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Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 12:19
von Bea Magdalena
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:08 Moinsen (moin)
VanessaL hat geschrieben: Mo 15. Okt 2018, 06:22 seit dm ich nun seit zwei Monaten Hormone nehme und auch meinen Alltag als Frau verbringe, rückt die Frage - "welches Rollenbild einer Frau habe ich für mich selbst? Und wie verändert es sich?" ... Und was ist überhaupt: "eine Frau"? - in den Fokus.
..........

Um auf das Zitat zu antworten:
Du wirst nun ganz zu dir selbst finden.
........

Grüße
die Anja
Wow!
Finde das richtig schön beantwortet, Anja!

Liebe Grüsse
von einer begeisterten Bea

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 12:42
von ExUserIn-2026-01-22
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:08 Ich musste viele Abläufe überdenken und anpassen.
Hallo Anja,
ich als Transe kennen ja nur meine tägliche Routine quasi als "Teilzeit/Vollzeitfrau" und finde es interessant, daß du bestimmte Abläufe (selbst bei deiner Erfahrung) neu überdenken musstest - kannst du das kurz erläutern welche das waren?
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:08 Man fängt ja quasi noch mal bei Null an und braucht Zeit seinen Stil zu finden. Das was geborene Frauen von Beginn an lernen, damit fangen wir erst viel später an. Und müssen dann alles im Zeitraffer lernen...
Beziehst du diese Aussage auf deine Anfänge als CD, oder meinst du deinen Wechsel vom CD-sein zu deinem heutigen "Status"?
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:08 Ich bin froh, das ich so viele "Erzieherinnen" habe, allen voran natürlich meine Frau. Aber auch Freundinnen und Kolleginnen, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite standen.
Erfahrungen von Bio-Frauen zu sammeln finde auch ich wichtig und dabei können nur gute Freundinnen helfen - diese sind in jeder Beziehung für uns wichtig! Da heißt es lernen aus erster Hand...;-)
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:08 Die männliche Sozialisation lässt sich eben nicht über Nacht ablegen.
Das stimmt natürlich vollkommen. Selbst ich als Transe merke dies ja, obwohl ich ständig versuche mehr Feminität in den Alltag zu bringen. Mit nun jahrelanger Erfahrung klappt dies deutlich besser als noch vor Jahren. Wer dennoch glaubt, daß man einen solch langwierigen Prozess über Nacht schafft, der hat ein gesundes Selbstvertrauen...;-) Für mich scheint dies völlig unmöglich zu schaffen zu sein.

Jennifer

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 13:46
von Anja
Moinsen (moin)
Lady Jennifer hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:42 Hallo Anja,
ich als Transe kennen ja nur meine tägliche Routine quasi als "Teilzeit/Vollzeitfrau" und finde es interessant, daß du bestimmte Abläufe (selbst bei deiner Erfahrung) neu überdenken musstest - kannst du das kurz erläutern welche das waren?
Zum Beispiel dusche ich nun nicht mehr morgens, sondern abends. Da ich mit der Haarpflege zusammen ca. 45 Minuten benötige, würde mir der Wecker dann morgens zu früh klingeln. Morgens brauche ich die (gesparte) Zeit dann dafür, die Kinder fertig zu machen und gemeinsam zu frühstücken. Die Morgenroutine sollte immer möglichst gleich ablaufen, da wir alle feste Zeiten haben, wer wann wo sein muss. Da ist nicht viel Spiel vorhanden. Wenn es abends mal ne Viertelstunde länger dauert, ist es nicht so tragisch. Früher hab ich meine Haare täglich gewaschen, jetzt nur noch 3x mal die Woche.
Dafür dauerts nun halt länger...

Das Rasieren hat mich am meisten genervt. Das kann man ja schlecht abends machen und einfach auslassen geht ja auch nicht. Da hab ich dann während des Sommerurlaubs 2017 epilieren im Gesicht ausprobiert. Ich dachte mir, was am ganzen Körper funktioniert, sollte doch auch im Gesicht funktionieren. Natürlich mit einem speziellen Epilierer, aber es funktioniert wunderbar. Anfangs 3x die Woche, seit diesem Sommer bin ich auf 2x die Woche runter. Der Damenbart ist schon ordentlich zurückgegangen. Wenn ich da an die ersten Male Bart-Epi denke... Jetzt ist das quasi ein Spaziergang.
Zeitaufwand aktuell ca. 5 Minuten pro Epi.

