Erwartungshaltung "Toleranz" - # 2
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Geli
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Hallo, ich sehe Toleranz und Akzeptanz nicht als fest definierte Begriffe mit einer festen Grenze, sondern als eine Art Spektrum, ähnlich einer Grauskala von Weiß nach Schwarz. Von der Toleranz über die Akzeptanz bis hin zur Unterstützung, gibt es in meinen Augen sehr viele Stufen. Dann kommt noch, so zu sagen als dritte Dimension, das Verhältnis der Personen hinzu. Einen fremden CD toleriere ich eher als einen CD in der Familie oder sogar den Lebenspartner/in.
Wenn ich eine Einigung innerhalb der Partnerschaft getroffen habe, mit bestimmten Regeln, dann kann diese Übereinkunft eine Stufe auf der Skala bedeuten, welche wiederum hängt aber auch vom Betrachter ab. Für den eine/n Partner/in ist es eher Toleranz für den anderen schon Akzeptanz.
Was ich damit sagen möchte ist, dass es nicht so wichtig ist eine Begriffsdefinition und eine Grenze zwischen Toleranz und Akzeptanz zu beschreiben, sondern viel mehr innerhalb einer Partnerschaft einen gemeinsamen Nenner zu finden mit dem beide Seiten zufrieden sind. Eine Verschiebung des gemeinsamen Nenners über die Zeit ist äußerst wahrscheinlich und als positive Entwicklung zu sehen, wenn es von der Toleranz zur Akzeptanz und vielleicht zur Unterstützung hin verläuft.
Uns allen wünsche ich, dass die Entwicklung immer von Toleranz nach Akzeptanz verläuft, zumindest versuche ich das in meiner Partnerschaft zu erreichen.
Liebe Grüße
Geli
Wenn ich eine Einigung innerhalb der Partnerschaft getroffen habe, mit bestimmten Regeln, dann kann diese Übereinkunft eine Stufe auf der Skala bedeuten, welche wiederum hängt aber auch vom Betrachter ab. Für den eine/n Partner/in ist es eher Toleranz für den anderen schon Akzeptanz.
Was ich damit sagen möchte ist, dass es nicht so wichtig ist eine Begriffsdefinition und eine Grenze zwischen Toleranz und Akzeptanz zu beschreiben, sondern viel mehr innerhalb einer Partnerschaft einen gemeinsamen Nenner zu finden mit dem beide Seiten zufrieden sind. Eine Verschiebung des gemeinsamen Nenners über die Zeit ist äußerst wahrscheinlich und als positive Entwicklung zu sehen, wenn es von der Toleranz zur Akzeptanz und vielleicht zur Unterstützung hin verläuft.
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Michi
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Hallo Geli,Geli hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 20:44 Dann kommt noch, so zu sagen als dritte Dimension, das Verhältnis der Personen hinzu. Einen fremden CD toleriere ich eher als einen CD in der Familie oder sogar den Lebenspartner/in.
ich gehe sogar soweit, zu sagen, dass es quasi der Lackmus-Test für Toleranz und Akzeptanz ist, wenn irgendeine Andersartigkeit die eigene Familie betrifft.
Tolerant sein, wenn es um Fremde geht, dass ist noch vergleichsweise leicht. Aber wie steht es damit, wenn es z.B. die eigenen Kinder betrifft? Ich sah das am Beispiel meiner Schwester, die, als ihre Jungs klein waren, mehrfach recht pathetisch sagte, dass sie diese auch lieb haben würde, wenn sie schwul wären. Und doch sprach sie mit deren Heranwachsen öfter den Gedanken aus, dass sie sich Sorgen machen würde, weil sie (erst der eine, dann der andere) noch immer kein Interesse an Mädchen zeigten / keine Freundin hatten.
Liebe Grüße
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Anne-Mette
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Moin,
das erinnerte mich an ein "altes Thema": mit Ablehnung umgehen
Daraus: "Diskriminierung fängt in der kleinsten Gruppe, der Familie an", habe ich vor einiger Zeit gelesen. (kann sein, muss natürlich nicht sein)
Gruß
Anne-Mette
das erinnerte mich an ein "altes Thema": mit Ablehnung umgehen
Daraus: "Diskriminierung fängt in der kleinsten Gruppe, der Familie an", habe ich vor einiger Zeit gelesen. (kann sein, muss natürlich nicht sein)
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VanessaB
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Akzeptieren, tolerieren, respektieren — Unterschiede
Quelle: UNI-24.de
Akzeptieren = annehmen, gutheißen
Tolerieren = ertragen
Respektieren = Rücksicht nehmen, berücksichtigen
Schau an ... kurz und knapp ... da muss ich wohl auch mal über meine Perspektive noch einmal nachdenken.
