Wie soll es weitergehen?
Wie soll es weitergehen? - # 2

Lebensplanung, Standorte
ExuserIn-2020-03-10
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 16 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Hi Alexandra,
deine Geschichte hab ich in ähnlicher Form vor Jahren auch durcherlebt und bis ganz zum Ende durchgemacht. Aus dieser Erfahrung würde ich dir raten:
Such dir einen möglichst neutralen Psychologen dem du vertrauen kannst, mit dem du deinen aktuellen Standort hinterfragen und mögliche zukünftige Wege ausloten kannst. Ein Paartherapeut wäre auch eine Option..

Als zweiten Teil steht das Gespräch mit deiner Frau an vorderster Stelle. Ich lese aus deiner Mail heraus dass du deine bisherige Biografie, Ehe, Kinder, eigentlich nicht loslassen möchtest, aber andererseits muss etwas in eurer Beziehung passieren. Da müsst ihr drüber reden, jeder muss sagen können was er will. Eine Neuausrichtung muss möglich sein, sonst kann man sich nur noch trennen. Das passiert aber wirklich selten wegen einem Trans* Grund.

Die gute Nachricht ist dass uns hier wirklich sehr viele Wege offen stehen. Es endet nicht zwangsläufig als TS. Die Mehrzahl derer, die ich kenne, ist Teilzeitfrau. Und lass dich durch deine akuten Gefühle nicht so sehr irritieren. Ich hatte mit 35 Jahren auch das Gefühl, wenn ich nicht mindestens jedes Wochenende als Frau weggehe verpasse ich mein Leben. Das ändert sich, das wird ruhiger sobald der Druck 'nicht rausgehen können' mal weg ist.

Das mit dem Sexleben würd ich jetzt nicht übergewichten, der Normalfall ist dass langjährige Paare wenig Sex und stattdessen viel Nähe zueinander haben. In diese Richtung muss man eher mal denken / fühlen, ob da noch etwas ist was einen verbindet.

Ich drück dir die Daumen.. und schau nach vorne, es gibt für die meisten Probleme auch eine Lösung.
LG,
Ute
Alexandra1985
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 17 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Danke Lisa für den Tipp. Manchmal sind es die einfachsten Dinge auf die man nicht kommt. Aber ein Brief zu schreiben das wäre ein sehr guter Einstieg in ein Gespräch. Danke
Alexandra1985
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 18 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Ute2506 hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 19:23 Hi Alexandra,
deine Geschichte hab ich in ähnlicher Form vor Jahren auch durcherlebt und bis ganz zum Ende durchgemacht. Aus dieser Erfahrung würde ich dir raten:
Such dir einen möglichst neutralen Psychologen dem du vertrauen kannst, mit dem du deinen aktuellen Standort hinterfragen und mögliche zukünftige Wege ausloten kannst. Ein Paartherapeut wäre auch eine Option..

Als zweiten Teil steht das Gespräch mit deiner Frau an vorderster Stelle. Ich lese aus deiner Mail heraus dass du deine bisherige Biografie, Ehe, Kinder, eigentlich nicht loslassen möchtest, aber andererseits muss etwas in eurer Beziehung passieren. Da müsst ihr drüber reden, jeder muss sagen können was er will. Eine Neuausrichtung muss möglich sein, sonst kann man sich nur noch trennen. Das passiert aber wirklich selten wegen einem Trans* Grund.

Die gute Nachricht ist dass uns hier wirklich sehr viele Wege offen stehen. Es endet nicht zwangsläufig als TS. Die Mehrzahl derer, die ich kenne, ist Teilzeitfrau. Und lass dich durch deine akuten Gefühle nicht so sehr irritieren. Ich hatte mit 35 Jahren auch das Gefühl, wenn ich nicht mindestens jedes Wochenende als Frau weggehe verpasse ich mein Leben. Das ändert sich, das wird ruhiger sobald der Druck 'nicht rausgehen können' mal weg ist.

Das mit dem Sexleben würd ich jetzt nicht übergewichten, der Normalfall ist dass langjährige Paare wenig Sex und stattdessen viel Nähe zueinander haben. In diese Richtung muss man eher mal denken / fühlen, ob da noch etwas ist was einen verbindet.

Ich drück dir die Daumen.. und schau nach vorne, es gibt für die meisten Probleme auch eine Lösung.
LG,
Ute
Hallo Ute,

Danke für deine Worte. Ich kenne aber keinen Psychologen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich?

