Kennt jemand diesen Zwang - # 2
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Kennt jemand diesen Zwang
Hallo Lina,
an dieser Stelle möchte ich auch noch auf eine PN eingehen, die ich erhalten habe. Zu sich ehrlich zu sein und den eigenen Weg zu gehen, ist ein Verlassen der Komfortzone, in der man sich vielleicht mehr oder weniger wähnt. Es ist nicht einfach und es ist auch nicht schnell zu haben. Auch ich muss noch viel an mir arbeiten.
Vieles was ich geschrieben habe, ist eine Leitlinie für mich. Wie will ich leben und was will ich nicht leben ? Wo sind meine persönlichen Grenzen ? T* hat für mich verschiedene Wandlungen durchlebt. Seit knapp 20 Jahren findet man Informationen im Internet. Erst da habe ich verstanden, dass es auch andere gibt, die damit zu tun haben. Vorher gab es nur seltene Berichte im Fernsehen. Seit dem versuche ich zu ergründen, was mit mir nicht stimmt. Das führte natürlich nicht zum gewünschten Erfolg, aber ich habe eine bessere Vorstellung gewonnen, was tatsächlich dahinter steht oder stehen könnte. Ich dachte mir, wenn ich meine natürlichen Bedürfnisse, die hinter T* stehen, begreife und als Mann lebe, kann ich mich vielleicht befreien. Das klappt sogar weitgehend. Der Wunsch zu dressen hat sich drastisch reduziert. Ich konnte monatelang wunderbar als Mann leben, wenn ich es im Alltag unperfekt zu sein. Ich musste mich nicht durchsetzen und ich konnte auch zugeben, dass ich verletzlich bin oder Dinge nicht konnte. Das führte ausnahmslos zu einer Verbesserung meiner sozialen Kontakte. Da das Leben als Mann mir keine grundsätzlichen Probleme bereitet, stellte sich die Frage, ob das die Lösung war ?
Sie ist es für mich tatsächlich weitgehend. Aber es gibt Situationen, in denen ich "rückfällig" werde. Ein Psychologe sagte einmal von TV, dass diese damit eine "Spannungsregulation" realisieren. Das Gefühl der Spannung und Erleichterung en femme kennt wahrscheinlich jede. So ist es auch bei mir. Ich habe beruflich einiges um die Ohren und muss privat auch einiges entscheiden, da meine Eltern ins Pflegeheim mussten. Entscheidungen für andere Menschen zu treffen (ich habe hierzu die Vollmachten) ist für mich eine ziemliche Belastung, zumal auch noch eine Demenz meiner Mutter hinzukommt. Da bedeutet T* für mich, wieder in ein psychisches Gleichgewicht zu kommen. Dazu muss ich nicht einmal en femme auf die Straße gehen.
Ich sehe T* nicht als Plage oder Belastung, sondern nutze es aktiv für mich, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Es verliert den Charakter einer Obsession oder Sucht, sondern wird zu einem Mittel, dass ich bewusst und kontrolliert einsetzen kann. Ich brauche es auch nur alle paar Monate, was im Vergleich zu früher, da ich den Gedanken zeitweise nicht losgeworden bin, sehr viel weniger ist. Meine Partnerin weiß von meinem T* und ich brauche meine Sachen nicht zu verstecken. Ich kann meistens das machen, wonach mir ist.
Das ist mein persönliches Modell. Das klingt auch einfacher als es ist. Es gibt genügend Probleme weiterhin und die Gespräche mit meiner Partnerin sind auch nicht immer einfach. Sie sieht die Welt nämlich auf ihre Weise. Ich glaube auch nicht, dass es als Modell für andere taugt. Jede ist anders, die Situation in der sie lebt ist anders und auch die Menschen um sie herum ist anders. Deshalb gibt es in diesem Sinn nicht den Königsweg. Vielleicht ist für jemanden, die vor einer Entscheidung Partnerschaft/T* steht diese Aspekte hilfreich, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Aus meiner Sicht ist T* nicht das, wofür man es unter Druck hält. Vielleicht kann man mit der Partnerin auch eine Art "Stillhaltepakt" vereinbaren, in der man selber versucht, auf die eigenen Hintergründe zur T*-Motivation zu kommen. Wenn eine Partnerin auf die Entscheidung drängt "ich oder T*", ist das eher eine Situation, die geeignet ist, die Entscheidung für T* zu treffen. Stillhalten heißt hier: Sie drängt nicht auf die Entscheidung und er arbeitet an sich. Der Prozess könnte von einem Therapeuten begleitet werden. Ziel wäre es, Verständnis für sich (auch sie wird/muss sich verändern) und den anderen zu entwickeln. Aber eines dürfte klar sein: T* geht davon nicht weg, aber vielleicht findet man einen Weg, damit umzugehen. Ich bin überzeugt, wenn beide sich darauf einlassen, kann (nicht muss) sich die Beziehung zu viel mehr Tiefe entwickeln.
