Andrea — meine Erlebnisse - # 12
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
31.5.2014
Auch den heutigen Tag konnte ich nicht ohne die übliche Schminkprozedur beginnen, nur mein Outfit sollte heute ein anderes sein: kniebedeckender roter Faltenrock, hellblaue Bluse mit Blumenmuster, hautfarbene Strumpfhose, weiße Pumps und darüber meinen grau melierter Blazer. Heute waren außer mir noch zwei andere Frauen beim Frühstück, die der klassischen Damenbekleidung den Vorzug gaben.
Mein Ziel war der Petticoatshop in Berlin-Steglitz, ein Geschäft, das sich auf die Mode der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts spezialisiert hat. Einige aus dem Forum hatten zwar Interesse bekundet, mitzukommen, sich aber dann aus verschiedenen Gründen wieder zurückgezogen.
Mich störte das aber nicht. Kurz vor 10 Uhr verließ ich das Hotel und war nach etwa einer Stunde in dem Laden, wo mich die Verkäuferin freundlich begrüßte.
Ich sagte kurz, was ich gern hätte und sie zeigte mir einige der schönen Kleider. Ich suchte etwas kurzärmliches und da war das Angebot recht überschaubar. Von 6 Kleidern kamen zwei in die engere Wahl, weil sie mir auch farblich gut gefielen: Ein pastellfarbenes mit blauen Blumenmotiven und ein schwarzes mit Kirschen als Farbtupfer. Jetzt begann das große Anprobieren. Zunächst die Größe: Die 42 passte, aber vielleicht etwas zu knapp, also doch lieber die 44!
Dann die Frage, welcher Petticoat? Da gibt es einmal die weichen, die sich sehr gut anführen und zum anderen die etwas steifen, die mehr Volumen bringen und dadurch ein anderes besonderes Gefühl erzeugen. Schließlich musste ich mich noch für die Farbe des Petticoats entscheiden, ob mit oder ohne andersfarbigen Rand und welcher Gürtel am besten dazu passt.
Ich hatte genügend Zeit zum überlegen, da ich fast die gesamte Zeit die einzige Kundin im Laden war. Entschieden habe ich mich dann für das pastellfarbene Kleid mit blauen Blumenmotiven, einen weißen steifen Petticoat mit rotem Rand und dazu passend einen roten Gürtel. Ich fragte noch nach einem passenden Kopfschmuck, probierte auch verschiedene Ansteckblumen aus, war damit aber nicht zufrieden. Die Verkäuferin empfahl mir dagegen einen roten Haarreifen, den es in jedem guten Schmuckgeschäft geben sollte.
Nach diesem großen Einkaufserlebnis verspürte ich Lust auf ein richtiges Mittagessen. Doch dafür eine geeignete Lokalität zu finden, war in der Gegend gar nicht so einfach. Gastronomische Einrichtungen gab es zwar reichlich, aber ich fand nur Cafés, Eisdielen oder verschiedenes aus der Fastfood-Ecke. Ich begnügte mich schließlich mit einem Selbstbedienungsrestaurant in einem großen Einkaufszentrum.
Nachdem mein Hunger gestillt war, hätte ich, einmal an der richtigen Stelle, den Einkaufstag gleich fortsetzen können. Doch heute hatte ich dazu keine rechte Lust. Das bisher Erlebte war durch nichts mehr zu toppen. Nur in ein Schmuckgeschäft ging ich rein und fand dort den roten Haarreifen, der mir zu meinem 50er-Jahre-Outfit noch fehlte.
Ich fuhr zurück in den Sonntagsclub und hatte das neue Kleid dort gleich mal probegetragen. Petra war so freundlich und hat ein Foto für meine Galerie gemacht: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9140
Nach einer Stunde musste ich mich aber schon wieder verabschieden, denn ich hatte noch einen Opernbesuch geplant. Es gab im Vorfeld zwar Absichtserklärungen einiger Forumsmitglieder, aber mitgekommen ist doch niemand. Das kann ich in diesem Falle gut verstehen, denn das Programm im Sonntagsclub war auch nicht zu verachten. Auch mir war die Entscheidung schwergefallen.
Wieder im Hotel, bereitete ich mich für den Opernbesuch vor und wählte dazu einmal mehr mein bewährtes Theateroutfit: weinroter, knöchellanger Rock, dunkelblaue halbtransparente Bluse, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sandaletten.
Diesmal fuhr ich mit der Straßenbahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Von dort sind es zu Fuß noch etwa 700 Meter bis zur Komischen Oper in der Behrenstraße. Wegen der geringen Nachfrage an diesem Abend hatte ich vorher keine Karte reserviert und stellte mich erst einmal an der Abendkasse an. Das Angebot war in der Tat noch reichlich.
Danach hatte ich noch etwas Zeit, durch das Haus zu schlendern. Interessante Architektur, war mein erster Eindruck. Zur Kleidung der anderen Besucher(innen) fällt es mir diesmal schwer, etwas zu schreiben. Es war eigentlich wie (fast) immer, ohne dass mir etwas positiv oder negativ aufgefallen wäre.
Heute stand Mozarts "Cosi fan tutte" (So machen"™s alle) auf dem Spielplan. Es war eine in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliche Inszenierung. Das begann damit, dass die Handlung in eine Gemälde-Restaurationswerkstatt der Gegenwart verlegt wurde. Zwischendurch gab es aber als Besonderheit einen Sprung in die Entstehungszeit der Oper (18. Jahrhundert). Da änderte sich nicht nur die Kostümierung, auch von der vorgetragenen deutschen Fassung wurde stellenweise auf das original italienische gewechselt. Mögen derartige Eskapaden nicht nach dem Geschmack aller Zuschauer gewesen sein, der Einfallsreichtum des Regisseurs und anderer Beteiligter war jedenfalls enorm! Ein wenig leid taten mir nur 4 Statisten, die fast während der gesamten Vorstellung an verschiedenen Gemälden herumpinseln mussten bzw. so tun, als würden sie diese restaurieren.
Mein kurzes Fazit nach dieser Aufführung könnte lauten: Nach meiner dritten Oper von Wolfgang A. Mozart finde ich immer mehr Gefallen an dieser Musik. Wie üblich für Interessent(inn)en ein Link zu mehr Informationen über die Oper: http://de.wikipedia.org/wiki/Cos%C3%AC_fan_tutte
Nach der Vorstellung schaute ich noch einmal in den Sonntagsclub rein. Es waren noch viele von "uns" da, auch einige, die ich erstmals in natura kennenlernen konnte. Nach etwa einer Stunde, es war bereits nach Mitternacht, löste sich die Veranstaltung dann allmählich auf und auch ich machte mich auf den Weg ins Hotel.
31.5.2014
Auch den heutigen Tag konnte ich nicht ohne die übliche Schminkprozedur beginnen, nur mein Outfit sollte heute ein anderes sein: kniebedeckender roter Faltenrock, hellblaue Bluse mit Blumenmuster, hautfarbene Strumpfhose, weiße Pumps und darüber meinen grau melierter Blazer. Heute waren außer mir noch zwei andere Frauen beim Frühstück, die der klassischen Damenbekleidung den Vorzug gaben.
Mein Ziel war der Petticoatshop in Berlin-Steglitz, ein Geschäft, das sich auf die Mode der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts spezialisiert hat. Einige aus dem Forum hatten zwar Interesse bekundet, mitzukommen, sich aber dann aus verschiedenen Gründen wieder zurückgezogen.