Irgendwie möchte ich meine Familie nicht loslassen und habe mega Angst davor was passieren könnte. Aber weiß ich auch das mein Verhältnis zu meiner Frau sehr abgekühlt ist und ich warscheinlich große Schuld dran habe. Ich möchte es ja ändern aber stehe mir selbst im Weg weil ich mich selbst nicht liebe kann.
Ich hoffe ich finde eine Lösung, aber wie ich hier sehen gibt es genug Lösungsansätze die ihr schon durch gezogen habt und erfolgreich waren.
ExuserIn-2020-03-10
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 19 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Alexandra1985 hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 19:49 Hallo Ute,

Danke für deine Worte. Ich kenne aber keinen Psychologen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich?
Ja, einen Tipp hätte ich noch, auch wenn er etwas altmodisch ist. Schau im Branchenbuch nach 'Psychologe' und notier dir die Adressen in deiner Nähe. Ruf die alle der Reihe nach an wenn du Ruhe hast, du hörst schon am Telefon ob du mit einer Person kannst oder nicht.
Früher konnte man zwei-drei Stunden ohne Krankenkassenüberweisung nehmen, quasi zum Ausprobieren. Vielleicht geht das noch. Ausprobieren muss man auf jeden Fall, man muss ja eine Vertrauensbasis schaffen können.
Und nimm nicht den erstbesten der dir sofort eine längere Therapie anbietet. Gute Psychologen erkennt man u.a. daran dass man etwas warten muss bis man einen Termin bekommt.

So, genug getextet, den Rest musst selber erledigen :-)
LG,
Ute
Anne-Mette
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 20 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Alexandra, ich weiß ja nicht, wie weit Du es bis Berlin hast.
Hier wäre Gisela Wolf (m)eine Empfehlung für einen Erstkontakt: viewtopic.php?p=118248#p118248

Gruß
Anne-Mette
Alexandra1985
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 21 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Danke für die schnelle Antwort liebe Anne-Mette
Alexandra1985
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 22 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Das ist jetzt wahrscheinlich eine ganz blöde Frage aber wenn ich einen Psychologen anrufe was soll ich da sagen bzw. Fragen? Ich kann ja nicht einfach sagen: "Hallo ich bin eine Transfrau, können sie mir helfen?"
ExuserIn-2019-12-18
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 23 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Alexandra1985 hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 07:35 Das ist jetzt wahrscheinlich eine ganz blöde Frage aber wenn ich einen Psychologen anrufe was soll ich da sagen bzw. Fragen? Ich kann ja nicht einfach sagen: "Hallo ich bin eine Transfrau, können sie mir helfen?"
Doch genau das .....

Alles Liebe
Vanessa
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 24 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Alexandra1985 hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 07:35 "Hallo ich bin eine Transfrau, können sie mir helfen?"
Genau das und evtl. ein paar Eckdaten dazu eben das deine Ehe auf dem Spiel steht und du Kinder hast und der Leidensdruck...
Liebe Grüße
Lisa
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 25 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Ich sag das es eine blöde Frage ist. 😉 aber Danke für die schnelle Antwort. Gibt es eigentlich eine Leitfaden auf was ich achten muss. Also mit Anträge stellen und Krankenkassen benachrichtigen usw?
Engelchen
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 26 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Ich denke das wird alles dein Therapeut mit dir durchsprechen.
Wenn er Transerfahren ist weiß er sehr genau wie es Schritt für Schritt vorwärts geht.
Vor allem wird er erst mit dir abklären wo du stehst und wie es weitergeht. Also eine Diagnose erstellen
Lisa
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 27 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Lisa-Weber hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 08:02 Ich denke das wird alles dein Therapeut mit dir durchsprechen.
Wenn er Transerfahren ist weiß er sehr genau wie es Schritt für Schritt vorwärts geht.
Vor allem wird er erst mit dir abklären wo du stehst und wie es weitergeht. Also eine Diagnose erstellen
Lisa
Danke liebe Lisa, dann weiß ich jetzt erst einmal Bescheid. Was ich zu erst tun muss.

