Vielen Dank für die schönen Rückmeldungen. Ich habe mich am Samstag in dieser Weise zurecht gemacht, um in Mühlacker zum Stammtisch zu gehen. Leider war ich eine Woche zu spät ...

Aber ich habe die Zeit genutzt, um 'mal wieder shoppen zu gehen. Aber das will ich gar nicht erzählen. Ich hatte mir vorgenommen, die "Verwandlung" zu dokumentieren. Als ich fertig war und in den Spiegel geschaut habe, hat mich fast der Schlag getroffen: Ich habe meine Schwester (sie ist fast 12 Jahre älter) in mir gesehen. Unsere Ähnlichkeit als Kinder war deutlich, aber heute ? Vielleicht liegt das auch daran, dass wir einen ähnlichen Stil haben. Beim Shoppen habe ich dann auch noch eine festliche Jacke gefunden, die absolut aus ihrem Schrank hätte sein können. Die konnte ich mir nicht entgehen lassen. Hier spiegelt sich meine derzeitige Entwicklung sehr deutlich.
Jenina hat geschrieben: So 22. Jul 2018, 18:15
Leider kenne ich deinen weiblichen Modus ja nicht, es wäre aber mal wieder Gelegenheit im November, oder???
Ich bin selsamerweise auch gerade darauf gekommen wie Jenina aussieht mit Echthaar. Angeregt von Dir und Deinem Thread zum Alter. Da habe ich ja zum ersten mal ein Foto gewagt und es folgten mehr. Auch das kann zu einer Manie werden wie die anderen Fotos mit den wechselnden Outfits. Ich wei? auch nicht warum diese Manie, aber das gehört wohl bei einem Transvestiten dazu, diese Eigenbestätigung.
Dabei brauche ich sie eigentlich gar nicht mehr, denn ich habe mich gefunden als wechselndes Wesen. Als Anregung, als Motor ist es aber wohl trotzdem brauchbar. Es sit eine Form der Annahme der Realität, die jetzt sogar soweit geht, dass ich ein Foto im (fast) Männermodus eingestellt habe (habe gerade meine Galerie "umgeräumt, leider etwas umständlich). Deshalb sehe ich das auch nicht so bedenklich.
Du sprachst ja viel von der Selbstliebe und Deinem Lieblingsgedicht. Auch wenn wir uns manchmal deswegen etwas geneckt haben: ich habe verstanden! Und deshalb verstehe ich auch Deinen jetzigen Beitrag sehr gut. Im Grunde geht es mir genau so. Das ist schön!
Du kannst es einfach nicht lassen ...
Das Fotografieren ist bei mir schon ziemlich ausgeartet

Ich komme schon auf eine 4-stellige Anzahl. Da ich vor dem Spiegel vor lauter Selbstbeeindruckung gar nicht beurteilen kann, ob mein Äußeres eher wie eine Vogelscheuche oder Superwoman aussieht, habe ich begonnen Selfies zu machen und mir mit Zeitversatz anzuschauen. Gelegentlich habe ich mir aus dem Versand eine Kiste schicken lassen und verschiedenes ausprobiert und fotografiert. Dann konnte ich viel besser beurteilen, was mir steht und was nicht. Das hat mich vor vielen Fehlkäufen bewahrt. Es gibt einiges, was mir gefallen hat und sich gut anfühlte, aber auf den Bildern nicht gut aussah. Und so sind auch ein paar ganz gute Aufnahmen von mir entstanden. Bei den neuesten Bildern passt inneres Gefühl und Aussehen gut zusammen. Schön, das es gefällt. Aber konstruktive Kritik nehme ich immer gerne an.
Ich finde die Eigenbestätigung für mich selber wichtig. Ich bin da noch zu unsicher. Aber viel wichtiger ist die innere Einstellung und da gehe ich gerade neue Wege. Das dürfte sich ganz von alleine im Außenbild bemerkbar machen.
Was das Gedicht betrifft (für Nichteingeweihte: es geht um Charlie Chaplin, Selbstliebe), so finde ich es bemerkenswert, wie wir in einigen Teilgebieten uns annähern. Du hast ja auch immer über meine Suche nach Erklärungen gewitzelt. Hier habe ich begriffen, dass ich auf dem Vernunftweg nicht zu Lösungen komme. Da hast Du Recht gehabt. Mir geht es auch gar nicht mehr so sehr um die Frage des eigenen Geschlechts, sondern was man vielleicht mit den weiblichen und männlichen Energien meint. Mir gefällt der Begriff "Energie" nicht so sehr, aber ich habe noch nichts besseres. Es geht nicht darum, was ich für einen Körper habe, sondern davon (relativ) unabhängig, und jetzt fehlen mir die Worte, die Mischung aus emotionalen und rationalen Erleben, sozusagen das äußere und das innere "Geschlecht". Gender trifft es mMn auch nicht so ganz.
Ansatzweise habe ich schon früher die Erfahrung gemacht, dass mein emotionales Erleben mit dem rationalen nicht in Verbindung zu bringen war. Aber eigentlich ist genau dieses Erleben das, was ich "weiblich" nennen würde. Als ich neulich die "Wolfsfrau" (
https://www.amazon.de/Die-Wolfsfrau-Kra ... 3453132262) gelesen habe, ist mir bewusst geworden, dass in weiten Bereichen mein emotionales Wahrnehmen ganz viel mit dem zu tun hat, was die Autorin "weiblich" nennt. Zuerst dachte ich Blödsinn, das können Männer auch. Das sei eine typische Verklärung der Weiblichkeit. Im Augenblick denke ich aber etwas anders darüber. Es sind vielleicht nur wenige Männer tatsächlich in der Lage, in dieser Weise zu empfinden, die sich sozusagen auf der weiblichen Seite bewegen. Da ich mich sowohl dort als auch auf der männlichen Seite bewegen kann, bin ich weiblich und männlich. Und recht ausgeprägt kann ich auf die weibliche Seite nur im en femme-Modus zulassen und die männliche Seite nur im en homme-Modus. Die Trennung ist nicht absolut, aber deutlich.
Das finde ich seltsam, denn das äußere Geschlecht hat mMn nicht viel damit zu tun. Ich vermute, es könnte Prägungen geschuldet sein. Aber da bin ich mir nicht sicher. Lasse ich mich auf meinen weiblichen Modus ein, eröffnen sich ganz neue Welten für mich, die ich mit der rationalen Seite nicht erklären kann. Es gibt innere Widersprüche. Ich suche einen Weg, der nicht heißt entweder/oder, sondern sowohl als auch. Das ist nicht wirklich neu, aber für mich in dieser Dimension schon. Unerklärliches muss nicht abgelehnt werden. Meine Weiblichkeit muss ich nicht ablehnen, weil ich sie erklären kann. Ich erlebe sie ja. Das reicht.
Für mich selber habe ich die Trennung von weiblich-Frau und männlich-Mann aufgehoben. Aber warum möchte ich denn dann zeitweise als Frau leben ? Und schon ertappe ich mich dabei, wieder Erklärungen zu suchen. So ganz kann ich es wohl noch nicht ablegen. Lassen wir es also dabei. Ich möchte manchmal als Frau leben und manchmal als Mann ...