Hallo Klara,
Zuerst ein herzliches Willkommen im schönen Forum.
Bei mir gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten mit Dir.
Nur, dass ich nicht mehr in Familie lebe, sondern allein und das ich mit dem Thema nicht ganz so offen umgehe, wie Du.
Ich würde meine Situation aber nicht als Identitätskrise sondern als Identitätssuche bezeichnen.
Klara hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 14:55
Ich weiß nicht was es war oder warum es kam, aber urplötzlich hatte ich wieder das Bedürfnis mich als Frau zu kleiden und zu schminken. Ich habe diesmal Geld in die Hand genommen, mir basic Sachen bestellt sowie make-up. Mit unendlich vielen Stunden Tutorials schauen und Lesen, konnte ich dann nach 5-6 Versuchen ein relativ passables Ergebnis erzielen. In Kombination mit Kleidung (Rock, Strumpfhose und Pumps) sah das ganze dann nicht nur gut aus, sondern hat sich auch richtig und schön angefühlt.
Bei mir kam der Wunsch zum Crossdressing Anfang dieses Jahres so richtig wieder auf und dann habe ich mir auch im Laufe der Zeit etliche Klamotten bestellt und genieße es so richtig, wenn ich die Sachen mal trage.
Ich betrachte mich im Spiegel und mache dann gefühlte 593 Bilder von mir und schau Sie mir danach wieder und wieder an.
Und meistens gefällt mir, was ich sehe.
Wenn ich vorm Zubettgehen alles wieder ausziehe, mich abschminke, den Schmuck ablege, bin ich immer ein wenig traurig, dass die Zeit als Frau schon wieder vorbei ist.
Na ja nachts trage ich auch seidene Damenslips und ein schönes seidenes Nachthemd.
Kleiner Trost.
Mit dem Thema make up ging es mir am Anfang genauso.
Beim ersten und zweiten Versuch, dachte ich zum Schluss immer, oh Gott, wer ist das denn"¦!?
Klara hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 14:55
Ich würde gerne wissen, ob es denn hier Cross Dresser gibt die wirklich auch nur temporär in die Rolle der Frau schlüpfen, um ihre weibliche Seite rauszulassen. Und falls ja muss man sich bei sowas überhaupt "outen"? Es ist ja dann eigentlich eher ein Hobby. Ich identifiziere mich auch nicht wirklich als irgendwas. Klar bin ich ein cis Mann, aber an manchen Tagen fühle ich mich eben eher wie Klara mit allem was dazu gehört. Kleidung, Interessen Sprache usw.
Genauso mach ich es derzeit.
Wenn ich Zeit habe und mich vor allem vorher rasiert und gepflegt habe, dann schminke ich mich und ziehe die weiblichen Sachen an.
Die Klamotten die ich bisher bestellt habe, sind alle ziemlich sexy und vielleicht etwas schrill.
So gefällt es MIR, genauso will ich es haben.
Bezeichnen tue ich mich schon als Crossdresser, sieht man ja auch an meinem Namen.
Beim Thema Outing, bin ich noch sehr zurückhaltend, sprich, ich hab's nur hier im Forum gemacht. Keine Ahnung ob es da noch weiter Entwicklungen gibt.
Das heißt für mich halt auch: immer wenn jemand zu Besuch kommt, das große Versteckspiel beginnt. Ist etwas nervig und zeitraubend, aber mir allemal wert.
Klara hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 14:55
Mein Charakter war schon immer nicht der typisch männliche, aber auch nicht der typisch weibliche, falls man das überhaupt so sagen kann. Mich stört Jahr zu Jahr mehr die toxische Männlichkeit. Fast jeder Mann der ich treffe hat irgendwann unangebrachte Kommentare auf Lager in Richtung irgendeiner Weiblichkeit, sei es gegenüber cis oder gar Trans Frauen. Auch mit typischen männlichen Cliches kann ich nichts anfangen. Ich war schon immer eher schüchtern und emotionaler als meine männlichen Freunde. Wenn ich mal Kontakt zu Frauen hatte als Freunde (über die Ehefrau zb) fand ich diese Gespräche und die Atmosphäre immer viel schöner.
Und wieder sehe ich eine Parallele.
Bei mir stellt sich das so dar, dass ich viele männliche Eigenschaften ablehne oder damit nichts anzufangen weiß.
Deswegen bin ich in der Öffentlichkeit sehr zurückhaltend, zumindest bei typischem männlichen Verhalten.
Beim Thema Familie kann ich aus meiner Vergangenheit sagen, dass ich diese auch niemals auf's Spiel setzen wollte.
Ich hatte bis vor einiger Zeit eine Partnerin, nicht in Ehe und eine zu Ihr gehörige Tochter aus einer vorherigen Beziehung.
Diese Beziehungen habe ich mit dem Thema CD nie konfrontiert, zu der Zeit schwelte es immer nur ein bisschen unter der Oberfläche.
Meiner damaligen Partnerin hätte ich damit sowieso nie kommen brauchen, sie hätte es niemals akzeptiert, da bin ich mir ziemlich sicher.
Aus diesem Grund denke ich, Du hast schon Glück mit dem Deiner Frau und ihrer Akzeptanz des Themas.
Aber setze es nicht aufs Spiel, würde ich raten.
Du hast gar nicht geschrieben, wie Du Dich Ihr gegenüber geoutet hast.
Das würde mich interessieren. Wie hat sie reagiert, wie hat sie es aufgenommen?
Klara hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 14:55
Also was bin ich? Gibt es das was ich beschreibe? Oder bin ich trans..? Wenn ich es wäre das eher schlecht weil eine Transition würde bedeuten Ehe aus, Kinder weg, totale Einsamkeit und in einem solchen Zustand könnte ich mir gar nicht vorstellen zu überleben vor allem mental.
Ich meine Du bist ein Drossdresser und/oder Teilzeitfrau, wie es vor mir schon Tira gesagt hat.
Ich hoffe, meine Zeilen helfen Dir ein wenig weiter, bei der Bewältigung Deiner Identitätskrise.
Wie Du schon selbst erwähnst, gehe Schritt für Schritt in Deinem Tempo.
Das hatte Yvi (YvonneTV) auch zu mir gesagt und ich finde genauso sollte frau es machen.
Liebe Grüße
Violetta