Nur meine Meinung ...
Vicky
an dieser Stelle möchte ich auch noch auf eine PN eingehen, die ich erhalten habe. Zu sich ehrlich zu sein und den eigenen Weg zu gehen, ist ein Verlassen der Komfortzone, in der man sich vielleicht mehr oder weniger wähnt. Es ist nicht einfach und es ist auch nicht schnell zu haben. Auch ich muss noch viel an mir arbeiten.
Vieles was ich geschrieben habe, ist eine Leitlinie für mich. Wie will ich leben und was will ich nicht leben ? Wo sind meine persönlichen Grenzen ? T* hat für mich verschiedene Wandlungen durchlebt. Seit knapp 20 Jahren findet man Informationen im Internet. Erst da habe ich verstanden, dass es auch andere gibt, die damit zu tun haben. Vorher gab es nur seltene Berichte im Fernsehen. Seit dem versuche ich zu ergründen, was mit mir nicht stimmt. Das führte natürlich nicht zum gewünschten Erfolg, aber ich habe eine bessere Vorstellung gewonnen, was tatsächlich dahinter steht oder stehen könnte. Ich dachte mir, wenn ich meine natürlichen Bedürfnisse, die hinter T* stehen, begreife und als Mann lebe, kann ich mich vielleicht befreien. Das klappt sogar weitgehend. Der Wunsch zu dressen hat sich drastisch reduziert. Ich konnte monatelang wunderbar als Mann leben, wenn ich es im Alltag unperfekt zu sein. Ich musste mich nicht durchsetzen und ich konnte auch zugeben, dass ich verletzlich bin oder Dinge nicht konnte. Das führte ausnahmslos zu einer Verbesserung meiner sozialen Kontakte. Da das Leben als Mann mir keine grundsätzlichen Probleme bereitet, stellte sich die Frage, ob das die Lösung war ?
Sie ist es für mich tatsächlich weitgehend. Aber es gibt Situationen, in denen ich "rückfällig" werde. Ein Psychologe sagte einmal von TV, dass diese damit eine "Spannungsregulation" realisieren. Das Gefühl der Spannung und Erleichterung en femme kennt wahrscheinlich jede. So ist es auch bei mir. Ich habe beruflich einiges um die Ohren und muss privat auch einiges entscheiden, da meine Eltern ins Pflegeheim mussten. Entscheidungen für andere Menschen zu treffen (ich habe hierzu die Vollmachten) ist für mich eine ziemliche Belastung, zumal auch noch eine Demenz meiner Mutter hinzukommt. Da bedeutet T* für mich, wieder in ein psychisches Gleichgewicht zu kommen. Dazu muss ich nicht einmal en femme auf die Straße gehen.
Ich sehe T* nicht als Plage oder Belastung, sondern nutze es aktiv für mich, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Es verliert den Charakter einer Obsession oder Sucht, sondern wird zu einem Mittel, dass ich bewusst und kontrolliert einsetzen kann. Ich brauche es auch nur alle paar Monate, was im Vergleich zu früher, da ich den Gedanken zeitweise nicht losgeworden bin, sehr viel weniger ist. Meine Partnerin weiß von meinem T* und ich brauche meine Sachen nicht zu verstecken. Ich kann meistens das machen, wonach mir ist.
