Doku Soap
Doku Soap - # 14

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Lea Michele
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Re: Doku Soap

Post 196 im Thema

Beitrag von Lea Michele »

Hallo Sandra
Toll das es mit deiner schönen realistischen Geschichte weider geht! (ap)
LG Lea Michele (ki) (he) (ki)
Auf dem Weg endlich so zu sein wie ich mich fühle❣️
ExuserIn-2019-12-20

Re: Doku Soap

Post 197 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Ich bin gespannt wie die Familie mit ihrer "neuen Tochter" umgeht und ob der Bruder doch noch erscheinen wird (smili)

Bitte lass uns nicht so lange warten :D

LG Anna )))(:
Annabelle-R.
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Re: Doku Soap

Post 198 im Thema

Beitrag von Annabelle-R. »

Immer wenn's spannend wird , kommt Werbung... mennooo
Toleranz ist die Möglichkeit, dass der Andere Recht haben könnte
Kurt Tucholsky
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 199 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Sie schaut mir eine gefühlte Ewigkeiten schweigend ins Gesicht. "Das ich mein eigenes Kind mal nicht wiedererkennen würde, das hätte ich nicht geglaubt, aber du bist es wirklich, Basti! Ich muss schon ganz genau hinsehen; die Augen und die kleine Narbe auf der Stirn, als du im Kindergarten die Treppe runtergefallen bist. Julia hatte mich gewarnt, dass du als Frau sehr, sehr überzeugend rüberkommst! Aber so etwas, das hätte ich nicht erwartet." Dann nimmt sie mich an die Hand und führt mich in die Küche. Kati scheint sie in der Aufregung gar nicht zu bemerken. In der Küche kommt mir Julia direkt entgegen und drückt mir zur Begrüßung einen kleinen Kuss auf die Wange. "Nenn mich heute bitte nicht Laura, flüstere ich ihr ins Ohr." "Aber Basti wird auch nicht ganz einfach", flüstert sie zurück.
Dann rieche ich den Duft von Fleischrouladen, niemand brät sie so perfekt wie Mama und die Füllung ist ihr wohlgehütetes Geheimnis. Deckt schon mal den Tisch im Wohnzimmer; leider nur für vier. Dein Bruder ist ja etwas medienscheu"¦oder nein besser doch für fünf. Sie möchten doch sicher auch etwas essen? Dabei schaut sie Kati an." "Es tut mir leid, vielen Dank, aber wenn ich esse, dann kann ich nicht filmen. Versuchen Sie einfach nicht auf mich zu achten; Laura kann das mittlerweile fast perfekt." Ich werfe Kati einen bösen Blick zu, als sie meinen Mädchennamen nennt. Ich will nicht, dass meine Eltern mich so nennen. Meine Mutter schaut mich fragend an: "Wie möchtest du denn von und genannt werden?" "Basti natürlich, auch wenn ich zur Zeit eher feminin wirke?"
Dann entdecke ich meinen Vater im Garten. Die Leiter lehnt an unserem Birnbaum. "Edelcrassane", denke ich. Er hat ewig recherchiert und jeden Gärtner in der Umgebung genervt, bis er wusste, was das für eine Birne ist unserem Garten. Die sei angeblich so selten, dass unser Baum. Sogar vom Obstmuseum sind sie hier gewesen und haben einen Steckling mitgenommen. "Unsere Birne wächst jetzt sogar im Museum", erzählt er jedem ob er es wissen will oder nicht.
Ich will rausgehen in den Garten und ihn begrüßen. "Besser nicht," Julia hält mich sanft zurück, "sonst fällt er noch vor Überraschung vom Baum." Dann sehe ich auch schon, wie er vom Baum mit dem alten Weidenkorb heruntersteigt. Jetzt gehe ich ihm entgegen. Einen kurzen Moment lang sieht es aus als würde er tatsächlich den Korb fallen lassen. "Basti !?" "Undercover, bis zur vollständigen Finanzierung meines Studiums."
Dann mustert er mich. "Donnerwetter, was diese Fernsehtypen so hinbekommen." Dann setzen wir uns zum Essen. Nachdem die erste Überraschung verrauscht ist, werde ich von meinen Eltern mit Fragen überhäuft. Ob ich mich den in der Schule schminke, will meine Mutter wisse und wie ich mir die Jungs vom Leibe halte. "ich steh nicht auf Jungs, das müsstet ihr doch wissen" Julia verdreht die Augen, aber die Eltern merken zum Glück nichts. Mein momentan recht vertracktes Liebesleben möchte ich jetzt einfach nicht ausbreiten. Schließlich schaffe ich es nachdem die anfängliche Neugierde befriedigt ist, die Themen zu wechseln. Mama erzählt nur ausführlich von ihrem Eine-Welt-Laden und Papa versucht sie davon zu überzeugen, dass er dort auch seinen eigenen Honig verkaufen möchte. Es ist wieder wie immer und ich fühle mich zuhause. Dann mahnt Kati zum Aufbruch. Sie hätte leider noch einen Termin für mich vereinbart. "Kleine Überraschung.." zwinkert sie mir zu. Aber nachdem hier zu Hause alles glatt gelaufen ist, bin ich recht entspannt.
Nach dem Essen räume ich zusammen mit Julia den Tisch ab. In der Küche spricht sie mich an: "Hast du es gemerkt?" "Was", frage ich zurück. "Unsere Eltern haben dich kein einziges Mal mit Namen angesprochen. Es fällt ihnen sichtlich schwer, den Basti in dir zu erkennen. Und mir ehrlich gesagt auch; noch schwerer als letztes mal, obwohl du ungeschminkt und du einen eher jungenhaften Look trägts, heute. Aber deine Gestik und durch deinen "Boyfriend Outfit" kommst du unheimlich natürlich rüber; gerade weil du dir keine Mühe gibst besonders weiblich oder männlich aufzutreten." Ich zumindest habe heute eine sehr nette, natürlich und liebenswerte Schwester getroffen. Ich weiß, du hörst es nicht gerne, aber ich werde dich vermissen, Laura."
ExuserIn-2019-12-20

