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Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Mi 26. Dez 2018, 20:30
von Jaddy
Mia121520 hat geschrieben: Mi 26. Dez 2018, 17:44Transsexualität ein Hormon Fehler
Äh... nein. So ganz einfach ist das nicht. Erstens ist das eine Hypothese, zweitens sicher keine Einzelursache.
Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Do 27. Dez 2018, 09:26
von Marlene K.
Danke für die mutige Diskussion.
Wie in vielen Fällen müssten wir hier die Bandbreite von Trans* als auch die Bandbreite von Abweichung vom Normalverhalten bei AD(H)S und anderer Authismusformen festlegen.
Ich erkenne mich, wenn auch nirgendwo in extremer, absoluter Form in vielen Aspekten wider. Ich habe berufliche Erfahrungen durch die Arbeit mit und Anleitung von Menschen mit verschiedenen psychischen Abweichungen ohne dort eine Fachausbildung zu haben. Dies hat meine Sicht auf Norm und Abweichung sehr bereichert und verändert. (Ähnliche Erfahrungen habe ich auch mit körperlichen Abweichungen, aber die gehören hier ja nicht her)
Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Do 27. Dez 2018, 13:30
von Jaddy
Zustimmung, Ralf-Marlene. So langsam stelle ich mir eh die Frage, wie schmal das öffentlich propagierte Erwartungsprofil eigentlich ist. Es besteht schon die Gefahr, als "normal" zu definieren, was wirklich niemand mehr ist und damit jede Menge neue "Diagnosen" und Symptome zu finden, statt einfach Varationen und Diversität als sinnvoll und auch schön zu akzeptieren.
Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Do 27. Dez 2018, 16:03
von Nicole Fritz
Hallo Ralf Marlene und Jaddy,
ich wollte gerade meinen Frust über "normales" und entsprechende "Diagnosen" wieder einmal hinaus brüllen. Dann habe ich
zurück geblättert. Ich denke, ich habe da alles Wichtige bereits gesagt.
Für alles, was nicht in das immer engstirniger werdende Weltbild hinein passt, wird eine Diagnose gesucht, damit man dann viel Geld mit Medikamenten und Therapien verdienen kann. Es lebe das unaufhörliche Wachstum - bis irgendwann zum unvermeidlichen Zusammenbruch. Vielleicht braucht es aber so etwas wie eine Phobie oder paranoide Psychose gegenüber Ärzten und Therapeuten um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.
Seit ich als Nicole herum laufe, verschwinden meine AD(H)S- und Asperger-Symptome jedenfalls so langsam.
LG Nicole
Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Do 27. Dez 2018, 16:14
von lexes
HA .. wie krass ...
ich hab'ADHS und wusste's nicht
Die ganze Liste am Anfang ... da kannste auch mein Bild im Pschyrembel drüberkleben
Seeeehr interessant
Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Do 27. Dez 2018, 17:43
von Lorelai74
lexes hat geschrieben: Do 27. Dez 2018, 16:14
HA .. wie krass ...
ich hab'ADHS und wusste's nicht
Die ganze Liste am Anfang ... da kannste auch mein Bild im Pschyrembel drüberkleben
Seeeehr interessant
Hallo Lexes,
dann hat der Beitrag Dir ja was gebracht.
Für mich hat die Diagnose und Beschäftigung mit mir viel verändert. Zum positiven.
Eben Stärken stärken und Schwächen schwächen.
Falls du es genauer wissen willst ob du Adhs hast:
Ein Anhaltspunkt kann Dir dieser Test geben:
https://adhs-trainerin.de/adhs/adhs-tes ... rwachsene/
Falls du mehr wissen willst oder Fragen hast gerne per PN.
Viele Liebe Grüße
Lorelai
Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Do 27. Dez 2018, 17:49
von Frieda
Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Do 27. Dez 2018, 17:54
von Lorelai74
Jaddy hat geschrieben: Do 27. Dez 2018, 13:30
Zustimmung, Ralf-Marlene. So langsam stelle ich mir eh die Frage, wie schmal das öffentlich propagierte Erwartungsprofil eigentlich ist. Es besteht schon die Gefahr, als "normal" zu definieren, was wirklich niemand mehr ist und damit jede Menge neue "Diagnosen" und Symptome zu finden, statt einfach Varationen und Diversität als sinnvoll und auch schön zu akzeptieren.
Hallo Jaddy,
Naja - man wird nicht unbedingt im eine Diagnose gesteckt. Viele Betroffene suchen teils jahrezehntelang nach Hilfen. Ihnen kann die Diagnose und Behandlung (mit und ohne Medis) helfen.
Es ist eher so, dass sich die Gesellschaft so entwickelt das bestimmte Ausprägungen von Menschen nicht mehr "benötigt" werden.
Wahrscheinlich gab es ADHSler schon immer. Sie waren es die von einer Höhle aus aufgebrochen sind und eine neue Höhle erkundet haben.
Sie waren wahrscheinlich die Tüftler die sich tausende von Stunden in etwas vertiefen könnten um etwas Neues zu finden.
Heute wo alles erkundet ist, und wir alle in unsere Schubladen von Schulbildung und geregelter Arbeit nachgehen fallen wir in der Gesellschaft eher auf, weil Ruhe und Immer das selbe für uns ein Problem ist.
Ich hab den Thread vor allem deswegen angefangen, da ich Risiken sehen wenn Xier eine von uns in die Transition geht ohne vorher adhs abgeklärt zu haben. Denn dass könnte zur Folge haben dass Xie auch nach der Angleichung nicht glücklich ist.
Viele liebe Grüße
Lorelai
Re: Genderidentität und ADHS/Autismus
Verfasst: Do 27. Dez 2018, 18:28
von Nicole Fritz
Lorelai74 hat geschrieben: Do 27. Dez 2018, 17:54
Ich hab den Thread vor allem deswegen angefangen, da ich Risiken sehen wenn Xier eine von uns in die Transition geht ohne vorher adhs abgeklärt zu haben. Denn dass könnte zur Folge haben dass Xie auch nach der Angleichung nicht glücklich ist.
Hallo Lorelai,
genau dieses Thema hatten wir hier letztlich an einer anderen Stelle. Ich vermute nämlich, dass "Sie" (Xie) ganz oft eher "Xier" ist (wie auch ich), und dann macht eine vollständige Transition ganz bestimmt nicht glücklich. Dass jemand, wie in dem angesprochenen Beitrag, wieder zurück will, durfte trotzdem eher die Ausnahme sein. Wer sich nicht als Mann definiert, dem dürfte es ziemlich gleichgültig sein ob Penis oder Neo-Vagina. Aber für gleichgültig muss man nicht die Schmerzen und Komplikationen einer GaOP in Kauf nehmen. Und was eine HET angeht, weiß ich selbst noch nicht, was für mich am besten ist.
LG Nicole