affektierte Weiblichkeit ?
affektierte Weiblichkeit ? - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Marielle
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 16 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Kerstin,
Mit dem selben Recht mit dem Bildungspläne an die Interessen einer Minderheit angepasst werden.
Schlagfertige Antwort, keine Frage.

Nur geht es bei den Bildungsplänen um Informationen über andere Menschen, nicht um Vorschriften für das Verhalten von Menschen.

Auch wenn in die entsprechenden Pläne immer wieder eine 'Missionsabsicht' hineininterpretiert wird: Es macht einen deutlichen Unterschied, ob man jemanden über etwas informiert, um für Toleranz zu werben oder ob Vorschriften aufgestellt werden, um jemanden zu 'korrigieren'.

Es ist schon irgendwie unterhaltsam, aber leider nicht mehr lustig, anzusehen, dass immer die Konservativen mit ihrem übersteigerten Korrekturbedürnis den Liberalen vorwerfen, sie würden versuchen zu missionieren.

Es ist auch nur die hier im Forum vertretene Minderheit die ein Problem damit, zu definieren was Mann und Männlich ist und was nicht.
Das heisst? Soll ich annehmen, dass du das kannst? Lass hören, ich bin gespannt. Aber komm' mir nicht mit Penis, Hoden, Vagina und Eierstöcken. Übrigens: Alle Menschen mit einem völlig stabilen, ihren körperlichen Merkmalen entsprechenden Geschlechtsempfinden, die ich dazu bisher befragt habe, konnten es nicht definieren. Darunter ein Pastor, die Gleichstellungsbeauftragte eines sehr großen 'Vereins' und eine ganze Reihe weiterer, eigentlich 'unverdächtiger' Personen.


liebe Grüße

Marielle
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Lina
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 17 im Thema

Beitrag von Lina »

Kerstin hat geschrieben:
conny hat geschrieben:.... im kontext dieses forums ....
Den gibt es nicht!!

Es sind hier soviele Leute unterwegs die aus den unterschiedlichsten Gründen Damenkleidung tragen, das es unmöglich ist hier einen wie auch immer gearteten "kontext" zu finden.

Marielle hat geschrieben:.... Mit welchem Recht kann man fordern "Mann soll Mann bleiben"? Mit dem 'Recht' der Mehrheit, die weiss wie ein Mann sein muss, gegenüber einer Minderheit, die dazu anderer Ansicht ist?
......
Mit welchem Recht glaubt diese Minderheit allen anderen erzählen zu können das Geschlecht wäre in Wirklichkeit zwischen den Ohren zu suchen?
Mit welchem Recht glaubt diese Minderheit allen anderen erzählen zu können das Geschlecht wäre nur eine Soziale Erfindung und sie würden sich nur einbilden das sie Mann bzw Frau wären?
...

LG Kerstin
Tun wir das denn?

Gut, für mich ist die soziale Rolle das Wichtigste - ich muss nicht mal HRT oder GAOP anstreben. Alle sollen das Recht haben, für sich darüber anders zu entscheiden.
Aber andererseits, wenn es für dich einzig allein eine physiologische Sache, dann würdest du im Fitness-Center Gewichte stemmen und dir Tattoos machen lassen und dich nicht hier rum treiben.

Nun macht es aber auch einen riesen Unterschied, ob man rationelle Argumente dafür äußert, dass Gender-Verhalten eine soziale Konstruktion seien, oder ob man ein Dogma wie "Mann SOLL Mann bleiben" diktiert.
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 18 im Thema

Beitrag von conny »

Kerstin hat geschrieben:
conny hat geschrieben:.... im kontext dieses forums ....
Den gibt es nicht!!

Es sind hier soviele Leute unterwegs die aus den unterschiedlichsten Gründen Damenkleidung tragen, das es unmöglich ist hier einen wie auch immer gearteten "kontext" zu finden.