Re: Doku Soap

Post 200 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Danke Sandra, für diesen Teil zu Weihnachten (wmue)

)))(:
Lea Michele
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Re: Doku Soap

Post 201 im Thema

Beitrag von Lea Michele »

Hallo Sandra
einen lieben Dank für dein schönes nachträgliches Weihnachtsgeschenk!
LG Lea Michele (ki) (he) (ki)
Auf dem Weg endlich so zu sein wie ich mich fühle❣️
Silvia
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Re: Doku Soap

Post 202 im Thema

Beitrag von Silvia »

Hallo Sandra,

eine wunderschöne Geschichte Auch wenn sie etwas wehmütig macht und man nur zu gerne in die Rolle der Laura schlüpfen möchte.
Mach weiter so!

LG

Silvia
Gleichberechtigung ist keine Einbahnstraße - Ich bin was ich bin und das bin ich gerne
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 203 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Wortlos drehe ich mich um. Im Rausgehen murmele ich noch einen Abschied in Richtung meiner Eltern. Dann laufe ich in Panik aus dem Haus zum Auto. Kati kann mir kaum folgen. Hysterisch rüttle ich an der Autotür. "Mach sofort auf! Ich will hier weg! Mach sofort auf!" Schließlich sitze ich im Auto. Ich heule wie ein Schlosshund. "Wer bin ich? Warum darf ich nicht einfach mal Basti sein? Was haben die mit mir gemacht? Meine eigne Familie behandelt mich als Frau. Dann schaue ich zu Kati rüber. Sie hält tatsächlich die Kamera auf mich. "Mach sofort das Scheißding aus. Ich schlage nach der Kamera, aber Kati bringt sie sofort in Sicherheit. Dann schlage ich mit beiden Händen Richtung Kati. Aber sie umklammert mich einfach; sportlich wie sie ist habe ich keine Chance gegen sie. Ich gebe auf und weine nur noch. Langsam finde ich ihre Umarmung tröstlich. Ich bin völlig fertig und lasse mich von ihr trösten. "Es tut mir leid, wenn es so hart für dich war. Sonst hast du immer so souverän und stark gewirkt. Klar wollte ich dich etwas aus der Reserve locken; aber dass es so hart für dich ist, das hab ich nicht gewollt. Ich glaube den zweiten Termin lassen wir dann lieber?"
"Welchen zweiten Termin?" Ich schaue sie fragend an. Inzwischen hat es angefangen stark zu regnen. Verschwommen erkenne ich meine Eltern und meine Schwester in der Küche. Sie scheinen herüberzuschauen. Meine Mutter möchte gehen, aber meine Schwester hält sie sanft zurück.
"Ich hab deinen Kumpel Mike in euren Lieblingstreff, Ben"™s Irish Pub, eingeladen. Er wartet dort auf dich." Dazu fühl ich nun im Moment überhaupt nicht in der Lage. Kati tippt eine Nachricht in Ihr Handy. "Am Mike?" Sie nickt und zeigt mir ihre Antwort: "Schade, hab mich riesig auf dich gefreut. Du bist und bleibst mein bester Kumpel, egal wie du gerade ausschaust, hätte mich gerne mal wieder mit dir unterhalten. Hier ist die Zeit auch nicht stehen geblieben.."
Mit einem Mal wird mir klar, wie sehr ich mein altes Leben vermisse. "Bin in 10 min bei dir. Basti" texte ich zurück. Kati schaut mich an: "Bist du dir sicher?" Ich nicke und tupfe mir die Tränen aus dem Gesicht. Als wir ankommen erkennt er mich natürlich zunächst nicht. Aber nachdem er mich kurz, aber gründlich gemustert hat ist es ganz schnell wieder wie früher. Er hat angefangen Informatik zu studieren; aber es doch deutlich härter als er gedacht hat. Die Zeit vergeht im Flug und ich bin einfach nur glücklich Basti sein zu dürfen. Schließlich deutet Kati auf die Uhr, wir haben sie beide kaum wahrgenommen. "Ich mach mich kurz frisch und dann sollten wir los. Ist das o.k., Laura?" Etwas zögere ich, aber dann nicke ich." Wenn es am schönsten ist, sollte man gehen. Kurz darauf kommt Kati wieder und