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Re: 40 Personen bedrängen LSBTIQ„Ansprechpartner der Polizei in Kiel | shz | Zeit

Verfasst: Mi 12. Jul 2023, 16:06
von Anne-Mette
München - Am Samstag und Sonntag (16. und 17. Juli) wird die
Bundespolizei wieder am Christopher Street Day (CSD) in München
vertreten sein. "Die Bundespolizei ist so vielfältig und bunt wie
unsere Gesellschaft - und das zeigen wir. Es ist mir wichtig, dass
wir einen Beitrag dazu leisten können, dass sich Menschen - gerade
aus der LSBTI-Community - sicher fühlen können. Egal wo, egal wann",
sagt Dr. Karl-Heinz Blümel, Präsident der Bundespolizeidirektion
München.


https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/64017/5270935

Re: 40 Personen bedrängen LSBTIQ„Ansprechpartner der Polizei in Kiel | shz | Zeit

Verfasst: Fr 14. Jul 2023, 16:33
von Anne-Mette
Berlin

CSD Vorstand trifft Polizeipräsidentin & LSBTIQ Beauftragte

Am 5. Juni traf der Vorstand des Berliner CSD e.V. erneut die Berliner Polizeipräsidentin Frau Dr. Slowik zum jährlichen Austausch zusammen mit den LSBTIQ Beauftragten Anne von Knoblauch und Michael Späth um über die aktuelle Sicherheitssituation für queere Menschen in Berlin zu sprechen.


Aus dem Text

Die Präsidentin Slowik betont, "dass jeder Fall von queerer Feindlichkeit, auch innerhalb der Polizei, schmerzt". Um diesem Problem entgegenzuwirken, ist die spezielle Schulung aller Anwärterinnen Teil des Lehrplans. Zudem wurden Multiplikator*innen ausgebildet, um das Bewusstsein zu erhöhen. Dennoch gibt es immer noch Bereiche, die für queere Menschen als "no-go areas" gelten.


https://csd-berlin.de/csd-vorstand-trif ... eauftragte

Re: 40 Personen bedrängen LSBTIQ„Ansprechpartner der Polizei in Kiel | shz | Zeit

Verfasst: Sa 15. Jul 2023, 19:47
von Anne-Mette
SPIEGEL

Zwischenfall mit Polizisten auf CSD, Nancy Faeser äußert Kritik

Teilnehmer der CSD-Parade in Frankfurt am Main haben Regenbogenflaggen von einem Polizeiwagen gerissen. Ansonsten verlief der Demonstrationszug friedlich.


Aus dem Text:

Grund für den Zwischenfall sind offenbar Konflikte innerhalb der Community, wie mit der Polizei umzugehen sei. Das CSD-Frankfurt-Team schreibt in einem Info-Flyer zu der Veranstaltung: -»Der Vorstand des CSD lehnt jedoch jede Form von Anfeindungen und Beleidigungen ab, auch gegen Polizist*innen.-« Zuvor stand dort offenbar deutlicher, dass Plakate und Aktionen gegen die Arbeit der Polizei während des CSD nicht toleriert werden könnten. In einem Blogbeitrag einer queeren Initiative in Frankfurt und auch in sozialen Medien wurde diese Haltung der CSD-Organisatorinnen und Organisatoren scharf kritisiert.

Quelle und Rest:
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/ ... b04699f48b

Re: 40 Personen bedrängen LSBTIQ„Ansprechpartner der Polizei in Kiel | shz | Zeit

Verfasst: Sa 15. Jul 2023, 23:04
von Cybill
Ich erlebe das diskriminierend Verhalten unserer "Community" seit Jahren. Als Vorsitzende des Arbeitskreis Berlin Brandenburg der dgti e.V. werde ich zu einem Redebeitrag eingeladen und als Polizeibedienstete will man mich nicht auf der Rednerliste haben.
Mich kotzt diese Bigotterie in der queeren - und insbesondere in der Trans-Szene unendlich an.

Es wäre zur Abwechslung mal ganz schlau, wenn wir verstehen würden, dass es wenig hilfreich ist, diejenigen zu vetgrätzen, von denen wir später Unterstützung erwarten.

Schöne Grüße an den CSD Hamburg und deren Ausgrenzung der LSU!

Heult mir nicht rum, wenn alles ganz anders kommt, als ihr es Euch erträumt! Mit Trotz erreichen wir gar nichts!

