Seite 2 von 3

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Mo 19. Nov 2012, 23:48
von Becky
Nika hat geschrieben: Wichtig fürs Passing sind die primären Erkennungsmerkmale (Optik, Verhalten, etc.) und wenn die halbwegs stimmen, man(n) als Frau angesprochen, behandelt wird, dann IST man Frau.
Jetzt sollte die Frage so gestellt werden: Ist eine Post-OP-TS eine richtige Frau für Breite Massen? Dann sehe ich es wie Nika, dann ist es auch egal ob da noch was dranhängt oder nicht.

Ansonsten finde ich Anja's sichtweise auch gut: Wer sich wie eine Frau fühlt, kleidet, gibt, etc. ist in dem Moment auch eine richtige Frau, egal ob das Umfeld es vieleicht anders sieht.

LG Elena

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 11:00
von Caira
Die Meinungen gehen hier sicherlich auseinander und natürlich darf jede Recht auf Ihre eigene haben. Ganz klar.

Für meinen Geschmack gehört zum Frau-Fühlen und "Sich-so-fühlen" dazu, dass man wie eine behandelt wird. Alles andere spielt sich ja sowieso in mir ab. Mein Dilemma ist ja eben, dass ich wie eine Frau fühle, innerlich eine bin, aber nicht so wahrgenommen werde. Mal abgesehen von den gelegentlichen En-Femme-Touren, die aber für mich wenig Reales haben, was sich tagtäglich leben lässt. Mir nützt dieses "innerliche Fühlen" unterm Strich recht wenig, wenn es ums physische "Frau-Sein" geht. An der Stelle muss man einfach mal eine gesunde Selbstrefklektion ansetzen. Eine richtige Frau zu sein ist eine Kombination aus innerlicher Überzeugung/Lebensweise und der gesellschaftlichen Akzeptanz und Wahrnehmung. Ein Rockstar wird auch nicht im stillen Kämmerlein zum Star - dazu gehören immer noch andere.

Daher bin ich noch lang nicht da, wo ich hin möchte und würde mich, auch wenns mir natürlich schwer fällt, (noch) nicht als "Frau" im herkömmlichen Sinne bezeichnen. Na, klar - ich sitze da und es macht mich fertig, ich heule, aber kanns halt net ändern. Mit Geduld und genügend Kraft werde ich da sicherlich mal hinkommen. Was anderes bleibt mir auch heutiger Sicht nicht übrig. Das Ziel ist für mich erreicht, wenn ich von den meisten Mensch so wahrgenommen und behandelt werde, wie es meiner Natur entspricht. Innerlich und gedanklich muss ich nicht lernen wie Frau zu denken, sonst wäre ich nicht da, wo ich stehe. Ich bin ja quasi eine.

Ich glaube die Kunst besteht auch derzeit einfach darin sich die Situation nicht schlecht zu reden, sondern den Weg irgendwie zu genießen. Zu sehen, dass was passiert, dass man sich verändert. Erste Leute irgendwie doch verunsichert, was man nun ist und wo man mich einzuordnen hat. Das sind interessante Erfahrungen. Aber klar, die Sehnsucht ist immer da und kann auch mal ganz fies mit dem Knüppel zuhauen, leider ...

LG Nika

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 18:50
von Sabrina Verena
Hallo Leute!
Mag sein, dass Ihr mir jetzt an die Gurgel springt. Aber eine Post OP TS kann nicht schwanger werden, Kinder gebären und Säuglinge stillen. Der Grund liegt nicht nur im Transsexuellen Gesetz, sondern in erster Linie an den medizinischen Möglichkeiten. Das ist ein nicht unerheblicher Unterschied zwischen einer Biofrau und einer Transfrau. Ein Unterschied der bei Diskussionen mit Außenstehenden durchaus zur Sprache kommt. Bei solchen Diskussionen lassen sich übrigens die verhassten Schubladen nicht vermeiden! Denn wenn Jemand den Unterschied zwischen TS und CD verstehen soll, um Verständnis zu erlangen, dann muss er auch entsprechend einteilen können.
Zur Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, es ist wie Darialena schon geschrieben hat. Den Leuten ist es im Prinzip egal, wie wir uns fühlen, und sie beurteilen uns nach unserer Erscheinung.
Liebe Grüße Verena

