EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark. - # 2
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Anne-Mette
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Denmark goes Argentina!
Ein TGEU Statement vom 11. Juni 2014
Denmark passes best legal gender recognition law in Europe
Today, the Danish Parliament introduced in the last reading a new regulation
which allows legal gender recognition for trans people solely based on their
self-determination and without any medical intervention or other opinion.
The only requirements are a minimum age of 18 years and a six month
waiting period. With this decision, Denmark becomes the European state
whose respective regulation is in best compliance with Human Rights. Until
today only Argentina had met this standard.
http://www.tgeu.org/sites/default/files ... -final.pdf
Gruß
Anne-Mette
Ein TGEU Statement vom 11. Juni 2014
Denmark passes best legal gender recognition law in Europe
Today, the Danish Parliament introduced in the last reading a new regulation
which allows legal gender recognition for trans people solely based on their
self-determination and without any medical intervention or other opinion.
The only requirements are a minimum age of 18 years and a six month
waiting period. With this decision, Denmark becomes the European state
whose respective regulation is in best compliance with Human Rights. Until
today only Argentina had met this standard.
http://www.tgeu.org/sites/default/files ... -final.pdf
Gruß
Anne-Mette
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nicole.f
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Hi!
Von TGEU gibt es auch ein paar gute Materialien zu dem Thema "legal gender recognition" und auch der Frage, ob das nicht missbraucht werden könne, wenn man das liberalisieren würde. Dazu haben sie im Rahmen des "legal gender recognition toolit"
http://tgeu.org/Toolkit_Legal_Gender_Re ... _in_Europe
ein schönes "Myth buster" Dokument gebaut:
http://www.tgeu.org/sites/default/files ... rs_LGR.pdf
Mir gefällt was TGEU macht wirklich gut.
Liebe Grüße
nicole
Von TGEU gibt es auch ein paar gute Materialien zu dem Thema "legal gender recognition" und auch der Frage, ob das nicht missbraucht werden könne, wenn man das liberalisieren würde. Dazu haben sie im Rahmen des "legal gender recognition toolit"
http://tgeu.org/Toolkit_Legal_Gender_Re ... _in_Europe
ein schönes "Myth buster" Dokument gebaut:
http://www.tgeu.org/sites/default/files ... rs_LGR.pdf
Mir gefällt was TGEU macht wirklich gut.
Liebe Grüße
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Anni
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Hallo Mädels
Na also - geht doch
... hätte ich mit der Beantragung meines neuen Personalausweises vielleicht doch noch ein paar Jahrzehnte warten sollen ????
LG von frecher Anni
PS: wenigstens kann ich hier im Forum mit meinem Namenszusatz von meiner Selbstbestimmung schon mal Gebrauch machen und ich bemühe mich redlich , DEM auch gerecht zu werden
Na also - geht doch
... hätte ich mit der Beantragung meines neuen Personalausweises vielleicht doch noch ein paar Jahrzehnte warten sollen ????
LG von frecher Anni
PS: wenigstens kann ich hier im Forum mit meinem Namenszusatz von meiner Selbstbestimmung schon mal Gebrauch machen und ich bemühe mich redlich , DEM auch gerecht zu werden
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch. George Bernard Shaw
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nicole.f
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Hi!
Die Für und Wider für ein vereinfachtes Verfahren wurden und werden viel diskutiert. Wenn man die Diskussionen mal verfolgt hat und die Argumente dafür und dagegen abwägt, sowie inbesondere die Herleitung der Forderung etwas verfolgt, dann ist eine weitgehende Liberalisierung die einzige logische Konsequenz. Alles andere würde immer wieder grundlegende Prinzipien an verschiedenen Stellen verletzen.
Die Diskussionen und Argumente sind im Übrigen sehr spannend! Aber etwas langatmig zu lesen und zu verfolgen.
Quintessenz ist, dass in immer mehr Ländern engagierte Gruppen diese Rechte aktiv einfordern und in einen aktiven Dialog mit der Politik treten. Dänemark war nun ein Beispiel. Malta ist das andere, dass gerade auf dem besten Weg ist, ein mindestens ebenso liberales Gesetz zu bekommen. Die Grundlagen haben sie dafür gerade mit einer Verfassungsänderung geschaffen. Der absolute Vorreiter ist wohl Argentinien.
