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Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: So 3. Jul 2016, 20:10
von lilijana
Hallo,

warst du jemals richtig verliebt?
Breakfast at Tiffany hat geschrieben:
Aubergine hat geschrieben: Jedoch glaube ich, dass auch der eingefleischteste Single im stillen froh wäre, endlich ein Deckelchen fürs Töpfchen zu finden und all die Nähe, die Zärtlichkeiten und die Anwesenheit eines lieben Wesens zu spüren und würde dafür all seine Freiheiten sofort eintauschen.
Würde ich nicht tun wollen. Für keine Beziehung der Welt. Ich lerne doch einen Menschen mit all seinen Vorzügen und Nachtteilen kennen und nehme ihn gerade wegen dieser Eigenschaften zum Partner oder auch nicht. Warum sollte man denn Kompromisse machen, oder den anderen verbiegen wollen, dass das Gegenteil von dem ist, was ich eigentlich gesucht und gefunden habe. Wenn ich Kompromisse erwarte, will ich doch eigentlich einen anderen Partner haben als den, den ich gerade habe.
In jeder Partnerschaft muss man Kompromisse eingehen. Ein Kompromiss ist wenn beide Partner auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, man trifft sich irgendwo zwischen beiden Positionen. Vielleicht solltest du mal selbstreflektieren und dich fragen was du bereit bist für eine Beziehung zu geben? In einer Beziehung geht es um das wir und da ist man doch gerne bereit etwas zu geben.
Aber man kann sich in Beziehungen (partnerschaftlich, zwischenmenschlich, etc...) auch selbst völlig falsch einschätzen und der Meinung sein das man alles richtig macht und zu allem eine Antwort und eine Meinung hat.

Grüße
Lilijana

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: So 3. Jul 2016, 20:42
von Exuserin-2016-074-06
Wenn ich jemanden liebe, warum soll ich ihm Kompromisse machen? Dann ist es doch die falsche Partnerin für mich. Ich nehme das Mädel doch gerade wegen ihren Eigenschaften und keine andere. Wenn ich Kompromisse mache, will ich doch eine ganz andere haben, als die, in die ich mich verliebt habe.

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: So 3. Jul 2016, 20:54
von Aubergine
@ BaT

Sorry, wenn ich das hier jetzt mal ganz direkt schreibe, aber ich habe das Gefühl, dass du es sonst nicht schnallst.
Nicht nur, dass du zu jedem Thread deinen Senf dazu geben musst, das könnte ich ja noch verkraften, aber den Bockmist, den du teilweise verzapfst, darfst auch gerne für dich behalten.
Thema verfehlt, setzen 6

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: So 3. Jul 2016, 21:26
von Exuserin-2016-074-06
Was soll ich denn an der Aussage falsch verstehen? "Jedoch glaube ich, dass auch der eingefleischteste Single im stillen froh wäre, endlich ein Deckelchen fürs Töpfchen zu finden und all die Nähe, die Zärtlichkeiten und die Anwesenheit eines lieben Wesens zu spüren und würde dafür all seine Freiheiten sofort eintauschen."
Das ist doch noch größerer Bockmist.

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: So 3. Jul 2016, 21:37
von Aubergine
@ BaT
Ich habe meine Meinung zum Thema des Threads geschrieben.
Sorry, wenn ich keine Lust habe dir die Grundlagen einer Beziehung zu erläutern. Bei deinem Ego wäre das vermutlich auch vergebliche Liebesmüh.

Aubergine

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: So 3. Jul 2016, 22:29
von Exuserin-2016-074-06
Ihr versteht es nicht. Es geht nicht ums synchron ticken, sondern den Partner so zu nehmen, wie er ist. Das kann völlig gegensätzlich sein und man kann trotzdem prima zusammen passen. Wenn ich meine Partnerin erst verbiegen muss, damit sie mir gefällt, dann ist es doch die Falsche und ich wöllte in Wahrheit eine ganz andere Frau.
Sie müsste sich auch nicht bei mir in der Mitte treffen. Wenn sie lieber Nudeln mag, dann kocht sie eben Nudeln. Wenn ich lieber Reis mag, dann koch ich mir Reis.
Wenn ich will, dass es meiner Freundin gut geht, diktiere ich ihr doch keine Kompromisse auf. Was soll das? Dann läuft es doch darauf hinaus, dass es ihr irgendwann nicht mehr gut geht.

