Mädels,
ich habe da mal einen meiner uralten Beiträge ausgekramt zum Thema Rock, der hier mal zur Belustigung beitragen könnte. Es geht um die Frage: Warum rutschn Röcke beim Hinsetzen immer hoch?
Doch nun wollen wir mal noch zu einer Deiner brennendsten Fragen kommen, die Du schon ganz am Anfang gestellt, aber bis heute nicht beantwortet ist:
wie verhindern wir eigentlich das Hochrutschen beim Hinsetzen?
Diese Frage hat sich auch Jenina gestellt und dazu erst mal Die Maus gefragt, die bei ihr in mehrfacher Ausführung zu Hause rumsitzt. Allerdings antwortete sie nicht. Somit kam bei Jenina die Erkenntnis, das Plüschtiere sowas von gar nix wissen, dass es keinen Zweck hat sie zu fragen. Auch wenn manche im Fernsehen das Gegenteil behaupten wollen.
So hat sie also den mit ihr symbiotisch verbundenen klugscheißerischen Herrn Diplomingenieur befragen müssen. Der hub natürlich gleich an mit Geometrie und Dreidimensionalität und Mathematik und machte auch gleich eine Skizze. Damit also hier sein Elaborat:
Der Mensch ist ja ein ziemlich komplex gebauter dreidimensionaler Körper ( auch wenn bei manchen Models die dritte Dimension nur sehr gering ausgeprägt ist... ). Darum herum versuchen wir mehr schlecht als recht die aus zweidimensionalen Flächen bestehende Kleidung zu drapieren. Eines der einfachen Kleidungsstücke ist der Rock, weshalb er sich gut für eine geometrische Betrachtung eignet. Schauen wir zunächst auf Fig. 1, die die stehende Transe darstellt.
rock.jpg
Sie trägt einen engen und einen weiten Rock, die bis zum Knie reichen, was uns die Rechnung vereinfacht.
Von der Taille T zum Knie K heben wir eine Grundlänge L = t + 0. Dem entspricht in erster Näherung die Linie von der Taille außen über den Po in die Kniekehle K = a + b, Ebenso ist die Länge des engen Rockes m ungefähr ebenso lang. Der weite Rock hat hingegen mit der äußeren Länge n ein Stück mehr Stoff. Wichtig sind auch die Saumlängen o und p, hier gilt je nach Schnitt p >> o.
Sehen wir nun zu Fig. 2. Frau hat sich hier züchtig auf einen Stuhl gesetzt, so dass der Oberschenkel, gedreht um die Hüfte H einen rechten Winkel mit der Körperachse bildet. L ist hier natürlich gleich. Nicht jedoch K ! Hier kommt der Bogen über den Po hinzu: u = 0,5 * Pi * r; r ist dabei der Poradius. Da sich nun die Stoffbahn mit der Länge m über den Po spannt, reicht sie nicht mehr bis zum Knie sondern verkürzt sich quasi um k = K + u - L. Die Verkürzung ist proportional zum Poradius. Dadurch zieht die hintere Rockbahn über den Saum o an der vorderen Rockbahn und zieht ihn zum Körper hin, wobei der überschüssige Stoff am Bauch Falten bildet. Je kürzer die Saumlänge, umso weiter wird gezogen.
Ein weiter Rock verkürzt sich einerseits nicht so stark und durch die reichliche Saumlänge zieht er auch nicht an der Vorderseite. Frau kann also züchtig die Vorderbahn bis übers Knie ziehen.
Was lernen wir daraus:
1. ein Rock zieht sich grundsätzlich hoch
2. je größer der Ar..., umso weiter zieht er sich hinten hoch
3. je enger der Rock, umso weiter zieht er sich auch vorn hoch
4. je weiter frau ihre Beine anwinkelt, umso höher gehts mit dem Saum
So nun sind wir aber gründlich wissenschaftlich belehrt. Da sieht man mal wieder, dass naturwissenschaftliche Bildung enorm wichtig ist. Danke, lieber Tragkörper, dass du mir und uns Mädels das so schön erklärt hast.
Jenina