Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!
Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen! - # 2

LolAndrea
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 16 im Thema

Beitrag von LolAndrea »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Do 12. Dez 2019, 05:41 Hi Lola,

vielen Dank für die, leider größtenteils negativen Einblicke. Für mich wäre das Land ein echtes No Go, wie wohl für die meisten hier. Mal ganz abgesehen von der feindlichen Einstellung "uns" gegenüber würde mir auch die ständige Hitze auf den Geist gehen. Wie kommt man auf die Idee, ins "Mittelalter" auszuwandern oder ist diese Transfeindlichkeit erst seit Neuestem?

LG Michelle
huhu Michelle, liebe amiga! gerne gerne! Suche aber wirklich keine Aufmerksamkeit mit diesen Infos es ist wirklich als Reisehinweise zu verstehen, weil viele Deutsche mir immer wieder sagen "Du hasts gut, Lola, bist im Dauer Urlaub unter Palmen und lässt die Sonne auf den Bauch scheinen. Aber es war hier nie gefühlter Urlaub und die Sonne ist viel zu stark zum Bräunen, da kannst du dem Hautkrebs beim Wachsen zuschauen oder siehst wie deine neue Wäscheleine zerrissen ist nach einem Monat durch die krasse Sonne jeden Tag 10 Stunden am Tag!
Mittelalter triffts perfekt wie du schreibst Michelle was die Mentalität der grossen Mehrheit angeht!!! Wie frau darauf kommt hierher zu ziehen? Gute Frage!!!!! (smili) Hattest du vorher eine Idee, was hier los ist in Südamerika bzgl. TLGBIQ Rechte und Probleme? Ich auch nur ein bisschen von einem bisexuellen Deutsch-Paraugayo der hier lebt und mir sagte "ist nicht immer einfach, aber du wirst dich dran gewöhnen blablabla". In keinem Reiseführer noch auf auf der Seite der deutschen Botschaft sind Warnungen dazu vorhanden! Ein Skandal finde ich, weil es Millionen von Menschen aus der LGBTIQ+ Gruppe gibt und die hätten schon gerne Infos dazu, weil es ja auch sehr gefährlich werden kann für den / die "ungeübtex leichtsinnig unbeschwertx Europäerx". Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht hierher gekommen, dachte auch immer, hatte eben Pech und war ein blöder Zufall mit den transfoben Kontakten, Homotransfobie gibts ja auf der ganzen Welt stimmts?
Ja, du liegst auch hier richtig, Michelle, es gibt seit kurzer Zeit, glaube es war ca. September 2018, eine ultrakonservative neue Regierung, die homotransfobisch ist und danach kam auch erst diese fiese bewaffnete Motorrad Polizei mit Maschinengewehren in der Hand, die über dem Gesetz steht und weitere Schickanierungs Massnahmen und Präventiv Verhaftungen gegen uns und gegen Aktivisten! Das hat mich dann schon richtig schockiert und nochmal aufgewühlt! Es wurde halt seit September 2018 Monat für Monat extremer bis heute. Sooooo wollte ich bestimmt nicht leben im Ausland muahhh! Hitze mag ich gerne, das war mir natürlich vorher bekannt, Paraguay ist seit zwei Jahren das heisseste Land der Welt, vorher war es Australien! Gute nacht und bis bald liebe Michelle! (ki) (flo)
Joe95
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 17 im Thema

Beitrag von Joe95 »

LolAndrea hat geschrieben: Do 12. Dez 2019, 17:48 Als Enby hattest du einen grossen Vorteil des Wechselns
Ich glaube da bist du im Irrtum, denn wohl die wenigsten Enby "wechseln".
Aus der Sicht eines "Zweidimensionalen" sitzt du als Enby permanent zwischen allen Stühlen, da diese Anhänger des Binären Anzeichen beider Geschlechter gleichzeitig in einer Person sehen, was ja nach ihrer Überzeugung nicht sein kann.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Lavendellöwin
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 18 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