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 22:21
von Yasmine
Sagt mal, ihr wisst aber noch, wovon ihr redet?
Entschuldigt, aber eine Frau die - aus welchen Gründen auch immer - Zitat -"nicht schwanger werden, Kinder gebären und Säuglinge stillen" kann, ist also keine richtige Frau?
Eine Frau, die nicht weiblich genug nach außen wirkt ist auch keine echte Frau?
Hallo? Weche Frauen bleiben denn da noch übrig? Das degradiert dann schon mal viele Bio-Frauen zu Männern.
Solange es keine Definition einer richtigen Frau gibt, werdet ihr hier keinen Konsens finden.
Ich bin da schlicht und einfach der Meinung, wenn jemand sich für eine Frau hält, dann ist das eine Frau.
Wo ist das Problem?

LG
Yasmine

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 22:35
von Becky
Yasmine hat geschrieben: Das degradiert dann schon mal viele Bio-Frauen zu Männern.
Lach... und gut gesprochen! Au Backe Backe Kuchen

Lg Elena

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 23:11
von Caira
Yasmine hat geschrieben: Ich bin da schlicht und einfach der Meinung, wenn jemand sich für eine Frau hält, dann ist das eine Frau.
Wo ist das Problem?
Weils so nicht funktioniert! Wenns so funktionieren würde, wären tausende TS da draußen wirklich sowas von glücklich, glaube mir Yasmine. Mit der Einstellung macht man aber die Rechnung ohne den Wirt. Ich hätts auch gern anders, aber zum Frau-Sein gehört im entscheidenden Maße, wie ich behandelt, angesprochen und wahrgenommen werde. Und weil das (noch) nicht so ist, gehts mir schlecht und ich falle von einem Tief ins andere. Man wird nicht von heute auf morgen Frau. Das kann ich mir tausend mal innerlich wünschen, aber Frau heißt für mich eine Symbiose aus Körper und Geist. Und um genau die anzustreben gehen doch viele TS den harten Weg ... allen vom "Wünschen" wird man keine Frau. Schön wärs ...

Und um aufs Thema zurück zukommen:
Was da biologisch passiert ist längst nur eine Fußnote. Wenn dich die Leute fraglos als Frau einstufen und nix anderes sehen, dann ist man raus aus der Nummer und ist eine Frau. Egal, wo noch irgendwas hängt oder nicht. Das einzig entscheidende sind gutes Passing und möglichst weibliches Aussehen. Das sind die 90%. Der Rest ist Bonbon, Sahnehäubchen, usw. - da müssen wir halt realstisch sein. Wenn ich jemand als Mann einstufen müsste, gucke ich doch nicht auf seine Beule in der Hose oder ob er einen Waschbrettbauch hat. Gesicht, kurze Haare, bisschen Bart und die Sache ist erledigt.

LG Nika

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 23:21
von Yasmine
OK Nika, dann kann es aber durchaus sein, dass nach deiner Definition eine Post-OP-TS nie zur Frau wird, und sei es nur, weil man die 2,10m nicht wegbekommt oder das Kreuz.
Aber ok, von dieser sicht aus relativiern sich natürlich meine Worte von eben...
LG
Yasmine

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 23:31
von Caira
Hi Yasmine,

ja, mit diesen Präferenzen wirds halt schwierig. Ich wünschte auch, dass die Regeln andere sind, aber die suchen wir uns nicht aus. Einer TS, die sehr männlich ausschaut, wird das sicherlich jeden Tag auf die Nase gebunden. Da wird die innere Überzeugung auf eine harte Probe gestellt. Leider, leider ist das die bittere Wahrheit. Wenn es nicht so wäre, würde ich mir nicht jeden Tag 24h den Kopf zermartern, ob ich wirklich dazu bereit bin den Schritt zu wagen. Ohne die spätere gesellschaftliche Akzeptanz kann ich mir das alles auch schenken - darum gehts doch letztlich ...