Alles Liebe
Vanessa
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Jasmine
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Re: Akzeptieren, tolerieren, respektieren — Unterschiede
Da fehlt meiner Meinung nach nur noch:VanessaB hat geschrieben: Mo 14. Dez 2020, 13:36 .....
Akzeptieren = annehmen, gutheißen
Tolerieren = ertragen
Respektieren = Rücksicht nehmen, berücksichtigen
............
Lieben = starke geistige, körperliche, emotionale Bindung
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VanessaB
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Re: Akzeptieren, tolerieren, respektieren — Unterschiede
Mag sein, aber ist die Liebe nicht eher Grundlage für alles und gleichzeitig ein sehr individuelles Konstrukt?Jasmine hat geschrieben: Mo 14. Dez 2020, 14:06 Da fehlt meiner Meinung nach nur noch:
Lieben = starke geistige, körperliche, emotionale Bindung
Liebe scheint mir auch eher auf der emotionalen Ebene verankert, während Toleranz, Akzeptanz, Respekt vielleicht eher rational verankert sind.
Auch sehr spannend ...
Alles Liebe
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Annette
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Hallo und guten Abend,
wahrhaftig ein geflügeltes Wort, die Toleranz. Unerschwinglich für manches Staatsoberhaupt (siehe Ungarn), oft der einzige Wohlstand des Armen. Ich bezeichne mich ja gerne als tolerant, doch dabei sag ich immer: Keine Toleranz der Intoleranz... Dies gilt natürlich besonders bei Gender-Fragen, und nun, wo wir beim Thema sind, ja, ich erwarte Toleranz.
Ich erwarte, dass die Menschen meines Umfeldes mich so akzeptieren wie ich bin, Punkt. Ich schenke denen mein Vertrauen indem ich sie über eine äußerst intime Begebenheit meiner Persönlichkeit aufkläre und als Dank für diesen Vertrauensbeweis erwarte ich nichts weiter als ihre Toleranz. Das hat bisher immer gut geklappt, während den letzten Monaten habe ich meine Outing-Kampagne geradezu forciert und oft habe ich mich selbst über die bedingungslose Toleranz mancher, doch recht fragwürdiger Zeitgenossen gewundert. Oft war ich sogar deswegen sehr ergriffen und zu Tränen gerührt, denn gerade diejenigen, von denen ich es am wenigsten erwartet habe, erwiesen sich als unerwartet empathisch und feinfühlig. So zum Beispiel bei der Gesellschaft für die ich arbeite, ich erwartete (und bekam sie auch) Akzeptanz und Toleranz und im Gegenzug garantierte ich die Integrität meiner Arbeit.
Desgleichen gilt für meine Familie, da muss ich einmal sagen, meine Frau ist der toleranteste Mensch der mir je während meines gesamten Lebens begegnet ist. Bereitwillig nimmt sie die Bürde meiner Transidentität auf sich und sichert mir all ihre Unterstützung zu, selbst bis zum Ende meines Weges. Und das obwohl sie weiß, dass sie gerade dabei ist, ihren Ehegatten zu verlieren. Oft reden wir über dieses Thema, und bei solch einer Toleranz und Ehrlichkeit, wie ich von ihr bekomme, tja, da frag ich mich, womit ich das eigentlich verdient habe. Das ist die einzig wahre Liebe, trotz der Gewissheit, dass wir dabei sind, uns auseinander zu leben, ist in unserer Beziehung nichts wichtiger als uns gegenseitig zu unterstützen. Emotional, moralisch, finanziell, nur sexuell eben nicht mehr. Doch angesichts der gegenseitigen Ehrlichkeit lässt sich mit diesem Verlust ganz gut leben. Meine Frau sichert mir sogar ihre Toleranz zu, nur für den Fall, sollte sich aus meiner weiblichen Identität heraus eine neue Bekanntschaft entwickeln. Sie weiß, dass ich regelmäßig mit anderen Transmenschen in Kontakt bin und sie erweist sich nicht nur alles andere als eifersüchtig sondern gesteht mir sogar zu, was andere Partner nicht einmal wahrhaben wollen. Ihr einziges Ziel dabei ist, dass ich endlich ankomme, endlich richtig glücklich in meinem Leben werde. Im Gegenzug, sollte sie einmal jemand anders kennenlernen, einen "richtigen" Mann, wie sie sich ihn immer vergeblich gewünscht hatte, so werde auch ich alles daransetzen ihrem Glück nicht im Wege zu stehen. Mit anderen Worten, ab jetzt führen wir eine "offene" Ehe, bedingt durch die äußeren Umstände meiner Transidentität. Und angesichts der Tatsache, dass wir uns nun so gut verstehen wie nie zuvor, wird mir bewusst, was wahre und ehrliche Toleranz alles bewirken kann.