Mich störte das aber nicht. Kurz vor 10 Uhr verließ ich das Hotel und war nach etwa einer Stunde in dem Laden, wo mich die Verkäuferin freundlich begrüßte.
Ich sagte kurz, was ich gern hätte und sie zeigte mir einige der schönen Kleider. Ich suchte etwas kurzärmliches und da war das Angebot recht überschaubar. Von 6 Kleidern kamen zwei in die engere Wahl, weil sie mir auch farblich gut gefielen: Ein pastellfarbenes mit blauen Blumenmotiven und ein schwarzes mit Kirschen als Farbtupfer. Jetzt begann das große Anprobieren. Zunächst die Größe: Die 42 passte, aber vielleicht etwas zu knapp, also doch lieber die 44!
Dann die Frage, welcher Petticoat? Da gibt es einmal die weichen, die sich sehr gut anführen und zum anderen die etwas steifen, die mehr Volumen bringen und dadurch ein anderes besonderes Gefühl erzeugen. Schließlich musste ich mich noch für die Farbe des Petticoats entscheiden, ob mit oder ohne andersfarbigen Rand und welcher Gürtel am besten dazu passt.
Ich hatte genügend Zeit zum überlegen, da ich fast die gesamte Zeit die einzige Kundin im Laden war. Entschieden habe ich mich dann für das pastellfarbene Kleid mit blauen Blumenmotiven, einen weißen steifen Petticoat mit rotem Rand und dazu passend einen roten Gürtel. Ich fragte noch nach einem passenden Kopfschmuck, probierte auch verschiedene Ansteckblumen aus, war damit aber nicht zufrieden. Die Verkäuferin empfahl mir dagegen einen roten Haarreifen, den es in jedem guten Schmuckgeschäft geben sollte.
Nach diesem großen Einkaufserlebnis verspürte ich Lust auf ein richtiges Mittagessen. Doch dafür eine geeignete Lokalität zu finden, war in der Gegend gar nicht so einfach. Gastronomische Einrichtungen gab es zwar reichlich, aber ich fand nur Cafés, Eisdielen oder verschiedenes aus der Fastfood-Ecke. Ich begnügte mich schließlich mit einem Selbstbedienungsrestaurant in einem großen Einkaufszentrum.
Nachdem mein Hunger gestillt war, hätte ich, einmal an der richtigen Stelle, den Einkaufstag gleich fortsetzen können. Doch heute hatte ich dazu keine rechte Lust. Das bisher Erlebte war durch nichts mehr zu toppen. Nur in ein Schmuckgeschäft ging ich rein und fand dort den roten Haarreifen, der mir zu meinem 50er-Jahre-Outfit noch fehlte.
Ich fuhr zurück in den Sonntagsclub und hatte das neue Kleid dort gleich mal probegetragen. Petra war so freundlich und hat ein Foto für meine Galerie gemacht: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9140
Nach einer Stunde musste ich mich aber schon wieder verabschieden, denn ich hatte noch einen Opernbesuch geplant. Es gab im Vorfeld zwar Absichtserklärungen einiger Forumsmitglieder, aber mitgekommen ist doch niemand. Das kann ich in diesem Falle gut verstehen, denn das Programm im Sonntagsclub war auch nicht zu verachten. Auch mir war die Entscheidung schwergefallen.
Wieder im Hotel, bereitete ich mich für den Opernbesuch vor und wählte dazu einmal mehr mein bewährtes Theateroutfit: weinroter, knöchellanger Rock, dunkelblaue halbtransparente Bluse, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sandaletten.
Diesmal fuhr ich mit der Straßenbahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Von dort sind es zu Fuß noch etwa 700 Meter bis zur Komischen Oper in der Behrenstraße. Wegen der geringen Nachfrage an diesem Abend hatte ich vorher keine Karte reserviert und stellte mich erst einmal an der Abendkasse an. Das Angebot war in der Tat noch reichlich.
Danach hatte ich noch etwas Zeit, durch das Haus zu schlendern. Interessante Architektur, war mein erster Eindruck. Zur Kleidung der anderen Besucher(innen) fällt es mir diesmal schwer, etwas zu schreiben. Es war eigentlich wie (fast) immer, ohne dass mir etwas positiv oder negativ aufgefallen wäre.
Heute stand Mozarts "Cosi fan tutte" (So machen"™s alle) auf dem Spielplan. Es war eine in mehrfacher Hinsicht ungewöhnliche Inszenierung. Das begann damit, dass die Handlung in eine Gemälde-Restaurationswerkstatt der Gegenwart verlegt wurde. Zwischendurch gab es aber als Besonderheit einen Sprung in die Entstehungszeit der Oper (18. Jahrhundert). Da änderte sich nicht nur die Kostümierung, auch von der vorgetragenen deutschen Fassung wurde stellenweise auf das original italienische gewechselt. Mögen derartige Eskapaden nicht nach dem Geschmack aller Zuschauer gewesen sein, der Einfallsreichtum des Regisseurs und anderer Beteiligter war jedenfalls enorm! Ein wenig leid taten mir nur 4 Statisten, die fast während der gesamten Vorstellung an verschiedenen Gemälden herumpinseln mussten bzw. so tun, als würden sie diese restaurieren.
Mein kurzes Fazit nach dieser Aufführung könnte lauten: Nach meiner dritten Oper von Wolfgang A. Mozart finde ich immer mehr Gefallen an dieser Musik. Wie üblich für Interessent(inn)en ein Link zu mehr Informationen über die Oper: http://de.wikipedia.org/wiki/Cos%C3%AC_fan_tutte
Nach der Vorstellung schaute ich noch einmal in den Sonntagsclub rein. Es waren noch viele von "uns" da, auch einige, die ich erstmals in natura kennenlernen konnte. Nach etwa einer Stunde, es war bereits nach Mitternacht, löste sich die Veranstaltung dann allmählich auf und auch ich machte mich auf den Weg ins Hotel.
Viele Grüße
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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1.6.2014
Zum vorerst letzten Mal habe ich mich im Hotel geschminkt und heute mal etwas ganz anderes angezogen: rote Hose, weißes Shirt mit schwarzen Blumenmotiven, weiße Sandaletten und darüber eine weiße Jacke. Erstmals verzichtete ich auf Strumpfhosen und lackierte mir dafür die Fußnägel. Dieses Outfit ist übrigens ein "Gemeinschaftsprojekt". Die Hose habe ich mir vor kurzem gekauft, das Oberteil ist eine Empfehlung meiner Tochter und die Jacke schenkte mir eine Bekannte, die weiß, dass ich gelegentlich Damensachen trage.
Beim Frühstück trugen an diesem Tag auch alle anderen Frauen Hosen, Männer sowieso.
Ich packte meine Sachen und bezahlte die Rechnung, entgegen meiner Gewohnheit diesmal mit Bankkarte. Ich hatte bereits am Vortag gesehen, dass man bzw. frau diese selbst in den Leser stecken kann. Sonst bevorzuge ich Barzahlung, um mich beim Vorzeigen der Bankkarte nicht zu outen.