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: Mo 4. Jul 2016, 06:46
von ExUserIn-2026-04-08
Moin,

Jean Jaques Rousseau hat einmal sinngemäß geschrieben, im Augenblick der Wahl sind wir frei, danach sind wir an unsere Wahl gebunden. Weder eine Partnerschaft noch das Singledasein ist etwas, dass wir einfach 'mal so haben können oder nicht. Das Wichtige dabei ist aus meiner Sicht, dass wir uns bewusst dafür entscheiden.

Beides hat seine Möglichkeiten und seinen Preis und es ist die persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen, was er möchte. Insofern geht es nicht darum "Freiheiten" aufzugeben oder "Kompromisse" einzugehen, sondern seinen persönlichen Weg zu suchen.

Beziehungen bieten Möglichkeiten, die man als Single nicht haben kann. Aber man entwickelt sich nicht zwangsläufig in Beziehungen. Man muss schon etwas dafür tun. Damit sind aber keine Einschränkungen verbunden, wenn ich mich aktiv dafür entscheide. Ich gebe dann auch keine Freiheiten auf.

Bei einem Single, der sich dafür bewusst entscheidet, ist das nicht anders. Er verzichtet auf Möglichkeiten zugunsten eines Lebens, das ihm anderes erlaubt. Das ist zu respektieren.

Ich denke, wenn jemand glaubt, dass er in einer Beziehung Kompromisse eingehen und Freiheiten aufgeben muss, sollte sich selber einmal fragen, was er überhaupt will. Egal welchen Aspekt im Leben man betrachtet, man kann nicht alles haben. Wer sich alle Möglichkeiten offen halten will, wird am Ende nichts richtig haben. Es geht darum, eine Entscheidung zu teffen und zu leben. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Einschränkungen zu tun. Es geht darum zu erkennen, was einem wirklich wichtig ist. Wenn man das erkannt hat, ist das, was man vermeintlich aufgibt, nur noch "Kleinigkeiten". Khalil Gibran schreibt in seinem Gedicht "Über die Liebe":
Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst,
dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
und vom Dreschboden der Liebe zu gehen.
In die Welt ohne Jahreszeiten,
wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
und weinen, aber nicht all deine Tränen.
Genau darum geht es mMn in einer Beziehung.

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: Mo 4. Jul 2016, 10:51
von Aubergine
Guten Morgen,
Vicky_Rose hat geschrieben: Ich denke, wenn jemand glaubt, dass er in einer Beziehung Kompromisse eingehen und Freiheiten aufgeben muss, sollte sich selber einmal fragen, was er überhaupt will. Egal welchen Aspekt im Leben man betrachtet, man kann nicht alles haben. Wer sich alle Möglichkeiten offen halten will, wird am Ende nichts richtig haben. Es geht darum, eine Entscheidung zu teffen und zu leben. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Einschränkungen zu tun. Es geht darum zu erkennen, was einem wirklich wichtig ist. Wenn man das erkannt hat, ist das, was man vermeintlich aufgibt, nur noch "Kleinigkeiten".
Kompromisse und das Aufgeben von Freiheiten bestimmen unser ganzes Leben und sind nichts negatives. Genau in dem Fall, in dem ich mich entscheide etwas zu Gunsten von etwas anderem aufzugeben ist es meine Wahl und Entscheidung. Dann habe ich das so gewollt. Es geht nicht darum sich alle Möglichkeiten offen zu halten, sondern die best mögliche Entscheidung in der Situation zu treffen und das bedeutet, dass ich im Falle einer Partnerschaft auch mal zurückstecken kann und muss. Das kann sehr wohl eine Einschränkung für mich enthalten, die ich aber für meinen(unseren) Weg bereit bin hinzunehmen. Bin ich dazu nicht in der Lage, ist eine längerfristige Partnerschaft vermutlich zum Scheitern verurteilt.