Danke liebe Kathy für deinen Beitrag, denn dies gibt mir endlich einmal die Gelegenheit, die Toleranz meiner lieben Frau zu würdigen.
Mit besten Grüssen,
eure Annett(e)
wahrhaftig ein geflügeltes Wort, die Toleranz. Unerschwinglich für manches Staatsoberhaupt (siehe Ungarn), oft der einzige Wohlstand des Armen. Ich bezeichne mich ja gerne als tolerant, doch dabei sag ich immer: Keine Toleranz der Intoleranz... Dies gilt natürlich besonders bei Gender-Fragen, und nun, wo wir beim Thema sind, ja, ich erwarte Toleranz.
Ich erwarte, dass die Menschen meines Umfeldes mich so akzeptieren wie ich bin, Punkt. Ich schenke denen mein Vertrauen indem ich sie über eine äußerst intime Begebenheit meiner Persönlichkeit aufkläre und als Dank für diesen Vertrauensbeweis erwarte ich nichts weiter als ihre Toleranz. Das hat bisher immer gut geklappt, während den letzten Monaten habe ich meine Outing-Kampagne geradezu forciert und oft habe ich mich selbst über die bedingungslose Toleranz mancher, doch recht fragwürdiger Zeitgenossen gewundert. Oft war ich sogar deswegen sehr ergriffen und zu Tränen gerührt, denn gerade diejenigen, von denen ich es am wenigsten erwartet habe, erwiesen sich als unerwartet empathisch und feinfühlig. So zum Beispiel bei der Gesellschaft für die ich arbeite, ich erwartete (und bekam sie auch) Akzeptanz und Toleranz und im Gegenzug garantierte ich die Integrität meiner Arbeit.
Desgleichen gilt für meine Familie, da muss ich einmal sagen, meine Frau ist der toleranteste Mensch der mir je während meines gesamten Lebens begegnet ist. Bereitwillig nimmt sie die Bürde meiner Transidentität auf sich und sichert mir all ihre Unterstützung zu, selbst bis zum Ende meines Weges. Und das obwohl sie weiß, dass sie gerade dabei ist, ihren Ehegatten zu verlieren. Oft reden wir über dieses Thema, und bei solch einer Toleranz und Ehrlichkeit, wie ich von ihr bekomme, tja, da frag ich mich, womit ich das eigentlich verdient habe. Das ist die einzig wahre Liebe, trotz der Gewissheit, dass wir dabei sind, uns auseinander zu leben, ist in unserer Beziehung nichts wichtiger als uns gegenseitig zu unterstützen. Emotional, moralisch, finanziell, nur sexuell eben nicht mehr. Doch angesichts der gegenseitigen Ehrlichkeit lässt sich mit diesem Verlust ganz gut leben. Meine Frau sichert mir sogar ihre Toleranz zu, nur für den Fall, sollte sich aus meiner weiblichen Identität heraus eine neue Bekanntschaft entwickeln. Sie weiß, dass ich regelmäßig mit anderen Transmenschen in Kontakt bin und sie erweist sich nicht nur alles andere als eifersüchtig sondern gesteht mir sogar zu, was andere Partner nicht einmal wahrhaben wollen. Ihr einziges Ziel dabei ist, dass ich endlich ankomme, endlich richtig glücklich in meinem Leben werde. Im Gegenzug, sollte sie einmal jemand anders kennenlernen, einen "richtigen" Mann, wie sie sich ihn immer vergeblich gewünscht hatte, so werde auch ich alles daransetzen ihrem Glück nicht im Wege zu stehen. Mit anderen Worten, ab jetzt führen wir eine "offene" Ehe, bedingt durch die äußeren Umstände meiner Transidentität. Und angesichts der Tatsache, dass wir uns nun so gut verstehen wie nie zuvor, wird mir bewusst, was wahre und ehrliche Toleranz alles bewirken kann.
Danke liebe Kathy für deinen Beitrag, denn dies gibt mir endlich einmal die Gelegenheit, die Toleranz meiner lieben Frau zu würdigen.
