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Re: Wind und Wellen
Verfasst: Fr 20. Dez 2013, 20:45
von Lina
Ulrike-Marisa hat geschrieben:Hallo Ilektra,
das mit dem Seenebel habe ich in der dänischen Südsee auch mehrmal erlebt:nahezu geräuschloses, konturloses und diffuses weiss um einen herum und dazu das Tuten der Nebelhörner und der eigenen Maschine. Da hilft nur streng nach Kompass fahren und den vermuteten Kurs auf der Seekarte mitschreiben. Immer wieder shön der Moment, wenn der Nebel plötzlich aufreißt und der wahre Schiffsort bestimmt werden kann....
LG, Ulrike-Marisa
...historische Seemannschaft ist da manchmal noch gefragt, gilt auch für Seegelfrauen...
Oh, wie schön - endlich eine die sich nicht dummdämlich auf ein GPS verlässt. GPS ist ja völlig cool, solange die Geräte Strom haben und sonst funktionieren. Ein Kompass ist aber zuverlässig.
Ilektra hat geschrieben:Ich finde Wind beim Segeln gar nicht so schlimm,aber plötzlicher Seenebel,das hat mich zweimal überrascht .Mitten im großen Belt.dann hört man das Rauschen der Containerschiffe ,und ihrer Nebelhörner.Da wird einem doch ganz anders.
Ja, Wind ist ja völlig OK, wenn man damit umgehen kann - es sind die Wellen, die problematisch sein können. Ich war mal erste Helferin vor Ort für jemand, der es nicht konnte. Ein Pärchen in einer etwa 50 Fuß Bavaria. Die waren aus mir unbekanntem Grund bei etwa 10 Beaufort unterwegs, wollten bei m maschinenkraft in den Hafen bei Seitenwind reinfahrenDie Einfahr zum Hafen ist recht schmal. (C'an Pastilla, Mallorca). Zur SB Seite ist die Wassertiefe ca 2m und Wird schnell hiemlich Flach. Sandboden. Die Surferecke. das Einfahren ging nicht. Da war er aber schon drinne in der Brandung. Ca. eine halbe Stunde kämpfte er verzweifelt mit Maschinenkraft alleind gegen dieWellen, bis die Yacht endlich regelrecht auf den Strand gespühlt wurde. Erstens war es natürlich dämlich, das überhaupt zu versuchen. Wer die Palma Bucht kennt weß, dass wenn er Seitenwind hat bei der Einfahrt zu C'an Pastilla, dann hat er den Wind fast direkt von Hinten in Arenal und auch mehr Tiefe.
Ich habe gehört, dass ein cleverer Segler mit dem Genuasegel versucht hätte. Die Maschine einer Segelyacht bringt ja nicht viel gegen so einem Wind mitten in der Brandung einer Flachwasserküste.
Als Schnorkel-, Freitauch- und Kayakerfahrene hätte ich auch nach einem Rip-Current/einer Brandungsrückströmung Ausschau gehalten. Die nutzt man ja auch als Surfer oer Kayakfahrer, um durch die Brandung aufs Meer zu kommen. Bei dem Wetter muss selbst die Palmabucht einen Rip haben.
Aber, dass man sich eine Bavaria Chartern kann, ist natürlich keine Garantie, dass man Gespühr fürs Waser hat.
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Sa 21. Dez 2013, 13:09
von Ines
Ich bin mal bei richtig miesem Wetter auf eine Hallig gefahren. Normalerweise wird mir auf Schiffen nicht übel, wenn die schaukeln, aber die Fahrt konnte ich nur an Deck verbringen, weil ich echt Luft brauchte. Auf der Hallig gab es dann `ne Besichtigungstour. Als die vorbei war und man wieder auf das Schiff wollte, musste ein andere Weg gewählt werden, da der Hinweg überflutet war. Tja, es hat sich um eine leichte Sturmflut gehandelt und trotzdem wurden die Touristen noch auf die Halligen geschleppt. Ob so etwas sein muss? Anosnten vermisse ich die schönen Butterfahrten, die es früher bei uns gab. Hat zwar auch öfters geschaukelt, war aber immer schön und wenn man Samtags mitgefahren ist, was meist auch noch `ne Band an Bord.
