe. Also gehe ich weiter. Der Rockteil des Kleides schwingt dabei um die Knie. "Sehr schön, sieht toll aus", sagt mein Chef. "Danke", sage ich lieb. "Und haste mal drüber nachgedacht?", fragt er mich. "Ja habe ich, ich würde auch zusagen", antworte ich. "Das ist toll, Steffi", freut sich mein Chef. Das bedeute zwar auch eine zeitliche Bindung an die jetzige Arbeitsstelle, aber in das große Werk möchte ich eigentlich nicht. Wir schauen noch mal auf die vergangenen Schichten. "Sieht gut aus", sage ich, "da haben wir mal richtig was gekonnt." Mein Chef lacht nur. "Heute gehst Du dann aber mal früher nach Hause", sagt mein Chef dann lächelnd zu mir. "Ist OK", antworte ich.
Ich sitze grade an meinem Platz im Büro, da klingelt mein Privathandy. Wieder die Nummer vom Umweltamt. Da ich heute richtig gut drauf bin, und mir auch zu Scherzen zu Mute ist, melde ich mich recht locker: "Guten Morgen Herr Domb"¦, Verwaltung des Areals Am Kiessee 10, Sie sprechen mit Stefanie Boe, was kann ich für Sie tun?" Stille am anderen Ende. Das war wohl zu freundlich. "Äh, ja", stottert er nur unverständlich. Dann fasst er sich. "Äh, es geht um eine Terminabsprache", sagt er zögerlich. "Aha, was schwebt Ihnen denn vor?" frage ich höflich. "Heute, 14:30 Uhr", antwortet er, in seiner Stimme schwingt schon wieder dieser Befehlston mit. Ich bleibe höflich. "Gerne", antworte ich, "wo muss ich hinkommen?" Jetzt habe ich ihn wohl abermals mit meiner Nettigkeit überrumpelt. Er nennt mir die Adresse, mitsamt Etage und Zimmernummer. "Vielen Dank", sage ich. "Ja, äh, wiederhören", sagt er ziemlich verdattert. Ich treffe mich dann Mittags noch mit Sandra. Das mit dem Termin erzähle ich ihr natürlich. "So gut wie Du heute drauf bist, kann dich doch gar nichts erschüttern", sagt Sandra lachend. "Der sowieso nicht", sage ich noch. Wir gehen nach dem Essen noch eine kleine Runde. Danach fahre ich gleich los. Vorher fahre ich noch an der Spedition vorbei und hole die ganzen Unterlagen, die ich mir für diesen Fall zurecht gelegt hatte. Ein paar große, aufgerollte Zeichnungen sind auch dabei. Da ich gut in der Zeit liege, schaue ich nochmal in der Werkstatt vorbei. "Na, Steffi, heute mal früh da?" fragt mich Thomas. "Nee, ich habe gleich Bespaßung auf dem Umweltamt", sage ich grinsend, "zum Üben bin ich dann pünktlich wieder hier." "OK, Chefin", sagt Thomas, "lass Dich nicht unterkriegen."
Am Umweltamt komme ich überpünktlich an, stehe Punkt 14:30 vor Domb"¦ seinem Zimmer und klopfe an. "Herein!" hört man von drinnen. Ich gehe rein und grüße freundlich. Domb ist etwas irritiert. "Äh, was haben Sie da alles mit?" fragt er. "Unterlagen!", antworte ich lächelnd. Mit im Raum ist die Dame, die bei der Begehung am See mit dabei war. Sie begrüßt mich freundlich. "Guten Tag Frau Boe, Riem"¦ mein Name", sagt sie. Domb"¦ ist diese Freundlichkeit wohl ein Dorn im Auge, ergreift gleich das Wort. "Es geht hier um die Rücknahme des Seegeländes aus dem Naturschutzgebiet, als Folge der Begehung letzte Woche", sagt Domb bestimmend. "Also ist das schon beschlossene Sache?" frage ich direkt. Jetzt ist er irritiert. "Äh, ja", stottert er. "Und auch nur das Seegelände", frage ich ziemlich forsch nach. "Ja!" antwortet er knapp. "Ah ja, nur erschließt sich uns, dem Besitzer-Ehepaar und mir, das nicht ganz", sage ich. "Das braucht es auch nicht", sagt der Domb"¦ patzig. "Doch, ich brauche schon eine triftige Begründung", sage ich. "Wozu, das wird einfach so gemacht", sagt er wieder, etwas lauter. "Das sehe ich anders", entgegne ich und gehe auf Konfrontation. "Und warum?" fragt er schnippisch. "Weil dann mitten im Naturschutzgebiet eine kleine Insel ist, die dem Naturschutz nicht mehr unterliegt", sage ich, "der Hintergrund erschließt sich mir nicht." "Das muss es auch nicht", brüllt er fast. "Beruhige Dich, Klaus", sagt Frau Riem.. beunruhigt. Ich habe ja noch was ganz anders im Hinterkopf, was ich mit meiner Tante und Onkel abgesprochen habe. Den beiden gehört ja nicht nur das Gelände der Spedition und des Sees, sondern auch die umliegenden Felder von der Ortsgrenze des Stadtteils bis zum Wald. "Das der See aus dem Gebiet herausgenommen wird würde bei uns auf eventuell Zustimmung stoßen", sage ich, "aber wir verlangen einen Grund dafür." "Wozu?" brüllt Domb. "Weil wir die Situation neu bewerten müssen, "außerdem möchte ich nicht ansatzweise von Ihnen über den Tisch gezogen werden." Jetzt ist es aus bei Domb. Der pure Jähzorn bricht bei ihm durch. Er wirft mir allen möglich belanglosen Kram an den Kopf. "Stopp mal!" rufe ich mittendrin, "geht es etwas leiser? Ich sitze grade mal zwei Meter von Ihnen weg, da kriegt man ja Ohrkrebs!" Er ist tatsächlich kurz ruhig und schaut mich entgeistert an. Als ich grade zum Gegenschlag ausholen will, geht die Tür auf und ein gutgekleideter Mann kommt herein. "Was ist denn hier für ein Lärm?" fragt er, Domb wird etwas blass im Gesicht.
