Es wird in der Regel nicht als Bitte vorgebracht, sondern als eine Erwartungshaltung an das Gegenüber gerichtet, über die nicht ergebnisoffen diskutiert werden kann. Sonst läuft man Gefahr, umgehend mit der Moralkeule erschlagen zu werden, wenn man in Frage stellt, ob gendergerechte Sprache in der heutigen Form zielführend sei oder die Erwartungshaltung nicht bedienen möchte. Du lieferst immer wieder sehr anschauliche Beispiele dafür. Das aktuellste findest du im nächsten Zitat.Jaddy hat geschrieben: Di 11. Apr 2023, 21:04 Dabei geht es eigentlich nur um die Bitte, ein bisschen netter zu sein. Nur so als Anregung, damit alle besser klar kommen.
Und wen meinst du in diesem Zusammenhang mit "alle"? Viele Menschen fühlen sich von den neuartigen Vorschlägen überfordert oder haben Verständnisprobleme, die sie sonst nicht hätten.
Geht's auch ne Nummer kleiner?Jaddy hat geschrieben: Di 11. Apr 2023, 21:04 D.h. die sich hier so echauffieren spielen ziemlich direkt denen in die Hände, die "uns", alle hier, am liebsten tot sehen wollen.
Ich erwarte von dir Respekt gegenüber der Art, mich auszudrücken, so wie du das von Anderen auch erwartest. Auf Fehler im Ausdruck kannst du auch ohne moralische Überheblichkeit hinweisen, sollten diese überhaupt vorliegen. So weit ich das verstanden habe, geht es um verschiedene sprachliche Varianten. Diese moralisch zu überhöhen erscheint mir nicht zielführend, weil Sachargumente dadurch in den Hintergrund rücken. Und letztlich sollte es so doch um eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema gehen, und nicht um eine moralische.
Was du sprachliche Fairness nennst, ist immer noch eine ziemlich elitäre Minderheitenveranstaltung, die die Bevölkerung überwiegend nervt. Ob man auf diese Weise seine (noch so berechtigten) Ziele erreichen kann, oder ob es eher zu einer trotzigen Blockadehaltung der Mehrheit führt, ist noch nicht ausgemacht.Jaddy hat geschrieben: Di 11. Apr 2023, 21:04 Wenn generisches Maskulinum auch nur eines dieser Megaprobleme beseitigen würde, wäre ich ja dafür. Aber da dem nicht so ist, sehe ich in der Aufregung gegen sprachliche Fairness nur Ablenkung auf Kosten anderer.
Diese Gefahr besteht, und wird immer größer, je mehr Menschen das Gefühl haben, dass Nebenthemen wie gendergerechte Sprache medial eine Art Honeypot-Funktion haben, um von den wirklich wichtigen Dingen abzulenken.
Vielleicht würde tatsächlich mehr an den großen Problemen gearbeitet, wenn diese Diskussion beendet wäre und wir unsere Aufmerksamkeit diesen "Megaproblemen" widmen würden.
Mir ist es letztlich egal, ob ein nachhaltig funktionierendes Renten- oder Pflegesystem in gendergerechter Sprache formuliert wird oder unter Verwendung des generischen Maskulinums. Hauptsache, es wird endlich gemacht.
LGL