LG Kerstin
natürlich gibt es den, man muss ihn ja nicht mit allen finden.

hier geht es doch i.w. (ok, nicht nur, streiten wir uns nicht über die anteile) darum, in einer irgendwie gearteten art und weise ganz oder teilweise das jeweils andere geschlecht anzunehmen bzw. teilweise zu leben.
ein kategorisches "mann bleibt mann" oder "frau bleibt frau" dürfte wohl die wenigsten in dieses forum gebracht haben.

lg
conny
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 19 im Thema

Beitrag von Kerstin »

vr_61 hat geschrieben:.....
Der Empfänger bestimmt die Botschaft. Was heißt das für mich in diesem Fall ? Wie ich einen TG, den ich auf der Straße sehe, wahrnehme, sagt doch vielmehr über mich aus, als über den TG. Und das ist für mich ein Punkt, an dem ich für mich als Wahrnehmenden ansetzen kann.
So einfach ist das nicht.
Kerstin hat geschrieben: Ich beobachte nur zu gern andere Leute und ich nütze gern die Möglichkeit die Reaktionen auf unsereins zu sehen. Ich kann dir versichern niemand wird dich direkt angehen oder sagen wir besser die wenigsten. Das gemaule,lästern und lustig machen kommt wenn du weg bist.
Natürlich kann es uns erst einmal egal sein was die Leute hinter uns machen. Wir kennen sie nicht und sie kennen uns nicht. Was aber ist mit dem TG der sich gerade outet, und dessen Partnerin gerade von der besten Freundin erzählt bekommt das in der Stadt ein paar mehr als nur dürftig bekleidete "Transen" unter wegs waren?

..... Letzlich muss ich mir die Frage stellen, was will ich eigentlich.
Für mich heist das damenhaft chic was Kleidung angeht, ansonsten möglichst normal und unauffällig.
Das heist für mich das ich viele Verhaltensmuster die hier im Forum als besonders Weiblich genannt werden unterlasse.
In meiner Beziehung habe ich meine Partnerin von Anfang an eingeweiht, ...
Das ist extrem konfortabel, deine Partnerin kann nämlich auch deine beste Lehrein sein, sofern ihr beide bereit dazu seit.
...... Ich brauche mich nicht zu identifizieren und obendrein sehe ich für mich die eigene Affektiertheit nur als eine Schritt zu einer authentischeren Selbstdarstellung.
Zum einen wirst du identifiziert ab dem Zeitpunkt ab dem du dich einer anderen Person gegen über alsTG outest. Zum anderen geht es - zu mindest mir - nicht um Selbstdarstellung. Es geht mir ums "sein".
........
Hier liegt, meiner Meinung nach, eine, vielleicht sogar eine entscheidende Wurzel für Toleranz und Akzeptanz: den anderen zu lassen, wie er ist. .......

Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn wir andere Menschen bzw. ihr Verhalten verändern wollen. Es ist in meinen Augen schlicht ignorant. Es klang schon an, wenn ich Toleranz von anderen fordere (sie sollen mich akzeptieren, wie ich bin), muss ich das ihnen auch zugestehen.

Sich den Regeln anderer Menschen zu unterwerfen, heißt sich versklaven. Andere Menschen unter meine Regeln zu zwingen, heißt andere zu versklaven. Beides tut mir nicht gut. Und manchmal ist es gut für mich, dieses ins Bewußtsein zu rufen.
So gern ich deine Einstullung lobe so klar bin ich mir aber darüber das es nicht funktioniert. Und da mache ich keinen Unterschied zwischen der Homo-Trans-Gender-usw Lobby und den Antis.
Ebenso klar bin ich mir darüber das auch mein Auftreten in der Öffentlichkeit die Meinung der selben über uns mit beeinflusst. Das kann mir nun völlig egal sein, oder ich bin bereit mich gewissen Regeln zu unterwerfen.

