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Hallo Abby,
danke auch von mir für deine umfangreichen Ausführungen! Ich habe jetzt nicht die Zeit, ausführlich darauf einzugehen, nur so viel:
"¢ Die Häufigkeit von Erscheinungen wie CD oder TS hängt stark davon ab, was damit alles einbezogen wird. Sollen beispielsweise diejenigen mit erfasst werden, bei denen sich das ganze nur im Kopf abspielt, werden die Ergebnisse anders aussehen, als bei der Beschränkung auf die "Sichtbaren".
"¢ Entscheidend für die statistische Erfassbarkeit ist meines Erachtens weniger die Entdeckung und Akzeptanz der Andersartigkeit, sondern vielmehr, inwiefern diese nach außen getragen wird (z.B. Wortmeldung in einem Forum, Besuch einer Selbsthilfegruppe oder Beratungsstelle, ehrliche Antwort in einer anonymen Umfrage). Wer diesbezüglich nichts unternommen hat, besitze kaum Chancen, in irgendeiner Statistik aufzutauchen.
"¢ Du beschreibst die Möglichkeit, anhand des durchschnittlichen Alters zum Zeitpunkt des Outings und der Altersstruktur auf die Zahl der noch im Verborgenen lebenden Betroffenen zu schließen. Diese Vorgehensweise halte ich für sehr risikobehaftet. Einerseits gehe ich davon aus, dass sich aufgrund besserer Information und Aufklärung das Alter beim Outing künftig stark verringern wird und außerdem gibt es da als ganz große Unbekannte diejenigen, die sich nie outen.
"¢ Die Wahrscheinlichkeit, mit der man bestimmten Leuten in seinem Umfeld begegnet, hängt meines Erachten am stärksten davon ab, wann diese wo unterwegs sind. So gibt es Leute, denen begegne ich mehrmals in der Woche, während ich mich mit anderen, vielleicht noch näher wohnend, verabreden muss, weil wir uns nie zufällig über den Weg laufen.
"¢ Ich vermisse in deiner "Berechnung" den Zeitfaktor. Es bedarf wohl keiner tiefgreifenden mathematischen Erklärung, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Ereignis (hier die zufällige Begegnung zweier Personen) eintritt, umso größer ist, je mehr Zeit dafür zur Verfügung steht.
Um jetzt noch einmal auf meinen vorherigen Beitrag zurückzukommen:
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: wenn das stimmen sollte, müsste es in meiner Heimatstadt etwa 80 Transsexuelle und 500 bis 800 Crossdresser geben. Komisch, dass mir davon noch niemand über den Weg gelaufen ist!
Ich ging hier von denjenigen aus, die das zumindest als TS offen ausleben. Und da ich im Rahmen meines Outings auf niemanden gestoßen bin, der außer mir andere TS kennt, gibt es für mich bisher keinerlei Hinweise darauf, dass in meiner Heimatstadt noch andere TS (offen) leben. Deshalb sehe ich die oben genannten Zahlen nach wie vor als zu hoch gegriffen.
Gut, wenn alle ungeouteten dazukämen, würde sich die Sache relativieren, doch kommen wir damit in den Bereich der berühmten Dunkelziffer. Die heißt deshalb so, weil sie sich mit wissenschaftlichen Methoden nicht hinreichend genau bestimmen lässt. Manch eine(r) mag zwar einen Meinung dazu haben, wie groß diese sein könnte, wissen kann es aber niemand.