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Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 18:42
von Anne-Mette
Guten Abend,

ich will das Thema nicht zerreden, aber dennoch ganz kurz:

Um transsexuell zu sein, benötige ich wohl einen Vergleich mit einem "Gegenüber", damit ich weiß, dass ich transsexuell bin, während wenn ich (manchmal) Kopfweh habe, dann weiß ich, dass das weh tut und nicht der "optimale Zustand" ist (nurse)

Gruß
Anne-Mette

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 20:36
von Laila-Sarah
Anne-Mette hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 17:56 Moin,

die (meine) Frage ist, (auch schon an anderer Stelle mal gestellt), ob es in einem "gesellschaftlich leeren Raum" eine Transsexualität geben würde,
oder ob sie nur möglich ist "im Vergleich mit dem "Normalen" (ich weiß, "Normal" klingt "unnormal" (smili) und blöd)
Also: zu einer Transsexualität gehört auch eine Transidentität(?)

Gruß
Anne-Mette
Hallo,

Nein, würde es definitiv nicht geben. Du bist was du bist und damit ja auch an sich glücklich. Unglücklich wirst du weil du nicht in die bestehenden Normen reinpasst bzw. mit den Normen mit dem du dich identifizierst gesellschaftlich nicht anerkannt wirst. Daher würdest du in einer einsamen Insel geboren und nie mit der Gesellschaft in Kontakt getreten, diesbezüglich kein Leid spüren sondern dir völlig "normal" vorkommen und kein Problem haben.

Und ferner, wärt ihr sagen wir mal 10 TS auf dieser Insel und ein nicht-TS würde dazu kommen, würde dieser nicht-TS genau die selben Probleme haben wie ein TS in der hiesigen Gesellschaft.

VlG

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 20:52
von Aria
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:36 Daher würdest du in einer einsamen Insel geboren und nie mit der Gesellschaft in Kontakt getreten, diesbezüglich kein Leid spüren sondern dir völlig "normal" vorkommen und kein Problem haben
Du wärst ein seelischer Krüppel! Denn der Mensch ist ein soziales Wesen, das den Kontakt zu seinesgleichen braucht, um sich vernünftig zu entwickeln.
Du würdest wahrscheinlich nicht TS sein, weil du keine Referenz hast, bist aber ohnehin nicht kompatibel, da du keinerlei Sozialisation erfahren hast
und mit gesellschaftlichen Umgang nicht zurecht kämst. Du würdest also nicht daran zerbrechen TS zu sein, sondern daran,
überhaupt nicht mit anderen Menschen interagieren zu können. Eine absolut widerliche und Menschen verachtende Vorstellung!

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 20:56
von Laila-Sarah
Aria hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:52
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:36 Daher würdest du in einer einsamen Insel geboren und nie mit der Gesellschaft in Kontakt getreten, diesbezüglich kein Leid spüren sondern dir völlig "normal" vorkommen und kein Problem haben
Du wärst ein seelischer Krüppel! Denn der Mensch ist ein soziales Wesen, das den Kontakt zu seinesgleichen braucht, um sich vernünftig zu entwickeln.
Du würdest wahrscheinlich nicht TS sein, weil du keine Referenz hast, bist aber ohnehin nicht kompatibel, da du keinerlei Sozialisation erfahren hast
und mit gesellschaftlichen Umgang nicht zurecht kämst. Du würdest also nicht daran zerbrechen TS zu sein, sondern daran,
überhaupt nicht mit anderen Menschen interagieren zu können. Eine absolut widerliche und Menschen verachtende Vorstellung!
Du kannst ruhig runterkommen, denn es ist ein Gedankenexperiment (dr)

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedankenexperiment

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 21:02
von Aria
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:56
Aria hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:52
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:36 Daher würdest du in einer einsamen Insel geboren und nie mit der Gesellschaft in Kontakt getreten, diesbezüglich kein Leid spüren sondern dir völlig "normal" vorkommen und kein Problem haben
Du wärst ein seelischer Krüppel! Denn der Mensch ist ein soziales Wesen, das den Kontakt zu seinesgleichen braucht, um sich vernünftig zu entwickeln.
Du würdest wahrscheinlich nicht TS sein, weil du keine Referenz hast, bist aber ohnehin nicht kompatibel, da du keinerlei Sozialisation erfahren hast
und mit gesellschaftlichen Umgang nicht zurecht kämst. Du würdest also nicht daran zerbrechen TS zu sein, sondern daran,
überhaupt nicht mit anderen Menschen interagieren zu können. Eine absolut widerliche und Menschen verachtende Vorstellung!
Du kannst ruhig runterkommen, denn es ist ein Gedankenexperiment (dr)