Liebe Grüße
Ines
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Sa 21. Dez 2013, 13:33
von Lina
Ines hat geschrieben:Ich bin mal bei richtig miesem Wetter auf eine Hallig gefahren. Normalerweise wird mir auf Schiffen nicht übel, wenn die schaukeln, aber die Fahrt konnte ich nur an Deck verbringen, weil ich echt Luft brauchte. Auf der Hallig gab es dann `ne Besichtigungstour. Als die vorbei war und man wieder auf das Schiff wollte, musste ein andere Weg gewählt werden, da der Hinweg überflutet war. Tja, es hat sich um eine leichte Sturmflut gehandelt und trotzdem wurden die Touristen noch auf die Halligen geschleppt. Ob so etwas sein muss? Anosnten vermisse ich die schönen Butterfahrten, die es früher bei uns gab. Hat zwar auch öfters geschaukelt, war aber immer schön und wenn man Samtags mitgefahren ist, was meist auch noch `ne Band an Bord.
Liebe Grüße
Ines
Ich bezweifle nicht, dass frische Luft ein "Wohlfühlanker/-Psychostimulanz" in so einer Situation sein kann. Was du aber wirklich rein medizinisch brauchst, ist ein Fixpunkt, worauf du die Augen richten kannst, damit die visuellen Eindrücke wieder mit den Signalen von deinen Gleichgewichts-Sensoren - die sind ja in kleinen Flüssigkeitskammern bei den Ohren. In einem geschlossenen Raum auf dem Schiff sieht man ja nur die Wände, die auch von den Wellen mit bewegt werden. Man muss also z.B. den Horizont, die Küste anschauen - oder wenn man im Wasser ist, z.B. beim Tauchen, Strukturen auf dem Meeresboden (da hat man in der Ostsee schlechte Karten, meistens).
Wenn man mitten in den Wellen liegt, spührt man die ja auch - obwohl es ein ganz anderes Gefühl ist.
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Sa 21. Dez 2013, 14:18
von Ines
Die frische Luft war schon wichtig, da die Luft im Inneren ziemlich mies war und dann noch das Schaukeln... . Aber es hat geklappt-ich habe nicht Neptun geopfert.
LG
Ines
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Sa 21. Dez 2013, 16:03
von Victoria
Wind ist immer gut!
Hatte mal als Gast eines Segeltörns um Mallorca solch ein Erlebnis.
Wir hatten eine Genehmigung für den Nationalpark Cabrera und bei der Fahrt von Palma dorthin kamen wir in einen richtigen Sturm.
War schon heftig. Mädels mußten unter Deck und wir Männer haben oben alles klar gemacht. Mußte dann auch ans Ruder mit dem Kommando: Nur festhalten nicht dran drehen(Ich als Landratte

), während die anderen vorne ein Segel festmachten was sich losgerissen hatte( Ich weiß nicht wie das heißt bin nicht der Segelfachmann). Wurde dann auch vom Charterer zwei Tage später ausgetauscht, hatte einen Riss bekommen. Rettungsring unterwegs verloren und wieder aufgefischt, sonst sind wir aber gut durch den Sturm gekommen.
Seit dem fühle ich mich Wasser und Segelfest. Macht Spaß bei so einem Wetter.

Natürlich auch bei Sonne und ein bißchen Wind
ein schönes Wochenende euch
LG
Claudi
Re: Wind und Wellen
Verfasst: So 22. Dez 2013, 23:13
von Lina
???? ... sooo weit ist es nun auch nicht von Palma nach Cabrera, dass ein Sturm nicht normalerwese voraussehbar gewesen wäre. Hast du darüber nachgedacht - hat der Skipper dazu eine Erklärung gehabt?
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Mo 23. Dez 2013, 07:40
von Laura R
Ich war schon bei 12 Windstärken mit dem Schiff unterwegs, Spass ist da was anderes. Aber es ist ein Erlebnis.
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Mo 23. Dez 2013, 10:38
von petra
Gidion hat geschrieben:Das wird ja immer doller mit euch, wieviel Windstärken gib's denn noch.

mich beschleichen grad ähnliche gedanken....
die höchste windstärke, die ich je erlebt habe war 15 und führte zum abwinken
des windmessers .... zum glück waren wir an land.
es wurden aber einige kleinere wohnwagen über den camping gerollt.
lg aladin (Petra)
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Mo 23. Dez 2013, 11:01
von Lina
15?
