Seite 2 von 6

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 15:27
von Lavendellöwin
Nora_7 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 15:00 Islamische Verhüllung bedeutet u.a.: strenge Trennung von Männern und Frauen, kein Paartanz, keine körperlichen Berührungen...

Nur Mohammeds Frauen trugen Kopftuch, im Koran steht kein Wort über Kopftuchzwang
Oh, puh...

sind Ordensschwestern nicht Frauen Gottes und es gelten fast die gleichen Regeln wie die die du genannt hast?
Und was ist mit dem Habit je nach Orden der auch eine vollständige "Verschleierung" der Haare fordert?
Das ist dann ok? Würdest du wegen einer Nonne den Kopf schütteln und wie reaktionär haben sich
Christen auf anderen Kontinenten verhalten?

Ich mag nun wirklich keine radikalen Einstellungen und zwar von keiner religiös oder politisch geprägter Seite.

Was wenn eine Muslima aus völlig freier Entscheidung ein Kopftuch trägt-wer hat das Recht ihr das zu nehmen?
Das entspricht dem Zwang eines tragen zu müssen-geht einfach beides nicht weil es gegen die Gleichbehandlung geht.
Genauso wie aus dem Grund dann nicht zu vermieten oder einzustellen..
aber grenze ruhig aus-das ist super für einen Dialog und dafür ein Verständnis zueinander zu entwickeln...

ich fand die Frau in Neuseeland super mutig und es schade das der sorry Mist nun auch dort Einzug gehalten hat...

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 15:29
von Nora_7
In einer Kleinstadt weiß man das. Für mich ist es nicht diskriminierend, z.B. einen Frauenverhauer, Fraueneinsperrer (davon gibt es viele, auch wissen "meine" Moslems Bescheid, mann sieht es auch am Zuckerfest, wenn sie mal raus dürfen: hochgradiger Vitamin-D-Mangel) nicht einzustellen.

Sorry, und eine Nonne ist nicht vergleichbar mit einer Muslima im Alltag. Dieses schlechte Beispiel wird immer wieder angeführt. Orden ist Orden - das gesellschaftliche Zusammenleben hat andere Regeln.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 15:48
von Lavendellöwin
Nora_7 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 15:29 In einer Kleinstadt weiß man das. Für mich ist es nicht diskriminierend, z.B. einen Frauenverhauer, Fraueneinsperrer (davon gibt es viele, auch wissen "meine" Moslems Bescheid, mann sieht es auch am Zuckerfest, wenn sie mal raus dürfen: hochgradiger Vitamin-D-Mangel) nicht einzustellen.

Sorry, und eine Nonne ist nicht vergleichbar mit einer Muslima im Alltag. Dieses schlechte Beispiel wird immer wieder angeführt. Orden ist Orden - das gesellschaftliche Zusammenleben hat andere Regeln.
Nimm mir das nun bitte nicht übel...

aber wenn man das in einer Kleinstadt weiss, dann hilf der Frau, nimm sie auf und bringe das Delikt zur
Anzeige...das wäre dann ein super Beispiel...

und eine Nonne/Novizin ist wohl vergleichbar solange die zeitliche oder ewige Profess noch nicht abgelegt ist.
Oder meinetwegen anderes Beispiel-ich kenne einige buddhistische Nonnen die inmitten der Gesellschaft hier
leben weil kein Kloster gegeben ist-trotzdem leben sie im vollständigen Ornat und mit rasiertem Kopf.

Wenn jemand so leben möchte, darf sie/er das daran ist nichts zu kritisieren.

