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Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Mo 7. Okt 2019, 14:08
von Anja
Moinsen

Lisa
Lisa-Weber hat geschrieben: Mo 7. Okt 2019, 14:00
Fühl dich nochmal umärmelt...
Krieg bald schon keine luft mehr
Danke dir noch mal

Emotional gehts mir ja schon wesentlich besser als zu Anfang der "Krise". Von daher wars mir zu Anfang garnicht möglich, mich damit logisch auseinanderzusetzen.
Naja, für die Woche gilt: Ich habe einen Plan!
Und ich bin positiv gestimmt.
Und was das momentane Verhalten meiner Freundin angeht, so lange ich es nicht besser weiß, gilt für mich erstmal die Unschuldsvermutung.
Ich halte euch auf dem Laufenden!
Grüße
die Anja
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Mo 7. Okt 2019, 14:15
von Nicole Fritz
Anja hat geschrieben: Mo 7. Okt 2019, 13:29
... Und plötzlich knallt jemand in dein Leben. ....
... wie bei mir an einen einzigen Tag diese Freibad-Bekanntschaft. Das war zu viel auf einmal für mich - total überfordert, weil ich sonst ja auch immer alleine bin. Und als Mama noch lebte, waren wir gemeinsam einsam. Da war zwar jemand, aber letztlich war ich genauso alleine wie jetzt. Wie ist es zwischen Deiner Freundin und ihrem Mann? Leben sie vielleicht auch aneinander vorbei? - Und dann auf einmal intensiver Kontakt!?
Da kann ich nur Lisa zitieren: "Die Zeit wird hier weiterhelfen - so oder so" - abwarten und immer mal wieder vorsichtig Kontakt aufnehmen.
LG Nicole
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Mo 7. Okt 2019, 22:12
von Aria
Anja hat geschrieben: Mo 7. Okt 2019, 12:55
Moinsen
Aria hat geschrieben: Mo 7. Okt 2019, 11:50
Da gab es bestimmt Personen, die schon sehr viel näher an ihr dran waren als du. Auch die haben es nicht geschafft, ihre Beziehung zu ihr aufrecht zu halten. Die werden auch irgendwann gemerkt haben, dass ihnen es das nicht wert ist. Freundschaften sollten so nun mal nicht sein! Sie sollen Spass machen, sich ergänzen. Bindend sein und zugleich Freiräume lassen. Sie können mal ernst aber dann auch wieder fröhlich sein, aber nie einseitig. Das ist es hier aber und wird niemals anders sein, wenn du mal ehrlich reflektierst.
Das kommt ganz darauf an, was der Grund für ihr Verhalten ist, oder?
Wenn tatsächlich eine Krankheit dahintersteckt, fände ich es ganz und garnicht ok, sie "fallen" zu lassen.
Aria hat geschrieben: Mo 7. Okt 2019, 11:50
Es wird immer eine einseitige Freundschaft bleiben, in der du die Leidtragende bist.
Du kannst in die Zukunft sehen? Und es ist ja noch garnicht so lange her, wo wir eine Menge Spaß miteinander hatten.
Ja, ich versuche alle möglichen Lösungswege zu finden, ganz einfach weil sie mir wichtig ist. Weil ich sie liebe.
Die ersten Monate waren für mich wie ein Traum. Ganz und garnicht einseitig. Sie hat mir so viel gegeben...
Grüße
die Anja
Und wenn es wirklich eine Krankheit, wie z.B. eine bipolare Störung ist, muss das der/diejenige erstmal für sich erkennen und dran arbeiten - meist über Jahre. Musst halt du wissen, wie lange du in der Warteschleife hängen magst. Vordergründig ist dann nämlich nicht, sich um ehemalige Freundschaften zu kümmern.
Meistens fangen solche Menschen x-mal wieder bei 0 an, in ihrem Leben. Für sie die beste Wahl, um sich nicht mit alten Problemen auseinanderzusetzen zu müssen. Macht ja eh niemand gern.