In Deutschland regelt zur Zeit das TSG einzig und allein diese Frage. Das TSG zerfällt seit Jahren vor sich hin und ist durch Grundsatzurteile nicht zuletzt auch des Bundesverfassungsgerichts löchrig. Das es reformbedürftig ist, hat jede Regierung seit Jahren anerkannt. Doch keine hat etwas daran getan, weil der Druck dazu in Deutschland einfach zu gering ist. Es gibt kein einheitliches Meinungsbild der Betroffenen und keine Lobby-Gruppe, die _ein_ entsprechendes Interesse glaubwürdig gegenüber der Regierung vertritt. Es kommt mir fast vor wie "zuviel zum Sterben, zuwenig zum Leben" - die Sutuation ist für alle Betroffenen blöd und unerfreulich, doch man kann sich damit arrangieren und irgendwie doch zur Lösung kommen - man beugt sich dem Gesetz und zieht Gutachten und Antragsverfahren eben durch. In anderen Ländern ist der Leidensdruck der Betroffenen aber viel höher, weil der Zugang ggf. noch schwerer oder gar nicht möglich ist - Thailand z.B. Dort ist eine offizielle Personenstandsänderung gar nicht erst möglich - Punkt. In der Schweiz gibt es, soweit ich weiß, keine einheitliche Regelung und man ist auf das Zutun der Behörden in den Kantonen angewiesen, was wohl oft genug dann vor Gericht landet.
Das man in solchen Ländern, wenn man es darauf anlegte, dann leichter eine große Gruppe mobilisieren könnte, ist klar. Ich weiß nicht mehr wer es war, aber ich meine im Rahmen der französichen Revolution sagte einer der Anführer mal sinngemäß "Solange der Bauer sein Huhn im Top hat, ist mit dem Volk keine Revolution zu machen.". Wir haben nunmal ein Huhn im Topf. Es ist zwar "nur" ein Huhn, aber immerhin. Für viele gibt es deshalb keinen dringenden Handlungsbedarf.
Liebe Grüße
nicole
Die Für und Wider für ein vereinfachtes Verfahren wurden und werden viel diskutiert. Wenn man die Diskussionen mal verfolgt hat und die Argumente dafür und dagegen abwägt, sowie inbesondere die Herleitung der Forderung etwas verfolgt, dann ist eine weitgehende Liberalisierung die einzige logische Konsequenz. Alles andere würde immer wieder grundlegende Prinzipien an verschiedenen Stellen verletzen.
Die Diskussionen und Argumente sind im Übrigen sehr spannend! Aber etwas langatmig zu lesen und zu verfolgen.
Quintessenz ist, dass in immer mehr Ländern engagierte Gruppen diese Rechte aktiv einfordern und in einen aktiven Dialog mit der Politik treten. Dänemark war nun ein Beispiel. Malta ist das andere, dass gerade auf dem besten Weg ist, ein mindestens ebenso liberales Gesetz zu bekommen. Die Grundlagen haben sie dafür gerade mit einer Verfassungsänderung geschaffen. Der absolute Vorreiter ist wohl Argentinien.
In Deutschland regelt zur Zeit das TSG einzig und allein diese Frage. Das TSG zerfällt seit Jahren vor sich hin und ist durch Grundsatzurteile nicht zuletzt auch des Bundesverfassungsgerichts löchrig. Das es reformbedürftig ist, hat jede Regierung seit Jahren anerkannt. Doch keine hat etwas daran getan, weil der Druck dazu in Deutschland einfach zu gering ist. Es gibt kein einheitliches Meinungsbild der Betroffenen und keine Lobby-Gruppe, die _ein_ entsprechendes Interesse glaubwürdig gegenüber der Regierung vertritt. Es kommt mir fast vor wie "zuviel zum Sterben, zuwenig zum Leben" - die Sutuation ist für alle Betroffenen blöd und unerfreulich, doch man kann sich damit arrangieren und irgendwie doch zur Lösung kommen - man beugt sich dem Gesetz und zieht Gutachten und Antragsverfahren eben durch. In anderen Ländern ist der Leidensdruck der Betroffenen aber viel höher, weil der Zugang ggf. noch schwerer oder gar nicht möglich ist - Thailand z.B. Dort ist eine offizielle Personenstandsänderung gar nicht erst möglich - Punkt. In der Schweiz gibt es, soweit ich weiß, keine einheitliche Regelung und man ist auf das Zutun der Behörden in den Kantonen angewiesen, was wohl oft genug dann vor Gericht landet.