Früher habe ich Oberteile meist 2 Tage nacheinander getragen, Hosen auch schon mal 5 Tage (je nachdem wie die morgendliche Geruchsprobe ausfiel). Frauen tragen das selbe Outfit in der Regel nicht zwei Mal direkt nacheinander. Zumindest die Frauen, die ich kenne. Also werden die Outfits über die Woche täglich abgewechselt.

Da ich nun den Damenbart nicht mehr mit Camouflage überdecken muss, dauert das Schminken morgens nur ein paar Minuten. Kajal und Mascara nehme ich täglich, weiteres je nach Anlass.

Mehr fällt mir so spontan nicht ein, sonst gibts noch einen Nachtrag...
Lady Jennifer hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:42
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:08 Man fängt ja quasi noch mal bei Null an und braucht Zeit seinen Stil zu finden. Das was geborene Frauen von Beginn an lernen, damit fangen wir erst viel später an. Und müssen dann alles im Zeitraffer lernen...
Beziehst du diese Aussage auf deine Anfänge als CD, oder meinst du deinen Wechsel vom CD-sein zu deinem heutigen "Status"?
Hm, sowohl als auch, aber eher letzteres. Ich hatte ja eigentlich schon reichlich Frauentage und dachte, das ich dadurch entsprechend Erfahrung hatte. Aber den Alltag als Frau zu bestreiten war zu Anfang doch... naja... ungewohnt. Was ich durch meine Frauentage hatte, war die Erfahrung im sicheren Auftreten und Agieren mit meiner Umwelt. Mit Beginn der HT un dem Leben als Frau ließ ich auch die Perücke weg, was mir natürlich erstmal ein ziemlich eindeutiges (männliches) Erscheinungsbild zuwies. So hatte ich dann schon überlegt, ob ich dazu dann die eindeutig (weibliche) Handtasche trage, bzw. wie der Gesamteindruck dann wohl aussieht... Aber mit Wirkung der Hormone und den länger werdenen Haaren stellten sich solche Überlegungen bald nicht mehr. Aber die Übergangszeit von kurzen zu langen Haaren war schon etwas anstrengend, da einem wieder Gedanken durch die Kopf huschten wie bei den ersten Ausgängen als Frau zu CD-Zeiten.
Auch der Umgang mit der eigenen Mähne ist ein ganz anderer als mit ner Perücke.

Aber rückblickend habe ich das Gefühl, der Weg wäre schon dagewesen. Irgendwie wusste ich immer wo ich beim nächsten Schritt "hintreten" musste. Es ist ja der Weg hin zu einem selbst. Da geht man intuitiv in die richtige Richtung.

Grüße
die Anja

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 14:12
von Nicole Fritz
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:08 Du wirst nun ganz zu dir selbst finden.
Unabhängig von Rollenbildern. Eine Rolle spielst du ja nun nicht mehr.
Hallo Anja,

schön wäre es, wenn wir immer einfach wir selbst sein könnten ohne eine Rolle zu spielen. Aber die Gesellschaft erwartet von uns Rollen. Und dann suchen wir uns im Idealfall davon die aus, die uns am besten gefällt. Ich habe inspiriert von dem, was ich zuvor hier geschrieben habe - Nicole als Fetisch, in der Öffentlichkeit und als Enby - ein neues Bild in der Galerie hochgeladen. Da ist links die Frau, so wie sie sich der Mann in mir wünscht, in der Mitte so, wie ich meine Rolle in der Öffentlichkeit spiele, und so wie rechts bin ich wirklich - unabhängig von Rollenbildern. Ich denke, die drei Fotos sagen jetzt mehr als irgend ein endloser Text.

Auch Deinem vorstehenden Beitrag entnehme ich, dass Du dich für Deinen Alltag recht stark an Rollenbildern orientierst.