Und das kann eben bedeuten, das TG's die in minimalst Bekleidung unterwegs sind als "schlechte Karikatur männlicher Wichsfantasien" beurteilt werden und deshalb Ablehnung erfahren.

LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Marielle
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 20 im Thema

Beitrag von Marielle »

Und das kann eben bedeuten, das TG's die in minimalst Bekleidung unterwegs sind als "schlechte Karikatur männlicher Wichsfantasien" beurteilt werden und deshalb Ablehnung erfahren.
"Ablehnung" in welcher Form?
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 21 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Kerstin,
So einfach ist das nicht.
Warum nicht ?
ich schieb: ..... Letzlich muss ich mir die Frage stellen, was will ich eigentlich.


Für mich heist das damenhaft chic was Kleidung angeht, ansonsten möglichst normal und unauffällig.
Das heist für mich das ich viele Verhaltensmuster die hier im Forum als besonders Weiblich genannt werden unterlasse.
Heißt das, dass TG für Dich nur das Tragen von weiblicher Kleidung, also nur Äußerlichkeiten, bedeutet ?
Das ist extrem konfortabel, deine Partnerin kann nämlich auch deine beste Lehrein sein, sofern ihr beide bereit dazu seit.
Das ist sie. Aber nicht in Kleidungsfragen, sondern weil ich in ihr jemanden habe, dem ich klar beschreiben muss, was mit mir los ist. Unter TG ist leicht gejammert, aber mit einer Partnerin das Thema zu diskutieren, ist eine ganz andere Kategorie.
Zum einen wirst du identifiziert ab dem Zeitpunkt ab dem du dich einer anderen Person gegen über alsTG outest.
Wie man mich identifiziert ist eine Sache, wie ich mich definiere eine andere. Die Perspektive ist unterschiedlich. Es geht mir zuerst darum, dass ich alleine aus meiner Perspektive eine Entwicklungsmöglichkeit suche. Am Anfang stand der Wunsch, auch äußerlich wie eine Frau zu sein, dann habe ich mir herausgesucht, wie sich das ausdrückt. Durch Imitation dieser Punkte entstand automatisch eine Übertreibung des "weiblichen" Verhaltens. Das ist die affektierte Phase. Mir gefällt das aber nicht und ich suche im nächsten Schritt immer mehr "meinen" Stil zu leben. Das betrifft Kleidung und Habitus. Ich erkenne immer mehr, dass ich mein "normales" Verhalten en femme gar nicht so sehr ändern muss. Ich werde authentischer im Ausdruck. All das hat zunächst nichts mit der Sicht anderer auf mich zu tun, auch wenn sie einen Einfluss auf meine Entwicklung hat.
Zum anderen geht es - zu mindest mir - nicht um Selbstdarstellung. Es geht mir ums "sein".
Das ist für mich kein Widerspruch. In der Selbstdarstellung drücke ich mich auch für Andere erkennbar aus. Ich "spiele" nicht die Frau. Das wird von außen betrachtet, besonders beim affektierten Verhalten, leicht verwechselt. Das ist für mich nur eine Entwicklungsstation.
So gern ich deine Einstullung lobe so klar bin ich mir aber darüber das es nicht funktioniert. Und da mache ich keinen Unterschied zwischen der Homo-Trans-Gender-usw Lobby und den Antis.
Ebenso klar bin ich mir darüber das auch mein Auftreten in der Öffentlichkeit die Meinung der selben über uns mit beeinflusst. Das kann mir nun völlig egal sein, oder ich bin bereit mich gewissen Regeln zu unterwerfen.