Meinen Koffer und eine große Tüte mit dem neuen Kleid einschließlich Petticoat brachte ich zunächst in ein Schließfach am Hauptbahnhof. Danach fuhr ich noch einmal in den Sonntagsclub zum "Abschiedsfrühstück". Wie ich den Worten der anderen Teilnehmer(innen) des Treffens entnehmen konnte, hat es allen sehr viel Spaß gemacht und die Frage nach einer Neuauflage im nächsten Jahr war längst beantwortet.
Ich hatte mir zum Abschluss noch einen Besuch im Gründerzeitmuseum der Charlotte von Mahlsdorf vorgenommen. Vivian und Inga hatten das Gleiche vor. Nachdem wir uns von allen noch anwesenden Forumsmitgliedern verabschiedet hatten, war Vivian so freundlich, und brachte uns mit ihrem Auto in das ehemalige Gutshaus im Berliner Stadtteil Mahlsdorf.
Das Gründerzeitmuseum zeigt Möbel und Einrichtungsgegenstände der Gründerzeit (Ende 19. Jahrhundert). Die Ausstellung wird ergänzt durch Fotos und Dokumente zur Geschichte des Museums und aus dem Leben der Charlotte von Mahlsdorf (1928 bis 2002). Das alles wurde uns im Rahmen einer Führung nähergebracht. Unsere Besonderheit schien niemand zu bemerken bzw. es kamen keine Reaktionen dazu, was aber an diesem Ort nicht verwundert, ist doch die Transidentität der Museumsgründerin auch Thema der Ausstellung. Unseren Besuch ließen wir im Garten vor dem Haus bei Kaffee und Kuchen ausklingen.
Jetzt war die Zeit gekommen, dass auch wir Abschied nehmen mussten. Vivian und Inga brachten mich noch bis zum Bahnhof in Mahlsdorf, wo wir uns eine gute Heimreise wünschten. Ich fuhr daraufhin mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und holte meine Sachen aus dem Schließfach.
Die weitere Fahrt verlief diesmal nicht so angenehm, weil nach dem langen Wochenende alle Züge überfüllt waren. Bis Leipzig musste ich stehen. Im Regionalzug nach Chemnitz erwischte ich noch einen der letzten freien Plätze inmitten einer Gruppe Kinder. Mein Passing wurde dadurch wieder einmal auf eine harte Probe gestellt, denn die mir gegenüber saßen, hatten genügend Zeit, mich zu mustern und zu überlegen, was denn an dieser "Dame" nicht stimme. Einige Kinder haben tatsächlich eine Weile geschaut, gesagt hat aber keins etwas.
Auf jeden Fall war ich pünktlich zu Hause und musste das Erlebte erst einmal "verdauen". Vier komplette Tage bzw. 96 Stunden war ich ununterbrochen als Andrea unterwegs. Das ist neuer Rekord! Irgendwie hatte ich mich schon ein wenig an das Frausein gewöhnt und der Wechsel in den Männermodus fiel mir diesmal besonders schwer.
1.6.2014
Zum vorerst letzten Mal habe ich mich im Hotel geschminkt und heute mal etwas ganz anderes angezogen: rote Hose, weißes Shirt mit schwarzen Blumenmotiven, weiße Sandaletten und darüber eine weiße Jacke. Erstmals verzichtete ich auf Strumpfhosen und lackierte mir dafür die Fußnägel. Dieses Outfit ist übrigens ein "Gemeinschaftsprojekt". Die Hose habe ich mir vor kurzem gekauft, das Oberteil ist eine Empfehlung meiner Tochter und die Jacke schenkte mir eine Bekannte, die weiß, dass ich gelegentlich Damensachen trage.
Beim Frühstück trugen an diesem Tag auch alle anderen Frauen Hosen, Männer sowieso.
Ich packte meine Sachen und bezahlte die Rechnung, entgegen meiner Gewohnheit diesmal mit Bankkarte. Ich hatte bereits am Vortag gesehen, dass man bzw. frau diese selbst in den Leser stecken kann. Sonst bevorzuge ich Barzahlung, um mich beim Vorzeigen der Bankkarte nicht zu outen.
Meinen Koffer und eine große Tüte mit dem neuen Kleid einschließlich Petticoat brachte ich zunächst in ein Schließfach am Hauptbahnhof. Danach fuhr ich noch einmal in den Sonntagsclub zum "Abschiedsfrühstück". Wie ich den Worten der anderen Teilnehmer(innen) des Treffens entnehmen konnte, hat es allen sehr viel Spaß gemacht und die Frage nach einer Neuauflage im nächsten Jahr war längst beantwortet.
Ich hatte mir zum Abschluss noch einen Besuch im Gründerzeitmuseum der Charlotte von Mahlsdorf vorgenommen. Vivian und Inga hatten das Gleiche vor. Nachdem wir uns von allen noch anwesenden Forumsmitgliedern verabschiedet hatten, war Vivian so freundlich, und brachte uns mit ihrem Auto in das ehemalige Gutshaus im Berliner Stadtteil Mahlsdorf.
Das Gründerzeitmuseum zeigt Möbel und Einrichtungsgegenstände der Gründerzeit (Ende 19. Jahrhundert). Die Ausstellung wird ergänzt durch Fotos und Dokumente zur Geschichte des Museums und aus dem Leben der Charlotte von Mahlsdorf (1928 bis 2002). Das alles wurde uns im Rahmen einer Führung nähergebracht. Unsere Besonderheit schien niemand zu bemerken bzw. es kamen keine Reaktionen dazu, was aber an diesem Ort nicht verwundert, ist doch die Transidentität der Museumsgründerin auch Thema der Ausstellung. Unseren Besuch ließen wir im Garten vor dem Haus bei Kaffee und Kuchen ausklingen.
Jetzt war die Zeit gekommen, dass auch wir Abschied nehmen mussten. Vivian und Inga brachten mich noch bis zum Bahnhof in Mahlsdorf, wo wir uns eine gute Heimreise wünschten. Ich fuhr daraufhin mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und holte meine Sachen aus dem Schließfach.
Die weitere Fahrt verlief diesmal nicht so angenehm, weil nach dem langen Wochenende alle Züge überfüllt waren. Bis Leipzig musste ich stehen. Im Regionalzug nach Chemnitz erwischte ich noch einen der letzten freien Plätze inmitten einer Gruppe Kinder. Mein Passing wurde dadurch wieder einmal auf eine harte Probe gestellt, denn die mir gegenüber saßen, hatten genügend Zeit, mich zu mustern und zu überlegen, was denn an dieser "Dame" nicht stimme. Einige Kinder haben tatsächlich eine Weile geschaut, gesagt hat aber keins etwas.
Auf jeden Fall war ich pünktlich zu Hause und musste das Erlebte erst einmal "verdauen". Vier komplette Tage bzw. 96 Stunden war ich ununterbrochen als Andrea unterwegs. Das ist neuer Rekord! Irgendwie hatte ich mich schon ein wenig an das Frausein gewöhnt und der Wechsel in den Männermodus fiel mir diesmal besonders schwer.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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7.6.2014
Nach den phantastischen Erlebnissen von Berlin gab es diesmal nur einen wenig spektakulären Andrea-Tag zu Hause. Der Wetterbericht versprach hochsommerliche Temperaturen. Deshalb wählte ich ein entsprechendes Outfit: rot-weiß gemustertes knielanges Sommerkleid, hautfarbene Strumpfhose und weiße Sandaletten.
