SpOn: Geschlechterdebatte: Die Gender-Lüge - # 2
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Marielle
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Re: SpOn: Geschlechterdebatte: Die Gender„Lüge
Hallo Nina, Guten Morgen zusammen,
Ich glaube nicht, dass alle Vertreter_innen der 'Gender-Theorie' das Nicht-Vorhandensein von individuellen Eigenschaften immer noch so streng annehmen. Nach allem was ich höre und lese, werden Prädispositionen, also eine Art von Eigenschaften die ganz oder teilweise in die eine oder andere Richtung bestehen, nicht durchgängig abgestritten. Vielmehr wird gesagt, dass das eigentliche Problem die Zuordnung bzw. die erzieherische und gesellschaftliche Durchsetzung der 'richtigen' Eigenschaften, der 'richtigen' sozialen (Geschlechter-)Rolle ist. Das trifft m.E. auch auf transseuelle Menschen zu; es wird ihnen etwas zugeschrieben, was nicht zu ihren eigenen Eigenschaften, zu ihrer Persönlichkeit passt. Wenn man das unter 'making gender' versteht, sieht die Sache ein wenig anders aus.
Gender wird aus meiner Sicht viel zu oft und fälschlicherweise als eine individuelle Eigenschaft betrachtet und diskutiert. Eigentlich ist Gender aber eine auf Wechselwirkungen zwischen einem Menschen und der Gesellschaft beruhende Gegebenheit. Es ist ja nicht abzustreiten, dass 'die Gesellschaft' eine ziemlich strikte Zuordnung von Eigenschaften vornimmt, die von den körperlichen Merkmalen abhängig gemacht werden. Das passiert allen Menschen, völlig unabhängig von ihrer individuellen, eigenen Verortung. 'Gender' ist aus meiner Sicht definitiv nicht der Gegenbeweis, der Transsexualität widerlegt, sondern die Beschreibung dessen, was zwischen Mensch und Gesellschaft passiert. Es ist das, was bei manchen Menschen (dir und auch mir) dazu führt, dass eine Abweichung zwischen dem eigenen 'Ich' und den äusseren Zuschreibungen entsteht. Es hat m.E. aber nichts mit dem geschlechtsbezogenen Selbstempfinden zu tun. Das ist bei dir 'Frau', bei mir 'kann ich nicht sagen' und bei anderen 'Mann'.
Das Problem sehe ich nicht in der Gender-Theorie, die am Anfang vielleicht auch einfach radikaler gedacht werden musste, als sie am Ende wirklich ist. Das ging ja vielen Theorien so. Das Problem liegt m.E. zur Zeit eher darin, dass mit alten Argumenten der Theorie hantiert wird, dass sie zum Teil (bewusst) falsch interpretiert wird und das Teile der Gesellschaft, eben auch Fleischhauer, nicht von ihrem Zuschreibungsmonopol abrücken wollen oder versuchen ihre Normalitätsfiktion aufrecht zu erhalten.
Für mich ist die Gender-Frage kein Keil zwischen Mann oder Frau oder 'Weder noch'. Es ist das Werkzeug, mit dem wir alle gemeinsam falsche Zuschreibungen und geschlechtsbezogene Diskriminierungen bekämpfen können und sollten.
In der Hoffnung so gelesen zu werden, wie ich es mir wünsche,
hab es gut
Marielle
edit: plöde Rächtsschräibveler gorickirt (jedenfalls die, die ich gefunden hab)
Ich glaube nicht, dass alle Vertreter_innen der 'Gender-Theorie' das Nicht-Vorhandensein von individuellen Eigenschaften immer noch so streng annehmen. Nach allem was ich höre und lese, werden Prädispositionen, also eine Art von Eigenschaften die ganz oder teilweise in die eine oder andere Richtung bestehen, nicht durchgängig abgestritten. Vielmehr wird gesagt, dass das eigentliche Problem die Zuordnung bzw. die erzieherische und gesellschaftliche Durchsetzung der 'richtigen' Eigenschaften, der 'richtigen' sozialen (Geschlechter-)Rolle ist. Das trifft m.E. auch auf transseuelle Menschen zu; es wird ihnen etwas zugeschrieben, was nicht zu ihren eigenen Eigenschaften, zu ihrer Persönlichkeit passt. Wenn man das unter 'making gender' versteht, sieht die Sache ein wenig anders aus.
Gender wird aus meiner Sicht viel zu oft und fälschlicherweise als eine individuelle Eigenschaft betrachtet und diskutiert. Eigentlich ist Gender aber eine auf Wechselwirkungen zwischen einem Menschen und der Gesellschaft beruhende Gegebenheit. Es ist ja nicht abzustreiten, dass 'die Gesellschaft' eine ziemlich strikte Zuordnung von Eigenschaften vornimmt, die von den körperlichen Merkmalen abhängig gemacht werden. Das passiert allen Menschen, völlig unabhängig von ihrer individuellen, eigenen Verortung. 'Gender' ist aus meiner Sicht definitiv nicht der Gegenbeweis, der Transsexualität widerlegt, sondern die Beschreibung dessen, was zwischen Mensch und Gesellschaft passiert. Es ist das, was bei manchen Menschen (dir und auch mir) dazu führt, dass eine Abweichung zwischen dem eigenen 'Ich' und den äusseren Zuschreibungen entsteht. Es hat m.E. aber nichts mit dem geschlechtsbezogenen Selbstempfinden zu tun. Das ist bei dir 'Frau', bei mir 'kann ich nicht sagen' und bei anderen 'Mann'.