Das man in solchen Ländern, wenn man es darauf anlegte, dann leichter eine große Gruppe mobilisieren könnte, ist klar. Ich weiß nicht mehr wer es war, aber ich meine im Rahmen der französichen Revolution sagte einer der Anführer mal sinngemäß "Solange der Bauer sein Huhn im Top hat, ist mit dem Volk keine Revolution zu machen.". Wir haben nunmal ein Huhn im Topf. Es ist zwar "nur" ein Huhn, aber immerhin. Für viele gibt es deshalb keinen dringenden Handlungsbedarf.
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Anni
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Hallo Nicole
Wie einfach es gehen kann , zeigen uns nun unter anderem die Dänen .
Was hat die Menscheit nur davon , einfachste Dinge sooo kompliziert zu machen ????
Und dann , nachdem sie es erst kompliziert haben , darüber endlos zu diskutieren , wie man es einfacher machen könnte
Ist das Methode und/oder Selbstzweck ??? - und wieso fällt mir da als bestes Beispiel das deutsche Steuerrecht ein ?
LG von frecher Anni
Ich fühl mich seit Jahren wie eben dieses Huhn - jeder will mich rupfennicole.b hat geschrieben: Wir haben nun mal ein Huhn im Topf. Es ist zwar "nur" ein Huhn, aber immerhin. Für viele gibt es deshalb keinen dringenden Handlungsbedarf.
Wie einfach es gehen kann , zeigen uns nun unter anderem die Dänen .
Was hat die Menscheit nur davon , einfachste Dinge sooo kompliziert zu machen ????
Und dann , nachdem sie es erst kompliziert haben , darüber endlos zu diskutieren , wie man es einfacher machen könnte
Ist das Methode und/oder Selbstzweck ??? - und wieso fällt mir da als bestes Beispiel das deutsche Steuerrecht ein ?
Da sollten WIR dabei seinnicole.b hat geschrieben: Quintessenz ist, dass in immer mehr Ländern engagierte Gruppen diese Rechte aktiv einfordern und in einen aktiven Dialog mit der Politik treten.
LG von frecher Anni
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nicole.f
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Tja... womit wir wieder bei dem anderen Thread sind, in dem ich mal die vorsichtige Idee äußerte, dass wir eigentlich einen Verband bräuchten.Anni hat geschrieben:Hallo Nicole
Da sollten WIR dabei seinnicole.b hat geschrieben: Quintessenz ist, dass in immer mehr Ländern engagierte Gruppen diese Rechte aktiv einfordern und in einen aktiven Dialog mit der Politik treten.![]()
LG von frecher Anni
Schaut man sich die Diskussionen auf den Mailinglisten der internationalen Gruppen an, wie TGEU, dann sieht man im Prinzip genau das, was wir hier auch sehen und was viele als Haupthindernis für so eine Organisation sehen: es gibt viel zuviele Partikularinteressen. Die vielen Gruppen haben sehr viele unterschiedliche Interessen und streiten sich untereinander, wenn sie dann mal zusammentreffen, meist um diese Umterschiede und warum denn die eine mehr recht hat als die andere. Sie verlieren nur dabei leider aus den Augen, was sie gemeinsam haben. Das müsste ein solcher Verband leisten, damit dieser dann entsprechenden politischen Druck entfalten kann - wenn er für 100+X Gruppe mit 1000+Y Mitgliedern ein Thema vertreten kann.
Ich würde das sehr begrüßen!
Und ich wäre ganz vorne mit dabei, soetwas aufzubauen und/oder am Leben zu erhalten. Ich denke, nur so könnte es gehen, nur, wenn VIELE endlich anfangen gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Auch wenn damit zunächst nur ein Problem gelöst würde und kein großer Wurf dabei heraus kommt. Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt, auch wenn er klein ist.
Im August im Waldschlösschen findet eine Trans* Vernetzungstagung statt. Ich werde dabei sein und bin sehr gespannt, was sich dort wie vernetzt. Vielleicht könnte das ein guter Ort und eine gute Gelegenheit für die Gründung des Verbandes sein?