Cybill

Re: 40 Personen bedrängen LSBTIQ„Ansprechpartner der Polizei in Kiel | shz | Zeit

Verfasst: So 16. Jul 2023, 11:46
von Jaddy
Dieser nach meiner Ansicht sehr gute Artikel verdeutlich vielleicht noch mal, warum "Polizei" nicht für alle positiv besetzt ist. Sprich: Weshalb etliche queere Menschen mit Polizei nichts hilfreiches verbinden, auch wenn Aktionen ausgerechnet gegen die wenigen Polizistys, die wirklich helfen wollen, ziemlich kontraproduktiv sind.
Wie gefährlich das alles ist, sah man diese Woche in der Berliner Kriminalitätsstatistik: Ein lesbisches Paar wurde beleidigt, getreten und geschlagen, eine nichtbinäre Person verprügelt. Und das sind nur die Straftaten, die der Polizei gemeldet wurden. Ich höre fast jede Woche in meinem Umfeld von Beleidigungen und Gewalt auf der Straße. [geschätzte Dunkelzffer nach Umfragen: 80% - Jaddy]

Als Gruppe, die besonders bedroht ist, müssen wir uns überlegen, wie man gesellschaftliche Bedingungen schafft, in denen es uns gut geht. Manche queere Menschen haben darauf einfache Antworten: Law and Order. Stefan Evers, der schwule Berliner Finanzsenator von der CDU etwa fordert mehr Videoüberwachung als Werkzeug gegen queerfeindliche Gewalt. Nur: Mehr Polizei, härtere Strafen, mehr Überwachung, das geht meistens für diejenigen schief, die noch unter anderen sozialen Diskriminierungen leiden als Queerness. Evers ist cis, ein Mann, weiß, Deutscher und vor allem: bürgerlich.

Die Polizei war noch immer auf seiner Seite. Wer hingegen trans, weiblich gelesen, eine Person of Color oder einfach arm ist, wird schneller Opfer der Polizei, als von ihr geschützt zu werden. Es ist kein Zufall, dass in Frankreich der rechtsextreme Rassemblement National von Marine Le Pen zu den beliebtesten Parteien unter verheirateten schwulen Wählern gehört. Die sind meist älter und wohlhabender als Queers im Schnitt.

Auch hierzulande gibt es prominente queere Persönlichkeiten in Parteien des rechten Spektrums wie der AfD oder der CDU. Sie sind sich sicher, dass ihnen nichts passieren wird, sie sind ja geschützt durch ihre Hautfarbe und ihr Geld.
Menschen, die im Alltag die Erfahrung machen, sich nicht auf Polizei verlassen zu können (Anzeigen bestenfalls wirkungslos), sondern eher wegen anderer Merkmale schikaniert zu werden, sind verständlicherweise von einer fröhlichen Präsenz eben dieser Institution nicht begeistert auf der eigenen Veranstaltung, die sich gegen vielfältige Missachtung und Schikane richtet.

Was Parteien angeht, bin ich inzwischen auch ziemlich rigoros. Wer als "Lesben und Schwule in der Union" auftritt, repräsentiert nicht in erster Linie Lesben und Schwule, sondern vor allem die Partei, die sich seit Anbeginn der Zeiten gegen Gleichstellung und Verbesserung der Lebenslage queerer Menschen gestemmt hat. Da können sie lange einen schwulen Fraktionsvorsitzenden haben, wenn der munter das Selbstbestimmungsgesetz als "Kulturkampf" zu "Spaltung der Gesellschaft" bezeichnet und selbst Haltungen gegen die Ehe für (fast) alle für unproblematisch hält.

"SPDqueer" ist da nicht besser, sondern einfach unsichtbar. Ich habe vergeblich versucht herauszufinden, was die tun, oder wo überhaupt. In der SPD selbst ist die Unterstützung für queere Themen soweit ich sehen kann nicht auf der aktiven Tagesordnung. Es wird einfach ignoriert. K.h.Brunner ist weg und damit höre ich keine proaktive queerfreundliche Stimme mehr von denen.

FDP ebenso, von einzelnen wie Brandenburg oder (ja, tatsächlich) Buschmann mal abgesehen. Der Rest ist desinteressiert. Linke können wir auch gepflegt vergessen, weil sie Queerpolitik höchstens instrumentalisieren, aber mAn nicht als Wert an sich verfolgen. Die Grünen sind mE derzeit die einzige Partei, die aktiv und auf allen Ebenen queerfreundlich voran geht. Intern und mit Initiativen nach aussen.

Von daher solten für mich die Parteien und ihre queeren Feigenblatt-AGs auf CSDs sehr sehr kleine Brötchen backen. Diese Werbe-Position haben sie sich einfach nicht durch Taten verdient.