Mit besten Grüssen,
eure Annett(e)
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Blossom
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Mein Gott! Was wäre das anstrengend! Und gerade jetzt ... mit Mindestabstand ... ich mag mir das gar nicht ausmalen wollen ... hihiMiriamR hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 11:15 vermutlich den ganzen Tag durch die Gegend rennen und mit jedem und jeder kuscheln, der uns über den Weg läuft
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Geli
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Hallo Annett,
als ich diesen Satz
Natürlich ist es schön Toleranz zu erfahren, aber nicht alle Menschen sind dazu fähig, selbst enge Familienangehörige manchmal nicht. Bei Fremden oder flüchtigen Bekannten ist das kein Problem, denen kann ich aus dem Weg gehen, aber bei Familienangehörigen wird das schon schwieriger. Persönlich habe ich mich entschieden durch Gespräche aber auch Rücksichtnahme eine gewisse Toleranz zu erzeugen. Mit dieser Methode der kleinen Schritte bin ich bis jetzt relativ gut gefahren und aus Ablehnung ist schon etwas Toleranz entstanden.
Ich wünsche Dir auf Deinem/Eurem weiteren Weg alles Gute.
Liebe Grüße
Geli
als ich diesen Satz
gelesen habe, musste ich erstmal kurz innehalten. Selbst nach dem Weiterlesen blieb mir immer die eine Frage im Kopf: "Was würdest Du machen, wenn die anderen Menschen Dir die eingeforderte Toleranz verweigern?"Ich erwarte, dass die Menschen meines Umfeldes mich so akzeptieren wie ich bin, Punkt. ...
Natürlich ist es schön Toleranz zu erfahren, aber nicht alle Menschen sind dazu fähig, selbst enge Familienangehörige manchmal nicht. Bei Fremden oder flüchtigen Bekannten ist das kein Problem, denen kann ich aus dem Weg gehen, aber bei Familienangehörigen wird das schon schwieriger. Persönlich habe ich mich entschieden durch Gespräche aber auch Rücksichtnahme eine gewisse Toleranz zu erzeugen. Mit dieser Methode der kleinen Schritte bin ich bis jetzt relativ gut gefahren und aus Ablehnung ist schon etwas Toleranz entstanden.
Ich wünsche Dir auf Deinem/Eurem weiteren Weg alles Gute.
Liebe Grüße
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Hallo Geli,Geli hat geschrieben: Fr 18. Dez 2020, 21:35 "Was würdest Du machen, wenn die anderen Menschen Dir die eingeforderte Toleranz verweigern?"
gute Frage. Also auf jeden Fall würde ich nicht besonders überrascht sein, manchmal habe ich ja insgeheim mit solch einer abweisenden Haltung gerechnet. Das sollte für mich irgendwie "dazugehören", auch wenn es völlig abwegig ist. Und lieber ab und an eine abweisende, intolerante, oder gar feindselige Reaktion als mich abermals wieder zu verstecken. Erneutes Versteckspiel würde mir in kürzester Zeit das Rückgrat brechen, ich würde daran zugrunde gehen. Gelegentliche "Unkenrufe" sind mir dann viel lieber, diese würde ich als lästig abtun. Und es ist mir bewusst, solch abweisende Reaktionen sind dann in der westlichen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts dann doch eher die Ausnahme. Irgendwann wird es geschehen, das weiß ich und auch meine Thera weist mich darauf hin, doch deswegen werde ich mir kein Bein ausreißen (es sei denn, es handelt sich um das Dritte, hihihi). Spaß beiseite, ich hab das ganze Out-Coming nun so erlebt, dass mir überall nur äußerst positive Erfahrungen beschert wurden, ein Umstand mit dem ich selbst so nicht gerechnet hatte.
Allerdings, mittlerweile hab ich dann doch einen getroffen, der hat nur gelacht und gemeint, "tja, in den Dreißigern und Vierzigern hättest du damit dein eigenes Todesurteil unterzeichnet. Die Wehrmacht hätte kurzen Prozess mit dir gemacht."
Soviel Dummheit hätte ich diesem Menschen nun doch nicht zugetraut, und da dieser Mensch mir sehr, sehr nahesteht, hat mir diese Bemerkung dann doch
ziemlich wehgetan. Das war einfach zu persönlich. Auch wenn ich weiß, dass dieser Mensch eigentlich kein Fascho ist. Sowas darf einfach nicht sein. Nicht vom eigenen Vater!