LG Nicole

1930

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 15:01
von Anja
Moinsen (moin)
Nicole Doll hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 14:12 Auch Deinem vorstehenden Beitrag entnehme ich, dass Du dich für Deinen Alltag recht stark an Rollenbildern orientierst.
Hm, wenn ich so darüber nachdenke, ist das garnicht so einfach zu beantworten.
Natürlich orientiere ich mich an Frauen in meiner Umgebung, ich möchte ja so wenig wie möglich auffallen, was mir, glaube ich, auch ganz gut gelingt.
Das war als CD noch eine ganz andere "Hausnummer". Da hab ich mich an meinen Vorstellungen orientiert und natürlich stark überkompensiert.
Umso weiblicher, desto besser. Umso höher die Schuhe, desto besser. Umso kürzer der Rock, desto besser. Umso größere Möppies, desto... Ich glaube ihr habt verstanden, was ich sagen wollte.
Dieses überkompensieren, ich nenne diese Phase gerne "Pupertät", hat zur Folge, das man doch ziemlich auffällt und gerade Blicke auf sich zieht. Das will unsereins ja eigentlich vermeiden.
Und für den Alltag sind solche "Ausgeh-Outfits" von früher auch nicht unbedingt geeignet.
Stell ich mir jetzt nicht gerade so nett vor - wenn ich PC-Kabelage unterm Tisch - im Minirock überprüfe.

Also ich würde sagen, du hast vollkommen recht. Wobei ich aber eher Kleidung bevorzuge, die etwas jüngere Frauen (als ich) tragen. Ich habe da z.B. eine sehr nette Kollegin, die ein knappes Jahr älter ist als ich. Ich verbringe häufig die Mittagspause mit ihr und wir reden auch viel privat. Ihr Kleidungsstil gefällt mir, da sie sich, trotz ihres Alters, schön weiblich kleidet.
Ist natürlich alles Geschmackssache. Und den Stil, der zu einem passt, muss jeder selbst finden.
Es gibt sicher auch solche, denen es egal ist, ob und wie sie ihrer Umgebung auffallen. Ich lege schon wert darauf, das mir das gefällt, was ich im Spiegel sehe.
Und am Wochenende, wenn Hausarbeit ansteht, sind es meist Muggelsachen. Überhaupt nicht weiblich, aber zweckmäßig.

Kommt eben auch auf den Anlass an.
Wenn ich ins Büro gehe, sehe ich aus, als würde ich ins Büro gehen. Und nicht in die Oper. Oder gar darin mitspielen )))(:

Grüße
die Anja

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 15:06
von ExuserIn-2019-12-20
Hallo Vanessa (moin)

Ich möchte dir als erstes ein großes Dankeschön für DIESE Frage stellen, denn diese stelle/stellte ich mir auch die ganze Zeit.

Die Antworten von Anja, Michelle und Kelly haben meiner Meinung nach, die Frage sehr gut beantwortet.
Natürlich auch die anderen Mitschreiberinnen haben einen guten Beitrag dazu getan.
Jedoch fand ich mich in diesen Antworten am meisten wieder.

Wenn ich an die Zeit als CD denke, damals in Hamburg etc., durfte der Rock ruhig kurz sein, die Absätze hoch und das Make Up so perfekt, sodass man nur auffallen konnte.
Wie bei den anderen auch, trage ich jetzt nur Puder, selten anderes Make Up und fühle mich in Skinny Jeans und Sneaker feminin genug um FÜR MICH als Frau durchzugehen.
Ich spüre durch das Gynokadin das sich im Brustbereich was tut, da trage ich einfach einen normalen BH unterm Shirt, alles gut.
Das ist für mich "Frau sein".

Ich muss keine Perücke tragen oder noch mehr Make Up
für irgendwelche Kriterien, siehe Alltagstest, um als Frau durchs Leben gehen zu können.
Ok, eines Tages wird es bestimmt so sein aber das nenne ich dann "Entwicklung" :wink:

Liebe Grüße,
Anna )))(:

