Guten Morgen Ihr Liebsten,
Jaddy und Lisa vielen lieben Dank für Eure Antworten.
Heute Mittag werde ich schauen, wie es auf dem Ergo-Bike passt... Bin mal gespannt...
Heute geht's dann wieder nach Hause und ratet mal, wonach ich gar kein Verlangen hab...
Egal, so schön es hier auch war, ist mir doch was aufgefallen. Nämlich dass es bzgl. der Akzeptanz von mir drei verschiedene Sorten Menschen gibt...
1. Die, die einen vorher noch nicht kannten. Das sind die Menschen, bei denen ich voll und ganz als Frau laufe. Siehe Geschäft. Habe auch mit der Bekannten neulich geschrieben, bei welcher ich die Nägel machen war. Diese schrieb mir dann im Laufe des Gesprächs, dass sie ihren Mann angesprochen hatte und dieser mich auch als Frau wahrgenommen hatte und nicht als verkleideten Mann.

Das tut gut.
2. Die, die einen noch nicht so lange kennen, aber trotzdem vorher noch als Mann. Diese akzeptieren es zwar, bemühen sich auch, sind sehr, sehr lieb, sehen die Ganze Sache aber ein bisschen skeptisch... Von einer guten Bekannten (Ärztin), kam neulich eine Nachricht: "Ohje, Du tust mir so leid. Was Du alles auf Dich nimmst. Einen gesunden Körper zu zerstören, damit Du wieder mit Dir im Reinen bist, ist schon brutal...."
3. Die langjährigen Bekannten / Familie usw. Diese stehen (in meinem Fall) voll hinter mir. Wenn Sie mich anschreiben, dann auch immer als Frau. Wenn ich sie allerdings treffe, dann komme ich mir so vor, als ob da ein Mann im Kleid sitzt (es wird aber so akzeptiert). Ich werde mit meinem männlichen Vornamen angesprochen, usw. Beim Anstoßen (Mutter, Freundin und ich), sagte die Freundin "Ladys first", obwohl das eine ist, die 100% hinter mir steht... Hier habe ich irgendwie das Gefühl, dass sie mich als Mensch sehr mögen, aber trotzdem noch den Jungen, bzw. Mann sehen, der ich war. Kann ich ihnen auch nicht verübeln, sind ja schließlich 45 Jahre, bzw. Jahrzehnte.... Es ist nur "witzig", dass die einzelnen Leute damit gar kein Problem haben, wenn ich mit ihnen alleine bin. Dann werde ich komplett als Frau behandelt. Sind jetzt, so wie an Weihnachten z.B. meine Eltern und ein befreundetes Pärchen (fast Familie) beisammen, geht alles seinen Weg wie früher...
Mir ist nur aufgefallen, dass ich mich auch unterschiedlich gegenüber den drei Gruppen verhalte. Bei Gruppe eins bin ich ICH, ohne Einschränkungen. Bei Gruppe 2. passt es und ich fühle mich relativ wohl. Bei Gruppe 3. habe ich das Gefühl, dass ich so behandelt werde, wie zuvor. Dadurch verfalle ich allerdings immer wieder in alte Rollenmuster und brauche erst einige Zeit, um mich wirklich so zu geben, wie ich bin. Das ist anstrengend und tut stellenweise auch weh.
Übrigens habe ich Gruppe 4. weggelassen. Nämlich die, die das nicht akzeptieren. Hier habe ich Glück, dass ich hier niemanden von meinen engeren Bekannten oder Familie dabei habe.
Startet gut in die Woche und denkt dran, dass es eine kurze Woche ist.
Liebe Grüße
Jen