Das ist mein persönliches Modell. Das klingt auch einfacher als es ist. Es gibt genügend Probleme weiterhin und die Gespräche mit meiner Partnerin sind auch nicht immer einfach. Sie sieht die Welt nämlich auf ihre Weise. Ich glaube auch nicht, dass es als Modell für andere taugt. Jede ist anders, die Situation in der sie lebt ist anders und auch die Menschen um sie herum ist anders. Deshalb gibt es in diesem Sinn nicht den Königsweg. Vielleicht ist für jemanden, die vor einer Entscheidung Partnerschaft/T* steht diese Aspekte hilfreich, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Aus meiner Sicht ist T* nicht das, wofür man es unter Druck hält. Vielleicht kann man mit der Partnerin auch eine Art "Stillhaltepakt" vereinbaren, in der man selber versucht, auf die eigenen Hintergründe zur T*-Motivation zu kommen. Wenn eine Partnerin auf die Entscheidung drängt "ich oder T*", ist das eher eine Situation, die geeignet ist, die Entscheidung für T* zu treffen. Stillhalten heißt hier: Sie drängt nicht auf die Entscheidung und er arbeitet an sich. Der Prozess könnte von einem Therapeuten begleitet werden. Ziel wäre es, Verständnis für sich (auch sie wird/muss sich verändern) und den anderen zu entwickeln. Aber eines dürfte klar sein: T* geht davon nicht weg, aber vielleicht findet man einen Weg, damit umzugehen. Ich bin überzeugt, wenn beide sich darauf einlassen, kann (nicht muss) sich die Beziehung zu viel mehr Tiefe entwickeln.
Nur meine Meinung ...
Vicky
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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Nadin
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Re: Kennt jemand diesen Zwang
Hallo Vicky
sapperlot, wie man hier im Süden sagt.
Ich musste deine Antworten ein paar Mal lesen bevor ich wirklich alles kapiert hab.
Ich möchte mir auch nicht anmaßen deine tiefgründigen Gedanken zu kommentieren, dem könnte ich überhaupt nicht gerecht werden.
So wie es aussieht hast du einen langen Leidensweg hinter dir und du kannst deine Gefühle und Gedanken sehr gut in Worte fassen. Das fehlt mir vollkommen.
Nur so viel, alles was du schreibst, schreibst du als Vicky.
Nur Vicky hat alles erlebt aus der deine Gedanken sprechen.
Was ein ganz wichtiger Aspekt ist bei deinen Überlegungen, wie viel Frau ist in einem?
Wie viel kann ich von deinen Gedanken auch für mich gut heißen.
Gehe ich in meine Komfortzone oder belüge ich mich und andere weiter.
Ich spreche natürlich nur von Menschen die sich noch nicht geoutet haben.
Ich möchte mich noch einmal dafür bedanken dass du dir die Mühe gemacht hast hier so ausführlich und tiefgründig zu Antworten. Dieser Thread gehört eigentlich in die Toppten, wenn es sowas geben würde.
Lieben Gruß
Nadin
sapperlot, wie man hier im Süden sagt.
Ich musste deine Antworten ein paar Mal lesen bevor ich wirklich alles kapiert hab.
Ich möchte mir auch nicht anmaßen deine tiefgründigen Gedanken zu kommentieren, dem könnte ich überhaupt nicht gerecht werden.
So wie es aussieht hast du einen langen Leidensweg hinter dir und du kannst deine Gefühle und Gedanken sehr gut in Worte fassen. Das fehlt mir vollkommen.
Nur so viel, alles was du schreibst, schreibst du als Vicky.
Nur Vicky hat alles erlebt aus der deine Gedanken sprechen.
Was ein ganz wichtiger Aspekt ist bei deinen Überlegungen, wie viel Frau ist in einem?
Wie viel kann ich von deinen Gedanken auch für mich gut heißen.
Gehe ich in meine Komfortzone oder belüge ich mich und andere weiter.
Ich spreche natürlich nur von Menschen die sich noch nicht geoutet haben.
Ich möchte mich noch einmal dafür bedanken dass du dir die Mühe gemacht hast hier so ausführlich und tiefgründig zu Antworten. Dieser Thread gehört eigentlich in die Toppten, wenn es sowas geben würde.
Lieben Gruß
Nadin
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Lina
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Re: Kennt jemand diesen Zwang
Hi Vicky,
kannst du dir vielleicht sogar vorstellen, dass das hier
"Ich sehe T* nicht als Plage oder Belastung, sondern nutze es aktiv für mich, wieder ins Gleichgewicht zu kommen." vielleicht nur eine Zwischenstufe ist, und dass es später auch so was wie "Ich sehe T* als ein innerer Gleichgewicht, wodurch ich auch wertvoller für andere werde", sein kann?