Das Problem sehe ich nicht in der Gender-Theorie, die am Anfang vielleicht auch einfach radikaler gedacht werden musste, als sie am Ende wirklich ist. Das ging ja vielen Theorien so. Das Problem liegt m.E. zur Zeit eher darin, dass mit alten Argumenten der Theorie hantiert wird, dass sie zum Teil (bewusst) falsch interpretiert wird und das Teile der Gesellschaft, eben auch Fleischhauer, nicht von ihrem Zuschreibungsmonopol abrücken wollen oder versuchen ihre Normalitätsfiktion aufrecht zu erhalten.
Für mich ist die Gender-Frage kein Keil zwischen Mann oder Frau oder 'Weder noch'. Es ist das Werkzeug, mit dem wir alle gemeinsam falsche Zuschreibungen und geschlechtsbezogene Diskriminierungen bekämpfen können und sollten.
In der Hoffnung so gelesen zu werden, wie ich es mir wünsche,
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edit: plöde Rächtsschräibveler gorickirt (jedenfalls die, die ich gefunden hab)
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Anke
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Re: SpOn: Geschlechterdebatte: Die Gender„Lüge
Hallo,
lieben Dank an Marielle für diesen tollen Beitrag.
Ich kann mich da auf jeden Fall anschließen. Das von Marielle angesprochene "erstmal radikal denken und später modifizieren" ist in anderen Wissenschaften völlig üblich. In meiner Wissenschaft, der Volkswirtschaftslehre, gab es anfang der Siebziger einen radikal neuen Ansatz, die Aktivitäten des Staates zu analysieren. Vieles aus dén ersten bahnbrechenden Aufsätzen hat sich mittlerweile relativiert, aber die Denkrichtung ist erhalten geblieben und hat die Wissenschaft befruchtet.
Schwierig wird es, wenn dann nur einzelne Aufsätze oder Bücher gelesen werden und das dann als die allein seligmachende Wahrheit anerkannt wird. Denn so funktioniert Wissenschaft nicht. Es ist besser sich das als fortlaufende Diskussion vorzustellen und deshalb ist es wichtig die entsprechende Literatur breit zu studieren. Sonst kommt es zu vielen Missverständnissen.
Aus meiner Sicht hat Marielle völlig recht, es ist immer eine Wechselwirkungen zwischen dem Individuum und der Gesellschaft. Und das in einer fast unfassbaren Komplexität. Das was uns im Laufe des Lebens widerfährt, hat einen Einfluss auf uns und führt zu Veränderungen. Trotzdem bleiben wir als Individuum mit unseren jeweiligen Eigenschaften erhalten.
Ich mache es mal an meinem eigenen Beispiel fest. Trotz massivster Versuche meiner Umwelt, mich zum Mann zu machen, hat sich am Ende meine wirkliche Persönlichkeit durchgesetzt. Auf der anderen Seite haben Begegnungen mit bestimmten Menschen im privaten und beruflichen Umfeld mir Impulse gegeben, die bis heute nachwirken und mich verändert haben.
Ich verstehe die Gendertheorie daher eher als Mittel, stereotype Denkweisen aufzubrechen und damit mehr Möglichkeiten für viele Menschen zu eröffnen.
Liebe Grüße
Anke
lieben Dank an Marielle für diesen tollen Beitrag.
Ich kann mich da auf jeden Fall anschließen. Das von Marielle angesprochene "erstmal radikal denken und später modifizieren" ist in anderen Wissenschaften völlig üblich. In meiner Wissenschaft, der Volkswirtschaftslehre, gab es anfang der Siebziger einen radikal neuen Ansatz, die Aktivitäten des Staates zu analysieren. Vieles aus dén ersten bahnbrechenden Aufsätzen hat sich mittlerweile relativiert, aber die Denkrichtung ist erhalten geblieben und hat die Wissenschaft befruchtet.
Schwierig wird es, wenn dann nur einzelne Aufsätze oder Bücher gelesen werden und das dann als die allein seligmachende Wahrheit anerkannt wird. Denn so funktioniert Wissenschaft nicht. Es ist besser sich das als fortlaufende Diskussion vorzustellen und deshalb ist es wichtig die entsprechende Literatur breit zu studieren. Sonst kommt es zu vielen Missverständnissen.