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 16:31
von Nora_7
Das Problem des Kopftuchs ist der dahinterstehende Islamismus - WIR sollen nach deren Normen leben und uns anpassen. Und wie viele kuschen schon: St. Martin -> Laternenfest, Kitaessen nach islamischen Vorgaben wie kein Schweinefleisch usw. Der Islam schreibt kein Kopftuch vor, das erledigen die Imame und Ayatollahs. gefügig machen durch strikte Regeln, Verstoß aus der Gemeinschaft/Familie bei Regelwidrigkeiten.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 16:35
von Joe95
Nora_7 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 15:00 Soll unser Kulturkreis sich an eine reaktionäre, frauenfeindliche Kultur und den Islamismus (= Islam/Scharia als Gesellschaftsordnung) anpassen, sich auf diese archaische Stufe erniedrigen lassen?
Nein.
Was ich da geschrieben habe soll nur zum Ausdruck bringen, das ich Hochachtung vor dieser Frau habe, die bereit ist ihr Leben zu geben, um wildfremde Menschen vor Terroristen zu schützen.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 16:42
von Nora_7
Das kann man auch anders sehen: Koptücher weg, dann fallen sie auch nicht auf.
Meine Frau ist in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv, und so kenn ich auch viele Betroffene. Sobald z.B. eine Afghanin ihr Kopftuch (und damit auch ihren Mann) ablegt, entspricht sie i.d.R. dem europäischen Spektrum. Iranerinnen sind am radikalsten: ich kenne keine mehr in der Öffentlichkeit mit Kopftuch.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 17:36
von Dolores59
Nora_7 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 16:42 Das kann man auch anders sehen: Koptücher weg, dann fallen sie auch nicht auf.
Meine Frau ist in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv, und so kenn ich auch viele Betroffene. Sobald z.B. eine Afghanin ihr Kopftuch (und damit auch ihren Mann) ablegt, entspricht sie i.d.R. dem europäischen Spektrum. Iranerinnen sind am radikalsten: ich kenne keine mehr in der Öffentlichkeit mit Kopftuch.
Was ist eigentlich so schlimm daran, aufzufallen?

Wenn Du eine uniforme Gesellschaft haben willst, um nicht in Deinen Sehgewohnheiten gestört zu werden, dann solltest Du daran arbeiten, die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kleidung völlig einzuebnen.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 17:46
von Nora_7
Es geht doch nicht um's Auffallen allgemein, sondern um als Muslima kategorisiert zu werden. "Unser" Auffallen hat nichts mit Kopftuchtragen zu tun. Ein Mann würde auch in Burka auffallen - auch in arabischen Ländern - wenn der die weibliche Motorik nicht beherrscht.

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 19:31
von Kerstin
Grüß dich Nora
Nora_7 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 16:42 Das kann man auch anders sehen: Koptücher weg, dann fallen sie auch nicht auf.
Meine Frau ist in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv, und so kenn ich auch viele Betroffene. Sobald z.B. eine Afghanin ihr Kopftuch (und damit auch ihren Mann) ablegt, entspricht sie i.d.R. dem europäischen Spektrum. Iranerinnen sind am radikalsten: ich kenne keine mehr in der Öffentlichkeit mit Kopftuch.
Ich könnt dich knutschen (flo)

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 23:15
von Helga
Hallo Allerseits,
das Kopftuch ist Bestandteil der meisten historischen Trachten in ganz Europa. Meine Großmutter hat es ihr Leben lang getragen, es war einfach Ein Kleidungsstück das für warme Ohren sorgte und beim Abnehmen nicht die Frisur zerstörte wie die Mütze. Bis vor wenigen Jahren gehörte das Kopftuch elegant geschlungen zur Ausstattung jeder Cabrio- Fahrerin. Aufgrund dieser Debatte greifen Cabrio- Fahrerinnen lieber auf Baseball- Mützen zurück und frieren sich die Ohren ab.
Es ist idiotisch ein Kleidungsstück zu verbieten weil es als Symbol für eine gewisse Geisteshaltung betrachtet wird. Das ist letztlich kurieren an Symptomen.
Was kommt als nächstes? Werden Kleider und Röcke stigmatisiert weil sie als Symbol für nicht- emanzipierte Frauen betrachtet werden? Was sollen wir dann machen? Hosen tragen?
Liebe Grüße
Helga

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 23:37
von Nora_7
Entscheidend ist der Grund für das Tragen eines Kopftuchs. Ich habe noch keine nicht religiös-verbrämte Frau gesehen, die freiwillig bei höheren Temperaturen Kopftuch trägt - und sonst auch nicht, außer vielleicht die Ur-Oma auf dem Bauernhof. Oder manchmal nostalgisch im Oldtimer Cabrio. Diese Kopftücher werden jedoch anders getragen - als Schutz und nicht als Verhüllung. Nur weil es hier auch mal getragen wurde - aus anderen Gründen - besteht kein Anlaß, islamistische Entwicklungen zu fördern. Für mich und viele andere ist eine verhüllte Frau kein akzeptiertes Gegenüber.

Nora_7

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Do 2. Jan 2020, 23:48
von Laila-Sarah
Manche Pauschalisierungen, die hier gemacht werden sind am Rande der Hetzerei und nicht im Sinne von Dolo's Message.