Das ist zumindest meine heutige Sichtweise. Diese angebliche inner Zwang, Frauenkleidung tragen zu müssen, von der immer von Psychologen geredet wurde, habe ich nie erlebt. Ich weiß nicht, ob ich den vielleicht erlebt hätte, wenn ich den Neugier danach unterdrückt hätte. Das habe ich aber nicht. Ich sah nie einen Grund dazu. Vielleicht weil ich mich so alleine auf der Welt fühlte, dass ich niemanden hatte, den ich damit verärgern oder enttäuschen konnte ...
Ist heute auch egal. Ich habe längst aufgehört, nach irgendwelche Gründe oder Ursachen zu suchen. Ich habe einfach mit der Zeit festgestellt, dass es mir eine soziale Rolle ermöglicht, in der ich mich wohl fühle und für andere auch was Besonderes sein kann.
Und der Zwang? Manchmal bin ich wirklich in der Situation, dass ich eigentlich gar keinen Bock habe, mich zu schmnken, frisieren, Kleid anziehen - aber ich weiß, dass die Leute, die ich treffen werde, mich nur so kenne. Dann tue ich es dann doch. Komme 15 Min. zu spät. Man geht ja auch nicht nackt aus dem Haus, oder als eine andere Person verkleidet. Aber ich weiß, dass ich dann "ich" bin ... so sehe ich aus, so kennt man mich, und vor allem reagiertman auf mich, so wie ich es mir wünsche. Verstehst du was ich meine? Es war nicht immer so. Viel von dem, was du beschreibst, kenne ich auch von früher. Nicht alles, aber einiges davon.
kannst du dir vielleicht sogar vorstellen, dass das hier
"Ich sehe T* nicht als Plage oder Belastung, sondern nutze es aktiv für mich, wieder ins Gleichgewicht zu kommen." vielleicht nur eine Zwischenstufe ist, und dass es später auch so was wie "Ich sehe T* als ein innerer Gleichgewicht, wodurch ich auch wertvoller für andere werde", sein kann?
Das ist zumindest meine heutige Sichtweise. Diese angebliche inner Zwang, Frauenkleidung tragen zu müssen, von der immer von Psychologen geredet wurde, habe ich nie erlebt. Ich weiß nicht, ob ich den vielleicht erlebt hätte, wenn ich den Neugier danach unterdrückt hätte. Das habe ich aber nicht. Ich sah nie einen Grund dazu. Vielleicht weil ich mich so alleine auf der Welt fühlte, dass ich niemanden hatte, den ich damit verärgern oder enttäuschen konnte ...
Ist heute auch egal. Ich habe längst aufgehört, nach irgendwelche Gründe oder Ursachen zu suchen. Ich habe einfach mit der Zeit festgestellt, dass es mir eine soziale Rolle ermöglicht, in der ich mich wohl fühle und für andere auch was Besonderes sein kann.
Und der Zwang? Manchmal bin ich wirklich in der Situation, dass ich eigentlich gar keinen Bock habe, mich zu schmnken, frisieren, Kleid anziehen - aber ich weiß, dass die Leute, die ich treffen werde, mich nur so kenne. Dann tue ich es dann doch. Komme 15 Min. zu spät. Man geht ja auch nicht nackt aus dem Haus, oder als eine andere Person verkleidet. Aber ich weiß, dass ich dann "ich" bin ... so sehe ich aus, so kennt man mich, und vor allem reagiertman auf mich, so wie ich es mir wünsche. Verstehst du was ich meine? Es war nicht immer so. Viel von dem, was du beschreibst, kenne ich auch von früher. Nicht alles, aber einiges davon.
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Re: Kennt jemand diesen Zwang
Guten Morgen,
danke für die Blumen, aber die nehme ich jetzt nicht an. Ich denke, unser Denken bleibt oftmals in der Frage nach dem "Fummel" stecken. Das hat mir noch nie gereicht, auch wenn ich diese Phasen ebenfalls kenne. Ich kann nur mein heutiges Denken darstellen, und deshalb ist mir die Bemerkung von Lina ("Das ist zumindest meine heutige Sichtweise.") sehr wichtig. Sie ist für mich sogar abhängig davon, mit wem ich rede. In der Diskussion ist meiner Partnerin ist es für mich viel schwieriger, meine Gedanken auszudrücken. Sogar im Laufe der Zeit ändern sich diese. Manchmal ist der Wunsch die Frau auszudrücken stärker, manchmal schwächer. Es hat also massiv mit meiner Psyche zu tun. Wie gesagt, unter Druck brauche ich den Ausgleich stärker.