Lg Alexandra
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 28 im Thema

Beitrag von Carry »

sabine_allein hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 15:27 Ich finde Carry Lösungsstrategie eigentlich gut, mit der Außnahme, dass ihr nach einem solchen Gespräch noch keine endgültigen Konsequenzen ziehen solltet. Bitte betrachtest das auch als Prozess, bei allen daran beteiligten. Darin liegt oft ein ziemlich großer Anteil einer für alle Seiten befriedigenden Lösung dieses Konflikts.
Die Wahrnehmung deiner Frau von dir wird sich dadurch ändern und deine Bedürfnisse werden sich mit dem Ausleben ändern.
Das alles braucht aber Zeit. Wenn ihr die habt, dann nehmt sie euch. Nur darauf warten, dass es weg geht, bringt nichts.
Ja klar, da gebe ich Sabine natürlich komplett Recht - war vielleicht etwas mißverständlich ausgedrückt von mir! Logisch, das ist ein Prozess, von dem am Anfang noch keiner weiß, wo er mal hinführen wird. Keine Frage! Endgültige Konsequenzen kann und sollte man nicht in einem ersten Gespräch ziehen, das sehe ich auch so, aber es ist halt die zentrale Frage, die man sich schon ganz ehrlich stellen muss - sieht man überhaupt eine Möglichkeit, zur Aufrechterhaltung der Beziehung...
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 29 im Thema

Beitrag von Carry »

Ginger_Rogers hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 16:54 Intimität und Sexualität sind in einer Beziehung sehr wichtig, finde ich persönlich. Wenn du gar kein Verlangen mehr auf deine Frau hast, dann ist es für deine Frau wahrscheinlich sehr enttäuschend. Als Frau wünscht man sich eine lebendige Beziehung. Es soll keine Zweckgemeinschaft sein.
Ich sehe das ebenso, wie Ginger! Für mich sind Intimität und Sexualität auch ganz zentrale Aspekte einer Beziehung - das ist natürlich auch jedem Menschen unterschiedlich wichtig. Vielleicht ist es wichtig, Dir, liebe Alexandra, auch dazu einen Blick aus Sicht der Partnerin zu geben....
Ich kann Dir nicht sagen, warum das so ist - zumindest noch nicht - aber ich für meinen Teil und ich denke, das geht den meisten anderen Partnerinnen ähnlich - hatte (und habe teilweise noch) ein riesen Problem mit Selbstzweifeln. Ich habe die ganze Sache erstmal voll auf mich bezogen, Fragen wie "liegt es an mir?" "Bin ich nicht schän/sexy/Frau genug?" "Was mache ich falsch?" usw. sind erstmal am Anfang sehr vorherrschend, weil ich einfach anfangs noch überhaupt gar keine Ahnung hatte, was da mit meinem Liebsten überhaupt passiert. Diese Selbstzweifel und der komplette Umsturz des Selbstbildes wirken erstmal verheerend. Wir Bio-Frauen sind ja in vielen Fällen sowieso, gerade was den Körper und auch die Sexualität angeht, sehr von mangelndem Selbstbewusstsein und Selbstzweifeln geprägt. Wenn nun mein Liebster keinen Sex mehr will, "froh" ist, dass das Sexleben fast zum erliegen kommt und es sich für ihn "Falsch" anfühlt, dann ist das für mich als Partnerin natürlich erstmal der absolute Supergau.
Ich persönlich kenne die Situation, Gott sei Dank, so nicht. Mein Liebster hat super gerne als Mann Sex mit mir als Frau und die ganze Geschichte hat unser Sexleben sogar sehr bereichert und viel freier und intensiver gemacht - aber er hat auch eine andere Ausgangssituation, als Du. Soll aber ja gar nicht um mich gehen, sondern nur darum, Dich dafür zu sensibilisieren, was wahrscheinlich in Deiner Frau für Kämpfe toben. Natürlich sieht sie so die Beziehung in Gefahr, und wird sich bestimmt fragen, ob es an ihr liegt. Und auch da kannst Du nur gegensteuern, in dem ihr offene Gespräche darüber führt - wenn nötig immer und immer wieder - denn das einzige, was uns Partnerinnen helfen kann und euch gemeinsam weiterbringen kann, ist nach und nach "zu verstehen", was für Bedürfnisse der andere hat und warum....
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 30 im Thema

Beitrag von Carry »

Alexandra1985 hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 19:49 Ich kenne aber keinen Psychologen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich?
Ich habe mich damals, ganz am Anfang, an den Psycho -und Sexualtherapeuten Dr.Petery gewendet (weil ich für mich erstmal Akuthilfe brauchte, um erstmal, zumindest im Ansatz zu kapieren, was da mit meinem Liebsten und uns gerade passiert)...
Mir haben da ein paar Online-Beratungen gereicht (vorerst)...
Ich halte ihn für sehr kompetent - kannst Dich ja mal "durchgoogeln": https://psychotherapie-petery.de
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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