Weil das Thema gerade so aktuell ist, möchte ich doch auch ein paar Zeilen dazu schreiben. Zunächst war auch meine erste Reaktion, dass so eine Toilette für das 'dritte' Geschlecht wohl schnell dazu führen könnte, dass sich Kinder vor anderen als nicht dem 'normalen' Geschlecht bei der Benutzung einer solchen Toilette outen und so evtl. als potentielles Mobbing-Opfer für andere Mitschüler gelten würden

. Nach Lesen der hierzu geäußerten Meinungen bin ich jetzt jedoch anderer Ansicht. Was hier angeboten wird, ist letztendlich nicht eine Toilette für die vermeintlich 'nicht' normalen diversen Schüler, und auch keine für geschlechtslose Personen, sondern e i n e Toilette für Menschen jeden Geschlechts, also für die mit eindeutig männlicher, weiblicher und auch jeder Geschlechtsidentität dazwischen. Und diese Toilette wird meiner Meinung nach die zukünftige 'Normalität' sein (so oder so ähnlich hat es im Interview auch eine der Leiterinnen der betroffenen Schulen ausgedrückt). Die Benutzung einer solchen Toilette von allen Geschlechtsvariationen wird mittel- oder längerfristig die einzige Alternative sein, das heißt wohl, dass die anderen beiden ja auch nicht mehr benötigt werden (was ja letztendlich vielleicht auch ein finanzielles Einsparungspotenzial bedeutet). Aber solange die starren Geschlechterrollen noch existieren, werden sie wohl noch weiter benötigt werden, es soll ja keiner zu etwas gezwungen oder genötigt werden.
Das nächste für mich wichtige damit zusammenhängende Thema wäre dann natürlich auch noch die unsägliche Unterscheidung von Umkleidekabinen für 'Damen' und 'Herren' speziell in größeren Kaufhäusern. Dies ist ja immer noch gang und gebe. Da wird man(n) dann mit einer sogenannten 'Damen'-hose in die Umkleidekabine für Herren geschickt, wo man(n) nochmal darauf hingewiesen wird, dass es sich um Damenbekleidung handelt und man(n) entsprechend gemustert wird. Und jetzt frage ich mich, was ist jetzt an der Umkleidekabine für eine Frau anders wie für einen Mann. Achso stimmt, da halten sich ja Frauen auf!

. Die Unterscheidung bei den Toiletten was die Ausstattung angeht kann man(n) ja gegebenenfalls noch nachvollziehen, aber bei der Umkleide?? Drei Holzwände, Spiegel, Vorhang bis etwa in Wadenhöhe. Tja, man(n) ist ja gut erzogen und will nicht auch noch unnötig Aufsehen erregen, so dass man(n) dem Kabinenpersonal widerspruchslos Folge leistest. Aber jetzt frage ich mich, was macht nun ein als 'divers' (blödes Wort!) eingestufter Mensch, der dies auch 'amtlich' im Ausweis oder Pass stehen hat, und wie reagiert jetzt das Kabinenpersonal. Ich hoffe, dass da nicht ein ganzes Weltbild oder gar das ganze Unternehmen in eine tiefgreifende Krise gestürzt wird, wenn es und ihre Mitarbeiter mit einer vielleicht ja auch persönlich unbequemen (gesellschaftlichen) Wahrheit so unvorbereitet konfrontiert werden!!
Liebe Grüße
Eure Janine