Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37
"Das tun können, was sie wollen?" Das Leben ist kein Ponyhof!
Den Spruch werden etwa Faktor 1000x mehr Menschen bei uns bringen. Viele Menschen glauben, ein Recht zu haben, entscheiden zu dürfen, wer wer sein darf und zu sein hat.
Puh, da geht ja einiges Durcheinander. Das Gleiche ( "ein Recht zu haben, entscheiden zu dürfen, wer wer sein darf und zu sein hat") gilt ja wohl auch umgekehrt.
Da studiert also jemand Medizin und ist der Meinung, der Arztberuf müsse jetzt (sofort) seinen Bedürfnis angepasst werden. Ernsthaft jetzt? Der Arztberuf wird gerade durch Menschen kaputt gemacht, die in ihrem Kopf ein Phantasiegebilde vom Arztdasein haben und bedingt durch ungeregelte (früher selbstverständliche) Mechanismen aus einer Konvention aussteigen, die sie nicht begreifen wollen. Die Folgen werden eben auch nicht mehr begriffen oder richtig interpretiert.
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Und genauso wie ich die Sprüche bei uns nicht akzeptiere, akzeptiere ich sie auch nicht mit anderen als Ziel. Jeder kontrolliert das eigene Leben. Jeder hat das Recht sich selbst zu entfalten.
Und die anderen müssen das mittragen? Ich habe ja im Gesundheitswesen einiges erlebt. Von wegen "Jeder kontrolliert das eigene Leben." Zum Studium: da wird jahrelang vor sich hinstudiert, die einfachsten Techniken werden nicht beherrscht und auf einmal merkt studiosa, daß es auch Nachtdienste gibt. "Jeder hat das Recht sich selbst zu entfalten." ?? Nachtdienste passen mir nicht in den Kram, also weg damit! ??
Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37
Auf dem Land zu leben, ist keine Strafe, sondern eine Chance, auch mal die arbeitende Bevölkerung kennenzulernen.
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Für mich wäre es eine.
Wolltest Du Ärztin werden?
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Größere Städte sind tolleranter queerem Leben gegenüber.
Wirklich? Nachts offensichtlich nicht mehr so. In bestimmten Vierteln auch tagsüber nicht.
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Die Andeutung, dass Menschen in Städten gar nicht arbeiten, überlese ich lieber mal.
Gar nicht habe ich nicht gesagt, wenn ich aber durch eine x-beliebige größere Stadt Deutschlands gehe, sind die Cafés und Restaurants voll mit Menschen, die nicht arbeiten (und manchen, die eben auch nicht arbeiten dürfen).
Augen fest zu machen? Douglas Adams empfiehlt ein Handtuch!
Elvira hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:37
Nebenbei, wer eine Halbtagsstelle anstrebt, sollte meiner Meinung nach ganz vom Arztberuf Abschied nehmen.
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Eine Freundin von mir ist Ärztin. Das schlimmste, sagt sie immer, am Arzt-Beruf ist, wie Menschen einen behandeln.
Die "Menschen" in den Städten oder auf dem Land?
Siehe:"Gegen Gewalt im Krankenhaus"
https://www.drk-kliniken-berlin.de/aktu ... nschlag-an
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Übrigens arbeiten 40% der Ärztys über 50 Stunden die Woche, und ü20% mehr als 60 Stunden die Woche.
Da vermisse ich jetzt mal die Auflistung nach Geschlechtern (m/w/d). Ich vermute mal, da kommt genau das bei raus, was ich eingangs schon sagte (Ponyhof / halbtags).
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Du kannst ja deine Arbeitszeit bis auf dieses Maß mit gemeinnütziger Arbeit auffüllen, wenn du meinst, dass Gemeinschaftswohl über dem Einzelwohl steht.
Das verstehe ich jetzt nicht. Was willst Du uns damit sagen? Der Arzt soll nur noch halbtags arbeiten und dann in der restlichen Zeit bei der Obdachlosenhilfe Kaffee kochen?
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Es nur von anderen zu verlangen ist einfach, das eigene Wohl dafür zurückzustellen ist schwer.
Das verstehe ich auch nicht! Der Arztberuf hat bestimmte Strukturen, Anforderungen (hohes Lernpensum, langes Studium, Intelligenz). Da wird also etwas "von anderen verlangt". Willst Du das jetzt ändern?
Wem die Anforderungen des Arztberufes so vorkommen, als müsse er sein "eigenes Wohl" zurückstellen, der soll eben besser nicht Medizin studieren.
Schau Dir mal die Analysen der Beweggründe an, warum das Studium abgebrochen wird. Da begreifen manche erst im klinischen Teil des Studiums, dass sie kein Blut sehen können ...
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
Ganz davon abgesehen, dass es nicht mehr Arztys gibt, wenn wir Menschen in Teilzeit ein Berufsverbot erteilen.
Wer redet denn von Berufsverbot? Wer Halbtagsarzt sein will, nimmt den Menschen auf dem Land den Anspruch auf ärztliche Betreuung weg. Ist ein ganz einfaches Rechenexempel. Würden alle Ärzte Vollzeit arbeiten (so wie das mal vorgesehen war und bei der Planung der Räumlichkeiten (Hörsäle, Übungsräume) konzipiert war, hätten wir eben keinen Ärztemangel.
Ich bleibe dabei (und erkenne kein entkräftigendes Argument Deinerseits dagegen):
Die Zwangsregelung (10 Jahre Landarzt, erst danach Niederlassungsfreiheit) muß wieder her und es war falsch, sie abzuschaffen.
"Freiwillig" wird das nämlich nichts.
Ich habe persönlich lange auf dem Lande gelebt, kenne diverse Landarztpraxen, aber auch das Dasein als Krankenhausarzt ist mir nicht fremd.
In einer Landarztpraxis gibt es keinen Burnout. Im Krankenhaus sehr wohl.
Und um zum Schluß noch einmal Cato den Älteren zu zitieren: Ja, das Gesundheitssystem ist Murks. Hingerichtet von steuergierigen Politikern und Bürokraten.
Val44721 hat geschrieben: Mi 2. Apr 2025, 15:53
LG Valerie
Ja Dir auch liebe Grüße
Elvira