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 15:28
von ExUserIn-2026-01-22
Hallo Anja,
danke für die ausführlichen Erläuterungen!
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 13:46 Zum Beispiel dusche ich nun nicht mehr morgens...
Früh habe ich mich noch nie geduscht, da duschen einfach zu viel Zeit (jedenfalls bei mir) in Anspruch nimmt. Ich dusche auch nicht jeden Tag - ok, wenn ich mein heimisches Workout mache, dann natürlich schon...;-)
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 13:46 Das Rasieren hat mich am meisten genervt. Das kann man ja schlecht abends machen und einfach auslassen geht ja auch nicht.
Stimmt, das nervt und geht nur morgens - was wiederum Zeit kostet.
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 13:46 Früher habe ich Oberteile meist 2 Tage nacheinander getragen, Hosen auch schon mal 5 Tage (je nachdem wie die morgendliche Geruchsprobe ausfiel). Frauen tragen das selbe Outfit in der Regel nicht zwei Mal direkt nacheinander. Zumindest die Frauen, die ich kenne. Also werden die Outfits über die Woche täglich abgewechselt.
In diesem Punkt übertreibt es die Gesellschaft für mich total - im Büro 2x (hintereinander) dasselbe Outfit tragen??? Völlig unmöglich, da wird man schon komisch angeschaut. Ich finde es völlig ok einen Look auch mehrmals die Woche zu tragen. Allerdings spricht folgendes dagegen: ein voller Kleiderschrank. Um all die Mode zu tragen wird man quasi gezwungen jeden Tag andere Kleidung überzuziehen. Aber bsw. kenne ich auch Frauen die ihre Strumpfhosen nach einmaligen Tragen gleich in die Waschmaschine stecken...Ich trage meine öfters und sehe darin keinerlei Probleme. Auch meine Kleidung die ich zu Hause über trage, trage ich mehrmals die Woche.
Anja hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 12:08 Mit Beginn der HT un dem Leben als Frau ließ ich auch die Perücke weg, was mir natürlich erstmal ein ziemlich eindeutiges (männliches) Erscheinungsbild zuwies. So hatte ich dann schon überlegt, ob ich dazu dann die eindeutig (weibliche) Handtasche trage, bzw. wie der Gesamteindruck dann wohl aussieht... Aber mit Wirkung der Hormone und den länger werdenen Haaren stellten sich solche Überlegungen bald nicht mehr. Aber die Übergangszeit von kurzen zu langen Haaren war schon etwas anstrengend, da einem wieder Gedanken durch die Kopf huschten wie bei den ersten Ausgängen als Frau zu CD-Zeiten. Auch der Umgang mit der eigenen Mähne ist ein ganz anderer als mit ner Perücke.
Leuchtet völlig ein!!!

Jennifer

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 16:04
von Franka
Bei mir ist es so, dass je mehr Weiblichkeit ich morgens beim Blick in den Spiegel in mir selbst entdecke, desto weniger weibliche Attribute muss ich bei der Kleidung anlegen.
Am Beginn meiner TS bin ich fast nur im Rock, Bluse, High Heels, Nylons und Blazer in die Arbeit. Selbst wenn es unpraktisch ist, so gekleidet unter den Tischen Rechner zu verkabeln.
Inzwischen dürfen es auch gerne Shorts oder Jeans und Turnschuhe sein. Die Jeans sind dabei aber meistens doch sehr feminin, mit Spitze, Perlen, Strass usw. Ganz 08/15 soll das ganze dann auch wieder nicht wirken.

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 18:57
von Michelle_Engelhardt
Ich arbeite ja von zuhause aus und dementsprechend spartanisch schminke ich mich auch (Lidstrich, Kajal, Mascara, bissi Augenbrauen). So geschminkt gehe ich aber auch durchaus nach der Arbeit einkaufen, also kein Make Up, kein Puder, kein Rouge und öfter vergesse ich auch den Lippenstift. Ich glaube da entwickelt sich mit zunehmender Zeit so eine Art Selbstverständlichkeit....zumindest empfinde ich es für mich so.

LG
Michelle

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 19:44
von Anne-Mette
Guten Abend,

das unterschreibe ich auch:
Ich glaube da entwickelt sich mit zunehmender Zeit so eine Art Selbstverständlichkeit....zumindest empfinde ich es für mich so.
Gruß
Anne-Mette

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 20:47
von Marlin
Liebe Vanessa, danke dass Du diesen Thread gestartet hast und vielen Dank an alle, die hier Beiträge geschrieben haben. Ich kann so viel daraus für mich lernen, dass es unfassbar ist. Danke!