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedankenexperiment
Das ist mir absolut klar! (moin)
Es ist theoritisch auch möglich, dass wenn ich mit Lichtgeschwindigkeit um einen Baum renne, ich mich selbst fi***en kann.
Auch nur so ein Gedankenexperiment, nur etwas lustiger als eures. :mrgreen:

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 21:05
von Laila-Sarah
Aria hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 21:02
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:56
Aria hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:52

Du wärst ein seelischer Krüppel! Denn der Mensch ist ein soziales Wesen, das den Kontakt zu seinesgleichen braucht, um sich vernünftig zu entwickeln.
Du würdest wahrscheinlich nicht TS sein, weil du keine Referenz hast, bist aber ohnehin nicht kompatibel, da du keinerlei Sozialisation erfahren hast
und mit gesellschaftlichen Umgang nicht zurecht kämst. Du würdest also nicht daran zerbrechen TS zu sein, sondern daran,
überhaupt nicht mit anderen Menschen interagieren zu können. Eine absolut widerliche und Menschen verachtende Vorstellung!
Du kannst ruhig runterkommen, denn es ist ein Gedankenexperiment (dr)

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedankenexperiment
Das ist mir absolut klar! (moin)
Es ist theoritisch auch möglich, dass wenn ich mit Lichtgeschwindigkeit um einen Baum renne, ich mich selbst fi***en kann.
Auch nur so ein Gedankenexperiment, nur etwas lustiger als eures. :mrgreen:
Cool aber das geht auch einfacher. Schon mal darüber nachgedacht was man so alles mit einer Hand anstellen kann. Wobei bei deiner Version es keiner merken würde weil die Zeit still steht )..)c

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 21:08
von Exuser-2019-01-04
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:36 Hallo,

Nein, würde es definitiv nicht geben. Du bist was du bist und damit ja auch an sich glücklich. Unglücklich wirst du weil du nicht in die bestehenden Normen reinpasst bzw. mit den Normen mit dem du dich identifizierst gesellschaftlich nicht anerkannt wirst. Daher würdest du in einer einsamen Insel geboren und nie mit der Gesellschaft in Kontakt getreten, diesbezüglich kein Leid spüren sondern dir völlig "normal" vorkommen und kein Problem haben.

Und ferner, wärt ihr sagen wir mal 10 TS auf dieser Insel und ein nicht-TS würde dazu kommen, würde dieser nicht-TS genau die selben Probleme haben wie ein TS in der hiesigen Gesellschaft.

VlG
Also mit anderen Worten (so verstehe ich Dich, Laila-Sarah) ist Transsexualität (TS) nur ein gesellschaftlich generiertes Problem.
Sehe ich allerdings nicht so, für mich ist es zu 50% ein physisches Problem, warum, das zu erklären, würde mir im Moment aus dem Stehgreif nicht gelingen.

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 21:09
von Aria
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 21:05 Wobei bei deiner Version es keiner merken würde weil die Zeit still steht
Gut so! Muss ja nicht jeder mitbekommen, was ich so treibe :mrgreen:

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 21:16
von Laila-Sarah
Sasha hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 21:08
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 20:36 Hallo,

Nein, würde es definitiv nicht geben. Du bist was du bist und damit ja auch an sich glücklich. Unglücklich wirst du weil du nicht in die bestehenden Normen reinpasst bzw. mit den Normen mit dem du dich identifizierst gesellschaftlich nicht anerkannt wirst. Daher würdest du in einer einsamen Insel geboren und nie mit der Gesellschaft in Kontakt getreten, diesbezüglich kein Leid spüren sondern dir völlig "normal" vorkommen und kein Problem haben.

Und ferner, wärt ihr sagen wir mal 10 TS auf dieser Insel und ein nicht-TS würde dazu kommen, würde dieser nicht-TS genau die selben Probleme haben wie ein TS in der hiesigen Gesellschaft.

VlG
Also mit anderen Worten (so verstehe ich Dich, Laila-Sarah) ist Transsexualität (TS) nur ein gesellschaftlich generiertes Problem.
Sehe ich allerdings nicht so, für mich ist es zu 50% ein physisches Problem, warum, das zu erklären, würde mir im Moment aus dem Stehgreif nicht gelingen.
Das Problem des (ich hasse das Wort) anormal seins besteht in der Tat nur deshalb, weil es eine Norm gibt. Die Norm kommt von der Gesellschaft und wird dadurch definiert wie die Mehrheit ist. Sprich hätten alle 3 Augen, dann hätte der Dreiaugige kein Problem. Wäre er alleine dann auch nicht. In einer Welt wo alle zwei Augen haben schon ;)

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 21:56
von JanaH
Norm hin oder her, ich hätte doch sehr gerne die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale an mein Selbstverständnis angepasst...