Und das kann eben bedeuten, das TG's die in minimalst Bekleidung unterwegs sind als "schlechte Karikatur männlicher Wichsfantasien" beurteilt werden und deshalb Ablehnung erfahren.
Wenn Du denkst, dass es nicht funktioniert, wird es nicht funktionieren. Denn dann wirst Du Deinen Fokus auf die Situationen werfen, in denen es nicht funktioniert. Ich bin weit davon entfernt zu glauben, dass echte Antis zu überzeugen wären. Aber darum geht es mir nicht. Es geht mir eher um die Menschen, die bereit sind, ihre Sichtweisen zu öffnen. Ich bin so optimistisch, dass ich glaube, dass es viele sind. Mir ist klar geworden, dass der Widerspruch nicht in mir liegt. Ich bin gerne als Mann bzw. Frau unterwegs, wenn mir danach ist. Der Widerspruch liegt in den Köpfen der Menschen, die mich sehen. Nach gängiger, nicht reflektierter Meinung gibt es eben nur Mann oder Frau. Eine Frau, die als Mann erkennbar ist, muss natürlich irritieren, egal wie sie auftritt. Auflösen kann diesen Widerspruch nur die Person, die ihn empfindet.

Ich habe Trannys früher auch oft als widersprüchlich empfunden. Der Widerspruch löst sich auf, wenn ich nicht versuche den Mann zu sehen, sondern eine Frau, die in einigen Punkten vielleicht etwas anders ist. Das ist der Punkt, den Tintenherz am Anfang ansprach. Sie sucht ihre 4 Punkte, um zu sehen, welches Geschlecht sich hinter den Kleidern verbirgt. Es ist ein Automatismus, aber warum ist das wichtig ? Was könnte passieren, wenn Tintenherz das bewusst nicht mehr machen würde, sondern einfach nur akzeptieren, das vor ihr eine Frau steht, die einfach nur zeigt, wer sie sein will. Der Umgang mit einem Tranny wäre auf einmal viel einfacher. Sie müsste sich keine Gedanken um das Geschlecht machen.

Ich bin überzeugt, dass genau an dieser Stelle für unsere Partnerinnen das entscheidende Problem sitzt. Sie wollen einen Mann als Partner und sehen in dieser Person immer den Mann. Wenn sich dieser als Frau präsentiert, ist der Widerspruch da.Es gibt nur zwei Methoden, diesen Widerspruch aufzulösen. Er kehrt zum "Mannsein" zurück oder sie akzeptiert, dass er in diesem Augenblick eine sie ist.

Wir müssen an vielen Stellen mit Widersprüchen leben. Aber wenn uns klar ist, dass wir es meistens selber in der Hand haben, diese aufzulösen, habe ich schon viel erreicht. Ich sage nicht, dass das einfach ist und die Gefahr ist groß, dass ich sage, dass sie "nur" ihre Einstellung ändern muss. Das ist kontraproduktiv, da ich damit eine Regel aufstelle, die sie bevormundet. Das kann sie nicht akzeptieren. Die Art und Weise, wie man kommuniziert, ist entscheidend.

Was mein Auftreten in der Öffentlichkeit betrifft, ist es in der Tat egal, was sie über mich denkt. Das ist aber kein Freibrief für mich zu tun, was ich will. Es ist eine Stilfrage, wie ich mich sehe. Wenn ich in die Oper gehe, ziehe ich mich fein an, um das besondere Ereignis zu würdigen, nicht weil es eine Regel ist. Das ist ein Unterschied für mich. Das gleiche gilt für jede andere Situation.

A propos Wichsvorlage: Wenn jemand mein Auftreten dazu animiert, sich selber gute Gefühle zu machen, wünsche ich viel Spaß. Es ehrt mich, denn ich komme ja an. Auch diese Situation kann man von verschiedenen Seiten betrachten. Wem geht es besser damit, dem, der sich darüber aufregt, oder dem, der das gelassen, ja sogar positiv sehen kann ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 22 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Was spricht eigentlich dagegen, Mann und Frau genau so, also ausschließlich biologisch zu definieren? Und alles andere völlig unabhängig davon zu machen? Dann könnte ich mich auch der Aussage "Mann soll Mann bleiben" anschließen. Ob der Mann sich dann Bodo nennt und unrasiert im Holzfällerhemd rumrennt oder als Christina Sunshine im Sommerkleid daherstöckelt ist mir doch egal (obwohl mir Christina vermutlich lieber wäre, weil sie in der letzten Zeit mal geduscht hat ;) ). Das könnte alles so schön sein, wenn man nur noch über die Biologie definieren würde und alles andere damit nichts mehr zu tun hätte...