Liebe Grüße
nicole
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Anne-Mette
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Moin,
queer.de liefert eine Zusammenfassung der Ereignisse in deutscher Sprache: http://www.queer.de/detail.php?article_id=21757
Gruß
Anne-Mette
queer.de liefert eine Zusammenfassung der Ereignisse in deutscher Sprache: http://www.queer.de/detail.php?article_id=21757
Gruß
Anne-Mette
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Lina
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Anne-Mette hatte mich gebeten genauer in dieser Angelegenheit zu recherschieren.
(Da ist es mir auch egal, ob irgendwelche der Foreras — insbeondere Teilnehmerinnen am Kaltenkirchen treffen — meinen ich wäre zu blöd um in rechtlichen Angelegenheiten zu recherschieren, weil ich Grafikerin/Fotodesignerin bin. Warum das nun ausschließen sollte, dass Syddansk Universitet mich bestens auf so was vorbereitet haben könnte, verstehe ich bis heute nicht.)
Gut zur Sache — Gesetzesentwurf 182 vom Jahr 2014 ist beschlossen worden und wird am 1.9.14 in Kraft treten.
Das Gesetz sagt nicht wirklich viel und ist eh ein kurzes und einfach formuliertes Gesetz — komplett ca. eine halbe A4 Seite. Kurz erzählt: Lediglich aufgrund eigener Erklärung kann man nach einer "Abkühlfrist" von sechs Monaten im CPR — dem zentralen Personenregister — die Personennummer in "weiblich" ändern lassen — also mit einer geraden Endziffer. Darüber hinaus können Leute, die schon Namensänderungen etc. seit mehr als sechs Monaten laufen haben, dies ohne die sechsmonatige Frist machen lassen.
Das sagt an sich nicht viel — aber in Praxis bedeutet das eine bedingungslose Änderung des juristischen Geschlechts. Dazu kommt noch -§19 den Namensgesetzes, das vorschreibt, dass wer weiblich ist sollte im Regelfall auch einen weiblichen Vornamen haben. Und das ist man ja in dem Fall.
Ob dies nun auch für Ausländer gelten wird? Im Prinzip muss es — weil jeder, der legal in Dänemark fest wohnhaft ist, bekommt auch die CPR-Nummer, die gleichzeitig Sozialversicherungsnummer, Steuernummer etc. ist. Und es steht im Gesetz nichts von Ausnahmen. Wie man das nun WIRKLiCH handhaben wird, eine in Dänemark wohnhafte T-Frau mit Staatsbürgerschaft in einem Land, wo die Regeln nicht so locker sind, den Antrag stellt. Z.B. eine aus Deutschland, wo die einfache Selbseinschätzung nicht reicht oder aus einem anderen Land, wo HRT etc. verlangt wird. Das würde ja bedeuten, dass die Person, je nach Wohnort und Ursprungsland unterschiedliche juristische Geschlechter hat.
Vielleicht haben sie sich darüber noch gar keine Gedanken gemacht. Es ist ja in Dänemark ja nicht üblich — wie in Deutschland — dass für jede Seite Gesetz so etwa 20 Seiten Verwaltungsvorschriften auf den Tisch kommen. Da hat die Behördenperson zumindest eine Chance, nachzulesen wie das meiste gehandhabt wird. Nein, statt dessen mach so etwas jeder sein eigenes Ding daraus, dann landen Fälle vor Gericht, der Richter muss dann versuchen rauszufinden, was man eigentlich mit dem Gesezt wollte. Entscheidend wird also was der Richter vom ganzen hält. Manchmal sind Urteile so weit vom tatsächlichen Gesetzestext entfernt, dass man sich wirklich wundert, aber das Urteil wird zur geltenden Rechtsprechung. Nicht ganz wie in den USA, aber geht stark in die Richtung.
Ob dies nun wirklich weitergehende Auswirkungen in Europa haben wird, ist abzuwarten. Ich wüsste aber nicht warum es sollte. Spanien hat schon seit 2003 ein ähnliches Gesetz. Norwegen und Schweden auch. Offensichtlich teilt der dänische Justizminister meine Ansicht so weit, dass gesamteuropäisches Recht schon jetzt angewendet werden kann — er meint, dass Dänemark sonst vorm Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erfolgreich verklagt werden könnte. Das können viele andere Mitgliedsländer des Europarates auch, nur erstaunlicherweise passiert dies nicht. Also warum sollten sie reagieren? Dänemark reagiert jetzt etwa 10 Jahre nach Spanien ...