LG Nika

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Di 20. Nov 2012, 23:44
von Becky
Nika hat geschrieben: Ohne die spätere gesellschaftliche Akzeptanz kann ich mir das alles auch schenken - darum gehts doch letztlich ...
War mir mal Wichtig... Jetzt aber nicht mehr..., habe mich dem immer untergeordnet, mir fiese Sachen im Kopf zusammen gesponnen und daran bin ich dann auch zerbrochen.
Mir geht es jetzt Hauptsächlich darum, den Druck von meiner Seele zu bekommen. Und dazu habe ich nur noch diesen Weg, egal was das Ergbnis dann ist, es kann nur besser sein als das jetzt.
Aber ich werd viel dazu Tun um so viel % zu machen wie geht.


Drück Dich Elena

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 11:22
von Caira
Hi Elena,

vielleicht ist es auch das, was mich gerade mürbe macht - dieser neue Druck quasi von außen. Du musst so und so aussehen, dich so und so verhalten, usw.
Aber in gewisser Weise sollte das doch stimmen, sonst komme ich meinem Ziel ja nicht wirklich näher. Ich will ja nicht Frau im Kämmerlein sein, sondern auch fraglos draußen so ankommen.
Keine leichte gedankliche Auseinandersetzung.

LG Nika

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 13:05
von Caira
Hi Claudia,

nein, das hat nichts mit perfekt zu tun oder mit perferkt Sein wollen. Ein normaler Mann (kurze Haare, Bart, etc.), damit meine ich nicht mich, kann von seinem Wesen noch so weiblich sein, wird aber von niemandem so wahrgenommen - maximal als schwul o.ä. Oder ichs sags mal anders: Schneide dir mal die Haar ab (ich gehe mal vom Avatar aus). Da gebe ich Dir Brief und Siegel hätte die Mutter "Onkel" statt "Dame" gesagt. Es muss ja einen Grund geben, wieso alle lange Haare haben wollen: gibt doch auch tolle Kurzhaarfrisuren. Wieso sind deine lang? Kurze sind viel pflegeleichter. An der Stelle machen wir uns jetzt bisschen was vor ... das eine ist die Realität, das andere Wunschdenken.

Ich habe das gute 100 Mal probiert: Ich setze eine Perücke auf und sehe aus, wie ein Mädel, nehme ich sie ab eher wie ein Mann mit weiblichen Zügen. Das ist nun mal die Wahrheit und da interessiert es niemanden da draußen, wie toll weiblich ich mich fühle. Und dieser Erwartungsdruck an mein Aussehen kommt leider von Außen. Den mache ich mir ja nicht. Ich habe nur Angst diesen Erwartungen nicht gerecht zu werden. Aber das ist doch natürlich und relativiert sich mit zunehmenden Reingleiten in meine Rolle.

Aber das ist lediglich meine Meinung. Wenn Ihr das so trennen könnt und lediglich danach geht, was ihr innerlich seid, dann herzlichen Glückwunsch.
Ich kanns leider nicht, gebe ich ehrlich zu. Für mich heißt insbesondere Frau-Sein auch möglichst (objektiv) wie eine auszuschauen! Wenn das nicht so wäre, wäre ja eine HRT oder GAOP komplett überflüssig ... da es sowas aber gibt, scheint ja generell "ein Bedarf" vorhanden und ich nicht die einzige zu sein.

LG Nika

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 17:54
von exuser-23-02-2013
Welche Antwort soll man denn auf eine solche Frage geben? Es gibt mehrere Antworten, die alle auf ihre Art und Weise richtig sind.

Genetisch macht auch die beste OP aus einem Mann keine Frau (und umgekehrt).

Körperlich macht die beste OP aus einem Mann nur ein Frauenderivat - bleiben doch die hormonellen Dinge und viele körperliche Merkmale, die sich auch nur partiell beseitigen lassen. Der Bartwuchs bedarf einer besonderen Behandlung, ebenso das Kopfhaar, der Adamsapfel ist ein eigenes Problem, die Füße generell nicht änderbar, kantige Konturen und breite Schultern lassen sich allenfalls kaschieren oder wegschminken usw.

