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Re: Zurück in das alte Leben
Verfasst: Sa 7. Sep 2019, 22:48
von Michelle_Engelhardt
Och jo, daran erinnere ich mich auch noch, wenn auch ungern. Damals hatte ich mit meiner Frau ja "Frauentage" vereinbart. Mo. - Do. Herr Engelhardt, Fr. - So. Frau Engelhardt.....so wurde der Montag noch ätzender, als er ohnehin schon war. Gut, das der Spuk lange vorbei ist
Cheerz
Michelle
Re: Zurück in das alte Leben
Verfasst: So 8. Sep 2019, 11:48
von Bianca D.
Moin Marcella,
das, was du gerade durch machst, haben wohl die meisten von uns durch, siehe auch vorstehende Beiträge. Auch mir ging es so. 50 Jahre in der Männerrolle leben, das geht nun mal nicht von heute auf morgen abzulegen. Und auch wenn es dir Unbehagen bereitet, wieder zurück zu gehen, ich denke, es ist unabdingbar. Es gibt dir die Zeit, sich selbst zu reflektieren und damit auch mehr Klarheit über dich und deinen künftig zu beschreitenden Weg. Nutze sie zu deinem Wohl! Denn nichts ist ärgerlicher, wenn du übereilt Weichen stellst, was sich hinterher nur mühsam korrigieren läßt.
Alles Gute für dich!
LG Bianca
Re: Zurück in das alte Leben
Verfasst: So 8. Sep 2019, 12:51
von Andrea aus Sachsen
.
Zurück ins alte Leben — das ist für mich zum Glück kein Thema mehr! Doch in meiner Zeit als Teilzeitfrau (2012 bis 2015) war das auch für mich Alltag.
Soweit ich mich erinnere, verlief die eigentliche "Rückverwandlung" weniger dramatisch, da doch meist schon der nächste "Andrea-Tag" — so nannte ich damals die Zeit in der "richtigen" Rolle — in Aussicht stand. Doch um dieses nächste Mal kreisten während der Zeit im Männermodus ständig meine Gedanken. Das führte sowohl beruflich als auch im privaten Bereich zu Problemen, weil ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte und nichts rechtzeitig fertig wurde.
Erst als es diesen ständigen Wechsel für mich nicht mehr gab, gelang es mir wieder, die großen und kleinen Aufgaben des Alltags zu bewältigen.
Re: Zurück in das alte Leben
Verfasst: Mo 9. Sep 2019, 10:57
von Marcella-Carmen
Hallo Zusammen,
vielen Dank für die lieben Worte. In dem was Ihr beschreibt finde ich mich oftmals auch wieder.
Die eigentliche Rückkehr in mein altes Leben war dann doch unspektakulärer als erwartet. Irgendwie musste ich wie in der letzten Zeit häufiger feststellen, dass Kleidung und Styling nicht alles sind. Auch wenn primär weibliche Kleidung und Styling sich einfach besser anfühlt, trägt und besser ausschaut. Sich zu fühlen und zu geben wie man ist, geht auch in Jeans und Hoodie. Dies ist natürlich der einfacherer Weg. Mal schauen ob oder wie lange ich den aushalte. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon dennächst wieder "artgerecht" leben zu können.
Liebe Grüsse
Marcella
Re: Zurück in das alte Leben
Verfasst: Mi 11. Sep 2019, 16:11
von Alex_andra
Liebe Marcella,
das was du in deinem letzten Beitrag geschrieben hast, ist Teil meiner Strategie, herauszufinden, wie ich zukünftig leben möchte oder kann. Das ändert sich bei mir nämlich abhängig vom Kontext immer noch.
Ich versuche diesen Kompromiss seit meinem Outing zu leben. Ich verändere mein Äußeres passend zu mir, meinem Stil, meiner Lebensweise ganz langsam und mache immer dann Pause, wann ich möchte bzw. wann ich das Gefühl habe, dass es notwendig wäre.
Deine geschlechtliche Identität ist eben primär Kopfsache und die ist in erster Linie unabhängig davon, wie du sie für Außenstehende mittels Kleidung, Schminke und Haarschnitt kommunizierst. Das nimmt mir etwas den Druck. Ich versuche aber gleichermaßen mein weiblich empfundenes Selbst immer mehr mittels meines Verhaltens und meiner Kleidung im Alltag sichtbar zu machen.
LG
Re: Zurück in das alte Leben
Verfasst: Mi 11. Sep 2019, 18:06
von ExuserIn-2019-12-18
sabine_allein hat geschrieben: Mi 11. Sep 2019, 16:11
Deine geschlechtliche Identität ist eben primär Kopfsache ...
Hallo Sabine,
entschuldige, wenn ich das Zitat mal so aus dem Kontext herausnehme ...
Ich empfinde das tatsächlich nicht so und habe es auch früher so nicht sehen können. Kopfsache vielleicht, aber dann geht es um die Köpfe der Menschen um mich herum.
Ich konnte das Zurückkehren irgendwann nicht mehr ertragen. Die Erinnerung an die schönen Wochenenden verblassten immer schneller und das Loch tauchte in gleicher Geschwindigkeit auf. Das ging soweit, dass ich aus Angst gar nicht mehr EnFemme weggehen wollte. Lieber ein dauerhaftes Leiden, als diese tiefen Talfahrten, dachte ich damals. Aber letztlich könnte ich beides nicht mehr ertragen und brach zusammen. Sicher ist Euer Weg der Bessere... aber ich konnte so nicht leben.
Eigentlich bin ich eher ein Kopfmensch, aber hier muss ich sagen, kommt die Frau aus meinem tiefen Inneren und lässt sich so gar nicht vom Kopf erklären oder gar steuern. Aber ich muss das glücklicherweise auch nicht mehr - denn ich wäre sicherlich daran zerbrochen.
Alles Liebe
Vanessa
Re: Zurück in das alte Leben
Verfasst: Mi 11. Sep 2019, 21:29
von Alex_andra
Liebe Vanessa,
das sollte auch nicht als Lösung gemeint sein, sondern als mildernder Zwischenschritt. Da sich das Empfinden unserer geschlechtlichen Identität zumindest bei den meisten von uns von dem des bei der Geburt zugeteilten zu unterscheiden scheint und diese Tatsache Leid verursacht, hilft es zumindest mir, zu wissen, dass ich und gegebenenfalls andere, die von meinem weiblichen Selbst wissen, mich dann, unabhängig von äußeren Setzungen, als weiblichen Menschen lesen. Und mit Kopf meine ich nicht nur unser rationales Denken, das am wenigsten, Kopf sollte nur auf unser Inneres verweisen und war als Gegensatz zu dem offensichtlichen gemeint.
LG