LolAndrea hat geschrieben: Fr 13. Dez 2019, 05:44 Hattest du vorher eine Idee, was hier los ist in Südamerika bzgl. TLGBIQ Rechte und Probleme? Ich auch nur ein bisschen von einem bisexuellen Deutsch-Paraugayo der hier lebt und mir sagte "ist nicht immer einfach, aber du wirst dich dran gewöhnen blablabla". In keinem Reiseführer noch auf auf der Seite der deutschen Botschaft sind Warnungen dazu vorhanden! Ein Skandal finde ich, weil es Millionen von Menschen aus der LGBTIQ+ Gruppe gibt und die hätten schon gerne Infos dazu, weil es ja auch sehr gefährlich werden kann für den / die "ungeübtex leichtsinnig unbeschwertx Europäerx". Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht hierher gekommen, dachte auch immer, hatte eben Pech und war ein blöder Zufall mit den transfoben Kontakten, Homotransfobie gibts ja auf der ganzen Welt stimmts?
Hi Lola...

es gibt sogar sehr ausführliche Infos dazu..von Spartacus oder couple of men.

Schau mal hier...

https://coupleofmen.com/12250-spartacus ... ndex-2019/

die Jungs sind auch so nett und haben extra eine Spalte in der Tabelle für trans*rights eingefügt.

PS..ach so, verlasse dich doch dabei nicht auf Infos aus Regierungskreisen. Die können das gar
nicht leisten...

Aber trotzdem muss frau vieles selber rausfinden. Zum Beispiel hat Nepal sehr fortschrittliche Rechte,
aber Frauen in ultrakonservativen Hinduregionen werden immer noch während der Menstruation
von der Familie separiert und müssen solange in extra Räumen oder sogar Häuschen bleiben.

Oder..zum Beispiel sind die entspannt-berauchten Rastafaris ziemlich transfeindlich, was aus
deren Vorstellung der Unversehrtheit des Körpers kommt. Toll daran ist Bob Marley gestorben-sehr schlau!

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 19 im Thema

Beitrag von LolAndrea »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 13. Dez 2019, 09:56 Hi Lola...

es gibt sogar sehr ausführliche Infos dazu..von Spartacus oder couple of men.

https://coupleofmen.com/12250-spartacus ... ndex-2019/

die Jungs sind auch so nett und haben extra eine Spalte in der Tabelle für trans*rights eingefügt.

PS..ach so, verlasse dich doch dabei nicht auf Infos aus Regierungskreisen. Die können das gar
nicht leisten...
Aber trotzdem muss frau vieles selber rausfinden. Zum Beispiel hat Nepal sehr fortschrittliche Rechte,
aber Frauen in ultrakonservativen Hinduregionen werden immer noch während der Menstruation
von der Familie separiert und müssen solange in extra Räumen oder sogar Häuschen bleiben.
Oder..zum Beispiel sind die entspannt-berauchten Rastafaris ziemlich transfeindlich, was aus
deren Vorstellung der Unversehrtheit des Körpers kommt. Toll daran ist Bob Marley gestorben-sehr schlau!

Alles Liebe Marie (flo)
holaaa liebe Marie! (flo) (benutze auch gerne diese Lieblings Blume hier)

Danke für deinen Link, habe ich gerade gelesen (smili) .... Also dieser Travel guide für gays hätte mir als TS wenig geholfen, es werden nur die Länder Colombia y Peru angeschaut, Colombia ist wesentlich weiter entwickelt gesellschaftlich und wirtschaftlich als Paraguay. Zudem sind es eben REISENDE, die sich in Touri Zentren und an feinen Adressen aufgehalten haben..... hier der Gay Club dort das LGBTIQ Hotel. Ja sooooo lässt sichs leben für kurze Zeit! (smili) Aber als Ausgewanderte, die MIT der Gesellschaft leben muss, ist die Realität total anders, das kann ein Reisebericht nicht leisten! Hab jeden Tag mit den "normalos" zu tun, mit Behörden, Banken, Firmen, mit der bodeguita (Getränkehandlung), Polizei, patrulla caminera (Spezial Polizei für Überlandfahrten) und der Spezialpolizei LINCE (ähnlich GSG9) das können Reisende alles gar nicht wissen egal in welchem Land hier. Also darauf darf Trans Frau sich nicht verlassen! Ausserdem ist es ein Gay Paar das nicht äusserlich auffällig ist, und Knutschen in den Städten unter Beobachtung haben sie bestimmt vermieden! Ein Gay oder Lesbiana Reise Fuehrer hilft uns nur ein bisschen weiter liebe Marie! Trans, Travesti oder auch Enby haben immer eine besondere "Tragweite" und sind llamativo, so in der Art auffällig oder aufrufend zu Reaktionen jeglicher Art n.m.M. oder?
Ich machte den grossen Fehler, mich nur auf EINEN Deutsch-Paraguayo zu verlassen, der halt auch keine Ahnung hatte, obwohl er hier in Paraguay lebt, Deutsch-Fan ist mit "Rammstein" und "Materia", von mir deutsch besser lernen wollte und mich hierher an Land gespült hat! mhhhhh! GLG abrazo y besito. Lola.
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 20 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