Das beste Beispiel ist doch das eines Transgenders. Ist er solo, kann er ganz allein entscheiden, wie sein Weg aussieht und wie er ihn gehen möchte.
In einer Partnerschaft, wenn sie denn weiter existieren soll, muss er sehr wohl Kompromisse eingehen und auch Einschränkungen hinnehmen, wenn er seine/n Partner/in auf seinem Weg mitnehmen möchte. Aber genau das ist es, was eine gute Partnerschaft ausmacht. Freiheiten geben und nehmen und Grenzen setzen und aufheben, so wie es beide zusammen tragen können.

LG Aubergine

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: Mo 4. Jul 2016, 12:44
von ExUserIn-2026-04-08
Du kannst es auch so nennen. Ich verstehe Freiheit und Einschränkung aber etwas anders. Nicht wegen der Partnerschaft muss ich mich einschränken, sondern weil ich mich für eine Partnerschaft entscheide, bin ich bereit, mein Leben danach auszurichten. Das ist ein kleiner, aber für mich entscheidender Unterschied. Ich bin für mein Handeln selber verantwortlich, nicht die Partnerschaft.

Das betrifft auch den Bereich des TG. Ich entscheide, wie dieser Teil meines Lebens aussehen soll, nicht meine Partnerin. Das wird gerne mit Egoismus verwechselt. Egoismus wäre, wenn ich von meinem Partner verlangen würde, dass er/sie sich so verhält, wie ich das erwarte. Hier kommt das Thema Rücksicht ins Spiel und das ist für mich ganz eng mit Respekt verbunden. Das ist für mich etwas anderes als ein Kompromiss. Zu einem Kompromiss gehören Forderungen und die haben mMn in einer Beziehung nichts zu suchen. Dort kann ich Bedürfnisse formulieren.

Was die Freiheit betrifft, habe ich jederzeit die Freiheit ja zu sagen zu einer Beziehung oder nein. Das kann zu inneren Konflikten führen, wenn Bedürfnisse kollidieren. Und diese Freiheit führt zwangsläufig auch zu Konsequenzen, aber die habe ich mir ja ausgesucht.

Das mag wie Haarspaltereien aussehen, ist aber aus meiner Sicht essentiell. Habe ich das Gefühl, dass mich die Partnerschaft einschränkt, verlagere ich meine Verantwortung in die Partnerschaft, was die Partnerschaft schwächt. Indem ich meine Verantwortung für mich ernst nehme, stehe ich zu mir und meinen Bedürfnissen und das kann die Partnerschaft vertiefen.

Re: Wir..solo und (un (glücklich) oder Partnerschaft und....

Verfasst: Mo 4. Jul 2016, 14:52
von Joa
Eine Beziehung, vor allem eine feste, ist wohl so etwas wie ein Gewächshaus, in dem zwei unterschiedliche Pflanzen stehen und zusammen wachsen und erblühen sollen. Da gilt es ein für beide fruchtbares Klima zu schaffen. Ein Kompromiss bei der Festlegung der Wachstumsbedingungen ist da keine essentielle Einschränkung, erst wenn es ans Wurzelwerk geht, stellt sich die Frage,ob man den Standort besser wechseln sollte, bevor man eingeht. Und, wie die Forschung längst festgestellt hat, es sind nicht nur Bäume, Blumen,Sträucher etc. soziale Wesen, die sich gegenseitig unterstützen. Auch der Mensch soll über ähnliche Fähigkeiten verfügen. Und solange man die Frage, ob da, wo man steht, noch der richtige Platz ist, mit "Ja" beantwortet, kann man auch mit Kompromissen prima zusammen alt werden. Ach ja, und das schöne am Wachsen ist, dass sich dabei auch die eigenen Perspektiven und Horizonte permanent erweitern können. Und solange Liebe als Dünger zur Verfügung steht, bleibt ein beiderseitiges Gedeihen kaum aus.
Meint Joa mit einem kurzen Ausflug in die Botanik