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Re: Der innere Kampf
Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 22:51
von Helga
P. S.
Betrachte es nicht als Belastung sondern als Bereicherung. Wir haben einen tiefen Einblick in eine Welt die cis- Männern weitgehend verborgen bleibt.
Liebe Grüße
Helga
Re: Der innere Kampf
Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 23:08
von Whoopy Highfly
Nach der chinesischen Lehre gehören ying und yang zusammen. Das heißt doch, das jedes menschliche Wesen die beiden Seiten in sich trägt und mehr oder weniger zulässt.
Durch unterdrücken der jeweiligen anderen Seite, kann der Mensch krank werden.
Leider haben es die cis-Männer in der Gesellschaft schwerer, die weibliche Seite auszuleben, weil die männlichen Wesen keine Frauensachen tragen.
Lasse es mal so stehen.
LG
Re: Der innere Kampf
Verfasst: Fr 13. Dez 2019, 22:48
von Patricia
Hallo meine Lieben,
ein kleines Update zum aktuellen Stand.
Ein paar Tage nach dem Post habe ich einfach beschlossen auszuprobiere wie es ist, als Frau zu leben. Seit dem sind es sechs Wochen her und was soll ich sagen. Ich will nicht in die alte Rolle zurück!
Ich ziehe mich seit dem nur noch weiblich an. Habe mir endlich Ohrlöcher stechen lassen und trage Ohrringe. Ich schminke mich täglich. Die Augenbrauen sind gezupft und ich habe mir die Haare färben lassen.
Und endlich kann ich in den Spiegel schauen und mag mein Spiegelbild. Ich fühle mich endlich frei und da wo ich hingehöre.
Ebenfalls habe ich mich komplett geoutet und meinen Namen geändert. Ja und es fängt an mich extrem zu stören wenn ich noch als Mann angesprochen werde.
Mittlerweile habe ich mich auch unserer lokalen Selbsthilfegruppe angeschlossen und auch schon ein Erstgespräch mit einem Psychologen für Transidentität gehabt.
In den sechs Wochen ist vieles sehr viel klarer geworden und ich bin mir sehr sicher, dass ich weiter gehen will. HRT ist auf jeden Fall mein Ziel.
Ich will nicht mehr in mein altes männliches Leben zurück.
Mit dem Gedanken an die HRT und die körperlichen und seelischen Veränderungen die mich erwarten fühgle ich mich zum ersten Mal in meinem Leben sehr gut. Ich kann endlich lächeln wenn ich in den Spiegel schaue, denn ich sehe nicht mehr den hässlichen Kerl im Spiegel, der mich mein ganzes Leben begleitet hat.
Re: Der innere Kampf
Verfasst: Fr 13. Dez 2019, 23:28
von JuLa67
Hallo MJP,
vieles aus deiner Geschichte erinnert mich an meinen eigenen Lebenslauf.
Auch, dass du nach dem Outing/ Probe Frau sein nicht mehr in die alte Rolle zurück willst - als ungeliebte Rolle habe ich mein altes Leben auch empfunden - Kaninchen sehr gut nachempfinden.
Besonders berührt hat mich das mit dem Spiegel

. Das war auch exakt meine Wortwahl....
Du hast aber nicht irgendwie aus meinem Translebenslauf abgeschrieben???
Ich fühle mich Dir ganz nahe.
Lasse es dir gut gehen auf deinem Weg
Liebe Grüße aus dem oberbergischen Land
Larissa
Re: Der innere Kampf
Verfasst: Sa 14. Dez 2019, 00:19
von Patricia
Hallo Larissa