LolAndrea hat geschrieben: Fr 13. Dez 2019, 12:55 Aber als Ausgewanderte, die MIT der Gesellschaft leben muss, ist die Realität total anders, das kann ein Reisebericht nicht leisten! Hab jeden Tag mit den "normalos" zu tun, mit Behörden, Banken, Firmen, mit der bodeguita (Getränkehandlung), Polizei, patrulla caminera (Spezial Polizei für Überlandfahrten) und der Spezialpolizei LINCE (ähnlich GSG9) das können Reisende alles gar nicht wissen egal in welchem Land hier. Also darauf darf Trans Frau sich nicht verlassen!

Hi Lola,

du hast natürlich vollkommen Recht-es ist ein Unterschied ob frau reist oder auswandert.
Selbst als Cis-Person schaffen manche das auswandern nicht-deshalb habe ich da total Respekt vor dir (dr) !

Und es ist auch nochmal ein Unterschied wie gereist wird. In einem Resort das freundlich gegenüber LGBTIQ*
ist, ist ein einfacher wie mit Backpack und ohne Guide auf der Strasse.

Trotzdem ist es möglich aus den Reiseberichten und der Spartacus-Liste schon mal grob was abzuleiten und eine
Einschätzung zu machen. Wenn selbst Schwule und Lesben dort offen abgelehnt werden, werden wir es als
Transfrauen erst recht schwer haben...und das sogar dort wo gesetzliche Anerkennung gegeben ist.

Hätte mich Deepak, unser Guide in Nepal, damals im Pashupatinath-das ist ein grosses und wichtiges Hinduheiligtum
in Kathmandu-nicht beschützt, wäre ich heute vielleicht nicht hier. Und damals habe ich mein Frau sein nur ganz
leicht gezeigt-aber eben schon sichtbar.
Die Gruppe war schon hinter mir-als er dazwischen ist...

naja..wichtig ist, das wir alle Infos sammeln die zu bekommen sind und auch austauschen.

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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 21 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Joe95 hat geschrieben: Fr 13. Dez 2019, 05:55 Ich glaube da bist du im Irrtum, denn wohl die wenigsten Enby "wechseln".
Hallo Joe,

du hast natürlich recht. Die meisten Enbys wechseln nicht - es sei denn, sie verorten sich als genderfluid oder bigender. Ich frage mich nur gerade, was ich machen würde, falls ich im Lotto gewinne - obwohl ich nicht spiele!?. Da habe ich eine Reise zu den Maya- und Inka-Städten in den Anden im Hinterkopf. Und wenn ich unterwegs bin, dann mache ich das immer "richtig", also möglichst weit weg von den Touristenströmen. So kenne ich beispielsweise Gegenden in Russland, wo ein normaler Deutscher niemals hin kommen würde. In Russland war ich aber noch als Mann.

Was würde ich also tun? Auf die Reise verzichten? - Wahrscheinlich nicht! Als Enby oder Transvestit innerhalb einer geschützten Reisegruppe sollte es kein Problem sein. Was wäre aber mit den Ausflügen im Alleingang? Da wäre es wahrscheinlich angeraten wie Vincent den "braven Mann" zu spielen. Aber den spiele ich ich dann nur - was mir inzwischen wohl ziemlich schwer fallen dürfte und sehr ungewohnt wäre. Auch wenn es rein optisch kein Problem darstellt.

Für eine Reise nach Südamerika würde es also funktionieren mit dem "Wechseln". Aber als Mann dort leben: unmöglich!

Doch da ich ja kein Lotto spiele, ist es sowieso nur Spinnerei.