"dass es später auch so was wie "Ich sehe T* als ein innerer Gleichgewicht, wodurch ich auch wertvoller für andere werde", sein kann?"
Darauf vertraue ich ganz fest und bin überzeugt davon. Meine Partnerin ist mit mir zusammen, weil ich bin wie ich bin. T* gehört dazu und sie hat das akzeptiert. In den letzten Jahren habe ich zwar kaum das Bedürfnis gespürt (ich habe weitgehend meine "soft skills" in mein männliches Leben integriert), aber sie wusste trotzdem von Anfang an, wie ich ticke. Es ist das, was ich Authentizität nenne. Ich versuche so weit wie möglich, mein Wesen zu leben und denke, dass die Menschen, die das respektieren und akzeptieren haben so auch am meisten von mir. Was hätten sie davon, wenn ich Teile von mir unterdrücken würde ?
Lina, mich irritieren ein paar Formulierungen von Dir. Du schreibst, dass Du den Zwang Frauenkleider zu tragen nicht kennst, weil Du es einfach so praktizierst, wie Du es möchtest. Im nächsten Satz schreibst Du, dass Du Dich alleine auf der Welt fühlst. Heißt das, dass Du keine Freunde hast, mit denen Du Dich austauschst ? Für mich klingt das so, als würdest Du wie ein Satellit die Welt umkreisen, ohne jemals auf ihr landen zu können. Wenn das stimmt, ist es das was Du willst ?
Nadin, ja ich hatte einen langen Leidensweg, aber der hat nicht nur mit T* zu tun. Ich habe Jahrzehnte, einige zerbrochene Beziehungen (nicht wegen T*) und jede Menge Literatur und Diskussionen hinter mir, um festzustellen, dass ich manchmal ein ganz schönes A... war. Warum ? So ganz ist es mir auch heute noch nicht klar, aber ich weiß, es hat viel mit nicht anerkannten und in der Folge unterdrückten Eigenschaften in mir zu tun. Auch der Vergleich mit vielen anderen Lebenswegen zeigen mir, dass es vielen so geht. Es geht bei mir in erster Linie um "weichere" Eigenschaften wie Einfhühlungsvermögen, Beobachtungsgabe, Phantasie etc. zu tun. Ich habe über den Austausch mit anderen viel an der Ausdrucksweise gearbeitet. Ich bin heute von meinen Thesen überzeugt. Damit ist es immer einfacher, sich auszudrücken. Im übrigen sind es gerade diese Diskussion, wie wir sie hier führen, die mich weiter bringen. Ich komme so immer wieder zu neuen Erkenntnissen.
Ich schreibe mehr aus Gewohnheit als Vicky. Außerdem gefällt es mir. Es ist dann leichter, von meinen männlich geprägten Verhaltensweisen Abstand zu nehmen. Aber die Verschmelzung von meinem männlichen und weiblichen Alter Ego wird für mich immer deutlicher. Aber ich weit davon entfernt, es wirklich leben zu können. Auch für geoutete Menschen ist das ein Thema. Für mich liegt der Unterschied im Outing oder Nicht-Outing darin, dass man zu sich in seinem Wesen in seinem Innersten ja sagen kann. Ich weiß das sehen manche Menschen anders, aber die Begründungen, die ich bei Menschen, die sich nicht outen, sind für mich meistens sehr dünn. Aber das muss jeder für sich entscheiden und diese Entscheidung ist zu respektieren. Ich muss auch nicht jedem Menschen sagen, wie ich bin. Ich erzähle ja auch nicht jedem Menschen, was mich sonst so interessiert. Aber sollte einmal ein Gesprächsthema in diese Richtung gehen, möchte ich mich nicht verleugnen.
"Ich möchte mir auch nicht anmaßen deine tiefgründigen Gedanken zu kommentieren, dem könnte ich überhaupt nicht gerecht werden."
