Das Thema muss man unter verschiedenen Aspekten betrachten.
Punkt 1 sind die Mitarbeiter an der Kontrolle. Da kann ich Euch aus verlässlicher Quelle berichten, ein Mann in Strumpfhose, Korsett, High Heels, ... ist nichts, was einen Sicherheitsbeamten, oder auch Rettungssanitäter, auch nur ansatzweise irritieren wird. Das haben die alle schon mindestens wenn nicht öfter erlebt. Die Leute sind so professionell, da geht es rein um die Sicherheit.
Punkt 2 ist der technische Teil der Kontrolle. Ein Metalldetektor erkennt Metall. In vielen Schuhen ist Metall verbaut, deshalb kann es passieren, dass man die Schuhe ausziehen und auf Socken durch den Detektor gehen muss. Die Schuhe werden dann einzeln durchleuchtet, damit man sehen kann, wie das Metall im Schuh geformt ist. Mit einem Hand-Detektor würde es nur an den Schuhen piepen, man erkennt aber nicht ob es der Reisverschluss ist, oder ein verstecktes Messer in der Sohle.
In einem Korsett sind Metallstäbchen vernäht, also wird es piepen. Der Beamte muss herausfinden, warum es piept. Das tragen eines Korsetts an sich wird den Beamten nicht interessieren, siehe oben, aber er muss sicherstellen, dass man keine Waffe mit sich führt, oder etwas, was man als Waffe gebrauchen könnte. Unter das Korsett kann er nicht fassen, also wird man in diesem Fall mit ziemlicher Sicherheit dazu aufgefordert werden, es auszuziehen. Wenn es blöd geht muss man es sogar zurück lassen, wenn die Stäbchen als waffentauglich gewertet werden, könnte ich mir durchaus vorstellen, eine Zeit lang bekam man nicht einmal einen Kugelschreiber mit ins Flugzeug.
Unter einer Strumpfhose lässt sich schlecht etwas verstecken, das würde beim Abtasten auffallen. Deshalb darf man die Strumpfhose gewiss an behalten.
Punkt 3 ist, wie man selbst damit umgehen möchte, oder anders gesagt ob es einen stört, wenn man Stiefel oder was auch immer ausziehen muss. Mir persönlich wäre es am Flughafen, wo jeder mit sich selbst beschäftigt ist, ziemlich egal Damenstiefel ins Körbchen zu legen. Schlimmstenfalls sieht es der Fluggast hinter mir, denn kenne ich nicht, also ist er mir egal. Vielleicht erzählt er es seiner Frau, die kenne ich aber auch nicht. Das Korsett würde ich auch ins Körbchen legen, aber das aus- und anziehen ist halt umständlich.
Wer sich nicht in Mitte einer überfüllten Abfertigungshalle ausziehen möchte, kann zumindest in westlichen Ländern verlangen für die persönliche Kontrolle in einen abgetrennten Raum gebracht zu werden.
Der letzte Punkt, da kann ich recht wenig dazu sagen, sind Einreisekontrollen, wie sie zum Beispiel in den USA stattfinden. Das wurde hier ja bereits thematisiert, die Kollegen sind nicht gerade gesellig. Es geht dabei um Terrorabwehr, leider tragen Terroristen selten T-Shirts mit einer aufgedruckten Bombe. Also muss der Beamte subjektiv entscheiden, ob ihm sein gegenüber geheuer ist, oder nicht. Crossdresser fallen nicht prinzipiell in die Gefährdergruppe, aber man fällt deutlich aus der Reihe. Also schätze ich, wird man auf jeden Fall mit einer etwas längeren Befragung rechnen müssen.
Am besten das Handy mit geöffnetem crossdresser-forum.de bereit halten, dem Türsteher zeigen, dass wir das genaue Gegenteil von Krawallmachern sind