LG Nicole
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 22 im Thema

Beitrag von LolAndrea »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 13. Dez 2019, 14:05

Hätte mich Deepak, unser Guide in Nepal, damals im Pashupatinath-das ist ein grosses und wichtiges Hinduheiligtum
in Kathmandu-nicht beschützt, wäre ich heute vielleicht nicht hier. Und damals habe ich mein Frau sein nur ganz
leicht gezeigt-aber eben schon sichtbar.
Die Gruppe war schon hinter mir-als er dazwischen ist...

naja..wichtig ist, das wir alle Infos sammeln die zu bekommen sind und auch austauschen.

Alles Liebe Marie (flo)
hallo Marie!!!! Fünf Sterne ***** für deinen Beitrag!!!! Genau sooo! (ap) (ap) (ap)

Zum Glück ist dir nichts passiert in Nepal! puuuuuuuuh! (smili) (smili) (smili)
Es gibt doch einfach sooo viele unterschiedliche Kulturen, Sitten und Gesellschaftsnormen auf der Welt in anderen Ländern!!!
Viele Deutsche oder allg. Europäer sind denk ich etwas verwöhnt aus ihren Urlaubsbunkern egal an welchem Ende der Welt. Erlebe hier jeden Tag wie hier neue "verträumte" und leichtsinnige Deutsche (meist Rentner Ehepaare) in der Hauptstadt für einen Tagestrip ankommen und auch hierher auswandern wollen, und wenn ich die nur fünf Minuten beobachte hier, fällt schon der erste in einen offenen Kanal auf dem Gehsteig, wird von tiefstehenden Geschäftsdach am Kopf verletzt oder das Handy das locker in der Jeans Tasche sitzt, wird gestohlen (während sie gerade in der Luft fasziniert den Papagei Vögeln beim Fliegen zuschauen). aber irgendwas passiert fast immer!

Alles Liebe, drück dich! Abrazo y besito Lola Andrea.
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 23 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

LolAndrea hat geschrieben: Fr 13. Dez 2019, 17:07 Zum Glück ist dir nichts passiert in Nepal! puuuuuuuuh!
Hihi..

nein, es ist nichts passiert-alles gut (dr)

schliesslich heisst Nepal Never ending Peace and Love und ich liebe
das Land aus ganzem Herzen, trotz das nicht alles stimmt!

Und ein bisschen war ich selber Schuld...ich hatte an dem Tag eine knallrote Damentrekkinghose mit Schlag,
ein knallenges Oberteil in 2 knalligen Grüns und mein kleinstes Paar Sillis drunter an..

schon allein die Farbkombi war auf 100m klar zu sehen :D

aber ich dachte für in der Stadt ist das völlig ok...das sahen nicht alle so..

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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 24 im Thema

Beitrag von LolAndrea »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Fr 13. Dez 2019, 19:19
schliesslich heisst Nepal Never ending Peace and Love und ich liebe
das Land aus ganzem Herzen, trotz das nicht alles stimmt!

Und ein bisschen war ich selber Schuld...ich hatte an dem Tag eine knallrote Damentrekkinghose mit Schlag,
ein knallenges Oberteil in 2 knalligen Grüns und mein kleinstes Paar Sillis drunter an..
schon allein die Farbkombi war auf 100m klar zu sehen :D

Alles Liebe Marie (flo)
hallo meine liebe Marie! haha deine Farbkombi kann ich mir lebhaft vorstellen! :D sah bestimmt toll aus!!!! (he) trotzdem fand ichs super, dass du deinen persönlichen Lieblings-Stil in die Welt getragen hast bis nach Nepal Marie! Freie Entfaltung ... expresión libre sagen wir hier dazu! Ich bin da ganz nahe bei dir und von der gleichen Natur, werde hier auch oft aus 100 Meter Entfernung gerufen auf der Strasse.... nicht dass ich das brauchen würde, aber verkleide mich ungern als graue Maus! :roll: :D glg abrazo y besito Andrea Lola.
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 25 im Thema

Beitrag von LolAndrea »

DISKRIMINATION

noch als Reisehinweis dieser Bericht aus eigener schmerzvoller Erfahrung zum Thema offene Diskriminacion, der exemplarisch steht für fast alle Länder Südamerikas (ausser die o.g. Gross Städte in Argentina und ausser in ganz Uruguay), egal ob es ein Anti Diskriminierungs-Gesetz gibt, das einfach ignoriert wird von einer homotransfoben Gesellschaft. Laut nationaler Verfassung ist auch in Paraguay Diskriminierung jeglicher Religionen, Herkunft, Rasse und Identität verboten!