Nein, ich kann nicht in die Zukunft sehen und mir ist klar, dass du einiges dafür gibst, weil du sie lieb hast. Doch, sollte sowas nicht auf Gegenseitigkeit beruhen? Klar, du kannst es nun wieder auf dieses oder jenes schieben, weil sie das nicht macht, aber meine Erfahrung sagt mir was anderes. Heisst es nicht: Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Di 8. Okt 2019, 20:54
von Michi
Hallo Anja,
beim Schauen dieses Videos musste ich an dich denken.
Scheinbar ist das bei euch kein Einzelfall, eine Verbindung einfach so abzubrechen.
Liebe Grüße
Michi
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 00:05
von Andrea aus Sachsen
.
MichiWell hat geschrieben: Di 8. Okt 2019, 20:54
Scheinbar ist das bei euch kein Einzelfall, eine Verbindung einfach so abzubrechen.
Nicht nur scheinbar! Ich kann das aus eigenem Erleben bestätigen:
Kurz nachdem ich mich hier im Forum angemeldet hatte, lernte ich über eben dieses eine nette Freundin kennen. Uns verbanden zahlreiche gemeinsame Interessen und die Freundschaft gipfelte in einem gemeinsamen Wochenende in Frankfurt/M. Es war damals meine erste große Reise als Andrea und für sie das erste Treffen mit einer CD-Freundin (TS war für mich da noch kein Thema) und ihr erster Opernbesuch. Sie nannte sich Deborah und war hier als "Ladylike" angemeldet. Vielleicht können sich einige noch an ihren fantastischen Bericht erinnern:
viewtopic.php?f=6&t=6253
Es war ein zweites Treffen in Chemnitz geplant. Ich hatte dafür schon Opernkarten besorgt, doch wenige Wochen vorher brach sie die Verbindung ohne Erklärung abrupt ab. Später meldete sie sich auch aus dem Forum ab. Über das warum und wieso habe ich damals auch lange gegrübelt.
In jüngster Vergangenheit erlebte ich ähnliches immer wieder bei meiner Tanzpartnersuche. Von 20 Herren, die ich diesbezüglich kontaktiert hatte, brach etwa die Hälfte die Korrespondenz ohne Begründung einfach ab, obwohl wir uns meist schon so gut wie einig über einen Kurs waren.
Gut, das waren keine langjährigen Freundschaften, bei denen man mit so etwas nicht gerechnet hätte. Doch zeigt es mir deutlich, dass die geschilderte einfache, aber für meine Begriffe äußerst unhöfliche Methode, eine Beziehung zu beenden, leider immer mehr Anhänger(innen) findet.
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 04:30
von Rabea-Marie
Hallo alle, Hallo Anja!
Doch, sollte sowas nicht auf Gegenseitigkeit beruhen? Klar, du kannst es nun wieder auf dieses oder jenes schieben, weil sie das nicht macht, aber meine Erfahrung sagt mir was anderes. Heisst es nicht: Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.
Prinzipiell würde ich dir in einer normalen Situation da zustimmen, aber...
Sollte es wirklich bei ihr um etwas Psychichisches gehen, würde ich das nicht so drastisch formulieren.
Als ich meine starke Leidensphase hatte, haben sich meine Freunde nicht, nicht von mir abgewandt weil ich mich so gut im Griff hatte, sondern weil sie soviel Verständnis für meine Situation hatten.
Das der Kontakt zu meinen Eltern und Schwägerin nicht abbrach, habe ich meiner Frau zu verdanken.
Ich habe all diese Menschen unheimlich gern und lieb, unser Freundeskreis besteht jetzt schon seit 25 Jahren. Aber ich war einfach nicht in der Lage dazu...
In diesem Sinne Anja, wünsche ich dir wirklich dass ihr einfach nur eine schwere Zeit habt und danach eine feste Freundschaft daraus erwächst!
LG Rabea
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 09:43
von Astrid
Hallo Anja,
ich lese gerade, wie es sich mit der Beziehung zu Deiner Freundin entwickelt hat. Dat tut mir leid für Dich.
Mir fällt dazu spontan etwas aus meinem Leben ein, was ich hier mal kurz und ohne ins Detail zu gehen erzählen möchte.
