Berlin: Transsexuelle geschlagen - # 2
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Ninakadin
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Re: Berlin: Transsexuelle geschlagen
Danke für Einordnung, Marielle.
Ich kann ebenfalls weder die Einschätzung ("furchtbar") noch die Schlussfolgerung ("gehe nicht mehr raus") teilen. Ich lebe ja nun auch in dieser Stadt, und ich gehe ja nun auch jeden Tag raus, muss ich ja. Ich fühle mich dabei heute nicht unsicherer als vor 10 oder 20 Jahren oder in meiner seit 2 Jahren abgelegten, alten Identität.
Ich hatte gerade mal überlegt, wie oft ich in den letzten 12 Monaten von Übergriffen auf Transgender gehört habe, es waren ca. 4 mal.
Das entspricht bei einer 100.000 Einwohnerstadt einem Übergriff alle 8 Jahre. Ehrlich, da draussen lauern größere Gefahren....
LG, Nina
Ich kann ebenfalls weder die Einschätzung ("furchtbar") noch die Schlussfolgerung ("gehe nicht mehr raus") teilen. Ich lebe ja nun auch in dieser Stadt, und ich gehe ja nun auch jeden Tag raus, muss ich ja. Ich fühle mich dabei heute nicht unsicherer als vor 10 oder 20 Jahren oder in meiner seit 2 Jahren abgelegten, alten Identität.
Ich hatte gerade mal überlegt, wie oft ich in den letzten 12 Monaten von Übergriffen auf Transgender gehört habe, es waren ca. 4 mal.
Das entspricht bei einer 100.000 Einwohnerstadt einem Übergriff alle 8 Jahre. Ehrlich, da draussen lauern größere Gefahren....
LG, Nina
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Ninakadin
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Re: Berlin: Transsexuelle geschlagen
Hi Tinka,
natürlich ist jeder Übergriff einer zuviel. Die Frage ist, ob man in Angst leben will - bzw. sich eher versteckt - oder realistisch einschätzt, dass ein gewisses Restrisiko einfach zum Leben dazu gehört.
Und meine "Erfahrungen" habe ich auch gesammelt, Mitte der Neunziger bin ich zweimal - noch als Mann - in Kneipen überfallen worden. Einmal auf der Toilette, das andere mal sind 6 Bewaffnete in die fast leere Kneipe rein und habe sie ausgeraubt. Da hatte ich dann eine Pistole am Kopf. Die beiden Vorfälle passierten innerhalb von 3 Monaten. Vorher und seitdem: Nichts. Und Kneipen habe ich auch wieder betreten.
Ich vermute mal, die Chance beim Überqueren einer Straße vom Auto angefahren zu werden, oder auf dem Fahrrad vom Laster erwischt zu werden, sind real deutlich höher, als Opfer eines Hassverbrechens zu werden.
P.S. Diese beiden Vorfälle wurden polizeilich erfasst, und ich habe auch gegen die Bande vom zweiten Überfall vor Gericht ausgesagt.
LG, Nina
natürlich ist jeder Übergriff einer zuviel. Die Frage ist, ob man in Angst leben will - bzw. sich eher versteckt - oder realistisch einschätzt, dass ein gewisses Restrisiko einfach zum Leben dazu gehört.
Und meine "Erfahrungen" habe ich auch gesammelt, Mitte der Neunziger bin ich zweimal - noch als Mann - in Kneipen überfallen worden. Einmal auf der Toilette, das andere mal sind 6 Bewaffnete in die fast leere Kneipe rein und habe sie ausgeraubt. Da hatte ich dann eine Pistole am Kopf. Die beiden Vorfälle passierten innerhalb von 3 Monaten. Vorher und seitdem: Nichts. Und Kneipen habe ich auch wieder betreten.
Ich vermute mal, die Chance beim Überqueren einer Straße vom Auto angefahren zu werden, oder auf dem Fahrrad vom Laster erwischt zu werden, sind real deutlich höher, als Opfer eines Hassverbrechens zu werden.
