im übrigen bitte ich mal zu berücksichtigen: mann und frau sind zwei kategorien, biologische einheiten. da kannst du dich noch so sehr als frau kleiden, schminken, biologisch bleibst du mann
Es gibt Menschen, die sogar das bezweifeln (-> Judith Butler). Es gibt die verschiedensten Erscheinungsformen für Menschen und wenn man alle in einen Topf wirft, wird man keine Grenze ziehen können zwischen Mann und Frau. Alles dazwischen ist fließend. Das gilt auch für Hormonhaushalte, genetische Dispositionen, sogar die Erbinformationen von Zellen innerhalb eines Körpers können variieren (
http://www.spektrum.de/news/die-neudefi ... ts/1335086). Die Schaffung der zwei Kategorien männlich/weiblich kann somit auch als kultureller Akt verstanden werden. Man definiert einfach, was dazu gehören soll und wenn man lange genug wartet, sehen die Menschen vor allem diese Punkte. Das ist auch eine Form von Vorverurteilung. Geschlecht ist im Leben nur von Bedeutung, wenn wir ihr eine geben. Es gibt mMn nur eine Situation, in der es wichtig ist, dass Sperman und Eizelle zusammen kommen: der Zeugungsakt.
Solche theoretischen Betrachtungen können den Blick auf die Welt verändern und befreiend sein, aber Inge hilft das nicht. Sie und vor allem ihre Partnerin stecken ja in der Definitionsfalle.
Wenn ich Dich, Inge, richtig verstehe, toben in Dir gerade ein Haufen Gefühle. Das wird erfahrungsgemäß nicht so bleiben. Drum überlege gut, ob Du wirklich so viel Porzellan zerschlagen willst. Veränderungen sind wahrscheinlich nötig, aber wie willst Du in Deinem emotionalen Sturm beurteilen, was auf Dauer gut für Dich ist ? Wie hier schon geschrieben wurde, die Initiative kommt von Dir, das Tempo von Deiner Partnerin. Andernfalls besteht das Risiko, dass Du sie verjagst.
Wenn Du so ein hohes Tempo vorlegst überforderst sie. Sie braucht Zeit, die Sichtweisen die so tief und fest in uns verankert sind, aufzuweichen. Das geht nur in kleinen Dosen. Auch wenn Du 10 Mal denkst, dass müsste doch klar sein und sie habe auch schon etwas gesagt, was in Deine Richtung geht, die alten Strukturen im Kopf sind sehr wirkmächtig. Es ist wie Eis auf dem See. Es wird Dich tragen aber am Anfang ist es sehr, sehr dünn. Erst wenn längere Zeit die richtigen Bedingungen herrschen, wird es stark. Wir können das Wetter nicht bestimmen, aber was Veränderungsprozesse betrifft, haben wir es in der Hand, die Tragfähigkeit herzustellen.
Du sollst nicht auf Deine weiblichen Aspekte verzichten, aber wenn Du Deine Partnerin behalten willst, ist sie das Maß der Dinge. Erst wenn sie nicht bereit ist, Dich auf Dauer zu akzeptieren, wie Du bist, musst Du Dir überlegen, was Du willst.
Aber mir scheint, Du weißt es selber noch nicht, wer Du bist. Wie soll sie denn dann mit Dir umgehen ? Gönne Dir Zeit für Deinen Entwicklungsprozess und nehme dabei Deine Partnerin mit. Das wird kein direkter Weg sein, sondern viele Schleifen machen. Das kann Euch gemeinsam stärker machen oder schwächer. Es liegt an Dir und am Anfang nur an Dir, ob Dich Deine Partnerin begleitet.
Viel Glück