Die Unterscheidung zwischen gesprochener und geschriebener Sprache spielt bei
trans eine große Rolle.
Eine
trans Frau wird vermutlich von den meisten als
Transfrau gehört. Nur wenn sich das in geschriebener Sprache stark durchsetzt,
trans als Adjektiv und nicht als Teil eines Kompositums zu schreiben, wird das auch auf die gesprochene Sprache durchschlagen. Das Deutsche mit seinem besonderen Hang zu Komposita ist da dem alleinstehenden Adjektiv
trans nicht so wohlgesonnen. Wir Volk von tiefsinnigen Philosophierer*innen lieben den Begriff. Also hören wir
Transfrau. Dass Blümchen davon gar nicht begeistert ist, leuchtet mir unmittelbar ein.
Wir werden sehen, wie weit sich
trans als vorangestelltes Adjektiv einbürgert. Dass es aber mit Formulierungen wie
trans sein in die Alltagssprache Einzug hält, ist für mich ein großer Fortschritt. Da kann ich nur Marielle zustimmen.
Jetzt ist das Sternchen an dieser Stelle weg, aber 'trans' ist ein Adjektiv; ein Eigenschaftswort, dass es qua Nutzung durch die Menschen in den Duden, das Verzeichnis der gesprochenen und geschriebenen Sprache, geschafft hat. Ich finde das grossartig.
Der innergemeinschaftliche Streit darum ist noch nicht zu Ende. Das ist mir bewusst. Immerhin handelt es sich um ein Eigenschaftswort, womit sich die Frage stellt, welche Bedeutungshöhe die zugehörige Eigenschaft hat. Ist es eine bestimmende Eigenschaft oder eine, die man vielleicht bei passender Gelegenheit in eine plaudernde Kommunikation einfliessen lassen kann? Ich fände es gut, wenn es auf Dauer eine bestimmende Bedeutung in einer freien Gesellschaft bekäme. Eine, auf die ein Mensch stolz ist, weil sie ihn und eine seiner Eigenschaften richtig, unterscheidbar und damit erklärbar beschreibt. Eine Bedeutung, die man nicht vorn an stellen muss, die aber weit mehr ist, als ein kleines, vielleicht peinliches, Zugeständnis in belanglosen Gesprächen, weil sie vieles an einem Menschen verÅ›tehbar macht.
LG, Noa