Ich hatte vor Jahren mal eine recht gute Bekanntschaft zu einem Mann. Nichts Intimes oder dergleichen. Normale Freundschaft würde ich sagen. Obwohl ich gewöhnlich ein sehr distanzierter Mensch bin, der nur schwer jemanden näher an sich heranlässt, habe ich mich mehr und mehr auf diese Beziehung eingelassen, die sowieso von Anfang an eher von ihm ausging.
Nach einigen Monaten spürte ich, daß ihm diese Freundschaft zu mir sehr viel bedeutete. Ich empfand diese Freundschaft zu diesem Zeitpunkt schon eher als Umklammerung seinerseits und mir wurde anfangs unbehaglich und später war ich einfach nur noch genervt von seinem Wunsch, mit mir Zeit zu verbringen.
Ein verantwortungsvoller und aufrichtiger Mensch hätte spätestens an diesem Zeitpunkt ein klärendes Gespräch gesucht. Ich aber war zu feige, wollte ihn nicht kränken und habe noch eine lange Zeit hin gute Miene gemacht, obwohl ich eigentlich nur noch frustriert war.
Irgendwann, als mir meine eigenen Probleme mal wieder bis zum Hals standen, bin ich dann ausgerastet und habe die Beziehung schlagartig beendet. Ich habe mich schmutzig dabei gefühlt, aber es ging einfach nicht mehr.
Liebe Anja, inwieweit sich das Geschilderte mit Deiner Freundschaftsbeziehung vergleichen lässt, oder ob es sich überhaupt vergleichen lässt, kannst nur Du wissen.
Aber die Möglichkeit besteht; vielleicht war Dein Klammergriff zu stark und Du hast in Deiner Euphorie nicht wahrgenommen, daß schon ein Punkt überschritten wurde, der Deiner Freundin eher Probleme bereitet hat, in welcher Art auch immer. Möglicherweise ist ihre harsche Reaktion und ihr anschließendes Schweigen auch als Notbremsung zu werten. Ich würde deswegen allerdings nicht unbedingt von einer psychischen Störung reden, so wie hier z.T. vermutet wird. Ihr Verhalten wird wohl eher eine unangenehme Facette ihres Charakters darstellen.
Wie dem auch sei, vieles braucht Zeit, um sich wieder einzurenken. Und ich denke, Du machst es schon richtig, wenn Du ihr diese Zeit nun erstmal gibst.
Für Dich wäre es bestimmt auch gesund, einen Weg aus dem Grübeln herauszufinden. Grübeln führt eh zu nichts außer schlaflosen Nächten.
Ich wünsche Dir die Kraft dazu.
Liebe Grüße - Astrid
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 10:34
von Anja
Moinsen
MichiWell hat geschrieben: Di 8. Okt 2019, 20:54
beim Schauen dieses Videos musste ich an dich denken.
Vielen Dank für das Video. Fand ich ganz interessant. Traurig das es so häufig vorkommt, das schon ein Wort dafür erfunden werden musste
Einen direkten Zusammenhang kann ich allerdings nicht sehen.
Ja, meine Freundin hatte ja den Kontakt abgebrochen, allerdings hat sie mir diesbezüglich ja eine Nachricht mit Erklärungsversuchen geschickt und nicht einfach nicht mehr geantwortet.
Und auch danach hatte wir ja noch Kontakt und auch telefoniert. Also "geghostet" fühle ich mich eigentlich nicht.
Rabea-Marie hat geschrieben: Mi 9. Okt 2019, 04:30
In diesem Sinne Anja, wünsche ich dir wirklich dass ihr einfach nur eine schwere Zeit habt und danach eine feste Freundschaft daraus erwächst!
Dankeschön meine Liebe
Das ist der Plan...
Astrid hat geschrieben: Mi 9. Okt 2019, 09:43
Nach einigen Monaten spürte ich, daß ihm diese Freundschaft zu mir sehr viel bedeutete. Ich empfand diese Freundschaft zu diesem Zeitpunkt schon eher als Umklammerung seinerseits und mir wurde anfangs unbehaglich und später war ich einfach nur noch genervt von seinem Wunsch, mit mir Zeit zu verbringen.