Vormittags fuhr ich in ein Einrichtungshaus am Rande meiner Heimatstadt, um Gartenmöbel zu bestellen, die ein Nachbar später mit einem Kleintransporter abholen sollte. Als die Verkäuferin wegen der Abholung nach meinem Namen fragte, schieb sie auf dem Lieferschein ungefragt "Frau" davor. Um Missverständnisse zu vermeiden habe ich dem Nachbarn dann gesagt, dass ich die Möbel auf den Namen meiner Mutter bestellt hätte, denn er kennt meine weibliche Seite (wahrscheinlich) noch nicht.
Gleich neben dem Einrichtungshaus zog mich ein Damenmodegeschäft magisch an. Hier war ich erst einmal vor etwa zwei Jahren. Das Kleid, das ich gerade trug, hatte ich damals hier gekauft. Diesmal kaufte ich mir im Sonderangebot für je 4,99 € zwei Blusen, eine weiße und eine bunte. Da beide langärmlich sind werden sie allerdings erst im Herbst zum Einsatz kommen.
Wieder zurück in der Innenstadt, kaufte ich in einem Kosmetikgeschäft für eine Bekannte ein Geburtstagsgeschenk. Das hätte ich zwar zu anderer Zeit auch im Männermodus erledigen können, aber so fühlte ich mich eindeutig passender angezogen.
Nach dem Mittagessen bin ich dann noch einmal los, um noch einige Einkäufe in einem Supermarkt zu tätigen. Die Außentemperatur hatte bereits die 30-°C-Marke erreicht. Ich glaube, das war für mich als Andrea auch ein Rekord. Ich sah das aber auch als Test für weitere Aktivitäten während der kommenden warmen Jahreszeit. Das Testergebnis: In einem luftigen Sommerkleid lässt sich die Hitze ohne weiteres aushalten, aber das Makeup sieht nach einigen Stunden etwas "zerlaufen" aus. Das heißt, ich müsste bei hochsommerlichen Temperaturen die Möglichkeit haben, das Makeup zwischendurch zu erneuern, ähnlich wie ich es jetzt schon praktiziere, wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin und abends noch eine Kulturveranstaltung besuchen möchte.
Den Rest des Tages habe dann zu Hause mit Arbeiten verbracht, bei denen frau nicht ins Schwitzen kommt, unter anderem meinen Bericht zum Forumstreffen schreiben.
ChristaK hat geschrieben:Absolut weibliche Erscheinung.
Maria hat geschrieben:Schick!
MEL hat geschrieben:Schick! Steht dir sehr gut, die neue Brille!!!
Sabrina Verena hat geschrieben:Ich bin begeistert. Sieht richtig toll aus.
Mona Schwindt hat geschrieben:Mädel du siehst gut aus. Richtig hüpsch.
ddaniela hat geschrieben:Steht Dir gut und was für ein Kleid.. könnte mir auch gefallen.
Cybill hat geschrieben:Donnerwetter!
Ich glaube, meine Bilder sind irgendwie interessanter als die Berichte. Jedenfalls möchte ich mich ganz herzlich für die netten Kommentare dazu bedanken. Einen neuen kurzen Bericht hätte ich trotzdem noch:Ines hat geschrieben:Sehr schön. Wäre auch etwas für mich. Super kombiniert mit den Accessoirs.
7.6.2014
Nach den phantastischen Erlebnissen von Berlin gab es diesmal nur einen wenig spektakulären Andrea-Tag zu Hause. Der Wetterbericht versprach hochsommerliche Temperaturen. Deshalb wählte ich ein entsprechendes Outfit: rot-weiß gemustertes knielanges Sommerkleid, hautfarbene Strumpfhose und weiße Sandaletten.
Vormittags fuhr ich in ein Einrichtungshaus am Rande meiner Heimatstadt, um Gartenmöbel zu bestellen, die ein Nachbar später mit einem Kleintransporter abholen sollte. Als die Verkäuferin wegen der Abholung nach meinem Namen fragte, schieb sie auf dem Lieferschein ungefragt "Frau" davor. Um Missverständnisse zu vermeiden habe ich dem Nachbarn dann gesagt, dass ich die Möbel auf den Namen meiner Mutter bestellt hätte, denn er kennt meine weibliche Seite (wahrscheinlich) noch nicht.
Gleich neben dem Einrichtungshaus zog mich ein Damenmodegeschäft magisch an. Hier war ich erst einmal vor etwa zwei Jahren. Das Kleid, das ich gerade trug, hatte ich damals hier gekauft. Diesmal kaufte ich mir im Sonderangebot für je 4,99 € zwei Blusen, eine weiße und eine bunte. Da beide langärmlich sind werden sie allerdings erst im Herbst zum Einsatz kommen.
Wieder zurück in der Innenstadt, kaufte ich in einem Kosmetikgeschäft für eine Bekannte ein Geburtstagsgeschenk. Das hätte ich zwar zu anderer Zeit auch im Männermodus erledigen können, aber so fühlte ich mich eindeutig passender angezogen.
Nach dem Mittagessen bin ich dann noch einmal los, um noch einige Einkäufe in einem Supermarkt zu tätigen. Die Außentemperatur hatte bereits die 30-°C-Marke erreicht. Ich glaube, das war für mich als Andrea auch ein Rekord. Ich sah das aber auch als Test für weitere Aktivitäten während der kommenden warmen Jahreszeit. Das Testergebnis: In einem luftigen Sommerkleid lässt sich die Hitze ohne weiteres aushalten, aber das Makeup sieht nach einigen Stunden etwas "zerlaufen" aus. Das heißt, ich müsste bei hochsommerlichen Temperaturen die Möglichkeit haben, das Makeup zwischendurch zu erneuern, ähnlich wie ich es jetzt schon praktiziere, wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin und abends noch eine Kulturveranstaltung besuchen möchte.
Den Rest des Tages habe dann zu Hause mit Arbeiten verbracht, bei denen frau nicht ins Schwitzen kommt, unter anderem meinen Bericht zum Forumstreffen schreiben.
Viele Grüße
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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21.6.2014
Vor zwei Jahren hatte ich schon mal von einem Besuch der Seebühne an der Talsperre Kriebstein berichtet: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 662#p44568
Dieses Jahr schenkte mir meine Tochter zum Geburtstag eine Karte für die Aufführung des "Zigeunerbaron" von Johann Strauss. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Heute nun war es soweit. Gleich nach dem Mittagessen habe ich mich in Andrea verwandelt (seit langem mal kein kompletter Andrea-Tag). Ich zog meinen roten Faltenrock, eine hellblaue Bluse mit Blumenmuster, hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und darüber meinen grau melierten Blazer an.
Zur Seebühne konnte ich bequem mit dem Bus fahren. Entgegen verschiedener Werbeschriften für diese Kultureinrichtung besteht aber nach den meisten Veranstaltungen keine Rückfahrmöglichkeit mehr. Bei meinem Besuch vor zwei Jahren war das noch anders. So hatte ich vorher für die Rückfahrt ein Taxi bestellt.
Bis zur Vorstellung hatte ich noch etwas Zeit und ließ mir in einer Gaststätte etwas Kaffee und Kuchen schmecken. Als ich dann auf der Zuschauertribüne Platz genommen hatte, konnte ich gut die anderen Besucher(innen) beobachten, die nach und nach eintrafen: Außer mir trugen nur zwei Frauen einen Rock. Bei allen anderen konnte ich dagegen keinerlei Unterschiede zu normaler Tageskleidung erkennen. Das dürfte wohl das niedrigste Niveau gewesen sein, das ich bisher sah. Gut es ist nur eine Freilichtbühne. Bin ich da vielleicht zu streng?