Wenn die von Anne-Mette zitierten Abstimmungsergebnisse stimmen — habe ich noch nicht gecheckt — scheint es mir, dass man nur gerade genügend Parlametarier in den Saal gepeitscht hat, um das Gesetz durchzukriegen. Zumindest scheinen nur ca. 2/3 der parlamentsmitglieder anwesend gewesen zu sein.
(Da ist es mir auch egal, ob irgendwelche der Foreras — insbeondere Teilnehmerinnen am Kaltenkirchen treffen — meinen ich wäre zu blöd um in rechtlichen Angelegenheiten zu recherschieren, weil ich Grafikerin/Fotodesignerin bin. Warum das nun ausschließen sollte, dass Syddansk Universitet mich bestens auf so was vorbereitet haben könnte, verstehe ich bis heute nicht.)
Gut zur Sache — Gesetzesentwurf 182 vom Jahr 2014 ist beschlossen worden und wird am 1.9.14 in Kraft treten.
Das Gesetz sagt nicht wirklich viel und ist eh ein kurzes und einfach formuliertes Gesetz — komplett ca. eine halbe A4 Seite. Kurz erzählt: Lediglich aufgrund eigener Erklärung kann man nach einer "Abkühlfrist" von sechs Monaten im CPR — dem zentralen Personenregister — die Personennummer in "weiblich" ändern lassen — also mit einer geraden Endziffer. Darüber hinaus können Leute, die schon Namensänderungen etc. seit mehr als sechs Monaten laufen haben, dies ohne die sechsmonatige Frist machen lassen.
Das sagt an sich nicht viel — aber in Praxis bedeutet das eine bedingungslose Änderung des juristischen Geschlechts. Dazu kommt noch -§19 den Namensgesetzes, das vorschreibt, dass wer weiblich ist sollte im Regelfall auch einen weiblichen Vornamen haben. Und das ist man ja in dem Fall.
Ob dies nun auch für Ausländer gelten wird? Im Prinzip muss es — weil jeder, der legal in Dänemark fest wohnhaft ist, bekommt auch die CPR-Nummer, die gleichzeitig Sozialversicherungsnummer, Steuernummer etc. ist. Und es steht im Gesetz nichts von Ausnahmen. Wie man das nun WIRKLiCH handhaben wird, eine in Dänemark wohnhafte T-Frau mit Staatsbürgerschaft in einem Land, wo die Regeln nicht so locker sind, den Antrag stellt. Z.B. eine aus Deutschland, wo die einfache Selbseinschätzung nicht reicht oder aus einem anderen Land, wo HRT etc. verlangt wird. Das würde ja bedeuten, dass die Person, je nach Wohnort und Ursprungsland unterschiedliche juristische Geschlechter hat.
Vielleicht haben sie sich darüber noch gar keine Gedanken gemacht. Es ist ja in Dänemark ja nicht üblich — wie in Deutschland — dass für jede Seite Gesetz so etwa 20 Seiten Verwaltungsvorschriften auf den Tisch kommen. Da hat die Behördenperson zumindest eine Chance, nachzulesen wie das meiste gehandhabt wird. Nein, statt dessen mach so etwas jeder sein eigenes Ding daraus, dann landen Fälle vor Gericht, der Richter muss dann versuchen rauszufinden, was man eigentlich mit dem Gesezt wollte. Entscheidend wird also was der Richter vom ganzen hält. Manchmal sind Urteile so weit vom tatsächlichen Gesetzestext entfernt, dass man sich wirklich wundert, aber das Urteil wird zur geltenden Rechtsprechung. Nicht ganz wie in den USA, aber geht stark in die Richtung.
Ob dies nun wirklich weitergehende Auswirkungen in Europa haben wird, ist abzuwarten. Ich wüsste aber nicht warum es sollte. Spanien hat schon seit 2003 ein ähnliches Gesetz. Norwegen und Schweden auch. Offensichtlich teilt der dänische Justizminister meine Ansicht so weit, dass gesamteuropäisches Recht schon jetzt angewendet werden kann — er meint, dass Dänemark sonst vorm Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erfolgreich verklagt werden könnte. Das können viele andere Mitgliedsländer des Europarates auch, nur erstaunlicherweise passiert dies nicht. Also warum sollten sie reagieren? Dänemark reagiert jetzt etwa 10 Jahre nach Spanien ...