Hmm, aber das ist vermutlich ein ganz eigenes Thema...
Ja super, genau so sehe ich das auch. Das trifft voll das Thema. Es passt auch wunderbar in den Gedanken des "konstruierten Geschlechts". Alle Menschen verfügen über ein großes Spektrum von Eigenschaften. Ob die männlich oder weiblich konnotiert sind, hängt von der gesellschaftlichen Konstruktion ab. Es mag Schwerpunkte geben. Ob die s.g. "soft skills" eher bei Frauen zu finden sind, ist ja nicht sicher.

Jede Kultur definiert männlich/weiblich auf eigene Weise und es wird immer Männer und Frauen geben, die starke Anteile des anderen Geschlechts haben. Das ist mMn alles nicht schlecht. Die Frage ist, wie gehen die Menschen damit um. Ist es sozial gewürdigt, ob ein Mann mehr Frau sein kann (und umgekehrt) oder nicht ? Letztlich ist es für eine Gesellschaft am besten, wenn jeder Einzelne sich so gut wie möglich in seinen Talenten einbringen kann. Und für den Einzelnen ist es im Extremfall sogar eine Lebensnotwendigkeit. Deshalb plädiere ich dafür, nicht nur Toleranz in en Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen, sondern auch die Akzeptanz. Und, um den Bogen zum Ausgangspunkt der Diskussion zu schlagen, das fängt damit an, dass wir auch "Affektiertheit" akzeptieren. Es ist mMn ein Phase in der "Pubertät" des TG und verläuft sich mit der Zeit.
Viele Grüße
Vicky

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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 23 im Thema

Beitrag von Kerstin »

vr_61 hat geschrieben:.....
A propos Wichsvorlage: Wenn jemand mein Auftreten dazu animiert, sich selber gute Gefühle zu machen, wünsche ich viel Spaß. Es ehrt mich, denn ich komme ja an. Auch diese Situation kann man von verschiedenen Seiten betrachten. Wem geht es besser damit, dem, der sich darüber aufregt, oder dem, der das gelassen, ja sogar positiv sehen kann ?
Kerstin hat geschrieben: Ich beobachte nur zu gern andere Leute und ich nütze gern die Möglichkeit die Reaktionen auf unsereins zu sehen. Ich kann dir versichern niemand wird dich direkt angehen oder sagen wir besser die wenigsten. Das gemaule,lästern und lustig machen kommt wenn du weg bist.
Natürlich kann es uns erst einmal egal sein was die Leute hinter uns machen. Wir kennen sie nicht und sie kennen uns nicht. Was aber ist mit dem TG der sich gerade outet, und dessen Partnerin gerade von der besten Freundin erzählt bekommt das in der Stadt ein paar mehr als nur dürftig bekleidete "Transen" unter wegs waren?
Auch wenn ich unsere beiden Beiträge stark verkürzt habe, so habe ich nicht den Eindruck, das du in sorgfälltig gelesen und verstanden hast.

Aber gut - sei es wie es ist.
Marielle hat geschrieben:.."Ablehnung" in welcher Form?
Die Frage ist jetzt wohl eher der Rhetorik geschultet.

LG Kerstin
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 24 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Tag Kerstin,
Marielle hat geschrieben:.."Ablehnung" in welcher Form?
Die Frage ist jetzt wohl eher der Rhetorik geschultet.
Das kann sie wohl nur dann sein, wenn du davon ausgehst, dass ich dir unterstelle, dass körperlich tätige Ablehnung (sprich: Gewalt) für dich eine Option wäre; unterstelle ich dir aber nicht.