Ich gehe den Weg anders, als es viele hier beschreiben: Ich will nicht als Frau leben, so lange mein (Rollen-)Bild von mir noch nicht passt. Viele in meinem Umfeld wissen zwar, was mit mir vorgeht, aber ich werde ganz klar als Mann wahrgenommen. Ich möchte nicht Röcke und Kleider tragen und dann als "Mann im Rock" erkannt werden. Das bin ich nicht. Ich bin Frau. Bei mir muss noch viel passieren, dass ich so auch erkannt werde. Epilation, längere Haare/Frisur, Stimme und auch der Habitus passt noch nicht. Dazu muss auch morgens eine angemessene Zeit reichen, um mich zurecht zu machen. Wenn es dann soweit ist, werde ich der Welt auch mit einem guten Gefühl entgegentreten können. Dann passt dann aber auch mein inneres Geschlecht zu dem, was ich als soziales Geschlecht zeigen möchte.

LG
Marlin

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 20:58
von Michelle_Engelhardt
Marlin hat geschrieben: Di 16. Okt 2018, 20:47 Ich möchte nicht Röcke und Kleider tragen und dann als "Mann im Rock" erkannt werden. Das bin ich nicht. Ich bin Frau. Bei mir muss noch viel passieren, dass ich so auch erkannt werde. Epilation, längere Haare/Frisur, Stimme und auch der Habitus passt noch nicht. Dazu muss auch morgens eine angemessene Zeit reichen, um mich zurecht zu machen. Wenn es dann soweit ist, werde ich der Welt auch mit einem guten Gefühl entgegentreten können. Dann passt dann aber auch mein inneres Geschlecht zu dem, was ich als soziales Geschlecht zeigen möchte.
Hallo Marlin,

vergiss nicht, Du bist du....und nicht das Abbild oder die Kopie von irgendwas oder irgendwem (moin)

Liebe Grüße
Michelle

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 21:09
von ExuserIn-2019-12-18
Guten Abend Ihr Lieben,

ich bin total begeistert, wie viel unterschiedliche Sichtweisen und Reflektionen es zu meinem oder besser über meinen Beitrag gegeben hat. Toll!

Ich möchte einen kurzen Nachtrag zu mir machen, bzw. mein gestriges Erlebnis schildern:

Wir (die Stadtverwaltung in der ich angestellt bin) hatte Frauenversammlung. Ursprünglich betrachtete ich diesen Termin eher aus der Perspektive: "Flagge zeigen - mich zeigen!"

Doch in aller kürzester Zeit war mir klar, dass ich das gar nicht musste! Ich war da, wo ich hingehörte und wirklich niemand hat mir nur ansatzweise das Gefühl gegeben, nicht richtig zu sein! Ich bin eine Frau unter Frauen. Sicherlich eine etwas besondere - aber nicht mehr oder weniger besonders, wie jede einzelne Frau in dem Raum an diesem Tag!

Liebe Grüße
Vanessa

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 21:11
von Michelle_Engelhardt
Huhu,

wenn ich sowas lese, geht mir das Herz auf. Einfach nur toll (ap)

Fühl Dich lieb gedrückt
Michelle

Re: Ich als Frau - Wer ist das eigentlich?

Verfasst: Di 16. Okt 2018, 21:15
von Marlin
vergiss nicht, Du bist du....und nicht das Abbild oder die Kopie von irgendwas oder irgendwem (moin)
Das stimmt. Dazu muss ich aber erst mal in meiner Selbstfindung einen Schritt nach vorne machen. So muss ich z.B. auch erst mal meinen Stil finden. Bisher hat Kleidung keine Bedeutung für mich gehabt. Selbst als Mann war ich unmodisch unterwegs. Aber ich entdecke, dass sie mir Spass macht und damit zu mir gehört. Ich habe auch jetzt schon kein Problem damit, Sachen zu tragen, in denen ich mich wohlfühle. Jeans und Shirts kommen längst aus der Damenabteilung, sind aber nicht typtisch weiblich. Sie haben also keine Stickereien, Steinchen oder Verzierungen. Ich würde mich nicht wohlfühlen im Rock zur Arbeit ins Büro zu gehen. Nicht solange man zugucken kann, wie mein Bart wächst. Nicht solange mir meine Frisur nicht gefällt. Nicht solange, bis ich morgens mit ein bisschen Puder und Kajal auskomme. Irgendwann werde ich das alles erreicht haben. Aber bis dahin muss ich meinen Weg noch ein gutes Stück weitergehen.