Wenn die von Anne-Mette zitierten Abstimmungsergebnisse stimmen — habe ich noch nicht gecheckt — scheint es mir, dass man nur gerade genügend Parlametarier in den Saal gepeitscht hat, um das Gesetz durchzukriegen. Zumindest scheinen nur ca. 2/3 der parlamentsmitglieder anwesend gewesen zu sein.
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Lina
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Heiraten ist was anderes - darüber gibt es internationale Konventionen.nicole.b hat geschrieben:Hi!
Die Bestrebungen für die ganze EU gibt es ja - TGEU und andere Organisationen sind ja dabei, dort Lobby Arbeit zu leisten. Die Sache mit Malta hatten wir hier ja auch schon.
Der spannende Punkt in Dänemark wäre rauszufinden, ob das Gesetz offen für alle EU Bürger ist?
Solche Tricks gibt es ja bspw. auch zur Heirat. In Dänemark kann man deutlich leichter eine Ausländerin heiraten als in Deutschland. Die Ehe wird anerkannt und die Heirat ist auch für nicht-Dänen zugänglich.
...
Liebe Grüße
nicole
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Anne-Mette
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Moin,
die Meldung erhält aus der ganzen Welt ein Echo; hier z.B. aus Washington:
Denmark to allow legal gender changes without sterilization
http://www.washingtonblade.com/2014/06/ ... n-surgery/
Gruß
Anne-Mette
die Meldung erhält aus der ganzen Welt ein Echo; hier z.B. aus Washington:
Denmark to allow legal gender changes without sterilization
http://www.washingtonblade.com/2014/06/ ... n-surgery/
Gruß
Anne-Mette
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Nicoletta
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Ich bin zwar etwas spät dran zu diesem Thema, aber vielleicht beachtet es noch jemand. Natürlich wünschte ich mir die dänische Lösung auch hierzulande, aber ist das wirklich eine Lösung? Ich stelle mir vor, wie ich als genetisch und dem äußerlichen Erscheinungsbild nach (zurückgehende Haare, zu grobe Gesichtszüge, große Hände usw.) maskulines Wesen mit weiblichem Pass bei der Grenzkontrolle in St.-Petersburg angesehen werde? Hält man mich etwa für einen Transvestiten, der die russische Jugend verführen will? Nichts läge mir ferner, aber überzeugt das? Die Situation ist nicht an den Haaren herbeigezogen, Bibliotheksreisen nach Russland habe ich schon öfter unternommen, nur noch nie als Frau. Zu denken gibt mir, dass ich mich kürzlich auf einen Aufruf aus Nepal beworben habe. Man suchte dort händeringend nach Lehrkräften, die bereit wären, sechs Wochen bei freier Kost und Logis plus Ausflüge und Taschengeld am Ende bereit wären, für sechs Wochen nach Nepal zu fahren, um dort Jugendliche auf Esperanto zu unterrichten. Bei meiner Bewerbung habe ich angegeben, dass ich in Rente bin und Vollzeit als Frau lebe und habe daraufhin überhaupt keine Antwort mehr erhalten. Erst nach meiner Bewerbung habe ich gelesen, dass in Nepal Transvestiten von der Straße weg verhaftet werden können. Esperantisten sind sicher toleranter, aber was hilft das gegen staatliche Behörden? Die dänische Regelung wird sicher innerhalb der EU (wenn auch bei manchen zähneknirschend) respektiert werden, aber die große Freiheit ist das sicher nicht.
LG Nicoletta
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Salmacis
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Ich finde es interessant wie offen und liberal Dänemark und Schweden in Sachen Gender sind aber pauschal Hundewelpen töten die bestimmten Rassen angehören.