geht aber direkt weiter zum Ausgang. Ich stehe auch auf und Mike geht mit zur Tür. Seitlich in einem Gang ist die Garderobe. Das Licht geht nicht und ich versuche im Halbdunkel meine Jeansjacke zu finden. Dann spüre ich auf einmal Mike Atem in meinem Nacken. Er hält meine Jacke und hilft mir ganz Gentlemanlike hinein. Doch dann fasst er mich an den Schultern und zieht mich zu sich. "Laura" sagt er noch bevor er mir einen Kuss auf die Lippen drückt. Ich bekomme Panik und versuche mich loszureißen. Aber er ist mittlerweile viel stärker als ich. Er drängt mich immer weiter in die Ecke; Panik steigt in mir hoch. Mein bester Kumpel versucht mich zu küssen! Schließlich gelingt es mir, mich zu befreien. Ich laufe zum Auto. Diesmal wehre ich mich nicht, als Kati mich tröstet.
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 204 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Schließlich habe ich mich wieder etwas beruhigt. Dann schaue ich sie lange an: "Ich will aufhören. Es ist mir egal wieviel Geld ich dadurch verliere. Fahr mich zur Klinik und die sollen gleich morgen anfangen, alles wieder rückgängig zu machen. Ich will mein altes Leben wieder! Ich will der sein, der ich bin. Diese Laura, die hat sich in mein Leben eingeschlichen und festgesetzt. Ich habe Angst, dass sie mich nicht wieder loslässt. Und ich will definitiv nicht mein Leben in einem Frauenkörper verbringen. Wenn ich das noch länger mache, dann weiß ich wirklich nicht mehr wer oder was ich bin!" "Das es so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht! Trotzdem macht es keinen Sinn, wenn ich dich jetzt in die Klinik fahre; die brauchen auch etwas Zeit zur Vorbereitung. Außerdem finde ich, du solltest erst mal eine Nacht drüber schlafen, bevor du alles wegwirfst, was du erreicht hast."
Als wir vor der Tür anhalten, bin ich nicht in der Lage auszusteigen. " Das ist Lauras Zuhause, nicht meins. Ich will dahin nicht mehr zurück." Kati schaut mich sorgenvoll an. Schließlich schlägt sie vor, ich soll zu ihr mit nach Köln kommen. Vor Erschöpfung bin ich wohl eingeschlafen. Erst als wir vor ihrer Wohnung anhalten, werde ich wach. Es ist eine schöne Altbauwohnung. Wie in Trance folge ich ihr. Sie wohnt im ersten Stock. Alles ist schön hell und mit Filmplakaten aus den 40er und 50er Jahren dekoriert. An der Wand hängt ein Bild, das sie zusammen mit Wolfgang Petersen zeigt. Mit einem Handgriff klappt sie das weiße Ledersofa auf und verwandelt es in ein Bett. Sie scheint öfter Gäste zu haben. Auf einmal spüre ich, wie müde ich bin.
Am nächsten Morgen werde ich von dem Geräusch und dem Duft der Kaffeemaschine geweckt. Kati reicht mir einen Riesentasse Cappuccino. Sie ist selber noch im Nachthemd. Es scheint ihr nichts auszumachen. Erst jetzt bemerke ich, dass ich mit freiem Oberkörper im Bett liege. Ich ziehe die Decke etwas höher. "Ich hab dir einen grauen Jogginganzug mir rausgelegt. Ist recht neutral. Liegt alles im Bad, kannst alles benutzen. Hab die auch noch eine frische Zahnbürste rausgelegt. Schnell springe ich aus dem Bett und gehe ins Bad. Ein wenig kaltes Wasser ins Gesicht muss reichen, dann sehe ich meine völlig verwuselten Haare. Ich entdecke ein Haargummi und mache mir einen einfachen Pferdeschwanz. Als ich wieder zurückkomme ist der Kaffee noch warm. Kati sitzt am Küchentisch. Ich setzte mich zu ihr und lasse den Blick aus dem Fenster schweifen. Durch die Häuserzeilen hindurch kann man den Rhein sehen. Dann bemerke ich Katies Blick. Sie schaut mich sehr ernst an: "Ich glaube du brauchst mehr als eine Tasse Kaffee."
Cybill
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Re: Doku Soap