Aus meiner Sicht hat Marielle völlig recht, es ist immer eine Wechselwirkungen zwischen dem Individuum und der Gesellschaft. Und das in einer fast unfassbaren Komplexität. Das was uns im Laufe des Lebens widerfährt, hat einen Einfluss auf uns und führt zu Veränderungen. Trotzdem bleiben wir als Individuum mit unseren jeweiligen Eigenschaften erhalten.
Ich mache es mal an meinem eigenen Beispiel fest. Trotz massivster Versuche meiner Umwelt, mich zum Mann zu machen, hat sich am Ende meine wirkliche Persönlichkeit durchgesetzt. Auf der anderen Seite haben Begegnungen mit bestimmten Menschen im privaten und beruflichen Umfeld mir Impulse gegeben, die bis heute nachwirken und mich verändert haben.
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Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
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eilinfox
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Re: SpOn: Geschlechterdebatte: Die Gender„Lüge
Dennoch werden wahrscheinlich nur wenige diese Möglichkeiten nutzen.Anke hat geschrieben:
Ich verstehe die Gendertheorie daher eher als Mittel, stereotype Denkweisen aufzubrechen und damit mehr Möglichkeiten für viele Menschen zu eröffnen.
Zum einen fehlt sicherlich bei der Mehrzahl der existenzielle Leidensdruck und es gibt soo viele Möglichkeiten, seine "Neigungen" im verborgenen auszuleben.
Das zeigt sich mir auch hier im Forum. Für mein dafürhalten müssten sich eigentlich viel mehr an den Diskussionen beteiligen.
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Anke
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Re: SpOn: Geschlechterdebatte: Die Gender„Lüge
Hallo,
ich denke es ist schwierig abzuschätzen, wieviele diesen Freiraum aus welchen Gründen oder auch eben nicht nutzen. Finde ich auch nicht ganz so wichtig. Auch wenn es nur wenige sind, sie sollten nicht an künstliche Grenzen stoßen.
Abgesehen davon wird in der uns folgenden Generation alles anders aussehen. Ich habe mehrfach gelesen, dass die Zahl der Transkinder ständig steigt. Wobei ich denke, dass nicht die Zahl selbst steigt, sondern nur die Zahl derer, die sichtbar werden.
Zwei Kindergärtnerinnen aus meiner Nachbarschaft haben erzählt, dass ca. jeder 10 Junge in Mädchenkleidung in den Kindergarten kommt. Das war vor einigen Jahren noch nicht so.
Ich finde es wichtig, dass diese Kinder den Freiraum bekommen, frühzeitig ihren Weg zu finden und zugehen.
Liebe Grüße
Anke
ich denke es ist schwierig abzuschätzen, wieviele diesen Freiraum aus welchen Gründen oder auch eben nicht nutzen. Finde ich auch nicht ganz so wichtig. Auch wenn es nur wenige sind, sie sollten nicht an künstliche Grenzen stoßen.
Abgesehen davon wird in der uns folgenden Generation alles anders aussehen. Ich habe mehrfach gelesen, dass die Zahl der Transkinder ständig steigt. Wobei ich denke, dass nicht die Zahl selbst steigt, sondern nur die Zahl derer, die sichtbar werden.
Zwei Kindergärtnerinnen aus meiner Nachbarschaft haben erzählt, dass ca. jeder 10 Junge in Mädchenkleidung in den Kindergarten kommt. Das war vor einigen Jahren noch nicht so.
Ich finde es wichtig, dass diese Kinder den Freiraum bekommen, frühzeitig ihren Weg zu finden und zugehen.
Liebe Grüße
Anke
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Magdalena
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Re: SpOn: Geschlechterdebatte: Die Gender„Lüge
Hallo,
was einen beschäftigt. Und man wird bequem, wenn man für sich seine Oase gefunden hat. Ich denke hierbei gerade nicht nur an Mitglieder des Forums, die sich
nach abgeschlossener OP und allem aus dem Foum verabschiedet haben. Sie sind mir ihrer jetzigen Lebensform wieder in der grauen Masse der Gesellscaft verschwunden. Was ich auch verstehen kann. Für sie ist das Thema TS beendet. Und möchten bewussst nicht mehr damit in Berührung kommen. Andere Themen sind dafür in den Vordergrund getreten.
LG Magdalena
Ich denke hierzu, das das Leben inzwischen viele Möglichkeiten bietet sein Leben zu gestalten. Da ist das Thema TS nicht das einzige,ich denke es ist schwierig abzuschätzen, wieviele diesen Freiraum aus welchen Gründen oder auch eben nicht nutzen.
was einen beschäftigt. Und man wird bequem, wenn man für sich seine Oase gefunden hat. Ich denke hierbei gerade nicht nur an Mitglieder des Forums, die sich
nach abgeschlossener OP und allem aus dem Foum verabschiedet haben. Sie sind mir ihrer jetzigen Lebensform wieder in der grauen Masse der Gesellscaft verschwunden. Was ich auch verstehen kann. Für sie ist das Thema TS beendet. Und möchten bewussst nicht mehr damit in Berührung kommen. Andere Themen sind dafür in den Vordergrund getreten.
LG Magdalena
Lebe jeden Tag.