Der Qualität der Aufführung — natürlich ganz auf die Gegebenheiten der Seebühne abgestimmt — tat das allerdings keinen Abbruch. Und die Musik von Johann Strauss ist sowieso Spitze, auch wenn diese unter Freiluftbedingungen nicht ganz so brillant rüberkam. Dafür ist die ganze Atmosphäre hier einzigartig.
"Der Zigeunerbaron", eine der bekanntesten Operetten des Wiener Walzerkönigs (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Zigeunerbaron) zog deutlich mehr Besucher an, als ein etwas ausgefallenes Werk vor zwei Jahren. Die Veranstaltung war ausverkauft.
Einen kleinen Berührungspunkt zu unserer Problematik gab es mit der Rolle des Carnero, der unter anderem als Sittenwächter auftrat. Sein Blick schweifte immer wieder zu den Zuschauern, wohl fragend, ob diese denn nach seiner "Norm" lebten. Ob da auch Trans* denkbar gewesen wäre? Offenbar nicht, aber wie auch immer: Zum Glück setzte sich am Schluss der Vorstellung die Erkenntnis durch, dass man solche "Normen" nicht braucht, und der Sittenwächter wurde in Rente geschickt.
Glück hatte ich auch mit dem Wetter, indem es zumindest während der Veranstaltung nicht regnete. Und was ich bei dieser Gelegenheit auch mal erwähnen möchte: Ich trage ja darunter meistens einen Polsterrock zur Verbesserung der weiblichen Hüften. Dieses Teil hat noch einen anderen Vorteil: Ich konnte damit problemlos ohne Kissen 2-½ Stunden auf den Holzbänken sitzen.
Das bestellte Taxi war pünktlich zur Stelle und die Fahrt nach Hause verlief ganz entspannt. Ich hatte mich unterwegs mit dem Fahrer über diese und andere Veranstaltungen auf der Seebühne unterhalten. Ob er dabei gemerkt hat, dass ich nicht "echt" bin? Diese Frage blieb wegen fehlender Reaktion wieder einmal unbeantwortet.
Da die Veranstaltung bereits um 17 Uhr begonnen hatte, war ich zum Abendessen wieder zu Hause. Ein nur kurzer, aber trotzdem schöner Andrea-Tag!
Auch für dieses Kompliment möchte ich mich ganz herzlich bedanken!ChristaK hat geschrieben:Du siehst sehr gut aus. Mein Kompliment.
21.6.2014
Vor zwei Jahren hatte ich schon mal von einem Besuch der Seebühne an der Talsperre Kriebstein berichtet: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 662#p44568
Dieses Jahr schenkte mir meine Tochter zum Geburtstag eine Karte für die Aufführung des "Zigeunerbaron" von Johann Strauss. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Heute nun war es soweit. Gleich nach dem Mittagessen habe ich mich in Andrea verwandelt (seit langem mal kein kompletter Andrea-Tag). Ich zog meinen roten Faltenrock, eine hellblaue Bluse mit Blumenmuster, hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und darüber meinen grau melierten Blazer an.
Zur Seebühne konnte ich bequem mit dem Bus fahren. Entgegen verschiedener Werbeschriften für diese Kultureinrichtung besteht aber nach den meisten Veranstaltungen keine Rückfahrmöglichkeit mehr. Bei meinem Besuch vor zwei Jahren war das noch anders. So hatte ich vorher für die Rückfahrt ein Taxi bestellt.
Bis zur Vorstellung hatte ich noch etwas Zeit und ließ mir in einer Gaststätte etwas Kaffee und Kuchen schmecken. Als ich dann auf der Zuschauertribüne Platz genommen hatte, konnte ich gut die anderen Besucher(innen) beobachten, die nach und nach eintrafen: Außer mir trugen nur zwei Frauen einen Rock. Bei allen anderen konnte ich dagegen keinerlei Unterschiede zu normaler Tageskleidung erkennen. Das dürfte wohl das niedrigste Niveau gewesen sein, das ich bisher sah. Gut es ist nur eine Freilichtbühne. Bin ich da vielleicht zu streng?
Der Qualität der Aufführung — natürlich ganz auf die Gegebenheiten der Seebühne abgestimmt — tat das allerdings keinen Abbruch. Und die Musik von Johann Strauss ist sowieso Spitze, auch wenn diese unter Freiluftbedingungen nicht ganz so brillant rüberkam. Dafür ist die ganze Atmosphäre hier einzigartig.
"Der Zigeunerbaron", eine der bekanntesten Operetten des Wiener Walzerkönigs (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Zigeunerbaron) zog deutlich mehr Besucher an, als ein etwas ausgefallenes Werk vor zwei Jahren. Die Veranstaltung war ausverkauft.
Einen kleinen Berührungspunkt zu unserer Problematik gab es mit der Rolle des Carnero, der unter anderem als Sittenwächter auftrat. Sein Blick schweifte immer wieder zu den Zuschauern, wohl fragend, ob diese denn nach seiner "Norm" lebten. Ob da auch Trans* denkbar gewesen wäre? Offenbar nicht, aber wie auch immer: Zum Glück setzte sich am Schluss der Vorstellung die Erkenntnis durch, dass man solche "Normen" nicht braucht, und der Sittenwächter wurde in Rente geschickt.
Glück hatte ich auch mit dem Wetter, indem es zumindest während der Veranstaltung nicht regnete. Und was ich bei dieser Gelegenheit auch mal erwähnen möchte: Ich trage ja darunter meistens einen Polsterrock zur Verbesserung der weiblichen Hüften. Dieses Teil hat noch einen anderen Vorteil: Ich konnte damit problemlos ohne Kissen 2-½ Stunden auf den Holzbänken sitzen.
Das bestellte Taxi war pünktlich zur Stelle und die Fahrt nach Hause verlief ganz entspannt. Ich hatte mich unterwegs mit dem Fahrer über diese und andere Veranstaltungen auf der Seebühne unterhalten. Ob er dabei gemerkt hat, dass ich nicht "echt" bin? Diese Frage blieb wegen fehlender Reaktion wieder einmal unbeantwortet.
Da die Veranstaltung bereits um 17 Uhr begonnen hatte, war ich zum Abendessen wieder zu Hause. Ein nur kurzer, aber trotzdem schöner Andrea-Tag!
Viele Grüße
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo, Andrea,
Das klingt nach einem gelungen Tag. Dank dir, dass du wieder ein ganz hervorragender Bericht den neusten Kultur-Ausflug hier mit uns teilst!
Liebe Grüße
Inga
Das klingt nach einem gelungen Tag. Dank dir, dass du wieder ein ganz hervorragender Bericht den neusten Kultur-Ausflug hier mit uns teilst!
Liebe Grüße
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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Zwei erlebnisreiche Wochenenden liegen hinter mir. Jetzt möchte ich für alle Interessent(inn)en noch etwas dazu schreiben:
19.7.2014
Nach vier Wochen Pause ging es wieder einmal auf Reisen. Bereits am Vorabend hatte ich meinen Koffer gepackt und mir angesichts der sommerlichen Temperaturen ein passendes Outfit zusammengestellt: rot-weißes knielanges Sommerkleid, dünne hautfarbene Strumpfhose, weiße Sandaletten.