Gefühlsmäßig/Psychisch macht die gaOP übrigens auch aus keinem Mann eine Frau - denn das sollte sie schon vorher gewesen sein, sonst wäre wohl etwas gravierend schief gelaufen.

... (kann sicher weiter ergänzt werden)

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 22:38
von Yasmine
darialena hat geschrieben:Passing ist was für Feiglinge. Die Mutigen sind einfach sie selbst. Und kommen manchmal viel besser an, als so eine Supertranse.
Da stimme ich dann 100%ig zu! Toller Satz! Wieso hab ich das nicht gesagt?
LG
Yasmine

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Mi 21. Nov 2012, 22:58
von Becky
Einspruch und das auch zu 100% müssen wir uns hier den angreifen?
der eine möchte als Mann noch erkannt werden und das ist gut für ihn, die andere Taucht in die Frau ein und hat das bestreben so gut es geht als solche wahrgenommen zu werden, was sollte an dem schlecht sein????
...und ich bin immer noch kein100%er Mann nur weil ich (noch) Kinder zeugen kann...

LG Elena

Re: Ist eine Post„OP„TS (k)eine richtige Frau?

Verfasst: Do 22. Nov 2012, 00:32
von Caira
Daria, finde ich echt toll geschrieben und das kann ich so unterstreichen!

Allerdings fehlt mir in dem Bezug, dass der Mensch ein Rudeltier ist und kein Einzelgänger. Alles, was uns umgibt ist Produkt und Ergebnis unseres gesellschaftlichen Lebens. Ich kann hier nur noch mal das Beispiel des Rockstars nennen: Der Rockstar ist NUR DANN Star, wenn es viele Menschen gibt, die ihn dazu machen. Da kann er innerlich noch so toll und Rampensau sein. Solange wie er nicht von Fans zum Star gemacht wird, ist er keiner.

Und genaus funktioniert Frau-Sein auch: 50% muss man Frau für sich sein und die anderen 50% kommen von den Leuten, die dich erst in den "Rang Frau" erheben. Da entsteht doch die komplett Erfüllung. So wie Musik für einen allein schön ist, zur Kunst wird es erst, wenn man es mit anderen teilt. Frau-Sein muss man teilen und Feedback bekommen. Das ist doch ungeheuer wichtig. Die anderen müssen mir sagen, dass sie mich als Frau sehen - alles andere ist doch Augenwischerei. Ich will doch am gesellschaftlichen Leben - als Frau - teilnehmen und nicht als gewünschte Frau. Das eine ist Träumen, das andere das Leben.

Ich fühle mich als Frau, strahle keine Zweifel aus oder übertrage das auf meine Haltung. Wieso auch? Ich trete so auf, wie ich mich fühle. Ganz einfach. Im Gegenteil, ich verteitige mich als solche, obwohl ich im Mann-Körper stecke und mich trotzdem schminke. Ich muss quasi 200% Frau sein und mich noch für diverse Dinge rechtfertigen und mir gefallen lassen, dass ich jetzt eigentlich nicht so sein dürfte. Eine Bio-Frau muss das nicht. Mit meiner Gefühlswelt habe ich absolut kein Problem, aber offensichtlich die Gesellschaft, denn die guckt doof, wenn ich am Kosmetik-Regal stehe, denn die weißt nicht, dass da eigentlich ne Frau steht. Das kann anstrengend sein. Und um mehr gehts mir nicht - auch der normale Bürger soll mit mir keine Probleme haben und das sehen, was im Körper steckt. Und auch ich will sehen, dass ich so bin, wie ich fühle - möchte da keinen Mann stehen sein, wenns keiner ist.

Supertranse? Sorry, ohne mich. Die ist die erste, die sich irgendwann vor einen Zug schmeißt.
Ich war 20 Jahre lange Super-Duper-Transe. War ne Frau und habs einfach net gemerkt. Einfach nicht gemerkt, obwohl mir sämtliche Dinge auf die Füße gefallen sind. Nich mal für ne Partnerin hats gelangt. Der Katalog umfasst weitere hundert Punkte. Ein großer Trümmerhaufen und eine Super-Transe ist die, die alles in sich reinfrisst und totunglücklich sein wird.

LG Nika