,
nein, ich habe nicht abgeschrieben. Ich habe noch etwas, nicht viel, (Rest)zweifel, aber ich denke das liegt in erster Linie daran, daß mich das Leben gelehrt hat niemals das Wort
nie zu benutzen! Immerhin gibt es Transmenschen welche nach Jahren festgestellt haben daß sie in der alten Rolle doch besser leben konnten, oder das zumindest behaupten. Ich kann nur schwer sagen was in 20 Jahren sein wird. Immerhin war ich vor 20 Jahren sicher als Mann leben zu können.
Ich weiß mit Sicherheit, daß ich das was ich jetzt schon habe nicht mehr aufgeben will und vor Allem, daß ich mehr will.
Ich bemerke Änderungen in meiner Psyche, welche alleine durch die Änderung der gelebten Rolle losgetreten wurden.
Ich fühle mich mit Frauen viel mehr verbunden als bisher, Männer hingegen sind mir fremder geworden.
Ich entdecke Wünsche in meinem Inneren, welche ich bisher nicht kannte und in meiner früheren Rolle als total unmännlich empfunden habe. Und ich muss auch ehrlich zugeben, daß es soweit geht daß es auch meine Sexualität berührt. Es soll nicht heissen, das sich meine Sexualität gedreht hätte, aber ich habe festgestellt, daß mich Männer mehr interessieren als ich es für möglich gehalten hätte. Aber nur in heterosexueller Sicht. Frauen mag ich weiterhin unverändert.
Ich bin auch etwas emotinaler geworden und bin etwas öfter den Tränen nahe als früher. Das ist eine Änderung die ich ehrlich gesagt sehr begrüße! Ich kann endlich Gefühle fühlen. Vielleicht aber auch nur deshalb weil meine Depressionen an denen ich seit Jahren litt, sich langsam in Luft auflösen. Und das nur weil ich meine alte Rolle begraben habe.
Kurzum, ich bin im Moment einfach nur glücklich!
Liebe Grüße
Patricia
Re: Der innere Kampf
Verfasst: Sa 14. Dez 2019, 11:31
von ChristinaF
So wie dir, ists vielen von uns auch gegangen. Sehr lange Zeit als CD, dann immer wieder die Grübelei, ist das richtig? Teilweise verbunden mit einem schlechten Gewissen. Dann wieder zurück zum Frau sein.
Ich finde, dass du auf dem richtigen Weg bist, alles Gute dabei.
LG Christina
Re: Der innere Kampf
Verfasst: Sa 14. Dez 2019, 11:47
von Engelchen
Liebe Mjp,
ich wünsche dir alles erdenklich gute auf deinem Weg.
Mach es in Ruhe und in deinem Tempo, dann wird alles gut.
Wünsch dir schöne weihnachtliche Tage
Liebe Grüße
Lisa
Re: Der innere Kampf
Verfasst: Sa 14. Dez 2019, 12:41
von JuLa67
MJPCologne hat geschrieben: Sa 14. Dez 2019, 00:19
Hallo Larissa

,
nein, ich habe nicht abgeschrieben. Ich habe noch etwas, nicht viel, (Rest)zweifel, aber ich denke das liegt in erster Linie daran, daß mich das Leben gelehrt hat niemals das Wort
nie zu benutzen! Immerhin gibt es Transmenschen welche nach Jahren festgestellt haben daß sie in der alten Rolle doch besser leben konnten, oder das zumindest behaupten. Ich kann nur schwer sagen was in 20 Jahren sein wird. Immerhin war ich vor 20 Jahren sicher als Mann leben zu können.
Ich weiß mit Sicherheit, daß ich das was ich jetzt schon habe nicht mehr aufgeben will und vor Allem, daß ich mehr will.
Ich bemerke Änderungen in meiner Psyche, welche alleine durch die Änderung der gelebten Rolle losgetreten wurden.
Ich fühle mich mit Frauen viel mehr verbunden als bisher, Männer hingegen sind mir fremder geworden.
Ich entdecke Wünsche in meinem Inneren, welche ich bisher nicht kannte und in meiner früheren Rolle als total unmännlich empfunden habe. Und ich muss auch ehrlich zugeben, daß es soweit geht daß es auch meine Sexualität berührt. Es soll nicht heissen, das sich meine Sexualität gedreht hätte, aber ich habe festgestellt, daß mich Männer mehr interessieren als ich es für möglich gehalten hätte. Aber nur in heterosexueller Sicht. Frauen mag ich weiterhin unverändert.
Ich bin auch etwas emotinaler geworden und bin etwas öfter den Tränen nahe als früher. Das ist eine Änderung die ich ehrlich gesagt sehr begrüße! Ich kann endlich Gefühle fühlen. Vielleicht aber auch nur deshalb weil meine Depressionen an denen ich seit Jahren litt, sich langsam in Luft auflösen. Und das nur weil ich meine alte Rolle begraben habe.
Kurzum, ich bin im Moment einfach nur glücklich!
Liebe Grüße
Patricia
Hallo Patricia,
wenn ich deine Beiträge lese, habe ich so etwas wie ein Deja vue. Es kommt mir vor, als würde ich mir selber dabei zusehen, wie es bei mir selbst vor vier Jahren losgegangen ist. Nur kannst du deine/ meine Gefühle besser ausdrücken. Du findest heute für mich die Worte, die mir seinerzeit fehlten. Danke!
Genieße den Moment und sei glücklich
Der Weg ist das Ziel und ich finde, der Weg fühlt sich gut an
Liebe Grüße
Larissa
Re: Der innere Kampf
Verfasst: Mo 16. Dez 2019, 06:56
von Joe95
MJPCologne hat geschrieben: Sa 14. Dez 2019, 00:19
Kurzum, ich bin im Moment einfach nur glücklich!
Jeder hat sein eigenes Tempo, wenn es bei dir schnell geht ist das eben so.
Genieße es.
Du hast irgendwo "Restzweifel" erwähnt. Zweifel sind in Ordnung, die tauchen immer wieder auf. Das sollen sie auch denn sie bringen dich dazu deine Situation zu überdenken. Es würde mich eher beunruhigen wenn da keine sind.
JuLa67 hat geschrieben: Sa 14. Dez 2019, 12:41die Worte
Hallo Larissa, das ist wovon du Samstag gesprochen hast. Ich habe es jetzt erst gelesen.