Aber wie auch immer, dennoch bin ich glücklich und zufrieden und freue mich auf die Zukunft. Überdies danke ich dir für deine Anteilnahme.
Alles Liebe,
deine Annett(e)
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Sorry Liebe Vanessa, da muss ich dir widersprechen, ob mein Kind homo, hetero oder bisexuell ist, das geht mich nichts an,. Das hat mit Toleranz nichts zu tun, es ist so wie es ist, völlig wertfrei. Ich habe unseren Kindern immer gesagt, mir ist es egal wen ihr liebt, Hauptsache ihr seid glücklich ( ok bei Extremisten wäre das wohl schwierig gewesen). Selbiges gilt für die angehenden Schwiegereltern unserer Tochter, die haben ihren Kindern auch gesagt, uns egal ob ihr Mann oder Frau mit nach Haus bringt, wir möchten nur das ihr glücklich seid.VanessaB hat geschrieben: So 13. Dez 2020, 13:27 Ich muss es nicht mögen, wenn sich mein Sohn/meine Tochter als homosexuell outet, aber wenn ich tolerant sein kann, gestehe ich es meinem Kind zu und sehe es nicht als persönlichen Angriff nur, weil es nicht in meine Weltbild passt. Wie thematisch betroffene Menschen damit umgehen, kann viele Facetten haben und wohl keine ist "falsch". Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass der tiefe Grund für Verletztheit sehr oft bei mir selbst liegt. Das macht es sicherlich nicht erträglicher, zeigt mir aber auch, dass nur ich meine Handeln und meine Einstellung bestimmen kann. Dazu gehört auch Ja und Nein sagen zu können. Die ist keine Verletzung des anderen, sondern der gute Umgang mit dem eigenen ICH.
Namasté
Alles Liebe
Vanessa
Ganz ehrlich, wer sich als tolerant empfindet das man die Homosexualität seines Kindes irgendwie duldet, hinnimmt etc, die Person ist um Welten von Toleranz entfernt
Heike
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VanessaB
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Liebe Heike,heike65 hat geschrieben: Sa 26. Dez 2020, 21:08 Sorry Liebe Vanessa, da muss ich dir widersprechen, ob mein Kind homo, hetero oder bisexuell ist, das geht mich nichts an,.
gut, dass Du Dich entschuldigt hast, denn Du hast den Text missverstanden, nehme ich an.
Dass Du mit dem Thema keine Problem hast, weiß ich ja wohl und ich habe es ja auch nicht.
Trotzdem gibt es Menschen, die es durch Ihre Erziehung und Ihrer Werte nicht gut vertragen.
Natürlich geht es sie nichts an, aber wenn sich das Kind geoutet hat, kann man das Wissen darum ja auch schlecht wieder auslöschen - man muss damit umgehen. Und zwar aus seiner ganz eigenen Biografie heraus. Was da hilft ist Toleranz, tolerant sein zu können.
Alles Liebe und viele Grüße in den Norden.
Ich denke wir werden uns im nächsten Jahr sicher wiedersehen.
Kommt gut ins Neue Jahr!
Alles Liebe
Vanessa
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Nein liebe Vanessa
Ich habe dich nicht missverstanden.
Wenn man mit dem Outing des Kindes ein Problem haben sollte, dann hätte man nicht Eltern werden sollen, unabhängig ob 1920 oder 1990 geboren,die Welt dreht sich weiter.
Das ist jetzt nur nicht noch meine Meinung, Tina hat dieses ebenfalls so verstanden
Ich habe dich nicht missverstanden.
Wenn man mit dem Outing des Kindes ein Problem haben sollte, dann hätte man nicht Eltern werden sollen, unabhängig ob 1920 oder 1990 geboren,die Welt dreht sich weiter.
Das ist jetzt nur nicht noch meine Meinung, Tina hat dieses ebenfalls so verstanden
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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Ich halte so eine Aussage für bedenklich, hiermit wertest du ganz arg andere ab ...heike65 hat geschrieben: Sa 26. Dez 2020, 21:59 Wenn man mit dem Outing des Kindes ein Problem haben sollte, dann hätte man nicht Eltern werden sollen, unabhängig ob 1920 oder 1990 geboren,die Welt dreht sich weiter.
LG Kathy
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NeinRe: Erwartungshaltung "Toleranz"
Nein, ich Klage an, und das durchaus beabsichtigt, ich habe in eine Familie eingeheiratet, meine Schwiegereltern in den 20 und 30 Erb geboren, die haben mir, vor allem die Schwiegermutter, gezeigt was Akzeptanz und Verständnis bedeutet.