Über Chemnitz und Hof ging es mit der Bahn nach Nürnberg. Dort hatte ich gleich in Bahnhofsnähe ein Hotelzimmer reserviert, natürlich wieder auf meinen weiblichen Namen und so wurde ich beim Einchecken wie selbstverständlich als Frau angesprochen.
Am Thermometer dürfte zu dieser Zeit etwa die 30-°C-Marke erreicht worden sein, aber ein leichter Wind sorgte für ein wenig Abkühlung.
Nach einer kurzen Verschnaufpause traf ich mich im Foyer des Hotels mit "ab08", einer netten Freundin aus unserem Forum. Ich hatte mir vorgenommen, das Germanische Nationalmuseum anzusehen und sie war gern bereit, mich dabei zu begleiten. Nach einem kurzen Fußweg standen wir in der gläsernen Eingangshalle, wo wenige Minuten später eine Führung begann, der wir uns gern anschlossen.
Erst jetzt bemerkte ich, dass ich das komplette Wochenende oder noch länger hier hätte verbringen können, so umfangreich ist die angeblich größte kulturhistorische Sammlung im deutschsprachigen Raum. Die Führung konnte deshalb nur auf einen Bruchteil davon eingehen, bot dafür viele Anregungen für weitere Besuche.
Natürlich hatten "ab" und ich uns auch viel zu erzählen. Das war unter den vielfältigen Eindrücken, die das Museum bot, allerdings nicht in dem Maße möglich, wie ich es mir gewünscht hätte. Als das Museum gegen 18 Uhr schloss, verabschiedeten wir uns. Mehr war bei dem kurzfristig vereinbarten Treffen leider nicht möglich, nur noch ein kleines Erinnerungsfoto:
Mich hat es natürlich trotzdem gefreut, ein Mitglied unseres Forums mit einer interessanten Biografie persönlich kennenzulernen.
Jetzt verspürte ich ein wenig Hunger und nahm, nur wenige Meter vom Germanischen Nationalmuseum entfernt, im Außenbereich einer Gaststätte Platz. Nachdem ich mich gestärkt hatte, musste ich zu einer Bank, um etwas Bargeld zu besorgen. Ich verband das mit einem kleinen Spaziergang durch die Nürnberger Altstadt. Es waren viele Leute unterwegs, aber was mir dabei besonders auffiel: Ungewöhnlich viele Frauen trugen schöne Sommerkleider oder Röcke. Klar, dass ich mich in dieser "Gemeinschaft" pudelwohl fühlte. Im Männermodus wäre mir eine solche Situation dagegen ein Graus gewesen.
Anschließend ging ich noch einmal ins Hotel zurück, um mein wegen der Hitze etwas "zerlaufenes" Makeup auszubessern. Für den Abend hatte ich mir noch einen Besuch der Sternwarte vorgenommen. Nach 7 Stationen mit der Straßenbahn und etwa 10 Minuten Fußweg war mein Ziel schnell erreicht.
Über mangelndes Interesse brauchen sich die Betreiber der Einrichtung offenbar nicht zu beklagen. Fast 40 Leute wollten an diesem Abend einen Blick zu den Sternen werfen. Das gab anfangs etwas Gedränge an den Fernrohren. Einige gingen aber nach dem ersten Blick wieder nach Hause, sodass sich die Lage allmählich entspannte. Zu sehen waren an diesem Abend: Der Mars (wegen des Flimmerns der Luft in Horizontnähe aber nicht sehr deutlich), der Saturn, ein Doppelsternsystem und ein Kugelsternhaufen. Mehr Interessantes war wegen der um diese Jahreszeit meist nicht ganz klaren Luft und dem Licht der Großstadt nicht drin. Nicht so gut fand ich auch, dass während der anfänglichen Drängelei auf die Anpassung an die Augen des Betrachters verzichtet wurde. Das ergab, je nach individuellem Sehvermögen, nicht unbedingt ein scharfes Bild. Erst auf Nachfrage zeigte man mir später, wo ich dran drehen müsse und siehe da: Plötzlich konnte ich statt einem drei Monde des Saturn sehen.
Im Großen und Ganzen hat es mir hier nicht so gut gefallen wie beim Besuch der Sternwarte in Radebeul vor einem Jahr. Einziger Vorteil hier: Es gab keine Belästigung durch Mücken.
Kurz vor Mitternacht machte ich mich auf den Weg ins Hotel zurück.
Zwei erlebnisreiche Wochenenden liegen hinter mir. Jetzt möchte ich für alle Interessent(inn)en noch etwas dazu schreiben:
19.7.2014
Nach vier Wochen Pause ging es wieder einmal auf Reisen. Bereits am Vorabend hatte ich meinen Koffer gepackt und mir angesichts der sommerlichen Temperaturen ein passendes Outfit zusammengestellt: rot-weißes knielanges Sommerkleid, dünne hautfarbene Strumpfhose, weiße Sandaletten.
Über Chemnitz und Hof ging es mit der Bahn nach Nürnberg. Dort hatte ich gleich in Bahnhofsnähe ein Hotelzimmer reserviert, natürlich wieder auf meinen weiblichen Namen und so wurde ich beim Einchecken wie selbstverständlich als Frau angesprochen.
Am Thermometer dürfte zu dieser Zeit etwa die 30-°C-Marke erreicht worden sein, aber ein leichter Wind sorgte für ein wenig Abkühlung.
Nach einer kurzen Verschnaufpause traf ich mich im Foyer des Hotels mit "ab08", einer netten Freundin aus unserem Forum. Ich hatte mir vorgenommen, das Germanische Nationalmuseum anzusehen und sie war gern bereit, mich dabei zu begleiten. Nach einem kurzen Fußweg standen wir in der gläsernen Eingangshalle, wo wenige Minuten später eine Führung begann, der wir uns gern anschlossen.
Erst jetzt bemerkte ich, dass ich das komplette Wochenende oder noch länger hier hätte verbringen können, so umfangreich ist die angeblich größte kulturhistorische Sammlung im deutschsprachigen Raum. Die Führung konnte deshalb nur auf einen Bruchteil davon eingehen, bot dafür viele Anregungen für weitere Besuche.
Natürlich hatten "ab" und ich uns auch viel zu erzählen. Das war unter den vielfältigen Eindrücken, die das Museum bot, allerdings nicht in dem Maße möglich, wie ich es mir gewünscht hätte. Als das Museum gegen 18 Uhr schloss, verabschiedeten wir uns. Mehr war bei dem kurzfristig vereinbarten Treffen leider nicht möglich, nur noch ein kleines Erinnerungsfoto:
Mich hat es natürlich trotzdem gefreut, ein Mitglied unseres Forums mit einer interessanten Biografie persönlich kennenzulernen.
Jetzt verspürte ich ein wenig Hunger und nahm, nur wenige Meter vom Germanischen Nationalmuseum entfernt, im Außenbereich einer Gaststätte Platz. Nachdem ich mich gestärkt hatte, musste ich zu einer Bank, um etwas Bargeld zu besorgen. Ich verband das mit einem kleinen Spaziergang durch die Nürnberger Altstadt. Es waren viele Leute unterwegs, aber was mir dabei besonders auffiel: Ungewöhnlich viele Frauen trugen schöne Sommerkleider oder Röcke. Klar, dass ich mich in dieser "Gemeinschaft" pudelwohl fühlte. Im Männermodus wäre mir eine solche Situation dagegen ein Graus gewesen.