Post 205 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ganz größer Respekt für den Fluss der Geschichte!
Da braucht so mancher Autor Jahre für.

Chapeau!

-Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 206 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Bevor ich antworten kann klingelt es. Kati geht zur Tür und öffnet. Ich schaue mich um, wohin ich am besten verschwinden könnte; Im Moment möchte ich am liebsten niemanden begegnen, aber es ist schon zu spät Kati kommt zurück und ihr folgen Lisa, die Frau vom Casting beim Sender und eine Frau Mitte vierzig, die ich im ersten Moment nicht erkenne. Sie kommt auf mich zu: "Hallo Laura, Lisa hat mich direkt angerufen, als sie erfahren hat, dass es dir nicht gut geht.." Jetzt erkenne ich sie wieder. Es ist Frau Müller-Rosenbaum meine Frauenärztin. Ohne weißen Kittel hatte ich sie nicht sofort erkannt. Etwas verwirrt reiche ich ihr die Hand. "Vielleicht bist du ein wenig überrascht, mich zu treffen, aber ich bin auch ausgebildete Psychologin und ich begleite das Projekt wissenschaftlich."
Ich bemerke, wie sich Kati ihre Lederjacke anzieht und zu Lisa schaut. "Wir sind mal einen Kaffee trinken," ruft sie mir zu und dann ist auch schon mit Lisa zusammen verschwunden. Dann schaue ich wieder zu Frau Müller-Rosenbaum; obwohl ich sie ja praktisch gar nicht kenne verströmt sie eine Aura des Vertrauens und der Sicherheit. Dann fährt sie fort: "Ich habe darauf bestanden, dass wir und allein unterhalten, obwohl Lisa am liebsten die ganze Zeit unser Gespräch überwacht hätte. Sie hat nur Gedanken dafür, wie wir dich bei der Stange halten. Am liebsten wäre es ihr, dass ich dir ein paar Pillen verschreibe, damit du als Laura wieder einwandfrei funktionierst. Du bist ihr kleiner Star zusammen mit Hannah und sie denkt nur an die Quote. Aber so einfach ist das nicht und als Ärztin kommt zuerst der Patient und dann lange gar nichts, das kann auch ein großzügiges Honorar vom Sender nicht ändern. Trotzdem könnte ich verstehen, wenn du mir nicht vertraust, weil ich vom Sender geschickt bin." Schnell versichere ich, dass ich ihr vertraue. Ich spüre auf einmal, wie allein ich bin, gefangen zwischen Basti der sich langsam auflöst und dem Kunstwesen Laura. "Ich will wieder wissen wer ich bin..", beginne ich und dann sprudelt es nur so aus mir heraus. Als ich vom dem Besuch bei meiner Familie erzähle breche ich wieder in Tränen aus. Sie nimmt mich in den Arm und hält mich einfach. Als sie mich wieder loslässt sehe ich wie sie sich ebenfalls eine Träne aus den Augen wischt. "Es tut mir so leid; mir war gar nicht klar, was du da durchmachst. Und das Schlimmste ist, ich bin mir überhaupt nicht sicher, wie ich dir helfen kann. Vor einigen Minuten habe ich noch gedacht, wir fahren gemeinsam in die Klinik und in zwei Wochen ist Laura Vergangenheit. An den medizinischen Fähigkeiten des Teams habe ich keinen Zweifel, die machen wieder einen hübschen Kerl aus dir, wahrscheinlich sogar noch attraktiver als vorher. Aber wirst du Laura so einfach vergessen können und wieder ganz normale Beziehungen zu Frauen haben können? Und dann frage ich mich, wenn alles so einfach ist, warum bist du dann gestern