Ein verantwortungsvoller und aufrichtiger Mensch hätte spätestens an diesem Zeitpunkt ein klärendes Gespräch gesucht. Ich aber war zu feige, wollte ihn nicht kränken und habe noch eine lange Zeit hin gute Miene gemacht, obwohl ich eigentlich nur noch frustriert war.
Das wäre natürlich eine Möglichkeit, die ich so nicht Wegdiskutieren kann.
Da ich allerdings weiß, wie schlecht es ihr gerade geht und sie mega unter Stress steht, liegt für mich eine andere Vermutung nahe.
Ich kann natürlich auch total daneben liegen und das eine hat garnix mit dem anderen zu tun. Aber wie ich schon sagte, so lange ich es nicht weiß, gilt für mich die Unschuldsvermutung. Wir hatten ja ein paar schöne gemeinsame Monate und ich habe sie als sehr lieben Menschen kennengelernt. Und ich möchte nicht glauben, das sie jetzt absichtlich nur mir gegenüber "so" ist. Zumindest so lange nicht, bis ich eines schlechteren belehrt werde.
Wenn ich eine Handlung (oder eine Nachricht) nicht verstehen kann, interpretiere ich sie erstmal als grundsätzlich nicht böswillig. Den Vertrauensvorschuss hat sie sich verdient.
Und den hab ich übrigens von ihr auch schon häufiger bekommen.
Ich konnte mit ihr schreiben wie mir der "Schnabel" gewachsen war. Sie hat es nie fehlinterpretiert. Während ihr Mann schon mit nem Kuss-Smiley Schnappatmung bekommen hat, hat sie verstanden, das ein "ich hab dich lieb" nicht als Anmache zu verstehen ist. Vermutlich weil sie in mir immer nur die Frau gesehen hat und meine Vergangenheit nicht wichtig genommen hat.
Das war sogar mal Thema eines Gesprächs zwischen uns, ich weiß aber nicht mehr was der Auslöser war... Da meinte sie, wenn ich zu ihr sagen würde, wie geil sie heute aussieht, würde sie das als Kompliment verstehen

Ein Kompliment von Frau zu Frau...
Grüße
die Anja
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 12:30
von Nicole Fritz
MichiWell hat geschrieben: Di 8. Okt 2019, 20:54
beim Schauen dieses Videos musste ich an dich denken.
.. Und ich fragte mich, wie viele Leute ich in den letzten 20 Jahren geghostet habe. - Da wären schon mal alle Kollegen aus dem Ingenieurbüro, wo ich einmal arbeitete. Und bei meinen guten Bekannten schlief der Kontakt ein, als ich mich aus dem Ruhrgebiet in den Hunsrück absetzte. Als Nicole geoutet habe ich mich nur bei zwei guten Bekannten. Und die anderen werden wohl durch sie von Nicole erfahren haben.
Ich denke, das Video vermittelt recht gut, wie ich mit meiner Sozialphobie umgehe. Wenn ich anrufen müsste, sollte, könnte, meldet das Unterbewusstsein Unbehagen, es will nicht. Und wer will, sucht Wege, und wer nicht will, sucht Gründe. Also passt der Zeitpunkt nicht, oder da liegt seit drei Wochen irgend etwas auf dem Tisch, das jetzt ganz dringend sofort erledigt werden muss. In einer depressiven Phase ist das sehr stark ausgeprägt. Werde ich dagegen angerufen, soll niemand etwas von der Sozialphobie merken. Also tue ich so, als wäre alles in Ordnung und ganz normal wie immer.
Ideal ist bei so einer Sozialphobie ein Forum im Internet wie dieses. Da kann ich nachts um drei etwas posten und erreiche damit gleich mehrere. Die Antworten kann ich dann einen Tag später morgens um fünf abrufen. Das Argument jemanden zu stören sieht nicht.