P.S. Diese beiden Vorfälle wurden polizeilich erfasst, und ich habe auch gegen die Bande vom zweiten Überfall vor Gericht ausgesagt.
LG, Nina
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Becky
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Re: Berlin: Transsexuelle geschlagen
Klasse Nina, wie du damit klarkommst, echt super...
Das Problem ist nur dann da, wenn man Anfängt sich einzugrenzen, zu sehr darauf achtet, was andere womoglich Denken könnten, oder was gar alles Schlimmes Passieren könnte...
Wer sich eingräbt hat nicht oft Spaß... Wer Lust auf Karneval hat? Soll blos hingehen... Nur zu grübeln was für unheil möglich ist, nimmt einem soviel Lebensqualität...
... Und sei Ehrlich: ohne Lebensqualität ?...
Manchmal muss man Risiken eingehen, aber so mancher Gewinn ist unbezahlbar, so wie mein Outing, alles war möglich, bei mir ist es gut gelaufen.
Wer nie etwas Riskiert geht sehr oft leeeeeer aus. Schade eigentlich...
Neeee, ich bin keine Maulwurfine die nur im Dunkeln lebt, dazu mag ich viel zu gerne Farben und Licht.
LG Rebecca
Na Klar habe ich Anspruch darauf, Spaß steht jedem zu! Nicht nur mir Schade nur wenn man sich dem verschließt...Claudia hat geschrieben:Wie kommst Du darauf, daß Dir Spaß zusteht? Wenn es gut läuft in Deienm Leben, wirst Du auch Spaß haben können. Aber Anspruch darauf hat niemand.Rebecca sagte: ABER ich werde mir nicht von solchen Leuten mein Leben und meinen Spaß der mir zusteht verderben lassen.
Das Problem ist nur dann da, wenn man Anfängt sich einzugrenzen, zu sehr darauf achtet, was andere womoglich Denken könnten, oder was gar alles Schlimmes Passieren könnte...
Wer sich eingräbt hat nicht oft Spaß... Wer Lust auf Karneval hat? Soll blos hingehen... Nur zu grübeln was für unheil möglich ist, nimmt einem soviel Lebensqualität...
... Und sei Ehrlich: ohne Lebensqualität ?...
Manchmal muss man Risiken eingehen, aber so mancher Gewinn ist unbezahlbar, so wie mein Outing, alles war möglich, bei mir ist es gut gelaufen.
Wer nie etwas Riskiert geht sehr oft leeeeeer aus. Schade eigentlich...
Neeee, ich bin keine Maulwurfine die nur im Dunkeln lebt, dazu mag ich viel zu gerne Farben und Licht.
LG Rebecca
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don't dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?
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ab08
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Re: Berlin: Transsexuelle geschlagen
Hallo,
da die Nachricht etwas exakter ist, eine persönliche Anmerkung. Seit 2007 hatte ich meist positive, aber auch einige wenige unschöne Erlebnisse:
Hier die wahrscheinlich ziemlich vollständige Aufstellung der unangenehmen Momente:
- Betrunkene Damen, die sich am Anfang einer mehrtägigen Busfahrt stundenlang über mich lustig machten und mich permanent verspotteten.
- Auf einer anderen Fahrt versuchte ein sehr deutscher "Herr" (>50 Jahre), trotz Gegenwart seiner Begleitung, mich zu schlagen, allerdings wich ich aus.
Hier unterstützten mich nach einigem Hin und Her jeweils Reiseleitung + andere Mitfahrer.
- Auf der Straße wurde ich mal von einem Jugendlichen absichtlich(!) angerempelt.
- Ein anderes Mal versuchte ein Jugendlicher, mich gezielt zu bespucken.
- Taxis nutze ich häufig. Ein Taxifahrer(strenger Muslim?) verhielt sich unmöglich und beschimpfte mich
==> Ich merkte mir die Taxinummer, hatte einen Briefwechsel mit der Telefonzentrale und schloß das Taxi auf Anraten danach bei telefonischen Bestellungen aus.