Meine 2 Cent - Es ist doch prinzipiell ganz einfach:

Will die Frau es aus sich heraus tragen -> prima
Zwingt [Mann/Umfeld/Religion] die Frau es zu tragen -> NoGO!

VlG

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Fr 3. Jan 2020, 07:29
von Svetlana L
Nora_7 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 16:31 Das Problem des Kopftuchs ist der dahinterstehende Islamismus
Nora_7 hat geschrieben: Do 2. Jan 2020, 23:37 besteht kein Anlaß, islamistische Entwicklungen zu fördern. Für mich und viele andere ist eine verhüllte Frau kein akzeptiertes Gegenüber.
Vielleicht wäre es für eine Versachlichung der Diskussion schon hilfreich, wenn Islam und Islamismus nicht undifferenziert in einen Topf geworfen werden: LfV B-W - Islam und Islamismus

Selbst wenn der Koran nicht explizit das Tragen eines Kopftuches vorschreibt - wesentlichen Einfluss haben aber auch die überlieferten Aussprüche und Handlungen des Propheten (Hadith) und die Auslegungen der Gelehrten (Fatwa). Und auch unter diesen wird lebhaft diskutiert, ob es eine Pflicht gibt oder nicht. Außerdem - von welcher Art von Verhüllung reden wir denn hier überhaupt. Im Islam gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten: Hijab, Nikab, Burka, Tschador, um mal nur die bekanntesten zu nennen. Mit den drei letztgenannten kann ich auch nichts anfangen, aber wenn eine Muslima einen Hijab trägt, dann heißt das noch lange, lange nicht, dass sie einer islamistischen Strömung angehört. Viele Kurdinnen tragen das Kopftuch auch hinten im Nacken verknotet, da kann ja von einer "Verhüllung" eigentlich keine Rede mehr sein. Ich habe vor längerer Zeit mal einen Artikel gelesen (den ich jetzt leider nicht mehr gefunden habe), dass gerade junge Musliminnen hier in Deutschland ein Kopftuch auch als Zeichen des Protest gegen rassistische Diskriminierungen tragen - frei nach dem Motto: "Jetzt erst recht!"

Hier noch eine interessante Abhandlung zum Thema: "Die Vorschrift des Kopftuchtragens für die muslimische Frau: Grundlagen und innerislamischer Diskussionsstand"

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Fr 3. Jan 2020, 07:55
von Dolores59
Ich kenne einige Frauen aus Russland, die immer Kopftücher tragen. Sie begründen es mit dieser Bibelstelle (1. Korinther 11, 5-6):
Jede Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren. 6 Will sie sich nicht bedecken, so soll sie sich doch das Haar abschneiden lassen! Wenn es aber für die Frau eine Schande ist, dass sie das Haar abgeschnitten hat oder geschoren ist, soll sie sich bedecken.
LG
Dolores

Re: Kopftuch, na und? Warum es nervt, Menschen nach der Kleidung zu beurteilen

Verfasst: Fr 3. Jan 2020, 09:12
von Nora_7
In der Bibel, vor allem im AT, gibt es sehr viele Widersprüche, und ein Zitat herauszunehmen, ist wenig zielführend. Ja, auch im Christentum gibt es noch viele religiös-verbrämte Personen und einzelne Sekten. Und die Sikhs schreiben Männern auch den Turban vor (als Unterscheidung zu den Hindus!), dürfen dennoch ohne Helm hier nicht Motorrad fahren. Richtig so. Und im Hinduismus finden immer noch Witwenverbrennungen statt.Darf Religion so über den Menschen herrschen? Es gibt völligen gewalttätigen Unsinn wie z.B: wer am Sabbat arbeitet des Todes ist. Liebe Dolores, siehst du das auch so? Und so gibt es viele weitere Stellen in religiösen Schriften , die nur von Fanatikern/Extremisten und aus dem damaligen Zeitgeist kommen können.

Ich bleibe dennoch dabei, dass ein Kopftuch aus religiös-politischen Gründen und somit als Machtinstrument in einer aufgeklärten Welt nichts verloren hat. Und dass ich mein Umfeld als kopftuchfreie Zone ansehe. Und ich sehe bei vielen Frauen, dass sie kein Kopftuch und weitergehende Verhüllungen mehr tragen, sobald der Druck ihrer Familie und religöser "Influencer" weg ist. Es gibt keinen rationalen Grund auf der Welt, Frauen eine bestimmte Kopfbedeckung vorzuschreiben.