LG Nicole
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Fr 25. Okt 2019, 11:42
von Anja
Moinsen
ich hatte wieder etwas abgewartet, in der Hoffnung, vielleicht eine positive Wendung posten zu können, aber so wie es aussieht, wird das vermutlich erstmal so eine Art Abschlussbericht
Anja hat geschrieben: Mo 7. Okt 2019, 10:34
Ich habe mich an meine Nachbarin gewandt, da sie selbst Erfahrungen mit Depressionen hat. [...] Außerdem hatte sie eine nette Idee, was sie sich in einer depressiven Phase als schöne Geste vorstellen könnte. Ich fand die Idee gut und werde sie diese Woche noch umsetzen.
Sollte sie z.B. von ihrem Mann beeinflusst worden sein, wird mir das nix bringen, aber wenn sie wirklich gerade in einer Depri-Phase steckt, wird sie sich drüber freuen denke ich.
Bei der Idee handelte es sich um ein Päckchen. Ein kleines Verwöhn-Paket sozusagen.
Ich hab ein paar nette Dinge zusammengetragen, von denen ich weiß, das sie sie mag. Dazu hab ich einen Brief gelegt mit ein paar handgeschriebenen Zeilen, in denen ich zum Ausdruck brachte, das sie mir wichtig ist, ich für sie da bin und mich auch nicht abwenden werde. Ehrlicherweise muss ich sagen, was den Brief angeht, war ich mir unsicher, wie ich mich ausdrücken soll. Wenn jemand wirklich in einer Depression steckt, brauche ich dem nicht mit "Kopf hoch, wird schon" kommen. Ich hab mir also wirklich Gedanken gemacht und die Zeilen von meiner Nachbarin und meiner einen Lieblingskollegin (die, die sich auch mit Depression auskennt) "absegnen" lassen. Beide fanden sie richtig gut
Ich war schon ziemlich nervös, wie das Päckchen bei meiner Freundin "ankommen" wird, aber die beiden gaben mir die Sicherheit und den Mut, das Ganze dann auch loszuschicken.
Naja, ich hab es leider als Päckchen losgeschickt und somit konnte ich es auch nicht verfolgen. Es verging ein Tag, noch einer, noch einer und noch einer, ohne das ich irgendwas von meiner Freundin hörte. Ich hatte schon Sorge, das es irgendwie verloren gegangen sein könnte. Der preisliche Wert war ja eher gering, aber der ideelle Wert für mich doch ziemlich hoch..
Erst am Sonntag, 5 Tage nach Versand, bekam ich eine Nachricht von ihr. Ich gehe mal davon aus, das sie das Päckchen nicht am Sonntag bekommen hat

Doch warum sie mit der Antwort gezögert hat, weiß ich nicht. Sie bedankte sich kurz und emotionslos für das Päckchen. Auch wieder so eine Nachricht, wie ich sie sonst überhaupt nicht von ihr kenne. Naja, und das war dann....
Bis heute, 12 Tage später, kein weiterer Kontakt.
Ich geb ja die Hoffnung nicht auf, aber...
Grüße
die Anja
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Fr 25. Okt 2019, 13:08
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Anja,
ich möchte auch keine Ferndiagnose stellen, aber es fällt mir auf, dass Du einige Kernaussagen ständig wiederholst (Sie ist überlastet, Ich bleibe auf Empfang, Ich bin mir keiner Schuld bewusst ...). Hat das was zu bedeuten und wenn ja was ?
Meiner Schwester ist ähnliches passiert. Sie lebt in einem kleinen Häuschen und hat sich mit ihrer Nachbarin auf das Beste angefreundet. Da meine Schwester an Parkinson leidet, kam die Freundin jeden Tag vorbei. Dann erkrankte der Mann der Freundin an Krebs und verschied nach kurzer schwerer Krankheit. Meine Schwester meint auch, dass sie sich keiner Schuld bewusst ist, aber trotzdem ging die Freundschaft völlig in die Brüche und es entstand sogar einiger Streit. Bis heute hat sich daran nicht wirklich etwas geändert.
Ich denke, solche Dinge können passieren, wenn man unter großem Druck steht. Das bedeutet aber nicht, dass sie das nach Ende des Drucks sich alles wieder normalisiert. Ich fürchte, da wurde eine Vertrauensbasis schwer gestört, die man nicht wieder reparieren kann. Das bedeutet aber nicht, dass jetzt alles vorbei ist, aber eine Freundschaft steht dann auf anderen Füßen.
