Hallöchen Mädels,
Wie einige bestimmt schon in anderen Beiträgen mitbekommen haben, habe ich von meiner Therapeutin die Diagnose erhalten und Ende Dezember einen Termin beim Endorkinologen.
Ich habe sogar Anfang der Woche extra nochmals dort angerufen und nachgefragt, ob das auch so stimmt. Ich konnte es gar nicht glauben, dass das jetzt so schnell passiert.
Nächste Woche haben meine Frau und ich einen Termin bei einer Anwältin bzgl. der Scheidung.
Nun ja, was ich aber eigentlich erzählen wollte, bzw. Euch fragen wollte: Hattet, habt Ihr auch mal Zweifel gehabt, ob das der richtige Weg ist???
Auslöser für diese Frage war folgende Begebenheit:
Letzten Samstag erhielt ich in einer Whats app Gruppe, welche wir erst vor ein paar Wochen eingerichtet hatten, um ein Treffen mit alten Arbeitskollegen auszurichten, eine traurige Nachricht. Dieses Treffen haben wir dann auch organisiert und auf Anfang nächstes Jahr wegen diesem blöden Corona verschoben... In dieser Nachricht schrieb die Frau des Kollegen, dass er dem Kampf gegen Corona unterlegen ist.

45 Jahre, Naturbursche, kerngesund.... So viel zum Thema Corona....
Heute war ich auf der Beerdigung. Natürlich im Mannmodus, da ich dort noch nicht geoutet bin und eine Beerdigung (Trauerfeier... wurde wegen Corona vorgezogen) auch sicherlich nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist!!!
Erst einmal habe ich mich richtig unwohl in meiner Haut gefühlt. Männersachen tragen, als Mann erkenntlich, das Verhalten umstellen, usw... Kurz "sich verstellen!"... Ich und mein Umfeld stellen z.B. in letzter Zeit immer häufiger fest, dass ich von mir in der weiblichen Person rede, usw...
Auf jeden Fall war es toll die alten Kollegen wiederzusehen, wenn auch der Anlass total besc.... war. Geheult wie die Schlosshunde haben wir... Diese Kollegen waren aus einer Zeit, wo die Welt noch in Ordnung war... Ich frage mich seitdem, ob ich den richtigen Weg gehe??? Ist das nur ein Splin??? Bin ich eigentlich gar keine Frau??? Ich habe Angst, was Falsches zu tun....
Als ich dann wieder Zuhause war, habe ich mich natürlich NICHT umgezogen und geschminkt, obowohl ich den Drang dazu hatte...

Es war ja auch schon fast 21 Uhr (die Trauerfeier war weiter weg). Bin mit einem Kollegen gefahren und ich habe nicht den Mut gehabt, mich zu outen. Passte einfach nicht... Es war so wie vor ca. 20 Jahren...
Zuhause konnte ich mich allerdings wieder fallen lassen und ich bemerkte, wie ich in Gesprächen mit meiner Frau und meinen Kindern automatisch wieder in meinen "Tuckenmodus" gefallen bin... Und ich fühlte mich wieder ein bisschen wohler...
Diese Woche ist auch leider zu viel passiert, weswegen ich mit meinen Kräften ziemlich am Ende bin... Ich habe einfach nur Angst vor der Zukunft. Auf der einen Seite wünsche ich mir nichts mehr als mit der HRT zu beginnen, auf der anderen Seite habe ich Angst...
Sorry, wenn ich Euch mit diesem Rumgejammere belästigen muss, aber es tat mir gut es einfach niederzuschreiben...
Eine gute Sache hat sich allerdings auch ereignet. Ich bin ab nächste Woche als Verkäuferin verplant

Irgendwie klappt das mit dem Arbeitsvertrag gerade nicht, aber es läuft...
Mir fallen gerade die Äuglein zu... Sorry, war ein wirklich mieser Tag...
Alles liebe
Jen
PS: An alle, die glauben, dass Corona nur ein Fake ist... Der Kollege war ein Bär von einem Mann. 45. Ein Naturbursche, immer draußen unterwegs. Ich dachte immer, dass er eigentlich nur vom Blitz getroffen werden kann oder vom umfallenden Baum erschlagen. Obwohl, der Baum wäre bestimmt an seinem Kopf zerbrochen...

Aber nicht Corona.... Nie im leben... Heute stand ich an seinem "Grab"...