Zu meinem Wissen geht die Beaufort Skala bis 12 = 117 kmh bis open end.
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Mo 23. Dez 2013, 12:26
von petra
ja, ist richtig, aber der fest installierte windkraftmesser hatte eine scala bis 15.
und die nadel war krumm und klemmte auf dem anschlagpin.
aber ist ja auch egal, jedenfalls war's ziemlich sehr windig

Re: Wind und Wellen
Verfasst: Mi 25. Dez 2013, 12:54
von Victoria
Lina hat geschrieben:???? ... sooo weit ist es nun auch nicht von Palma nach Cabrera, dass ein Sturm nicht normalerwese voraussehbar gewesen wäre. Hast du darüber nachgedacht - hat der Skipper dazu eine Erklärung gehabt?
Hallo Lina,
wir hatten mit 4 Pärchen von Deutschland aus das Boot gechartert. Der Skipper kam aus unseren Reihen. Wir fuhren bei relativ ruhigem Wetter von Palma aus raus. Es war zwar schlechtes Wetter vorhergesagt, aber mit so etwas hatten wir nicht gerechnet. Da man für den Besuch der Insel Cabrera eine Genehmigung braucht und die auch zeitlich begrenzt ist, haben wir dann den Törn auch durchgezogen. Später sind wir dann noch rüber nach Menorca gesegelt, dort hat man uns dann im Hafen von Mahoon gesagt, wir sollten nicht die Nordküste segeln, weil's dort sehr stürmisch ist. Wir haben uns daran gehalten und sind wieder rüber nach Mallorca. Ach so..: Der Skipper ist Flugkapitän, hat zusätzlich noch diverse Segelscheine, und sehr umsichtig. Vielleicht gab's auch vor 15 Jahren noch nicht die genauen Wettervorhersagen!?
Ein schönes Weihnachtsfest
LG
Claudi
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Mi 25. Dez 2013, 20:31
von Anne-Mette
Moin,
den Kielschwerter würde ich bei stabiler Wetterlage und mäßigem Wind im küstennahen Ostseebereich einsetzen, z.B. um die "dänische Südsee" zu erkunden.
Das habe ich mit einem 6m Kielboot (CARINA) auch unternommen und gute Erfahrungen gemacht.
Fünen, Als (Sonderburg), Langeland, Ærø ließen sich erkunden.
Es kommt natürlich darauf an, wo Dein Startpunkt ist. Sicherlich werdet ihr mit einem Trailer anreisen?
Rund um Alsen ist eine schöne Tour, bei der man z.B. in Sonderburg, Augustenborg, Fynshav Station machen kann.
Gruß
Anne-Mette
carina.jpg
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Do 26. Dez 2013, 18:26
von Aschenputtel
Moin Linda,
auch die Schlei ist ein wunderschönes Segelrevier. Die kann man natürlich in einem Tag von Kappeln bis Schleswig "abhaken", wenn man Meilen machen möchte. Nimmt man sich aber 3-4 Tage Zeit, gibt es Einiges zu entdecken. Viel schöne Landschaft. Aber auch interessante Orte wie Arnis (sehr niedlich), Kappeln (dort unbedingt geräucherten Fisch essen), Lindaunis (auch sehr hübsch), Schleswig (Schloss Gottorf und den Holm ansehen). In Haithabu gibt es ein Wikingermuseum. Aber damit kennen sich andere hier im Forum besser aus, glaube ich. Im Schlie-Krog in Sieseby kann man sehr fein essen (und es gibt einen Anlegeplatz direkt vor der Tür).
LG
Aschenputtelchen
PS: Die Schlei hat eine menge Untiefen. Da kann man schon mal im Schlick stecken bleiben. Hab' ich gehört. Aber mit einem Kielschwerter kurbelt man sich da ja schnell wieder raus.
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Fr 27. Dez 2013, 01:15
von Lina
claudicd hat geschrieben:Lina hat geschrieben:???? ... sooo weit ist es nun auch nicht von Palma nach Cabrera, dass ein Sturm nicht normalerwese voraussehbar gewesen wäre. Hast du darüber nachgedacht - hat der Skipper dazu eine Erklärung gehabt?
