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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Verfasst: Sa 2. Jan 2021, 11:27
von Leonie67
Hallo Ihr Lieben,
bin seit dem 29.12. in der SOMNIA-Klinik in Köln-Hürth. Hatte am 26.12. einen Totalzusammenbruch und wollte für immer aus dem Leben scheiden. Meine Ambulanttherapeutin sowie eine sehr gute Freundin aus der TX-Köln SHG haben ich wieder aufgegangen. Ich gehe kaputt, wenn ich mich noch weiter bremsen muss. Ich habe zwar mit meiner Frau einen Kompromiss ausgehandelt (siehe oben) in dem ich tagsüber so wie Ihr "schwuler Friseur" rumlaufen darf aber nach gut 9 Wochen Erprobung kann ich für mich sagen, das das mir bei weitem nicht ausreicht. Ich denke, ich fühle und ich bin eine Frau, das war mir noch nie so klar wie jetzt. Das reflektiere ich mit jedem Gespräch, das ich hier führe. Ich bin hier in der Klinik nicht weil ich krank bin sondern ich muss mal ganz dringend meine emotionalen Akkus wieder aufladen und Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein für mich schöpfen. Ich bin als Christiane gekommen und gehe hier gestärkt als Christiane heraus, das habe ich mir versprochen. Ich glaube ganz fest daran auch in meiner wahren Identität ein ganz toller Papa zu sein und in meiner Arbeit eine ganz tolle Projektleiterin zu sein. Ich werde dann noch viel mehr geben können weil ich die Energie nicht mehr dafür verwenden muss um meine wahres Ich im Zaum zuhalten und zu zu zügeln. Ich wurde ja regelrecht dauerdepressiv, weil ich meine gefühlte Identität nicht ausleben konnte. Das muß sich jetzt ein für alle Mal ändern. Denn der Egoismus, den meine Frau mir vorwirft ist mir meine Selbstfürsorge, meine Achtung vor Mir selbst und der tiefempfundene Respekt vor meinen Gefühlen. Ich werde dann stärker sein als jemals zuvor weil ich mich dann nicht mehr zu bremsen muß. Ich werde vom Schatten meiner Selbst zum hellsten Stern am Firmament und ich werde so sehr strahlen wie noch nie zuvor.

Ich war vor vier Jahren schon einmal in dieser wunderbaren Klink. Damals hatte ich einen beruflichen Burnout und wie sich zeigte auch einen identitären Burnout. Damals bin ich als Christiane gekommen und nach 7 Monaten als Christian gegangen, weil ich zwischenzeitlich einen Job verloren hatte und als verantwortlicher Familienvorstand den Lebensunterhalt gewährleisten musste. Damals hatten wir in der Therapie einmal die Eigenschaften von Christian und Christiane gegenübergestellt und ich habe erkannt das ich das beides in mir verinnerlichte und nicht mehr für mich abspalten musste. Damals habe ich das aus der Perspektive des Christian für mir zugelassen heute würde ich das nur noch aus der Perspektive von Christiane tun. Damals habe ich aus der Therapie due o.a. SHG kennengelernt. Das war auch danach mein wöchentlicher "Anker", der Freitagabend, an dem ich mich nach der Arbeit direkt in Christiane verwandeln konnte und den Abend geniessen konnte. Nach dem offiziellen Teil bin ich dann gegangen um nach Haue zu fahren um mich umzuziehen . Das hat mir zwar schon weh getan aber ich wollte am nächsten Morgen mit meinem Sohn zum Fußballspiel. Ich weiss noch das ich Christian schon am Mittag dann wieder vernisst habe, diese tiefe unbeschreiblich Sehnsucht nach meiner wahren Identität.

Heute kann ich sagen das dich der Leidensdruck immer einen Stufe höher zum Ziel erklimmen lässt, wenn Du tief in dein Herz hineinschaust wirst du es irgendwann spüren. Noch vor Monaten hätte ich steif und fest behauptet ich könnte als Mann und als Frau glücklich sein, heute (mit Beginn von Corona und all den damit verbundenen Möglichkeiten) ist das Pendel ganz deutlich in Richtung Christiane ausgeschlagen...

Ganz liebe Grüße von Christiane