Liebe Violetta,
Violetta CD hat geschrieben: Sa 3. Mai 2025, 14:28
Damit ich in Zukunft so etwas irgendwie abwehren kann, muß ich mir eine Strategie ausdenken.
ja, du brauchst einen guten Weg für dich mit so etwas umzugehen. Weil du es nicht wirklich verhindern kannst, und auch Abwehr nur bedingt möglich ist. Selbst wenn sie äußerlich erfolgreich sein sollte (so wie dieses Mal), wird so ein Vorfall immer seine Spuren in dir hinterlassen.
Die Aufgabe lautet in meinen Augen nicht, wie man es abwehren kann, sondern wie man selbst damit umgeht, ohne sich im Nachhinein noch mehr zu schaden oder zu belasten, sei es durch Selbstvorwürfe, etwas falsch gemacht zu haben oder versagt zu haben, sei es durch Angst vor ähnlichen Situationen in der Zukunft, die einen hemmen kann, im Extremfall bis zu dem Punkt, wo man sich nichts mehr traut.
Wie du die Situation für dich selbst am besten verarbeiten und in dein Leben einordnen kannst, weißt nur du. Ein paar Hinweise wurden ja schon gegeben.
Ich finde es ganz wichtig, dass du dir im klaren darüber bist, nichts falsch gemacht zu haben. Egal, wie spät es war und egal, was du an hattest.
Du warst und bist nicht "falsch".
Deine Anwesenheit ist keine Provokation.
Niemand hat das Recht, sich so zu verhalten wie dieser Typ, und nichts gibt ihm das Erlaubnis dafür. Das Problem liegt ganz allein bei ihm, du warst nur ein mehr oder weniger zufälliger Auslöser seiner Aggression.
Zur falschen Zeit am falschen Ort?
Einige legen diesen Gedanken nahe, in anbetracht der Uhrzeit und des Anlasses.
Aber auch das trifft es meiner Meinung nach nicht, weil es bedeuten würde, dass es Orte gibt, die zu bestimmten Zeiten nicht aufgesucht werden könnten. Zumindest nicht von allen Personen.
Nun sind Dorffeste für Minderheiten schon immer schwierige Anlässe gewesen. Dafür gibt es Gründe, die (meiner Meinung nach) hauptsächlich im übermäßigen Alkoholkonsum und männlichen Minderwertigkeitsgefühlen liegen. Beidem kommst du auf rationaler Ebene nicht bei. Du musst es wohl hinnehmen, weil alkoholisierte Männer, die sich oder anderen was "beweisen" müssen (oder auch nur ihren Frust abladen) sich auf keine vernünftigen Argumente einlassen werden. Da hilft tatsächlich nur, sich abzugrenzen.
Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
Die einfachere aber schlechtere Lösung wäre es, frühzeitig nach Hause zu gehen, oder solche Anlässe komplett zu meiden. Das wäre eine unzumutbare Einschränkung, finde ich.
Die bessere ist es, diese unangenehmen und nervigen Gesellen loszuwerden oder einzuhegen. Und zwar am besten, bevor etwas passiert. Dazu brauchst du Unterstützung, sei es vom Ordnungsdienst, sei es von Bekannten, die sich der problematischen Person annehmen und sie ablenken oder aktiv einschreiten. Das ist ja zum Glück auch so gewesen.
Letztlich spricht es für die Anwesenden und die Dorfgemeinschaft, dass man dich unterstützt und dir sofort geholfen hat. Das zeigt doch ganz deutlich, dass sie hinter dir stehen, bereit sind, für dich einzustehen und andere in die Schranken zu weisen.
Und war es nicht genau das, was du immer wissen wolltest? Was die Leute im Dorf
wirklich von dir denken?
Nun hast du die Antwort. Nicht schwarz auf weiß, aber in Wort
und Tat. Auch wenn der Anlass nicht schön war, so ist doch das Ergebnis mehr als zufriedenstellend
Damit würde ich mich auseinander setzen, und mit den Leuten, die dich unterstützt haben. Nicht mit dem besoffenen Kerl.
Versuche, das Positive zu sehen und im Nachgang zu verstärken. Auf jeden Fall für dich selbst, und bei Gelegenheit auch zusammen mit anderen, die dafür bereit sind. Pfefferspray brauchst du dafür sicher nicht
LGL