Die Frage richtet sich darauf, ob du Ablehnung als eine Art passives Unverständnis gemeint hast, unter dem Motto 'Der wird nicht mein_e Freund_in.' oder ob du ein Verhalten gegenüber den Abgelehnten meinst, das auf eine 'Korrektur' gerichtet ist. So wie es sich vor einigen Jahrzehnten noch mancher 'ältere Herr' gegenüber jungen Leuten erlaubt hat: "Wie siehst du denn aus? Zieh dich gefälligst ordentlich an, du langhaariger Bombenleger!"

Ersteres ist völlig OK, machen wir wohl alle. Letzteres ist m.E. ziemlich daneben, solange es sich nicht um ein Vergehen, z.B. nach -§183 StGB, handelt. Das kannst du dann anzeigen, aber kein hiesiges Gericht wird jemanden verurteilen, nur weil er oder sie in einem 'zu kurzen' Rock und mit 'zu dicken' Sillis durch die Straßen gelaufen ist (siehe unten). 'Korrektur' ist im Grunde ein staatliches Privileg, auch wenn viele glauben, es stehe ihnen qua 'Erkenntnishoheit' persönlich zu.

Marielle



Das OLG Bamberg, Urt. v. 22.02.2011 - 3 Ss 136/10 nimmt zum subjektiven Tatbestand bei diesen nicht einfachen Vorschriften Stellung und meint:

Für die Verwirklichung des subjektiven Tatbestandes exhibitionistischer Handlungen ist die Feststellung der sexuellen Motivation des Täters allein nicht ausreichend. Während für den Belästigungserfolg ein bedingt vorsätzliches Handeln ausreichend ist, muss der Täter hinsichtlich der konkreten Wahrnehmung der sexuellen Handlung durch eine andere Person mit direktem Vorsatz handeln, weil ohne die tatsächliche Herstellung einer optischen Beziehung zu dem Tatopfer und ohne das sichere Wissen des Täters um die konkrete Existenz dieser Beziehung von einer absichtsvollen 'Exhibition"™ im Sinne der von -§ 183 I StGB vorausgesetzten Zurschaustellung der Entblößung in der Absicht sexueller Erregung schon begrifflich nicht ausgegangen werden kann ..... .

Der Tatbestand der Erregung öffentlichen Ärgernisses nach -§ 183 a StGB setzt in subjektiver Hinsicht hinsichtlich des sexuellen Charakters der Handlung und ihrer Erheblichkeit zwar nur bedingten Vorsatz voraus, der auch die Öffentlichkeit der Begehung umfassen muss. Bezüglich der Erregung des Ärgernisses muss der Täter jedoch in der Absicht handeln, Ärgernis zu erregen, d.h. es muss ihm entweder gerade darauf ankommen, dass er Ärgernis erregt, oder er muss wissen, nämlich als sicher voraussehen, dass dies geschieht, weshalb es nicht ausreichend ist, wenn der Täter die Möglichkeit des Zusehens durch andere lediglich in Kauf nimmt.


Quelle: http://blog.burhoff.de/2011/04/exhibiti ... z-einfach/
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 25 im Thema

Beitrag von *~Laura~* »

LaraC hat geschrieben: Was spricht eigentlich dagegen, Mann und Frau genau so, also ausschließlich biologisch zu definieren? Und alles andere völlig unabhängig davon zu machen?
Ja, genau, einfach ein Mensch mit verschiedener Ausstattung - so wie beim Auto: das bleibt ja auch immer noch ein Auto, egal, ob es grün oder rot, Ledersitze oder nicht, usw. hat.
Aber in der Tat ist mir auch schon aufgefallen, daß viel weniger geglotzt, getuschelt etc. wird, wenn man sich natürlich verhält, anstatt zu versuchen, dem -vermeintlichen- korrekten Verhalten des angestrebten Geschlechts zu entsprechen...
Um zum Ausgangspunkt der eigentlichen Frage ein wenig zurückzukehren: Affektiertes Verhalten jedweder Form nervt! Sic! :mrgreen:

LG,
*~Laura~*
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 26 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Affektiertes Verhalten jedweder Form nervt!
Danke, dass Ihr wieder die "Kurve" kriegt ...