Vielleicht müsstest Du versuchen, Dich selber zu schützen und mit einem weniger offenen "Scheunentor" Deine eigenen Gefühle zu schützen ohne alle Türen zu verschließen. Die Motivation für das Handeln anderer Menschen ist manchmal nicht zu ergründen. Das kann man nur akzeptieren. Auch ist die Frage inwieweit Deine Freundin noch die Kontrolle des eigenen Handelns hat. Es ist eine Gratwanderung für Dich wie weit Du Dich von Deiner Freundin löst oder ihr zur Seite stehst. Im letzten Fall investierst Du sehr viel. Das rechte Maß musst Du alleine finden.
Alles Liebe
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Fr 25. Okt 2019, 13:17
von Nicole Fritz
Anja hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 11:42
Ich geb ja die Hoffnung nicht auf, aber...
Moin Anja,
ungefähr so wäre wohl in einer ähnlichen Situation auch meine Reaktion gewesen. Der Anstand fordert es sich zu bedanken. Also hätte ich es gemacht - und es nicht fertig gebracht dabei irgendwelche Emotionen rüber zu bringen.
Bemerkungen wie "Kopf hoch, wird schon" oder "das Leben ist doch schön" lösen in einer depressiven Phase nur Wut und Verzweiflung aus: "Warum seit ihr alle glücklich und mir ist es nicht vergönnt?

- Halt endlich die Klappe, du zynische dumme Kuh!"

Wenn Du selbst nicht depressiv bist, kannst Du es nicht nachfühlen. Du bemühst Dich dann, aber deine Worte klingen entweder nichtssagend oder werden als sarkastisch oder zynisch aufgenommen. Da ist es besser einfach nur an schöne Dinge zu erinnern, die man gemeinsam erlebt hat. Mit fühlen zu wollen ist dann gut gemeint, aber es funktioniert nicht. Genau aus diesem Grund habe ich mich auch aus der geschlossenen Gruppe "Depressionen und Suizid" in diesem Forum zunächst einmal zurück gezogen. Ich schaue dort nur noch gelegentlich hinein um zu sehen, ob es bei Diva oder Steffi-BLN vielleicht endlich wieder etwas positives zu lesen gibt.
Also: Mit Deinem Päckchen hast Du jetzt ein Zeichen gesetzt. Das "förmliche" Dankeschön war vermutlich das, was ein depressiver Mensch zu äußern imstande ist. Und Du kannst jetzt nichts anderes tun als abwarten.
Liebe Grüße
Nicole
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Fr 25. Okt 2019, 13:27
von Anja
Moinsen
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 13:08
ich möchte auch keine Ferndiagnose stellen, aber es fällt mir auf, dass Du einige Kernaussagen ständig wiederholst (Sie ist überlastet, Ich bleibe auf Empfang, Ich bin mir keiner Schuld bewusst ...). Hat das was zu bedeuten und wenn ja was ?
Öhm, gute Frage. Vielleicht will ich mir selbst einreden, das es so ist? Oder diese Kernaussagen sind mir wichtig? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Ich schreibe eigentlich, wie mir der Schnabel gewachsen ist, also quasi nach Gefühl. Wenn es so ist, das ich mich häufiger wiederholt hab, dann wird das vermutlich irgendeinen Grund haben, aber eine Antwort hab ich darauf gerade auch nicht...
Wenn mir noch was dazu einfällt, reiche ich das nach.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 13:08
Vielleicht müsstest Du versuchen, Dich selber zu schützen und mit einem weniger offenen "Scheunentor" Deine eigenen Gefühle zu schützen ohne alle Türen zu verschließen. Die Motivation für das Handeln anderer Menschen ist manchmal nicht zu ergründen. Das kann man nur akzeptieren. Auch ist die Frage inwieweit Deine Freundin noch die Kontrolle des eigenen Handelns hat. Es ist eine Gratwanderung für Dich wie weit Du Dich von Deiner Freundin löst oder ihr zur Seite stehst. Im letzten Fall investierst Du sehr viel. Das rechte Maß musst Du alleine finden.