Anschließend ging ich noch einmal ins Hotel zurück, um mein wegen der Hitze etwas "zerlaufenes" Makeup auszubessern. Für den Abend hatte ich mir noch einen Besuch der Sternwarte vorgenommen. Nach 7 Stationen mit der Straßenbahn und etwa 10 Minuten Fußweg war mein Ziel schnell erreicht.
Über mangelndes Interesse brauchen sich die Betreiber der Einrichtung offenbar nicht zu beklagen. Fast 40 Leute wollten an diesem Abend einen Blick zu den Sternen werfen. Das gab anfangs etwas Gedränge an den Fernrohren. Einige gingen aber nach dem ersten Blick wieder nach Hause, sodass sich die Lage allmählich entspannte. Zu sehen waren an diesem Abend: Der Mars (wegen des Flimmerns der Luft in Horizontnähe aber nicht sehr deutlich), der Saturn, ein Doppelsternsystem und ein Kugelsternhaufen. Mehr Interessantes war wegen der um diese Jahreszeit meist nicht ganz klaren Luft und dem Licht der Großstadt nicht drin. Nicht so gut fand ich auch, dass während der anfänglichen Drängelei auf die Anpassung an die Augen des Betrachters verzichtet wurde. Das ergab, je nach individuellem Sehvermögen, nicht unbedingt ein scharfes Bild. Erst auf Nachfrage zeigte man mir später, wo ich dran drehen müsse und siehe da: Plötzlich konnte ich statt einem drei Monde des Saturn sehen.
Im Großen und Ganzen hat es mir hier nicht so gut gefallen wie beim Besuch der Sternwarte in Radebeul vor einem Jahr. Einziger Vorteil hier: Es gab keine Belästigung durch Mücken.
Kurz vor Mitternacht machte ich mich auf den Weg ins Hotel zurück.
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Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Regina
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
vielen Dank für Deine schönen und ausführlichen Berichte, die ich immer sehr gern lese.
Liebe Grüße,
Regina
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Liebe Grüße,
Regina
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht!
Es war schön, Dich persönlich kennenzulernen und ein netter, interessanter Nachmittag mit Dir!
Danke!!
Ganz liebe Grüße, pass auf Dich auf,
und alles, alles Gute
Deine
ab
herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht!
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Danke!!
Ganz liebe Grüße, pass auf Dich auf,
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ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Magdalena
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
es ist immer wieder schön Deine Berichte zu lesen. Da ich erst selbst in Nürnberg war und auch das Germanische Museum besuchte, kann ich nur bestätigen, die Sammlungen sind an einem Tag nicht zu schaffen. Und dann auch noch in einer netten Begleitung. Auch kann ich Deine Eindrücke, die Frauen sind in schönen Kleider und Röcken unterwegs unterschreiben. Mir fiel es ähnlich auf.
Liebe Grüße Magdalena
es ist immer wieder schön Deine Berichte zu lesen. Da ich erst selbst in Nürnberg war und auch das Germanische Museum besuchte, kann ich nur bestätigen, die Sammlungen sind an einem Tag nicht zu schaffen. Und dann auch noch in einer netten Begleitung. Auch kann ich Deine Eindrücke, die Frauen sind in schönen Kleider und Röcken unterwegs unterschreiben. Mir fiel es ähnlich auf.
Liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
Danke Regina, "ab" und Magdalena für die netten Kommentare! Und so ging mein Besuch in Nürnberg weiter:
20.7.2014
Dieser Tag stand ganz im Zeichen einer Aufführung von Les huguenots (Die Hugenotten) von Giacomo Meyerbeer im Nürnberger Staatstheater. Bereits am späten Vormittag sollte es eine Podiumsdiskussion zu dem Werk, seinem Inhalt, dem historischen Hintergrund und der aktuellen Inszenierung geben. Das war überhaupt auch der Grund, warum ich mir von dem selten gespielten Werk gerade diese Aufführung, die letzte in dieser Saison, ausgesucht hatte.
Nach dem Frühstück im Hotel blieb mir noch etwas Zeit, die ich nutzte, um mir im Germanischen Nationalmuseum noch zwei Sonderausstellungen anzusehen. Dazu hatte am Vortag die Zeit nicht mehr gereicht. Als Outfit wählte ich diesmal etwas eher Formelles: kniefreier roter enger Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, transparente schwarze Strumpfhose und Pumps.
Nach einer reichlichen Stunde war ich mit den Sonderausstellungen durch und konnte zu der Podiumsdiskussion ins Staatstheater gehen. Etwa 80 Leute wohnten der Veranstaltung bei, ein recht gemischtes Publikum. Die Diskussion führten ein Moderator, ein Historiker, ein evangelischer Pfarrer und der Regisseur der Nürnberger Inszenierung. Um die Handlung der Oper vorwegzunehmen: Es geht es um Themen wie Glaube, Macht und religiösen Fanatismus (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Hugenotten) Diese haben bis heute nichts an Brisanz verloren und so war die Diskussion überaus interessant und aufschlussreich.
Es verblieben noch 1-½ Stunden Zeit bis zum Beginn der Aufführung. Da musste statt Mittagessen wieder einmal ein kleiner Imbiss reichen. Schließlich wollte ich mich für den Höhepunkt des Tages noch etwas zurechtmachen, aber zum Glück lag das Hotel gleich um die Ecke. Da ich bisher vom Kleidungsstil der Nürnbergerinnen begeistert war, wollte ich dem nicht nachstehen und holte mein langes rotes Abendkleid aus dem Koffer.
Ich sollte mich, was die Kleiderordnung hier betrifft, nicht täuschen. Viele schöne Abendkleider in den verschiedensten Formen, Längen und Farben! Nur komplett in Rot war ich wohl die einzige. Positiv überrascht hat mich auch die Tatsache, dass das Haus an einem Sonntagnachmittag bei einem nur wenig bekannten Werk fast ausverkauft war. Da bin ich ja von Chemnitz ganz anderes gewöhnt.
Um die Vorstellung an diesem Tag überhaupt zu ermöglichen, musste für eine erkrankte Sängerin kurzfristig Ersatz gefunden werden. Dass das gelungen ist, grenzt fast an ein Wunder, gibt es doch bei so einem selten gespielten Werk weltweit vielleicht nur eine Handvoll Sängerinnen, die diese Rolle beherrschen.
Die Inszenierung war durchaus sehenswert, bei "nur" 4 Stunden Spielzeit (einschließlich 2 Pausen) handelte es sich aber um eine leicht gekürzte Fassung.
Nach der Vorstellung gab es noch eine Gesprächsrunde, in welcher sich der Regisseur den Fragen der Zuschauer stellte. Etwa 30 Leute kamen dazu und wie sich herausstellte, hatten fast alle weite Anfahrtswege auf sich genommen, um diese Aufführung zu sehen — echte Opernliebhaber(innen) eben. Einige davon hatten voriges Jahr auch die Aufführung "Vasco de Gama" vom gleichen Komponisten in Chemnitz gesehen. Da konnte ich natürlich auch etwas mitreden.
Nach den fast durchweg positiven Eindrücken ging ich zufrieden zum Hotel zurück und legte mich mal etwas eher zur Ruhe, weil ich am nächsten Tag noch viel vorhatte und entsprechend zeitig starten wollte.