Anzügliche Bemerkungen und kleinere Beleidigungen kamen im Alltag ab und zu vor, die überhörte ich aber und bezog sie nie auf mich...
Das Alter, Herkunft etc. spielten also bei meinen Erlebnissen eine relativ geringe Rolle.
Meinen Beruf mag ich heute (nach dem CO !!) sehr und ich komm viel rum!
Über 95% meiner Wege vor Ort leg ich dabei mit S-Bahn, U-Bahn, Bus und Straßenbahn zurück. Ich bin gern in der Öffentlichkeit, geh gern shoppen oder ins Bad...
Jedes Jahr machte ich 2-3 Kurzurlaube, meist per Bus. Eine kurze Busfahrt über Ostern nach Nizza / drei Tage Berlin per Bus im August buchte ich für dieses Jahr
Anmerkung: Gruppenaktivitäten mach ich bei den Fahrten selten mit, meist erkunde ich Zielorte allein.
Unsicherheit oder Angst hatte ich am Tag nie - Nachts bin ich ohnehin ungern unterwegs. - Wenn es nötig ist, z.B. beruflich, nehme ich oft ein Taxi. (insb. Freitag/Samstag)
Liebe Grüße
ab
Zur ursprünglichen Meldung zurück:
Natürlich kann immer was passieren. Somit könnte obiges auch mir passieren. Daher überlege ich mir natürlich, wann ich wo bin. Manche Umgebungen sollte man zu gewissen Zeiten meiden. Beim hiesigen Christkindlesmarkt (Nbg) pass ich sorgfältiger als sonst auf die Handtasche auf. ==> Ist halt Hochsaison für Taschendiebe.
da die Nachricht etwas exakter ist, eine persönliche Anmerkung. Seit 2007 hatte ich meist positive, aber auch einige wenige unschöne Erlebnisse:
Hier die wahrscheinlich ziemlich vollständige Aufstellung der unangenehmen Momente:
- Betrunkene Damen, die sich am Anfang einer mehrtägigen Busfahrt stundenlang über mich lustig machten und mich permanent verspotteten.
- Auf einer anderen Fahrt versuchte ein sehr deutscher "Herr" (>50 Jahre), trotz Gegenwart seiner Begleitung, mich zu schlagen, allerdings wich ich aus.
Hier unterstützten mich nach einigem Hin und Her jeweils Reiseleitung + andere Mitfahrer.
- Auf der Straße wurde ich mal von einem Jugendlichen absichtlich(!) angerempelt.
- Ein anderes Mal versuchte ein Jugendlicher, mich gezielt zu bespucken.
- Taxis nutze ich häufig. Ein Taxifahrer(strenger Muslim?) verhielt sich unmöglich und beschimpfte mich
==> Ich merkte mir die Taxinummer, hatte einen Briefwechsel mit der Telefonzentrale und schloß das Taxi auf Anraten danach bei telefonischen Bestellungen aus.
Anzügliche Bemerkungen und kleinere Beleidigungen kamen im Alltag ab und zu vor, die überhörte ich aber und bezog sie nie auf mich...
Das Alter, Herkunft etc. spielten also bei meinen Erlebnissen eine relativ geringe Rolle.
Meinen Beruf mag ich heute (nach dem CO !!) sehr und ich komm viel rum!
Über 95% meiner Wege vor Ort leg ich dabei mit S-Bahn, U-Bahn, Bus und Straßenbahn zurück. Ich bin gern in der Öffentlichkeit, geh gern shoppen oder ins Bad...
Jedes Jahr machte ich 2-3 Kurzurlaube, meist per Bus. Eine kurze Busfahrt über Ostern nach Nizza / drei Tage Berlin per Bus im August buchte ich für dieses Jahr
Anmerkung: Gruppenaktivitäten mach ich bei den Fahrten selten mit, meist erkunde ich Zielorte allein.
Unsicherheit oder Angst hatte ich am Tag nie - Nachts bin ich ohnehin ungern unterwegs. - Wenn es nötig ist, z.B. beruflich, nehme ich oft ein Taxi. (insb. Freitag/Samstag)
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FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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