zusammengebrochen? Wenn du dir ganz sicher wärst, dass du 100% Basti bist, dann würdest du nicht auf einmal unbedingt wieder ganz schnell in dein altes Leben zurückwollen. Du bist dir nicht mehr sicher, ob du wirklich noch Basti bist und das macht dir furchtbare Angst. Aber nur noch Laura zu sein, das kannst du dir ebenso wenig vorstellen. Du wollest dich einfach nur versichern, dass es Basti noch gibt, aber so einfach war das leider nicht. Ich glaube Laura hat dich nicht nur körperlich verändert. Aber nach allem was du erzählst bist du eindeutig nicht transsexuell.
Bevor ich heute zu dir gekommen bin habe ich recherchiert. So einen direkten Vergleichsfall gibt es ja nicht. Es gibt in Mexiko und in der Südsee einige Völker, die manche ihrer Söhne als Mädchen erziehen. Angeblich kommen sie in ihrer weiblichen Rolle in der Regel gut zurecht. Wirklich genau hat das aber niemand untersucht. Es scheint auch Fälle zu geben, wo die betroffenen sich extrem zur Wehr gesetzt haben oder teilweise scheint es auch eine Art zu sein, Homosexualität in die Gesellschaft zu integrieren. Dann habe ich noch Studien über zwangsweise durchgeführte Geschlechtsanpassungen bei intersexuellen Kindern in den 70er Jahren gelesen. Echt schockierend, was da teilweise passiert ist. Dann gibt es da noch Berichte über die DDR Sportlerinnen, die so viel männliche Hormone bekommen haben, dass einige von Ihnen hinterher als Mann weiterleben wollten. Erstaunlicherweise hatten diese Sportlerinnen nicht davon berichtet im falschen Körper geboren worden zu sein.
Auch bei den intersexuellen Kindern gibt es zwar schockierende Berichte über "falsch" operierte Fälle, aber es gibt auch erstaunlich viele, die den veränderten Körper akzeptiert haben. Wirklich wissenschaftlich damit auseinandergesetzt hat sich was ich bis jetzt herausgefunden habe noch niemand mit der Frage, ob viele Menschen in der Seele im Grunde weder männlich noch weiblich sind, sondern einfach das Geschlecht in dem sie sich befinden akzeptieren und sich darin wohlfühlen.
Wenn man wie ich den ganzen Tag mit den anderen zu tun hat, die extrem darunter leiden im falschen Körper leben zu müssen, dann kommt man zunächst nicht auf den Gedanken. Aber 80% der Intersexuellen eher willkürlich zur Frau operierten scheinen dies zu akzeptieren und abgesehen von einigen medizinischen Details keine Probleme mit ihrer weiblichen Identität zu haben. Bei dem mexikanischen Volk bestimmen in der Regel die Eltern, ob einer der Jungs als Mädchen erzogen wird und die meisten scheinen mit der weiblichen Rolle gut klarzukommen. Bei aller Vorsicht, die ich mangels fundierten wissenschaftlicher Erkenntnis walten lassen muss, ist deine Reaktion ganz "normal". Du bist wie die meisten Menschen weder männlich noch weiblich seelisch geprägt und deine Seele lässt sich vom deinem körperlichen empfinden leiten. Diese Anpassung scheint bei dir gerade stattzufinden. Dein Kopf passt sich Lauras Körper an. Das verwirrt und verängstigt dich, was übrigens sehr verständlich ist. Wenn es aber wirklich so sein sollte, wie ich vermute, dann hat diese Erkenntnis für dich aber auch etwas sehr Positives: Du magst jetzt sehr verunsichert sein; aber wie auch immer dein Weg enden wird, du wirst nach einer gewissen Umstellungszeit sowohl als Laura als auch als Basti ein glückliches Leben führen können."
