Hallo!
Anne-Mette hat geschrieben:Moin,
ich fand den Film nicht schlecht.
Er gab mir einige Impulse, über eigene Erfahrungen nachzudenken - und das ist sicherlich gut so. Was will man mehr von so einem Bericht verlangen?
Allerdings habe ich auch wieder einmal festgestellt: "... so bin ich nicht..."
Gruß
Anne-Mette
Habe ihn auch gerade gesehen und muss sagen, ich bin auch noch reichlich hin und her gerissen.
Worauf beziehst Du das "so bin ich nicht"? Auf das Äußere von "Ihr"? Dann würde ich Dir da sicherlich Recht geben, das kommt schon etwas karrikiert rüber. Aber andererseits, wenn Christian, so wie viele von uns, sich jetzt erst, mit schätzungsweise Mitte/Ende 40, zum ersten mal traut sich zu probieren, dann kommt soetwas doch bei fast allen beim ersten mal heraus? Etwas seltsam ist dann allerdings, dass man in den Bildern wenig bis keine Entwicklung im Stil gesehen hat.
Bei solchen Berichten oder Szenen, auch wenn sie mir im realen Leben passieren, versuche ich mich auch immer arg zusammen zu nehmen und mich nicht von den Äußerlichkeiten zu sehr beeinflussen zu lassen. Das viel spannendere in dem Beitrag fand ich eigentlich die Kommentare, vor allem die von ihm selbst!
Wenn die authentisch sind, also wirklich von ihm und ohne "Souffleur" kommen, dann würde ich den ohne Weiteres als eine TS-Klemmschwester bezeichnen. Vielleicht ist sie auch TS, will es nur nicht wahr haben? Wäre ja nicht die erste. Was mich darauf bringt? Die Schilderungen der Gefühle während er dieses Experiment machte, das Nachlassen des Drucks, das Abfallen einer Last, die lebenslange unbestimmte Suche, das emotionale Glück, die zunehmende Befremdlichkeit gegenüber Männern... Für mich könnte das aus irgendeinem Lehrbuch stammen. Und dann noch dieses Detail mit der Identifikation, dass er sich zunehmend als Christiane _identifiziert_ und ihm die männliche Identität zunehmen fremd und falsch vor kam. Gerade dieser Punkt mit der Indentifikation und vor allem der Identität und das diese Identität im Prinzip die permanente Oberhand hat, sobald er es zugelassen hat.
Das sah und klang alles wirklich wenig aufgesetzt oder künstlich. Oder er hatte wirklich sehr gute Berater.
Komisch war nur, wie gesagt, die kaum wahrnehmbare äußere Entwicklung - oder das kam in dem Film nicht gut rüber, weil man Anfangs- und Enderscheinungsbild nur schwer auseinanderhalten konnte? Bei 18 Monaten en-femme hätte ich etwas mehr erwartet, z.B. deutlich femininer gestaltete Augenbrauen, rasierte Brust, längere Fingernägel und solche Kleinigkeiten. Und dann eben noch der Kleidungsstil. Das er bis zum Schluss in diesen recht kurzen Röckchen herum lief schrie ja förmlich nach "Guckt mich an!". Zu keinem Zeitpunkt wurde auch explizit gesagt, dass er 24/7 en-femme war, oder?
Jetzt würde ich ja doch gerne das Buch lesen, um etwas mehr von seinen inneren Beweggründen und Veränderungen zu erfahren, die in dem Film zwangsläufig etwas zu kurz kommen mussten. Muss ich das jetzt echt noch kaufen? Ich mag es eigentlich gar nicht, auf solche Marketing Maschinen aufzuspringen.
Was seine Probleme im Freundeskreis betrifft, nunja, ich würde mal tippen, je nachdem in welchen Kreisen man sich bewegt, halte ich dies für leider durchaus realistisch. Was er beschrieb war ja grob gesagt, dass die meisten sich zunächst dafür (oberflächlich) interessieren, und angeblich kein Problem damit hätten. Doch in Realität passiert es dann recht oft, dass sich diese "Freunde" anschliessend langsam zurückziehen. Innerhalb von 18 Monaten kann das schon auffällig werden. Interessant war, dass Christiane einen weiblichen Freundeskreis entwickelte.
Nuja, ganz interessant. Vor allem würde mich jetzt mal interessieren, was in den nächsten, sagen wir, fünf Jahren bei ihm passiert. Wenn ich mit meiner These Recht hätte und "Er" eigentlich eine verklemmte "Sie" ist, dann hat sein Abenteuer gerade erst begonnen. Und das wird seine Partnerin nicht gut finden...
Liebe Grüße
nicole