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 22:05
von Laila-Sarah
JanaH hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 21:56 Norm hin oder her, ich hätte doch sehr gerne die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale an mein Selbstverständnis angepasst...
Juhu,

Vielleicht weil die anderen, die genau so fühlen wie du (Frauen) andere Geschlechtsmerkmale haben? Wärst du ohne ansatzweise Frauen zu kennen auf die selbe Idee gekommen? Wenn du noch nie Brüste und Vagina in dein Leben gesehen hättest, nichts davon wüsstest, würdest du es dir aus eigener Kraft Vorstellen und danach begieren? Oder wärst du einfach so glücklich wie du bist?

Verrückt nicht?

VlG

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 22:08
von JanaH
kann ich natürlich nicht so richtig beantworten, Fakt ist aber , dass ich meine zugegeben kleinen Brüste sehr liebe... (he)

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 22:32
von Cybill
@Marielle: Es geht nicht darum, woran eine kranke Person leidet, sondern dass sie leidet! Den Rabulismus kannst Du dir damit sparen. (moin)

-Cy

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 22:46
von Anne-Mette
Moin,

nunja - der "Vergleich" mit anderen Menschen und die Information darüber, "was es so gibt", spielt schon eine große Rolle.
Immer wieder habe ich gehört - in der Praxis - und hier im Forum: "... ich wusste lange Jahre nicht, was mit mir ist. Informationsquellen gab es nicht. Erst als ich im Internet entdeckte, dass es noch mehr 'Menschen wie mich' gibt, gewann ich langsam Klarheit...".

Gruß
Anne-Mette

Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"

Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 09:53
von Marielle
Guten Morgen Cybill,

ich fürchte, du hast meinen Beitrag nicht so aufgefasst, wie er gemeint war. Den Rabulismusvorwurf kann man machen, ich find ihn aber nicht zutreffend. Letztlich geht es doch darum genau hinzusehen, um irgendein Problem oder Phänomen zu verstehen. Das sieht oft nach Spitzfindigkeit aus, ist es aber doch gar nicht (denke ich).

Du hast ja Recht, wenn du sagst, dass zunächst nicht die Ursache das Problem ist, sondern das Leiden selbst, das es zu lindern gilt. Auch deiner Sicht, dass dem Leiden eine Erkrankung zugrundeliegen muss, kann ich erstmal folgen.

Für mich ergeben sich zwei Fragen (die ich nicht als Spitzfindigkeiten zu lesen bitte, sondern als Teil der (meiner) Thesenbildung und gern auch als Diskussionsgrundlage) (moin) :

Ist das Leiden, das z.B. ich an mir selbst eben nicht im Sinne eines Leidens feststelle*, ein 'echtes' Symptom von trans-irgendwas?

Ergibt sich das Leiden, ganz oder teilweise, aus dem individuellen Umgang mit der eigenen Abweichung von der gegebenen 'Normalität'?


Das ein Leiden behandelt werden muss, ist absolut klar. Aus meiner Sicht muss man dazu aber auch die Ursachen finden. Je nach dem welche der Fragen man mit 'Ja' beantwortet, kommen unterschiedliche 'Therapieansätze' und auch unterschiedliche 'Patienten' heraus (das Individuum oder/und die Gesellschaft) . Wenn man beide mit 'Ja' beantwortet, kommen beide Ansätze heraus.

Hoffentlich ist das jetzt nicht wieder missverständlich.


Wenn du Zeit und Lust hast, können wir das Thema am Wochenende gern weiter bearbeiten (oder auch nur zusammen was trinken ;-) ). Am Samstagabend im Sonntagsclub? Oder am Sonntagabend bei der Reformbühne Heim&Welt (dort vielleicht mit Jakob Hein)? Oder am Montag nach der Anhörung zur Dritten Option?

Hab's gut

Marielle


*) Klar, an manchen Stellen könnte mein Dasein einfacher sein als es ist. Aber das ist nichts was ich als 'Leiden' empfinde. Den üblichen 'vomTischputzer', dass man ohne dieses Leiden eben nicht trans- ist, lasse ich nicht gelten, solange es keine beinharte, unabhängige Diagnose zu trans- gibt.