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Anne-Mette
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Moin,
es gibt durchaus auch Meinungen zu den Gesetzesänderungen in Dänemark, die nicht so positiv sind:
Dänemark trans*genial? Kein Grund zum Feiern!
http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/0 ... um-feiern/
Gruß
Anne-Mette
es gibt durchaus auch Meinungen zu den Gesetzesänderungen in Dänemark, die nicht so positiv sind:
Dänemark trans*genial? Kein Grund zum Feiern!
http://gnurpsnewoel.blogsport.de/2014/0 ... um-feiern/
Gruß
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Lina
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
Salmacis hat geschrieben:Ich finde es interessant wie offen und liberal Dänemark und Schweden in Sachen Gender sind aber pauschal Hundewelpen töten die bestimmten Rassen angehören.
Ich frage wieder, woher du eigentlich es hast, dass die besonders offen und liberal wären? Ich will mich nicht wiederholen - in meinen zwei vorigen Posts steht einiges dazu.
Aber zu den "Bedenkenträgern", die Anne-Mette gepostet hat:
Stimmt es gibt lange keinen Grund euphorisch zu werden. Jedoch schreiben die auch z.T. einen absolut hochgezüchteten Quatsch:
"Da ent-ste-hen mög-li-cher-wei-se Fol-ge-ver-fah-ren wie die Mit-tei-lung ge-gen-über der Ren-ten-kas-se, der Kran-ken-kas-se oder den Ar-beit-ge-ber*innen. Die recht-li-che An-er-ken-nung ist ein wich-ti-ger Schritt, aber sie be-deu-tet eben kein Zu-cker-schle-cken. Des-we-gen muss nie-mand davor ge-schützt wer-den, nicht die Ge-sell-schaft, und schon gar nicht Trans*."
Da verstehen die das System offensichtlich nicht: Die Geschlechtseintragung im Zentralen Einwohnerregister besteht im Endziffer der Personenregistrierungsnummer. Wenn die geändert ist, ist alles geändert - weil die Nummer gleichzeitig Sozialversicherungsnummer, Krankenversicherungsnummer, Steuernummer, Kundennummer beim Arbeitsamt, Dienstnummer bei der Armee und sonstige Nummer, die man irgendwie im Umgang mit Behörden braucht.
Und warum sollte die geänderte Eintragung bei Polizeikontrollen zu Problemen führen? In einem Land, wo es keine Personalausweise gibt - alles was zur genaueren Feststellung der Identität dient, ist dass eigentlich jeder seine Personenreg.-Nummer auswendig kennt - da ist es doch erst recht ein Problem, wenn man optisch Frau ist und eine männliche Nummer hat, vielleicht sogar mit einem weiblichen Namen kombiniert. Oder denken sie, dass jemand, der immer noch mit Vollbart oder in anderer Weise sehr maskulinem Aussehen rum läuft, erst die juristische Geschlechtsänderung beantragt und erst wenn die nach sechs Monaten durch ist, sagt: So, jetzt kann ich ja so langsam mit der Transition anfangen.
Ich glaube jedenfalls nicht, dass jemand es in der Reihenfolge macht.
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Marielle
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Re: EILMELDUNG: Free legal gender change in Denmark.
'Nabend zusammen,
"Oder denken sie, dass jemand, der immer noch mit Vollbart oder in anderer Weise sehr maskulinem Aussehen rum läuft, erst die juristische Geschlechtsänderung beantragt und erst wenn die nach sechs Monaten durch ist, sagt: So, jetzt kann ich ja so langsam mit der Transition anfangen."
ooch... das ist ja wohl eindeutig ein Frage der Definition von 'Transition". Wenn die, die Transition, von ein paar hundert Gramm Silikon und etwas Kunsthaar abhängig ist, stimmt dein Einwand natürlich. Ich dachte bisher aber, dass das Geschlechtsempfinden etwas tiefer als unter dem BH und auf dem Kopf sitzt.
angenehme Nacht
Marielle
"Oder denken sie, dass jemand, der immer noch mit Vollbart oder in anderer Weise sehr maskulinem Aussehen rum läuft, erst die juristische Geschlechtsänderung beantragt und erst wenn die nach sechs Monaten durch ist, sagt: So, jetzt kann ich ja so langsam mit der Transition anfangen."
ooch... das ist ja wohl eindeutig ein Frage der Definition von 'Transition". Wenn die, die Transition, von ein paar hundert Gramm Silikon und etwas Kunsthaar abhängig ist, stimmt dein Einwand natürlich. Ich dachte bisher aber, dass das Geschlechtsempfinden etwas tiefer als unter dem BH und auf dem Kopf sitzt.
angenehme Nacht
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.