"Guten Tag, Fric"¦ mein Name, ich bin hier der Abteilungsleiter, darf ich fragen wer Sie sind?" sagt der Herr sehr höflich. Ich stehe auf, reiche die Hand und sage: "Stefanie Boe, Verwalterin der Spedition Am Kiessee und der angrenzenden Flurstücke Grundstücke", antworte ich mit meinem bezauberndsten Lächeln. Herr Fric"¦ lächelt mich an. "Weswegen sind Sie bei uns?" fragt er weiter. "Auf Grund einer sehr kurzfristigen Einladung von Herrn Domb"¦", antworte ich. Herr Fric.. schaut nicht mehr ganz so freundlich zu Domb. "Und warum?" fragt Herr Fric"¦ ihn. "Äh, ja, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr gegeben sind", sagt Domb. "Ah ja! Das erfahre ich jetzt zum ersten Mal", sage ich leicht verwundert. Herr Fric"¦ schaut mich ebenfalls erstaunt an. "Auf welche Fakten stützen Sie sich dabei?" frage ich Domb. "Auf die Ergebnisse von Begehungen", sagt Domb und weist auf einige Notizzettel hin. "Ich möchte ergänzen, das Herr Domb letzte Woche ebenfalls kurzfristig am gleichen Tag eine Begehung angekündigt hat", sage ich, "darüber hinaus ist er mehrmals unangemeldet gekommen und hat Begehungen gemacht, ohne vorher die Einverständnis von uns geholt hat. Das habe mir die Betreiber der Werkstatt gesagt." Herr Fric"¦ schaut Domb an. "Im Verdachtsfall dürfen wir das", sagt Domb. "Und welcher Verdachtsfall liegt vor?" frage ich schlagfertig. "Unberechtigtes Nutzen des Geländes, welches gegen die Vorschriften verstößt", sagt Domb. "Durch wildes Angeln von Personen, die sich durch Beschädigen des Zaunes unbefugt Zutritt zum Gelände verschaffen", ergänze ich. "Das sind doch nur Vermutungen von Ihnen", wirft mir Domb an den Kopf. Herr Fric"¦ schaut mich an. "Ich habe Zeugen", sage ich zu ihm, "teilweise haben wir die Personen beim Aufschneiden erwischt und angezeigt. Die jeweiligen Vorgangsnummern kann ich zur Verfügung stellen." Domb schaut jetzt ganz sparsam. "Also, ich werde hier grade gar nicht schlau aus der Nummer", sagt Herr Fric"¦ . Ich nicke zustimmend und wundere mich wie Domb sich in so eine Nummer reinmanövriert hat.