Das ist meiner Meinung nach nicht wahr. Ja, ich habe mir viele Gedanken gemacht. Aber deshalb sind sie nicht besser oder schlechter als irgendwelche Gedanken anderer Menschen. Es sind einfach meine Gedanken und ich denke, der Austausch von Gedanken ist immer hilfreich ist. Man findet immer etwas. das man für sich nutzen kann. Die Gedanken sind auch nicht als ewige Weisheiten in Stein gemeißelt. Sie verändern sich ständig. Es kommt Neues hinzu und Überholtes kommt weg. Aber dieser ständige Fluss ist für mich Ausdruck des Lebens. Meine Gedanken sind nicht Deine Gedanken. Du musst sie selber finden. Ich schreibe einfach immer wieder auf, was ich denke und schaue, wie andere darauf reagieren. Das ist oft genug Blödsinn. Das macht mich nicht zu einem schlechteren Menschen. Und ich kann meine Ideen ja weiter entwickeln. Eine endgültige Lösung werde ich für mich sowieso nicht finden. Es gibt immer Widersprüche, ungenügende Einsichten und fehlendes Wissen. Manche halten es für Blödsinn, was ich schreibe. manche verurteilen mich deswegen. Das können sie tun, aber es nützt ihnen nichts. Denn es geht für jeden persönlich darum, seinen Lebensweg zu finden. Und der findet sich nicht in der Abwertung anderer Menschen oder Sichtweisen. Ich weiß, dass ich auch nicht frei davon bin. Aber wenn ich es bemerke, kann ich daran etwas ändern.
Und mit T* ist das genau so. Wenn ich auf der Straße Männer in Frauenkleider sehe, was fühle ich da ? Es dürfte ziemlich viel damit zu tun haben, wie ich mich selber sehe. Die Psychologen nennen das Spiegelung. Ich kann nur das sehen, was ich in mir trage und der andere stupst mich mit der Nase drauf. Die Frage ist, wie gehe ich damit um ? Nicht der Mann ich Frauenkleider ist schlecht, er lebt ja nur seine Bedürfnisse, aber vielleicht trage ich den Neid in mir, weil er es tut und ich nicht. Oder ich habe ein ärgerliches Gefühl, weil ich glaube, dass nur ein perfektes Outfit es erlauben würde, en femme auf die Straße zu gehen. Dabei ist vielleicht nur die eigene Angst, die mich zu diesen Gefühlen bringen.
Ich bin davon überzeugt, dass das Achten auf seine eigenen Gefühle, egal in welcher Situation, ein sehr guter Wegweiser für das ist, was für mich wichtig ist. Das ist mir bei buddhistischen Büchern als Achtsamkeit begegnet. Es findet sich auch in vielen anderen Quellen und ist nicht neu. Wir haben es nur vergessen.
Es ist spannend zu sehen, wie sich meine Reaktionen auf die gleiche Situationen ändern, wenn ich diese Gefühle ernst nehme. Ich schäme mich nicht mehr, wenn ich in Strumpfhosen meiner lachenden Partnerin gegenüberstehe. Ich finde es einfach selber lustig. Und ihre Reaktion ist auch entspannter. Schäme ich mich, wird sie anders damit umgehen, als wenn ich lache. Die Situation wird anders bewertet. Deshalb ist es so wichtig, sich selber und sein Treiben ernst zu nehmen. Dann kann mein Gegenüber die Situation auch anders wahrnehmen. Ich habe es selber in der Hand, wie meine Umwelt reagiert.
Druckse ich bei der Partnerin herum, wenn ich wieder einmal einen BH anziehen will oder mache ich es einfach ? Oder verheimliche ich es. Was mache ich dann ? Vielleicht bin ich in der Wahrnehmung sogar mehr "Mann", wenn ich Frau sein will. Ich denke, ich werde ernster genommen, wenn ich es tue, wie ich es brauche. Wenn meine Bedürfnisse nicht ernst genommen werden, bleibe ich dann nicht auf der Strecke ... ? Angst zu haben ist aus meiner Sicht nicht falsch, aber sein Leben nicht zu leben, ist traurig. Manchmal braucht man für diese Erkenntnis Jahrzehnte...