Persönlicher Vorfall am 20.06.2019 in einem grossen Shopping Center der Hauptstadt Asunción .... solche menschenfeindlichen Vorfälle wiederholen sich hier in Paraguay wöchentlich ohne Konsequenzen für die Täter, Betroffene sind ALLE Personen aus der Gruppe LGBTIQ+, die identifizierbar sind vom Personal (z.b. auch ein Gay-Paar), sowie Behinderte, stark adipöse Personen sowie stillende Mütter mit Babies auf dem Arm! :oops:
An diesem besagten Tag fuhr ich zum Shopping Center "Shopping del Sol" in der Hauptstadt, um dort einzukaufen, zu essen und kurz das WC zu besuchen. Gekleidet war ich sogar ausnahmsweise ganz zufällig in langer Jeans und weitem T-Shirt mit sportlichen Schuhen ohne viel Haut zu zeigen!
Kurz zusammengefasst: der erste Türsteher hat mich schon vor dem Eingang zum Stoppen gebracht und mir den Weg verstellt und gefragt "was ICH HiER SUCHE"? ... danach kam sofort der nächst höhere Super Aufpasser mit feinem Anzug, Headset am Ohr, Typ Bodyguard, und hat mich böse angeglotzt und befragt ... telefonierte noch kurz mit dem Geschäftsführer und der sagte ihm laut hörbar "nein, Trans Personen haben keinen Einlass"! Danach bat ich nochmal um einen WC Besuch (war wirklich dringlich) und der Bodyguard sagte mir im bösen Ton "nein"!

Und dieser Tag am 20.06.2019 und Vorfall (fühlte mich an dem Tag wie ein Tier "me siento como un animal") war für mich der Anfang langsam meine sehr grosse Geduld und Toleranz zu verlieren und die Re-Auswanderung zu überlegen. Der Vorfall verletzte und beleidigte mich tiefst in meiner weiblichen Seele bis heute! Wer hat OFFENE DISKRIMINIERUNG wegen eurer IDENTITÄT oder sex. Orientierung schon mal selbst erlebt? Es ist eine Straftat und hinterlässt tiefe psychische Spuren bei den Opfern! Bis heute fühl ich mich total unsicher bis verängstigt, wenn ich neue unbekannte Strassen zu Fuss laufen muss oder noch unbekannte Parks, Lokale, Geschäfte, Supermärkte, Bodegas (Getränkeladen), Kneipen, Firmen, Verwaltungsgebäude, Privathäuser betreten MUSS, vermeide dewegen strikt alles Neue, um weitere Diskriminierung möglichst auszuschliessen . Das ist doch kein lebenswerter Zustand oder? :shock: Seit dem 20.06.2019 wohne und bewege ich mich ausschliesslich auf den 20 mal 15 Wohn Quadraten im Innersten der Hauptstadt und verlasse dieses Territorium nicht mehr, ein grosser Käfig!
Im Januar 2020 wollte mich hier noch ein alter Freund (unauffälliger CIS Mann) besuchen, der meine Transidentität und sex. Orientierung repektiert, aber der hat mir jetzt vor kurzem abgesagt mit der erhrlichen Begründung, dass er "mit mir an seiner Seite nicht das Land kennen lernen kann, weil ich ja ständig diskriminiert werde und keinen Einlass bekomme". Er habe damit mit mir und wegen mir als Trans Frau keine gemeinsamen Reisemöglichkeiten! DAS TAT ECHT WEH IN DER SEELE MEINE LIEBEN! Muahhhh!