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 207 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Zuerst bin ich vollkommen verwirrt, aber dann beginne ich zu verstehen: Es gibt keinen Grund Angst zu haben. Egal, wofür ich mich am Ende entscheide, ich kann in jedem Fall glücklich werden. Ich brauche keine Angst zu haben und kann alles entspannt auf mich zukommen lassen. Dabei kann ich mir aber überhaupt nicht vorstellen, den Rest meines Lebens als Laura zu verbringen. Aber das muss ich ja nicht. Nur wenn ich es selber will, und dann werde ich mich auch zurechtfinden, aber der Gedanke als Braut zu heiraten befremdet mich doch extrem. Aber wenn ich jetzt aussteige, wars das mit dem Medizinstudium. Also hole ich tief Luft: "O.k. ich versuchs und mach weiter."
"Ich bin unheimlich stolz auf dich, Basti. Du machst Erfahrungen, die ur sehr wenige Menschen machen können, aber wenn du Zweifel bekommst, dann kannst du jederzeit zurück. Ruf mich an und innerhalb einer Woche mache ich dir den Kliniktermin."
Kurz darauf kommen Kati und Lisa zurück und Frau Müller-Rosenbaum verabschiedet sich, mit einer festen Umarmung: "Sei stark und hab keine Angst mich um Rat zu fragen." Ihr Augen scheinen feucht zu sein, aber bevor ich genau hinsehen kann ist sie auch schon weg.
Die Tür ist noch nicht ganz zu da bestürmt mich auch schon Lisa mit einer Mischung aus Aufregung und gespielter Anteilnahme: "Und konnte Sie dir helfen? Du wirkst schon viel gefasster! Konnte sie dir helfen bei deiner Entscheidung? Es wäre unheimlich schade, wenn du gerade jetzt aufgibst"¦"Kati gibt ihr einen kaum zu übersehenen Knuff in die Seite. Zu offensichtlich sieht sie nur die Sendung und die Quote!
"Sie meint, ich kann nächste Woche schon in die Klinik," Genussvoll beobachte ich, wie sie zusammenzuckt, dieses karrieregeile Miststück. "Aber ich habe ihr gesagt, ich will es nochmal versuchen." Der folgenden wenig emphatischen Umarmung kann ich nicht ausweichen, aber Minuten später ist sie auch schon verschwunden. Kati bringt sie noch zur Tür und als sie zurückkommt sagt sie nur: "Sehr zielorientiert.." Dann müssen wir beide lachen und sie erzählt mir wie Lisa im Cafe von Ihren vergeblichen Versuchen berichtet hat, meine Ärztin zu beeinflussen. Erst als Frau Müller-Rosenbaum darauf hingewiesen hat, dass sie auf das Geld vom Sender nicht angewiesen ist, hat sie aufgehört.
"Und du Kati? Brauchst du das Geld von Sender?" "Im Grunde schon. Aber ich mach nicht mit, wenn Menschen Schaden nehmen? Mir tut das furchtbar leid, was gestern passiert ist." "Muss nicht" Wir trinken noch einen Latte Machiato. Dabei erzählt sie mir von Ihrem Ex, den sie vor kurzem rausgeschmissen hat, weil er einen "erweiterten Treuebegriff" hatte. "Und nun?" frage ich sie. "Was hälst du von Shoppen?" Ich kann es kaum glauben, aber mir gefällt ihr Vorschlag. "Ich brauch noch etwas nettes für unten drunter..kleine Überraschung für Dimitiri. Wenn du willst, darfst du auch etwas filmen", antworte ich kokett.
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Re: Doku Soap