Hallo Lina,
wir hatten mit 4 Pärchen von Deutschland aus das Boot gechartert. Der Skipper kam aus unseren Reihen. Wir fuhren bei relativ ruhigem Wetter von Palma aus raus. Es war zwar schlechtes Wetter vorhergesagt, aber mit so etwas hatten wir nicht gerechnet. Da man für den Besuch der Insel Cabrera eine Genehmigung braucht und die auch zeitlich begrenzt ist, haben wir dann den Törn auch durchgezogen. Später sind wir dann noch rüber nach Menorca gesegelt, dort hat man uns dann im Hafen von Mahoon gesagt, wir sollten nicht die Nordküste segeln, weil's dort sehr stürmisch ist. Wir haben uns daran gehalten und sind wieder rüber nach Mallorca. Ach so..: Der Skipper ist Flugkapitän, hat zusätzlich noch diverse Segelscheine, und sehr umsichtig. Vielleicht gab's auch vor 15 Jahren noch nicht die genauen Wettervorhersagen!?
Ein schönes Weihnachtsfest
LG
Claudi
So viel unsicherer waren die Vorhersagen vor 15 Jahren nun auch nicht. (Immerhin checke ich die ja auch täglich im Hafen, weil ich mich viel IM und nicht AUF dem Wasser bewege). Macht eher den Eindruck als hätte der Skipper zwar eine Menge Ausbildung aber etwas weniger praktisches Feeling fürs Wetter gehabt. Flugwetter und Segelwetter kann man nicht unbedingt vergleichen. An dem Tag, wo ich die Yacht, die auf den Strand gespühlt wurde, sah, gab es keine Unregelmäßigkeiten im Flugverkehr (ich habe extra gefragt, weil ich hoffte noch zwei Tage bleiben zu können). 100+ kmh Windböhen - aber ziemlich direkt vom Süden. Also genau parallel zur Runway.
Warum die "Nordküste" (die eigentlich eine Nordwestküste ist) stürmischer sein sollte sehe ich nicht wirklich ein. Es gibt zwar häufig Westwind, aber man muss ja nicht eng an der Steilküste kleben. Es gibt aber unterwegs nicht viele Häfen. Streng genommen nur einen (OK noch einen ganz Kleinen, aber sie liegen wenige km nacheinander) und dann gibt es ein paar einigermaßen (abhängig von der Windrichtung) geschützte Ankerbuchten. Die muss man aber auch erst mal finden können, wenn man sie braucht.
Ich möchte da auch bald mal wieder mitsegeln. Ich suche mir aber meinen Skipper sehr genau aus ... Mit Leuten, die das Meer unterschätzen, möchte ich nicht unerwegs sein.
Re: Wind und Wellen
Verfasst: Fr 27. Dez 2013, 10:05
von petra
Linda K hat geschrieben:
Wir werden mit dem Trailer vom Niederrhein aufbrechen und ...
Ich schreib Euch dann mal, wie es gewesen ist!
hallo erstmal
bei niederrhein .... da fällt mir doch als nächste idee die niederlande ein! jede menge segelreviere,
gutes kartenmaterial im netz, und für kurztörns ist das ijselmeer und die umgebenden randmeere
super geeignet. viele jachthäfen gute preise und tolle landschaften besonders vom wasser aus.
z.b. 'stehende mast' route quer durch friesland. von giethorn bis nach harlingen. dazwischen einige
seen wie sneekermeer, tjeukemeer. starten kann man vom ketelmeer aus. alles ist wie der name
schon sagt mit sehendem mast zu bewältigen. die brücken sind überwiegend kostenfrei, entweder
automatisch zu öffnen oder per handy kann ein brückenwärter gerufen werden. unterwegs überall
sehenswürdigkeiten. wichtig: vorher info besorgen beim VVV
und wenn man dann ganz im norden angekommen ist, kann man wählen ob schnell übers ijsselmeer
zurück oder über die seen richtung lemmer und dann nur ganz kurz ins ijsselmeer und über urk
zurück ins ketelmeer ...
bin ich gefahren mit 2 freunden vor einigen jahren. dauer ca. 8 tage. ...
lg
aladin(Petra)