PS1: Direkt nach dieser offenen Diskriminierung vor fast exakt einem halben Jahr habe ich das auf Facebook sofort publiziert (siehe Fotos unten), innerhalb von 23 Minuten nach der Veröffentichung hatte ich schon mehr als 300 Klicks meiner FreundInnnen und der Post wurde in 23 Minuten 600 mal geteilt mit anderen und 600 mal kommentiert. Danach ging es durch alle Medien, Presse, Fernsehen hier in Paraguay. Bei einer Tageszeitung waren es dann ganz schnell 3000 "gefällt mir" Klicks und fast 2800 Kommentare! Viele von den 2800 Kommentaren waren erschreckenderweise HASS KOMMENTARE gegen Trans Personen! :twisted: Das hat mir an diesem Tag noch den Rest gegeben und fühlte mich wie DAS Allerletzte hier! Seitdem kennt auch jede(r) meinen Namen in der Hauptstadt, habe gefühlte 500 Unterstützer und Fans mehr, aber gleichzeitig tausende Feinde mehr, die schon meine Beschwerde der Diskriminierung als feindlichen Akt sehen! Viele Gruesse und hoffentlich bis bald, sehne mich langsam echt nach Rückkehr ins tolerantere Deutschland und eine trans sympathische Gross Stadt, wo eine Trans Person doch jedes Einkaufszentrum besuchen darf! HOFFE ICH!!!!!
PS2: NEVER EVER NUNCA MAS!!!!
PS3: die vielen Trans Organisationen (oft NGO) und Vereine helfen nicht weiter bei solchen Vorfällen nicht mal durch psychologische Betreuung der Diskriminierungs- und Verbrechensopfer. Sie sind entweder völlig überfordert mit den vielen Problemen hier oder wollen nur die Fondos aus Europa und Kanada verwalten, um sich selbst zu "unterhalten" und ihre Festanstellungen zu sichern. Die intern. Zahlungen sind auch immer zielgebunden, das kann bedeuten, dass hier eine NGO 10.000 US Dollar für HIV Tests erhält mit dem Ziel 3000 Tests durchzuführen, aber diese Organisation nicht mal das Geld besitzt, um die eigene Miete für ihr Vereinszentrum und Büroräume zu bezahlen. Fast unglaublich alles aber wahr!

Gute nacht abrazo y besito Lola Andrea.
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 26 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Es wird Zeit das du zurückkommst.
Es ist hier definitiv besser als dort wo du jetzt bist, egal wo du in Deutschland hinziehst,
Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 27 im Thema

Beitrag von LolAndrea »

Lisa-Weber hat geschrieben: Mo 16. Dez 2019, 07:07 Es wird Zeit das du zurückkommst.
Es ist hier definitiv besser als dort wo du jetzt bist, egal wo du in Deutschland hinziehst,
Lisa
Ganz genau liebe Lisa! (smili)
Bin schon in der Rückabwicklung, habe leider hier noch für wenige Monate berufliche Verpflichtungen und möchte meine soziale Projekt Arbeit geordnet übergeben an neue Verantwortliche.
Den Rückflug ONE WAY TICKET werde ich jedoch in diesen Wochen fest buchen! (he)
Alles Liebe! Andrea Lola.
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 28 im Thema

Beitrag von LolAndrea »

Nicole Doll hat geschrieben: Fr 13. Dez 2019, 14:16
du hast natürlich recht. Die meisten Enbys wechseln nicht - es sei denn, sie verorten sich als genderfluid oder bigender. Ich frage mich nur gerade, was ich machen würde, falls ich im Lotto gewinne - obwohl ich nicht spiele!?. Da habe ich eine Reise zu den Maya- und Inka-Städten in den Anden im Hinterkopf. Und wenn ich unterwegs bin, dann mache ich das immer "richtig", also möglichst weit weg von den Touristenströmen. So kenne ich beispielsweise Gegenden in Russland, wo ein normaler Deutscher niemals hin kommen würde. In Russland war ich aber noch als Mann.

LG Nicole
hallo Nicole, RUSSLAND schätze ich genauso als homotransfobes Land ein wie Paraguay oder andere en America Latina! Zumindest deswegen, weil ich mich mit früheren Freunden aus Russland und der Ukraine unterhalten habe, die total nett und tolerant waren, aber speziell bei dem Thema LGBTIQ immer schnell rote Köpfe bekamen und der Blutdruck durch die Decke ging! Könnte aber nicht representativ für die Gesamtbevölkerung gewesen sein.
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 29 im Thema

Beitrag von Michaela M. »