Da wären wir wieder bei den Gefühlen, die ich ja selbst so schlecht im Griff habe....
Ich bin ja immer noch fleissig dabei, das Ganze zu verarbeiten. Und inzwischen geht es mir schon wesentlich besser. Aber ich hatte auch reichlich Hilfe. Als ich am Mittwoch abend im Bad stand und mir die Haare machte, ging mir durch den Kopf, wie viele Frauen mich unterstützt haben, meine Gefühle und mich wieder halbwegs auf die Reihe zu bekommen. Sie haben sich teilweise über Wochen mein Gejammere über meine Freundin angehört ohne selbst zu klagen. Haben mir Zuspruch gegeben, Ratschläge, oder auch einfach nur zugehört und in den Arm genommen. Ich bin auf insgesamt sieben Frauen gekommen. Ich war selbst etwas schockiert, das es so viele sind, die im Falle eines Falles für mich da sind

Da ich durch meine Hochsensiblität mich gut auf die Gefühlslage anderer "einstellen" kann, kenn ich eigentlich nur die andere Seite, die des Trostspenders, des Zuhörers. Aber nun zu wissen, das es auch Menschen gibt, die gerne für mich da sind, wenn ich jemanden brauche, ist ein beruhigendes Gefühl....
Grüße
die Anja
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Fr 25. Okt 2019, 13:52
von Anja
Moinsen
Nicole Doll hat geschrieben: Fr 25. Okt 2019, 13:17
Bemerkungen wie "Kopf hoch, wird schon" oder "das Leben ist doch schön" lösen in einer depressiven Phase nur Wut und Verzweiflung aus: "Warum seit ihr alle glücklich und mir ist es nicht vergönnt?

- Halt endlich die Klappe, du zynische dumme Kuh!"

Wenn Du selbst nicht depressiv bist, kannst Du es nicht nachfühlen. Du bemühst Dich dann, aber deine Worte klingen entweder nichtssagend oder werden als sarkastisch oder zynisch aufgenommen. Da ist es besser einfach nur an schöne Dinge zu erinnern, die man gemeinsam erlebt hat. Mit fühlen zu wollen ist dann gut gemeint, aber es funktioniert nicht.
[...]
Also: Mit Deinem Päckchen hast Du jetzt ein Zeichen gesetzt. Das "förmliche" Dankeschön war vermutlich das, was ein depressiver Mensch zu äußern imstande ist. Und Du kannst jetzt nichts anderes tun als abwarten.
Vielen Dank, liebe Nicole, für deine Einschätzung. Genauso hab ich mir das nämlich gedacht, deswegen hab ich mich auch extra noch mal (doppelt) rückversichert ob meine Zeilen wirklich "gehen".
Ich glaube immer noch ganz fest daran, das sie gerade in einer depressiven Phase steckt und sich nicht absichtlich mir gegenüber so verhält. Wie gesagt, Unschuldsvermutung

Mit dem Päckchen hab ich, im übertragenen Sinn, alles gegeben, was mir noch an positiven Mitteln eingefallen ist. Sie weiß nun Bescheid, das ich da bin...
Ich habe von ihr in der Vergangenheit nicht nur ein Mal gehört "das hat ja noch nie jemand für mich getan" (was ich sehr traurig fand, da ich jetzt in meinen Augen nichts außergewöhnliches getan habe) und ich denke, bei dem Päckchen wird sie ähnlich gedacht haben...
Grüße
die Anja
Re: Meine erste Freundin
Verfasst: Fr 25. Okt 2019, 15:42
von Aria
Huhu Anja,
ich denke, du bist die Sorte Mensch, die so lange an was festhalten, bis eine ewig lange Zeit verstrichen ist oder sie es mit der Holzhammer-Methode gezeigt bekommen.
Da letzteres hier nicht geschehen ist - Frauen machen das ja auch nur ganz ungern - wirst du wohl noch einige Zeit daran zu knabbern haben.
Ganz ehrlich Anja......mach nen Haken dran!