Viele Grüße
Vicky
danke für die Blumen, aber die nehme ich jetzt nicht an. Ich denke, unser Denken bleibt oftmals in der Frage nach dem "Fummel" stecken. Das hat mir noch nie gereicht, auch wenn ich diese Phasen ebenfalls kenne. Ich kann nur mein heutiges Denken darstellen, und deshalb ist mir die Bemerkung von Lina ("Das ist zumindest meine heutige Sichtweise.") sehr wichtig. Sie ist für mich sogar abhängig davon, mit wem ich rede. In der Diskussion ist meiner Partnerin ist es für mich viel schwieriger, meine Gedanken auszudrücken. Sogar im Laufe der Zeit ändern sich diese. Manchmal ist der Wunsch die Frau auszudrücken stärker, manchmal schwächer. Es hat also massiv mit meiner Psyche zu tun. Wie gesagt, unter Druck brauche ich den Ausgleich stärker.
"dass es später auch so was wie "Ich sehe T* als ein innerer Gleichgewicht, wodurch ich auch wertvoller für andere werde", sein kann?"
Darauf vertraue ich ganz fest und bin überzeugt davon. Meine Partnerin ist mit mir zusammen, weil ich bin wie ich bin. T* gehört dazu und sie hat das akzeptiert. In den letzten Jahren habe ich zwar kaum das Bedürfnis gespürt (ich habe weitgehend meine "soft skills" in mein männliches Leben integriert), aber sie wusste trotzdem von Anfang an, wie ich ticke. Es ist das, was ich Authentizität nenne. Ich versuche so weit wie möglich, mein Wesen zu leben und denke, dass die Menschen, die das respektieren und akzeptieren haben so auch am meisten von mir. Was hätten sie davon, wenn ich Teile von mir unterdrücken würde ?
Lina, mich irritieren ein paar Formulierungen von Dir. Du schreibst, dass Du den Zwang Frauenkleider zu tragen nicht kennst, weil Du es einfach so praktizierst, wie Du es möchtest. Im nächsten Satz schreibst Du, dass Du Dich alleine auf der Welt fühlst. Heißt das, dass Du keine Freunde hast, mit denen Du Dich austauschst ? Für mich klingt das so, als würdest Du wie ein Satellit die Welt umkreisen, ohne jemals auf ihr landen zu können. Wenn das stimmt, ist es das was Du willst ?
Nadin, ja ich hatte einen langen Leidensweg, aber der hat nicht nur mit T* zu tun. Ich habe Jahrzehnte, einige zerbrochene Beziehungen (nicht wegen T*) und jede Menge Literatur und Diskussionen hinter mir, um festzustellen, dass ich manchmal ein ganz schönes A... war. Warum ? So ganz ist es mir auch heute noch nicht klar, aber ich weiß, es hat viel mit nicht anerkannten und in der Folge unterdrückten Eigenschaften in mir zu tun. Auch der Vergleich mit vielen anderen Lebenswegen zeigen mir, dass es vielen so geht. Es geht bei mir in erster Linie um "weichere" Eigenschaften wie Einfhühlungsvermögen, Beobachtungsgabe, Phantasie etc. zu tun. Ich habe über den Austausch mit anderen viel an der Ausdrucksweise gearbeitet. Ich bin heute von meinen Thesen überzeugt. Damit ist es immer einfacher, sich auszudrücken. Im übrigen sind es gerade diese Diskussion, wie wir sie hier führen, die mich weiter bringen. Ich komme so immer wieder zu neuen Erkenntnissen.
Ich schreibe mehr aus Gewohnheit als Vicky. Außerdem gefällt es mir. Es ist dann leichter, von meinen männlich geprägten Verhaltensweisen Abstand zu nehmen. Aber die Verschmelzung von meinem männlichen und weiblichen Alter Ego wird für mich immer deutlicher. Aber ich weit davon entfernt, es wirklich leben zu können. Auch für geoutete Menschen ist das ein Thema. Für mich liegt der Unterschied im Outing oder Nicht-Outing darin, dass man zu sich in seinem Wesen in seinem Innersten ja sagen kann. Ich weiß das sehen manche Menschen anders, aber die Begründungen, die ich bei Menschen, die sich nicht outen, sind für mich meistens sehr dünn. Aber das muss jeder für sich entscheiden und diese Entscheidung ist zu respektieren. Ich muss auch nicht jedem Menschen sagen, wie ich bin. Ich erzähle ja auch nicht jedem Menschen, was mich sonst so interessiert. Aber sollte einmal ein Gesprächsthema in diese Richtung gehen, möchte ich mich nicht verleugnen.