"Um welches Gelände geht es genau?", fragt Herr Fric.. . "Das ist im Osten von Braunschweig", fängt Herr Domb an. Ich nehme meine Zeichnungsrollen. "Ich habe da mal was vorbereitet", sage ich lächelnd und nehme eine Zeichnung heraus. Die lege ich auf den Tisch. "Hier sieht man den See, mit den Gebäuden der ehemaligen Kiesbaggerei, die später als Spedition genutzt wurde", sage ich, "weiterhin sieht man die angrenzenden Flurstücke, die sich ebenfalls im Besitz der Eigentümer des Sees befinden." Interessiert schaut Herr Fric auf die Zeichnung. "Das hier ist das ursprüngliche Gebiet des Naturschutzgebietes nach seiner Einstufung in 1983", führe ich weiter aus, "das geht vom nördlichen Ortsrand des Stadtteils bis zum Wald in zwei km Entfernung und geht dann in das NSG des Waldes über." Ich lege eine neuere Zeichnung auf. "Hier sieht man das Gebiet das NSG vom derzeitigen Zustand", führe ich weiter aus, "mittlerweile ist es aufgrund der Eingaben von Landwirten zusammen geschrumpft, sodass sich das NSG zwischen den Zufahrten zum See befindet. Diese Zufahrten liegen ca. 600m auseinander. Die Gebäude gehören nicht mit ins NSG." "Das macht doch gar keinen Sinn", sagt Herr Fric"¦ . "Da stimme ich Ihnen vollkommen zu", sage ich, "obendrein werden die Felder ringsherum wieder landwirtschaftlich intensiv genutzt. Entsprechend finden wir Rückstände von Nitraten, Pestiziden und Insektiziden im Wasser des Sees, wenn auch noch in ganz geringen Werten." "Woher wollen Sie das wissen?" poltert Domb rein. "Die Naturschutz-Gruppe, die mit unserer Erlaubnis den See beobachtet, gibt regelmäßig in unserem Auftrag Wasserproben in einem anerkannten Labor ab", antworte ich. Herr Fric"¦ schaut mich lächelnd an. "Sie sind gut aufgestellt, Frau Boe", sagt er zu mir und schaut zu Domb, "was man von Ihnen nicht behaupten kann, Herr Domb." Dem entgleisen grade alle Gesichtszüge. "In einem stimme ich Herrn Domb zu", sage ich, "das Gelände wird aus dem NSG herausgenommen, allerdings müssen die Rahmenbedingungen neu festgelegt werden." Herr Fric nickt. "Warum wollten sie das Gelände des Sees herausnehmen, Herr Domb?" fragt Herr Fric. "Ich sage jetzt gar nichts mehr", antwortet Herr Domb trotzig. "Dann gehe sie bitte jetzt in mein Büro und warten dort auf mich!" sagt Herr Fric"¦ zu ihm. Mies gelaunt und behäbig setzt sich Domb in Bewegung und verlässt das Zimmer. Als er draußen ist, sagt Herr Fric: "Das tut mir sehr leid, dass sie das ertragen mussten, ich bitte Sie deshalb um Verzeihung." "OK", sage ich. "Frau Riem, sie übernehmen bitte ab sofort das Thema in allen Umfängen und versuchen mit Frau Boe eine Lösung zu finden, wenn ihnen das recht ist Frau Boe", sagt Herr Fric. "Ja gerne", antworte ich. Dann verlässt Herr Fric"¦ den Raum.
"Er ist ja noch nicht lange Chef hier", sagt Frau Riem"¦ , "aber er räumt ganz gut die verkrusteten Strukturen auf. Dabei ist trotzdem höflich." "Ja, ist eine angenehmen Erscheinung", sage ich. "Ich habe Herrn Domb oft begleitet und kenne das Gebiet", sagt Frau Riem, "von daher können wir schon mittendrin einsteigen. Haben sie sich schon Gedanken gemacht, was passieren soll, wenn wir hier kein NSG mehr haben sollten?" "Ja, das haben wir", antworte ich, "wir würden den See weiterhin so belassen, ggf. kleinere Zugriffe zulassen, in Bezug auf die Nitrate, usw.. Die Beobachtung durch die Naturschutzgruppe würden wir erweitern wollen. Öffentlich zugängig soll er vorläufig nicht sein." "Okay, das klingt erstmal plausibel", sagt Frau Riem"¦ , "es macht ja dann auch keine Sinn mehr, den Rest noch als NSG zu halten, was sollte dann mit den angrenzenden Flurstücken passieren, die ebenfalls zu ihrer Verwaltung gehören?" "Es gab immer mal wieder Anfragen von einer Gruppe landwirtschaftlich interessierter Menschen, die Felder nachhaltig zu nutzen", antworte ich, "entsprechende Anträge wurden aber immer wieder hier abgelehnt." "Kann ich mir schon vorstellen, wer das war", sagt Frau Riem lächelnd, "ich würde mich erstmal in die Aktenlage einarbeiten wollen. Dann können wir uns gerne nochmal zusammen setzen. Gerne auch mit den Naturschützern." Klingt gut", sage ich lächend. "Anfang nächster Woche würde ich mich bei Ihnen melden", sagt Frau Riem. "Ui, so schnell?" frage ich überrascht. "Na klar hier arbeitet ab jetzt eine Fachfrau", sagt Frau Riem lächelnd. "Hey, sie gefallen mir", sage ich. "Danke, Frau Boe", sagt Frau Riem, "auf gute Zusammenarbeit." ""Gerne", sage ich und verabschiede mich. Auf dem Weg nach draußen komme ich am Büro des Abteilungsleiter vorbei. Die Tür ist zu und von drinnen hört man eine recht scharfen Monolog. Wahrscheinlich kriegt Domb hier grade seine Druckbetankung. Leicht grinsend verlasse ich das Gebäude und gehe zum Auto. "Ist aber schon komisch", denke ich mir, "immer wenn ich auf ein Amt gehe, gibt es Differenzen und ein Sachbearbeiter ist sein Aufgabengebiet los." War ja auf dem Standesamt, wegen der Namensumschreibung auch so.
Wäre ich schlank, würde euch das nur unnötig geil machen...