Post 208 im Thema

Beitrag von Diana.65 »

Danke, für die wieder einmal gelungene Fortsetzung. (hs)
Da schaffst du es wieder, uns in Erwartung des nächsten Teiles auf die Folter zu spannen.

Noch einen schönen Sonntag. (so)

L.G. Diana
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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Re: Doku Soap

Post 209 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Kati überlegt kurz, dann telefoniert sie. Dabei ist sie so unglaublich schnell, dass ich ihr kaum folgen kann. Außerdem scheint sie mit mindestens drei Leuten gleichzeitig zu telefonieren. Zwischendurch schnappe ich dem ganzen Medienkaudawelsch so etwas wie Produkplacement und Storyline auf, dann gebe ich auf und Google auf meinen Smartphone. Auf der Seite von Lise Charmel bleibe ich verträumt hängen. Ich nn meinen Blick nicht von einer wundervollen Kombination eines blauen Bhs mit weißer Spitze und dem perfekt dazu passenden Höschen lassen. Wie Dimitri wohl reagieren wird, wenn er mich so sieht? Dann mache ich mir etwas Sorgen, ob es ausreicht, um meine kleine Besonderheit auch gut genug zu verdecken. Das sind die Momente, wo ich mir wünsche ganz Frau zu sein. Wie oft habe ich mir in den letzten Wochen gewünscht zumindest für eine Nacht auch zwischen den Beinen Frau zu sein. Zu gerne würde ich eine ganz normale Nacht erleben wollen. Aber mein ganzen Leben lang als Frau zu verbringen, das erscheint mir dann doch zu endgültig. Einmal habe ich es ihm gesagt. Ich lag in seinen Armen und wir waren beide nackt. Ich spürte wie er mich wieder begehrte. Er hat mir erst etwas überrascht angeschaut und mir dann innständig versichert, dass er mich genau so liebt wie ich bin und ich solle auf gar keinen Fall etwas Unüberlegtes tun. Dann hat er mich so zärtlich und gleichzeitig kraftvoll genommen, dass ich mich den Rest der Nacht nur noch als Frau gefühlt habe. Am nächsten Morgen in der Straßenbahn habe ich dann sehr lange nachgedacht, wie es wohl wäre das Leben mit einer Vagina.. "Erde an Laura..", wir müssen los. Höre ich Kati aus gefühlt 10 Kilometer Entfernung.
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 210 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Hallo,

ich wollte mich an dieser Stelle noch mal ganz herzlich für die vielen netten Rückmeldungen
und die über 80000 views bedanken.
Das hätte ich am Anfang nie gedacht.

Vielen Dank

P.S.

Es geht bald weiter und bis zum (noch offenen) Finale hat Laura noch einiges vor sich.
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