"Ich möchte mir auch nicht anmaßen deine tiefgründigen Gedanken zu kommentieren, dem könnte ich überhaupt nicht gerecht werden."
Das ist meiner Meinung nach nicht wahr. Ja, ich habe mir viele Gedanken gemacht. Aber deshalb sind sie nicht besser oder schlechter als irgendwelche Gedanken anderer Menschen. Es sind einfach meine Gedanken und ich denke, der Austausch von Gedanken ist immer hilfreich ist. Man findet immer etwas. das man für sich nutzen kann. Die Gedanken sind auch nicht als ewige Weisheiten in Stein gemeißelt. Sie verändern sich ständig. Es kommt Neues hinzu und Überholtes kommt weg. Aber dieser ständige Fluss ist für mich Ausdruck des Lebens. Meine Gedanken sind nicht Deine Gedanken. Du musst sie selber finden. Ich schreibe einfach immer wieder auf, was ich denke und schaue, wie andere darauf reagieren. Das ist oft genug Blödsinn. Das macht mich nicht zu einem schlechteren Menschen. Und ich kann meine Ideen ja weiter entwickeln. Eine endgültige Lösung werde ich für mich sowieso nicht finden. Es gibt immer Widersprüche, ungenügende Einsichten und fehlendes Wissen. Manche halten es für Blödsinn, was ich schreibe. manche verurteilen mich deswegen. Das können sie tun, aber es nützt ihnen nichts. Denn es geht für jeden persönlich darum, seinen Lebensweg zu finden. Und der findet sich nicht in der Abwertung anderer Menschen oder Sichtweisen. Ich weiß, dass ich auch nicht frei davon bin. Aber wenn ich es bemerke, kann ich daran etwas ändern.
Und mit T* ist das genau so. Wenn ich auf der Straße Männer in Frauenkleider sehe, was fühle ich da ? Es dürfte ziemlich viel damit zu tun haben, wie ich mich selber sehe. Die Psychologen nennen das Spiegelung. Ich kann nur das sehen, was ich in mir trage und der andere stupst mich mit der Nase drauf. Die Frage ist, wie gehe ich damit um ? Nicht der Mann ich Frauenkleider ist schlecht, er lebt ja nur seine Bedürfnisse, aber vielleicht trage ich den Neid in mir, weil er es tut und ich nicht. Oder ich habe ein ärgerliches Gefühl, weil ich glaube, dass nur ein perfektes Outfit es erlauben würde, en femme auf die Straße zu gehen. Dabei ist vielleicht nur die eigene Angst, die mich zu diesen Gefühlen bringen.
Ich bin davon überzeugt, dass das Achten auf seine eigenen Gefühle, egal in welcher Situation, ein sehr guter Wegweiser für das ist, was für mich wichtig ist. Das ist mir bei buddhistischen Büchern als Achtsamkeit begegnet. Es findet sich auch in vielen anderen Quellen und ist nicht neu. Wir haben es nur vergessen.
Es ist spannend zu sehen, wie sich meine Reaktionen auf die gleiche Situationen ändern, wenn ich diese Gefühle ernst nehme. Ich schäme mich nicht mehr, wenn ich in Strumpfhosen meiner lachenden Partnerin gegenüberstehe. Ich finde es einfach selber lustig. Und ihre Reaktion ist auch entspannter. Schäme ich mich, wird sie anders damit umgehen, als wenn ich lache. Die Situation wird anders bewertet. Deshalb ist es so wichtig, sich selber und sein Treiben ernst zu nehmen. Dann kann mein Gegenüber die Situation auch anders wahrnehmen. Ich habe es selber in der Hand, wie meine Umwelt reagiert.
Druckse ich bei der Partnerin herum, wenn ich wieder einmal einen BH anziehen will oder mache ich es einfach ? Oder verheimliche ich es. Was mache ich dann ? Vielleicht bin ich in der Wahrnehmung sogar mehr "Mann", wenn ich Frau sein will. Ich denke, ich werde ernster genommen, wenn ich es tue, wie ich es brauche. Wenn meine Bedürfnisse nicht ernst genommen werden, bleibe ich dann nicht auf der Strecke ... ? Angst zu haben ist aus meiner Sicht nicht falsch, aber sein Leben nicht zu leben, ist traurig. Manchmal braucht man für diese Erkenntnis Jahrzehnte...
Viele Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.