Danke Regina, "ab" und Magdalena für die netten Kommentare! Und so ging mein Besuch in Nürnberg weiter:
20.7.2014
Dieser Tag stand ganz im Zeichen einer Aufführung von Les huguenots (Die Hugenotten) von Giacomo Meyerbeer im Nürnberger Staatstheater. Bereits am späten Vormittag sollte es eine Podiumsdiskussion zu dem Werk, seinem Inhalt, dem historischen Hintergrund und der aktuellen Inszenierung geben. Das war überhaupt auch der Grund, warum ich mir von dem selten gespielten Werk gerade diese Aufführung, die letzte in dieser Saison, ausgesucht hatte.
Nach dem Frühstück im Hotel blieb mir noch etwas Zeit, die ich nutzte, um mir im Germanischen Nationalmuseum noch zwei Sonderausstellungen anzusehen. Dazu hatte am Vortag die Zeit nicht mehr gereicht. Als Outfit wählte ich diesmal etwas eher Formelles: kniefreier roter enger Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, transparente schwarze Strumpfhose und Pumps.
Nach einer reichlichen Stunde war ich mit den Sonderausstellungen durch und konnte zu der Podiumsdiskussion ins Staatstheater gehen. Etwa 80 Leute wohnten der Veranstaltung bei, ein recht gemischtes Publikum. Die Diskussion führten ein Moderator, ein Historiker, ein evangelischer Pfarrer und der Regisseur der Nürnberger Inszenierung. Um die Handlung der Oper vorwegzunehmen: Es geht es um Themen wie Glaube, Macht und religiösen Fanatismus (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Hugenotten) Diese haben bis heute nichts an Brisanz verloren und so war die Diskussion überaus interessant und aufschlussreich.
Es verblieben noch 1-½ Stunden Zeit bis zum Beginn der Aufführung. Da musste statt Mittagessen wieder einmal ein kleiner Imbiss reichen. Schließlich wollte ich mich für den Höhepunkt des Tages noch etwas zurechtmachen, aber zum Glück lag das Hotel gleich um die Ecke. Da ich bisher vom Kleidungsstil der Nürnbergerinnen begeistert war, wollte ich dem nicht nachstehen und holte mein langes rotes Abendkleid aus dem Koffer.
Ich sollte mich, was die Kleiderordnung hier betrifft, nicht täuschen. Viele schöne Abendkleider in den verschiedensten Formen, Längen und Farben! Nur komplett in Rot war ich wohl die einzige. Positiv überrascht hat mich auch die Tatsache, dass das Haus an einem Sonntagnachmittag bei einem nur wenig bekannten Werk fast ausverkauft war. Da bin ich ja von Chemnitz ganz anderes gewöhnt.
Um die Vorstellung an diesem Tag überhaupt zu ermöglichen, musste für eine erkrankte Sängerin kurzfristig Ersatz gefunden werden. Dass das gelungen ist, grenzt fast an ein Wunder, gibt es doch bei so einem selten gespielten Werk weltweit vielleicht nur eine Handvoll Sängerinnen, die diese Rolle beherrschen.
Die Inszenierung war durchaus sehenswert, bei "nur" 4 Stunden Spielzeit (einschließlich 2 Pausen) handelte es sich aber um eine leicht gekürzte Fassung.
Nach der Vorstellung gab es noch eine Gesprächsrunde, in welcher sich der Regisseur den Fragen der Zuschauer stellte. Etwa 30 Leute kamen dazu und wie sich herausstellte, hatten fast alle weite Anfahrtswege auf sich genommen, um diese Aufführung zu sehen — echte Opernliebhaber(innen) eben. Einige davon hatten voriges Jahr auch die Aufführung "Vasco de Gama" vom gleichen Komponisten in Chemnitz gesehen. Da konnte ich natürlich auch etwas mitreden.
Nach den fast durchweg positiven Eindrücken ging ich zufrieden zum Hotel zurück und legte mich mal etwas eher zur Ruhe, weil ich am nächsten Tag noch viel vorhatte und entsprechend zeitig starten wollte.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
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Anne-Mette
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Liebe Andrea,
ich genieße Deine Berichte immer sehr...
... und ich muss zugeben, ich habe gerade in der letzten Zeit oftmals gedacht: "Hoffentlich macht Andrea bald mal wieder etwas (und schreibt darüber)"
Danke
mein Wunsch wurde erhört - und meinen kulturellen Horizont konnte ich sogar auch etwas erweitern.
Herzliche Grüße
Anne-Mette
ich genieße Deine Berichte immer sehr...
... und ich muss zugeben, ich habe gerade in der letzten Zeit oftmals gedacht: "Hoffentlich macht Andrea bald mal wieder etwas (und schreibt darüber)"
Danke
Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Kerstin
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea
Vielen Dank für deine Berichte, auch ich lese sie immer wieder gern
LG Kerstin
Vielen Dank für deine Berichte, auch ich lese sie immer wieder gern
uuups - da braucht Frau aber gutes Sitzfleisch - Respekt.Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
..... bei "nur" 4 Stunden Spielzeit (einschließlich 2 Pausen) handelte es sich aber um eine leicht gekürzte Fassung.
...
LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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Danke auch Anne-Mette und Luzia für die netten Kommentare! Die Fortsetzung meiner Geschichte folgt in Kürze.
Keine Sorge, die Sitze in der Oper sind in der Regel gut gepolstert! Die erwähnte Aufführung von "Vasco de Gama" in Chemnitz dauerte sogar 5-½ Stunden — französische Grand opéra (Große Oper) eben! Ähnliche Dimensionen findet man bzw. frau auch bei Richard Wagner. Da fangen die Vorstellungen meist gegen 17 oder 18 Uhr an, um noch vor Mitternacht fertig zu sein. Mit dessen Musik konnte ich mich bisher aber noch nicht so recht anfreunden.Kerstin hat geschrieben:uuups - da braucht Frau aber gutes Sitzfleisch - Respekt.
Danke auch Anne-Mette und Luzia für die netten Kommentare! Die Fortsetzung meiner Geschichte folgt in Kürze.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
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Monika
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
wirklich ein schöner Bericht.
Würde mich über weitere Berichte sehr freuen.
Mit lieben Grüßen
Monika
wirklich ein schöner Bericht.
Würde mich über weitere Berichte sehr freuen.
Mit lieben Grüßen
Monika
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MEL
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
möchte es ebenfalls nicht versäumen, Dir für deine Erlebnisberichte zu danken,
die sich ja nicht nur auf deine Ausflüge als Andrea - eben en femme - beschränken,
sondern uns auch Sehenswürdigkeiten und Kultur näher bringen.
Wünsche Dir weiterhin viele tolle Erlebnisse/Aufführungen dieser Art
und freue mich schon auf die nächsten Schilderungen (auch wenn ich persönlich nicht von der Muse geküsst bin!).
GLG MEL
möchte es ebenfalls nicht versäumen, Dir für deine Erlebnisberichte zu danken,
die sich ja nicht nur auf deine Ausflüge als Andrea - eben en femme - beschränken,
sondern uns auch Sehenswürdigkeiten und Kultur näher bringen.
Wünsche Dir weiterhin viele tolle Erlebnisse/Aufführungen dieser Art
und freue mich schon auf die nächsten Schilderungen (auch wenn ich persönlich nicht von der Muse geküsst bin!).
GLG MEL