LolAndrea hat geschrieben: Mo 16. Dez 2019, 04:54 Wer hat OFFENE DISKRIMINIERUNG wegen eurer IDENTITÄT oder sex. Orientierung schon mal selbst erlebt?
Hallo Andrea!
Habe dir ja per Whatapp geschrieben was mein Halbbruder hinter meinem Rücken über mich sagt.
Das schlimmste was mir passiert ist, wissen nur mein Vater und meine Tante in El Paso, war auf der Arbeit.
Damals war ich Marktleiter für den Bereich Baumarkt bei einem Fachhandelunternehmen für alles rund ums Haus. Waren 3 Märkte,
die ab 2000 unter meiner Regie auf einen neuen Stand gebracht wurden, die Arbeit machte Spass, Kollegen waren überwiegend gut,
ich konnte mich einbringen. Ab Juli 2004 ging es los mit den Vorbereitungen, Termine machen für die Untersuchungen bei der Ärztin in Mannheim usw. und ich informierte meinen Chef Anfang Oktober, es war der Tag vor meinem Urlaub, über die Zukünftigen Veränderungen in meinem Leben. Als ich nach 3 Wochen wieder zurück war auf Arbeit, durfte ich gleich im Büro vom Chef, dem Besitzer, antreten, was er eigentlich nur für Kunden- und Lieferantengespräche benutze, oder wenn jemand entlassen werden sollte.
Er teilte mir mit das ich absofort freigestellt sei, bei Fortbezug meinen Gehaltes, bis ich eine neue Stelle gefunden hätte. Schwerbehinderung sei Dank konnte er mich nicht entlassen ohne Behörden einzuschalten und die Entscheidung von dort wusste ich schon im voraus. Die Kündigung wird wegen Diskreminierung nicht zugelassen. War lange Betriebsrat, bis der Markt geschlossen wurde, weil zu klein und die Stadt die geplante Erweiterung widerrief. Damals wurde dann von der Zentrale versucht alle Mitarbeiter zu entlassen und sie scheiteren bei allen ab 50 % Schwerbinderung. Als Betriebsrat wäre ich sogar der gewesen, der das Gebäude zugesperrt hätte und das damals gelernte half mir dann meinem neuen Problem.
Neue Stelle hatte ich sofort, jemand ging in Rente und bei mir hatte das Unternehmen mal angefragt ob ich Interesse hätte.
Er durfte dann noch 6 Monate bezahlen, bis ich bei der neuen Firma anfangen konnte. In dieser Zeit hatte ich keinen Fuss mehr in eines der Gebäude gesetzt.
Bin natürlich gleich Heim gefahren mit Tränen in den Augen und überlegte wirklich ob es nicht besser wäre mit Vollgas Schluss zu machen. Entschied mich zum Glück anders.
Mein Vater hatte dann eine bessere Idee. Er hatte frei, da 3 Sonntage gearbeitet und wir gingen in den Wald um unser Brennholz zu machen. Dort ließ ich dann meine Wut auf den EX-Chef raus, auch wenn es körperlich weh tat, doch die Schmerzen in der Leiste etc. konnte ich ja betäuben.

Danke noch für dein Hilfe gestern wegen meinem Neffen R.
Gruß
Michaela M.
"Wer lächelt statt zu toben ist immer der Stärkere" japanisches Sprichwort.
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Re: Das Leben als Trans Frau im traurig schönen Paraguay unter Palmen!

Post 30 im Thema

Beitrag von Michaela M. »

LolAndrea hat geschrieben: Mo 16. Dez 2019, 23:43 Russland und der Ukraine
Meine Frau stammt ja aus der Ukraine und was sie von dort berichtet klingt gar nicht gut. Die Kirche hetzt dagegen, spricht von der Hölle und Teufelaustreibung. Polizei schaut weg wenn Personen aus der Gruppe LGBTIQ+ belästigt, geschlagen, schwer verletzt, bestohlen usw. werden. Mobbing in Krankenhäuser, Behörden, man muss froh sein wenn man Arbeit bekommt. Es gibt dort natürlich auch tolerante Menschen, doch bei der Erziehung durch Eltern, Schulen, Kirche und Staat wird einem eingetrichtert das alle Personnen dieser Gruppe nichts Wert sind.
Meine Schwiegermutter war wegen mir in Kiew beim Priester. Der hat ihr eine Adresse in der Nähe von Stuttgart gegeben, wohin meine Frau mich bringen, locken soll und dort würde mir dann die Krankheit des Teufels ausgetrieben. Wenn meine Frau ab Mittwoch wieder ihre Famile besucht, hat sie Angst das ihre Mutter wieder versucht, dass der Priester sie bekehren soll , damit sie mich verlässt. Würde ich mitfahren, wüsste ich nicht ob ich wieder nach Hause kommen würde. Zum Glück verhindert meine Wunde diese Reise.
Gruß
Michaela M.
"Wer lächelt statt zu toben ist immer der Stärkere" japanisches Sprichwort.
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