Meinst Du, Laura, vielleicht, dass affektiertes Verhalten Dich nervt ? Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Pauschalaussagen so nicht möglich sind ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 27 im Thema

Beitrag von *~Laura~* »

In diesem Fall sind sie es, wenn Du Dir mal die Bedeutung bzw. eher noch den Gebrauch des Wortes "affektiert" vergegenwärtigst: denn dieses bezeichnet in abwertender Form etwas Gekünsteltes/Geziertes...
Also hier keine wirklich Einigung möglich :-P ;-), auch wenn man natürlich bei jedem Posting erstmal davon ausgehen sollte, daß es die Meinung des Erstellenden widerspiegelt...
LG,
*~Laura~*
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 28 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ok Laura,

mir lag nicht daran, jemanden abzuwerten, sondern mir gefällt nur das Verhalten nicht. Das habe ich mMn auch so dargestellt. Ich akzeptiere Affektiertheit und mich nervt es nicht. Insofern ist die allgemeine Formulierung "jedweder Form nervt" nicht zutreffend. Sie ist als persönliche Sicht zu sehen, also ein "jedweder Form nervt mich". Das ist in meinen Augen auch völlig ok. Das mögen Wortklaubereien sein, aber die Botschaft dahinter kann bei Anderen kritisch aufgenommen werden, so dass sie sich verletzt fühlen. Vielleicht bin ich auch nur zu sensibel... )))(:
Viele Grüße
Vicky

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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 29 im Thema

Beitrag von Lina »

Vicky_Rose hat geschrieben:Ok Laura,

mir lag nicht daran, jemanden abzuwerten, sondern mir gefällt nur das Verhalten nicht. Das habe ich mMn auch so dargestellt. Ich akzeptiere Affektiertheit und mich nervt es nicht. Insofern ist die allgemeine Formulierung "jedweder Form nervt" nicht zutreffend. Sie ist als persönliche Sicht zu sehen, also ein "jedweder Form nervt mich". Das ist in meinen Augen auch völlig ok. Das mögen Wortklaubereien sein, aber die Botschaft dahinter kann bei Anderen kritisch aufgenommen werden, so dass sie sich verletzt fühlen. Vielleicht bin ich auch nur zu sensibel... )))(:
@ "jedweder Form nervt mich"

Nein, da hast du schon recht - das "mich" am Ende macht einen großen Unterschied. Jedoch ist es aber dann auch so, dass das "mich" einen selber zur Teilnehmerin macht. Denn man kann nicht genervt werden - man lässt es selber aus irgend einem Grund passieren. Oder auch nicht. Das kommt darauf an, wie man auf bestimmte Sachen reagiert - und zwar aus Gründen, die in einem selber versteckt sind und über die, die andere Person kein Wissen und keine Kontrolle hat.



Andersrum könnte man ja nämlich auch fragen, wo liegt der Grenze zwischen "affektiert" und "nicht affektiert"? - Egal wo sie liegt, wird "affektiert" bei Absender und Empfänger ganz sicher unterschiedliche Definitionen haben.
*~Laura~*
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Re: affektierte Weiblichkeit ?

Post 30 im Thema

Beitrag von *~Laura~* »

@Vicky: Dann solltest Du für das Verhalten jedoch nicht das Wort "affektiert" verwenden - warum, das kannst Du ja meinem letzten Posting entnehmen (negative Konotation)...
LG,
*~Laura~*
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